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		<title><![CDATA[Make Me Run - Steckbriefe]]></title>
		<link>https://makemerun.de/</link>
		<description><![CDATA[Make Me Run - https://makemerun.de]]></description>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2026 09:16:36 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Sergej Koroljow]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2586</link>
			<pubDate>Sat, 13 Dec 2025 14:28:05 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=342">Sergej Koroljow</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2586</guid>
			<description><![CDATA[Sergej-Michail Aleksandrowitsch Koroljow wuchs als einziges Kind einer einflussreichen Reinblutfamilie auf. Geboren in England, mit britischer wie russischer Staatsbürgerschaft, war seine Kindheit von Bewegung und Übergängen geprägt  zwischen London und Moskau, zwischen öffentlicher Präsenz und abgeschirmtem Familienleben, zwischen Nähe und emotionaler Distanz. Das Umfeld, in dem er aufwuchs, war geprägt von Bildung, Kontrolle und unausgesprochenen Erwartungen.<br />
<br />
Die prägendste Konstante in Sergejs Leben war stets sein Vater Aleksander. Zwischen den beiden entwickelte sich früh eine enge, vertrauensvolle Beziehung, die Sergej Halt, Orientierung und Anerkennung bot. Aleksander war nicht nur Vorbild, sondern auch Bezugspunkt, an dessen Haltung, Einfluss und Selbstkontrolle Sergej sich maß. Diese Nähe zeigte sich auch ganz konkret: Sergejs Zauberstab wurde von seinem Vater eigens für ihn angefertigt  ein Zeichen von Vertrauen, Erwartung und Bindung, das für Sergej bis heute weit über seinen praktischen Nutzen hinaus Bedeutung hat.<br />
<br />
Das Verhältnis zu seiner Mutter Eileen hingegen blieb distanziert. Sie hatte nie den Wunsch nach Mutterschaft und investierte wenig emotionale Nähe in die Beziehung zu ihrem Sohn. Zeitweise versuchte sie, Sergej unterschwellig gegen seinen Vater zu positionieren, vor allem über Schuldzuweisungen und emotionale Vorwürfe. Diese Versuche scheiterten, verstärkten jedoch ihre Frustration über die enge Vater-Sohn-Bindung. Sergej wuchs mit dem Bewusstsein auf, von seiner Mutter wenig Zuwendung zu erwarten  verteidigt sie jedoch entschieden, wenn andere schlecht über sie sprechen.<br />
<br />
Die Schulzeit in Hogwarts bedeutete für Sergej keinen Bruch, sondern eine Bestätigung. Als Slytherin fand er sich rasch zurecht und entwickelte früh ein Gespür dafür, wie man Wirkung erzielt, ohne sich festzulegen. Er lernte, Menschen zu lesen, Situationen einzuschätzen und Charme als Werkzeug einzusetzen. Freundschaften und Beziehungen waren zahlreich, aber selten dauerhaft  Nähe war ihm wichtig, doch er hielt sich stets eine Hintertür offen. Nach dem Schulabschluss entschied sich Sergej bewusst für den Weg ins Ministerium und begann die Ausbildung zum Auror. Nicht aus Idealismus, sondern aus dem Wunsch heraus, Strukturen zu verstehen, Machtmechanismen zu durchdringen und Teil der gestaltenden Ebene der magischen Gesellschaft zu werden. Die Ausbildung konfrontierte ihn erstmals ernsthaft mit Gewalt, Verantwortung und den Schwächen eines Systems, das in seinen Augen zu zögerlich und zu kompromissbereit agierte.<br />
<br />
In dieser Phase begann Sergej, sich intensiver mit der Ideologie des Dunklen Lords auseinanderzusetzen. Was ihn anzog, war weniger offener Terror als die Klarheit der Ziele, die Konsequenz im Handeln und das Versprechen von Führung statt Stillstand. Die zunehmenden Spannungen der 1970er-Jahre bestärkten ihn in der Überzeugung, dass die bestehende Ordnung nicht stark genug sei, um die magische Welt dauerhaft zu sichern. Nach Abschluss der Ausbildung wurde Sergej als Auror übernommen und sammelte rasch praktische Einsatzerfahrung. Nach außen blieb er der charmante, scheinbar unbeschwerte junge Mann; intern jedoch begann er, Informationen zu ordnen, Menschen einzuordnen und seine Loyalitäten neu zu definieren. Sein Wunsch, eines Tages so einflussreich zu sein wie sein Vater, wuchs  ebenso wie die leise Ahnung, dass Aleksander möglicherweise mehr wisse und tiefer verstrickt sei, als er offen zugab. Heute steht Sergej an der Schwelle zwischen Pflicht und Überzeugung. Er ist Teil des Systems, das er zunehmend kritisch betrachtet, und zugleich bereit, sich einer Bewegung anzuschließen, die ihm Sinn, Zugehörigkeit und Perspektive verspricht. Seine Entscheidungen sind nicht impulsiv, sondern das Ergebnis eines langen, stillen Reifungsprozesses  und sie führen ihn Schritt für Schritt näher an einen Punkt, von dem es kein Zurück mehr geben wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Sergej-Michail Aleksandrowitsch Koroljow wuchs als einziges Kind einer einflussreichen Reinblutfamilie auf. Geboren in England, mit britischer wie russischer Staatsbürgerschaft, war seine Kindheit von Bewegung und Übergängen geprägt  zwischen London und Moskau, zwischen öffentlicher Präsenz und abgeschirmtem Familienleben, zwischen Nähe und emotionaler Distanz. Das Umfeld, in dem er aufwuchs, war geprägt von Bildung, Kontrolle und unausgesprochenen Erwartungen.<br />
<br />
Die prägendste Konstante in Sergejs Leben war stets sein Vater Aleksander. Zwischen den beiden entwickelte sich früh eine enge, vertrauensvolle Beziehung, die Sergej Halt, Orientierung und Anerkennung bot. Aleksander war nicht nur Vorbild, sondern auch Bezugspunkt, an dessen Haltung, Einfluss und Selbstkontrolle Sergej sich maß. Diese Nähe zeigte sich auch ganz konkret: Sergejs Zauberstab wurde von seinem Vater eigens für ihn angefertigt  ein Zeichen von Vertrauen, Erwartung und Bindung, das für Sergej bis heute weit über seinen praktischen Nutzen hinaus Bedeutung hat.<br />
<br />
Das Verhältnis zu seiner Mutter Eileen hingegen blieb distanziert. Sie hatte nie den Wunsch nach Mutterschaft und investierte wenig emotionale Nähe in die Beziehung zu ihrem Sohn. Zeitweise versuchte sie, Sergej unterschwellig gegen seinen Vater zu positionieren, vor allem über Schuldzuweisungen und emotionale Vorwürfe. Diese Versuche scheiterten, verstärkten jedoch ihre Frustration über die enge Vater-Sohn-Bindung. Sergej wuchs mit dem Bewusstsein auf, von seiner Mutter wenig Zuwendung zu erwarten  verteidigt sie jedoch entschieden, wenn andere schlecht über sie sprechen.<br />
<br />
Die Schulzeit in Hogwarts bedeutete für Sergej keinen Bruch, sondern eine Bestätigung. Als Slytherin fand er sich rasch zurecht und entwickelte früh ein Gespür dafür, wie man Wirkung erzielt, ohne sich festzulegen. Er lernte, Menschen zu lesen, Situationen einzuschätzen und Charme als Werkzeug einzusetzen. Freundschaften und Beziehungen waren zahlreich, aber selten dauerhaft  Nähe war ihm wichtig, doch er hielt sich stets eine Hintertür offen. Nach dem Schulabschluss entschied sich Sergej bewusst für den Weg ins Ministerium und begann die Ausbildung zum Auror. Nicht aus Idealismus, sondern aus dem Wunsch heraus, Strukturen zu verstehen, Machtmechanismen zu durchdringen und Teil der gestaltenden Ebene der magischen Gesellschaft zu werden. Die Ausbildung konfrontierte ihn erstmals ernsthaft mit Gewalt, Verantwortung und den Schwächen eines Systems, das in seinen Augen zu zögerlich und zu kompromissbereit agierte.<br />
<br />
In dieser Phase begann Sergej, sich intensiver mit der Ideologie des Dunklen Lords auseinanderzusetzen. Was ihn anzog, war weniger offener Terror als die Klarheit der Ziele, die Konsequenz im Handeln und das Versprechen von Führung statt Stillstand. Die zunehmenden Spannungen der 1970er-Jahre bestärkten ihn in der Überzeugung, dass die bestehende Ordnung nicht stark genug sei, um die magische Welt dauerhaft zu sichern. Nach Abschluss der Ausbildung wurde Sergej als Auror übernommen und sammelte rasch praktische Einsatzerfahrung. Nach außen blieb er der charmante, scheinbar unbeschwerte junge Mann; intern jedoch begann er, Informationen zu ordnen, Menschen einzuordnen und seine Loyalitäten neu zu definieren. Sein Wunsch, eines Tages so einflussreich zu sein wie sein Vater, wuchs  ebenso wie die leise Ahnung, dass Aleksander möglicherweise mehr wisse und tiefer verstrickt sei, als er offen zugab. Heute steht Sergej an der Schwelle zwischen Pflicht und Überzeugung. Er ist Teil des Systems, das er zunehmend kritisch betrachtet, und zugleich bereit, sich einer Bewegung anzuschließen, die ihm Sinn, Zugehörigkeit und Perspektive verspricht. Seine Entscheidungen sind nicht impulsiv, sondern das Ergebnis eines langen, stillen Reifungsprozesses  und sie führen ihn Schritt für Schritt näher an einen Punkt, von dem es kein Zurück mehr geben wird.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Lily Evans]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2581</link>
			<pubDate>Mon, 08 Dec 2025 14:17:26 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=341">Lily Evans</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2581</guid>
			<description><![CDATA[<b>» Kindheit in einem normalen Dorf, mit normalen Freunden und ein bisschen Magie.</b> (1960-1969)<br />
<br />
Lily erinnert sich gerne an die Zeit zurück, in der sie mit Petunia draußen nach der Schule gespielt hat, während ihre Eltern noch arbeiten waren - das taten Eltern in den 60er Jahren oft so, wenn das Einkommen des Mannes nicht ausreichte, um die Haushaltskosten zu decken. In Cokesworth gab es nicht viel für Kinder zutun, außer draußen auf der Straße mit Kreide zu malen, über Seile zu hüpfen und auf dem rostigen Spielplatz zu schaukeln. Machte aber nichts, denn alles, was Petunia mit ihren Freunden gemacht hat, fand Lily cool. <br />
Vermutlich hing sie ihrer großen Schwester ein wenig zu sehr am Rockzipfel und wollte ihr zu sehr gefallen, plapperte ihr zu oft nach und nahm sie als Vorbild für viele soziale Interaktionen. Sie weinte, wenn Petunia bei Kartenspielen schummelte, und hörte auf sie, wenn sie ihr anwies, nicht über den Nachbarszaun zu klettern.<br />
Eine Weile jedenfalls. Lily begriff damals schon mit ihrem kleinen Köpfchen, dass ihre Eltern sie immer belächelten, wenn sie mal wieder über die Möbelstücke sprang und behauptete, der Boden wäre Lava, während Petunia nur einen strengen Blick von ihrem Vater erntete mit einem schroffen <i>Setz deiner Schwester nicht solche Flausen in den Kopf.</i> Denn sie war ja die Ältere. Sie hatte mit Lily ja zu teilen - ihre Zeit, die sie lieber mit ihren eigenen Freunden verbringen wollte, ihre Spielsachen, sogar ihre Kleidung. Lily selbst hielt sich nur zurück, weil sie sich nicht schon wieder mit Petunia streiten, sondern ihr gefallen wollte; von ganzem Herzen. Es schien ihr nur von Jahr zu Jahr schwerer zu fallen.<br />
<br />
Irgendwie hatte sie schon immer gewusst, dass etwas mit ihr nicht stimmte, dass da etwas war, das sie nicht fassen konnte. Es fing tatsächlich bereits vor ihrem 10. Lebensjahr an, immer wieder in kleinen, spontanen <i>Wundern</i>, wie ihre Eltern es betitelten, wenn das Licht im Wohnzimmer doch wieder anging, obwohl der Strom eigentlich ausgefallen war, das Radio auf einmal mitten in den Nachrichten Lilys Lieblingslied spielte oder Blumen sich nach ihr ausstreckten. Mit <u>frischen 9 Jahren</u> wusste sie bereits, dass sie sicher landen würde, auch wenn sie sich von der Schaukel in die Luft katapultierte und im Freifall lachend ihre Arme ausstreckte - sie hatte sich schließlich schon oft genug dabei die Knie aufgeschürft. Die Blumen taten mittlerweile oft das, was sie wollte, und sie verstand nicht, warum <i>Tuny</i> nicht genauso fasziniert von den Blüten sein konnte, die in Lilys kleiner Hand auf und zuklappten wie eine atmende Muschel, sondern sie nur schroff anwies, sowas nicht draußen zu machen, wo man sie sehen konnte.<br />
<br />
<b>» Türen zu einer neuen Welt</b> (1969-1971)<br />
<br />
Dass die beiden Schwestern schon über längere Zeit aus sicherer Entfernung heraus beobachtet wurden, wurde ihnen erst bewusst, als <u>der Junge aus Spinner's End</u> auf sie zukam und Lily darauf ansprach, was sie demonstrierte. Es war kindliche Neugierde, die sie an seine Lippen band, da er Antworten auf ihre Fragen hatte. Was andere Kinder an ihm störten, seine unpassenden Kleidungsstücke und ungewaschenen Haare, war für Lily kaum von Bedeutung, wenn er ihr die Welt erklärte; eine Welt, die auf einmal einen Platz für sie hatte. Eine Welt, zu der Petunia keinen Zutritt hatte; etwas, das Lily schon länger bewusst gewesen war, sie aber nie so recht begreifen wollte. <br />
In der magischen Welt, wie <u>Severus Snape</u> ihr erklärte, hatten Muggel wie ihre Schwester keinen Platz. Lily und er waren für Großes bestimmt, würden an eine magische Schule gehen und Fantastisches erleben. Petunia verstehe nichts, weil sie ein Muggel war, und sie wäre eifersüchtig, also nenne sie Lily gemeinerweise eine Hexe.<br />
<br />
<b>» Zwischen Magie und Realität</b> (1971-1975)<br />
<br />
Und Petunia behielt Recht, ihre Schwester <i>war</i> eine Hexe. Das erklärte Minerva McGonagall der kleinen Familie persönlich, während Lily mit einem Strahlen in den Augen ihren Hogwartsbrief in den Händen hielt. Für Bonnie und George fügte sich nur ein Puzzlestück in das andere, da sie schon immer davon überzeugt gewesen waren, dass ihre Tochter sich von anderen abhebe, etwas Besonderes wäre - der Beweis dafür, dass man nicht in der gleichen Klasse enden musste, in die man geboren worden war. <br />
Und vielleicht war Lily froh, aus ihrem Umfeld rauszukommen. Ein kleiner, selbstsüchtiger, ekliger Teil in ihr wollte das Leben beanspruchen, das ihre Schwester nicht haben konnte. Sie wollte sich abheben. Wollte sich selbst behaupten und über ihre Herkunft hinauswachsen. Sie wollte etwas bewegen in einer Welt, die vom Rebellionsgeist der Zeit gezeichnet war.<br />
Dieser kleine, selbstsüchtige Teil war auch froh, dass sie nicht mit Petunia im Zug nach Hogwarts saß, sondern mit ihrem besten Freund Severus, auch wenn die letzten Worte ihrer Schwester am Gleis - "Du Freak!" - sie tiefer trafen, als sie zugeben wollte.<br />
<br />
Vielleicht war es jener bittere Abschied, der sie unempfänglich für die neuen Gesichter machte, denen sie genau die gleiche Abscheu gegenüber Severus ansah, wie den anderen Kindern in ihrem Dorf auch. Sicher würde sie ihre Schulzeit nicht mit so Kindereien anfangen, wo sie dachte, sie hätten das hinter sich gelassen. Aber nein, wie sie schnell merkte, wiesen Muggel- und magische Welt mehr Parallelen auf, als ihr lieb war, und die zwei Naseweiße, die sich schon vor der richtigen Einschulung hoch profilierten, waren nur der Anfang von dem, was sie noch erwartete.<br />
<br />
In Cokeworth hatte sie mitbekommen, wie eine Nachbarsfamilie diskriminiert wurde, nur weil sie nicht den gleichen hellen Hautton wie die anderen aufwiesen und die Worte ein wenig anders aussprachen. <i>Anders sein</i> schien in jeder Gesellschaft negativ zu sein, selbst in einer, die davon lebte, dass ihre Bevölkerung <i>anders</i> war. <br />
Auf Lily selbst traf das erst nicht so ganz zu, obwohl sie wider ihrer Hoffnung in ein anderes Haus als Severus eingeteilt wurde. Sie verstand das Schulsystem und stieg schnell dort auf, obwohl ihr die Erfahrung vieler Schüler mit magischen Eltern fehlte, knüpfte Kontakte und passte sich an. Ihr Freund hingegen hatte schon immer Schwierigkeiten gehabt, sich neben anderen Kindern einzugliedern; er schien immer noch <i>der Andere</i> zu sein, auch in einer magischen Gesellschaft. <br />
In Lilys Augen hingegen trug Severus keine Schuld an den Schikanen, die er von den Würmern Potter und Black über sich ergehen lassen musste. Und sie war es leid, ständig nur zuzusehen, wie er von anderen zum Außenseiter gemacht wurde. Vielleicht hätte sie fragen sollen, ob er wollte, dass sie ihn verteidigte. Tat sie aber nicht. Diskriminierung war in <i>ihrer</i> Welt Gang und Gebe, sie würde es hier nicht auch noch zur Routine machen, wegzusehen. Auch wenn sie dafür Blicke kassierte und potentielle Freundschaften einbüßte, weil sie einen Slytherin verteidigte. Auch wenn sie sich dafür immer und immer wieder gegen Jungs aus ihrem Haus behaupten musste und die Aufmerksamkeit von Potter auf sich zog, ohne jemals nach ihr verlangt zu haben.<br />
<br />
Lily lernte, Menschen, die ihr nahe standen, zu verteidigen, und für ihre Werte von Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Individualität einzustehen. Sie war auch nur ein Bild ihrer Welt, die von Jugendrebellion geprägt war, von David Bowie und der Auflehnung gegen die konservativen Eltern, von Identitätskonflikten und Identitätssuchen. In den Ferien kehrte sie nach Cokeworth zurück und begann, länger mit ihren Freunden draußen zu bleiben, die Severus allerdings nicht mit einschlossen. Sie nahm ihren ersten kleinen Ferienjob mit 13 Jahren (1973) an, um sich eine Schallplatte kaufen zu können, die sie so lange rauf und runter hörte, bis sie einen Sprung bekam. Irgendwann lieh sie sich Petunias Eyeliner und schlüpfte in ihre Ausgehkleider. Sie las die Zeitung und begann, mit ihren Eltern die Nachrichten zu gucken.<br />
Lily lernte auch, wie man das Verbot umging, außerhalb der Schule zu zaubern. Der Aufspürzauber war, wie Severus ihr erzählte, regionsbedingt, weshalb sie sich gerne in der Nähe seines Hauses aufhielt, wo seine Mutter residierte. Nur ein schlauer Geist, der wusste, wie man überlebte? Oder die Anfänge einer raffinierten Hexe, welche die Grenzen ihrer eigenen Welt austestete?<br />
<br />
<b>» Bruch einer Freundschaft</b> (1975)<br />
<br />
In Wahrheit guckte sich Lily einiges von den Rumtreibern ab, auch wenn sie über Jahre hinweg vehement jeden Kontakt zu ihnen abwehrte und nicht mehr für sie übrig hatte als für Bullies einer Muggelschule. Sie verstand ihr protziges Verhalten schnell und nahm sich einfach vor, besser als sie zu sein. Das hieß nicht, dass sie jedem Ärger fernblieb - nein, sie stellte das Regelbrechen nur <i>intelligenter</i> an als ihre Hauskollegen. Subtiler, wenn man es so wollte, und bei weitem nicht so häufig.<br />
Und wenn niemand hinguckte, dann erlaubte sich Lily einen Blick in Potters, Blacks, Lupins und Pettigrews Richtung, und sie fragte sich: Wie konnte man durch die Welt schreiten und so tun, als könnte niemand einem etwas anhaben? Lilys Stärke war eine Fassade, die sie selbst aufgebaut hatte, nicht mehr als eine dünne Hülle, weil das Mädchen darunter langsam verstand, wie die Welt funktionierte. Sie war nicht blind gegenüber den Berichten aus den Zeitungen und den Vorfällen an der Schule, in der stets Muggelstämmige die Opfer waren, und... sie hatte Angst. Denn im Gegensatz zu den Rumtreibern stand sie zunehmend alleine da.<br />
<br />
Denn Severus bewegte sich in eine Richtung, die sich gegen alles strebte, wofür Lily stand. Sie hatte es schon früher bemerkt, in den Ferien, wo sie nicht mehr so eng Schulter an Schulter im Gras lagen. In seinem Blick, der manches Mal flackerte zwischen Ablehnung und Unsicherheit, warum? Weil sie eine muggelstämmige Hexe war? Weil sie unreines Blut hatte, wie seine Freunde Mulciber und Avery behaupteten? Wenn sie gemeinsam lernten und diskutierten, merkte sie, wie sie die Rumtreiber immer öfter in Schutz nahm und Potter sogar verteidigte, weil er Severus das Leben gerettet hatte. Sie wollte begreifen, was er so an seinen neuen Freunden fand, die sich doch so offensichtlich nicht um ihn scherten. Was bedeutete das auch für ihre Freundschaft, wenn er Nähe zu jenen suchte, die Menschen wie sie für Magiestehler hielten - und was sagte das über sie selbst aus, die sie doch mit denen sympathisierte, die sein Schulleben zur Hölle gemacht hatten?<br />
<br />
Der Konflikt gipfelte in einem Tag am See, wo Potter wieder einmal beweisen musste, was er doch für ein unreifer, arroganter Vollpfosten war, aber Severus ihm leider in nichts mehr nachstand. Vielleicht hätte sie sich nicht in das Spektakel einmischen sollen, das man so offensichtlich vor ihren Augen abzog, vielleicht wäre es nicht so eskaliert, wenn sie einfach weggegangen wäre. Im Nachhinein war es vermutlich eine Abmahnung vom Leben, wie sich eine Freundschaft auseinander entwickeln konnte, wenn man nicht genug für sie kämpfte.<br />
Severus Fluch ließ Potter bluten, dessen Konter hob ihren Freund in die Luft und entblößte ihn auf höchst unangenehme Weise, die Lily auch heute noch nicht verzeihen kann. Aber wie gerne behauptet wird, tritt die wahre Überzeugung eines Menschen ans Licht, wenn er an seine Grenzen gepusht wird. In Lilys Ohren verletzte sie die Beleidigung <i>"Schlammblut"</i> aus Severus Mund schlimmer als das Wort "Freak" von ihrer Schwester. Denn sie hatte lange daran festgehalten, dass er sie nicht für anders empfand. Sie hatte lange hoffen wollen, dass sie beide für dieselbe Seite kämpfen könnten. Doch scheinbar hatte sich Severus bereits für eine Welt entschieden, die Lily als Schlammblut nicht mehr beinhaltete.<br />
<br />
Lilys ZAGs litten in diesem Jahr, obwohl sie unter anderen Umständen dem Jahresbesten den Platz hätte streitig machen können. Das lag mitunter auch daran, dass ihr Vater kurz vor den ZAGs tragisch verstarb und sie ohne Severus in ein Loch riss, aus dem sie sich nicht mehr alleine graben konnte. <br />
Trost fand sie in ihren Freundinnen, die ihr in dieser Zeit enger ans Herz wuchsen: Marlene McKinnon und Mary Macdonald. Auch Remus Lupin wurde zu einer immer häufigeren Präsenz neben ihr in der Bibliothek, während sie über einem Buch mit den Tränen kämpfte und er ihr heimlich seine Schokolade anbot. In diesem Jahr fand sie die Rumtreiber gar nicht mehr so schlimm, wie die Jahre davor.<br />
<br />
<b>» Gleichstellung</b> (1976-1978)<br />
<br />
Beide Welten veränderten sich. Ihre Muggelfreunde, darunter die indische Immigrantin aus ihrer Nachbarschaft, wurden erwachsen und zeigten ihr, was Punk Rock war. Nahmen sie mit in eine Garage, die zu einem Jugendtreff umgebaut war und ließen sie an einer Zigarette ziehen. Sie war das erste Mal betrunken, weil man das bei ihr im Dorf nunmal so machte; die Rebellion gegen Eltern, die ihren Kindern nicht mehr Strafe aufzwingen konnten als eine Hand voll Hausarrest.<br />
Aber Lily entfernte sich zunehmend von ihnen. Nach Hause kommen fühlte sich an wie Ferien, etwas, das sie hin und wieder tat, ohne noch so richtig in der Welt zu leben. Es war das Leiden des Erwachsenwerdens, wenn man realisierte, dass man sich auseinanderlebte.<br />
<br />
Mit zunehmendem Alter identifizierte sich Lily mit den Problemen der magischen Welt, in der sie sich ausgesucht hatte, zu leben, und sie lernte, was es hieß, sich in ihr zu behaupten. Slughorn lud sie in seinen Club ein, aus dem sie sich Beziehungen, gute Noten und auch ein wenig Genugtuung gegenüber den Reinblütern versprach. Der Rückhalt ihres Hauses, den sie nach dem Bruch mit Severus uneingeschränkt zu verzeichnen hatte, verlieh ihr Mut und Kraft, sich gegen die Reinblüter zu wehren, die auch ihr das Leben schwer machen wollten. Im Grunde hatte sie ihr Leben lang nichts anderes getan, als sich in Welten zu behaupten, die sie nicht haben wollten.<br />
Aber vielleicht stimmte das gar nicht so. Gryffindor wollte sie. Marlene und Mary wollten sie. James wollte sie - mit all dem, wofür sie stand und was sie fühlte.<br />
Potter war ein frustrierender Zeitgenosse, ein Mobber und der größte aufgeblasene Hahn, den die Schule zu bieten hatte. Aber er war auch ein unglaublich loyaler Freund und stand für die Schwächeren ein, die sich Slytherin zur Zielscheibe gemacht hatte. Wenn er sie ansah, dann nicht für das, was sie war - eine muggelstämmige Hexe - sondern <i>wer</i> sie war; Lily Evans. Eine temperamentvolle Hexe, die hin und wieder zu viel fühlte. Ein Mädchen, das sich aus einer normalen Familie an die Spitze ihrer magischen Schule gekämpft hatte. Lily, die offen für Elfenrechte und gegen Diskriminierung einstand. Die längst nicht perfekt war und manisch an dem Besten in Menschen festhielt, nur um immer wieder enttäuscht zu werden. Und auch wenn sie es lange, lange nicht zugeben wollte, verstand sie, warum andere sich sicher in seiner Nähe fühlten. In seinen Augen sah sie eine Zukunft so greifbar nahe, weil er so überzeugt davon war, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.<br />
Er gab ihr Flügel, von denen sie nicht wusste, dass sie welche besaß. <br />
<br />
Im siebten Jahr, nachdem sie beide zu Schulsprechern gewählt wurden, gab sie ihm also seine Chance - mit einer langen Liste an Punkten, die sie von ihm hochheilig unterschrieben haben wollte. Doch im Grunde erwartete sie nichts anderes von ihm als das eine: Ihm gleichgestellt zu sein. Als Lily respektiert zu werden. Herausforderung und die Sicherheit, anzukommen. Nicht auf Eierschalen zu laufen, wie sie es bei Severus getan hatte, sondern sie selbst sein zu können. <br />
So erlebte er ihre Familie in dem Scherbenhaufen, die sie war, und Lily bezweifelt heute, dass es eine gute Idee gewesen war, ihn Petunia und ihren Verlobten vorgestellt zu haben. Das Treffen endete in einem verletzten Potter-Ego, einem wütenden Muggel, einer schreienden Petunia und einer weinenden, überforderten Lily, die trotz aller Rückschläge irgendwie noch Hoffnungen hegt, die Beziehung zu ihrer Schwester wieder aufzubauen. Die Hochzeit von Petunia verlief ähnlich schmerzhaft, auf der Lily nicht einmal als Brautjungfer, geschweige denn als Trauzeugin auflaufen durfte. Immerhin Bonnie, ihre Mutter, schien Gefallen an James zu finden, der dem langweiligen Vernon doch in so vielen Punkten überlegen sei.<br />
<br />
<b>» Hoffnung</b> (1978)<br />
<br />
Lily führte James langsam in ihre Welt, die alte Muggelgegenstände wie ein Auto oder eine Schallplatte beinhaltete. Im Gegenzug ließ sie sich in seine Welt entführen und von seinen Lobesreden über Quidditch mitreißen. Warum? Weil sie fasziniert davon war, wie viel Lebendigkeit aus seinen Augen sprühen konnte, wenn er über etwas redete, was ihm am Herzen lag. Gleiches sah sie im Umgang mit seinen Freunden, die auch zunehmend Nähe zu ihr aufbauten. Am letzten Wochenendtag vor den UTZ war sie diejenige, die als erste zu der Flasche Feuerwhiskey griff, die Sirius in den Gemeinschaftsraum geschmuggelt hatte; mit einem Schulterzucken und der Überzeugung, dass es sich besser lernte, wenn man ein wenig getrunken hatte.<br />
<br />
Und das Pauken zahlte sich aus. Lily glänzte mit Bestnoten, die ihr Ausbildungsplätze in jede Richtung ermöglichten. Ihre Wahl hingegen fiel schnell auf das St. Mungos, nachdem sie durch Petunia erfuhr, dass ihre Mutter krank war. Sie braucht das Geld, und außerdem verlangen beide Welten von ihr ab, dass sie diejenigen schützt, die ihr am Herzen liegen. Ihre Mutter auf der einen Seite, für die das kleine Mädchen in ihr noch irgendwie hofft, ein Heilmittel zu finden. James und ihre Freunde auf der anderen Seite, die mit ihr gemeinsam Dumbledores Ruf in den Orden des Phönix gefolgt sind. Was das aus ihr macht? <br />
<br />
Eine Hexe, die scheinbar nicht weiß, wann sie aufgeben soll. <br />
<br />
Oder eine junge Frau, die Hoffnungen auf eine Zukunft hegt, während andere bereits aufgegeben haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>» Kindheit in einem normalen Dorf, mit normalen Freunden und ein bisschen Magie.</b> (1960-1969)<br />
<br />
Lily erinnert sich gerne an die Zeit zurück, in der sie mit Petunia draußen nach der Schule gespielt hat, während ihre Eltern noch arbeiten waren - das taten Eltern in den 60er Jahren oft so, wenn das Einkommen des Mannes nicht ausreichte, um die Haushaltskosten zu decken. In Cokesworth gab es nicht viel für Kinder zutun, außer draußen auf der Straße mit Kreide zu malen, über Seile zu hüpfen und auf dem rostigen Spielplatz zu schaukeln. Machte aber nichts, denn alles, was Petunia mit ihren Freunden gemacht hat, fand Lily cool. <br />
Vermutlich hing sie ihrer großen Schwester ein wenig zu sehr am Rockzipfel und wollte ihr zu sehr gefallen, plapperte ihr zu oft nach und nahm sie als Vorbild für viele soziale Interaktionen. Sie weinte, wenn Petunia bei Kartenspielen schummelte, und hörte auf sie, wenn sie ihr anwies, nicht über den Nachbarszaun zu klettern.<br />
Eine Weile jedenfalls. Lily begriff damals schon mit ihrem kleinen Köpfchen, dass ihre Eltern sie immer belächelten, wenn sie mal wieder über die Möbelstücke sprang und behauptete, der Boden wäre Lava, während Petunia nur einen strengen Blick von ihrem Vater erntete mit einem schroffen <i>Setz deiner Schwester nicht solche Flausen in den Kopf.</i> Denn sie war ja die Ältere. Sie hatte mit Lily ja zu teilen - ihre Zeit, die sie lieber mit ihren eigenen Freunden verbringen wollte, ihre Spielsachen, sogar ihre Kleidung. Lily selbst hielt sich nur zurück, weil sie sich nicht schon wieder mit Petunia streiten, sondern ihr gefallen wollte; von ganzem Herzen. Es schien ihr nur von Jahr zu Jahr schwerer zu fallen.<br />
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Irgendwie hatte sie schon immer gewusst, dass etwas mit ihr nicht stimmte, dass da etwas war, das sie nicht fassen konnte. Es fing tatsächlich bereits vor ihrem 10. Lebensjahr an, immer wieder in kleinen, spontanen <i>Wundern</i>, wie ihre Eltern es betitelten, wenn das Licht im Wohnzimmer doch wieder anging, obwohl der Strom eigentlich ausgefallen war, das Radio auf einmal mitten in den Nachrichten Lilys Lieblingslied spielte oder Blumen sich nach ihr ausstreckten. Mit <u>frischen 9 Jahren</u> wusste sie bereits, dass sie sicher landen würde, auch wenn sie sich von der Schaukel in die Luft katapultierte und im Freifall lachend ihre Arme ausstreckte - sie hatte sich schließlich schon oft genug dabei die Knie aufgeschürft. Die Blumen taten mittlerweile oft das, was sie wollte, und sie verstand nicht, warum <i>Tuny</i> nicht genauso fasziniert von den Blüten sein konnte, die in Lilys kleiner Hand auf und zuklappten wie eine atmende Muschel, sondern sie nur schroff anwies, sowas nicht draußen zu machen, wo man sie sehen konnte.<br />
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<b>» Türen zu einer neuen Welt</b> (1969-1971)<br />
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Dass die beiden Schwestern schon über längere Zeit aus sicherer Entfernung heraus beobachtet wurden, wurde ihnen erst bewusst, als <u>der Junge aus Spinner's End</u> auf sie zukam und Lily darauf ansprach, was sie demonstrierte. Es war kindliche Neugierde, die sie an seine Lippen band, da er Antworten auf ihre Fragen hatte. Was andere Kinder an ihm störten, seine unpassenden Kleidungsstücke und ungewaschenen Haare, war für Lily kaum von Bedeutung, wenn er ihr die Welt erklärte; eine Welt, die auf einmal einen Platz für sie hatte. Eine Welt, zu der Petunia keinen Zutritt hatte; etwas, das Lily schon länger bewusst gewesen war, sie aber nie so recht begreifen wollte. <br />
In der magischen Welt, wie <u>Severus Snape</u> ihr erklärte, hatten Muggel wie ihre Schwester keinen Platz. Lily und er waren für Großes bestimmt, würden an eine magische Schule gehen und Fantastisches erleben. Petunia verstehe nichts, weil sie ein Muggel war, und sie wäre eifersüchtig, also nenne sie Lily gemeinerweise eine Hexe.<br />
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<b>» Zwischen Magie und Realität</b> (1971-1975)<br />
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Und Petunia behielt Recht, ihre Schwester <i>war</i> eine Hexe. Das erklärte Minerva McGonagall der kleinen Familie persönlich, während Lily mit einem Strahlen in den Augen ihren Hogwartsbrief in den Händen hielt. Für Bonnie und George fügte sich nur ein Puzzlestück in das andere, da sie schon immer davon überzeugt gewesen waren, dass ihre Tochter sich von anderen abhebe, etwas Besonderes wäre - der Beweis dafür, dass man nicht in der gleichen Klasse enden musste, in die man geboren worden war. <br />
Und vielleicht war Lily froh, aus ihrem Umfeld rauszukommen. Ein kleiner, selbstsüchtiger, ekliger Teil in ihr wollte das Leben beanspruchen, das ihre Schwester nicht haben konnte. Sie wollte sich abheben. Wollte sich selbst behaupten und über ihre Herkunft hinauswachsen. Sie wollte etwas bewegen in einer Welt, die vom Rebellionsgeist der Zeit gezeichnet war.<br />
Dieser kleine, selbstsüchtige Teil war auch froh, dass sie nicht mit Petunia im Zug nach Hogwarts saß, sondern mit ihrem besten Freund Severus, auch wenn die letzten Worte ihrer Schwester am Gleis - "Du Freak!" - sie tiefer trafen, als sie zugeben wollte.<br />
<br />
Vielleicht war es jener bittere Abschied, der sie unempfänglich für die neuen Gesichter machte, denen sie genau die gleiche Abscheu gegenüber Severus ansah, wie den anderen Kindern in ihrem Dorf auch. Sicher würde sie ihre Schulzeit nicht mit so Kindereien anfangen, wo sie dachte, sie hätten das hinter sich gelassen. Aber nein, wie sie schnell merkte, wiesen Muggel- und magische Welt mehr Parallelen auf, als ihr lieb war, und die zwei Naseweiße, die sich schon vor der richtigen Einschulung hoch profilierten, waren nur der Anfang von dem, was sie noch erwartete.<br />
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In Cokeworth hatte sie mitbekommen, wie eine Nachbarsfamilie diskriminiert wurde, nur weil sie nicht den gleichen hellen Hautton wie die anderen aufwiesen und die Worte ein wenig anders aussprachen. <i>Anders sein</i> schien in jeder Gesellschaft negativ zu sein, selbst in einer, die davon lebte, dass ihre Bevölkerung <i>anders</i> war. <br />
Auf Lily selbst traf das erst nicht so ganz zu, obwohl sie wider ihrer Hoffnung in ein anderes Haus als Severus eingeteilt wurde. Sie verstand das Schulsystem und stieg schnell dort auf, obwohl ihr die Erfahrung vieler Schüler mit magischen Eltern fehlte, knüpfte Kontakte und passte sich an. Ihr Freund hingegen hatte schon immer Schwierigkeiten gehabt, sich neben anderen Kindern einzugliedern; er schien immer noch <i>der Andere</i> zu sein, auch in einer magischen Gesellschaft. <br />
In Lilys Augen hingegen trug Severus keine Schuld an den Schikanen, die er von den Würmern Potter und Black über sich ergehen lassen musste. Und sie war es leid, ständig nur zuzusehen, wie er von anderen zum Außenseiter gemacht wurde. Vielleicht hätte sie fragen sollen, ob er wollte, dass sie ihn verteidigte. Tat sie aber nicht. Diskriminierung war in <i>ihrer</i> Welt Gang und Gebe, sie würde es hier nicht auch noch zur Routine machen, wegzusehen. Auch wenn sie dafür Blicke kassierte und potentielle Freundschaften einbüßte, weil sie einen Slytherin verteidigte. Auch wenn sie sich dafür immer und immer wieder gegen Jungs aus ihrem Haus behaupten musste und die Aufmerksamkeit von Potter auf sich zog, ohne jemals nach ihr verlangt zu haben.<br />
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Lily lernte, Menschen, die ihr nahe standen, zu verteidigen, und für ihre Werte von Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Individualität einzustehen. Sie war auch nur ein Bild ihrer Welt, die von Jugendrebellion geprägt war, von David Bowie und der Auflehnung gegen die konservativen Eltern, von Identitätskonflikten und Identitätssuchen. In den Ferien kehrte sie nach Cokeworth zurück und begann, länger mit ihren Freunden draußen zu bleiben, die Severus allerdings nicht mit einschlossen. Sie nahm ihren ersten kleinen Ferienjob mit 13 Jahren (1973) an, um sich eine Schallplatte kaufen zu können, die sie so lange rauf und runter hörte, bis sie einen Sprung bekam. Irgendwann lieh sie sich Petunias Eyeliner und schlüpfte in ihre Ausgehkleider. Sie las die Zeitung und begann, mit ihren Eltern die Nachrichten zu gucken.<br />
Lily lernte auch, wie man das Verbot umging, außerhalb der Schule zu zaubern. Der Aufspürzauber war, wie Severus ihr erzählte, regionsbedingt, weshalb sie sich gerne in der Nähe seines Hauses aufhielt, wo seine Mutter residierte. Nur ein schlauer Geist, der wusste, wie man überlebte? Oder die Anfänge einer raffinierten Hexe, welche die Grenzen ihrer eigenen Welt austestete?<br />
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<b>» Bruch einer Freundschaft</b> (1975)<br />
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In Wahrheit guckte sich Lily einiges von den Rumtreibern ab, auch wenn sie über Jahre hinweg vehement jeden Kontakt zu ihnen abwehrte und nicht mehr für sie übrig hatte als für Bullies einer Muggelschule. Sie verstand ihr protziges Verhalten schnell und nahm sich einfach vor, besser als sie zu sein. Das hieß nicht, dass sie jedem Ärger fernblieb - nein, sie stellte das Regelbrechen nur <i>intelligenter</i> an als ihre Hauskollegen. Subtiler, wenn man es so wollte, und bei weitem nicht so häufig.<br />
