![]() |
|
Megaera Avery - Druckversion +- Make Me Run (https://makemerun.de) +-- Forum: Auftakt (https://makemerun.de/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Verzeichnis (https://makemerun.de/forumdisplay.php?fid=7) +---- Forum: Steckbriefe (https://makemerun.de/forumdisplay.php?fid=48) +---- Thema: Megaera Avery (/showthread.php?tid=2635) |
Megaera Avery - Megaera Avery - 28.04.2026 Das Leben hätte so normal sein können. Nicht einfach, nein. Als Avery kann man es sich nicht leicht machen, darf man es sich nicht leicht machen, denn Blut ist Verpflichtung. Aber ganz sicher hätte Megaera jede noch so harte Arbeit bereitwillig in Kauf genommen, wäre ihr Schicksal ein anderes gewesen. Das erste, was ihr Leben aussergewöhnlich gemacht hatte, war das sichere Wissen gewesen, dass der Zauberstab ihrer Urgrossmutter, Talia, ihrer sein würde. Meg hatte es ihrem Vater gesagt, ihrer Mutter, ihrer älteren Schwester, aber sie hatten ihr nicht geglaubt. Sie hatten ihr so sehr nicht geglaubt, dass sie zeitweilen Angst gehabt hatten, dass die zweitälteste Tochter ein Squib sein könnte, bis sie schliessliich mit acht Jahren bei einem Wutanfall den Wintergarten gesprengt hatte. Damit hatte sich die Angst in Luft aufgelöst und den Eltern und auch dem Grossvater war klar geworden, dass Meg ein aussergewöhnliches Potenzial hatte. Noch besser hatten sie das verstanden, als bei den Vorbereitungen auf Hogwarts kein einziger von Ollivanders Zauberstäben auf das Mädchen reagiert hatten und sie sich an die energischen Worte der Tochter erinnerten: Der Zauberstab der Urgrossmutter, Talia Avery... Sie waren also nach Hause gereist und noch während Meg das Vitrinenzimmer, das sonst immer verboten gewesen war, betreten hatte, war deutlich geworden, dass es stimmte. Es stimmte, dass es ihr Zauberstab sein würde. Und es stimmte wohl auch, dass das Mädchen das im Alter von sechs Jahren schon gewusst hatte. Perfekt. Eine Hexe mit grossen Veranlagungen UND möglicherweise der Fähigkeit der Vorhersehung. Fleissig obendrein, wie sich bald herausstellte, und motiviert zu grosser Magie. Zugegeben, als nach den ZAGS der Notenbrief nach Hause geflattert war, hatte die Note in Kräuterkunde (Troll!) einiges an Ernüchterung mit sich gebracht, aber abgesehen davon hatte es keine Gründe gegeben, sich zu beschweren, ganz im Gegenteil. Ja, alles sah grossartig aus. Bis zu jenem Tag. Es war im August gewesen, als Megaeras Bauchgefühl sie in den Garten gelenkt hatte, wo sie ihren Bruder, Aristide, vorgefunden hatte. Er hatte ihr bewusst den Rücken zugewandt, als er sie hatte kommen sehen, aber trotzdem hatte sie noch einen Blick auf den Gegenstand auf dem kleinen Gartentisch erhaschen können. Ihr Zauberstab war geradezu in ihre Hand gesprungen und hatte, ganz seiner Natur gemäss, den Zauber schon gewirkt, bevor sie selbst hatte darüber nachdenken können. Sie hatte ihren Bruder weggerissen, dann noch versucht, mit einem Schlenker einen Schildzauber zu sprechen, doch dafür war es zu spät gewesen. Das Artefakt, mit welchem Ari so hirnlos (wie Meg findet) gespielt hatte, hatte sich bereits auf das neue Ziel eingerichtet und die schreckliche Wirkung ausgelöst gehabt. Aufgewacht war Meg im St. Mungos, wo ihr Vater gerade mit einer Heilerin gesprochen hatte. Ihr ganzes Bein war von einem Fluch befallen gewesen, schwarze Adern hatten sich darüber gezogen, und die Heiler hatten alles in ihrer Macht stehende getan. Und tatsächlich, es war ihnen gelungen, das Bein an sich zu retten, aber das Knie nicht. Es blieb instabil und beim kleinsten Bisschen Überlastung schmerzte es in einer Art, welche Meg schreien liess. Als sie mit drei Wochen Verspätung in Hogwarts auftauchte, war nichts mehr übrig geblieben von der lebensfrohen, jungen Hexe. Am Stock gehend verkroch sie sich im Gemeinschaftsraum und in der Bibliothek, vertiefte sich in ihren Lernstoff und versuchte, sich mit ihrem Schicksal abzufinden. Nie gab sie ihrem Bruder die Schuld. Nicht ausgesprochen. Er war zu klein, um Verantwortung zu übernehmen, und doch konnte sich Meg nie von dem Wissen lösen, dass ohne seinen Ungehorsam ihr Schicksal ein anderes gewesen wäre. |