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Serpentina Fawley - Druckversion

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Serpentina Fawley - Serpentina Fawley - 03.06.2026

Der Konflikt in Serpentinas Leben begann schon vor ihrer Geburt, als ihr Vater, ein verhältnismässig liberal denkender Mensch, mit einer Hexe, welche Reinblütigkeit nur so atmete, verheiratet wurde. Die Hochzeit war politischer Natur, sollte die Fawleys stärken und sie enger in die Gesellschaft binden. Die Eheleute arrangierten sich miteinander, doch obwohl ihnen ihre Diskrepanz bewusst war, dachten sie nicht darüber nach, dass sie beide erwarteten, dass ihre Tochter ihnen auf der Ebene der Denkweise nachfolgen würde.

Serpentina wuchs also in einer gespaltenen Welt auf. Ihr Vater vermittelte ihr eine liberale, weltoffene Denkweise, während ihre Mutter ihr die Reinblut-Ideologie vorlebte. Sie lernte also beides kennen und auch, sich in beiden Welten zu bewegen. Als Mädchen suchte sie noch die Liebe beider Eltern und wusste sich zu wandeln, je nachdem, mit wem sie gerade zu tun hatte. Doch je mehr sie von der Welt erfuhr, desto deutlicher erkannte sie, dass Reinblütigkeit ein theoretisches Konstrukt war, welches in der Welt keinen Bestand haben konnte, und mehr und mehr spielte sie für ihre Mutter Theater.

Als sie im sechsten Schuljahr bei einer Exkursion in die Muggelwelt Padraig kennenlernte, wurde die Abwendung von der Reinblutideologie dann zementiert. Sie traf ihn wieder, verliebte sich - und in ihrer gemeinsamen Unvernunft wurde Serpentina im Frühsommer 58 schwanger. In Anbetracht dessen, dass sie die Laufbahn als Aurorin plante und vorbereitete, war das eine mehrfache Katastrophe, denn sie konnte diesen Weg nicht gehen und gleichzeitig ein kleines Kind haben - geschweige denn, dass die Familie eines Auroren eine Zielscheibe war. Sie sprach also mit Padraig darüber und holte ihren Vater zur Unterstützung. Gemeinsam vertuschten sie die Sache. Bevor es jemand merkte, trat also Serpentina ein Auslandjahr an, angeblich, um Russisch zu lernen, und brachte das Kind in der Nähe von Moskau auf die Welt. Nach der kurz gehaltenen Stillzeit nahm Padraig das Mädchen zu sich und das Paar trennte sich notgedrungen. Nathaira wuchs bei ihrem Vater auf und ihre Fragen nach der Mutter verliefen ins Leere. Seine Freundin sei bei der Geburt verstorben, behauptete er.

Serpentina stürzte sich verzögert in ihre Ausbildung, fand schnell ihre Art und ihren Stil, stand aber immer vor Vorurteilen. Ihre Familie wurde eher der Dunklen Magie zugeordnet und so ganz traute man ihr in der Gesellschaft nie - bis zu jenem Tag, als sie ihrem Onkel auf die Spur kam. Der Krieg hatte langsam begonnen, die ersten Todesser tauchten auf, und zu eben jenen gehörte Adrastos Avery. Serpentina brachte ihn zur Strecke und vors Gamot, wo er des mehrfachen Mordes für schuldig befunden und nach Askaban geschickt wurde. Seit diesem Tag hatte Serpentina einen ganz anderen Ruf als zuvor. Eine zuverlässige, mutige Aurorin, sagten die einen. Eine falsche Schlange und Verräterin die anderen.

Zwei Jahre später, 1973, verstarb Serpentinas Vater bei einem Unfall. In seinem Testament wurde klar, dass er sein Anwesen an seine einzige Tochter vererbte. In ihrer Ehre verletzt zog sich die Mutter endgültig aus dem Leben ihres Kindes zurück und zog zu ihrem Schwager Theodore Fawley. Diese Handlung machte auf dem letzten klar, dass Serpentina in ihrer Familie ziemlich alleine dastand und wie die Loyalitäten lagen.