Und wenn niemand hinguckte, dann erlaubte sich Lily einen Blick in Potters, Blacks, Lupins und Pettigrews Richtung, und sie fragte sich: Wie konnte man durch die Welt schreiten und so tun, als könnte niemand einem etwas anhaben? Lilys Stärke war eine Fassade, die sie selbst aufgebaut hatte, nicht mehr als eine dünne Hülle, weil das Mädchen darunter langsam verstand, wie die Welt funktionierte. Sie war nicht blind gegenüber den Berichten aus den Zeitungen und den Vorfällen an der Schule, in der stets Muggelstämmige die Opfer waren, und... sie hatte Angst. Denn im Gegensatz zu den Rumtreibern stand sie zunehmend alleine da.<br />
<br />
Denn Severus bewegte sich in eine Richtung, die sich gegen alles strebte, wofür Lily stand. Sie hatte es schon früher bemerkt, in den Ferien, wo sie nicht mehr so eng Schulter an Schulter im Gras lagen. In seinem Blick, der manches Mal flackerte zwischen Ablehnung und Unsicherheit, warum? Weil sie eine muggelstämmige Hexe war? Weil sie unreines Blut hatte, wie seine Freunde Mulciber und Avery behaupteten? Wenn sie gemeinsam lernten und diskutierten, merkte sie, wie sie die Rumtreiber immer öfter in Schutz nahm und Potter sogar verteidigte, weil er Severus das Leben gerettet hatte. Sie wollte begreifen, was er so an seinen neuen Freunden fand, die sich doch so offensichtlich nicht um ihn scherten. Was bedeutete das auch für ihre Freundschaft, wenn er Nähe zu jenen suchte, die Menschen wie sie für Magiestehler hielten - und was sagte das über sie selbst aus, die sie doch mit denen sympathisierte, die sein Schulleben zur Hölle gemacht hatten?<br />
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Der Konflikt gipfelte in einem Tag am See, wo Potter wieder einmal beweisen musste, was er doch für ein unreifer, arroganter Vollpfosten war, aber Severus ihm leider in nichts mehr nachstand. Vielleicht hätte sie sich nicht in das Spektakel einmischen sollen, das man so offensichtlich vor ihren Augen abzog, vielleicht wäre es nicht so eskaliert, wenn sie einfach weggegangen wäre. Im Nachhinein war es vermutlich eine Abmahnung vom Leben, wie sich eine Freundschaft auseinander entwickeln konnte, wenn man nicht genug für sie kämpfte.<br />
Severus Fluch ließ Potter bluten, dessen Konter hob ihren Freund in die Luft und entblößte ihn auf höchst unangenehme Weise, die Lily auch heute noch nicht verzeihen kann. Aber wie gerne behauptet wird, tritt die wahre Überzeugung eines Menschen ans Licht, wenn er an seine Grenzen gepusht wird. In Lilys Ohren verletzte sie die Beleidigung <i>"Schlammblut"</i> aus Severus Mund schlimmer als das Wort "Freak" von ihrer Schwester. Denn sie hatte lange daran festgehalten, dass er sie nicht für anders empfand. Sie hatte lange hoffen wollen, dass sie beide für dieselbe Seite kämpfen könnten. Doch scheinbar hatte sich Severus bereits für eine Welt entschieden, die Lily als Schlammblut nicht mehr beinhaltete.<br />
<br />
Lilys ZAGs litten in diesem Jahr, obwohl sie unter anderen Umständen dem Jahresbesten den Platz hätte streitig machen können. Das lag mitunter auch daran, dass ihr Vater kurz vor den ZAGs tragisch verstarb und sie ohne Severus in ein Loch riss, aus dem sie sich nicht mehr alleine graben konnte. <br />
Trost fand sie in ihren Freundinnen, die ihr in dieser Zeit enger ans Herz wuchsen: Marlene McKinnon und Mary Macdonald. Auch Remus Lupin wurde zu einer immer häufigeren Präsenz neben ihr in der Bibliothek, während sie über einem Buch mit den Tränen kämpfte und er ihr heimlich seine Schokolade anbot. In diesem Jahr fand sie die Rumtreiber gar nicht mehr so schlimm, wie die Jahre davor.<br />
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<b>» Gleichstellung</b> (1976-1978)<br />
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Beide Welten veränderten sich. Ihre Muggelfreunde, darunter die indische Immigrantin aus ihrer Nachbarschaft, wurden erwachsen und zeigten ihr, was Punk Rock war. Nahmen sie mit in eine Garage, die zu einem Jugendtreff umgebaut war und ließen sie an einer Zigarette ziehen. Sie war das erste Mal betrunken, weil man das bei ihr im Dorf nunmal so machte; die Rebellion gegen Eltern, die ihren Kindern nicht mehr Strafe aufzwingen konnten als eine Hand voll Hausarrest.<br />
Aber Lily entfernte sich zunehmend von ihnen. Nach Hause kommen fühlte sich an wie Ferien, etwas, das sie hin und wieder tat, ohne noch so richtig in der Welt zu leben. Es war das Leiden des Erwachsenwerdens, wenn man realisierte, dass man sich auseinanderlebte.<br />
<br />
Mit zunehmendem Alter identifizierte sich Lily mit den Problemen der magischen Welt, in der sie sich ausgesucht hatte, zu leben, und sie lernte, was es hieß, sich in ihr zu behaupten. Slughorn lud sie in seinen Club ein, aus dem sie sich Beziehungen, gute Noten und auch ein wenig Genugtuung gegenüber den Reinblütern versprach. Der Rückhalt ihres Hauses, den sie nach dem Bruch mit Severus uneingeschränkt zu verzeichnen hatte, verlieh ihr Mut und Kraft, sich gegen die Reinblüter zu wehren, die auch ihr das Leben schwer machen wollten. Im Grunde hatte sie ihr Leben lang nichts anderes getan, als sich in Welten zu behaupten, die sie nicht haben wollten.<br />
Aber vielleicht stimmte das gar nicht so. Gryffindor wollte sie. Marlene und Mary wollten sie. James wollte sie - mit all dem, wofür sie stand und was sie fühlte.<br />
Potter war ein frustrierender Zeitgenosse, ein Mobber und der größte aufgeblasene Hahn, den die Schule zu bieten hatte. Aber er war auch ein unglaublich loyaler Freund und stand für die Schwächeren ein, die sich Slytherin zur Zielscheibe gemacht hatte. Wenn er sie ansah, dann nicht für das, was sie war - eine muggelstämmige Hexe - sondern <i>wer</i> sie war; Lily Evans. Eine temperamentvolle Hexe, die hin und wieder zu viel fühlte. Ein Mädchen, das sich aus einer normalen Familie an die Spitze ihrer magischen Schule gekämpft hatte. Lily, die offen für Elfenrechte und gegen Diskriminierung einstand. Die längst nicht perfekt war und manisch an dem Besten in Menschen festhielt, nur um immer wieder enttäuscht zu werden. Und auch wenn sie es lange, lange nicht zugeben wollte, verstand sie, warum andere sich sicher in seiner Nähe fühlten. In seinen Augen sah sie eine Zukunft so greifbar nahe, weil er so überzeugt davon war, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.<br />
Er gab ihr Flügel, von denen sie nicht wusste, dass sie welche besaß. <br />
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Im siebten Jahr, nachdem sie beide zu Schulsprechern gewählt wurden, gab sie ihm also seine Chance - mit einer langen Liste an Punkten, die sie von ihm hochheilig unterschrieben haben wollte. Doch im Grunde erwartete sie nichts anderes von ihm als das eine: Ihm gleichgestellt zu sein. Als Lily respektiert zu werden. Herausforderung und die Sicherheit, anzukommen. Nicht auf Eierschalen zu laufen, wie sie es bei Severus getan hatte, sondern sie selbst sein zu können. <br />
So erlebte er ihre Familie in dem Scherbenhaufen, die sie war, und Lily bezweifelt heute, dass es eine gute Idee gewesen war, ihn Petunia und ihren Verlobten vorgestellt zu haben. Das Treffen endete in einem verletzten Potter-Ego, einem wütenden Muggel, einer schreienden Petunia und einer weinenden, überforderten Lily, die trotz aller Rückschläge irgendwie noch Hoffnungen hegt, die Beziehung zu ihrer Schwester wieder aufzubauen. Die Hochzeit von Petunia verlief ähnlich schmerzhaft, auf der Lily nicht einmal als Brautjungfer, geschweige denn als Trauzeugin auflaufen durfte. Immerhin Bonnie, ihre Mutter, schien Gefallen an James zu finden, der dem langweiligen Vernon doch in so vielen Punkten überlegen sei.<br />
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<b>» Hoffnung</b> (1978)<br />
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Lily führte James langsam in ihre Welt, die alte Muggelgegenstände wie ein Auto oder eine Schallplatte beinhaltete. Im Gegenzug ließ sie sich in seine Welt entführen und von seinen Lobesreden über Quidditch mitreißen. Warum? Weil sie fasziniert davon war, wie viel Lebendigkeit aus seinen Augen sprühen konnte, wenn er über etwas redete, was ihm am Herzen lag. Gleiches sah sie im Umgang mit seinen Freunden, die auch zunehmend Nähe zu ihr aufbauten. Am letzten Wochenendtag vor den UTZ war sie diejenige, die als erste zu der Flasche Feuerwhiskey griff, die Sirius in den Gemeinschaftsraum geschmuggelt hatte; mit einem Schulterzucken und der Überzeugung, dass es sich besser lernte, wenn man ein wenig getrunken hatte.<br />
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Und das Pauken zahlte sich aus. Lily glänzte mit Bestnoten, die ihr Ausbildungsplätze in jede Richtung ermöglichten. Ihre Wahl hingegen fiel schnell auf das St. Mungos, nachdem sie durch Petunia erfuhr, dass ihre Mutter krank war. Sie braucht das Geld, und außerdem verlangen beide Welten von ihr ab, dass sie diejenigen schützt, die ihr am Herzen liegen. Ihre Mutter auf der einen Seite, für die das kleine Mädchen in ihr noch irgendwie hofft, ein Heilmittel zu finden. James und ihre Freunde auf der anderen Seite, die mit ihr gemeinsam Dumbledores Ruf in den Orden des Phönix gefolgt sind. Was das aus ihr macht? <br />
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Eine Hexe, die scheinbar nicht weiß, wann sie aufgeben soll. <br />
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Oder eine junge Frau, die Hoffnungen auf eine Zukunft hegt, während andere bereits aufgegeben haben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Bartemius Crouch]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2580</link>
			<pubDate>Fri, 05 Dec 2025 21:32:37 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=340">Bartemius Crouch</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Bartemius Crouch wurde in eine traditionsbewusste, aber nicht prunkvolle Reinblutfamilie hineingeboren, in der Ordnung, Pflicht und Bildung einen höheren Stellenwert hatten als alles andere. Schon als Kind lernte er, wie wichtig Struktur und Selbstdisziplin waren; Erwartungen wurden klar ausgesprochen, und er erfüllte sie meist ohne Diskussion. Von klein auf zeigte er eine bemerkenswerte Auffassungsgabe, besonders für Logik, Sprache und Regeln etwas, das seine Eltern früh als Zeichen dafür sahen, dass sein Weg ihn eines Tages ins Ministerium führen würde. Hogwarts bestätigte diesen Eindruck nur. Crouch wurde dem Haus Ravenclaw zugeteilt, wo er schnell auffiel, allerdings nie durch Lautstärke oder besonderen Charme. Er war ein Schüler, der stets vorbereitet war, der selten Fehler machte und der früh erkannte, dass Wissen Macht ist  nicht im Sinne politischer Spielchen, sondern als Werkzeug, um Klarheit und Ordnung in eine Welt zu bringen, die oft chaotisch wirkte. Er schloss enge Freundschaften nur schwer; die meisten Mitschüler respektierten ihn mehr, als dass sie ihn wirklich kannten.Seine Entscheidung, nach der Schule ins Zaubereiministerium zu gehen, war beinahe selbstverständlich. Für ihn bedeutete das Ministerium Stabilität eine Institution, die größer war als einzelne Personen und deren Regeln für alle gelten sollten. Der Krieg schwelte da bereits im Hintergrund, und Crouch war fest entschlossen, etwas beizutragen, das über persönliche Meinung hinausging. Er arbeitete diszipliniert, zielstrebig und ließ wenig Raum für Ablenkungen. Dadurch stieg er schnell auf, was ihm einerseits Anerkennung, andererseits den Ruf eines Mannes einbrachte, der keine Schwäche duldete weder bei sich noch bei anderen. Seine Ehe mit Charis war kein Märchen, aber eine Partnerschaft, die auf gegenseitigem Respekt und einer ähnlichen Lebensauffassung beruhte. Mit der Geburt seines Sohnes veränderte sich etwas in ihm, auch wenn er es selten zeigte: Eine tiefe, fast unbeholfene Fürsorge, die er nur schwer in Worte fassen konnte. Gleichzeitig legte er die Messlatte für den Jungen hoch, vielleicht zu hoch  etwas, dessen Tragweite er damals noch nicht sah. Mit den Jahren, und besonders während des wachsenden Einflusses der Todesser, wurde Crouch strenger. Er glaubte fest daran, dass man Dunkelheit nur mit Klarheit und Konsequenz begegnen konnte. Je unruhiger die Zeiten wurden, desto stärker klammerte er sich an Regeln, Gesetze und Ordnung sicher in der Überzeugung, dass Nachgiebigkeit der erste Schritt ins Chaos sei. Diese Haltung brachte ihn dorthin, wo er heute steht: ein Mann, der von vielen respektiert wird, von einigen gefürchtet, und von nur sehr wenigen wirklich verstanden. Er sieht sich selbst nicht als Held, sondern als notwendige Kraft in einer Zeit, in der viele zu schwanken beginnen. Ob er damit immer richtig liegt, ist eine Frage, die er sich selbst selten stellt  und wenn doch, dann nur in Momenten der Nacht, wenn niemand hinsieht und die Verantwortung plötzlich schwerer wirkt als am Tag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Bartemius Crouch wurde in eine traditionsbewusste, aber nicht prunkvolle Reinblutfamilie hineingeboren, in der Ordnung, Pflicht und Bildung einen höheren Stellenwert hatten als alles andere. Schon als Kind lernte er, wie wichtig Struktur und Selbstdisziplin waren; Erwartungen wurden klar ausgesprochen, und er erfüllte sie meist ohne Diskussion. Von klein auf zeigte er eine bemerkenswerte Auffassungsgabe, besonders für Logik, Sprache und Regeln etwas, das seine Eltern früh als Zeichen dafür sahen, dass sein Weg ihn eines Tages ins Ministerium führen würde. Hogwarts bestätigte diesen Eindruck nur. Crouch wurde dem Haus Ravenclaw zugeteilt, wo er schnell auffiel, allerdings nie durch Lautstärke oder besonderen Charme. Er war ein Schüler, der stets vorbereitet war, der selten Fehler machte und der früh erkannte, dass Wissen Macht ist  nicht im Sinne politischer Spielchen, sondern als Werkzeug, um Klarheit und Ordnung in eine Welt zu bringen, die oft chaotisch wirkte. Er schloss enge Freundschaften nur schwer; die meisten Mitschüler respektierten ihn mehr, als dass sie ihn wirklich kannten.Seine Entscheidung, nach der Schule ins Zaubereiministerium zu gehen, war beinahe selbstverständlich. Für ihn bedeutete das Ministerium Stabilität eine Institution, die größer war als einzelne Personen und deren Regeln für alle gelten sollten. Der Krieg schwelte da bereits im Hintergrund, und Crouch war fest entschlossen, etwas beizutragen, das über persönliche Meinung hinausging. Er arbeitete diszipliniert, zielstrebig und ließ wenig Raum für Ablenkungen. Dadurch stieg er schnell auf, was ihm einerseits Anerkennung, andererseits den Ruf eines Mannes einbrachte, der keine Schwäche duldete weder bei sich noch bei anderen. Seine Ehe mit Charis war kein Märchen, aber eine Partnerschaft, die auf gegenseitigem Respekt und einer ähnlichen Lebensauffassung beruhte. Mit der Geburt seines Sohnes veränderte sich etwas in ihm, auch wenn er es selten zeigte: Eine tiefe, fast unbeholfene Fürsorge, die er nur schwer in Worte fassen konnte. Gleichzeitig legte er die Messlatte für den Jungen hoch, vielleicht zu hoch  etwas, dessen Tragweite er damals noch nicht sah. Mit den Jahren, und besonders während des wachsenden Einflusses der Todesser, wurde Crouch strenger. Er glaubte fest daran, dass man Dunkelheit nur mit Klarheit und Konsequenz begegnen konnte. Je unruhiger die Zeiten wurden, desto stärker klammerte er sich an Regeln, Gesetze und Ordnung sicher in der Überzeugung, dass Nachgiebigkeit der erste Schritt ins Chaos sei. Diese Haltung brachte ihn dorthin, wo er heute steht: ein Mann, der von vielen respektiert wird, von einigen gefürchtet, und von nur sehr wenigen wirklich verstanden. Er sieht sich selbst nicht als Held, sondern als notwendige Kraft in einer Zeit, in der viele zu schwanken beginnen. Ob er damit immer richtig liegt, ist eine Frage, die er sich selbst selten stellt  und wenn doch, dann nur in Momenten der Nacht, wenn niemand hinsieht und die Verantwortung plötzlich schwerer wirkt als am Tag.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sirius Black]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2578</link>
			<pubDate>Thu, 04 Dec 2025 13:21:37 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=339">Sirius Black</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2578</guid>
			<description><![CDATA[Wenn man in einem Haus aufwächst, wie der dunklen Villa am Grimmauldplace 12, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten. Überlebe, oder zerbrich.<br />
Sirius Kindheit war nicht geprägt durch Liebe und Unbeschwertheit, wie es eigentlich hätte sein sollen, sondern durch hohe Erwartungen, Druck und Misshandlungen aller Art, wenn er nicht funktionierte.<br />
Er war der Erstgeborene, der Stammhalter, etwas ganz Besonderes. Auf seinen schmalen Schultern lastete das Gewicht der hohen Erwartungen seiner Eltern.  Die ersten Jahren bemühte sich der kleine Junge redlich es allen Recht zu machen. Er hatte gelernt sein Temperament zu zügeln und nicht negativ aufzufallen, schon der kleinste Fehltritt hatte Konsequenzen. Es fiel ihm sehr schwer und nicht selten brach sein unbeherrschtes Temperament doch aus, was noch mehr Benimmunterricht und weitere Stunden im dunklen Keller bedeutet, in denen er versuchen sollte Zauber zu wirken, denn es war wichtig zu beweisen, dass er magisch begabt war… <br />
Ein Ereignis, welches stellvertretend für seine gesamte Kindheit steht und zeitgleich sein erstes magisches Erlebnis war, hat sich in Sirius Gedächtnis eingebrannt. Es war ein verschneiter Tag zwischen Weihnachten und Neujahr an dem er ungefragt zum Spielen auf die Straße ging. Etwas das eindeutig verboten war! Das weiße Weich war verlockend, die tollenden Kinder warfen sich Schneebälle in den Nacken und der fünfjährige Sirius Black schaute aus dem mit Eisblumen gespikten Fenster sehnsuchtsvoll zu.<br />
Im Hintergrund hörte er die langweiligen Französischübungen seines Bruders, die dumpf und monoton durch den Flur zu ihm heraufdrangen.<br />
Er schlich sich aus dem Haus, in einen dicken Schal und einen warmen Umhang gehüllt und schloss sich den spielenden Kindern an.  Er fühlte sich das erste Mal in seinem Leben glücklich und unbeschwert und vergaß alles um sich herum. Sie werteten ihn nicht, sie verlangten nichts von ihm, sie nahmen ihn ungefragt und ohne Vorurteile in ihrer Mitte auf.  Das Spiel wurde heftiger und schlussendlich landete Sirius in einer Schneewehe, von einem dicklichen Jungen mit dem Gesicht hineingedrückt.<br />
Er bekam keine Luft mehr, sein hysterisches Lachen wandelte sich in einen verzweifelten Kampf und mit einem lauten Knall flogt der Muggeljunge meterweit über die Straße, begleitet von einer Welle explodierendem Schnees.  Als Walburga schlussendlich ihren Sohn wütend von der Straße zerrte, lag er in einer geschmolzenen Pfütze Schnee, schwarze Schmauchspuren auf den Steinen unter ihm und die Kinder waren kreischend davon gestoben. Die Stille Wut seiner Mutter entlud sich in einer heftigen Hasstriade über Muggel und darüber, dass er- der Erbe der Blacks!- sich beschmutzt hatte! Während sie Sirius unter die viel zu heiße Dusche schob und die verzauberte Wurzelbürste seinen Körper zu bearbeiten begann bis er vollkommen wund und wehrlos dastand, die dünnen Arme um seinen zitternden Körper geschlungen und mit aller Kraft versuchte nicht zu weinen, denn weinen machte alles noch schlimmer.<br />
Seine Mutter schaute ihn missbilligend an und erwiderte nur, dass es ihm eine Lehre sein sollte. Ungehorsam werde nicht geduldet! Der kleine Junge schlich in sein Bett und erlaubte sich endlich zu weinen, die zerbissenen blutigen Lippen bebten und sein Körper wurde von Krämpfen geschüttelt, als er plötzlich das wohlbekannte Tapsen nackter Füße hörte und das Gewicht seines kleinen Bruders neben sich spürte.  Regulus kuschelte sich an ihn, behauptete er hätte Angst vor den dunklen Schatten, aber Sirius wusste es besser und schließlich beruhigte sich sein Herzschlag und er drückte sein Gesicht an den von Tränen durchnässten Rücken seines Bruders und schlief ein, die Worte seiner Mutter im Ohr, als sein Vater nach Hause kam, Sirius habe endlich seine Magie unter Beweis gestellt und er könne anfangen seinen Sohn ernsthaft zu unterrichten. <br />
<br />
Das zweite große einschneidende Erlebnis war wohl die erste Fahrt nach Hogwarts und seine Enschulung.<br />
Aufgeregt und von freudiger Erwartung erfüllt, endlich den Fängen seiner Eltern zu entkommen und das düstere Haus zu verlassen zappelte der kleine Junge unter den missbilligenden Augen seiner Eltern am Bahnsteig herum. Gleichzeitig aber plagten ihn ein schlechtes Gewissen seinem Bruder gegenüber und die Angst, keine Freunde zu finden.<br />
Als er das Abteil betrat, in dem ein junger Zauberer mit strubbeligen Haaren saß, war der Grundstein für sein neues Leben gelegt. James Potter wurde zu seinem besten Freund, seinem engsten Vertrauten und seinem Familienersatz, sein Lichtstrahl in der Dunkelheit.  Durch ihn lernte Sirius das erste Mal, was es hieß so akzeptiert zu werden wie man war, angenommen zu werden als das was man ist.<br />
Die Zugfahrt war unbeschwert und lustig und das Gefühl von Geborgenheit und gleichzeitiger Bewunderung ihm gegenüber war so intensiv, dass dieser Moment auch heute noch sein Patronusgedanke ist.<br />
Remus und Peter nahmen ihn ebenfalls vorurteilsfrei auf und Sirius musst erschüttert feststellen, dass die Menschen vor denen seine eigenen Eltern ihn immer gewarnt hatte, die sie immer als weniger wert eingestuft hatte, ihm die glücklichsten Stunden seines bisherigen Lebens bescherten.<br />
Diese neun Stunden Zugfahrt hatten mehr Einfluss auf sein Weltbild als die jahrelange Gehirnwäsche seiner Eltern. Und so war es für Sirius auch vollkommen klar, dass er nach Gryffindor wollte, denn dies war das bevorzugte Haus von James, Peter und Remus.<br />
Der Gedanke, dass nur Slytherin wahre Herrscher hervorbrachte und daher das favorisierte Haus der Familie Black war, rückte in seinem Kopf weit nach hinten und übersprudelnd vor positiver Energie, setzte er sich den Huf auf und zum Erstaunen aller Anwesenden rief dieser fast augenblicklich das ersehnte Gryffindor in den Raum.<br />
Seine Mutter schickte ihm keinen Heuler, sie schickte ihm auch keine Glückwünsche. Er bekam am dritten Tag seiner Einschulung einen einzelnen Brief auf dem die mit schwarzer Tinte scharf geschrieben Worte standen:  Du bist eine Enttäuschung.<br />
Sirius war sich bewusst, dass er mit der Wahl des Hutes zuhause keinen guten Stand haben würde, doch die Ferien waren noch weit entfernt und er verschloss jeden Gedanken an die Strafen die ihn erwarten würden fein säuberlich in einer kleinen Kiste seiner Seele.<br />
 Die Zeiten wurde dunkler und die Erwartungen größer. Erwartungen die er nie erfüllen konnte, denn die Enttäuschung seiner Eltern über seine Häuserzugehörigkeit lag wie eine düstere Wolke über der Familie. Ein Makel, ein Schandfleck den dieser zur Perfektion getrimmte Junge nun trug! Man musste ihm seine Flausen austreiben, sein auftretendes rebellisches Verhalten unterdrücken und die aufkeimenden Zweifel beseitigen.  Französischunterricht, Runenlehre, schwarzmagische Flüche und die Geschichte der Reinblutfamilien. Sirius Tage waren vollgepackt mit abendlichem Unterricht, den seine Mutter ihm zuteil werden ließ. Immer wieder bekam er zu hören, welche Forschritte Regulus in der Runenmagie machte und wie dumm er sich selbst anstellte. Wie hinderlich seine neuerdings trotzige Art sei, die seine Mutter dann am Tag versuchte aus ihm heraus zu pressen.  Oft genug setzte sie dazu ihren jüngeren Sohn ein, zwang Sirius seine Gegenwehr aufzugeben, weil sonst Regulus die Strafe zuteil wurde. Ein Mittel welches ihre Verzweiflung zeigte, da sie ihren ältesten nicht mehr durch Gewalt und Strafe an ihm selbst zu kontrollieren vermocht. Sirius begann aufzubegehren.  Er stellte die Überzeugungen seiner Eltern in Frage, reizte sie wo er nur konnte und trieb es sogar so weit, Muggelposter in seinem Zimmer an die Wand zu hexen.  Die Strafen seiner Eltern waren drakonisch, aber der zu Selbstbewusstsein und eisernem Willen erzogene Junge richtete diese Eigenschaften nun gegen seine Eltern. Eines Tages, Sirius hörte mal wieder mit großmöglicher Lautstärke Muggelmusik, stürmte sein Vater das Zimmer und sah Regulus bei seinem Bruder sitzen. In seiner Wut, zerrte er seinen ältesten Sohn an den Haaren aus dem Zimmer und warf ihn die Stufen hinab.  Er, der so selten die Beherrschung verlore, schnauzte ihn an, er solle verschwinden und dieses Haus erst wieder betreten, wenn er zur Vernunft gekommen wäre.  Sirius blieb zwei Wochen bei seinem Patenonkel Alphard, bevor er wieder nach Hogwarts ging. Und ab diesem Moment wandte er seiner Familie den Rücken zu, kam in den Ferien nicht mehr Heim und verbrachte lieber die Zeit im Schloss, statt zu Hause.<br />
<br />
Doch auch dort war nicht alles in bester Ordnung, Remus hatte ihnen sein großes Geheimnis ein Werwolf zu sein anvertraut, aber der Animaguszauber, eine ihrer besseren Ideen, fiel ihnen mehr als schwer.<br />
Sie hatten also keinerlei Möglichkeiten ihrem Freund in den schlimmen Nächten beizustehen und Sirius Laune verschlechterte sich zusehens. Er wurde gereizt und aggressiv, es ging ihm nicht schnell genug und er beäugte kritisch James Vernarrheit in Lily Evans, die seiner Meinung nach seinen besten Freund von den wichtigen Sachen ablenkte. Dass sein Bruder anfing ihn zu meiden, seine Familie ihn unentwegt als minderwertig behandelte, setzte dem Ganzen noch die Krone auf und er begann seine angestaute Wut an Severus Snape auszulassen.  Auch seine Aufnahme im Quidditchteam im dritten Jahr, konnte nicht dafür sorgen, dass er sich nicht mehr auf Severus konzentrierte und in ihm all da sah, was er verabscheute und versuchte los zu werden.  Das vierte Jahr und Teile des fünften Jahres sollten für den Slytherin eines der Schlimmsten werden und gipfelte in einer durch James verhinderten Katastrophe. Severus, den Rumtreibern immer auf den Fersen reizte mit seiner Neugierde den jungen Black so, dass er ihm verriet, wie er an der peitschenden Weide vorbei kam.  Typisch Sirius, hatte er keinen Moment darüber nachgedacht, was wirklich geschehen konnte und wie sein Freund Remus sich fühlen würde, wäre Severus durch seine Hand gestorben.<br />
Die Freundschaft zu Remus bekam einen Bruch und der junge Black musste wochenlang um Vergebung bitten. Was er auch bereitwillig tat, denn er sah seinen Fehler ein. Zumindest was Remus anging.<br />
Das die schmierige Zecke Snape es durchaus verdient hatte zu sterben, wenn er sie nicht endlich in Ruhe ließ, war für ihn noch genauso selbstverständlich wie vorher, allerdings war er klug genug diesen Gedanken vor seinen Freunden für sich zu behalten.<br />
Dann endlich gelang ihnen etwas, was ein wenig Ruhe in die Gruppe brachte. Die Karte des Rumtreibers war geboren und das Projekt begeisterte den jungen Black so, dass er sogar vergaß, seinen Hass auf Severus weiter zu frönen. Auch die Beziehung zu Remus wurde wieder gekittet und die Vier waren unzertrennlich wie eh und je. Jeden Geheimgang, jedes versteckte Zimmer auf der Karte zu verzeichnen, beschäftigte sie monatelang. Daran änderte auch James schlussendlicher Erfolg bei Lily Evans nichts.<br />
<br />
Nachdem sich in der Schule alles zum Guten gewendet hatte und Sirius einen erfolgreichen ZAG Abschluss sein eigen nennen konnte, wurde es zu Hause um so schlimmer. In den Sommerferien zwischen dem fünften und dem sechsten Schuljahr, wurde es so extrem, dass Sirius keinerlei Konversation mehr mit seinen Eltern führen konnte, die nicht in einer Streiterei endete.<br />
Seine Unterrichtsstunden mit Orion endeten regelmäßig in körperlicher Gewalt, seine Mutter beschimpfte ihn immerfort auf ihre ganz eigene herablassende Art, er wäre ein Blutsverräter und sein kleiner Bruder versteckte sich stumm in den dunklen Ecken, nur um nicht Partei ergreifen zu müssen.  Sirius hätte Reg am liebsten geschüttelt, ihm gesagt die Lehren seiner Eltern seien falsch, doch er wusste nicht wie er es ihm begreiflich machen sollte. Seit Regulus dem Hause Slytherin zugeteilt worden war, veränderte sich die Dynamik zwischen ihnen. Sie gingen sich aus dem Weg, ignorierten einander und fanden keinen gemeinsamen Gesprächspunkt mehr. Sie schlichen umeinander herum wie zwei Spezies, die voneinander nicht wussten, ob der eine gefährlich war, oder sich eine Symbiose lohnen würde.  Sirius wurde von seinen Eltern zu jeder erdenklichen Möglichkeit darauf hingewiesen, wie viel besser sein Bruder doch sei. Sein Bruder, der sich nicht auflehnte, im richtigen Haus untergebracht worden war und dessen Freunde den richtgigen Blutstatus hatten. Am Morgen des ersten Schultages eskalierte der Streit zwischen ihm und seiner Mutter so sehr, dass sie einen Fluch auf ihn losließ, der Sirius an der Hüfte traf und dort die Haut bis auf den Knochen aufriss. Er flog durch den Flur, hörte die vernichtenden Worte seines Vaters aus dem Keller, in dem Regulus noch einmal Nachhilfe bekam, welcher Umgang der richtige für einen Black war- immerhin wollte man sich auf keinen Fall einen weiteren Fehltritt erlauben- und knallte gegen die Eingangstür.  Doch anders als sonst, flüchtete er diesmal nicht vor seiner Mutter, sondern stand auf, starrte in ihr zorniges Gesicht und schickte zu ihrer Überraschung einen Entwaffnungsfluch auf sie, ihre Überraschung ausnutzend, schnappte er sich seinen gepackten Koffer und stürmte aus dem Haus. Eine Weile irrte er völlig aufgelöst durch Muggellondon auf der Suche nach dem richtigen Weg zum Bahnhof King’s Cross.<br />
Mit den hilfsbereiten Anweisungen verchiedener Muggel, schaffte er es den kilometerlangen Weg durch Londons Straßen zu laufen, seinen Koffer hinter sich herziehend, bis zum Bahnhof. Er stieg sofort in den Zug, schaute nicht einmal aus dem Fenster und wartete, bis seine Freunde ihn in ihrer Mitte aufnahmen. Sirius Black betrat nie wieder das Haus am Grimmauldplace 12.  <br />
Die ersten Ferien verbrachte er mit James zusammen bei den Potters und diese boten ihm an, dass er bleiben könne, so lange er wollte.  Sirius fiel ein Stein vom Herzen, denn auch wenn er es nicht zugeben wollte, hatte er Angst nach Hause zurück zu müssen.<br />
Den Zauberstab gegen die eigene Mutter zu richten, dass würde sich eine Walburga Black niemals gefallen lassen.  Er verbrachte die nächsten Ferien allesamt in Godric’s Hollow, Fleamond und Euphemia wurden in kürzester Zeit für Sirius geliebte Ersatzeltern und er genoss die Zuneigung die sie ihm entgegenbrachten, ganz ohne Ansprüche zu stellen.  Fleamond war schließlich auch sein Vertrauter, als ihn die niederschmetternde Nachricht erreichte, dass sein Patenonkel Alphard Black gestorben war und ihm sein gesamtes Vermögen hinterlassen hatte. Der Besuch bei Gringotts, die vielen Behördengänge und schlussendlich der Kauf einer eigenen Wohnung, all dies bewältigte der junge Zauberer mit James’ Vater an seiner Seite.  Mit siebzehn war er also auf sich allein gestellt, selbstständig und mitten im Abschlussjahr.<br />
Die neue Freiheit gefiel Sirius außerordentlich gut und er begann seine Freizeit mit Dingen zu füllen, die er zu Hause niemals gedurft hätte.  Er schlief bis mittags, trank viel Alkohol, hatte ständig andere Frauen bei sich und kaufte sich sogar ein Muggelmotorrad, welches er illegal verzauberte.  James verbrachte viel Zeit bei ihm und zusammen bereiteten sie sich auf ihren Abschluss vor, denn der Beschluss Auror zu werden war gefasst.  Dass Dumbledore kurz vor ihrem Abschluss auf sie zukam und ihnen einen Platz im Orden des Phoenix anbot, machte Sirius stolz. Daher gab es für ihn auch keinerlei Grund länger als nötig zu überlegen und er willigte augenblicklich ein.  Er wusste, viele redeten hinter seinem Rücken über ihn, die Reinblüter über seinen Verrat an der Familie, die anderen über die Tatsache, dass er der Spross der schwarzmagischsten Familie in ganz Großbritannien war. Ein Wolf im Schafspelz, niemand dem man bedingungslos vertrauen konnte.  <br />
Dass Dumbledore aber genau das tat, war für Sirius der Aufschwung den er gebraucht hatte um seinen Weg weiter zu gehen, die Ausbildung anzufangen, auch wenn er die misstrauischen Blicke aus den eigenen Reihen spürte und seinem Vater und seinem Bruder im Ministerium über den Weg lief.<br />
Allerdings gibt es für Sirius Black kein Aufgeben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wenn man in einem Haus aufwächst, wie der dunklen Villa am Grimmauldplace 12, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten. Überlebe, oder zerbrich.<br />
Sirius Kindheit war nicht geprägt durch Liebe und Unbeschwertheit, wie es eigentlich hätte sein sollen, sondern durch hohe Erwartungen, Druck und Misshandlungen aller Art, wenn er nicht funktionierte.<br />
Er war der Erstgeborene, der Stammhalter, etwas ganz Besonderes. Auf seinen schmalen Schultern lastete das Gewicht der hohen Erwartungen seiner Eltern.  Die ersten Jahren bemühte sich der kleine Junge redlich es allen Recht zu machen. Er hatte gelernt sein Temperament zu zügeln und nicht negativ aufzufallen, schon der kleinste Fehltritt hatte Konsequenzen. Es fiel ihm sehr schwer und nicht selten brach sein unbeherrschtes Temperament doch aus, was noch mehr Benimmunterricht und weitere Stunden im dunklen Keller bedeutet, in denen er versuchen sollte Zauber zu wirken, denn es war wichtig zu beweisen, dass er magisch begabt war… <br />
Ein Ereignis, welches stellvertretend für seine gesamte Kindheit steht und zeitgleich sein erstes magisches Erlebnis war, hat sich in Sirius Gedächtnis eingebrannt. Es war ein verschneiter Tag zwischen Weihnachten und Neujahr an dem er ungefragt zum Spielen auf die Straße ging. Etwas das eindeutig verboten war! Das weiße Weich war verlockend, die tollenden Kinder warfen sich Schneebälle in den Nacken und der fünfjährige Sirius Black schaute aus dem mit Eisblumen gespikten Fenster sehnsuchtsvoll zu.<br />
Im Hintergrund hörte er die langweiligen Französischübungen seines Bruders, die dumpf und monoton durch den Flur zu ihm heraufdrangen.<br />
Er schlich sich aus dem Haus, in einen dicken Schal und einen warmen Umhang gehüllt und schloss sich den spielenden Kindern an.  Er fühlte sich das erste Mal in seinem Leben glücklich und unbeschwert und vergaß alles um sich herum. Sie werteten ihn nicht, sie verlangten nichts von ihm, sie nahmen ihn ungefragt und ohne Vorurteile in ihrer Mitte auf.  Das Spiel wurde heftiger und schlussendlich landete Sirius in einer Schneewehe, von einem dicklichen Jungen mit dem Gesicht hineingedrückt.<br />
Er bekam keine Luft mehr, sein hysterisches Lachen wandelte sich in einen verzweifelten Kampf und mit einem lauten Knall flogt der Muggeljunge meterweit über die Straße, begleitet von einer Welle explodierendem Schnees.  Als Walburga schlussendlich ihren Sohn wütend von der Straße zerrte, lag er in einer geschmolzenen Pfütze Schnee, schwarze Schmauchspuren auf den Steinen unter ihm und die Kinder waren kreischend davon gestoben. Die Stille Wut seiner Mutter entlud sich in einer heftigen Hasstriade über Muggel und darüber, dass er- der Erbe der Blacks!- sich beschmutzt hatte! Während sie Sirius unter die viel zu heiße Dusche schob und die verzauberte Wurzelbürste seinen Körper zu bearbeiten begann bis er vollkommen wund und wehrlos dastand, die dünnen Arme um seinen zitternden Körper geschlungen und mit aller Kraft versuchte nicht zu weinen, denn weinen machte alles noch schlimmer.<br />
Seine Mutter schaute ihn missbilligend an und erwiderte nur, dass es ihm eine Lehre sein sollte. Ungehorsam werde nicht geduldet! Der kleine Junge schlich in sein Bett und erlaubte sich endlich zu weinen, die zerbissenen blutigen Lippen bebten und sein Körper wurde von Krämpfen geschüttelt, als er plötzlich das wohlbekannte Tapsen nackter Füße hörte und das Gewicht seines kleinen Bruders neben sich spürte.  Regulus kuschelte sich an ihn, behauptete er hätte Angst vor den dunklen Schatten, aber Sirius wusste es besser und schließlich beruhigte sich sein Herzschlag und er drückte sein Gesicht an den von Tränen durchnässten Rücken seines Bruders und schlief ein, die Worte seiner Mutter im Ohr, als sein Vater nach Hause kam, Sirius habe endlich seine Magie unter Beweis gestellt und er könne anfangen seinen Sohn ernsthaft zu unterrichten. <br />
<br />
Das zweite große einschneidende Erlebnis war wohl die erste Fahrt nach Hogwarts und seine Enschulung.<br />
Aufgeregt und von freudiger Erwartung erfüllt, endlich den Fängen seiner Eltern zu entkommen und das düstere Haus zu verlassen zappelte der kleine Junge unter den missbilligenden Augen seiner Eltern am Bahnsteig herum. Gleichzeitig aber plagten ihn ein schlechtes Gewissen seinem Bruder gegenüber und die Angst, keine Freunde zu finden.<br />
Als er das Abteil betrat, in dem ein junger Zauberer mit strubbeligen Haaren saß, war der Grundstein für sein neues Leben gelegt. James Potter wurde zu seinem besten Freund, seinem engsten Vertrauten und seinem Familienersatz, sein Lichtstrahl in der Dunkelheit.  Durch ihn lernte Sirius das erste Mal, was es hieß so akzeptiert zu werden wie man war, angenommen zu werden als das was man ist.<br />
Die Zugfahrt war unbeschwert und lustig und das Gefühl von Geborgenheit und gleichzeitiger Bewunderung ihm gegenüber war so intensiv, dass dieser Moment auch heute noch sein Patronusgedanke ist.<br />
Remus und Peter nahmen ihn ebenfalls vorurteilsfrei auf und Sirius musst erschüttert feststellen, dass die Menschen vor denen seine eigenen Eltern ihn immer gewarnt hatte, die sie immer als weniger wert eingestuft hatte, ihm die glücklichsten Stunden seines bisherigen Lebens bescherten.<br />
Diese neun Stunden Zugfahrt hatten mehr Einfluss auf sein Weltbild als die jahrelange Gehirnwäsche seiner Eltern. Und so war es für Sirius auch vollkommen klar, dass er nach Gryffindor wollte, denn dies war das bevorzugte Haus von James, Peter und Remus.<br />
Der Gedanke, dass nur Slytherin wahre Herrscher hervorbrachte und daher das favorisierte Haus der Familie Black war, rückte in seinem Kopf weit nach hinten und übersprudelnd vor positiver Energie, setzte er sich den Huf auf und zum Erstaunen aller Anwesenden rief dieser fast augenblicklich das ersehnte Gryffindor in den Raum.<br />
Seine Mutter schickte ihm keinen Heuler, sie schickte ihm auch keine Glückwünsche. Er bekam am dritten Tag seiner Einschulung einen einzelnen Brief auf dem die mit schwarzer Tinte scharf geschrieben Worte standen:  Du bist eine Enttäuschung.<br />
Sirius war sich bewusst, dass er mit der Wahl des Hutes zuhause keinen guten Stand haben würde, doch die Ferien waren noch weit entfernt und er verschloss jeden Gedanken an die Strafen die ihn erwarten würden fein säuberlich in einer kleinen Kiste seiner Seele.<br />
 Die Zeiten wurde dunkler und die Erwartungen größer. Erwartungen die er nie erfüllen konnte, denn die Enttäuschung seiner Eltern über seine Häuserzugehörigkeit lag wie eine düstere Wolke über der Familie. Ein Makel, ein Schandfleck den dieser zur Perfektion getrimmte Junge nun trug! Man musste ihm seine Flausen austreiben, sein auftretendes rebellisches Verhalten unterdrücken und die aufkeimenden Zweifel beseitigen.  Französischunterricht, Runenlehre, schwarzmagische Flüche und die Geschichte der Reinblutfamilien. Sirius Tage waren vollgepackt mit abendlichem Unterricht, den seine Mutter ihm zuteil werden ließ. Immer wieder bekam er zu hören, welche Forschritte Regulus in der Runenmagie machte und wie dumm er sich selbst anstellte. Wie hinderlich seine neuerdings trotzige Art sei, die seine Mutter dann am Tag versuchte aus ihm heraus zu pressen.  Oft genug setzte sie dazu ihren jüngeren Sohn ein, zwang Sirius seine Gegenwehr aufzugeben, weil sonst Regulus die Strafe zuteil wurde. Ein Mittel welches ihre Verzweiflung zeigte, da sie ihren ältesten nicht mehr durch Gewalt und Strafe an ihm selbst zu kontrollieren vermocht. Sirius begann aufzubegehren.  Er stellte die Überzeugungen seiner Eltern in Frage, reizte sie wo er nur konnte und trieb es sogar so weit, Muggelposter in seinem Zimmer an die Wand zu hexen.  Die Strafen seiner Eltern waren drakonisch, aber der zu Selbstbewusstsein und eisernem Willen erzogene Junge richtete diese Eigenschaften nun gegen seine Eltern. Eines Tages, Sirius hörte mal wieder mit großmöglicher Lautstärke Muggelmusik, stürmte sein Vater das Zimmer und sah Regulus bei seinem Bruder sitzen. In seiner Wut, zerrte er seinen ältesten Sohn an den Haaren aus dem Zimmer und warf ihn die Stufen hinab.  Er, der so selten die Beherrschung verlore, schnauzte ihn an, er solle verschwinden und dieses Haus erst wieder betreten, wenn er zur Vernunft gekommen wäre.  Sirius blieb zwei Wochen bei seinem Patenonkel Alphard, bevor er wieder nach Hogwarts ging. Und ab diesem Moment wandte er seiner Familie den Rücken zu, kam in den Ferien nicht mehr Heim und verbrachte lieber die Zeit im Schloss, statt zu Hause.<br />
<br />
Doch auch dort war nicht alles in bester Ordnung, Remus hatte ihnen sein großes Geheimnis ein Werwolf zu sein anvertraut, aber der Animaguszauber, eine ihrer besseren Ideen, fiel ihnen mehr als schwer.<br />
Sie hatten also keinerlei Möglichkeiten ihrem Freund in den schlimmen Nächten beizustehen und Sirius Laune verschlechterte sich zusehens. Er wurde gereizt und aggressiv, es ging ihm nicht schnell genug und er beäugte kritisch James Vernarrheit in Lily Evans, die seiner Meinung nach seinen besten Freund von den wichtigen Sachen ablenkte. Dass sein Bruder anfing ihn zu meiden, seine Familie ihn unentwegt als minderwertig behandelte, setzte dem Ganzen noch die Krone auf und er begann seine angestaute Wut an Severus Snape auszulassen.  Auch seine Aufnahme im Quidditchteam im dritten Jahr, konnte nicht dafür sorgen, dass er sich nicht mehr auf Severus konzentrierte und in ihm all da sah, was er verabscheute und versuchte los zu werden.  Das vierte Jahr und Teile des fünften Jahres sollten für den Slytherin eines der Schlimmsten werden und gipfelte in einer durch James verhinderten Katastrophe. Severus, den Rumtreibern immer auf den Fersen reizte mit seiner Neugierde den jungen Black so, dass er ihm verriet, wie er an der peitschenden Weide vorbei kam.  Typisch Sirius, hatte er keinen Moment darüber nachgedacht, was wirklich geschehen konnte und wie sein Freund Remus sich fühlen würde, wäre Severus durch seine Hand gestorben.<br />
Die Freundschaft zu Remus bekam einen Bruch und der junge Black musste wochenlang um Vergebung bitten. Was er auch bereitwillig tat, denn er sah seinen Fehler ein. Zumindest was Remus anging.<br />
Das die schmierige Zecke Snape es durchaus verdient hatte zu sterben, wenn er sie nicht endlich in Ruhe ließ, war für ihn noch genauso selbstverständlich wie vorher, allerdings war er klug genug diesen Gedanken vor seinen Freunden für sich zu behalten.<br />
Dann endlich gelang ihnen etwas, was ein wenig Ruhe in die Gruppe brachte. Die Karte des Rumtreibers war geboren und das Projekt begeisterte den jungen Black so, dass er sogar vergaß, seinen Hass auf Severus weiter zu frönen. Auch die Beziehung zu Remus wurde wieder gekittet und die Vier waren unzertrennlich wie eh und je. Jeden Geheimgang, jedes versteckte Zimmer auf der Karte zu verzeichnen, beschäftigte sie monatelang. Daran änderte auch James schlussendlicher Erfolg bei Lily Evans nichts.<br />
<br />
Nachdem sich in der Schule alles zum Guten gewendet hatte und Sirius einen erfolgreichen ZAG Abschluss sein eigen nennen konnte, wurde es zu Hause um so schlimmer. In den Sommerferien zwischen dem fünften und dem sechsten Schuljahr, wurde es so extrem, dass Sirius keinerlei Konversation mehr mit seinen Eltern führen konnte, die nicht in einer Streiterei endete.<br />
Seine Unterrichtsstunden mit Orion endeten regelmäßig in körperlicher Gewalt, seine Mutter beschimpfte ihn immerfort auf ihre ganz eigene herablassende Art, er wäre ein Blutsverräter und sein kleiner Bruder versteckte sich stumm in den dunklen Ecken, nur um nicht Partei ergreifen zu müssen.  Sirius hätte Reg am liebsten geschüttelt, ihm gesagt die Lehren seiner Eltern seien falsch, doch er wusste nicht wie er es ihm begreiflich machen sollte. Seit Regulus dem Hause Slytherin zugeteilt worden war, veränderte sich die Dynamik zwischen ihnen. Sie gingen sich aus dem Weg, ignorierten einander und fanden keinen gemeinsamen Gesprächspunkt mehr. Sie schlichen umeinander herum wie zwei Spezies, die voneinander nicht wussten, ob der eine gefährlich war, oder sich eine Symbiose lohnen würde.  Sirius wurde von seinen Eltern zu jeder erdenklichen Möglichkeit darauf hingewiesen, wie viel besser sein Bruder doch sei. Sein Bruder, der sich nicht auflehnte, im richtigen Haus untergebracht worden war und dessen Freunde den richtgigen Blutstatus hatten. Am Morgen des ersten Schultages eskalierte der Streit zwischen ihm und seiner Mutter so sehr, dass sie einen Fluch auf ihn losließ, der Sirius an der Hüfte traf und dort die Haut bis auf den Knochen aufriss. Er flog durch den Flur, hörte die vernichtenden Worte seines Vaters aus dem Keller, in dem Regulus noch einmal Nachhilfe bekam, welcher Umgang der richtige für einen Black war- immerhin wollte man sich auf keinen Fall einen weiteren Fehltritt erlauben- und knallte gegen die Eingangstür.  Doch anders als sonst, flüchtete er diesmal nicht vor seiner Mutter, sondern stand auf, starrte in ihr zorniges Gesicht und schickte zu ihrer Überraschung einen Entwaffnungsfluch auf sie, ihre Überraschung ausnutzend, schnappte er sich seinen gepackten Koffer und stürmte aus dem Haus. Eine Weile irrte er völlig aufgelöst durch Muggellondon auf der Suche nach dem richtigen Weg zum Bahnhof King’s Cross.<br />
Mit den hilfsbereiten Anweisungen verchiedener Muggel, schaffte er es den kilometerlangen Weg durch Londons Straßen zu laufen, seinen Koffer hinter sich herziehend, bis zum Bahnhof. Er stieg sofort in den Zug, schaute nicht einmal aus dem Fenster und wartete, bis seine Freunde ihn in ihrer Mitte aufnahmen. Sirius Black betrat nie wieder das Haus am Grimmauldplace 12.  <br />
Die ersten Ferien verbrachte er mit James zusammen bei den Potters und diese boten ihm an, dass er bleiben könne, so lange er wollte.  Sirius fiel ein Stein vom Herzen, denn auch wenn er es nicht zugeben wollte, hatte er Angst nach Hause zurück zu müssen.<br />
Den Zauberstab gegen die eigene Mutter zu richten, dass würde sich eine Walburga Black niemals gefallen lassen.  Er verbrachte die nächsten Ferien allesamt in Godric’s Hollow, Fleamond und Euphemia wurden in kürzester Zeit für Sirius geliebte Ersatzeltern und er genoss die Zuneigung die sie ihm entgegenbrachten, ganz ohne Ansprüche zu stellen.  Fleamond war schließlich auch sein Vertrauter, als ihn die niederschmetternde Nachricht erreichte, dass sein Patenonkel Alphard Black gestorben war und ihm sein gesamtes Vermögen hinterlassen hatte. Der Besuch bei Gringotts, die vielen Behördengänge und schlussendlich der Kauf einer eigenen Wohnung, all dies bewältigte der junge Zauberer mit James’ Vater an seiner Seite.  Mit siebzehn war er also auf sich allein gestellt, selbstständig und mitten im Abschlussjahr.<br />
Die neue Freiheit gefiel Sirius außerordentlich gut und er begann seine Freizeit mit Dingen zu füllen, die er zu Hause niemals gedurft hätte.  Er schlief bis mittags, trank viel Alkohol, hatte ständig andere Frauen bei sich und kaufte sich sogar ein Muggelmotorrad, welches er illegal verzauberte.  James verbrachte viel Zeit bei ihm und zusammen bereiteten sie sich auf ihren Abschluss vor, denn der Beschluss Auror zu werden war gefasst.  Dass Dumbledore kurz vor ihrem Abschluss auf sie zukam und ihnen einen Platz im Orden des Phoenix anbot, machte Sirius stolz. Daher gab es für ihn auch keinerlei Grund länger als nötig zu überlegen und er willigte augenblicklich ein.  Er wusste, viele redeten hinter seinem Rücken über ihn, die Reinblüter über seinen Verrat an der Familie, die anderen über die Tatsache, dass er der Spross der schwarzmagischsten Familie in ganz Großbritannien war. Ein Wolf im Schafspelz, niemand dem man bedingungslos vertrauen konnte.  <br />
Dass Dumbledore aber genau das tat, war für Sirius der Aufschwung den er gebraucht hatte um seinen Weg weiter zu gehen, die Ausbildung anzufangen, auch wenn er die misstrauischen Blicke aus den eigenen Reihen spürte und seinem Vater und seinem Bruder im Ministerium über den Weg lief.<br />
Allerdings gibt es für Sirius Black kein Aufgeben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Midas Meliflua (Aristide Avery)]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2576</link>
			<pubDate>Sun, 30 Nov 2025 10:34:52 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=331">Midas Meliflua</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2576</guid>
			<description><![CDATA[<b>Einschulung von Ari - September 1970 - Aristide</b><br />
Ari hatt eine Abstufung von Momenten, die an diesem Tag schlimm gewesen waren. Der Hogwartsexpress, der auf dem Gleis einfuhr und die Hand seines Vaters, die in dem Moment nicht mehr auf seiner Schulter war. Die unglaublich vielen Menschen auf dem Gleis, im Zug. Ari bei dem Versuch sein Gepäck zu tragen und die (vermutlich enttäuschten) Blicke in seinem Rücken, als er es nicht sofort schaffte (er traute sich nicht umzudrehen und nachzusehen). Der Moment, als er Prim und Midas im Zug nicht sofort fand. Leute, die nach Aris Namen fragten oder von ihren Eulen redeten oder von ihren Eltern oder ihren Zauberstäben und in welches Haus sie wollten.<br />
Und dann der schlimmste Moment, als der Sprechende Hut auf Aristides Kopf gesetzt wurde und gefühlt ganz Hogwarts in anstarrte. Da hatte Ari sich schon entschieden - nicht für ein Haus (Slytherin war immer noch eine Option, weil Primula dort war und Ravenclaw, weil Midas dort war) sondern dafür unsichtbar zu sein. Er wollte, dass niemand ihn sehen konnte. Er wollte niemand sein. Und weil der Wunsch alle anderen übertönte brauchte der Sprechende Hut eine Weile mit ihm. Und als Aristide Avery schließlich Ravenclaw zugeteilt wurde, war er niemand, der besonders eindrucksvoll gewirkt hatte. Noch ein Erstklässler. Eher klein? Hatten die Haare nicht im Gesicht gehangen? Sah er jemandem ähnlich? Vielleicht nicht.<br />
Midas hatte ihm einen Platz freigehalten und Leute applaudierten und erkundigten sich nach Dingen, Ari stolperte durch die Antworten wie vorher mit seinen Koffern und war dankbar, als Midas einen Witz machte, noch ein neuer Erstklässler sich zu ihnen und niemand mehr Aufmerksamkeit für ihn übrig hatte. Er hatte sich auf Hogwarts gefreut und eigentlich war er es gewohnt viele Menschen um sich herum zu haben. Aber seine Geschwister und Cousins kannte Midas, wusste worin sie gut oder schlecht waren und wo sie ihre Schokofroschkarten voreinander versteckten. Hogwarts war voller neuer Leute und niemanden davon konnte Ari einschätzen, vor allem aber war es ihm lieber, wenn niemand ihn einschätzen konnte. Er würde sich noch bei Primula entschuldigen müssen, dass er nicht zu den Slyhterins gekommen war, aber er glaubte es war eine gute Wahl bei Midas zu sein. Midas konnte so viel Platz einnehmen, dass Aristide das nicht musste.<br />
<br />
<b>Auswechslung von Midas - Juni 1977 - echter Midas</b><br />
Midas hatte sich irgendwie vorgestellt, dass es feierlicher sein würde. Aber es war ungefähr so feierlich wie Suppe aus schlecht gewordenen Kürbissen (keine Ahnung, warum er daran dachte, mitten im Sommer - er hatte nicht einmal Hunger). Die letzte Woche hatte an Midas Nerven genagt, aber er stand in dem kleinen Raum mit der Ansammlung seiner Verwandten so vorgeblich selbstbewusst wie immer. Er hatte zu wenig geschlafen, aber das Lächeln konnte er auch im Schlaf. Der Rest war eine andere Sache, Midas als Konzept drohte wie ein Bild aus seinem Rahmen zu fallen. Er war zu nah von absoluter Panik entfernt und die meisten hier im Raum wussten das inzwischen, was erniedrigend war. Sein Spiegelbild strahlte nicht die gleiche, mühsam beherrschte Nervosität aus. Was vor allem daran lag, dass es nicht sein Spiegelbild war sondern Ari.<br />
Aristide trug seine Kleidung, seine Nase, sein Augenbrauen, das Grün seiner Augen. Es war nicht das erste Mal, dass Midas Ari sah, wie er jemand anderen nachahmte (ihre Mitschüler, Lehrer, Aris Geschwister), aber es war seltsamer, wenn man selbst es war. Die Bewegungen waren vertraut und trotzdem noch falsch. Midas kannte Aristide so gut wie der Avery ihn - er erkannte die kleinen Anzeichen von Ari. Das lange Starren, das zu intensive Grün in den Augen wenn Ari aufgeregt war, ein kurzes Lächeln, Ari, der viel zu sanft war und (wenn man Midas fragte) vielleicht sogar zu einfältig. Glaubten sie wirklich Aristide von allen Menschen konnte alle täuschen? Aber dann nickte Ari und es sah wirklich aus wie Midas. Aris Haltung kam Midas immer weniger vor, wie Aris übliches Verschmelzen mit dem Hintergrund und immer mehr, wie er selbst sein sollte und gerade nicht mehr war. Verdammt gruselige Sache, sich selbst so zu sehen.<br />
Aristide sah ihn an und sein Lächeln war komplett Ari, verschmitzt, aber viel zu offen. Sie würden ihn als Auroren Novizen Püree wieder nach Hause bringen, passend zu der Suppe, die Midas auch erst im Herbst bekommen würde. Nicht, dass das wirklich relevant war. Sein Verhältnis zur Zeit hatte gelitten (zu sehr, hatte ihm jemand ernsthaft versichert). Midas war ohnehin nur noch halb da, ohne dass er sich ernsthaft verstecken müssten. Aristide jedoch gewann mehr an Substanz, es war unfair wie einfach er es aussehen ließ, Midas zu sein. Aber niemand interessierte das, in dem Raum wurde anderes diskutiert. Der echte Midas hatte aufgehört zuzuhören. Und Aristide leistete ihm noch aus Gewohnheit dabei Gesellschaft, aber sein Sommer würde ganz anders werden.<br />
<br />
<b>Der falsche Zauberstab - Oktober 1977 - Midas</b><br />
Der Zauber ging daneben und produzierte eine Kiste voller Akten und Schleim statt eine Kiste voller sortierter Akten. Wie viele Zauber, die in den letzten Monaten schief gelaufen waren, inklusive dem Zauber, der Midas diese Strafarbeit im Archiv eingebrockt hatte. Die Zeit mit Henry.<br />
"Du wirst dich entscheiden müssen ob ich zu viel oder zu wenig mache.", knurrte Midas beinahe und er realisierte, dass es fast so wirkte als habe er den Zauber aus Absicht verpatzt. Aber er hatte nicht die Energie das klar zu stellen. Er hielt den Zauberstab des echten Midas voller Frust umklammert, eine Emotion, die Henry im Moment perfekt spiegelte, nein, eigentlich noch übertraf.<br />
Henrys Zorn war nicht ganz neu, hatte bis jetzt aber nur Unterschwellig seinen Ausdruck gefunden, er hatte Midas zu verstehen gegeben, dass er ihn nicht schätzte  (als Person und vermutlich als Kollegen) - aber er hatte ihn noch nie weggeschickt. Vor allem nicht, nachdem sie fast so etwas wie eine normale Unterhaltung geführt hatten. Der Zorn in Henrys Augen traf erneut auf etwas, das sich tief in Ari verknotet zu haben schien - er ließ sich nicht die Zeit durchzuatmen und zu erkunden was es war. Er starrte wütend zurück, das Grün seiner Augen mit Sicherheit um eine Schattierung dunkler. Nicht, dass es den meisten Leuten wirklich auffiel.<br />
"Du kannst mich nicht einfach wegschicken.", er klang kleinlich, wie ein beleidigtes Kind. "Wir haben drei Jahre gemeinsame Ausbildung vor uns und ich versuche einen Weg zu finden wie das funktionieren kann." Er starrte zurück und behielt seinen Zauberstab absichtlich in der Hand, was etwas albern war - eigentlich hätte er das Ding am liebsten von sich geworfen. Zauberstäbe trugen Erinnerungen an alle ausgeführten Zauberer in sich - oder so ähnlich, Ari war kein Experte in der Materie. Aber wenn nur einer dieser Zauber zu Schulzeiten gegen Henry gerichtet worden war, dann wollte Ari nichts mehr damit zu tun haben. Was eine späte, viel zu späte Einsicht war.<br />
Er hielt den Zauberstab zwischen beiden Händen vor Henrys Gesicht, holte tief Luft und brach ihn durch. <br />
Das Geräusch vermischte sich mit dem schleimigen Tropfen, das der missratene Zauber immer noch verursachte, und war so unangenehm, dass Midas das Gesicht verzog. "Hier.", er ließ die Stücke seines Zauberstabes fallen und bevor er die Zeit hatte den Ausdruck in Henrys Augen zu interpretieren, machte Ari einfach weiter.<br />
Seine Schritte in Richtung des Regals mit der Kiste waren beinahe beschwingt, diesen dummen Zauberstab los zu werden fühlte sich irgendwie befreiend an. Richtiger, als Ari geahnt hatte. Seine Schultern fanden ein wenig leichter in die aufrechte, stolze Haltung, die Midas so ausmachte.<br />
Er hatte Henry den Rücken zugekehrt und erst bei Henrys Nachfrage, warum er das getan hatte, drehte er sich um, halb damit rechnend mit der gleichen Wut der Gerechtigkeit konfrontiert zu sein wie zuvor. Etwas in seinem Gesichtsausdruck änderte sich, als sein Blick Henry erfasste. Zu viele Sekunden verstrichen bevor er antwortete.<br />
"Du musstest wissen, dass es mir ernst ist, oder nicht?", seine Stimme klang zu ernst, zu final. Er schüttelte es ab, fand einen schnippischen Tonfall wieder. "Davon abgesehen, das Ding war eine Katastrophe. Jeder zweite Zauber ließ irgendetwas explodieren." Nicht dass er Henry dabei ansah als wolle er wissen was passierte, wenn Henry keine andere Wahl mehr hatte als in die Luft zu gehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Einschulung von Ari - September 1970 - Aristide</b><br />
Ari hatt eine Abstufung von Momenten, die an diesem Tag schlimm gewesen waren. Der Hogwartsexpress, der auf dem Gleis einfuhr und die Hand seines Vaters, die in dem Moment nicht mehr auf seiner Schulter war. Die unglaublich vielen Menschen auf dem Gleis, im Zug. Ari bei dem Versuch sein Gepäck zu tragen und die (vermutlich enttäuschten) Blicke in seinem Rücken, als er es nicht sofort schaffte (er traute sich nicht umzudrehen und nachzusehen). Der Moment, als er Prim und Midas im Zug nicht sofort fand. Leute, die nach Aris Namen fragten oder von ihren Eulen redeten oder von ihren Eltern oder ihren Zauberstäben und in welches Haus sie wollten.<br />
Und dann der schlimmste Moment, als der Sprechende Hut auf Aristides Kopf gesetzt wurde und gefühlt ganz Hogwarts in anstarrte. Da hatte Ari sich schon entschieden - nicht für ein Haus (Slytherin war immer noch eine Option, weil Primula dort war und Ravenclaw, weil Midas dort war) sondern dafür unsichtbar zu sein. Er wollte, dass niemand ihn sehen konnte. Er wollte niemand sein. Und weil der Wunsch alle anderen übertönte brauchte der Sprechende Hut eine Weile mit ihm. Und als Aristide Avery schließlich Ravenclaw zugeteilt wurde, war er niemand, der besonders eindrucksvoll gewirkt hatte. Noch ein Erstklässler. Eher klein? Hatten die Haare nicht im Gesicht gehangen? Sah er jemandem ähnlich? Vielleicht nicht.<br />
Midas hatte ihm einen Platz freigehalten und Leute applaudierten und erkundigten sich nach Dingen, Ari stolperte durch die Antworten wie vorher mit seinen Koffern und war dankbar, als Midas einen Witz machte, noch ein neuer Erstklässler sich zu ihnen und niemand mehr Aufmerksamkeit für ihn übrig hatte. Er hatte sich auf Hogwarts gefreut und eigentlich war er es gewohnt viele Menschen um sich herum zu haben. Aber seine Geschwister und Cousins kannte Midas, wusste worin sie gut oder schlecht waren und wo sie ihre Schokofroschkarten voreinander versteckten. Hogwarts war voller neuer Leute und niemanden davon konnte Ari einschätzen, vor allem aber war es ihm lieber, wenn niemand ihn einschätzen konnte. Er würde sich noch bei Primula entschuldigen müssen, dass er nicht zu den Slyhterins gekommen war, aber er glaubte es war eine gute Wahl bei Midas zu sein. Midas konnte so viel Platz einnehmen, dass Aristide das nicht musste.<br />
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<b>Auswechslung von Midas - Juni 1977 - echter Midas</b><br />
Midas hatte sich irgendwie vorgestellt, dass es feierlicher sein würde. Aber es war ungefähr so feierlich wie Suppe aus schlecht gewordenen Kürbissen (keine Ahnung, warum er daran dachte, mitten im Sommer - er hatte nicht einmal Hunger). Die letzte Woche hatte an Midas Nerven genagt, aber er stand in dem kleinen Raum mit der Ansammlung seiner Verwandten so vorgeblich selbstbewusst wie immer. Er hatte zu wenig geschlafen, aber das Lächeln konnte er auch im Schlaf. Der Rest war eine andere Sache, Midas als Konzept drohte wie ein Bild aus seinem Rahmen zu fallen. Er war zu nah von absoluter Panik entfernt und die meisten hier im Raum wussten das inzwischen, was erniedrigend war. Sein Spiegelbild strahlte nicht die gleiche, mühsam beherrschte Nervosität aus. Was vor allem daran lag, dass es nicht sein Spiegelbild war sondern Ari.<br />
Aristide trug seine Kleidung, seine Nase, sein Augenbrauen, das Grün seiner Augen. Es war nicht das erste Mal, dass Midas Ari sah, wie er jemand anderen nachahmte (ihre Mitschüler, Lehrer, Aris Geschwister), aber es war seltsamer, wenn man selbst es war. Die Bewegungen waren vertraut und trotzdem noch falsch. Midas kannte Aristide so gut wie der Avery ihn - er erkannte die kleinen Anzeichen von Ari. Das lange Starren, das zu intensive Grün in den Augen wenn Ari aufgeregt war, ein kurzes Lächeln, Ari, der viel zu sanft war und (wenn man Midas fragte) vielleicht sogar zu einfältig. Glaubten sie wirklich Aristide von allen Menschen konnte alle täuschen? Aber dann nickte Ari und es sah wirklich aus wie Midas. Aris Haltung kam Midas immer weniger vor, wie Aris übliches Verschmelzen mit dem Hintergrund und immer mehr, wie er selbst sein sollte und gerade nicht mehr war. Verdammt gruselige Sache, sich selbst so zu sehen.<br />
Aristide sah ihn an und sein Lächeln war komplett Ari, verschmitzt, aber viel zu offen. Sie würden ihn als Auroren Novizen Püree wieder nach Hause bringen, passend zu der Suppe, die Midas auch erst im Herbst bekommen würde. Nicht, dass das wirklich relevant war. Sein Verhältnis zur Zeit hatte gelitten (zu sehr, hatte ihm jemand ernsthaft versichert). Midas war ohnehin nur noch halb da, ohne dass er sich ernsthaft verstecken müssten. Aristide jedoch gewann mehr an Substanz, es war unfair wie einfach er es aussehen ließ, Midas zu sein. Aber niemand interessierte das, in dem Raum wurde anderes diskutiert. Der echte Midas hatte aufgehört zuzuhören. Und Aristide leistete ihm noch aus Gewohnheit dabei Gesellschaft, aber sein Sommer würde ganz anders werden.<br />
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<b>Der falsche Zauberstab - Oktober 1977 - Midas</b><br />
Der Zauber ging daneben und produzierte eine Kiste voller Akten und Schleim statt eine Kiste voller sortierter Akten. Wie viele Zauber, die in den letzten Monaten schief gelaufen waren, inklusive dem Zauber, der Midas diese Strafarbeit im Archiv eingebrockt hatte. Die Zeit mit Henry.<br />
"Du wirst dich entscheiden müssen ob ich zu viel oder zu wenig mache.", knurrte Midas beinahe und er realisierte, dass es fast so wirkte als habe er den Zauber aus Absicht verpatzt. Aber er hatte nicht die Energie das klar zu stellen. Er hielt den Zauberstab des echten Midas voller Frust umklammert, eine Emotion, die Henry im Moment perfekt spiegelte, nein, eigentlich noch übertraf.<br />
Henrys Zorn war nicht ganz neu, hatte bis jetzt aber nur Unterschwellig seinen Ausdruck gefunden, er hatte Midas zu verstehen gegeben, dass er ihn nicht schätzte  (als Person und vermutlich als Kollegen) - aber er hatte ihn noch nie weggeschickt. Vor allem nicht, nachdem sie fast so etwas wie eine normale Unterhaltung geführt hatten. Der Zorn in Henrys Augen traf erneut auf etwas, das sich tief in Ari verknotet zu haben schien - er ließ sich nicht die Zeit durchzuatmen und zu erkunden was es war. Er starrte wütend zurück, das Grün seiner Augen mit Sicherheit um eine Schattierung dunkler. Nicht, dass es den meisten Leuten wirklich auffiel.<br />
"Du kannst mich nicht einfach wegschicken.", er klang kleinlich, wie ein beleidigtes Kind. "Wir haben drei Jahre gemeinsame Ausbildung vor uns und ich versuche einen Weg zu finden wie das funktionieren kann." Er starrte zurück und behielt seinen Zauberstab absichtlich in der Hand, was etwas albern war - eigentlich hätte er das Ding am liebsten von sich geworfen. Zauberstäbe trugen Erinnerungen an alle ausgeführten Zauberer in sich - oder so ähnlich, Ari war kein Experte in der Materie. Aber wenn nur einer dieser Zauber zu Schulzeiten gegen Henry gerichtet worden war, dann wollte Ari nichts mehr damit zu tun haben. Was eine späte, viel zu späte Einsicht war.<br />
Er hielt den Zauberstab zwischen beiden Händen vor Henrys Gesicht, holte tief Luft und brach ihn durch. <br />
Das Geräusch vermischte sich mit dem schleimigen Tropfen, das der missratene Zauber immer noch verursachte, und war so unangenehm, dass Midas das Gesicht verzog. "Hier.", er ließ die Stücke seines Zauberstabes fallen und bevor er die Zeit hatte den Ausdruck in Henrys Augen zu interpretieren, machte Ari einfach weiter.<br />
Seine Schritte in Richtung des Regals mit der Kiste waren beinahe beschwingt, diesen dummen Zauberstab los zu werden fühlte sich irgendwie befreiend an. Richtiger, als Ari geahnt hatte. Seine Schultern fanden ein wenig leichter in die aufrechte, stolze Haltung, die Midas so ausmachte.<br />
Er hatte Henry den Rücken zugekehrt und erst bei Henrys Nachfrage, warum er das getan hatte, drehte er sich um, halb damit rechnend mit der gleichen Wut der Gerechtigkeit konfrontiert zu sein wie zuvor. Etwas in seinem Gesichtsausdruck änderte sich, als sein Blick Henry erfasste. Zu viele Sekunden verstrichen bevor er antwortete.<br />
"Du musstest wissen, dass es mir ernst ist, oder nicht?", seine Stimme klang zu ernst, zu final. Er schüttelte es ab, fand einen schnippischen Tonfall wieder. "Davon abgesehen, das Ding war eine Katastrophe. Jeder zweite Zauber ließ irgendetwas explodieren." Nicht dass er Henry dabei ansah als wolle er wissen was passierte, wenn Henry keine andere Wahl mehr hatte als in die Luft zu gehen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Nyxara Helena Avery]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2573</link>
			<pubDate>Sun, 23 Nov 2025 16:04:18 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=338">Nyxara Avery</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2573</guid>
			<description><![CDATA[Aufgereiht wie Pokale, die Geschichten über Siege erzählen, die man erreicht hat. Nicht in Wettkämpfen, sondern in der Gesellschaft. Soziale Siege, die den Status auf eine weitere Stufe nach oben bringen. Wobei ihnen allen nicht ganz klar war, ob es überhaupt noch eine weitere Stufe gab. Familie Avery hatte alles erreicht, was es zu erreichen gab. Sie waren wunderschön, hatten viele gesunde Kinder mit absolut reinem Blut, keine Skandale oder Geldprobleme und auch keine ausufernden Partys. Nur elegante und überall bekannte Galabälle. Es war ein Zur-Schau-Stellen der eigenen Familie. Eine Parade voller Lächerlichkeiten. Man zwang sie in Kleider und Smokings, trichterte ihnen ein, wann sie 'ja, und Amen' zu sagen hatten und wann sie einfach nur nett lächeln sollten. Klar, man liebte die Kinder, doch das soziale Rampenlicht liebte man einfach noch ein bisschen mehr. <br />
Nicht, dass es Nyx nie gefallen hätte die schönsten Kleider der Saison anzuziehen, zu glitzern wie ein Männermagnet, zu funkeln wie der hellste Stern. Die Mitte einer solchen Veranstaltung hielt noch zu wenig Aufmerksamkeit für die Avery bereit, doch was sie mehr, als alles andere nervte, war die Tatsache, dass man sie benutzte. Ihre Eltern benutzten sie und ihre Geschwister. Dafür, um besser da zu stehen. Um Gespräche zu führen, die sie nicht selbst führen wollten. Und ja, wenn es bedarf, auch, um Kontakte und Beziehungen zu knüpfen. Manchmal wurden diese Beziehungen eben auch mit Hochzeiten besiegelt, auch, wenn das die Betroffenen gar nicht wollten. So regelte man die Dinge eben in elitären Kreisen. Und sie wurden schon früh so erzogen, dass ihnen klar war, keinerlei Mitspracherecht in dieser Angelegenheit zu haben. <br />
<br />
Doch während das Klirren der Champagner-Gläser die meisten in das Hier und Jetzt zurückholte, hing Nyxara weiter in ihren Gedanken. Auch das Stupsen eines Ellenbogens konnte sie kaum zurückholen, während sie gedankenverloren den Blick über die hochkarierten Gäste schweifen ließ. Nach wenigen Sekunden blieben ihre dunkelbraunen Augen an einem jungen Mann hängen, der ihr nicht gänzlich unbekannt war. Und leider viel mehr mit ihrem eigenen Schicksal verwebt, als ihr lieb gewesen wäre. Éloi de Montfaucon war ein französisches Reinblut und gleichzeitig auch noch ihr Verlobter. Das war eine dieser besagten Angelegenheiten, bei denen die Avery-Sprösslinge kein Mitspracherecht hatten. Diese Verlobung wurde arrangiert, weil sie sich gut im Stammbaum machte. Eine weitere reinblütige Familie aus dem hochangesehenen Frankreich an die Averys zu binden gefiel dem Familienoberhaupt, sodass er kurzerhand seine Tochter Nyx versprach. Der lüsterne Blick in den Augen des Franzosen bescherte der jungen Frau eine Gänsehaut am ganzen Körper. Sie konnte spüren, dass ihr Zukünftiger es nicht gut mit ihr meinte und sie wusste, dass sie etwas gegen diese Hochzeit tun musste. In nur wenigen Monaten sollte sie stattfinden und das Bündnis zwischen den beiden Familien besiegeln - wäre da nicht durch die intensiven Recherchen der Hexe ein paar unschöne Dinge über die Familie de Montfaucon ans Licht gekommen. Nachdem sie ihren Eltern schwarz auf weiß belegen konnte, dass es mehrere Squibs in der Familie gab, in die sie selbst einheiraten sollte, wurde diese Verbindung voller Abscheu wieder gelöst. Und dieser Fehltritt hat sie glücklicherweise bis heute davor bewahrt, erneut verheiratet zu werden. Bis jetzt. Sie weiß, dass nach einer geeigneten Verbindung gesucht wird und wirklich gefallen tut ihr das nicht. Sofern es jedoch keine Schandflecken gibt, würde sie nun eine Hochzeit eher eingehen, als damals. Heute ist sie bereit sich zur Wehr zu setzen gegen solche Männer. Denkt sie.<br />
<br />
Das hat Nyxara jedoch nicht vor diesem einen Abend der Gala bewahrt. Männer mit ihren absolut verletzlichen Egos und dem unscheinbaren Geltungsdrang eines Kleinkindes waren eine gefährliche Mischung. Schon früh hat die Avery gelernt, dass ihre eigenen Gefühle irrelevant sind, dass sie so viel Wert besitzt, wie ihr der Patriarch zusteht. Und so war es auch an diesem Abend. Ihr Wert wurde darüber bestimmt, wie gut sie sich an dem Arm dieses Mannes machte und wie gut sie am Abend sein Bett wärmen würde - weil wozu warten, wenn sie sowieso ihm gehörte? Heute ist dieser Abend nur noch eine schwammige Erinnerung, doch sicherlich hat sie jede Unterwerfung unter einem Mann ein Stückchen mehr gebrochen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Aufgereiht wie Pokale, die Geschichten über Siege erzählen, die man erreicht hat. Nicht in Wettkämpfen, sondern in der Gesellschaft. Soziale Siege, die den Status auf eine weitere Stufe nach oben bringen. Wobei ihnen allen nicht ganz klar war, ob es überhaupt noch eine weitere Stufe gab. Familie Avery hatte alles erreicht, was es zu erreichen gab. Sie waren wunderschön, hatten viele gesunde Kinder mit absolut reinem Blut, keine Skandale oder Geldprobleme und auch keine ausufernden Partys. Nur elegante und überall bekannte Galabälle. Es war ein Zur-Schau-Stellen der eigenen Familie. Eine Parade voller Lächerlichkeiten. Man zwang sie in Kleider und Smokings, trichterte ihnen ein, wann sie 'ja, und Amen' zu sagen hatten und wann sie einfach nur nett lächeln sollten. Klar, man liebte die Kinder, doch das soziale Rampenlicht liebte man einfach noch ein bisschen mehr. <br />
Nicht, dass es Nyx nie gefallen hätte die schönsten Kleider der Saison anzuziehen, zu glitzern wie ein Männermagnet, zu funkeln wie der hellste Stern. Die Mitte einer solchen Veranstaltung hielt noch zu wenig Aufmerksamkeit für die Avery bereit, doch was sie mehr, als alles andere nervte, war die Tatsache, dass man sie benutzte. Ihre Eltern benutzten sie und ihre Geschwister. Dafür, um besser da zu stehen. Um Gespräche zu führen, die sie nicht selbst führen wollten. Und ja, wenn es bedarf, auch, um Kontakte und Beziehungen zu knüpfen. Manchmal wurden diese Beziehungen eben auch mit Hochzeiten besiegelt, auch, wenn das die Betroffenen gar nicht wollten. So regelte man die Dinge eben in elitären Kreisen. Und sie wurden schon früh so erzogen, dass ihnen klar war, keinerlei Mitspracherecht in dieser Angelegenheit zu haben. <br />
<br />
Doch während das Klirren der Champagner-Gläser die meisten in das Hier und Jetzt zurückholte, hing Nyxara weiter in ihren Gedanken. Auch das Stupsen eines Ellenbogens konnte sie kaum zurückholen, während sie gedankenverloren den Blick über die hochkarierten Gäste schweifen ließ. Nach wenigen Sekunden blieben ihre dunkelbraunen Augen an einem jungen Mann hängen, der ihr nicht gänzlich unbekannt war. Und leider viel mehr mit ihrem eigenen Schicksal verwebt, als ihr lieb gewesen wäre. Éloi de Montfaucon war ein französisches Reinblut und gleichzeitig auch noch ihr Verlobter. Das war eine dieser besagten Angelegenheiten, bei denen die Avery-Sprösslinge kein Mitspracherecht hatten. Diese Verlobung wurde arrangiert, weil sie sich gut im Stammbaum machte. Eine weitere reinblütige Familie aus dem hochangesehenen Frankreich an die Averys zu binden gefiel dem Familienoberhaupt, sodass er kurzerhand seine Tochter Nyx versprach. Der lüsterne Blick in den Augen des Franzosen bescherte der jungen Frau eine Gänsehaut am ganzen Körper. Sie konnte spüren, dass ihr Zukünftiger es nicht gut mit ihr meinte und sie wusste, dass sie etwas gegen diese Hochzeit tun musste. In nur wenigen Monaten sollte sie stattfinden und das Bündnis zwischen den beiden Familien besiegeln - wäre da nicht durch die intensiven Recherchen der Hexe ein paar unschöne Dinge über die Familie de Montfaucon ans Licht gekommen. Nachdem sie ihren Eltern schwarz auf weiß belegen konnte, dass es mehrere Squibs in der Familie gab, in die sie selbst einheiraten sollte, wurde diese Verbindung voller Abscheu wieder gelöst. Und dieser Fehltritt hat sie glücklicherweise bis heute davor bewahrt, erneut verheiratet zu werden. Bis jetzt. Sie weiß, dass nach einer geeigneten Verbindung gesucht wird und wirklich gefallen tut ihr das nicht. Sofern es jedoch keine Schandflecken gibt, würde sie nun eine Hochzeit eher eingehen, als damals. Heute ist sie bereit sich zur Wehr zu setzen gegen solche Männer. Denkt sie.<br />
<br />
Das hat Nyxara jedoch nicht vor diesem einen Abend der Gala bewahrt. Männer mit ihren absolut verletzlichen Egos und dem unscheinbaren Geltungsdrang eines Kleinkindes waren eine gefährliche Mischung. Schon früh hat die Avery gelernt, dass ihre eigenen Gefühle irrelevant sind, dass sie so viel Wert besitzt, wie ihr der Patriarch zusteht. Und so war es auch an diesem Abend. Ihr Wert wurde darüber bestimmt, wie gut sie sich an dem Arm dieses Mannes machte und wie gut sie am Abend sein Bett wärmen würde - weil wozu warten, wenn sie sowieso ihm gehörte? Heute ist dieser Abend nur noch eine schwammige Erinnerung, doch sicherlich hat sie jede Unterwerfung unter einem Mann ein Stückchen mehr gebrochen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Orion Black]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2565</link>
			<pubDate>Sat, 08 Nov 2025 21:57:02 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=337">Orion Black</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2565</guid>
			<description><![CDATA[<u><b>Dead Harts</b></u><br />
<br />
Als Kind war Orion lieber jemand der beobachtete als jemand, der selbst in Aktion trat. Eine stille Neugierde wohnte ihm inne, die durchaus dazu führte, dass er jedes Buch verschlang, das er in die Finger bekam, sobald er lesen konnte. Anderen Menschen gegenüber agierte er allerdings eher scheu und zurückhaltend – sehr zum Missfallen seines Vaters, für den dieses Verhalten von einer Schwäche zeugte, die eines Blacks schlicht und ergreifend nicht zu Gesicht stand.<br />
Einen Schwächling als Sohn gezeugt zu haben, war ein Gedanke, den Arcturus Black keineswegs ertragen konnte. Also setzte er bereits früh alles daran, Orion abzuhärten und ihm die stille, zurückhaltende Art geradezu abzuerziehen.<br />
Natürlich förderte er den Umstand, dass sein Sohn nicht nur wusste, wie man ein Buch richtig herum hielt, sondern auch noch gerne darin las. Gleichzeitig zwang er ihn allerdings auch weg von seinen Büchern und hinein in soziale Interaktionen mit anderen. Alles in einem engen Korsett aus Erwartungen und Vorgaben, wie Orion sich als Erbe der Blacks im sozialen Gefüge zu verhalten hatte.<br />
Tränen – ob sie nun aus Überforderung, Trotz oder Angst flossen – wurden hierbei ebenso hart geahndet wie Versagen in der Etikette oder hinter Arcturus‘ Erwartungen allgemein.<br />
Orions Mutter hatte in dieser Hinsicht, das machte ihr Mann ausgesprochen deutlich, kein Mitspracherecht. Allerdings ist Orion ihr bis heute dankbar dafür, dass sie sich des Nachts sehr wohl zu ihrem Sohn stahl und mit ihm darüber sprach, wie er sich fühlte und was ihn bewegte. Orion ist sich keineswegs sicher, ob Arcturus‘ Drill andernfalls den gewünschten Effekt gehabt hätte oder ob er ohne den Rückhalt seiner Mutter nicht möglicherweise vielmehr daran zerbrochen wäre.<br />
Morgens mit einem Spritzer eiskalten Wassers aus Arcturus‘ Zauberstab geweckt zu werden, ist ihm ebenso in unschöner Erinnerung geblieben, wie die Flüche und die Prügel, die es setzte, wenn er sich in Arcturus‘ Augen nicht eines Black-Erben angemessen verhielt.<br />
Damit, dass Orion zunächst also aus Angst alles versuchte, um den Anforderungen seines Vaters gerecht zu werden und nicht weil er selbst ihnen gerecht werden wollte, schien Arcturus sich jedoch ebenso wenig zufrieden geben zu wollen.<br />
An das Gefühl, für seinen Vater in jeder Hinsicht eine Enttäuschung zu sein, erinnert er sich allerdings noch sehr gut. Ebenso an die brennende Scham, als sein Vater im Sommer bevor Orion nach Hogwarts gehen sollte, verlauten ließ, dass er damit rechne, dass Orion der erste Black in Hufflepuff werden würde, so sehr wie er noch immer lieber im Hintergrund verschwände.<br />
Orion wusste natürlich, dass von ihm ebenso wie von jedem anderen Black erwartet würde, dass er nach Slytherin käme. Und er selbst war sich außerdem auch sicher, dass das sehr wohl der Fall sein würde.<br />
Das ausgesprochene Misstrauensvotum seines Vaters, der in den letzten drei Jahren bevorzugt zum Zauberstab gegriffen hatte, um den vermeintlich zu sanft geratenen Sohn abzuhärten, stach umso mehr. Allerdings hatte Orion die Werte eines Blacks eben sehr wohl verinnerlicht.<br />
Also schwieg er dazu, schluckte jede Erwiderung, die ihm eingefallen wäre und entschied sich schlicht und ergreifend dafür, dass Arcturus seine Worte schon früh genug würde schlucken müssen.<br />
<br />
Tatsächlich landete Orion wirklich in Slytherin – der Sprechende Hut hatte dafür auch gar nicht lange überlegen müssen. Und das Erste, was er in den Weihnachtsferien zu Arcturus sagte, auch wenn er fest damit rechnete, ordentlich verhext zu werden, war „Ich hoffe, du hast nicht zu viele Weihnachtsgeschenke mit Dachs-Motiv gekauft, Vater“.<br />
Arcturus reagierte jedoch vollkommen anders, als Orion erwartete und begann herzlich zu lachen. Er wuschelte ihm durchs Haar und verkündete stolz, dass Orion auf Hogwarts dann ja offenkundig sein Rückgrat gefunden habe.<br />
Mit den Jahren lernte Orion verstehen, dass sein Vater von einem echten Black scheinbare Gefühlskälte und bedingungsloses Einstehen für die eigenen Überzeugungen verlangte.<br />
<br />
<b><u>The once and future Secret </u></b><br />
<br />
Obschon einige Jahre jünger als Tom Riddle und der größte Teil seines innersten Kreises, geriet Orion – mithin durch seine Cousine zweiten Grades, Walburga – recht schnell mit hinein in den Freundeskreis um den jungen, geheimnisvollen Slytherin mit dem zweifelhaften Nachnamen.<br />
Orion begriff recht früh, dass der Nachname allein keineswegs ein Grund sein durfte, die offensichtlich von einer überaus magischen Abstammung zeugenden Fähigkeiten Riddles zu ignorieren. Und er hatte längst gelernt, sich in derlei Belangen auf das Bauchgefühl und die Visionen Walburgas zu verlassen.<br />
Genau dies tat er also auch hier.<br />
Schön während seiner Schulzeit entstanden also die Kontakte, dank denen er heute ein Teil von Lord Voldemorts rechter Hand ist. Auch wenn diese Kontakte etwas waren, das er so lange wie möglich sorgsam vor seinem Vater Arcturus geheim gehalten hat.<br />
Erst, als Tom und Aleksander selbst die Schule bereits beendet hatten und Orion selbst bereits seine ZAGs in der Tasche hatte, erfuhr Arcturus davon. Der Versuch, diese Assoziation abzustrafen, weil er von Orion selbstredend forderte, dass dieser sich in den Kreisen seinesgleichens bewegte, endete im ersten und einzigen, ernsthaften Duell zwischen den beiden – einem, das Orion tatsächlich auch gewann und das sein Ende mit Orions Zauberstab unter Arcturus‘ Kinn fand.<br />
Der damals Sechzehnjährige versprach seinem Vater in diesem Moment, dass, sollte er den Zauberstab noch einmal gegen ihn heben – er jeden Fluch zu spüren bekäme, den er jemals an Orion gewirkt hatte. <br />
Es war das letzte Mal, dass Arcturus versuchte, den Zauberstab gegen ihn zu erheben.<br />
Auch, wenn er nach diesem Duell – nach dem übrigens sein Arbeitszimmer renoviert werden musste – bis zum Beginn des nächsten Schuljahres nicht mehr mit Orion sprach. <br />
Orion ist sich bis heute nicht sicher, ob das eine Strafe hatte sein sollen oder nicht. Er erinnert sich allerdings sehr wohl daran, dass er diese Sommerferien als überaus entspannend empfand.<br />
<br />
<b><u>What’s Love got to do with it?</u></b><br />
<br />
Orion hatte Walburga schon als Kind von all seinen Cousins und Cousinen zweiten Grades am liebsten. Dass er sie also außerordentlich vermisst hatte, während sie in Ägypten gewesen war, hatte sowohl bei ihren als auch bei seinen Eltern für überaus große Belustigung gesorgt. Umso mehr, als er, kaum dass sie wieder zurück war, unbedingt der Erste hatte sein wollen, der sie begrüßte.<br />
Natürlich ist Orion bewusst, dass ihre Ehe zwischen ihren Eltern längst verabredet gewesen war. Er allerdings ist sich sicher, dass die Liebe, die sie sehr wohl zueinander fühlen, schon damals durchaus vorhanden war und sieht die gemeinsame Ehe keineswegs als etwas, das sich nur aufgrund eines Entschlusses ihrer Eltern ergeben hat.<br />
Dass seine Gefühle für sie nach der Verlobung nur wuchsen, erachtet er als selbstverständlich und als Zeichen einer gesunden Beziehung.<br />
Er ist ausgesprochen froh darum, sie an seiner Seite zu haben und unterstützte ihre eigenen, schwarzmagischen Studien – insbesondere jene in der Nekromantie – wo und wie er nur konnte.<br />
Umgekehrt weiß er, dass auch er sich der Unterstützung seiner Frau jederzeit sicher sein kann.<br />
Mit ihr an seiner Seite verloren auch die Geburten ihrer gemeinsamer Söhne an Schrecken. Insbesondere in ihren ersten Jahren hatte Orion nämlich durchaus mit erheblichen Zweifeln zu kämpfen, ob er sich der Rolle als Vater gewachsen sehen würde.<br />
Sie war es auch, die ihn bei seiner Ernennung als Richter und selbstverständlich ebenfalls als er sich aktiv den Todessern anschloss, unterstützte.<br />
<br />
<b><u>No Son of mine</b></u><br />
<br />
Die Sache mit der Vaterschaft gestaltete sich, anders als das Richteramt, in das Orion sich schnell einfügte, deutlich schwieriger. Orion kann zumindest vor sich selbst durchaus zugeben, dass seine Vaterrolle ihn oft genug, deutlich überforderte.<br />
In Sirius sah er früh, dass dieser einen nahezu unbrechbaren, eigenen Willen zu haben schien. Im Grunde genommen war das eine Eigenschaft, die man sich in einem Erben genau so nur wünschen konnte, und doch erfüllte sie Orion auch mit einer gewissen Sorge.<br />
Umso mehr war er darauf bedacht, dass Regulus den ungestümen, älteren Bruder auszugleichen und zu unterstützen wusste.<br />
Heute fragt er sich zuweilen, ob er Regulus damit zu sehr an die Seite gedrängt hat und ob er ihn mehr hätte fördern sollen.<br />
Teilweise flüchtete er sich in der Kindererziehung lieber hinter seine berufliche Professionalität. Behandelte seine Söhne, wenn sie sich daneben benommen hatten, lieber wie Angeklagte und führte geradezu Verhandlungen mit ihnen, weil er nicht wollte, dass sie ihn als ebenso willkürlich empfanden, wie er seinen eigenen Vater empfunden hatte.<br />
Sirius allerdings rettete er damit keineswegs.<br />
Dass der Junge, nachdem er ausgerechnet in Gryffindor hatte landen müssen, war der erste Schritt darin gewesen, dass er der Familie mehr und mehr entglitt. Heute fragt Orion sich, ob es nicht klüger gewesen wäre, Sirius in diesem Moment direkt von der Schule zu nehmen und ihn von diesen schädlichen Einflüssen, denen er letztendlich erlegen sein muss, fern zu halten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<u><b>Dead Harts</b></u><br />
<br />
Als Kind war Orion lieber jemand der beobachtete als jemand, der selbst in Aktion trat. Eine stille Neugierde wohnte ihm inne, die durchaus dazu führte, dass er jedes Buch verschlang, das er in die Finger bekam, sobald er lesen konnte. Anderen Menschen gegenüber agierte er allerdings eher scheu und zurückhaltend – sehr zum Missfallen seines Vaters, für den dieses Verhalten von einer Schwäche zeugte, die eines Blacks schlicht und ergreifend nicht zu Gesicht stand.<br />
Einen Schwächling als Sohn gezeugt zu haben, war ein Gedanke, den Arcturus Black keineswegs ertragen konnte. Also setzte er bereits früh alles daran, Orion abzuhärten und ihm die stille, zurückhaltende Art geradezu abzuerziehen.<br />
Natürlich förderte er den Umstand, dass sein Sohn nicht nur wusste, wie man ein Buch richtig herum hielt, sondern auch noch gerne darin las. Gleichzeitig zwang er ihn allerdings auch weg von seinen Büchern und hinein in soziale Interaktionen mit anderen. Alles in einem engen Korsett aus Erwartungen und Vorgaben, wie Orion sich als Erbe der Blacks im sozialen Gefüge zu verhalten hatte.<br />
Tränen – ob sie nun aus Überforderung, Trotz oder Angst flossen – wurden hierbei ebenso hart geahndet wie Versagen in der Etikette oder hinter Arcturus‘ Erwartungen allgemein.<br />
Orions Mutter hatte in dieser Hinsicht, das machte ihr Mann ausgesprochen deutlich, kein Mitspracherecht. Allerdings ist Orion ihr bis heute dankbar dafür, dass sie sich des Nachts sehr wohl zu ihrem Sohn stahl und mit ihm darüber sprach, wie er sich fühlte und was ihn bewegte. Orion ist sich keineswegs sicher, ob Arcturus‘ Drill andernfalls den gewünschten Effekt gehabt hätte oder ob er ohne den Rückhalt seiner Mutter nicht möglicherweise vielmehr daran zerbrochen wäre.<br />
Morgens mit einem Spritzer eiskalten Wassers aus Arcturus‘ Zauberstab geweckt zu werden, ist ihm ebenso in unschöner Erinnerung geblieben, wie die Flüche und die Prügel, die es setzte, wenn er sich in Arcturus‘ Augen nicht eines Black-Erben angemessen verhielt.<br />
Damit, dass Orion zunächst also aus Angst alles versuchte, um den Anforderungen seines Vaters gerecht zu werden und nicht weil er selbst ihnen gerecht werden wollte, schien Arcturus sich jedoch ebenso wenig zufrieden geben zu wollen.<br />
An das Gefühl, für seinen Vater in jeder Hinsicht eine Enttäuschung zu sein, erinnert er sich allerdings noch sehr gut. Ebenso an die brennende Scham, als sein Vater im Sommer bevor Orion nach Hogwarts gehen sollte, verlauten ließ, dass er damit rechne, dass Orion der erste Black in Hufflepuff werden würde, so sehr wie er noch immer lieber im Hintergrund verschwände.<br />
Orion wusste natürlich, dass von ihm ebenso wie von jedem anderen Black erwartet würde, dass er nach Slytherin käme. Und er selbst war sich außerdem auch sicher, dass das sehr wohl der Fall sein würde.<br />
Das ausgesprochene Misstrauensvotum seines Vaters, der in den letzten drei Jahren bevorzugt zum Zauberstab gegriffen hatte, um den vermeintlich zu sanft geratenen Sohn abzuhärten, stach umso mehr. Allerdings hatte Orion die Werte eines Blacks eben sehr wohl verinnerlicht.<br />
Also schwieg er dazu, schluckte jede Erwiderung, die ihm eingefallen wäre und entschied sich schlicht und ergreifend dafür, dass Arcturus seine Worte schon früh genug würde schlucken müssen.<br />
<br />
Tatsächlich landete Orion wirklich in Slytherin – der Sprechende Hut hatte dafür auch gar nicht lange überlegen müssen. Und das Erste, was er in den Weihnachtsferien zu Arcturus sagte, auch wenn er fest damit rechnete, ordentlich verhext zu werden, war „Ich hoffe, du hast nicht zu viele Weihnachtsgeschenke mit Dachs-Motiv gekauft, Vater“.<br />
Arcturus reagierte jedoch vollkommen anders, als Orion erwartete und begann herzlich zu lachen. Er wuschelte ihm durchs Haar und verkündete stolz, dass Orion auf Hogwarts dann ja offenkundig sein Rückgrat gefunden habe.<br />
Mit den Jahren lernte Orion verstehen, dass sein Vater von einem echten Black scheinbare Gefühlskälte und bedingungsloses Einstehen für die eigenen Überzeugungen verlangte.<br />
<br />
<b><u>The once and future Secret </u></b><br />
<br />
Obschon einige Jahre jünger als Tom Riddle und der größte Teil seines innersten Kreises, geriet Orion – mithin durch seine Cousine zweiten Grades, Walburga – recht schnell mit hinein in den Freundeskreis um den jungen, geheimnisvollen Slytherin mit dem zweifelhaften Nachnamen.<br />
Orion begriff recht früh, dass der Nachname allein keineswegs ein Grund sein durfte, die offensichtlich von einer überaus magischen Abstammung zeugenden Fähigkeiten Riddles zu ignorieren. Und er hatte längst gelernt, sich in derlei Belangen auf das Bauchgefühl und die Visionen Walburgas zu verlassen.<br />
Genau dies tat er also auch hier.<br />
Schön während seiner Schulzeit entstanden also die Kontakte, dank denen er heute ein Teil von Lord Voldemorts rechter Hand ist. Auch wenn diese Kontakte etwas waren, das er so lange wie möglich sorgsam vor seinem Vater Arcturus geheim gehalten hat.<br />
Erst, als Tom und Aleksander selbst die Schule bereits beendet hatten und Orion selbst bereits seine ZAGs in der Tasche hatte, erfuhr Arcturus davon. Der Versuch, diese Assoziation abzustrafen, weil er von Orion selbstredend forderte, dass dieser sich in den Kreisen seinesgleichens bewegte, endete im ersten und einzigen, ernsthaften Duell zwischen den beiden – einem, das Orion tatsächlich auch gewann und das sein Ende mit Orions Zauberstab unter Arcturus‘ Kinn fand.<br />
Der damals Sechzehnjährige versprach seinem Vater in diesem Moment, dass, sollte er den Zauberstab noch einmal gegen ihn heben – er jeden Fluch zu spüren bekäme, den er jemals an Orion gewirkt hatte. <br />
Es war das letzte Mal, dass Arcturus versuchte, den Zauberstab gegen ihn zu erheben.<br />
Auch, wenn er nach diesem Duell – nach dem übrigens sein Arbeitszimmer renoviert werden musste – bis zum Beginn des nächsten Schuljahres nicht mehr mit Orion sprach. <br />
Orion ist sich bis heute nicht sicher, ob das eine Strafe hatte sein sollen oder nicht. Er erinnert sich allerdings sehr wohl daran, dass er diese Sommerferien als überaus entspannend empfand.<br />
<br />
<b><u>What’s Love got to do with it?</u></b><br />
<br />
Orion hatte Walburga schon als Kind von all seinen Cousins und Cousinen zweiten Grades am liebsten. Dass er sie also außerordentlich vermisst hatte, während sie in Ägypten gewesen war, hatte sowohl bei ihren als auch bei seinen Eltern für überaus große Belustigung gesorgt. Umso mehr, als er, kaum dass sie wieder zurück war, unbedingt der Erste hatte sein wollen, der sie begrüßte.<br />
Natürlich ist Orion bewusst, dass ihre Ehe zwischen ihren Eltern längst verabredet gewesen war. Er allerdings ist sich sicher, dass die Liebe, die sie sehr wohl zueinander fühlen, schon damals durchaus vorhanden war und sieht die gemeinsame Ehe keineswegs als etwas, das sich nur aufgrund eines Entschlusses ihrer Eltern ergeben hat.<br />
Dass seine Gefühle für sie nach der Verlobung nur wuchsen, erachtet er als selbstverständlich und als Zeichen einer gesunden Beziehung.<br />
Er ist ausgesprochen froh darum, sie an seiner Seite zu haben und unterstützte ihre eigenen, schwarzmagischen Studien – insbesondere jene in der Nekromantie – wo und wie er nur konnte.<br />
Umgekehrt weiß er, dass auch er sich der Unterstützung seiner Frau jederzeit sicher sein kann.<br />
Mit ihr an seiner Seite verloren auch die Geburten ihrer gemeinsamer Söhne an Schrecken. Insbesondere in ihren ersten Jahren hatte Orion nämlich durchaus mit erheblichen Zweifeln zu kämpfen, ob er sich der Rolle als Vater gewachsen sehen würde.<br />
Sie war es auch, die ihn bei seiner Ernennung als Richter und selbstverständlich ebenfalls als er sich aktiv den Todessern anschloss, unterstützte.<br />
<br />
<b><u>No Son of mine</b></u><br />
<br />
Die Sache mit der Vaterschaft gestaltete sich, anders als das Richteramt, in das Orion sich schnell einfügte, deutlich schwieriger. Orion kann zumindest vor sich selbst durchaus zugeben, dass seine Vaterrolle ihn oft genug, deutlich überforderte.<br />
In Sirius sah er früh, dass dieser einen nahezu unbrechbaren, eigenen Willen zu haben schien. Im Grunde genommen war das eine Eigenschaft, die man sich in einem Erben genau so nur wünschen konnte, und doch erfüllte sie Orion auch mit einer gewissen Sorge.<br />
Umso mehr war er darauf bedacht, dass Regulus den ungestümen, älteren Bruder auszugleichen und zu unterstützen wusste.<br />
Heute fragt er sich zuweilen, ob er Regulus damit zu sehr an die Seite gedrängt hat und ob er ihn mehr hätte fördern sollen.<br />
Teilweise flüchtete er sich in der Kindererziehung lieber hinter seine berufliche Professionalität. Behandelte seine Söhne, wenn sie sich daneben benommen hatten, lieber wie Angeklagte und führte geradezu Verhandlungen mit ihnen, weil er nicht wollte, dass sie ihn als ebenso willkürlich empfanden, wie er seinen eigenen Vater empfunden hatte.<br />
Sirius allerdings rettete er damit keineswegs.<br />
Dass der Junge, nachdem er ausgerechnet in Gryffindor hatte landen müssen, war der erste Schritt darin gewesen, dass er der Familie mehr und mehr entglitt. Heute fragt Orion sich, ob es nicht klüger gewesen wäre, Sirius in diesem Moment direkt von der Schule zu nehmen und ihn von diesen schädlichen Einflüssen, denen er letztendlich erlegen sein muss, fern zu halten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Aodhagán O'Suibhne]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2560</link>
			<pubDate>Fri, 31 Oct 2025 19:44:46 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=336">Aodhagán O'Suibhne</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2560</guid>
			<description><![CDATA[<u><b>Trigger-Warnung:</u> Tod eines Elternteils</b><br />
<br />
<b>26. Juli 1972, St. Mungos</b><br />
“Dad? Warum war ich bei der Beerdigung nicht dabei, aber die Mädchen schon?” Caoimhin O’Suibhne trank einen Schluck von seinem Kaffee, während sein Blick langsam über den Jungen glitt, der sich gleich nach der Frage einen zu großen Bissen Apfelstrudel in den Mund geschoben hatte. “Weil es zu gefährlich gewesen wäre”, erklärte er dann.<br />
“Warum war es für die Mädchen nicht gefährlich?”, verlangte er zu wissen. “Weil es um dich ging”, erwiderte der Vater. Aodhagán aß schweigend den süßen Strudel, grübelnd, bis er die Gabel neben den Teller legte und aufmerksam zu dem Vater hoch schaute. “Bin ich gefährlich für andere? Ist Mum wegen mir gestorben?”<br />
Caoimhin schaute den Jungen für einen Moment erschrocken an, ehe er den Kopf schüttelte. “Aber nein, Aodhagán. Du bist keine Gefahr, hörst du? Für niemanden. Und sie ist auch nicht wegen dir gestorben.” Wie kam der Junge nur auf solche Gedanken? Caoimhin legte seine Hand unter das schmale Kinn, als der Aodhagán den Kopf senken wollte, suchte seinen Blick. “Du hattest Anfälle, ein paar sogar, und ich war besorgt, dass du bei der Beerdigung einen haben könntest.” Der Junge nickte langsam. “Bin ich krank, Dad?”<br />
Caoimhin machte eine unbestimmte Bewegung mit dem Kopf, weder ein Nicken, noch ein Kopfschütteln, und griff erneut nach seinem Kaffee. “Das versuchen die Heiler herauszufinden”, erklärte er, ehe er einen Schluck trank. “Und du hilfst ihnen dabei, ja?” Aodhagán nickte erneut langsam, starrte dann auf die Krümel auf seinem Teller. “Ich will nach Hause”, erklärte er.<br />
“Ich weiß.” Caoimhin legte eine Hand auf die des Kindes. “Du kannst nach Hause, wenn es dir besser geht.”<br />
“Aber es geht mir gut”, widersprach der Junge. Er ballte die Hände zu Fäusten und spürte, wie ihm Tränen in die Augen stiegen. “Ich will zu dir, und Niamh und Oonagh und Brighid und… Mum…”<br />
“Mum ist tot, Aodhagán”, erinnerte Caoimhin, wobei seine eigene Stimme schwer klang.<br />
Der Junge hielt den Blick gesenkt. Tränen rannen ihm über die Wangen, aber er sollte nicht weinen. Er sollte stark sein. “Ich vermisse sie.” Unglaublich schwer waren die Worte. So schwer, dass er es regelrecht im Herzen spürte. So scharf, dass es weh tat. Überall.<br />
“Ich weiß. Wir vermissen sie alle”, klang die Stimme des Vaters dumpf, wie aus weiter Ferne. “Aodhagán?” Der Vater ließ die Tasse fallen, als sein Sohn zitternd vom Stuhl glitt. Das Schluchzen wurde zu einem Wimmern, dann zu einem Schrei. “Hilfe! Ich brauche Hilfe!”, rief Caoimhin und sah sich nach den Schwestern um.<br />
<br />
<b>29. Juli 1972, St. Mungos</b><br />
“Sind Sie sicher, dass das funktioniert?”, wollte Caoimhin wissen, während sein Blick abwägend über die junge Brünette und den kleinen Kniesel auf ihrem Arm glitt. “Eine absolute Sicherheit gibt es nie”, antwortete Arabella und setzte das Kitten auf der Bettdecke auf. “Haben Sie Geduld und beobachten Sie”, riet sie noch.<br />
Es war schon ein Akt gewesen, die Heiler der Station davon zu überzeugen, einen Kniesel hereinzulassen. Doch am Ende hofften alle, dass es funktionierte. Seit dem Tod der Mutter hatte Aodhagán einen Anfall nach dem anderen. Manchmal lagen ein paar Stunden dazwischen, manchmal nur ein paar Minuten. Noch nicht einen Tag hatte es ganz ohne Anfall gegeben und ein Ende war nicht abzusehen. Immerhin trauerte der Junge. Inzwischen waren sich die Heiler einig, dass es unverantwortlich wäre, einen Neunjährigen über einen längeren Zeitraum mit Tränken zu betäuben. Es war eine Sache, nachts für erholsamen Schlaf zu sorgen, doch ein Kind auch tagsüber immer zu den Tränken auszusetzen - und damit auch den natürlichen Prozess der Trauer zu unterbinden - konnte einfach nicht gesund sein.<br />
Caoimhin war verzweifelt gewesen, hatte Rat an den ungewöhnlichsten Stellen gesucht - auch in der <i>Augurey Apotheke</i>, wo Arabella arbeitete und ihre Kniesel ein- und ausgingen. Sie war auf die Idee gekommen, dass eines ihrer Tiere helfen könnte. Und so saßen sie nun beide am Krankenbett und beobachteten, wie Aodhagán wach wurde, wie sich seine Augen erst weiteten und dann strahlten. Geradezu zögernd strich er mit den Fingern durch das flauschige Fell, während der kleine Kater über den Körper des Jungen schritt und seinen Kopf schnurrend an dessen Kinn rieb.<br />
“Sehen Sie?”, sprach sie leise zum Vater. “Haare und Liebe vertreiben Trauer und Kummer.” Lächelnd wandte sie sich dann an den Patienten: “Er heißt Sir Galahad." Allerdings nenne ich fast immer Cinnamon. Kaum dass er laufen konnte, hat er eine Dose mit Zimt hinuntergeworfen und sich darin gewälzt. Mehr als eine Woche hat er überall den Duft von Zimt verbreitet. Darum nenne ich ihn so.”<br />
“Hallo Cinnamon”, begrüßte Aodhagán den Kater leise, ehe er den Blick auf den Vater richtete und fragte: “Darf ich ihn behalten?” Caoimhin nickte langsam, lächelnd und voller Hoffnung.<br />
<br />
<b>1. September 1973, Kings Cross</b><br />
Aodhagán atmete tief durch. Das hier war etwas, das er immer gewollt hatte! Er stand auf dem Bahnsteig 9 ¾. Hunderte andere Schüler und Schülerinnen, zum Teil schon in schwarzen Roben und zum Teil noch in ihrer Alltagskleidung, liefen umher. Freunde begrüßten einander. Eltern verabschiedeten ihre Kinder. Die Rauchwolke der magischen Lock zog gen Himmel. Frösche quakten, Eulen schrien, Katzen fauchten und Cinnamon kratzte an seinem Korb. Er mochte es nicht, eingesperrt zu sein. Caoimhin meinte allerdings, es wäre sicherer.<br />
Aodhagán spürte seinen Herzschlag überdeutlich in seiner Brust und die Hand des Vaters schwer auf seiner Schulter. “Ist alles in Ordnung, Junge?” Aodhagán nickte mechanisch. Er hatte das hier immer gewollt. Wie jeder junge Zauberer. Er wollte nach Hogwarts, freute sich auf das Schloss, auf neue Freunde und darauf, endlich richtig zaubern zu lernen. Es <u>sollte</u> alles in Ordnung sein.<br />
Die Frage war, was machten diese Zauberer dann hier? Sie ragten in der Schülerschar auf, wie zwei Leuchttürme und trugen silberne Masken. Sie zogen ihre Zauberstäbe. Aodhagán wollte rufen, wollte sie warnen, doch er bekam keine Luft, brachte keinen Ton heraus. Grüne Lichtblitze zischten mitten in eine Schülergruppe, Körper fielen - und Aodhagán spürte weiches Fell zwischen seinen Fingern. Er spürte regelrecht das Vibrieren des warmen Körpers, der sich gegen seine Brust und seinen Hals schmiegte. Der Junge schnappte nach Luft, als wäre er bei einem Tauchgang zu lange unter Wasser gewesen.<br />
“Du solltest lieber zuhause bleiben”, hörte er die Stimme des Vaters wie durch eine dicke Schicht Watte. Aodhagán schüttelte den Kopf und realisierte erst bei dieser Bewegung, dass er auf dem kalten Boden lag.<br />
“Nein”, keuchte er, atmete tief durch und stemmte sich mit purer Willenskraft in eine sitzende Position. “Ich will nach Hogwarts, Dad. Ich… ich schaff das schon.” Er drückte Cinnamon an sich und griff nach dem Stück Schokolade, das mit einem Mal vor seinem Gesicht schwebte. “Ich will nach Hogwarts, Dad.” Betonte er, schob sich die Schokolade in den Mund und kam wieder auf die Beine.<br />
Caoimhin beobachtete den Jungen skeptisch und deutete schließlich auf den Zug. “Dann solltest du dich beeilen. Es sieht nicht so aus, als wollten sie noch lange warten.”<br />
Aodhagán sah sich um und realisierte, dass der Bahnsteig inzwischen so gut wie leer war. Dafür klebten Dutzende Gesichter an den Fenstern der Waggons. Er spürte, wie ihm das Blut ins Gesicht schoss, umfasste den schnurrenden Kniesel noch etwas fester und konzentrierte sich auf den süßen Geschmack in seinem Mund. Jetzt bloß kein weiterer Anfall!, schoss es ihm durch den Kopf.<br />
“Wir… wir sehen uns Weihnachten, Dad”, entschied er, ließ gerade noch zu, dass Caoimhin ihm ein weiteres Mal die Schulter drückte und beeilte sich dann, in den Zug zu steigen.<br />
<br />
<b>28. Juni 1978, Hogwarts</b><br />
<i>“Gealaí! Gealaí!”</i> Aodhagán hörte seine Schwester deutlich aus dem Gemurmel und Geraune der übrigen Schüler heraus. Niemand sonst rief ihn mit seinem zweiten Vornamen. “Ich komm gleich nach”, meinte er zu den Freunden und drehte sich mit einem leisen Seufzer um, um gegen den Strom der Schüler die Treppe wieder hinunter zu gehen, Brighid entgegen. <i> “Gealaí!”</i>, rief sie noch einmal und blieb regelrecht atemlos bei ihm stehen, zwei Stufen unter ihm, so dass sie kleiner wirkte, als sie eigentlich war. “Was ist denn?”, fragte er und rieb sich den Oberarm, nachdem er von einem älteren Schüler im Vorbeigehen angerempelt wurde. <i> “Miss Bletchley hat geschrieben. Sie holt uns am Bahnhof ab.”</i> Brighid hatte rote Wangen und hielt einen Brief in der Hand. Offenbar freute sie sich über die Nachricht und Aodhagán konnte es ihr nicht verübeln. Bei ihrer ersten Begegnung mit der Leiterin des Waisenhauses war Miss Bletchley freundlich und verständnisvoll gewesen.<br />
“Hm, komm mal mit.” Aodhagán umfasste das Handgelenk der kleinen Schwester und zog sie von der Treppe runter in den Gang, der zum Klassenzimmer für Verwandlung führte. Schon nach wenigen Schritten war es erheblich ruhiger. Die letzten Prüfungen waren in allen Klassen geschrieben und die letzten Tage des Schuljahres hatten sie frei. Kaum jemand hatte einen Grund noch die Klassenräume aufzusuchen. Die meisten Jugendlichen zog es nach dem Frühstück hinaus in die warme Juni-Sonne. Eben dahin wollte Aodhagán auch, nachdem er seinen Besen aus dem Ravenclaw-Turm geholt hatte. Auf die Wiesen und hinüber zum Stadion, wo er mit dem Rest des Teams noch ein paar Runden fliegen und ein paar Bälle werfen würde. Ein letztes, lockeres Training vor den Sommerferien. Das hatte nun zu warten.<br />
“Zeig mal her”, sagte Aodhagán und zog Brighid den Brief aus der Hand. Rasch überflog er die schwungvollen Zeilen, blieb an ein paar Worten hängen und nickte langsam. “Sie wird dich abholen”, betonte er, drehte das Pergament so, dass das Mädchen es lesen konnte und deutete auf die passenden Zeilen. <i> “Na und?”</i> Verständnislos zog sie ihm den Brief wieder aus den Fingern. <i> “Du hast doch auch einen bekommen, oder?”</i><br />
Aodhagán seufzte leise. Er hätte diesen Moment gerne noch ein paar Stunden hinaus gezögert, bis er wenigstens selbst verdaut hatte, was er eben beim Frühstück gelesen hatte. Genau deswegen wollte er auf das Quidditchfeld. “Nicht direkt”, erwiderte er und zog einen ganz ähnlichen Brief aus der Hosentasche. Langsam faltete er das Pergament auseinander, als könnte er damit das Unvermeidliche hinauszögern, und reichte ihn Brighid zum Lesen. “Mr. Black wird mich abholen.”<br />
<i> “Mr. Black?”</i>, echote sie regelrecht schrill, so dass Aodhagán unruhig den Gang entlang schaute. Das brauchte auch nicht direkt die ganze Schule wissen. <i> “Welcher? Der Vater von unseren Blacks?”</i> Ein schiefes Grinsen huschte über die Lippen des Ravenclaw. Es war ja nicht so, als wären sie enge Freunde von Sirius oder Regulus. Sie gingen nur einfach zufällig auf dieselbe Schule und hatten ab und zu mal mehr und mal weniger miteinander zu tun. Meistens eher weniger. Aber Blacks waren bekannt - ganz besonders für ihren Status in der gehobenen Welt der Reinblüter und für  ihren Hang zu schwarzer Magie. <i> “Was will der denn von dir?”</i>, fragte Brighid weiter. Aodhagán hob leicht die Schultern. “Ich weiß nicht genau”, erwiderte er, obwohl das nicht so ganz stimmte. Es war kein Geheimnis, dass er Dinge sah. Möglicherweise hatte Regulus davon zuhause erzählt. Vielleicht wusste es Mr. Black auch aus ganz anderen Quellen. Jedenfalls konnte er sich vorstellen, dass eine solche Gabe - selbst wenn Aodhagán sie allzu gerne als Fluch bezeichnete - für so eine alte, ambitionierte Familie interessant sein könnte.<br />
<i> “Moment, heißt das, du wirst bei denen wohnen?”</i> Offenbar hatte Brighid die entscheidenden Zeilen des Briefes gefunden und sah ihren Bruder nun bestürzt an. <i> “Heißt das, wir werden uns gar nicht sehen?”</i><br />
“Doch, natürlich!”, erklärte Aodhagán mit Nachdruck. Er legte die Hände an Brighids Schultern. Sie war zwar ein Jahr jünger als er, doch sie waren beinahe gleich groß. “Ich verspreche dir, ich werde alles versuchen, damit ich dich besuchen kann.” Er legte seine Arme um sie, als sie sich an ihn lehnte. “Sie können uns nicht einfach so trennen, okay?”]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<u><b>Trigger-Warnung:</u> Tod eines Elternteils</b><br />
<br />
<b>26. Juli 1972, St. Mungos</b><br />
“Dad? Warum war ich bei der Beerdigung nicht dabei, aber die Mädchen schon?” Caoimhin O’Suibhne trank einen Schluck von seinem Kaffee, während sein Blick langsam über den Jungen glitt, der sich gleich nach der Frage einen zu großen Bissen Apfelstrudel in den Mund geschoben hatte. “Weil es zu gefährlich gewesen wäre”, erklärte er dann.<br />
“Warum war es für die Mädchen nicht gefährlich?”, verlangte er zu wissen. “Weil es um dich ging”, erwiderte der Vater. Aodhagán aß schweigend den süßen Strudel, grübelnd, bis er die Gabel neben den Teller legte und aufmerksam zu dem Vater hoch schaute. “Bin ich gefährlich für andere? Ist Mum wegen mir gestorben?”<br />
Caoimhin schaute den Jungen für einen Moment erschrocken an, ehe er den Kopf schüttelte. “Aber nein, Aodhagán. Du bist keine Gefahr, hörst du? Für niemanden. Und sie ist auch nicht wegen dir gestorben.” Wie kam der Junge nur auf solche Gedanken? Caoimhin legte seine Hand unter das schmale Kinn, als der Aodhagán den Kopf senken wollte, suchte seinen Blick. “Du hattest Anfälle, ein paar sogar, und ich war besorgt, dass du bei der Beerdigung einen haben könntest.” Der Junge nickte langsam. “Bin ich krank, Dad?”<br />
Caoimhin machte eine unbestimmte Bewegung mit dem Kopf, weder ein Nicken, noch ein Kopfschütteln, und griff erneut nach seinem Kaffee. “Das versuchen die Heiler herauszufinden”, erklärte er, ehe er einen Schluck trank. “Und du hilfst ihnen dabei, ja?” Aodhagán nickte erneut langsam, starrte dann auf die Krümel auf seinem Teller. “Ich will nach Hause”, erklärte er.<br />
“Ich weiß.” Caoimhin legte eine Hand auf die des Kindes. “Du kannst nach Hause, wenn es dir besser geht.”<br />
“Aber es geht mir gut”, widersprach der Junge. Er ballte die Hände zu Fäusten und spürte, wie ihm Tränen in die Augen stiegen. “Ich will zu dir, und Niamh und Oonagh und Brighid und… Mum…”<br />
“Mum ist tot, Aodhagán”, erinnerte Caoimhin, wobei seine eigene Stimme schwer klang.<br />
Der Junge hielt den Blick gesenkt. Tränen rannen ihm über die Wangen, aber er sollte nicht weinen. Er sollte stark sein. “Ich vermisse sie.” Unglaublich schwer waren die Worte. So schwer, dass er es regelrecht im Herzen spürte. So scharf, dass es weh tat. Überall.<br />
“Ich weiß. Wir vermissen sie alle”, klang die Stimme des Vaters dumpf, wie aus weiter Ferne. “Aodhagán?” Der Vater ließ die Tasse fallen, als sein Sohn zitternd vom Stuhl glitt. Das Schluchzen wurde zu einem Wimmern, dann zu einem Schrei. “Hilfe! Ich brauche Hilfe!”, rief Caoimhin und sah sich nach den Schwestern um.<br />
<br />
<b>29. Juli 1972, St. Mungos</b><br />
“Sind Sie sicher, dass das funktioniert?”, wollte Caoimhin wissen, während sein Blick abwägend über die junge Brünette und den kleinen Kniesel auf ihrem Arm glitt. “Eine absolute Sicherheit gibt es nie”, antwortete Arabella und setzte das Kitten auf der Bettdecke auf. “Haben Sie Geduld und beobachten Sie”, riet sie noch.<br />
Es war schon ein Akt gewesen, die Heiler der Station davon zu überzeugen, einen Kniesel hereinzulassen. Doch am Ende hofften alle, dass es funktionierte. Seit dem Tod der Mutter hatte Aodhagán einen Anfall nach dem anderen. Manchmal lagen ein paar Stunden dazwischen, manchmal nur ein paar Minuten. Noch nicht einen Tag hatte es ganz ohne Anfall gegeben und ein Ende war nicht abzusehen. Immerhin trauerte der Junge. Inzwischen waren sich die Heiler einig, dass es unverantwortlich wäre, einen Neunjährigen über einen längeren Zeitraum mit Tränken zu betäuben. Es war eine Sache, nachts für erholsamen Schlaf zu sorgen, doch ein Kind auch tagsüber immer zu den Tränken auszusetzen - und damit auch den natürlichen Prozess der Trauer zu unterbinden - konnte einfach nicht gesund sein.<br />
Caoimhin war verzweifelt gewesen, hatte Rat an den ungewöhnlichsten Stellen gesucht - auch in der <i>Augurey Apotheke</i>, wo Arabella arbeitete und ihre Kniesel ein- und ausgingen. Sie war auf die Idee gekommen, dass eines ihrer Tiere helfen könnte. Und so saßen sie nun beide am Krankenbett und beobachteten, wie Aodhagán wach wurde, wie sich seine Augen erst weiteten und dann strahlten. Geradezu zögernd strich er mit den Fingern durch das flauschige Fell, während der kleine Kater über den Körper des Jungen schritt und seinen Kopf schnurrend an dessen Kinn rieb.<br />
“Sehen Sie?”, sprach sie leise zum Vater. “Haare und Liebe vertreiben Trauer und Kummer.” Lächelnd wandte sie sich dann an den Patienten: “Er heißt Sir Galahad." Allerdings nenne ich fast immer Cinnamon. Kaum dass er laufen konnte, hat er eine Dose mit Zimt hinuntergeworfen und sich darin gewälzt. Mehr als eine Woche hat er überall den Duft von Zimt verbreitet. Darum nenne ich ihn so.”<br />
“Hallo Cinnamon”, begrüßte Aodhagán den Kater leise, ehe er den Blick auf den Vater richtete und fragte: “Darf ich ihn behalten?” Caoimhin nickte langsam, lächelnd und voller Hoffnung.<br />
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<b>1. September 1973, Kings Cross</b><br />
Aodhagán atmete tief durch. Das hier war etwas, das er immer gewollt hatte! Er stand auf dem Bahnsteig 9 ¾. Hunderte andere Schüler und Schülerinnen, zum Teil schon in schwarzen Roben und zum Teil noch in ihrer Alltagskleidung, liefen umher. Freunde begrüßten einander. Eltern verabschiedeten ihre Kinder. Die Rauchwolke der magischen Lock zog gen Himmel. Frösche quakten, Eulen schrien, Katzen fauchten und Cinnamon kratzte an seinem Korb. Er mochte es nicht, eingesperrt zu sein. Caoimhin meinte allerdings, es wäre sicherer.<br />
Aodhagán spürte seinen Herzschlag überdeutlich in seiner Brust und die Hand des Vaters schwer auf seiner Schulter. “Ist alles in Ordnung, Junge?” Aodhagán nickte mechanisch. Er hatte das hier immer gewollt. Wie jeder junge Zauberer. Er wollte nach Hogwarts, freute sich auf das Schloss, auf neue Freunde und darauf, endlich richtig zaubern zu lernen. Es <u>sollte</u> alles in Ordnung sein.<br />
Die Frage war, was machten diese Zauberer dann hier? Sie ragten in der Schülerschar auf, wie zwei Leuchttürme und trugen silberne Masken. Sie zogen ihre Zauberstäbe. Aodhagán wollte rufen, wollte sie warnen, doch er bekam keine Luft, brachte keinen Ton heraus. Grüne Lichtblitze zischten mitten in eine Schülergruppe, Körper fielen - und Aodhagán spürte weiches Fell zwischen seinen Fingern. Er spürte regelrecht das Vibrieren des warmen Körpers, der sich gegen seine Brust und seinen Hals schmiegte. Der Junge schnappte nach Luft, als wäre er bei einem Tauchgang zu lange unter Wasser gewesen.<br />
“Du solltest lieber zuhause bleiben”, hörte er die Stimme des Vaters wie durch eine dicke Schicht Watte. Aodhagán schüttelte den Kopf und realisierte erst bei dieser Bewegung, dass er auf dem kalten Boden lag.<br />
“Nein”, keuchte er, atmete tief durch und stemmte sich mit purer Willenskraft in eine sitzende Position. “Ich will nach Hogwarts, Dad. Ich… ich schaff das schon.” Er drückte Cinnamon an sich und griff nach dem Stück Schokolade, das mit einem Mal vor seinem Gesicht schwebte. “Ich will nach Hogwarts, Dad.” Betonte er, schob sich die Schokolade in den Mund und kam wieder auf die Beine.<br />
Caoimhin beobachtete den Jungen skeptisch und deutete schließlich auf den Zug. “Dann solltest du dich beeilen. Es sieht nicht so aus, als wollten sie noch lange warten.”<br />
Aodhagán sah sich um und realisierte, dass der Bahnsteig inzwischen so gut wie leer war. Dafür klebten Dutzende Gesichter an den Fenstern der Waggons. Er spürte, wie ihm das Blut ins Gesicht schoss, umfasste den schnurrenden Kniesel noch etwas fester und konzentrierte sich auf den süßen Geschmack in seinem Mund. Jetzt bloß kein weiterer Anfall!, schoss es ihm durch den Kopf.<br />
“Wir… wir sehen uns Weihnachten, Dad”, entschied er, ließ gerade noch zu, dass Caoimhin ihm ein weiteres Mal die Schulter drückte und beeilte sich dann, in den Zug zu steigen.<br />
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<b>28. Juni 1978, Hogwarts</b><br />
<i>“Gealaí! Gealaí!”</i> Aodhagán hörte seine Schwester deutlich aus dem Gemurmel und Geraune der übrigen Schüler heraus. Niemand sonst rief ihn mit seinem zweiten Vornamen. “Ich komm gleich nach”, meinte er zu den Freunden und drehte sich mit einem leisen Seufzer um, um gegen den Strom der Schüler die Treppe wieder hinunter zu gehen, Brighid entgegen. <i> “Gealaí!”</i>, rief sie noch einmal und blieb regelrecht atemlos bei ihm stehen, zwei Stufen unter ihm, so dass sie kleiner wirkte, als sie eigentlich war. “Was ist denn?”, fragte er und rieb sich den Oberarm, nachdem er von einem älteren Schüler im Vorbeigehen angerempelt wurde. <i> “Miss Bletchley hat geschrieben. Sie holt uns am Bahnhof ab.”</i> Brighid hatte rote Wangen und hielt einen Brief in der Hand. Offenbar freute sie sich über die Nachricht und Aodhagán konnte es ihr nicht verübeln. Bei ihrer ersten Begegnung mit der Leiterin des Waisenhauses war Miss Bletchley freundlich und verständnisvoll gewesen.<br />
“Hm, komm mal mit.” Aodhagán umfasste das Handgelenk der kleinen Schwester und zog sie von der Treppe runter in den Gang, der zum Klassenzimmer für Verwandlung führte. Schon nach wenigen Schritten war es erheblich ruhiger. Die letzten Prüfungen waren in allen Klassen geschrieben und die letzten Tage des Schuljahres hatten sie frei. Kaum jemand hatte einen Grund noch die Klassenräume aufzusuchen. Die meisten Jugendlichen zog es nach dem Frühstück hinaus in die warme Juni-Sonne. Eben dahin wollte Aodhagán auch, nachdem er seinen Besen aus dem Ravenclaw-Turm geholt hatte. Auf die Wiesen und hinüber zum Stadion, wo er mit dem Rest des Teams noch ein paar Runden fliegen und ein paar Bälle werfen würde. Ein letztes, lockeres Training vor den Sommerferien. Das hatte nun zu warten.<br />
“Zeig mal her”, sagte Aodhagán und zog Brighid den Brief aus der Hand. Rasch überflog er die schwungvollen Zeilen, blieb an ein paar Worten hängen und nickte langsam. “Sie wird dich abholen”, betonte er, drehte das Pergament so, dass das Mädchen es lesen konnte und deutete auf die passenden Zeilen. <i> “Na und?”</i> Verständnislos zog sie ihm den Brief wieder aus den Fingern. <i> “Du hast doch auch einen bekommen, oder?”</i><br />
Aodhagán seufzte leise. Er hätte diesen Moment gerne noch ein paar Stunden hinaus gezögert, bis er wenigstens selbst verdaut hatte, was er eben beim Frühstück gelesen hatte. Genau deswegen wollte er auf das Quidditchfeld. “Nicht direkt”, erwiderte er und zog einen ganz ähnlichen Brief aus der Hosentasche. Langsam faltete er das Pergament auseinander, als könnte er damit das Unvermeidliche hinauszögern, und reichte ihn Brighid zum Lesen. “Mr. Black wird mich abholen.”<br />
<i> “Mr. Black?”</i>, echote sie regelrecht schrill, so dass Aodhagán unruhig den Gang entlang schaute. Das brauchte auch nicht direkt die ganze Schule wissen. <i> “Welcher? Der Vater von unseren Blacks?”</i> Ein schiefes Grinsen huschte über die Lippen des Ravenclaw. Es war ja nicht so, als wären sie enge Freunde von Sirius oder Regulus. Sie gingen nur einfach zufällig auf dieselbe Schule und hatten ab und zu mal mehr und mal weniger miteinander zu tun. Meistens eher weniger. Aber Blacks waren bekannt - ganz besonders für ihren Status in der gehobenen Welt der Reinblüter und für  ihren Hang zu schwarzer Magie. <i> “Was will der denn von dir?”</i>, fragte Brighid weiter. Aodhagán hob leicht die Schultern. “Ich weiß nicht genau”, erwiderte er, obwohl das nicht so ganz stimmte. Es war kein Geheimnis, dass er Dinge sah. Möglicherweise hatte Regulus davon zuhause erzählt. Vielleicht wusste es Mr. Black auch aus ganz anderen Quellen. Jedenfalls konnte er sich vorstellen, dass eine solche Gabe - selbst wenn Aodhagán sie allzu gerne als Fluch bezeichnete - für so eine alte, ambitionierte Familie interessant sein könnte.<br />
<i> “Moment, heißt das, du wirst bei denen wohnen?”</i> Offenbar hatte Brighid die entscheidenden Zeilen des Briefes gefunden und sah ihren Bruder nun bestürzt an. <i> “Heißt das, wir werden uns gar nicht sehen?”</i><br />
“Doch, natürlich!”, erklärte Aodhagán mit Nachdruck. Er legte die Hände an Brighids Schultern. Sie war zwar ein Jahr jünger als er, doch sie waren beinahe gleich groß. “Ich verspreche dir, ich werde alles versuchen, damit ich dich besuchen kann.” Er legte seine Arme um sie, als sie sich an ihn lehnte. “Sie können uns nicht einfach so trennen, okay?”]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Henry Morganach]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2544</link>
			<pubDate>Sun, 26 Oct 2025 12:03:45 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=330">Henry Morganach</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2544</guid>
			<description><![CDATA[<h1>A Childhood Between Two Worlds</h1><br />
Henry wurde am 17. März 1958 geboren und damit ausgerechnet an einem irischen Nationalfeiertag, dem St. Patrick’s Day – ein Umstand, der im später im Leben noch ziemlich zu schaffen machen sollte. Er wuchs als Kind eines Runenschmieds und einer Goldschmiedin im Stadtteil Howth an der Küste von Dublin auf. Touristik bestimmte das Leben der Familie, da seine Mutter den Schmuck bis heute im eigenen Laden ausstellt und hauptsächlich davon lebt, weshalb sie vor allem in den Sommermonaten weniger Zeit für die Familie hatte. Sein Vater arbeitete sehr zurückgezogen in seiner kleinen schmiede, war wenig präsent und wenn dann erzählte er kaum von dem, was er da tat. So verbrachte er als Kind viel Zeit im Laden und der Goldschmiede seiner Mutter, wo er sich viel mit sich selbst beschäftigen musste.<br />
Als er älter wurde und nicht mehr alles an nette Kund:innen ausplauderte, durfte Henry ab und zu mit seinem Vater in die Winkelgasse, aber dafür musste er immer ziemlich viel betteln. Nach dem Besuchen erzählte er wochenlang von nichts anderem und malte die fantasievollsten Bilder über all die Dinge, die er entdeckt hatte.<br />
<br />
Mit 5 Jahren kam Henry an die Grundschule im Dorf, die eine reine Jungenschule war. Trotz der Uniform merkte man schnell, welche Kinder aus wohlhabenden Familien stammten und welche eher nicht und schnell wurde der Morganach wegen seiner etwas spitzen Ohren zur Zielscheibe. Er schloss ein paar lockere Freundschaften, kam aber irgendwie nie so richtig in der Gruppe an, das es einfach zu viele gab, die sich über ihn lustig machten. Im Unterricht wurde Henry oft mit dem Bild des Leprechauns und des Topfs voll Gold konfrontiert: Beides war präsent in Schulbüchern und Bastelarbeiten, sowie in vielen der Folklore. Lieder über Kobolde, die sie einüben mussten, wurden von seinen Klassenkammeraden heimlich umgedichtet und verfolgten ihn durch seine gesamte Schulzeit hindurch. Bei Theateraufführungen zum St. Patricksday und Projekten, wurde er stets von seinen Mitschülern als Leprechaun vorgeschlagen - seiner Körpergröße und der Ohren sei Dank. <br />
<br />
In seiner Freizeit - besonders wenn er wieder einen harten Tag in der Schule hinter sich hatte - machte Henry einsame Streifzüge über die Klippenpfade des Howth Head bis zum Leuchtturm, auf den weiten Highlands und den Wäldern, wo er schon früh eine Vorliebe für besondere Stöcke entwickelte und sich vorstellte wie es sein würde, endlich einen eigenen Zauberstab zu besitzen.<br />
Als Henry an einem verregneten Schultag in der 3. Klasse mal wieder eine Abreibung bekam explodierte er - beziehungsweise das Waschbecken gegen das er sich lehnte, während er von 3 anderen Jungs bedrängt wurde und begoss alle Anwesenden mit einer riesigen Wasserfontäne: Sein erster Magieausbruch. Er erleichterte ihn, machte ihm aber gleichzeitig Angst - und rief eine Ministeriumsarbeiterin auf den Plan, die Erinnerungen anpassen musste.<br />
Als ähnliche Vorfälle sich wiederholten, begannen viele Mitschüler einen Bogen um den Morganach zu machen und wenige wollten noch etwas mit ihm zu tun haben, denn bald schon schworen seine Mitschüler, gesehen zu haben, wie Henry Dinge mit bloßen Händen zerstörte. Das gute an Muggeln war, dass sie bereit waren, sich Dinge logisch zu erklären und Henry selten selbst eine gute Erklärung finden musste - nur die Klappe halten, nicken und nachsitzen musste er.<br />
2 Jahre wartete er sehnsüchtig auf den Hogwartsbrief und darauf, dass an der Schule für Hexerei und Zauberei endlich bessere Tage auf ihn warten würden.<br />
<br />
<br />
<h1>Lessons Written in Ink and Ash</h1><br />
Voller Vorfreude aber auch voller Angst stieg Henry am 1. September in den Zug nach Hogwarts, wo er zwischen Staunen und Unsicherheit den Tag verbrachte, ohne jemanden zu kennen. Er fühlte sich nicht sehr wohl, als er vor aller Augen den sprechenden Hut aufsetzte und nach Ravenclaw eingeteilt wurde und der Applaus hörte sich in seinen Ohren an wie blanker Hohn. Auch die ersten Wochen waren für den Morganach herausfordernd, ohne Freude in einer fremden Umgebung zu sein machte ihm sehr zu schaffen und er hatte den Eindruck, dass es niemandem sonst so ging.<br />
Wenigstens der Unterricht machte ihm Spaß und vermochte ihn abzulenken, wenngleich er Geschichte der Zauberei furchtbar fand. Es war nicht nur langweilig, die Tatsache, dass sie mit den Koboldkriegen begannen verunsicherte ihn so sehr, dass er jedes Mal nervöse Flecken im Gesicht bekam, sobald er das Fach auf seinem Tagesplan las.<br />
Nach einigen Wochen freundete er sich mit Elaine Beaufort an und die beiden wurden Freude, bald sogar beste Freunde. Er öffnete sich nicht vielen, denn seine Erfahrungen in der Muggelwelt hatten ihn zu sehr geprägt, als dass er nochmal leichtfertig vertrauen könnte und so wuchs sein Freundeskreis nur sehr langsam an.<br />
Henry entwickelte sich gut, er hatte sogar den Eindruck, sein Vater sei das erste mal Stolz auf ihn, doch es machte ihm gleichzeitig Probleme - und er verheimlichte das - sein magisches Potenzial nicht im Griff zu haben. Henry bevorzugte die Fächer, in denen er seinen Zauberstab wenig nutzen musste, denn immer wieder floss zu viel Magie und seine Zauber wurden zu heftig, schossen deutlich übers Ziel hinaus und wurden manchmal sogar gefährlich. Es dauerte mehrere Jahre, bis Henry es schaffte, seine Magie richtig zu dosieren und noch heute muss er immer ein bisschen <i>zurückhalten</i>.<br />
In seiner Freizeit machte Henry Sport - hauptsächlich kletterte er heimlich und joggte oder lief - , las Abenteuerromane und zeichnete. Langsam kam er an und gewöhnte sich an das neue Leben, in dem er nicht der Außenseiter, Freak oder das Maskotchen war. Nach und nach konnte er sogar zulassen, dass er mehr Menschen in sein Herz schloss, ohne Angst zurückgestoßen zu werden.<br />
Eines Abends gegen Anfang des 5. Schuljahres - Ravenclaw hatte gerade ein Quidditch-Match gewonnen und das wurde im Gemeinschaftsraum gebührend gefeiert - bekam Henry mit, wie ein Mitschüler aus seinem Schlafsaal - Aristide - von ein paar anderen aufs Korn genommen wurde. Henry kannte das Gefühl, diesen Gesichtsausdruck nur zu gut - packte Aris Hand, schleuderte den Jungs einen bissigen Spruch an den Kopf und nahm Ari mit sich zu seinen Freunden. Sie unterhielten sich - nach fast 5 Jahren gefühlt zum ersten mal so richtig - über alles mögliche und am Ende des Abends schlug der Morganach sogar vor, dass er ihn Mal in den Ferien in Howth besuchen kommen konnte, wenn er den Stadtteil mit einem Local erkunden wollte.<br />
So weit kam es allerdings nie, denn Ari's Cousin Midas bekam irgendwie Wind von der Sache und aus einem harmlosen Scherz über Henrys Ohren wurde ein monatelanges Martyrium aus Anfeindungen und Mobbing, was darin gipfelte, dass Midas als Konsequenz für sein Fehlverhalten seinen Posten als Teamkapitän von Ravenclaw verlor, was dessen Wut leider weiter anfachte.<br />
Leider endete die Geschichte damit nicht, sondern setzte sich nach den Sommerferien weiter fort; nach den Sommerferien von Henrys erstem Kuss. Bis dahin war Henry sich nicht sicher gewesen, ob er überhaupt auf Mädchen steht, doch  als er Niamh kennenlernte, ein Muggelmädchen, das Urlaub in seinem Küstenort machte, änderte sich das. Man konnte sagen sie hatte eine beinahe magische Anziehung auf ihn. Mit ihrer etwas unbeholfene Art und den so vertrauten und doch fremden Augen zogen sie ihn in ihren Bann und nachdem sie ihm seinen ersten Kuss schenkte war es um Henry geschehen. Doch nach diesem Kuss verschwand Niamh, so plötzlich wie sie gekommen war und ging ihm doch lange Zeit nicht mehr aus dem Kopf.<br />
Zurück in Hogwarts ging der Midas-Alptraum weiter und Henry fasste den Entschluss, dass er kein weiteres Jahr so leben konnte. Auch wenn es ihn viel Überwindung kostete, begann er sich zu wehren und zwischen den beiden entstand eine regelrechte Fehde, bei der Henry meist den Kürzeren zog und die erst endete, als Midas die Schule endlich verließ. Es dauerte ein Bisschen, bis Henry das realisierte, doch er schöpfte Halt aus seiner ersten Beziehung, die sie allerdings geheim hielten, denn in den Sommerferien vor seinem letzten Jahr verliebte er sich in Elaines Cousin. Dorcas trennte sich kurz vor Weihnachten jedoch wieder von Henry, welcher versuchte sich mit Büchern und Quidditch abzulenken, was immerhin ein etwas half. Er schaffte einen guten Abschluss und hatte damit alle Voraussetzungen für die Aurorenausbildung, für die er die Aufnahmeprüfung bereits im Frühjahr bestanden hatte.<br />
<br />
<h1>Roots in Shadow, Heart in Light</h1><br />
Henry zog mit einigen anderen Rookies in eine WG, eine für Muggel baufällig wirkende Villa und schon in seiner ersten Woche als Rookie wurde Henry wieder mit Midas konfrontiert. Dieser war ihm gegenüber zum Glück deutlich zurückhaltender und schwor auch sonst, sich geändert zu haben. Nach einem Streit im Archiv bat Midas um Henrys Segen für seinen Einzug in die WG - und bot ihm im Gegenzug einen Offenbarungsschwur an, der aktiv wurde, sollte er Henry je wieder angreifen. Es war wohl seiner Schwäche für 2. Chancen geschuldet, dass der Ire einwilligte und so fanden sie sich einige Tage später in seinem Zimmer wieder, wo Midas ihm eine Perle überreichte, die (s)ein Geheimnis verbarg. Midas aktivierte die Prägung auf Henry mit dessen Speichel und einem Zauber, sodass sein Geheimnis offenbart werden würde, sollte er dem Morganach willentlich Schaden zufügen. Da Henry sich nicht sicher war, ob der Zauber wirklich funktionierte, suchte er seinen Vater auf um sich durch dessen Expertise bestätigen zu lassen, dass der Zauber tatsächlich funktionsfähig war.<br />
<br />
Henry leistete sein erstes Jahr als Novize mit Frank Longbottom als Ausbilder und merkte schnell, dass der Job Herausforderungen beinhaltete, die er nicht erwartet hätte. Er hatte es sich spannend vorgestellt, Auror zu werden und natürlich war ihm klar gewesen, dass der Job anspruchsvoll und gefährlich war; das Maß an Verantwortungsbewusstsein, das man von ihm verlangte war jedoch unerwartet und der Morganach hatte nicht geahnt, dass ihm Folgsamkeit so schwer fallen würde - wobei es da andere gab, die sich sichtlich schwerer taten. Doch Franks Methoden machten es ihm manchmal wirklich nicht einfach, forderten ihn immer wieder heraus. Henry biss sich jedoch durch, stets das Ziel vor Augen, nie mehr das Opfer zu sein sondern jemand, den man schätzt und respektiert.<br />
Im Mai ließ Frank ihn und seine anderen Erstsemester prüfen und Henry war so stolz darauf, wie gut er die Prüfung meisterte. Bei der anschließenden Party in der Beaufort-Villa schlugen alle etwas über die Strenge, doch Henry ist sie vor allem deshalb im Gedächtnis geblieben, weil er bei einem Trinkspiel in kleiner Runde seine noch immer nicht ganz erloschenen Gefühle für Dorcas offenbart hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>A Childhood Between Two Worlds</h1><br />
Henry wurde am 17. März 1958 geboren und damit ausgerechnet an einem irischen Nationalfeiertag, dem St. Patrick’s Day – ein Umstand, der im später im Leben noch ziemlich zu schaffen machen sollte. Er wuchs als Kind eines Runenschmieds und einer Goldschmiedin im Stadtteil Howth an der Küste von Dublin auf. Touristik bestimmte das Leben der Familie, da seine Mutter den Schmuck bis heute im eigenen Laden ausstellt und hauptsächlich davon lebt, weshalb sie vor allem in den Sommermonaten weniger Zeit für die Familie hatte. Sein Vater arbeitete sehr zurückgezogen in seiner kleinen schmiede, war wenig präsent und wenn dann erzählte er kaum von dem, was er da tat. So verbrachte er als Kind viel Zeit im Laden und der Goldschmiede seiner Mutter, wo er sich viel mit sich selbst beschäftigen musste.<br />
Als er älter wurde und nicht mehr alles an nette Kund:innen ausplauderte, durfte Henry ab und zu mit seinem Vater in die Winkelgasse, aber dafür musste er immer ziemlich viel betteln. Nach dem Besuchen erzählte er wochenlang von nichts anderem und malte die fantasievollsten Bilder über all die Dinge, die er entdeckt hatte.<br />
<br />
Mit 5 Jahren kam Henry an die Grundschule im Dorf, die eine reine Jungenschule war. Trotz der Uniform merkte man schnell, welche Kinder aus wohlhabenden Familien stammten und welche eher nicht und schnell wurde der Morganach wegen seiner etwas spitzen Ohren zur Zielscheibe. Er schloss ein paar lockere Freundschaften, kam aber irgendwie nie so richtig in der Gruppe an, das es einfach zu viele gab, die sich über ihn lustig machten. Im Unterricht wurde Henry oft mit dem Bild des Leprechauns und des Topfs voll Gold konfrontiert: Beides war präsent in Schulbüchern und Bastelarbeiten, sowie in vielen der Folklore. Lieder über Kobolde, die sie einüben mussten, wurden von seinen Klassenkammeraden heimlich umgedichtet und verfolgten ihn durch seine gesamte Schulzeit hindurch. Bei Theateraufführungen zum St. Patricksday und Projekten, wurde er stets von seinen Mitschülern als Leprechaun vorgeschlagen - seiner Körpergröße und der Ohren sei Dank. <br />
<br />
In seiner Freizeit - besonders wenn er wieder einen harten Tag in der Schule hinter sich hatte - machte Henry einsame Streifzüge über die Klippenpfade des Howth Head bis zum Leuchtturm, auf den weiten Highlands und den Wäldern, wo er schon früh eine Vorliebe für besondere Stöcke entwickelte und sich vorstellte wie es sein würde, endlich einen eigenen Zauberstab zu besitzen.<br />
Als Henry an einem verregneten Schultag in der 3. Klasse mal wieder eine Abreibung bekam explodierte er - beziehungsweise das Waschbecken gegen das er sich lehnte, während er von 3 anderen Jungs bedrängt wurde und begoss alle Anwesenden mit einer riesigen Wasserfontäne: Sein erster Magieausbruch. Er erleichterte ihn, machte ihm aber gleichzeitig Angst - und rief eine Ministeriumsarbeiterin auf den Plan, die Erinnerungen anpassen musste.<br />
Als ähnliche Vorfälle sich wiederholten, begannen viele Mitschüler einen Bogen um den Morganach zu machen und wenige wollten noch etwas mit ihm zu tun haben, denn bald schon schworen seine Mitschüler, gesehen zu haben, wie Henry Dinge mit bloßen Händen zerstörte. Das gute an Muggeln war, dass sie bereit waren, sich Dinge logisch zu erklären und Henry selten selbst eine gute Erklärung finden musste - nur die Klappe halten, nicken und nachsitzen musste er.<br />
2 Jahre wartete er sehnsüchtig auf den Hogwartsbrief und darauf, dass an der Schule für Hexerei und Zauberei endlich bessere Tage auf ihn warten würden.<br />
<br />
<br />
<h1>Lessons Written in Ink and Ash</h1><br />
Voller Vorfreude aber auch voller Angst stieg Henry am 1. September in den Zug nach Hogwarts, wo er zwischen Staunen und Unsicherheit den Tag verbrachte, ohne jemanden zu kennen. Er fühlte sich nicht sehr wohl, als er vor aller Augen den sprechenden Hut aufsetzte und nach Ravenclaw eingeteilt wurde und der Applaus hörte sich in seinen Ohren an wie blanker Hohn. Auch die ersten Wochen waren für den Morganach herausfordernd, ohne Freude in einer fremden Umgebung zu sein machte ihm sehr zu schaffen und er hatte den Eindruck, dass es niemandem sonst so ging.<br />
Wenigstens der Unterricht machte ihm Spaß und vermochte ihn abzulenken, wenngleich er Geschichte der Zauberei furchtbar fand. Es war nicht nur langweilig, die Tatsache, dass sie mit den Koboldkriegen begannen verunsicherte ihn so sehr, dass er jedes Mal nervöse Flecken im Gesicht bekam, sobald er das Fach auf seinem Tagesplan las.<br />
Nach einigen Wochen freundete er sich mit Elaine Beaufort an und die beiden wurden Freude, bald sogar beste Freunde. Er öffnete sich nicht vielen, denn seine Erfahrungen in der Muggelwelt hatten ihn zu sehr geprägt, als dass er nochmal leichtfertig vertrauen könnte und so wuchs sein Freundeskreis nur sehr langsam an.<br />
Henry entwickelte sich gut, er hatte sogar den Eindruck, sein Vater sei das erste mal Stolz auf ihn, doch es machte ihm gleichzeitig Probleme - und er verheimlichte das - sein magisches Potenzial nicht im Griff zu haben. Henry bevorzugte die Fächer, in denen er seinen Zauberstab wenig nutzen musste, denn immer wieder floss zu viel Magie und seine Zauber wurden zu heftig, schossen deutlich übers Ziel hinaus und wurden manchmal sogar gefährlich. Es dauerte mehrere Jahre, bis Henry es schaffte, seine Magie richtig zu dosieren und noch heute muss er immer ein bisschen <i>zurückhalten</i>.<br />
In seiner Freizeit machte Henry Sport - hauptsächlich kletterte er heimlich und joggte oder lief - , las Abenteuerromane und zeichnete. Langsam kam er an und gewöhnte sich an das neue Leben, in dem er nicht der Außenseiter, Freak oder das Maskotchen war. Nach und nach konnte er sogar zulassen, dass er mehr Menschen in sein Herz schloss, ohne Angst zurückgestoßen zu werden.<br />
Eines Abends gegen Anfang des 5. Schuljahres - Ravenclaw hatte gerade ein Quidditch-Match gewonnen und das wurde im Gemeinschaftsraum gebührend gefeiert - bekam Henry mit, wie ein Mitschüler aus seinem Schlafsaal - Aristide - von ein paar anderen aufs Korn genommen wurde. Henry kannte das Gefühl, diesen Gesichtsausdruck nur zu gut - packte Aris Hand, schleuderte den Jungs einen bissigen Spruch an den Kopf und nahm Ari mit sich zu seinen Freunden. Sie unterhielten sich - nach fast 5 Jahren gefühlt zum ersten mal so richtig - über alles mögliche und am Ende des Abends schlug der Morganach sogar vor, dass er ihn Mal in den Ferien in Howth besuchen kommen konnte, wenn er den Stadtteil mit einem Local erkunden wollte.<br />
So weit kam es allerdings nie, denn Ari's Cousin Midas bekam irgendwie Wind von der Sache und aus einem harmlosen Scherz über Henrys Ohren wurde ein monatelanges Martyrium aus Anfeindungen und Mobbing, was darin gipfelte, dass Midas als Konsequenz für sein Fehlverhalten seinen Posten als Teamkapitän von Ravenclaw verlor, was dessen Wut leider weiter anfachte.<br />
Leider endete die Geschichte damit nicht, sondern setzte sich nach den Sommerferien weiter fort; nach den Sommerferien von Henrys erstem Kuss. Bis dahin war Henry sich nicht sicher gewesen, ob er überhaupt auf Mädchen steht, doch  als er Niamh kennenlernte, ein Muggelmädchen, das Urlaub in seinem Küstenort machte, änderte sich das. Man konnte sagen sie hatte eine beinahe magische Anziehung auf ihn. Mit ihrer etwas unbeholfene Art und den so vertrauten und doch fremden Augen zogen sie ihn in ihren Bann und nachdem sie ihm seinen ersten Kuss schenkte war es um Henry geschehen. Doch nach diesem Kuss verschwand Niamh, so plötzlich wie sie gekommen war und ging ihm doch lange Zeit nicht mehr aus dem Kopf.<br />
Zurück in Hogwarts ging der Midas-Alptraum weiter und Henry fasste den Entschluss, dass er kein weiteres Jahr so leben konnte. Auch wenn es ihn viel Überwindung kostete, begann er sich zu wehren und zwischen den beiden entstand eine regelrechte Fehde, bei der Henry meist den Kürzeren zog und die erst endete, als Midas die Schule endlich verließ. Es dauerte ein Bisschen, bis Henry das realisierte, doch er schöpfte Halt aus seiner ersten Beziehung, die sie allerdings geheim hielten, denn in den Sommerferien vor seinem letzten Jahr verliebte er sich in Elaines Cousin. Dorcas trennte sich kurz vor Weihnachten jedoch wieder von Henry, welcher versuchte sich mit Büchern und Quidditch abzulenken, was immerhin ein etwas half. Er schaffte einen guten Abschluss und hatte damit alle Voraussetzungen für die Aurorenausbildung, für die er die Aufnahmeprüfung bereits im Frühjahr bestanden hatte.<br />
<br />
<h1>Roots in Shadow, Heart in Light</h1><br />
Henry zog mit einigen anderen Rookies in eine WG, eine für Muggel baufällig wirkende Villa und schon in seiner ersten Woche als Rookie wurde Henry wieder mit Midas konfrontiert. Dieser war ihm gegenüber zum Glück deutlich zurückhaltender und schwor auch sonst, sich geändert zu haben. Nach einem Streit im Archiv bat Midas um Henrys Segen für seinen Einzug in die WG - und bot ihm im Gegenzug einen Offenbarungsschwur an, der aktiv wurde, sollte er Henry je wieder angreifen. Es war wohl seiner Schwäche für 2. Chancen geschuldet, dass der Ire einwilligte und so fanden sie sich einige Tage später in seinem Zimmer wieder, wo Midas ihm eine Perle überreichte, die (s)ein Geheimnis verbarg. Midas aktivierte die Prägung auf Henry mit dessen Speichel und einem Zauber, sodass sein Geheimnis offenbart werden würde, sollte er dem Morganach willentlich Schaden zufügen. Da Henry sich nicht sicher war, ob der Zauber wirklich funktionierte, suchte er seinen Vater auf um sich durch dessen Expertise bestätigen zu lassen, dass der Zauber tatsächlich funktionsfähig war.<br />
<br />
Henry leistete sein erstes Jahr als Novize mit Frank Longbottom als Ausbilder und merkte schnell, dass der Job Herausforderungen beinhaltete, die er nicht erwartet hätte. Er hatte es sich spannend vorgestellt, Auror zu werden und natürlich war ihm klar gewesen, dass der Job anspruchsvoll und gefährlich war; das Maß an Verantwortungsbewusstsein, das man von ihm verlangte war jedoch unerwartet und der Morganach hatte nicht geahnt, dass ihm Folgsamkeit so schwer fallen würde - wobei es da andere gab, die sich sichtlich schwerer taten. Doch Franks Methoden machten es ihm manchmal wirklich nicht einfach, forderten ihn immer wieder heraus. Henry biss sich jedoch durch, stets das Ziel vor Augen, nie mehr das Opfer zu sein sondern jemand, den man schätzt und respektiert.<br />
Im Mai ließ Frank ihn und seine anderen Erstsemester prüfen und Henry war so stolz darauf, wie gut er die Prüfung meisterte. Bei der anschließenden Party in der Beaufort-Villa schlugen alle etwas über die Strenge, doch Henry ist sie vor allem deshalb im Gedächtnis geblieben, weil er bei einem Trinkspiel in kleiner Runde seine noch immer nicht ganz erloschenen Gefühle für Dorcas offenbart hat.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Aleksander Koroljow]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2557</link>
			<pubDate>Tue, 21 Oct 2025 15:33:58 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=334">Aleksander Koroljow</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2557</guid>
			<description><![CDATA[<b>Die ersten Erlebnisse mit der Pathomentik</b><br />
Als Kind war Aleksander schon immer sehr sensibel auf alle möglichen Einflüsse. Er war ein Schreibaby, laute Umgebungen und allgemein viel Trubel um ihn herum sorgten dafür, dass er meistens anstatt zu schlafen Nächte und Tage mehr oder minder durchweinte und seine Eltern so deutlich an die Grenzen der noch ertragbaren Belastung trieb.<br />
Im Kleinkindalter waren Wutausbrüche und Meltdowns an der Tagesordnung. Dabei schien das Kind grundsätzlich die Gefühle seiner Umgebung zu spiegeln und zu kopieren, wobei die gäußerten Bedürfnisse von dem abwichen, was Aleksander an Verhaltensmuster an den Tag legte.<br />
Während sein Vater sich in ruhiger Strenge übte und dabei weitestgehend emotionslos blieb, hat seine Mutter versucht empathisch und liebevoll auf das Kind einzugehen. Aleksander kopierte dabei ihre Gefühle – und überreizte noch mehr, was zur Folge hatte, dass er zu seinem Vater eine deutlich engere Bindung aufbaute als zu seiner Mutter, weil Daniyar der emotional ruhigere Part war.<br />
Im Kindesalter wurden die Symptome stärker, Emotionen sprangen zwischen Extremen hin und her und waren für Aleksander absolut nicht regulierbar. Tipps, Tricks und Übungen brachten keine Lösung und er überreizte insbesondere an vielen Menschen, sobald diese sich auch nur im Ansatz in seiner Nähe befanden.<br />
Schnell fanden seine Eltern heraus, dass es egal war, ob er diese sah oder ob sie einfach im selben Haus waren. Und das war auch der Moment, in dem Aleksanders Mutter auffiel, dass mit ihrem Sohn etwas ganz und gar nicht stimmen konnte und es nicht daran lag, dass der Junge einfach nur resistent darin war, jegliche Erziehung seitens seiner Eltern zu ignorieren.<br />
Aleksanders Eltern begannen zu experimentieren, ohne den Jungen darüber in Kenntnis zu setzen. Und so stellten sie schnell fest, dass er nicht auf andere Menschen, sondern auf Emotionen reagierte.<br />
Beide Elternteile veränderten ihren  Umgang mit dem eigenen Kind und schufen zunächst eine sichere Umgebung, indem sie ihm erklärten, was überhaupt mit ihm los war.<br />
Aleksander unterzog sich also bereits im Kindesalter einer strengen emotionalen Ausbildung, in der er lernte, wie er die Emotionen anderer zu lesen hatte und wie man sich davon distanzieren konnte.<br />
Für eine psychisch stabilen Menschen mag das eine einfache Sache sein, für einen Pathomentiker allerdings bedeutet es eine massive Anstrengung, weil Menschen einfach immer Dinge fühlen.<br />
Eine ganze Weile war Aleksander deshalb allein, weil seine Eltern wollten, dass er erstmal im kleinen Rahmen lernte, eine Resilienz zu entwickeln. Dafür sagte die Familie tatsächlich auch Feiern im Hauptwohnsitz der Koroljows ab.<br />
Die Intensität der zwischenmenschlichen Begegnungen wurden langsam gesteigert, sodass Aleksander im Alter von 10 Jahren bereits einen Grundwiderstand gegen die auf ihn einprasselnden Einflüsse entwickelt hatte.<br />
Dabei ging es allerding nicht wirklich darum, die Eindrücke zu verhindern sondern mehr darum, damit umzugehen und sich Wege zu schaffen, wie man sich regulieren konnte. <br />
Das war seinen Eltern wichtig, bevor sie dazu bereit waren, ihn überhaupt auf eine Schule zu schicken und eine ganze Weile lang stand in der Tat auch eher das Home Schooling im Raum.<br />
<div style="border:1.5px solid #4c8998; padding:8px;">
  <p><u>Anmerkung des Autors</u></p>
  <p>
Noch heute hat Aleksander mit den Auswirkungen seiner magischen Fähigkeit zu kämpfen. Zeitweise sorgt die Pathomentik für:<br />
<ul><li> emotionale Überstimulation<br />
<li> Angstzustände<br />
<li> Übermüdung<br />
<li> Anhedonie<br />
<li> emotionale Meltdowns<br />
<li> Flashbacks<br />
<li> narzisstische Verhaltensmuster<br />
<li> mangelnde Impulskontrolle<br />
<li> Nervosität<br />
<li> Hypersensibilität<br />
</ul>
</p>
</div>
<br />
<b>Onkel Wanja und die Zauberstabwerkstatt</b><br />
Der Bruder seiner Mutter war Stabmacher. Und Aleksander hatte bereits als Kind große Freude daran, seinem Onkel Iwan, den jeder immer nur Wanja nannte, Gesellschaft in der Werkstatt zu leisten. Dort, zwischen dem Holz und in der Stille fühlte der Junge sich sicher und geborgen.<br />
An besonders vollen Tagen mit vielen Eindrücken brachten seine Eltern ihn auch ganz gezielt zu seinem Onkel, der viel Ruhe und Verständnis für seinen Neffen mitbrachte.<br />
Dort sprachen sie nicht über Strategien. Stattdessen brachte Iwan dem Jungen die Kunst näher, Zauberstäbe anzufertigen.<br />
Schnell stellte sich heraus, dass Aleksander ein außergewöhnliches Talent darin hatte.<br />
Es kam sogar einmal zu einer Diskussion, in der er seinem Vater erklärte, dass die Stäbe zu ihm sprachen. Der Junge beharrte stur auf seiner Ansicht und geriet mit seinem Vater in Streit.<br />
Einige Wochen später – Aleksander hatte in diesem Zeitraum kein Wort mit Daniyar gesprochen – kam es zu einer Unterhaltung zwischen Iwan und seinem Schwager.<br />
Und dieser bestätigte ihm tatsächlich, dass Zauberstäbe zu ganz bestimmten Menschen sprechen konnten. Und dass Aleksander durch die Pathomentik eben einen guten Draht zu der Magie und den Emotionen der Zauberstäbe hatte.<br />
Leider war Daniyar Koroljow völlig blind für diese ganz besondere Art der Magie und zwang seinen Sohn später dazu, in die Politik zu gehen, weil er dort die besseren Chancen für ihn sah.<br />
<br />
<b>Begegnungen mit Grindelwald</b><br />
Für Aleksander war es nichts ungewöhnliches, dass dieser Mann in regelmäßigen Abständen bei der Familie zu Gast war. Er selbst genoss in der Regel die ausgesprochen angeregten und informativen Gespräche mit dem Mann.<br />
Und stellte ihn, kaum dass er die Möglichkeit dazu hatte, selbstverständlich auch Tom vor. Es überraschte ihn dabei nur wenig, dass Gellert Grindelwald ausgesprochen großes Interesse an seinem besten Freund zu finden schien. Und Aleksander kann heute noch zugeben, dass er darauf ziemlich stolz gewesen ist.<br />
Die intensiven Gespräche mit dem Mann halfen Aleksander nicht nur dabei, seine Fähigkeit noch ein bisschen besser kennenzulernen – sondern sie weckten auch sein Interesse an den dunkleren Möglichkeiten der Magie.<br />
Der einzige Grund dafür, übrigens, dass Aleksander von Grindelwald nicht benutzt wurde war der, dass der Jungen noch zur Schule ging und Grindelwald in ihm zwar eine Möglichkeit aber keinen effektiven Krieger sah.<br />
<br />
<b>Einschulung auf Hogwarts</b><br />
Aleksander erinnert sich noch gut daran, wie er sich dabei fühlte, dass alle aus dem Zug stiegen und er nicht schon diese Fahrt über Zeit gehabt hatte, Leute kennenzulernen.<br />
Seine Eltern hatten es für besser befunden, ihn direkt via Portschlüssel nach Hogsmeade zu  bringen. Dort wurde er auch abgeholt. Er fuhr nie mit dem Hogwarts-Express.<br />
Von Anfang an war Aleksander also ein wenig der Außenseiter und der Umstand, dass er scheinbar ein „Mutter-Söhnchen“ war sorgte für viel Spott und Häme, weil seine Mitschüler glaubten, er hielte sich für was Besseres.<br />
Völliger Unsinn, selbstverständlich.<br />
Das regelte sich erst später.<br />
<br />
<b>Freundschaft mit Tom Riddle</b><br />
Die Einteilung eines scheinbar muggelstämmigen Jungen mit dem magischen Potenzial, dass Tom Riddle mitbrachte, war ebenfalls ein Thema.<br />
Aleksander hingegen war der erste, der sich auf die Seite des vermeintlich muggelstämmigen Kindes stellte und seinen Mitschülern mutig – und entsprechend genervt – erklärte, dass der sprechende Hut sicher keine Fehler machen würde.<br />
Insbesondere, weil Salazar Slytherin den ja selbst mit verzaubert hätte. Und dem, so Aleksander, wolle man doch sicher kein blutsverräterisches Verhalten vorwerfen.<br />
Die Handlung brachte ihm Tom’s Freundschaft ein. Und eine Tracht Prügel von einer Gruppe älterer Mitschüler, die dem Erstklässler offenbar lieber eine Abreibung verpassen wollte.<br />
Die steckte der Elfjährige allerdings ein und weigerte sich außerdem standhaft, seinen Lehrern zu sagen, wem er die blauen Flecke, die gebrochene Nase und die gebrochenen Rippen zu verdanken hatte.<br />
Stattdessen platzierte er sich Nacht für Nacht heimlich vorm Schlafsaal der älteren Schüler und sorgte dafür, dass sie fürchterliche Alpträume bekamen.<br />
Zwar war das dann auch der Grund für Aleksanders zeitweise auftretende Schlafstörungen im ersten Schuljahr – aber unterm Strich war es ihm das wert. Zumindest für die 2 Wochen, die er die Nummer durchgezogen hat.<br />
<br />
<b>Szenen einer Ehe</b><br />
Entgegen Aleksanders Wunsch, selbst eine Frau zu finden und diese auch zu heiraten, entschieden seine Eltern über seine Ehe.<br />
Er selbst verliebte sich recht schnell in die selbstbewusste junge Frau, die man ihm vorstellte und war völlig hingerissen davon, dass sie so ruhig und gefasst wirkte. Die beiden kannten einander noch gar nicht, da Eileen gut 7 Jahre jünger war als ihr zukünftiger Ehemann.<br />
Aleksander verwechselte ihren Widerwillen mit Unsicherheit und Angst vor den ehelichen Pflichten und ging entsprechend sanft und gefühlvoll vor.<br />
Anfänglich schien sie sich einfach nur zu zieren, ein Spiel zwischen ihnen beiden, indem von Eileens Seite keinerlei Grenzen ausgesprochen oder gar eingefordert worden wären.<br />
Mit Beginn ihrer Schwangerschaft veränderte sich das Verhältnis plötzlich und sie wies ihn immer wieder ab. Auch körperliche Nähe bekam er nicht mehr und sie konfrontierte ihn damit, dass sie ihn ohnehin nie gewollt hätte.<br />
Das Verhältnis der beiden begann toxisch zu werden, seine Bitte um Trennung wurde von ihr ausgeschlagen und Eileen dominiert die Beziehung, indem sie sich Aleksanders Hilflosigkeit und seine Sensibilität zunutze macht.<br />
Als dann Sergej geboren wurde, hat das Paar sich noch weiter auseinander gelebt.<br />
Alle Liebe von Aleksanders Seite richtete sich ab diesem Moment auf das gemeinsame Kind und er ging sehr in seiner Vater Rolle auf und hatte keine Probleme damit, sich selbst in die Erziehung seines Sohnes einzubringen.<br />
Die Wochenbettdepressionen seiner Frau allerdings waren auch für den Pathomentiker eine harte Herausforderung und ihre Weigerung sich Hilfe zu suchen brachte den Russen nah an den Rande eines Zusammenbruchs. Es kam in Folge dieser Situation und Aleksanders Unvermögen, sich von den Emotionen seiner Frau zu distanzieren zu ersten körperlichen Auseinandersetzungen, die sich schließlich so weit hochsteigerten, dass Aleksander sie nach einem heftigen Streit so heftig maßregelte, dass Eileen die nächsten Tage im Bett verbringen musste und trotz körperlicher Schmerzen durch die Hämatome jegliche Hilfe verweigerte.<br />
Wie eine gute reinblütige Familie das nun einmal handhabt, wurde nie wieder darüber gesprochen und Aleksander musste sich von seiner herbeigeholten Mutter – die eine Heilerausbildung hat – anhören, kein guter Ehemann zu sein. <br />
<div style="border:1.5px solid #4c8998; padding:8px;">
  <p><u>Anmerkung des Autors</u></p>
  <p>Aleksander selbst befindet sich, was seine Beziehung und deren Auswüchse angeht in einem ungesunden Schwebezustand.<br />
In der Gegenwart seiner Frau fängt er ihre negativen Gefühle ihm gegenüber auf und kann sie nicht von den eigenen trennen, die diesen in einem krassen Kontrast gegenüberstehen (Also Liebe gegen Ablehnung). Er ist nicht dazu in der Lage, ohne Hilfe von außen klar zu unterscheiden zwischen den Gefühlen gegenüber seiner Frau die er selbst hat und denen, die er von ihr übernimmt.<br />
Obwohl Eileen <i>nichts</i> von den Fähigkeiten ihres Mannes weiß, spielt sie bewusst mit dessen Überforderung, weil sie glaubt, dass sie so die Gewalt über die Beziehung hat. Ihr ist gleich, wie er sich damit fühlt.<br />
Für Aleksander hingegen gestaltet sich die Situation so, dass er es also absolut gerechtfertigt findet, seine Frau zu maßregeln. Sie lässt ihm immerhin keine andere Wahl. Er bemerkt dabei nicht, dass dieser spezielle Punkt gar nicht wirklich seine Ansicht ist sondern das, was er durch Eileen auffängt, die sich in der Ehe absolut unwohl fühlt und ihn eigentlich gar nicht will.<br />
Sobald Aleksander sich hingegen außerhalb ihres Einflussbereiches befindet, ändert sich seine Sichtweise ein Stück weit. Er hinterfragt seine Handlungen und seine Einstellung zu der Beziehung, ist aber nicht dazu in der Lage, das für sich aufzuschlüsseln und aufzuarbeiten.<br />
Da ihm beispielsweise von seiner Mutter gespiegelt wird, dass er der Aggressor und ein schlechter Ehemann ist, verlässt er sich darauf, ohne jemals seine eigene Sichtweise vor der anderen Person zu vertreten.<br />
Mit der Zeit ist er dadurch zu einer Person geworden, die aufgrund dieses Traumas und der fehlenden Kommunikation und der mangelnden Fähigkeit zur Selbstreflektion das eigene Verhalten rechtfertigt, weil sich das nach Schutz anfühlt.<br />
Er sagt also mittlerweile entweder gar nichts mehr, weil es nichts bringt und man ihn ohnehin verurteilt oder das Thema kommt zwischen Eileen und ihm immer wieder auf den Tisch bis er explodiert und sie die Ausfolgen der heftigen emotionalen Überstimulation abbekommt.<br />
Sie empfindet dann grimmige Zufriedenheit, weil er ihr gegenüber handgreiflich wurde. Aleksander nimmt dieses Gefühl auf und glaubt, es ist das eigene Gefühl. Sobald Abstand zwischen die beiden kommt, verschwindet es und seine eigenen Emotionen und das Schuldgefühl treten nach vorne, das allerdings kann von Aleksander nicht verarbeitet werden.<br />
Er bräuchte also Hilfe von außen, um eine Veränderung herbeizuführen.<br />
</p>
</div>
Mittlerweile ist Aleksander verzweifelt und unglücklich in seiner Ehe. Die Zeit hat ihn stark geprägt, insbesondere weil Eileen ihm vorwirft, ihr die Liebe des gemeinsamen Sohnes zu entziehen, obwohl sie einer eigenen Aussage nach nie Mutter werden wollte.<br />
Aleksander hat ebenfalls herausgefunden, dass seine Frau ihn mit ziemlicher Sicherheit betrügt, hat aber noch keine Beweise dafür.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Die ersten Erlebnisse mit der Pathomentik</b><br />
Als Kind war Aleksander schon immer sehr sensibel auf alle möglichen Einflüsse. Er war ein Schreibaby, laute Umgebungen und allgemein viel Trubel um ihn herum sorgten dafür, dass er meistens anstatt zu schlafen Nächte und Tage mehr oder minder durchweinte und seine Eltern so deutlich an die Grenzen der noch ertragbaren Belastung trieb.<br />
Im Kleinkindalter waren Wutausbrüche und Meltdowns an der Tagesordnung. Dabei schien das Kind grundsätzlich die Gefühle seiner Umgebung zu spiegeln und zu kopieren, wobei die gäußerten Bedürfnisse von dem abwichen, was Aleksander an Verhaltensmuster an den Tag legte.<br />
Während sein Vater sich in ruhiger Strenge übte und dabei weitestgehend emotionslos blieb, hat seine Mutter versucht empathisch und liebevoll auf das Kind einzugehen. Aleksander kopierte dabei ihre Gefühle – und überreizte noch mehr, was zur Folge hatte, dass er zu seinem Vater eine deutlich engere Bindung aufbaute als zu seiner Mutter, weil Daniyar der emotional ruhigere Part war.<br />
Im Kindesalter wurden die Symptome stärker, Emotionen sprangen zwischen Extremen hin und her und waren für Aleksander absolut nicht regulierbar. Tipps, Tricks und Übungen brachten keine Lösung und er überreizte insbesondere an vielen Menschen, sobald diese sich auch nur im Ansatz in seiner Nähe befanden.<br />
Schnell fanden seine Eltern heraus, dass es egal war, ob er diese sah oder ob sie einfach im selben Haus waren. Und das war auch der Moment, in dem Aleksanders Mutter auffiel, dass mit ihrem Sohn etwas ganz und gar nicht stimmen konnte und es nicht daran lag, dass der Junge einfach nur resistent darin war, jegliche Erziehung seitens seiner Eltern zu ignorieren.<br />
Aleksanders Eltern begannen zu experimentieren, ohne den Jungen darüber in Kenntnis zu setzen. Und so stellten sie schnell fest, dass er nicht auf andere Menschen, sondern auf Emotionen reagierte.<br />
Beide Elternteile veränderten ihren  Umgang mit dem eigenen Kind und schufen zunächst eine sichere Umgebung, indem sie ihm erklärten, was überhaupt mit ihm los war.<br />
Aleksander unterzog sich also bereits im Kindesalter einer strengen emotionalen Ausbildung, in der er lernte, wie er die Emotionen anderer zu lesen hatte und wie man sich davon distanzieren konnte.<br />
Für eine psychisch stabilen Menschen mag das eine einfache Sache sein, für einen Pathomentiker allerdings bedeutet es eine massive Anstrengung, weil Menschen einfach immer Dinge fühlen.<br />
Eine ganze Weile war Aleksander deshalb allein, weil seine Eltern wollten, dass er erstmal im kleinen Rahmen lernte, eine Resilienz zu entwickeln. Dafür sagte die Familie tatsächlich auch Feiern im Hauptwohnsitz der Koroljows ab.<br />
Die Intensität der zwischenmenschlichen Begegnungen wurden langsam gesteigert, sodass Aleksander im Alter von 10 Jahren bereits einen Grundwiderstand gegen die auf ihn einprasselnden Einflüsse entwickelt hatte.<br />
Dabei ging es allerding nicht wirklich darum, die Eindrücke zu verhindern sondern mehr darum, damit umzugehen und sich Wege zu schaffen, wie man sich regulieren konnte. <br />
Das war seinen Eltern wichtig, bevor sie dazu bereit waren, ihn überhaupt auf eine Schule zu schicken und eine ganze Weile lang stand in der Tat auch eher das Home Schooling im Raum.<br />
<div style="border:1.5px solid #4c8998; padding:8px;">
  <p><u>Anmerkung des Autors</u></p>
  <p>
Noch heute hat Aleksander mit den Auswirkungen seiner magischen Fähigkeit zu kämpfen. Zeitweise sorgt die Pathomentik für:<br />
<ul><li> emotionale Überstimulation<br />
<li> Angstzustände<br />
<li> Übermüdung<br />
<li> Anhedonie<br />
<li> emotionale Meltdowns<br />
<li> Flashbacks<br />
<li> narzisstische Verhaltensmuster<br />
<li> mangelnde Impulskontrolle<br />
<li> Nervosität<br />
<li> Hypersensibilität<br />
</ul>
</p>
</div>
<br />
<b>Onkel Wanja und die Zauberstabwerkstatt</b><br />
Der Bruder seiner Mutter war Stabmacher. Und Aleksander hatte bereits als Kind große Freude daran, seinem Onkel Iwan, den jeder immer nur Wanja nannte, Gesellschaft in der Werkstatt zu leisten. Dort, zwischen dem Holz und in der Stille fühlte der Junge sich sicher und geborgen.<br />
An besonders vollen Tagen mit vielen Eindrücken brachten seine Eltern ihn auch ganz gezielt zu seinem Onkel, der viel Ruhe und Verständnis für seinen Neffen mitbrachte.<br />
Dort sprachen sie nicht über Strategien. Stattdessen brachte Iwan dem Jungen die Kunst näher, Zauberstäbe anzufertigen.<br />
Schnell stellte sich heraus, dass Aleksander ein außergewöhnliches Talent darin hatte.<br />
Es kam sogar einmal zu einer Diskussion, in der er seinem Vater erklärte, dass die Stäbe zu ihm sprachen. Der Junge beharrte stur auf seiner Ansicht und geriet mit seinem Vater in Streit.<br />
Einige Wochen später – Aleksander hatte in diesem Zeitraum kein Wort mit Daniyar gesprochen – kam es zu einer Unterhaltung zwischen Iwan und seinem Schwager.<br />
Und dieser bestätigte ihm tatsächlich, dass Zauberstäbe zu ganz bestimmten Menschen sprechen konnten. Und dass Aleksander durch die Pathomentik eben einen guten Draht zu der Magie und den Emotionen der Zauberstäbe hatte.<br />
Leider war Daniyar Koroljow völlig blind für diese ganz besondere Art der Magie und zwang seinen Sohn später dazu, in die Politik zu gehen, weil er dort die besseren Chancen für ihn sah.<br />
<br />
<b>Begegnungen mit Grindelwald</b><br />
Für Aleksander war es nichts ungewöhnliches, dass dieser Mann in regelmäßigen Abständen bei der Familie zu Gast war. Er selbst genoss in der Regel die ausgesprochen angeregten und informativen Gespräche mit dem Mann.<br />
Und stellte ihn, kaum dass er die Möglichkeit dazu hatte, selbstverständlich auch Tom vor. Es überraschte ihn dabei nur wenig, dass Gellert Grindelwald ausgesprochen großes Interesse an seinem besten Freund zu finden schien. Und Aleksander kann heute noch zugeben, dass er darauf ziemlich stolz gewesen ist.<br />
Die intensiven Gespräche mit dem Mann halfen Aleksander nicht nur dabei, seine Fähigkeit noch ein bisschen besser kennenzulernen – sondern sie weckten auch sein Interesse an den dunkleren Möglichkeiten der Magie.<br />
Der einzige Grund dafür, übrigens, dass Aleksander von Grindelwald nicht benutzt wurde war der, dass der Jungen noch zur Schule ging und Grindelwald in ihm zwar eine Möglichkeit aber keinen effektiven Krieger sah.<br />
<br />
<b>Einschulung auf Hogwarts</b><br />
Aleksander erinnert sich noch gut daran, wie er sich dabei fühlte, dass alle aus dem Zug stiegen und er nicht schon diese Fahrt über Zeit gehabt hatte, Leute kennenzulernen.<br />
Seine Eltern hatten es für besser befunden, ihn direkt via Portschlüssel nach Hogsmeade zu  bringen. Dort wurde er auch abgeholt. Er fuhr nie mit dem Hogwarts-Express.<br />
Von Anfang an war Aleksander also ein wenig der Außenseiter und der Umstand, dass er scheinbar ein „Mutter-Söhnchen“ war sorgte für viel Spott und Häme, weil seine Mitschüler glaubten, er hielte sich für was Besseres.<br />
Völliger Unsinn, selbstverständlich.<br />
Das regelte sich erst später.<br />
<br />
<b>Freundschaft mit Tom Riddle</b><br />
Die Einteilung eines scheinbar muggelstämmigen Jungen mit dem magischen Potenzial, dass Tom Riddle mitbrachte, war ebenfalls ein Thema.<br />
Aleksander hingegen war der erste, der sich auf die Seite des vermeintlich muggelstämmigen Kindes stellte und seinen Mitschülern mutig – und entsprechend genervt – erklärte, dass der sprechende Hut sicher keine Fehler machen würde.<br />
Insbesondere, weil Salazar Slytherin den ja selbst mit verzaubert hätte. Und dem, so Aleksander, wolle man doch sicher kein blutsverräterisches Verhalten vorwerfen.<br />
Die Handlung brachte ihm Tom’s Freundschaft ein. Und eine Tracht Prügel von einer Gruppe älterer Mitschüler, die dem Erstklässler offenbar lieber eine Abreibung verpassen wollte.<br />
Die steckte der Elfjährige allerdings ein und weigerte sich außerdem standhaft, seinen Lehrern zu sagen, wem er die blauen Flecke, die gebrochene Nase und die gebrochenen Rippen zu verdanken hatte.<br />
Stattdessen platzierte er sich Nacht für Nacht heimlich vorm Schlafsaal der älteren Schüler und sorgte dafür, dass sie fürchterliche Alpträume bekamen.<br />
Zwar war das dann auch der Grund für Aleksanders zeitweise auftretende Schlafstörungen im ersten Schuljahr – aber unterm Strich war es ihm das wert. Zumindest für die 2 Wochen, die er die Nummer durchgezogen hat.<br />
<br />
<b>Szenen einer Ehe</b><br />
Entgegen Aleksanders Wunsch, selbst eine Frau zu finden und diese auch zu heiraten, entschieden seine Eltern über seine Ehe.<br />
Er selbst verliebte sich recht schnell in die selbstbewusste junge Frau, die man ihm vorstellte und war völlig hingerissen davon, dass sie so ruhig und gefasst wirkte. Die beiden kannten einander noch gar nicht, da Eileen gut 7 Jahre jünger war als ihr zukünftiger Ehemann.<br />
Aleksander verwechselte ihren Widerwillen mit Unsicherheit und Angst vor den ehelichen Pflichten und ging entsprechend sanft und gefühlvoll vor.<br />
Anfänglich schien sie sich einfach nur zu zieren, ein Spiel zwischen ihnen beiden, indem von Eileens Seite keinerlei Grenzen ausgesprochen oder gar eingefordert worden wären.<br />
Mit Beginn ihrer Schwangerschaft veränderte sich das Verhältnis plötzlich und sie wies ihn immer wieder ab. Auch körperliche Nähe bekam er nicht mehr und sie konfrontierte ihn damit, dass sie ihn ohnehin nie gewollt hätte.<br />
Das Verhältnis der beiden begann toxisch zu werden, seine Bitte um Trennung wurde von ihr ausgeschlagen und Eileen dominiert die Beziehung, indem sie sich Aleksanders Hilflosigkeit und seine Sensibilität zunutze macht.<br />
Als dann Sergej geboren wurde, hat das Paar sich noch weiter auseinander gelebt.<br />
Alle Liebe von Aleksanders Seite richtete sich ab diesem Moment auf das gemeinsame Kind und er ging sehr in seiner Vater Rolle auf und hatte keine Probleme damit, sich selbst in die Erziehung seines Sohnes einzubringen.<br />
Die Wochenbettdepressionen seiner Frau allerdings waren auch für den Pathomentiker eine harte Herausforderung und ihre Weigerung sich Hilfe zu suchen brachte den Russen nah an den Rande eines Zusammenbruchs. Es kam in Folge dieser Situation und Aleksanders Unvermögen, sich von den Emotionen seiner Frau zu distanzieren zu ersten körperlichen Auseinandersetzungen, die sich schließlich so weit hochsteigerten, dass Aleksander sie nach einem heftigen Streit so heftig maßregelte, dass Eileen die nächsten Tage im Bett verbringen musste und trotz körperlicher Schmerzen durch die Hämatome jegliche Hilfe verweigerte.<br />
Wie eine gute reinblütige Familie das nun einmal handhabt, wurde nie wieder darüber gesprochen und Aleksander musste sich von seiner herbeigeholten Mutter – die eine Heilerausbildung hat – anhören, kein guter Ehemann zu sein. <br />
<div style="border:1.5px solid #4c8998; padding:8px;">
  <p><u>Anmerkung des Autors</u></p>
  <p>Aleksander selbst befindet sich, was seine Beziehung und deren Auswüchse angeht in einem ungesunden Schwebezustand.<br />
In der Gegenwart seiner Frau fängt er ihre negativen Gefühle ihm gegenüber auf und kann sie nicht von den eigenen trennen, die diesen in einem krassen Kontrast gegenüberstehen (Also Liebe gegen Ablehnung). Er ist nicht dazu in der Lage, ohne Hilfe von außen klar zu unterscheiden zwischen den Gefühlen gegenüber seiner Frau die er selbst hat und denen, die er von ihr übernimmt.<br />
Obwohl Eileen <i>nichts</i> von den Fähigkeiten ihres Mannes weiß, spielt sie bewusst mit dessen Überforderung, weil sie glaubt, dass sie so die Gewalt über die Beziehung hat. Ihr ist gleich, wie er sich damit fühlt.<br />
Für Aleksander hingegen gestaltet sich die Situation so, dass er es also absolut gerechtfertigt findet, seine Frau zu maßregeln. Sie lässt ihm immerhin keine andere Wahl. Er bemerkt dabei nicht, dass dieser spezielle Punkt gar nicht wirklich seine Ansicht ist sondern das, was er durch Eileen auffängt, die sich in der Ehe absolut unwohl fühlt und ihn eigentlich gar nicht will.<br />
Sobald Aleksander sich hingegen außerhalb ihres Einflussbereiches befindet, ändert sich seine Sichtweise ein Stück weit. Er hinterfragt seine Handlungen und seine Einstellung zu der Beziehung, ist aber nicht dazu in der Lage, das für sich aufzuschlüsseln und aufzuarbeiten.<br />
Da ihm beispielsweise von seiner Mutter gespiegelt wird, dass er der Aggressor und ein schlechter Ehemann ist, verlässt er sich darauf, ohne jemals seine eigene Sichtweise vor der anderen Person zu vertreten.<br />
Mit der Zeit ist er dadurch zu einer Person geworden, die aufgrund dieses Traumas und der fehlenden Kommunikation und der mangelnden Fähigkeit zur Selbstreflektion das eigene Verhalten rechtfertigt, weil sich das nach Schutz anfühlt.<br />
Er sagt also mittlerweile entweder gar nichts mehr, weil es nichts bringt und man ihn ohnehin verurteilt oder das Thema kommt zwischen Eileen und ihm immer wieder auf den Tisch bis er explodiert und sie die Ausfolgen der heftigen emotionalen Überstimulation abbekommt.<br />
Sie empfindet dann grimmige Zufriedenheit, weil er ihr gegenüber handgreiflich wurde. Aleksander nimmt dieses Gefühl auf und glaubt, es ist das eigene Gefühl. Sobald Abstand zwischen die beiden kommt, verschwindet es und seine eigenen Emotionen und das Schuldgefühl treten nach vorne, das allerdings kann von Aleksander nicht verarbeitet werden.<br />
Er bräuchte also Hilfe von außen, um eine Veränderung herbeizuführen.<br />
</p>
</div>
Mittlerweile ist Aleksander verzweifelt und unglücklich in seiner Ehe. Die Zeit hat ihn stark geprägt, insbesondere weil Eileen ihm vorwirft, ihr die Liebe des gemeinsamen Sohnes zu entziehen, obwohl sie einer eigenen Aussage nach nie Mutter werden wollte.<br />
Aleksander hat ebenfalls herausgefunden, dass seine Frau ihn mit ziemlicher Sicherheit betrügt, hat aber noch keine Beweise dafür.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Dairien Carrow]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2555</link>
			<pubDate>Tue, 21 Oct 2025 08:58:12 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=329">Dairien Carrow</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2555</guid>
			<description><![CDATA[Im Norden Englands, irgendwo zwischen windigen Hügeln und kalten Steinen, steht das alte Carrow-Anwesen. Dunkel, riesig, still  und ganz sicher kein Ort, an dem man sich willkommen fühlt. Für Dairien Carrow war es kein Zuhause, sondern ein Ort, an dem man stark werden musste. Oder unterging. Er wuchs dort gemeinsam mit seinen älteren Geschwistern Alecto und Amycus sowie seinem eineiigen Zwillingsbruder Daevan auf. Von Anfang an war klar: Liebe oder Wärme gab es in dieser Familie nicht. Es ging um Stolz. Um Reinheit. Um Kontrolle. Die Eltern  schweigsam, streng, voller Überzeugung, dass ihr Blut etwas Besseres war behandelten ihre Kinder wie zukünftige Soldaten. Keine Streicheleinheiten, keine Gute-Nacht-Geschichten. Dafür Flüche, Stammbaumkunde und tägliches Training in Disziplin. Schon als Babys waren Dairien und Daevan mehr Symbol als Söhne  Zwillinge, doppelt so viel Reinblut, doppelt so viel Erwartung. Ihre Geburt wurde nicht mit Freude gefeiert, sondern mit alten Riten, scharfen Klingen und Schutzzaubern unter dem Kinderbett. Ihre Mutter Pompeia war schneidend und unerbittlich, ihr Vater ein stiller Schatten, der vor allem durch Abwesenheit drohte. Amycus, der Älteste, war von Anfang an das Maß aller Dinge – ruhig, stark, kontrolliert. Dairien fühlte sich nie direkt mit ihm im Streit, aber immer in einem stillen Vergleich. Während Amycus schon früh das Ideal des Carrow-Namens verkörperte, suchte Dairien seinen eigenen Weg – auch wenn der oft durch Trotz und Wut führte. Alecto, fünf Jahre älter als die Zwillinge, war schon früh mehr Aufsichtsperson als Schwester. Wer sich ihrem Urteil widersetzte, lernte schnell, was es hieß, ein Carrow zu sein. Und doch bewunderte Dairien sie – nicht, weil sie ihn liebte, sondern weil sie nie gezögert hatte. Dairien war laut. Der erste, der schrie, sich wehrte, etwas zerschlug. Daevan dagegen war der mit dem Kopf. Still, klug, beobachtend. Die beiden waren wie zwei Seiten derselben Münze – nicht zu trennen, aber völlig verschieden. Schon als Kinder spürten sie: Ihre Eltern machten Unterschiede. Die Mutter lobte Daevans Verstand, der Vater Dairiens Härte. Und dieser unausgesprochene Riss zog sich tief. Trotzdem lagen sie nachts oft nebeneinander im Bett und flüsterten sich ihre Pläne zu – wie sie Hogwarts übernehmen würden. Wie sie immer zusammenbleiben wollten. Doch mit jedem Jahr wurde diese Nähe seltener. Je mehr Dairien sich behaupten wollte, desto mehr entfernte sich Daevan. Oder war es umgekehrt? Als der Brief aus Hogwarts kam, war Dairien der Erste, der ihn aufriss. Der Sprechende Hut brauchte kaum eine Sekunde – Slytherin war klar. Und es fühlte sich an wie das erste Mal, dass jemand seine Richtung bestätigte. In Hogwarts war Dairien kein Musterschüler, aber auffällig. Er konnte lernen, wenn er wollte  tat es aber nur in Fächern, die ihn interessierten. Verteidigung gegen die Dunklen Künste, Zauberkunst, und überraschenderweise auch Zaubertränke. Alles, was mit Macht, Kontrolle oder Wirkung zu tun hatte, lag ihm. Er war kein Anführer, aber Leute hörten auf ihn. Nicht, weil sie ihn mochten – sondern, weil sie wussten, was passieren konnte, wenn man ihn ignorierte. Und dann kam Queenie Arwen Kowalski. Das Halbblutmädchen, das ihn zuerst belächelte, dann nervte und schließlich nicht mehr aus seinem Kopf ging. Er verliebte sich. Heimlich. Über Jahre. Und für sie begann er, sich zu verändern. Ruhiger. Aufmerksamer. Vorsichtiger. Doch ihre Beziehung war ein Risiko. In einer Familie wie seiner war ein Mädchen wie Queenie eine Schwäche, eine Schande  und doch war sie das Einzige, das ihn je wirklich berührte. Er hielt sie geheim. Bewahrte sie wie einen Zauber. Und irgendwann, da war er sich sicher, würde er alles riskieren. Für sie. Aber der Zeitpunkt kam nie. Denn seine Familie, die Erwartungen, der Name Carrow all das wurde mit jedem Jahr schwerer. Und Dairien? Lernte zu schweigen. Zu funktionieren. Und zu hassen, dass er es so gut konnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Im Norden Englands, irgendwo zwischen windigen Hügeln und kalten Steinen, steht das alte Carrow-Anwesen. Dunkel, riesig, still  und ganz sicher kein Ort, an dem man sich willkommen fühlt. Für Dairien Carrow war es kein Zuhause, sondern ein Ort, an dem man stark werden musste. Oder unterging. Er wuchs dort gemeinsam mit seinen älteren Geschwistern Alecto und Amycus sowie seinem eineiigen Zwillingsbruder Daevan auf. Von Anfang an war klar: Liebe oder Wärme gab es in dieser Familie nicht. Es ging um Stolz. Um Reinheit. Um Kontrolle. Die Eltern  schweigsam, streng, voller Überzeugung, dass ihr Blut etwas Besseres war behandelten ihre Kinder wie zukünftige Soldaten. Keine Streicheleinheiten, keine Gute-Nacht-Geschichten. Dafür Flüche, Stammbaumkunde und tägliches Training in Disziplin. Schon als Babys waren Dairien und Daevan mehr Symbol als Söhne  Zwillinge, doppelt so viel Reinblut, doppelt so viel Erwartung. Ihre Geburt wurde nicht mit Freude gefeiert, sondern mit alten Riten, scharfen Klingen und Schutzzaubern unter dem Kinderbett. Ihre Mutter Pompeia war schneidend und unerbittlich, ihr Vater ein stiller Schatten, der vor allem durch Abwesenheit drohte. Amycus, der Älteste, war von Anfang an das Maß aller Dinge – ruhig, stark, kontrolliert. Dairien fühlte sich nie direkt mit ihm im Streit, aber immer in einem stillen Vergleich. Während Amycus schon früh das Ideal des Carrow-Namens verkörperte, suchte Dairien seinen eigenen Weg – auch wenn der oft durch Trotz und Wut führte. Alecto, fünf Jahre älter als die Zwillinge, war schon früh mehr Aufsichtsperson als Schwester. Wer sich ihrem Urteil widersetzte, lernte schnell, was es hieß, ein Carrow zu sein. Und doch bewunderte Dairien sie – nicht, weil sie ihn liebte, sondern weil sie nie gezögert hatte. Dairien war laut. Der erste, der schrie, sich wehrte, etwas zerschlug. Daevan dagegen war der mit dem Kopf. Still, klug, beobachtend. Die beiden waren wie zwei Seiten derselben Münze – nicht zu trennen, aber völlig verschieden. Schon als Kinder spürten sie: Ihre Eltern machten Unterschiede. Die Mutter lobte Daevans Verstand, der Vater Dairiens Härte. Und dieser unausgesprochene Riss zog sich tief. Trotzdem lagen sie nachts oft nebeneinander im Bett und flüsterten sich ihre Pläne zu – wie sie Hogwarts übernehmen würden. Wie sie immer zusammenbleiben wollten. Doch mit jedem Jahr wurde diese Nähe seltener. Je mehr Dairien sich behaupten wollte, desto mehr entfernte sich Daevan. Oder war es umgekehrt? Als der Brief aus Hogwarts kam, war Dairien der Erste, der ihn aufriss. Der Sprechende Hut brauchte kaum eine Sekunde – Slytherin war klar. Und es fühlte sich an wie das erste Mal, dass jemand seine Richtung bestätigte. In Hogwarts war Dairien kein Musterschüler, aber auffällig. Er konnte lernen, wenn er wollte  tat es aber nur in Fächern, die ihn interessierten. Verteidigung gegen die Dunklen Künste, Zauberkunst, und überraschenderweise auch Zaubertränke. Alles, was mit Macht, Kontrolle oder Wirkung zu tun hatte, lag ihm. Er war kein Anführer, aber Leute hörten auf ihn. Nicht, weil sie ihn mochten – sondern, weil sie wussten, was passieren konnte, wenn man ihn ignorierte. Und dann kam Queenie Arwen Kowalski. Das Halbblutmädchen, das ihn zuerst belächelte, dann nervte und schließlich nicht mehr aus seinem Kopf ging. Er verliebte sich. Heimlich. Über Jahre. Und für sie begann er, sich zu verändern. Ruhiger. Aufmerksamer. Vorsichtiger. Doch ihre Beziehung war ein Risiko. In einer Familie wie seiner war ein Mädchen wie Queenie eine Schwäche, eine Schande  und doch war sie das Einzige, das ihn je wirklich berührte. Er hielt sie geheim. Bewahrte sie wie einen Zauber. Und irgendwann, da war er sich sicher, würde er alles riskieren. Für sie. Aber der Zeitpunkt kam nie. Denn seine Familie, die Erwartungen, der Name Carrow all das wurde mit jedem Jahr schwerer. Und Dairien? Lernte zu schweigen. Zu funktionieren. Und zu hassen, dass er es so gut konnte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Dorcas Beaufort]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2543</link>
			<pubDate>Mon, 20 Oct 2025 22:35:08 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=332">Dorcas Beaufort</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2543</guid>
			<description><![CDATA[<b><i>Some scars are from childhood, but they grow with us. </i> Unknown</b><br />
<br />
Dorcas Beaufort wurde als fünftes und vorletztes Kind seiner Mutter in eine Familie hineingeboren, die herzlich wenig mit ihm und seinen schon zuvor geborenen vier Brüdern anfangen konnte. Es war wohl reiner Trotz, der seine Mutter dazu brachte, ihm als ersten ihrer Söhne trotzdem den von ihr ausgewählten weiblichen Vornamen zu geben. Während seiner Kindheit in einer Großfamilie mit hauptsächlich weiblichen Bezugspersonen war Dorcas eigentlich immer gut behütet. Nie musste er allein spielen, immer war jemand da, spielte mit ihm oder half ihm und doch merkte er schon als kleiner Junge, dass er und seine Brüder außen vor waren. Seine Tanten und Cousinen schienen unsicher, was man mit ihm anfangen und ihn lehren sollte, wie er sich benehmen und wohin sein Weg führen sollte.<br />
<br />
Diese Unsicherheit betraf zwar auch seine Brüder und seinen Cousin - den einzig anderen männlichen Nachkommen neben Sarines Kindern in seiner Generation -, aber Dorcas schien es immer am meisten zuzusetzen. Überhaupt galt der Junge als Sensibelchen, das wegen Nichts weinte, sich schnell in Streit verwickeln ließ, gleich darauf vollkommen in sich gekehrt in einer Ecke sitzen konnte und dann wieder wie ein aufgedrehter Flummi durch die Gegend hüpfte und sich kaum bändigen ließ. Die eine Sache, die mit Dorcas sehr zielstrebig verfolgt wurde, waren Vorübungen zur Legilimentik. Laut seiner Mutter ist sein Vater ein herausragender Legilimentiker. Neben der Tatsache, dass er kein Brite ist, war das die einzige Information, die Sarine je über den Mann Preis gab. Dorcas lernte also früh, sich lange nur auf eine Sache zu fokussieren (oder sollte es zumindest), bekam Regulationstraining und kognitive Methoden, den Kopf von eigenen Gedanken zu befreien, beigebracht. Es waren die einzigen Gelegenheiten, zu denen Sarine sich intensiv mit ihm beschäftigte. Sie zog Rouven und Caleb vor. Der eine besticht durch eine Gabe, der andere durch außergewöhnliches magisches Talent, das sich schon in früher Kindheit durch heftige magische Ausbrüche äußerte. Als schließlich Tabitha geboren wurde, als er sieben Jahre alt war, war Dorcas endgültig ein Kind der Beaufort-Gemeinschaft und nicht mehr Sarines Aufmerksamkeit Wert. Dieser wiederum beobachtete genau, sah wie seine Schwester verehrt und sein ältester Bruder ausgenutzt wurde, wann immer dieser aus Hogwarts zurückkam. <br />
Rouven war ein Werkzeug, Tabitha die Prinzessin der Familie. Dorcas wäre lieber wie Tabitha gewesen und nicht wie Rouven, auch wenn er seinen ältesten Bruder zunehmend zu schätzen wusste und sogar begann, ihm Briefe zu schreiben, als er mit der Feder gut genug umgehen konnte. Es mochte an dem Wunsch nach Aufmerksamkeit von seiner Mutter liegen, dass er es für einige Jahre schmeichelhaft fand, mit einem Mädchen verwechselt zu werden, wann immer er abseits der Beaufort-Gemeinschaft unterwegs war, doch das sollte sich ändern …<br />
Mit der magischen Welt - oder gar der Muggelwelt - abseits des Familiengefüges hatte Dorcas zu dieser Zeit kaum zu tun. Ausflüge in die Winkelgasse waren für ihn eine Seltenheit, weil er so schnell überreizt zu sein schien und die vielen (emotionalen) Eindrücke für ihn schwer zu verarbeiten waren. Dorcas wusste damals nicht, dass er anders war, und hätte das, was auf ihn einwirkte, nicht als die Gefühle anderer benennen können. Er sah nur, dass jeder außer ihm leicht mit großen Menschenansammlungen umgehen konnte und vermutete den Fehler bei sich selbst. Die vielen kleinen Unzulänglichkeiten, die seine unentdeckte Fähigkeit mit sich brachte, ließen es zusammen mit der nachlässigen Haltung seiner Mutter ihm gegenüber nicht zu, dass er so etwas wie ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein entwickelte. Unbemerkt von Dorcas gab es hinter seinem Rücken allerdings Getuschel und Mutmaßungen, zumindest unter den wenigen Frauen, die häufiger mit ihm zu tun hatten. Irgendetwas war seltsam an ihm und man beschloss, abzuwarten, was die ersten Schuljahre und das Erlernen von Magiekontrolle aus ihm machen würden.<br />
<br />
<br />
<b><i>School teaches you lessons you never asked for. </i> Unknown</b><br />
<br />
Dorcas hatte sich keine Sorgen um Hogwarts gemacht. Von einer großen Familiengemeinschaft in die andere, so hatte Rouven es beschrieben und auch seine anderen Brüder hatten nie viele Probleme mit dem Internatsleben gehabt. Es war wie daheim, nur mit mehr Jungen und männlichen Lehrern, einer Uniform und strikterem Unterricht. Dafür schwärmten seine Brüder von Quidditch und dem Duellierclub, von Hogsmeade und den Festessen und natürlich von allem, was sie in Hogwarts lernten. Dorcas sollte keinen so leichten Einstieg haben.<br />
<br />
Bereits der Hogwartsexpress verwandelte ihn in ein aufgescheuchtes Graphorn und beim Festessen schaffte er es gerade mal, seine Hauszuteilung mitzumachen, ehe er meinte, vor unterdrückter Energie, Angst und Nervosität explodieren zu müssen. Er zog sich vor allen anderen in den Ravenclawturm zurück und sollte damit eine Tradition begründen, die ihn durch Hogwarts begleiten sollte. Rückzug. Besonders, aber nicht ausschließlich, in den ersten Monaten. Hogwarts fühlte sich fremd für ihn an. Als könne er seine Umgebung nicht mehr richtig einordnen und als wäre jede Situation mit mehr als einer kleinen Menschengruppe im Raum überfordernd.<br />
<br />
Dorcas mauserte sich mit diesem Problem und mit seinem Vornamen schnell zum Opfer von Häme und Spott, schien er doch kaum einen Tag durchzuhalten, ohne dass er die Große Halle verlassen musste, in Tränen ausbrach oder einen Mitschüler schlug, der steif und fest behauptete, ihn natürlich nicht provoziert zu haben. Besonders Quidditchspiele mit ihren aufgepeitschen Gefühlen waren schlimm für Dorcas und er hielt sich bald von ihnen fern. Frieden fand er in der Bibliothek, wenn diese gerade nicht gut besetzt war. Dort hielt er seine Mitschüler seltsamerweise auch aus. Später sollte er sich zusammenreimen, dass es daran lag, dass sie sich hier aufs Lernen fokussierten und ihre Gefühle relativ unaufgeregt blieben, solang nicht gerade die Prüfungen kurz bevorstanden. Auch die Ländereien und die hohen Türme von Hogwarts boten ihm häufig eine Zuflucht.<br />
<br />
Im Unterricht sagten die meisten Lehrer Dorcas eine schnelle Auffassungsgabe nach, aber in Prüfungssituationen konnte er das Gelernte selten gut umsetzen. Besser lief es bei den Privatstunden mit seinem Bruder Bram, der ebenfalls in Ravenclaw war. Er sollte mit Dorcas weiter an seiner hoffentlich vorhandenen Legilimentik arbeiten und gab ihm auch sonst Nachhilfe, wenn es nötig war. Doch obwohl Dorcas, der zwischenzeitlich darauf bestand, nur noch ‘Cas’ genannt zu werden, übte und übte, schien er nicht in die Gedanken einer anderen Person eindringen zu können. Dafür schien sich etwas in seiner Gefühlslage zu verändern, wenn er sich auf andere Menschen fokusierte. Er konnte die verwirrenden, überfordernden Emotionen zunehmend von sich wegschieben, und schließlich verstand er, was das bedeutete. Er hatte nicht die 'Gabe' seines Vaters geerbt, aber eine andere ausgebildet. Eine, deren Seltenheit seine Mutter nicht einmal in die richtige Richtung hatte denken lassen.<br />
<br />
Dorcas teilte diese Erkenntnis mit niemandem, aber ab der dritten Klasse, als er diese Eingebung hatte, wurde das Internatsleben für ihn einfacher. Nicht von heute auf morgen, nicht sofort spürbar, aber Stück für Stück erarbeitete er sich kleine Schnipsel von Kontrolle über sein Leben zurück. So gut es heimlich ging, recherchierte er seine eigene Fähigkeit und stieß in der Hogwartsbibliothek auf den Begriff der Pathomentik. Er brachte sich selbst über mehrere Schuljahre bei, eigene Emotionen von denen anderer zu unterscheiden. Das Wissen, dass er empfänglich für die Gefühle anderer war und das seine Reaktion beeinflusste, machte es leichter, eine Mauer aufzubauen, die zumindest in vielen Situationen das Schlimmste verhinderte. Dorcas wurde bis Ende des vierten Schulajhres vom Klassenfreak zum stillen Mitläufer, der zwar immer noch nicht wirklich dazugehörte, aber mit seinem Spitznamen 'Cas' und ohne die emotionalen Ausbrüche auch kaum mehr Grund für Häme und Spott mehr lieferte. <br />
Es blieb dabei, dass Dorcas Quidditchspiele mied und zum Beispiel Probleme in Prüfungssituationen hatte, weil er diese Extreme schlecht so ausführlich trainieren konnte, wie den Alltag in Hogwarts. Er lernte aber auch, die Vorteile seiner Gabe zu nutzen. Er erkannte zum Beispiel, dass es relativ einfach für ihn war, zu erkennen, ob jemand log. Manchmal konnte er sogar die Gefühle einer Person beeinflussen, was er aber in seiner Hogwartszeit höchstens zufällig tat und wenn dann nur in der Form, dass er seine eigenen, in dem Moment stark ausgeprägten Gefühle, versehentlich auf sein Gegenüber übertrug. Es war immer noch nicht einfach, durch Hogwarts zu kommen. Das Mobbing hatte stark nachgelassen, aber es blieb dabei, dass immer mal wieder ein spöttischer Kommentar ihn traf oder selbst erlebte Demütigung und die darauf folgende Scham an Dorcas ausgelassen worden. Dorcas lernte, die emotionalen Anzeichen für so eine Stimmung zu lesen und Schülern aus dem Weg zu gehen, die gerade das Bedürfnis haben könnten, nach unten zu treten.<br />
<br />
Zwei Dinge beschäftigten Dorcas in seinen späteren Schuljahren zunehmend. Ob er über seine Gabe mit seiner Familie sprechen sollte und was er mit seiner Zukunft anfangen sollte. Dorcas’ großer Traum war eine Karriere als Auror, doch obwohl er theoretisch das magische Potenzial und den Ehrgeiz dafür gehabt hätte, kam seine Gabe ihm in wichtigen Situationen immer wieder in die Quere. Auch Experimente mit Beruhigungstränken zeigten zwar eine gewisse abmildernde Wirkung, machten ihn aber gleichzeitig so müde, dass ein Ohnesgleichen wieder in unerreichbare Ferne rückte. Dorcas war frustriert. War er allein, beherrschte er jeden Zauber, jede Formel, alles was seine Lehrer je von ihm gefordert hatten, egal ob in der Theorie oder in der Praxis. Doch in einer Gruppe blieb er den Gefühlen seiner Mitschüler immer bis zu einem gewissen Grad ausgesetzt, auch wenn er inzwischen zumindest nicht mehr negativ auffiel. Er brauchte also eine Alternative für die Zukunft. Rouven hatte seine eigene Ausbildung inzwischen beendet und war als Metamorphmagus seiner Familie zu Diensten, was Dorcas vor Augen führte, wie seine Zukunft aussah, sollte seine Familie den Wert seiner Gabe erkennen. Die Beauforts waren Trickser, Erpresser, Schmeichler, Verführer. Er mit seiner Gabe hätte ein wertvolles Werkzeug sein können, wollte die Familie aber irgendwann hinter sich lassen, in der er nie wirklich einen Platz gefunden hatte.<br />
<br />
Dorcas' fünftes Schuljahr sollte nicht nur wegen der ZAGs ein besonders angespanntes für ihn werden. Das erste Halbjahr markierte ebenfalls den Beginn des Zaubererkriegs. Hinter den schützenden Mauern von Hogwarts mochten sich viele Schüler einbilden können, dass alles wie immer war. Dorcas nicht. Er fühlte die Anspannung, die zunehmende Feindseligkeit, die Angst und die Trauer, wenn der Krieg seine ersten Opfer forderte und er den jungen Angehörigen dieser Opfer auch nur in einer der Flure begegnete. Die Ausrede, sich wegen der ZAGs noch mehr rar machen zu können und das Schuljahr an einsamen Orten, vergraben in Büchern zu verbringen, war Dorcas nur recht. Gar nicht recht waren ihm seine Abschlussnoten, die zwar nicht schlecht waren, aber weder seinen Ehrgeiz noch sein tatsächliches Können widerspiegelten. Aber er konnte die gewünschten UTZ-Fächer belegen und das war erst einmal alles, was zählte. In diesem Sommer nach seinem fünften Schuljahr kehrte er besonders ungern nach Hause zurück, aber das Anwesen der Beauforts stellte sich als eine Miniversion von Hogwarts heraus - der Krieg wurde vor der Tür ausgesperrt. Man sprach nicht viel darüber und ging seinem Alltag so gut wie möglich nach. Die Beauforts versuchten, sich aus dem Krieg so gut es ging herauszuhalten. Und weil sie Halbblüter waren und damit gleichzeitig unwichtig und doch nicht direkt auf der Abschussliste der Schwarzmagier, die sich Todesser nannten, klappte das sogar relativ gut. Dafür spürte Dorcas etwas anderes. Eine wachsende Erwartungshaltung ihm gegenüber, die er sich damals nicht erklären konnte.<br />
<br />
Dorcas kehrte nach Hogwarts zurück, ohne viel Berührung mit dem gehabt zu haben, was in der magischen Welt vor sich ging. Aber auch ohne über das gesprochen zu haben, was er inzwischen über seine Fähigkeit wusste. Schließlich entschied Dorcas sich, seine Gabe für sich zu behalten. Die Entscheidung über seine Karriere wurde ihm dagegen abgenommen. Zwar waren seine UTZ's nicht so schlecht, wie er es in der sechsten Klasse noch geglaubt hätte, aber für seinen Geschmack lang nicht gut genug, um als Auror eine Chance zu haben. Wenn er schon in einer Prüfungssituation in der Schule nicht sein Bestes geben konnte, wie sollte er dann gegen Schwarzmagier in einer Stresssituation bestehen? Das war für Dorcas besonders bitter, weil sein Bruder Caleb nach seinen eigenen UTZ's mit Kusshand für eben diese Ausbildung genommen worden war und sich schon zu Dorcas' Abschlusszeiten zum absoluten Überflieger gemausert hatte. <br />
Dorcas versuchte, die Sticheleien seines Bruders deswegen zu ignorieren und tat, was seiner Meinung nach der Aurorenausbildung am nächsten kam - er bewarb sich für die Ausbildung in der Strafpatrouillie. Soetwas wie die Sicherung eines Tatorts schien ihm etwas zu sein, das er auch mit seinen Einschränkungen zuverlässig hinbekommen sollte. Und ob er zu mehr in der Lage war, würde er während der Ausbildung sehen. Der weiterhin tobende Krieg bereitete ihm zwar ebenfalls Kopfschmerzen, aber Dorcas lernte schnell, dass er diesen zu spüren bekommen würde, egal ob er in der Strafverfolgung oder bei einem Zauberstabmacher arbeitete. Die Gefühle, die schon zunehmend durch die dicken Mauern des Schlosses gesickert waren, tobten in der magischen Welt wie ein Sturm, der nie an Energie zu verlieren schien.<br />
<br />
Ein unerwartetes Hindernis sollte sich bereits kurz nach seiner Rückkehr aus Hogwarts zeigen, als die Matriarchin Sephora erfuhr, dass er sich für die Strafverfolgung beworben hatte. Nun, da er in Hogwarts ausgebildet worden war und ganz offensichtlich eine gewisse Kontrolle über das hatte, was ihn als Kind und Schulanfänger noch so sehr im Griff gehabt hatte, war die Geduld der Beauforts erschöpft. Sephora war nicht sicher, ob er wusste, was er war. Aber dass er zumindest <i>etwas</i> über seine Besonderheit wissen musste, um sie kontrollieren zu können. So oder so wäre es an der Zeit, herauszufinden, was an ihm anders war. Dorcas redete sich bei diesem Treffen mit klopfendem Herzen heraus und vielleicht half ihm dabei sogar seine noch nicht sehr gut trainierte Fähigkeit, Emotionen zu beeinflussen, so sehr wünschte er sich, Sephoras Misstrauen möge verschwinden und sie würde seinen Beteuerungen glauben. Aber es reichte nur für einen Aufschub. Der Frauenkreis sollte am nächsten Tag zusammenkommen, seine Symptome diskutieren und es sollte über das weitere Vorgehen entschieden werden. An eine Ausbildung bei der Strafverfolgung wäre jedenfalls nur zu denken, wenn seine Gabe dort tatsächlich den meisten Nutzen hatte. An diesem Abend überlegte Dorcas ernsthaft, seiner Familie den Rücken zu kehren und das Anwesen heimlich zu verlassen. Doch dann besuchte ihn ausgerechnet Daliah. Seine Tante, die soviel Hass für seinen Zweig der Familie spürte. Und an diesem Tag verstand Dorcas zum ersten mal Warum. Sie erzählte von dem Werwolfbiss und sie gab Preis, dass sie in all den Jahren gut im Blick behalten hatte, wer über Dorcas' eventuelle Gabe informiert war. An diesem Abend bot sie ihm an, die Erinnerungen, die mit diesem Verdacht in Verbindung standen, zu löschen. Von Dorcas wollte sie im Gegenzug auch künftig absolutes Stillschweigen über seine Fähigkeit, aber dafür selbst das Wissen, was genau es war, das ihn anders machte. Dorcas sah wenig andere Möglichkeiten und verriet sich als Pathomentiker. Am nächsten Tag wurde er nicht vor den Frauenkreis gerufen. Sephora schien sich nicht einmal an das Treffen am letzten Tag zu erinnern und rügte ihn, als er wenig später eingeladen wurde, an den Aufnahmetests im Ministerium teilzunehmen. Er hätte sie informieren müssen, wenn er sich für eine Ausbildung bewarb. Alles schien vergessen. Was blieb, war der Eindruck, dass Sephora ihn noch immer aufmerksamer im Blick hat als andere Familienmitglieder. Und natürlich Daliah, die die Tatsache, dass er ihr etwas schuldet und ein Pathomentiker ist, immer mal wieder für sich ausnutzt.<br />
<br />
<b><i>Change is not the enemy of who you are, but the path to who you’re becoming.</i> Unknown </b><br />
<br />
Das Ende seiner Schulzeit bedeutete für Dorcas auch das Ende von Mobbing und Häme, die zwar nicht mehr so ausgeprägt wie in seinen ersten Schuljahren gewesen waren, das Bild von ihm aber trotzdem noch geprägt hatten. Vor allem für ihn selbst. Wie sehr, das merkte er erst, als er Hogwarts das erste Mal seit Jahren für mehr als ein paar Wochen entkam. Obwohl er zurück nach Hause musste, stellte sich die Familien Enklave als geradezu angenehm im Vergleich zum Internat heraus. Ja, viele seiner weiblichen Verwandten konnten nicht viel mit ihm anfangen, aber einige respektierten oder mochten ihn und die anderen empfanden Gleichgültigkeit oder eine gewisse Skepsis, aber die war nicht einmal auf ihn persönlich, sondern sein Geschlecht gemünzt. Bald hatte Dorcas Energie und Enthusiasmus wie nie zuvor, besonders als auch die Ausbildung gut anlief. Natürlich spürte er die Auswirkungen des Krieges, aber weil diese Gefühle sich nicht auf ihn bezogen, waren sie ein bisschen leichter aus seinem Bewusstsein verbannbar, ein bisschen weniger geeignet, ihn dauernd zum Grübeln zu bringen. In gewisser Weise waren sie sogar eine Motivation, die Ausbildung gut zu meistern. Das Ministerium brauchte Nachwuchs und auch, wenn seine Familie sich raushielt, für Dorcas war schnell klar, auf welcher Seite er persönlich kämpfen wollte. Er wollte etwas gegen die Menschen tun, die andere unterdrücken wollten und als weniger Wert ansahen, nur weil sie zufällig nicht in die richtige Familie geboren worden waren. Eine andere Einstellung erlaubten seine eigenen Erfahrungen einfach nicht. <br />
Die anderen Auszubildenden waren nicht mehr die riesige Schülerschar in Hogwarts, sondern ebenfalls für die Ausbildung begeisterte Hexen und Zauberer, von denen netterweise keiner panische Prüfungsangst hatte. Auch dass sie nur etwa ein Dutzend in Ausbildungsjahr waren, half extrem. Nein, Dorcas wurde nicht in der Nacht zum Überflieger, aber er erbrachte bessere und konsistentere Leistungen und er hatte nun seine Gabe genug im Griff, um sich in der Gruppe beliebt machen zu können. Abends fiel er trotzdem todmüde ins Bett, weil ihn ein Tag im Ministerium vollkommen auslaugte. Hin und wieder griff er auch zu einem Euphorietrank, wenn die angespannte Stimmung im Ministerium, besonders nach irgendwelchen Katastrophenmeldungen, über den Tag zuviel für ihn geworden war. Aber er hatte Erfolg und das fühlte sich gut an. <br />
<br />
In diesem ersten Ausbildungsjahr traf Dorcas das erste Mal auf einen anderen Pathomentiker. Als Mitarbeiter des Katastrophenschutzes half er bei einem Einsatz, zu dem eine Massenpanik nach einem Angriff durch Todesser gehörte. Dorcas war damals nicht live dabei, als der andere Pathomentiker seine Fähigkeit wirkte, aber er sah ihn danach für die Nachbesprechung des Einsatzes den Flur entlangschlurfen. Offensichtlich vollkommen erschöpft und ausgelaugt. In den nächsten Monaten machte er es sich zur Aufgabe, mehr über diese Person und andere mit seinen Fähigkeiten herauszufinden und das Ergebnis war ernüchternd. <br />
Wer seine Gabe offen zeigte, dem stand sehr sicher bevor, dass sie ausgenutzt wurde, zum Teil auf eine Weise, die Dorcas moralisch zumindest grenzwertig fand, zum Teil auf eine Art, die ihn selbst an seine Grenzen bringen würde. Schon die Gefühle eines einzelnen Menschen zu beeinflussen, das wusste Dorcas inzwischen, war unglaubluch Kräfte zehrend. Eine ganze Gruppe? Er musste keinen Pathomentiker fragen, um zu wissen, dass der regelmäßige Einsatz seiner Gabe auf so eindrückliche Art Spuren bei ihm hinterlassen würde, die ein paar Tage Einsamkeit und viel Schlaf nicht würden auslöschen können. <br />
Dorcas stand mehr als einmal vor dem Büro des Pathomentikers, der ihm mehr über seine Gabe hätte beibringen können, aber am Ende siegte immer die Angst. Was, wenn dieser Zauberer sein Geheimnis nicht für sich behalten würde und verlangte, dass er sich ebenso in den Dienst des Ministeriums stellte wie er? Mit dem vollen Umfang seiner Fähigkeit, ohne Rücksicht darauf, dass gerade emotionale aufgepietschte Menschenmassen für Dorcas ein absoluter Alptraum waren. Was, wenn er damit konfrontiert werden würde, dass er nicht bereit war, <i>alles</i> für die richtige Sache zu opfern? Es war die andere Seite dieser Entscheidung, die ihn grübeln ließ. Die Kriegszeiten verlangten vielen etwas ab und Opfer wurden täglich gebracht. Und doch wollte Dorcas dieses potenzielle Opfer, seine mentale Gesundheit, nicht bringen.<br />
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Das Ende des ersten Ausbildungsjahres brachte die ersten Abschlussprüfungen mit sich, die Dorcas erfreulich gut hinter sich brachte, so dass einer Ausbildung zum Ermittler nichts im Weg stand. Dorcas wählte diesen Weg, weil er in diesem Bereich am ehesten das Gefühl hatte, mit seiner Fähigkeit von Nutzen zu sein, wenn er sie schon nicht offen für das Ministerium einsetzen wollte. Vielleicht hätte er diesen Schritt nicht gewagt, hätte sein Selbstbewusstsein sich im letzten Jahr nicht deutlich verbessert. Neben seinem guten Abschneiden in der bisherigen Ausbildung war dafür noch etwas anderes verantwortlich - sein verändertes Äußeres. Das regelmäßige körperliche Training hatte seine Statur von schmal zu sportlich verändert. Dorcas hatte sich bis dahin nicht für jemanden gehalten, der eitel war, aber ihm tat es gut, dass ein Blick in den Spiegel nun ein männlicheres Ebenbild zeigte, das eben nicht mehr so einfach mit einer Frau zu verwechseln war. Zunehmend trainierte Dorcas auch in seiner Freizeit, nahm neben Kraftsport auch Kampfsportkurse in sein persönliches Trainingsprogramm auf, und achtete mehr auf seine Kleidung. Es mussten keine feinen Stoffe oder perfekte Schnitte sein, aber es musste eher Maskulinität ausstrahlen. Damit waren auch die letzten kleinen Seitenhiebe alter Klassenkameraden in der Ministeriumskantine oder blöde Sprüche von Verdächtigen, wenn sie den früher schmalen Jungen mit den eher feinen Gesichtszügen sahen, bald Vergangenheit. <br />
Als für Dorcas die Zeit der Verhaftungen und Verhöre losging, hatte er ein ganz anderes Auftreten und Selbstbewusstsein, als noch zur Zeit seines Hogwartsabschlusses. Dass dieser unsichere Junge von damals immer noch da ist, weiß Dorcas aber auch. Spätestens dann, wenn ihm jemand einen rosa Pullover aufquatschen will und er sehr entschieden ablehnt.<br />
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Als Auszubildender für die einfache Strafpatroullie war Dorcas gutes Mittelmaß. Definiv brauchbar, aber nicht ganz das, was man von einem Ravenclaw mit seinem Einsatz und dem Potenzial, das man manchmal erkennen konnte, erwarten würde. Als Ermittler sollte er seine Stärken besser ausspielen können. Recherchen durchführen, an etwas dranbleiben, Spuren auswerten und vor allem das Finden potenzieller Zeugen und Verdächtiger sowie deren Verhör lagen eher in Dorcas' stärkeren Bereichen. Besonders in Letzterem konnte er sich bald einen Ruf als herausragender Auszubildender erarbeiten. Sein 'Instinkt' für Lügen, für Menschen, die etwas zu verbergen hatten, schien geradezu traumwandlerisch sicher. Und Dorcas selbst nutzte die Tatsache, dass man ihn bald seine eigenen Verhöre führen ließ - natürlich immer noch von einem ausgebildeten Ermittler begleitet - um seine Gabe zu trainieren. Besonders den Part davon, den er bisher kaum ausgebildet hatte. Das Beeinflussen fremder Emotionen war ihm immer moralisch fragwürdig erschienen und er hatte es meist aus Versehen getan, wenn es passiert war. Aber bei Verbrechern? Ihre Angst und Nervosität zu verstärken oder ihnen das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen in ihn zu vermitteln, damit ihre Zungen sich lockerten, das fand er vertretbar. Hier ging es um ein höheres Wohl und diese Menschen hatten es verdient, die Konsequenzen ihrer Handlungen erfahren zu müssen. Er half nur, sie diesen Konsequenzen zuzuführen. <br />
In den zwei Jahren seiner Ausbildung konnte Dorcas, dem immer noch nur das Selbststudium blieb und dessen Gelegenheiten durch die Anzahl an Verhöhren eingeschränkt war, die er durchführen konnte, begrenzt war, natürlich keine Perfektion im Umgang mit diesem Part seiner Fähigkeit erreichen, aber er lernte zumindest in Ansätzen, Emotionen hervorzurufen, die gerade nicht sowieso schon in seinem Gegenüber vorhanden waren. Er merkte bald, dass er dabei auch sehr vorsichtig vorgehen musste. Der ein oder andere Verdächtige beschwerte sich über unlautere Maßnahmen. Man habe ihm etwas in den Kaffee getan, damit er beim Verhör alles ausplaudert. Niemand nahm diese Menschen ernst, schließlich waren sie Täter, die versuchten, sich aus Verbrechen herauszureden. Und sie sprachen von angeblichen Veritasserum, weil sie keine Ahnung hatten, wie es sich anfühlte, von einem Pathomentiker beeinflusst zu werden. Aber es war eine gute Erinnerung daran, dass er vorsichtig sein musste, besonders mit dem Einschleusen von Gefühlen, die so noch nicht in seinem Gegenüber schwelten. <br />
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Für den Moment schöpfte jedoch scheinbar niemand Verdacht. Es herrschte Krieg. Die Rate an Verbrechen stieg mit jedem Monat und niemand hatte Zeit sich darüber Gedanken zu machen, ob das ein oder andere Verhör nicht etwas sehr glatt lief. Zumindest schien es Dorcas so. Er fand seinen Rhythmus, trainierte und apparierte hin und wieder an einsame Orte, um den Stress abzubauen und ein paar ruhige Stunden ohne die Emotionen anderer um sich zu haben. Er wäre gern von Beruhigungs- und Euphorietränken weggekommen, aber er brauchte sie an besonders schlimmen oder langen Tagen oder wenn das Chaos des Krieges Doppeldienste verlangte und die Müdigkeit seine mentalen Barrieren mehr und mehr Bröckeln ließen. Ein Privatleben? Das hatte er in dieser Zeit nicht. Zu ausgelaugt war er von der Ausbildung und dem, was er schon durch den notwendigen Kontakt zu seiner Umwelt an Emotionen aufnahm. Zum Glück gab es aus seiner Hogwartszeit nicht viele Freundschaften zu halten und zum Glück wussten die Frauen in seiner Familie noch immer nicht, was sie mit den Männern in ihrer Runde anfangen sollten, also respektierte man seine Zurückgezogenheit. Nur wenige Familienfeste und Pubabende waren in diesen zwei Jahrne notwendig, um Dorcas' dünnes soziales Netzwerk zufriedenzustellen.<br />
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<b><i>"Not every love story is meant to last forever. Some are meant to teach us something and then let us go."</b></i><br />
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Im Juni 1976 beendete Dorcas seine Ausbildung zum Ermittler. Als Elaine, eine seiner ihm gegenüber freundlich gestimmten Cousinen im Juli für die Sommerferien vor ihrem siebten Schuljahr nach Godrics Hollow zurückkehrte, sollte einer dieser Partys stattfinden, bei denen er sich nicht herausreden konnte, einen geselligen Abend mit ihr und ihren Freunden zu verbringen. Es galt, seinen Abschluss zu feiern, zumindest so nebenbei auf einer Party. Dorcas trank nicht oft, aber wenn auf ihn selbst angestoßen wurde? Er war eben immer noch zu sehr der Junge, der es anderen Recht machen wollte. Dorcas schreibt es gern einer Mischung aus Alkohol und seiner Gabe zu, dass er an diesem Abend knutschend mit Henry Morganach, Elaines bestem Freund, in einer stillen dunklen Ecke abseits der Party landete. Es scheint eine etwas dünne Erklärung dafür zu sein, dass dieser Moment nicht einzigartig blieb, sondern die beiden sogar eine Beziehung eingingen, aber Dorcas hatte von Pathomentikern gelesen, die ihr ganzes Eheleben auf der Lüge begründeten, dass die Gefühle ihres Partners ihre eigenen wären. Heute denkt Dorcas mit gemischten Gefühlen an diesen Sommer zurück. Nicht einmal, weil er ihn mit einem anderen Mann verbracht hat, sondern weil er eine wirklich schöne Zeit hatte, auch im Rückblick betrachtet, die doch eine Lüge war. Und weil er einen Mann verletzt hat, den er vielleicht nicht liebt, der ihm aber trotzdem wichtig ist.<br />
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Als der Sommer endete und Henry für sein letztes Schuljahr nach Hogwrats zurückkehrte, spürte Dorcas bald, dass er nicht das Gleiche für den Ravenclaw empfand wie er für ihn. Obwohl er ihn zweifellos immer noch mochte, waren beim Gedanken an ihn, als er erst einmal ein paar Wochen aus dem direkten Einflussbereich des Jüngeren heraus war, keine Gefühle über Sympathie hinaus mehr im Spiel. Für Dorcas war es eine ernüchternde Lektion darüber, wie wenig er auf das Vertrauen konnte, was er fühlte. Er beendete die Beziehung noch im gleichen Jahr und hat sich seitdem von romantischen Verwicklungen ferngehalten, auch wenn er eine gewisse Sehnsucht danach, zu jemandem zu gehören, nicht leugnen kann. Aber wie soll er sich mit einer Fähigkeit wie seiner je sicher sein?<br />
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<b><i>New Chances, New Choices</i></b><br />
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Dorcas arbeitete ein knappes Jahr als Ermittler, als er die Formulare für die Bewerbung zur Aurorenausbildung auf seinem Schreibtisch fand. Sein direkter Vorgesetzter führte im folgenden Gespräch aus, dass er sich in der Strafverfolgung bewiesen hatte und es in den aktuellen Zeiten mehr sehr gut ausgebildete Auroren brauchte. Dorcas hatte seine innigsten Berufswunsch nie geheimgehalten und seine Eignung schien nach diesen vier Jahren im Ministerium unumstritten. Heute vermutet Dorcas, dass neben den Kriegszeiten und der notwendigkeit für einen steten Aurorennachwuchs auch Albus Dumbledore seine Finger im Spiel hatte. Damals wusste Dorcas noch nicht, dass der Zauberer auf ihn aufmerksam geworden war und seine Gabe zu erahnen schien. Aber konnte es Zufall sein, dass Dorcas nach bestandener Aufnahmeprüfung ausgerechnet Frank Longbottom als Mentor zugeteilt bekam? Dorcas ahnte in den ersten Monaten natürlich nichts von dessen Mitgliedschaft in einer Organisation, von der er bisher ebensowenig gehört hatte.Da war nur das Gefühl von Wachsamkeit, das Frank Longbottom auszustrahlen schien. Aber er war Auror und nicht wenige ältere Auroren waren geradezu paranoid, also erschien Dorcas eine erhöhte Aufmerksamkeit in seiner Nähe kaum ungewöhnlich. Meinte er außerdem, dass sein Mentor ihn etwas genauer im Blick zu behalten schien und er mehr Feldaufgaben bekam als die anderen Auszubildenden? Auch das, aber in der Kantine erzählten nicht wenige angehende Auroren, dass sie denselben Eindruck in ihrer eigenen Ausbildung hatten, also mochte es nur Einbildung sein. Außerdem hatte Dorcas ausnahmsweise andere Probleme, als sich ausschließlich über seine Ausbildung Gedanken zu machen ...<br />
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Als seine Cousine Elaine im Sommer 1977 ankündigte, die Aurorenausbildung ebenfalls zu absolvieren, freute sich Dorcas, ein freundliches Gesicht in seinem Jahrgang zu haben, auch wenn es in gewisser Weise bedeutete,  im Ministerium unter der Beobachtung seiner Familie zu stehen. Das tat er so oder so. Die Beauforts waren keine kleine Familie und besetzten diverse Stellen auch in der Strafverfolgung. Dass Henry - ihr bester Freund und Dorcas' erfolglose Sommerromanze - mit ihr die Ausbildung beginnen wollte und Sephora, die Matriarchin der Familie, noch die wundervolle Idee hatte, sie alle Drei gemeinsam mit anderen Auszubildenden in eine Villa der Familie zu stecken, war da schon eine andere Sache. Dorcas, der seinen Auszug aus dem Haus in Grodrics Hollow schon im letzten Jahr als Ermittler geplant hatte, erkannte sehr wohl den Wunsch der Matriarchin, so eine gewisse Kontrolle über sein Leben zu behalten. Und doch wollte er noch keinen zu starken Bruch zu seiner Familie riskieren, so dass ein Nein nicht in Frage kam. Dorcas arrangierte sich also. Er arrangierte sich mit Elaine, die immerhin zu seinen liebsten Cousinen gehörte und sich gern als Kopf der neuen WG sah. Er arrangierte sich mit Henry, dessen Gefühle für Dorcas leider nicht komplett verschwunden waren und der mit der Tatsache, dass er auf Männer stehen könnte, deutlich mehr Probleme hatte als Dorcas. Vermutlich auch, weil Dorcas sich gar nicht so sicher war, aus eigenem Antrieb heraus überhaupt Männer anziehend zu finden. Die beiden einigten sich jedenfalls darauf, ihre frühere Beziehung, wie schon in diesem letzten Sommer, nicht allzu offen zu behandeln. Dorcas arrangierte sich auch mit dem Einzug von Midas Meliflua, einem ehemaligen Mitschüler, dessen vorrangiger Charakterzug in Hogwarts gewesen zu sein schien, dass er ein Arschloch war, welches es zwischenzeitlich besonders auf Henry abgesehen hatte. Dorcas gab sein Bestes, mit diesem neuen Umfeld umzugehen, auch wenn ihm die Gefühle jedes WG-Mitglieds auf die ein oder andere Art häufig Kopfschmerzen bereiteten.<br />
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Das neue Jahr brachte verstärkt Einsätze für Dorcas, die ihm dank seiner Gabe relativ problemlos gelangen, auch wenn die Informationen, die er erhielt, dürftig waren. Er schätzte, dass sein Vertrauen ins Ministerium geprüft wurde, und führte seine Aufgaben aus. Hatte dieser Zauberer etwas zu verbergen? Log jene Hexe in Bezug auf ihre Zeugenaussage? Viele Befragungen fanden außerhalb des Ministeriums statt, was Dorcas unter 'Feldeinsatz' verbuchte, und nicht wenige ordnete Frank Longbottom als 'sensible Operationen' ein, was bedeutete, Dorcas durfte nicht darüber sprechen. Kein ungewöhnliches Vorgehen im Aurorenbüro, schließlich hatten Schwarzmagier ihre Spione im Ministerium und im Chaos des Krieges gingen auch im Ministerium Informationen schnell in die falschen Hände. Heute fragt sich Dorcas trotzdem, ob er - gerade als Pathomentiker - nicht hätte Verdacht schöpfen sollen. Aber da ist das Problem, dass er Gefühle zwar spürt, aber immer noch selbst interpretieren muss. Und sein Mentor log ihn nie an, wenn er sagte, er hätte einen Auftrag für ihn oder dass dieser besser nicht in großer Runde diskutiert wurde. Auch das ein oder andere Gespräch über seine persönliche Meinung zur politischen Lage oder seinen Moralvorstellungen wunderte Dorcas nicht. Auroren waren ein eingeschworener Haufen. Sie wussten gern, wer da neben ihnen stand und ihnen den Rücken freihielt. <br />
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Erst als er eines Tages Albus Dumbledore gegenüberstand und ein - zumindest für ihn - ungeplantes persönliches Gespräch mit dem Schulleiter hatte, wurde ihm bewusst, dass er in den letzten Monaten nicht nur hinsichtlich seiner Fähigkeiten als Auror geprüft worden war. Als erste Person sagte Dumbledore ihm gerade heraus, was er war, und machte keinen Hehl daraus, dass er Dorcas' Pathomentik gern einsetzen würde. Für das höhere Wohl, verstand sich.  Und der Phönixorden, von dessen Existenz Dorcas nun erfuhr, klang nach einer Gruppe, für die es sich lohnen konnte, seine Fähigkeit einzusetzen. Dorcas entschied sich, dem Orden beizutreten. Seine ersten Monate blieben eine Bewährungsprobe. Er kannte nur die Identität von Dumbledore und Frank Longbottom als Ordensmitglieder und erledigte erste Aufträge unter der Führung seines Aurorenmentors. Erst im April sollte er einem ersten tatsächlichen Treffen des Ordens beiwohnen und Dorcas hat den Verdacht, dass er damit schon recht schnell seine 'Probezeit' bestanden hatte. Grund dafür war wohl die Entscheidung seines Mentors, zur HIT-Einheit zu wechseln. Das war auch der Grund, warum er gemeinsam mit seinen WG-Mitbewohnern, die auch unter dem Longbottom ihre Ausbildung begonnen hatten, schon im Mai 1978 für die Prüfungen zugelassen wurde, die das Ende ihres ersten Ausbildungsjahres markieren sollten. Jetzt hat Dorcas das zweite Jahr in seiner Ausbildung begonnen. Eigentlich ein Grund zur Freude, aber da ist der Krieg und bei aller Überzeugung für die gute Sache die Frage, wie Albus Dumbledore ihn einsetzen will. Und ob er auf dem besten Weg ist, emotional auszubrennen oder seinen Verstand einzubüßen, wie soviele Pathomentiker vor ihm, wenn er sich zu sehr einspannen lässt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b><i>Some scars are from childhood, but they grow with us. </i> Unknown</b><br />
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Dorcas Beaufort wurde als fünftes und vorletztes Kind seiner Mutter in eine Familie hineingeboren, die herzlich wenig mit ihm und seinen schon zuvor geborenen vier Brüdern anfangen konnte. Es war wohl reiner Trotz, der seine Mutter dazu brachte, ihm als ersten ihrer Söhne trotzdem den von ihr ausgewählten weiblichen Vornamen zu geben. Während seiner Kindheit in einer Großfamilie mit hauptsächlich weiblichen Bezugspersonen war Dorcas eigentlich immer gut behütet. Nie musste er allein spielen, immer war jemand da, spielte mit ihm oder half ihm und doch merkte er schon als kleiner Junge, dass er und seine Brüder außen vor waren. Seine Tanten und Cousinen schienen unsicher, was man mit ihm anfangen und ihn lehren sollte, wie er sich benehmen und wohin sein Weg führen sollte.<br />
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Diese Unsicherheit betraf zwar auch seine Brüder und seinen Cousin - den einzig anderen männlichen Nachkommen neben Sarines Kindern in seiner Generation -, aber Dorcas schien es immer am meisten zuzusetzen. Überhaupt galt der Junge als Sensibelchen, das wegen Nichts weinte, sich schnell in Streit verwickeln ließ, gleich darauf vollkommen in sich gekehrt in einer Ecke sitzen konnte und dann wieder wie ein aufgedrehter Flummi durch die Gegend hüpfte und sich kaum bändigen ließ. Die eine Sache, die mit Dorcas sehr zielstrebig verfolgt wurde, waren Vorübungen zur Legilimentik. Laut seiner Mutter ist sein Vater ein herausragender Legilimentiker. Neben der Tatsache, dass er kein Brite ist, war das die einzige Information, die Sarine je über den Mann Preis gab. Dorcas lernte also früh, sich lange nur auf eine Sache zu fokussieren (oder sollte es zumindest), bekam Regulationstraining und kognitive Methoden, den Kopf von eigenen Gedanken zu befreien, beigebracht. Es waren die einzigen Gelegenheiten, zu denen Sarine sich intensiv mit ihm beschäftigte. Sie zog Rouven und Caleb vor. Der eine besticht durch eine Gabe, der andere durch außergewöhnliches magisches Talent, das sich schon in früher Kindheit durch heftige magische Ausbrüche äußerte. Als schließlich Tabitha geboren wurde, als er sieben Jahre alt war, war Dorcas endgültig ein Kind der Beaufort-Gemeinschaft und nicht mehr Sarines Aufmerksamkeit Wert. Dieser wiederum beobachtete genau, sah wie seine Schwester verehrt und sein ältester Bruder ausgenutzt wurde, wann immer dieser aus Hogwarts zurückkam. <br />
Rouven war ein Werkzeug, Tabitha die Prinzessin der Familie. Dorcas wäre lieber wie Tabitha gewesen und nicht wie Rouven, auch wenn er seinen ältesten Bruder zunehmend zu schätzen wusste und sogar begann, ihm Briefe zu schreiben, als er mit der Feder gut genug umgehen konnte. Es mochte an dem Wunsch nach Aufmerksamkeit von seiner Mutter liegen, dass er es für einige Jahre schmeichelhaft fand, mit einem Mädchen verwechselt zu werden, wann immer er abseits der Beaufort-Gemeinschaft unterwegs war, doch das sollte sich ändern …<br />
Mit der magischen Welt - oder gar der Muggelwelt - abseits des Familiengefüges hatte Dorcas zu dieser Zeit kaum zu tun. Ausflüge in die Winkelgasse waren für ihn eine Seltenheit, weil er so schnell überreizt zu sein schien und die vielen (emotionalen) Eindrücke für ihn schwer zu verarbeiten waren. Dorcas wusste damals nicht, dass er anders war, und hätte das, was auf ihn einwirkte, nicht als die Gefühle anderer benennen können. Er sah nur, dass jeder außer ihm leicht mit großen Menschenansammlungen umgehen konnte und vermutete den Fehler bei sich selbst. Die vielen kleinen Unzulänglichkeiten, die seine unentdeckte Fähigkeit mit sich brachte, ließen es zusammen mit der nachlässigen Haltung seiner Mutter ihm gegenüber nicht zu, dass er so etwas wie ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein entwickelte. Unbemerkt von Dorcas gab es hinter seinem Rücken allerdings Getuschel und Mutmaßungen, zumindest unter den wenigen Frauen, die häufiger mit ihm zu tun hatten. Irgendetwas war seltsam an ihm und man beschloss, abzuwarten, was die ersten Schuljahre und das Erlernen von Magiekontrolle aus ihm machen würden.<br />
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<b><i>School teaches you lessons you never asked for. </i> Unknown</b><br />
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Dorcas hatte sich keine Sorgen um Hogwarts gemacht. Von einer großen Familiengemeinschaft in die andere, so hatte Rouven es beschrieben und auch seine anderen Brüder hatten nie viele Probleme mit dem Internatsleben gehabt. Es war wie daheim, nur mit mehr Jungen und männlichen Lehrern, einer Uniform und strikterem Unterricht. Dafür schwärmten seine Brüder von Quidditch und dem Duellierclub, von Hogsmeade und den Festessen und natürlich von allem, was sie in Hogwarts lernten. Dorcas sollte keinen so leichten Einstieg haben.<br />
<br />
Bereits der Hogwartsexpress verwandelte ihn in ein aufgescheuchtes Graphorn und beim Festessen schaffte er es gerade mal, seine Hauszuteilung mitzumachen, ehe er meinte, vor unterdrückter Energie, Angst und Nervosität explodieren zu müssen. Er zog sich vor allen anderen in den Ravenclawturm zurück und sollte damit eine Tradition begründen, die ihn durch Hogwarts begleiten sollte. Rückzug. Besonders, aber nicht ausschließlich, in den ersten Monaten. Hogwarts fühlte sich fremd für ihn an. Als könne er seine Umgebung nicht mehr richtig einordnen und als wäre jede Situation mit mehr als einer kleinen Menschengruppe im Raum überfordernd.<br />
<br />
Dorcas mauserte sich mit diesem Problem und mit seinem Vornamen schnell zum Opfer von Häme und Spott, schien er doch kaum einen Tag durchzuhalten, ohne dass er die Große Halle verlassen musste, in Tränen ausbrach oder einen Mitschüler schlug, der steif und fest behauptete, ihn natürlich nicht provoziert zu haben. Besonders Quidditchspiele mit ihren aufgepeitschen Gefühlen waren schlimm für Dorcas und er hielt sich bald von ihnen fern. Frieden fand er in der Bibliothek, wenn diese gerade nicht gut besetzt war. Dort hielt er seine Mitschüler seltsamerweise auch aus. Später sollte er sich zusammenreimen, dass es daran lag, dass sie sich hier aufs Lernen fokussierten und ihre Gefühle relativ unaufgeregt blieben, solang nicht gerade die Prüfungen kurz bevorstanden. Auch die Ländereien und die hohen Türme von Hogwarts boten ihm häufig eine Zuflucht.<br />
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Im Unterricht sagten die meisten Lehrer Dorcas eine schnelle Auffassungsgabe nach, aber in Prüfungssituationen konnte er das Gelernte selten gut umsetzen. Besser lief es bei den Privatstunden mit seinem Bruder Bram, der ebenfalls in Ravenclaw war. Er sollte mit Dorcas weiter an seiner hoffentlich vorhandenen Legilimentik arbeiten und gab ihm auch sonst Nachhilfe, wenn es nötig war. Doch obwohl Dorcas, der zwischenzeitlich darauf bestand, nur noch ‘Cas’ genannt zu werden, übte und übte, schien er nicht in die Gedanken einer anderen Person eindringen zu können. Dafür schien sich etwas in seiner Gefühlslage zu verändern, wenn er sich auf andere Menschen fokusierte. Er konnte die verwirrenden, überfordernden Emotionen zunehmend von sich wegschieben, und schließlich verstand er, was das bedeutete. Er hatte nicht die 'Gabe' seines Vaters geerbt, aber eine andere ausgebildet. Eine, deren Seltenheit seine Mutter nicht einmal in die richtige Richtung hatte denken lassen.<br />
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Dorcas teilte diese Erkenntnis mit niemandem, aber ab der dritten Klasse, als er diese Eingebung hatte, wurde das Internatsleben für ihn einfacher. Nicht von heute auf morgen, nicht sofort spürbar, aber Stück für Stück erarbeitete er sich kleine Schnipsel von Kontrolle über sein Leben zurück. So gut es heimlich ging, recherchierte er seine eigene Fähigkeit und stieß in der Hogwartsbibliothek auf den Begriff der Pathomentik. Er brachte sich selbst über mehrere Schuljahre bei, eigene Emotionen von denen anderer zu unterscheiden. Das Wissen, dass er empfänglich für die Gefühle anderer war und das seine Reaktion beeinflusste, machte es leichter, eine Mauer aufzubauen, die zumindest in vielen Situationen das Schlimmste verhinderte. Dorcas wurde bis Ende des vierten Schulajhres vom Klassenfreak zum stillen Mitläufer, der zwar immer noch nicht wirklich dazugehörte, aber mit seinem Spitznamen 'Cas' und ohne die emotionalen Ausbrüche auch kaum mehr Grund für Häme und Spott mehr lieferte. <br />
Es blieb dabei, dass Dorcas Quidditchspiele mied und zum Beispiel Probleme in Prüfungssituationen hatte, weil er diese Extreme schlecht so ausführlich trainieren konnte, wie den Alltag in Hogwarts. Er lernte aber auch, die Vorteile seiner Gabe zu nutzen. Er erkannte zum Beispiel, dass es relativ einfach für ihn war, zu erkennen, ob jemand log. Manchmal konnte er sogar die Gefühle einer Person beeinflussen, was er aber in seiner Hogwartszeit höchstens zufällig tat und wenn dann nur in der Form, dass er seine eigenen, in dem Moment stark ausgeprägten Gefühle, versehentlich auf sein Gegenüber übertrug. Es war immer noch nicht einfach, durch Hogwarts zu kommen. Das Mobbing hatte stark nachgelassen, aber es blieb dabei, dass immer mal wieder ein spöttischer Kommentar ihn traf oder selbst erlebte Demütigung und die darauf folgende Scham an Dorcas ausgelassen worden. Dorcas lernte, die emotionalen Anzeichen für so eine Stimmung zu lesen und Schülern aus dem Weg zu gehen, die gerade das Bedürfnis haben könnten, nach unten zu treten.<br />
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Zwei Dinge beschäftigten Dorcas in seinen späteren Schuljahren zunehmend. Ob er über seine Gabe mit seiner Familie sprechen sollte und was er mit seiner Zukunft anfangen sollte. Dorcas’ großer Traum war eine Karriere als Auror, doch obwohl er theoretisch das magische Potenzial und den Ehrgeiz dafür gehabt hätte, kam seine Gabe ihm in wichtigen Situationen immer wieder in die Quere. Auch Experimente mit Beruhigungstränken zeigten zwar eine gewisse abmildernde Wirkung, machten ihn aber gleichzeitig so müde, dass ein Ohnesgleichen wieder in unerreichbare Ferne rückte. Dorcas war frustriert. War er allein, beherrschte er jeden Zauber, jede Formel, alles was seine Lehrer je von ihm gefordert hatten, egal ob in der Theorie oder in der Praxis. Doch in einer Gruppe blieb er den Gefühlen seiner Mitschüler immer bis zu einem gewissen Grad ausgesetzt, auch wenn er inzwischen zumindest nicht mehr negativ auffiel. Er brauchte also eine Alternative für die Zukunft. Rouven hatte seine eigene Ausbildung inzwischen beendet und war als Metamorphmagus seiner Familie zu Diensten, was Dorcas vor Augen führte, wie seine Zukunft aussah, sollte seine Familie den Wert seiner Gabe erkennen. Die Beauforts waren Trickser, Erpresser, Schmeichler, Verführer. Er mit seiner Gabe hätte ein wertvolles Werkzeug sein können, wollte die Familie aber irgendwann hinter sich lassen, in der er nie wirklich einen Platz gefunden hatte.<br />
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Dorcas' fünftes Schuljahr sollte nicht nur wegen der ZAGs ein besonders angespanntes für ihn werden. Das erste Halbjahr markierte ebenfalls den Beginn des Zaubererkriegs. Hinter den schützenden Mauern von Hogwarts mochten sich viele Schüler einbilden können, dass alles wie immer war. Dorcas nicht. Er fühlte die Anspannung, die zunehmende Feindseligkeit, die Angst und die Trauer, wenn der Krieg seine ersten Opfer forderte und er den jungen Angehörigen dieser Opfer auch nur in einer der Flure begegnete. Die Ausrede, sich wegen der ZAGs noch mehr rar machen zu können und das Schuljahr an einsamen Orten, vergraben in Büchern zu verbringen, war Dorcas nur recht. Gar nicht recht waren ihm seine Abschlussnoten, die zwar nicht schlecht waren, aber weder seinen Ehrgeiz noch sein tatsächliches Können widerspiegelten. Aber er konnte die gewünschten UTZ-Fächer belegen und das war erst einmal alles, was zählte. In diesem Sommer nach seinem fünften Schuljahr kehrte er besonders ungern nach Hause zurück, aber das Anwesen der Beauforts stellte sich als eine Miniversion von Hogwarts heraus - der Krieg wurde vor der Tür ausgesperrt. Man sprach nicht viel darüber und ging seinem Alltag so gut wie möglich nach. Die Beauforts versuchten, sich aus dem Krieg so gut es ging herauszuhalten. Und weil sie Halbblüter waren und damit gleichzeitig unwichtig und doch nicht direkt auf der Abschussliste der Schwarzmagier, die sich Todesser nannten, klappte das sogar relativ gut. Dafür spürte Dorcas etwas anderes. Eine wachsende Erwartungshaltung ihm gegenüber, die er sich damals nicht erklären konnte.<br />
<br />
Dorcas kehrte nach Hogwarts zurück, ohne viel Berührung mit dem gehabt zu haben, was in der magischen Welt vor sich ging. Aber auch ohne über das gesprochen zu haben, was er inzwischen über seine Fähigkeit wusste. Schließlich entschied Dorcas sich, seine Gabe für sich zu behalten. Die Entscheidung über seine Karriere wurde ihm dagegen abgenommen. Zwar waren seine UTZ's nicht so schlecht, wie er es in der sechsten Klasse noch geglaubt hätte, aber für seinen Geschmack lang nicht gut genug, um als Auror eine Chance zu haben. Wenn er schon in einer Prüfungssituation in der Schule nicht sein Bestes geben konnte, wie sollte er dann gegen Schwarzmagier in einer Stresssituation bestehen? Das war für Dorcas besonders bitter, weil sein Bruder Caleb nach seinen eigenen UTZ's mit Kusshand für eben diese Ausbildung genommen worden war und sich schon zu Dorcas' Abschlusszeiten zum absoluten Überflieger gemausert hatte. <br />
Dorcas versuchte, die Sticheleien seines Bruders deswegen zu ignorieren und tat, was seiner Meinung nach der Aurorenausbildung am nächsten kam - er bewarb sich für die Ausbildung in der Strafpatrouillie. Soetwas wie die Sicherung eines Tatorts schien ihm etwas zu sein, das er auch mit seinen Einschränkungen zuverlässig hinbekommen sollte. Und ob er zu mehr in der Lage war, würde er während der Ausbildung sehen. Der weiterhin tobende Krieg bereitete ihm zwar ebenfalls Kopfschmerzen, aber Dorcas lernte schnell, dass er diesen zu spüren bekommen würde, egal ob er in der Strafverfolgung oder bei einem Zauberstabmacher arbeitete. Die Gefühle, die schon zunehmend durch die dicken Mauern des Schlosses gesickert waren, tobten in der magischen Welt wie ein Sturm, der nie an Energie zu verlieren schien.<br />
<br />
Ein unerwartetes Hindernis sollte sich bereits kurz nach seiner Rückkehr aus Hogwarts zeigen, als die Matriarchin Sephora erfuhr, dass er sich für die Strafverfolgung beworben hatte. Nun, da er in Hogwarts ausgebildet worden war und ganz offensichtlich eine gewisse Kontrolle über das hatte, was ihn als Kind und Schulanfänger noch so sehr im Griff gehabt hatte, war die Geduld der Beauforts erschöpft. Sephora war nicht sicher, ob er wusste, was er war. Aber dass er zumindest <i>etwas</i> über seine Besonderheit wissen musste, um sie kontrollieren zu können. So oder so wäre es an der Zeit, herauszufinden, was an ihm anders war. Dorcas redete sich bei diesem Treffen mit klopfendem Herzen heraus und vielleicht half ihm dabei sogar seine noch nicht sehr gut trainierte Fähigkeit, Emotionen zu beeinflussen, so sehr wünschte er sich, Sephoras Misstrauen möge verschwinden und sie würde seinen Beteuerungen glauben. Aber es reichte nur für einen Aufschub. Der Frauenkreis sollte am nächsten Tag zusammenkommen, seine Symptome diskutieren und es sollte über das weitere Vorgehen entschieden werden. An eine Ausbildung bei der Strafverfolgung wäre jedenfalls nur zu denken, wenn seine Gabe dort tatsächlich den meisten Nutzen hatte. An diesem Abend überlegte Dorcas ernsthaft, seiner Familie den Rücken zu kehren und das Anwesen heimlich zu verlassen. Doch dann besuchte ihn ausgerechnet Daliah. Seine Tante, die soviel Hass für seinen Zweig der Familie spürte. Und an diesem Tag verstand Dorcas zum ersten mal Warum. Sie erzählte von dem Werwolfbiss und sie gab Preis, dass sie in all den Jahren gut im Blick behalten hatte, wer über Dorcas' eventuelle Gabe informiert war. An diesem Abend bot sie ihm an, die Erinnerungen, die mit diesem Verdacht in Verbindung standen, zu löschen. Von Dorcas wollte sie im Gegenzug auch künftig absolutes Stillschweigen über seine Fähigkeit, aber dafür selbst das Wissen, was genau es war, das ihn anders machte. Dorcas sah wenig andere Möglichkeiten und verriet sich als Pathomentiker. Am nächsten Tag wurde er nicht vor den Frauenkreis gerufen. Sephora schien sich nicht einmal an das Treffen am letzten Tag zu erinnern und rügte ihn, als er wenig später eingeladen wurde, an den Aufnahmetests im Ministerium teilzunehmen. Er hätte sie informieren müssen, wenn er sich für eine Ausbildung bewarb. Alles schien vergessen. Was blieb, war der Eindruck, dass Sephora ihn noch immer aufmerksamer im Blick hat als andere Familienmitglieder. Und natürlich Daliah, die die Tatsache, dass er ihr etwas schuldet und ein Pathomentiker ist, immer mal wieder für sich ausnutzt.<br />
<br />
<b><i>Change is not the enemy of who you are, but the path to who you’re becoming.</i> Unknown </b><br />
<br />
Das Ende seiner Schulzeit bedeutete für Dorcas auch das Ende von Mobbing und Häme, die zwar nicht mehr so ausgeprägt wie in seinen ersten Schuljahren gewesen waren, das Bild von ihm aber trotzdem noch geprägt hatten. Vor allem für ihn selbst. Wie sehr, das merkte er erst, als er Hogwarts das erste Mal seit Jahren für mehr als ein paar Wochen entkam. Obwohl er zurück nach Hause musste, stellte sich die Familien Enklave als geradezu angenehm im Vergleich zum Internat heraus. Ja, viele seiner weiblichen Verwandten konnten nicht viel mit ihm anfangen, aber einige respektierten oder mochten ihn und die anderen empfanden Gleichgültigkeit oder eine gewisse Skepsis, aber die war nicht einmal auf ihn persönlich, sondern sein Geschlecht gemünzt. Bald hatte Dorcas Energie und Enthusiasmus wie nie zuvor, besonders als auch die Ausbildung gut anlief. Natürlich spürte er die Auswirkungen des Krieges, aber weil diese Gefühle sich nicht auf ihn bezogen, waren sie ein bisschen leichter aus seinem Bewusstsein verbannbar, ein bisschen weniger geeignet, ihn dauernd zum Grübeln zu bringen. In gewisser Weise waren sie sogar eine Motivation, die Ausbildung gut zu meistern. Das Ministerium brauchte Nachwuchs und auch, wenn seine Familie sich raushielt, für Dorcas war schnell klar, auf welcher Seite er persönlich kämpfen wollte. Er wollte etwas gegen die Menschen tun, die andere unterdrücken wollten und als weniger Wert ansahen, nur weil sie zufällig nicht in die richtige Familie geboren worden waren. Eine andere Einstellung erlaubten seine eigenen Erfahrungen einfach nicht. <br />
Die anderen Auszubildenden waren nicht mehr die riesige Schülerschar in Hogwarts, sondern ebenfalls für die Ausbildung begeisterte Hexen und Zauberer, von denen netterweise keiner panische Prüfungsangst hatte. Auch dass sie nur etwa ein Dutzend in Ausbildungsjahr waren, half extrem. Nein, Dorcas wurde nicht in der Nacht zum Überflieger, aber er erbrachte bessere und konsistentere Leistungen und er hatte nun seine Gabe genug im Griff, um sich in der Gruppe beliebt machen zu können. Abends fiel er trotzdem todmüde ins Bett, weil ihn ein Tag im Ministerium vollkommen auslaugte. Hin und wieder griff er auch zu einem Euphorietrank, wenn die angespannte Stimmung im Ministerium, besonders nach irgendwelchen Katastrophenmeldungen, über den Tag zuviel für ihn geworden war. Aber er hatte Erfolg und das fühlte sich gut an. <br />
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In diesem ersten Ausbildungsjahr traf Dorcas das erste Mal auf einen anderen Pathomentiker. Als Mitarbeiter des Katastrophenschutzes half er bei einem Einsatz, zu dem eine Massenpanik nach einem Angriff durch Todesser gehörte. Dorcas war damals nicht live dabei, als der andere Pathomentiker seine Fähigkeit wirkte, aber er sah ihn danach für die Nachbesprechung des Einsatzes den Flur entlangschlurfen. Offensichtlich vollkommen erschöpft und ausgelaugt. In den nächsten Monaten machte er es sich zur Aufgabe, mehr über diese Person und andere mit seinen Fähigkeiten herauszufinden und das Ergebnis war ernüchternd. <br />
Wer seine Gabe offen zeigte, dem stand sehr sicher bevor, dass sie ausgenutzt wurde, zum Teil auf eine Weise, die Dorcas moralisch zumindest grenzwertig fand, zum Teil auf eine Art, die ihn selbst an seine Grenzen bringen würde. Schon die Gefühle eines einzelnen Menschen zu beeinflussen, das wusste Dorcas inzwischen, war unglaubluch Kräfte zehrend. Eine ganze Gruppe? Er musste keinen Pathomentiker fragen, um zu wissen, dass der regelmäßige Einsatz seiner Gabe auf so eindrückliche Art Spuren bei ihm hinterlassen würde, die ein paar Tage Einsamkeit und viel Schlaf nicht würden auslöschen können. <br />
Dorcas stand mehr als einmal vor dem Büro des Pathomentikers, der ihm mehr über seine Gabe hätte beibringen können, aber am Ende siegte immer die Angst. Was, wenn dieser Zauberer sein Geheimnis nicht für sich behalten würde und verlangte, dass er sich ebenso in den Dienst des Ministeriums stellte wie er? Mit dem vollen Umfang seiner Fähigkeit, ohne Rücksicht darauf, dass gerade emotionale aufgepietschte Menschenmassen für Dorcas ein absoluter Alptraum waren. Was, wenn er damit konfrontiert werden würde, dass er nicht bereit war, <i>alles</i> für die richtige Sache zu opfern? Es war die andere Seite dieser Entscheidung, die ihn grübeln ließ. Die Kriegszeiten verlangten vielen etwas ab und Opfer wurden täglich gebracht. Und doch wollte Dorcas dieses potenzielle Opfer, seine mentale Gesundheit, nicht bringen.<br />
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Das Ende des ersten Ausbildungsjahres brachte die ersten Abschlussprüfungen mit sich, die Dorcas erfreulich gut hinter sich brachte, so dass einer Ausbildung zum Ermittler nichts im Weg stand. Dorcas wählte diesen Weg, weil er in diesem Bereich am ehesten das Gefühl hatte, mit seiner Fähigkeit von Nutzen zu sein, wenn er sie schon nicht offen für das Ministerium einsetzen wollte. Vielleicht hätte er diesen Schritt nicht gewagt, hätte sein Selbstbewusstsein sich im letzten Jahr nicht deutlich verbessert. Neben seinem guten Abschneiden in der bisherigen Ausbildung war dafür noch etwas anderes verantwortlich - sein verändertes Äußeres. Das regelmäßige körperliche Training hatte seine Statur von schmal zu sportlich verändert. Dorcas hatte sich bis dahin nicht für jemanden gehalten, der eitel war, aber ihm tat es gut, dass ein Blick in den Spiegel nun ein männlicheres Ebenbild zeigte, das eben nicht mehr so einfach mit einer Frau zu verwechseln war. Zunehmend trainierte Dorcas auch in seiner Freizeit, nahm neben Kraftsport auch Kampfsportkurse in sein persönliches Trainingsprogramm auf, und achtete mehr auf seine Kleidung. Es mussten keine feinen Stoffe oder perfekte Schnitte sein, aber es musste eher Maskulinität ausstrahlen. Damit waren auch die letzten kleinen Seitenhiebe alter Klassenkameraden in der Ministeriumskantine oder blöde Sprüche von Verdächtigen, wenn sie den früher schmalen Jungen mit den eher feinen Gesichtszügen sahen, bald Vergangenheit. <br />
Als für Dorcas die Zeit der Verhaftungen und Verhöre losging, hatte er ein ganz anderes Auftreten und Selbstbewusstsein, als noch zur Zeit seines Hogwartsabschlusses. Dass dieser unsichere Junge von damals immer noch da ist, weiß Dorcas aber auch. Spätestens dann, wenn ihm jemand einen rosa Pullover aufquatschen will und er sehr entschieden ablehnt.<br />
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Als Auszubildender für die einfache Strafpatroullie war Dorcas gutes Mittelmaß. Definiv brauchbar, aber nicht ganz das, was man von einem Ravenclaw mit seinem Einsatz und dem Potenzial, das man manchmal erkennen konnte, erwarten würde. Als Ermittler sollte er seine Stärken besser ausspielen können. Recherchen durchführen, an etwas dranbleiben, Spuren auswerten und vor allem das Finden potenzieller Zeugen und Verdächtiger sowie deren Verhör lagen eher in Dorcas' stärkeren Bereichen. Besonders in Letzterem konnte er sich bald einen Ruf als herausragender Auszubildender erarbeiten. Sein 'Instinkt' für Lügen, für Menschen, die etwas zu verbergen hatten, schien geradezu traumwandlerisch sicher. Und Dorcas selbst nutzte die Tatsache, dass man ihn bald seine eigenen Verhöre führen ließ - natürlich immer noch von einem ausgebildeten Ermittler begleitet - um seine Gabe zu trainieren. Besonders den Part davon, den er bisher kaum ausgebildet hatte. Das Beeinflussen fremder Emotionen war ihm immer moralisch fragwürdig erschienen und er hatte es meist aus Versehen getan, wenn es passiert war. Aber bei Verbrechern? Ihre Angst und Nervosität zu verstärken oder ihnen das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen in ihn zu vermitteln, damit ihre Zungen sich lockerten, das fand er vertretbar. Hier ging es um ein höheres Wohl und diese Menschen hatten es verdient, die Konsequenzen ihrer Handlungen erfahren zu müssen. Er half nur, sie diesen Konsequenzen zuzuführen. <br />
In den zwei Jahren seiner Ausbildung konnte Dorcas, dem immer noch nur das Selbststudium blieb und dessen Gelegenheiten durch die Anzahl an Verhöhren eingeschränkt war, die er durchführen konnte, begrenzt war, natürlich keine Perfektion im Umgang mit diesem Part seiner Fähigkeit erreichen, aber er lernte zumindest in Ansätzen, Emotionen hervorzurufen, die gerade nicht sowieso schon in seinem Gegenüber vorhanden waren. Er merkte bald, dass er dabei auch sehr vorsichtig vorgehen musste. Der ein oder andere Verdächtige beschwerte sich über unlautere Maßnahmen. Man habe ihm etwas in den Kaffee getan, damit er beim Verhör alles ausplaudert. Niemand nahm diese Menschen ernst, schließlich waren sie Täter, die versuchten, sich aus Verbrechen herauszureden. Und sie sprachen von angeblichen Veritasserum, weil sie keine Ahnung hatten, wie es sich anfühlte, von einem Pathomentiker beeinflusst zu werden. Aber es war eine gute Erinnerung daran, dass er vorsichtig sein musste, besonders mit dem Einschleusen von Gefühlen, die so noch nicht in seinem Gegenüber schwelten. <br />
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Für den Moment schöpfte jedoch scheinbar niemand Verdacht. Es herrschte Krieg. Die Rate an Verbrechen stieg mit jedem Monat und niemand hatte Zeit sich darüber Gedanken zu machen, ob das ein oder andere Verhör nicht etwas sehr glatt lief. Zumindest schien es Dorcas so. Er fand seinen Rhythmus, trainierte und apparierte hin und wieder an einsame Orte, um den Stress abzubauen und ein paar ruhige Stunden ohne die Emotionen anderer um sich zu haben. Er wäre gern von Beruhigungs- und Euphorietränken weggekommen, aber er brauchte sie an besonders schlimmen oder langen Tagen oder wenn das Chaos des Krieges Doppeldienste verlangte und die Müdigkeit seine mentalen Barrieren mehr und mehr Bröckeln ließen. Ein Privatleben? Das hatte er in dieser Zeit nicht. Zu ausgelaugt war er von der Ausbildung und dem, was er schon durch den notwendigen Kontakt zu seiner Umwelt an Emotionen aufnahm. Zum Glück gab es aus seiner Hogwartszeit nicht viele Freundschaften zu halten und zum Glück wussten die Frauen in seiner Familie noch immer nicht, was sie mit den Männern in ihrer Runde anfangen sollten, also respektierte man seine Zurückgezogenheit. Nur wenige Familienfeste und Pubabende waren in diesen zwei Jahrne notwendig, um Dorcas' dünnes soziales Netzwerk zufriedenzustellen.<br />
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<b><i>"Not every love story is meant to last forever. Some are meant to teach us something and then let us go."</b></i><br />
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Im Juni 1976 beendete Dorcas seine Ausbildung zum Ermittler. Als Elaine, eine seiner ihm gegenüber freundlich gestimmten Cousinen im Juli für die Sommerferien vor ihrem siebten Schuljahr nach Godrics Hollow zurückkehrte, sollte einer dieser Partys stattfinden, bei denen er sich nicht herausreden konnte, einen geselligen Abend mit ihr und ihren Freunden zu verbringen. Es galt, seinen Abschluss zu feiern, zumindest so nebenbei auf einer Party. Dorcas trank nicht oft, aber wenn auf ihn selbst angestoßen wurde? Er war eben immer noch zu sehr der Junge, der es anderen Recht machen wollte. Dorcas schreibt es gern einer Mischung aus Alkohol und seiner Gabe zu, dass er an diesem Abend knutschend mit Henry Morganach, Elaines bestem Freund, in einer stillen dunklen Ecke abseits der Party landete. Es scheint eine etwas dünne Erklärung dafür zu sein, dass dieser Moment nicht einzigartig blieb, sondern die beiden sogar eine Beziehung eingingen, aber Dorcas hatte von Pathomentikern gelesen, die ihr ganzes Eheleben auf der Lüge begründeten, dass die Gefühle ihres Partners ihre eigenen wären. Heute denkt Dorcas mit gemischten Gefühlen an diesen Sommer zurück. Nicht einmal, weil er ihn mit einem anderen Mann verbracht hat, sondern weil er eine wirklich schöne Zeit hatte, auch im Rückblick betrachtet, die doch eine Lüge war. Und weil er einen Mann verletzt hat, den er vielleicht nicht liebt, der ihm aber trotzdem wichtig ist.<br />
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Als der Sommer endete und Henry für sein letztes Schuljahr nach Hogwrats zurückkehrte, spürte Dorcas bald, dass er nicht das Gleiche für den Ravenclaw empfand wie er für ihn. Obwohl er ihn zweifellos immer noch mochte, waren beim Gedanken an ihn, als er erst einmal ein paar Wochen aus dem direkten Einflussbereich des Jüngeren heraus war, keine Gefühle über Sympathie hinaus mehr im Spiel. Für Dorcas war es eine ernüchternde Lektion darüber, wie wenig er auf das Vertrauen konnte, was er fühlte. Er beendete die Beziehung noch im gleichen Jahr und hat sich seitdem von romantischen Verwicklungen ferngehalten, auch wenn er eine gewisse Sehnsucht danach, zu jemandem zu gehören, nicht leugnen kann. Aber wie soll er sich mit einer Fähigkeit wie seiner je sicher sein?<br />
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<b><i>New Chances, New Choices</i></b><br />
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Dorcas arbeitete ein knappes Jahr als Ermittler, als er die Formulare für die Bewerbung zur Aurorenausbildung auf seinem Schreibtisch fand. Sein direkter Vorgesetzter führte im folgenden Gespräch aus, dass er sich in der Strafverfolgung bewiesen hatte und es in den aktuellen Zeiten mehr sehr gut ausgebildete Auroren brauchte. Dorcas hatte seine innigsten Berufswunsch nie geheimgehalten und seine Eignung schien nach diesen vier Jahren im Ministerium unumstritten. Heute vermutet Dorcas, dass neben den Kriegszeiten und der notwendigkeit für einen steten Aurorennachwuchs auch Albus Dumbledore seine Finger im Spiel hatte. Damals wusste Dorcas noch nicht, dass der Zauberer auf ihn aufmerksam geworden war und seine Gabe zu erahnen schien. Aber konnte es Zufall sein, dass Dorcas nach bestandener Aufnahmeprüfung ausgerechnet Frank Longbottom als Mentor zugeteilt bekam? Dorcas ahnte in den ersten Monaten natürlich nichts von dessen Mitgliedschaft in einer Organisation, von der er bisher ebensowenig gehört hatte.Da war nur das Gefühl von Wachsamkeit, das Frank Longbottom auszustrahlen schien. Aber er war Auror und nicht wenige ältere Auroren waren geradezu paranoid, also erschien Dorcas eine erhöhte Aufmerksamkeit in seiner Nähe kaum ungewöhnlich. Meinte er außerdem, dass sein Mentor ihn etwas genauer im Blick zu behalten schien und er mehr Feldaufgaben bekam als die anderen Auszubildenden? Auch das, aber in der Kantine erzählten nicht wenige angehende Auroren, dass sie denselben Eindruck in ihrer eigenen Ausbildung hatten, also mochte es nur Einbildung sein. Außerdem hatte Dorcas ausnahmsweise andere Probleme, als sich ausschließlich über seine Ausbildung Gedanken zu machen ...<br />
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Als seine Cousine Elaine im Sommer 1977 ankündigte, die Aurorenausbildung ebenfalls zu absolvieren, freute sich Dorcas, ein freundliches Gesicht in seinem Jahrgang zu haben, auch wenn es in gewisser Weise bedeutete,  im Ministerium unter der Beobachtung seiner Familie zu stehen. Das tat er so oder so. Die Beauforts waren keine kleine Familie und besetzten diverse Stellen auch in der Strafverfolgung. Dass Henry - ihr bester Freund und Dorcas' erfolglose Sommerromanze - mit ihr die Ausbildung beginnen wollte und Sephora, die Matriarchin der Familie, noch die wundervolle Idee hatte, sie alle Drei gemeinsam mit anderen Auszubildenden in eine Villa der Familie zu stecken, war da schon eine andere Sache. Dorcas, der seinen Auszug aus dem Haus in Grodrics Hollow schon im letzten Jahr als Ermittler geplant hatte, erkannte sehr wohl den Wunsch der Matriarchin, so eine gewisse Kontrolle über sein Leben zu behalten. Und doch wollte er noch keinen zu starken Bruch zu seiner Familie riskieren, so dass ein Nein nicht in Frage kam. Dorcas arrangierte sich also. Er arrangierte sich mit Elaine, die immerhin zu seinen liebsten Cousinen gehörte und sich gern als Kopf der neuen WG sah. Er arrangierte sich mit Henry, dessen Gefühle für Dorcas leider nicht komplett verschwunden waren und der mit der Tatsache, dass er auf Männer stehen könnte, deutlich mehr Probleme hatte als Dorcas. Vermutlich auch, weil Dorcas sich gar nicht so sicher war, aus eigenem Antrieb heraus überhaupt Männer anziehend zu finden. Die beiden einigten sich jedenfalls darauf, ihre frühere Beziehung, wie schon in diesem letzten Sommer, nicht allzu offen zu behandeln. Dorcas arrangierte sich auch mit dem Einzug von Midas Meliflua, einem ehemaligen Mitschüler, dessen vorrangiger Charakterzug in Hogwarts gewesen zu sein schien, dass er ein Arschloch war, welches es zwischenzeitlich besonders auf Henry abgesehen hatte. Dorcas gab sein Bestes, mit diesem neuen Umfeld umzugehen, auch wenn ihm die Gefühle jedes WG-Mitglieds auf die ein oder andere Art häufig Kopfschmerzen bereiteten.<br />
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Das neue Jahr brachte verstärkt Einsätze für Dorcas, die ihm dank seiner Gabe relativ problemlos gelangen, auch wenn die Informationen, die er erhielt, dürftig waren. Er schätzte, dass sein Vertrauen ins Ministerium geprüft wurde, und führte seine Aufgaben aus. Hatte dieser Zauberer etwas zu verbergen? Log jene Hexe in Bezug auf ihre Zeugenaussage? Viele Befragungen fanden außerhalb des Ministeriums statt, was Dorcas unter 'Feldeinsatz' verbuchte, und nicht wenige ordnete Frank Longbottom als 'sensible Operationen' ein, was bedeutete, Dorcas durfte nicht darüber sprechen. Kein ungewöhnliches Vorgehen im Aurorenbüro, schließlich hatten Schwarzmagier ihre Spione im Ministerium und im Chaos des Krieges gingen auch im Ministerium Informationen schnell in die falschen Hände. Heute fragt sich Dorcas trotzdem, ob er - gerade als Pathomentiker - nicht hätte Verdacht schöpfen sollen. Aber da ist das Problem, dass er Gefühle zwar spürt, aber immer noch selbst interpretieren muss. Und sein Mentor log ihn nie an, wenn er sagte, er hätte einen Auftrag für ihn oder dass dieser besser nicht in großer Runde diskutiert wurde. Auch das ein oder andere Gespräch über seine persönliche Meinung zur politischen Lage oder seinen Moralvorstellungen wunderte Dorcas nicht. Auroren waren ein eingeschworener Haufen. Sie wussten gern, wer da neben ihnen stand und ihnen den Rücken freihielt. <br />
<br />
Erst als er eines Tages Albus Dumbledore gegenüberstand und ein - zumindest für ihn - ungeplantes persönliches Gespräch mit dem Schulleiter hatte, wurde ihm bewusst, dass er in den letzten Monaten nicht nur hinsichtlich seiner Fähigkeiten als Auror geprüft worden war. Als erste Person sagte Dumbledore ihm gerade heraus, was er war, und machte keinen Hehl daraus, dass er Dorcas' Pathomentik gern einsetzen würde. Für das höhere Wohl, verstand sich.  Und der Phönixorden, von dessen Existenz Dorcas nun erfuhr, klang nach einer Gruppe, für die es sich lohnen konnte, seine Fähigkeit einzusetzen. Dorcas entschied sich, dem Orden beizutreten. Seine ersten Monate blieben eine Bewährungsprobe. Er kannte nur die Identität von Dumbledore und Frank Longbottom als Ordensmitglieder und erledigte erste Aufträge unter der Führung seines Aurorenmentors. Erst im April sollte er einem ersten tatsächlichen Treffen des Ordens beiwohnen und Dorcas hat den Verdacht, dass er damit schon recht schnell seine 'Probezeit' bestanden hatte. Grund dafür war wohl die Entscheidung seines Mentors, zur HIT-Einheit zu wechseln. Das war auch der Grund, warum er gemeinsam mit seinen WG-Mitbewohnern, die auch unter dem Longbottom ihre Ausbildung begonnen hatten, schon im Mai 1978 für die Prüfungen zugelassen wurde, die das Ende ihres ersten Ausbildungsjahres markieren sollten. Jetzt hat Dorcas das zweite Jahr in seiner Ausbildung begonnen. Eigentlich ein Grund zur Freude, aber da ist der Krieg und bei aller Überzeugung für die gute Sache die Frage, wie Albus Dumbledore ihn einsetzen will. Und ob er auf dem besten Weg ist, emotional auszubrennen oder seinen Verstand einzubüßen, wie soviele Pathomentiker vor ihm, wenn er sich zu sehr einspannen lässt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Remus Lupin]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2547</link>
			<pubDate>Sun, 19 Oct 2025 20:31:57 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=328">Remus Lupin</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Remus John Lupin wurde am 10. März 1960 in einem kleinen, windstillen Dorf in Yorkshire geboren. Seine Eltern Hope, eine Muggel, und Lyall, ein Zauberer liebten ihn mehr, als es ihre Worte jemals zeigen konnten. Er war ein ruhiges, neugieriges Kind, das Bücher lieber hatte als Spielzeug, und das schon früh mehr verstand, als man einem Kind zumuten sollte.Als er fünf war, geschah das, was seine ganze Welt veränderte. Ein Angriff  brutal, sinnlos, eine Strafe für etwas, das sein Vater gesagt hatte. Fenrir Greyback. Ein Name, den Lyall später nicht mehr aussprach, als würde das Schweigen die Schuld vertreiben. Remus überlebte, aber die Wunde blieb, tiefer, als irgendein Heiler sie schließen konnte. Von da an war nichts mehr normal. Seine Eltern hielten ihn fern von anderen Kindern, aus Angst, jemand könnte etwas merken. Und doch war es genau diese Zeit, die ihn lehrte, was Rücksicht ist. Was Liebe bedeutet, wenn sie unter Angst weiterleben muss. Der Brief aus Hogwarts kam, als niemand mehr wirklich damit gerechnet hatte. Seine Eltern dachten, Dumbledore würde sich weigern, einen Jungen wie ihn aufzunehmen. Stattdessen schrieb der Schulleiter persönlich, mit ruhiger Hand, und versprach, alles zu tun, damit Remus dort sicher sein könne. Es war das erste Mal, dass jemand ihm das Gefühl gab, er gehöre irgendwohin. Die ersten Wochen in Hogwarts waren schwer. Er war still, vorsichtig, bemühte sich, unsichtbar zu bleiben. Doch dann kamen James, Sirius und Peter. Und mit ihnen alles, was Leben ausmacht Lachen, Chaos, Nähe. Er konnte lange nicht glauben, dass sie ihn wirklich mochten. Aber sie blieben. Und als sie eines Tages herausfanden, was er war, taten sie nicht, was er befürchtet hatte. Sie liefen nicht weg.Sie blieben. Und das war vielleicht der wichtigste Moment seines Lebens. Aus diesen Jahren wurde mehr als nur Freundschaft. Sie wurden Familie. Die Nächte im Schlafsaal, das Flüstern über den Vollmond, die Streiche, das gemeinsame Lernen. James war der Mut, den Remus nie hatte. Sirius das Feuer, das er oft gebraucht hätte. Peter der Beweis, dass selbst die Stillen wichtig sind. Zusammen gaben sie ihm das Gefühl, nicht „anders“ zu sein, sondern einfach er selbst. Remus war nie laut. Er war der, der den Überblick behielt, der half, der aufpasste, dass niemand sich verrannte. Seine Lehrer mochten ihn nicht, weil er ehrgeizig war, sondern weil er verlässlich war. Doch trotz allem blieb diese kleine Stimme, die ihn nie ganz in Ruhe ließ. Die daran erinnerte, dass es Grenzen gab. Dass er gefährlich sein konnte. Und dass er nicht vergessen durfte, wer er war. Nach Hogwarts kam der Krieg. Viel zu schnell.<br />
Er war gerade achtzehn, kaum fertig mit den Prüfungen, als die Welt draußen sich veränderte. Menschen verschwanden, Angst kroch in die Straßen, und der Name Voldemort war kein Flüstern mehr, sondern ein Echo. Remus hätte fliehen können. Es hätte niemanden überrascht. Aber er blieb. Dumbledore bot ihm einen Platz im Orden des Phönix an, und er sagte Ja ohne zu wissen, was das bedeuten würde. Seitdem lebt er irgendwo zwischen Mut und Vorsicht. Er arbeitet im Hintergrund, als Bote, als Beobachter, als jemand, der da ist, wenn andere nicht können. Er schläft auf der Couch bei Peter , da er gerade erst ein Job bekommen hat und sich dort erst beweisen muss.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Remus John Lupin wurde am 10. März 1960 in einem kleinen, windstillen Dorf in Yorkshire geboren. Seine Eltern Hope, eine Muggel, und Lyall, ein Zauberer liebten ihn mehr, als es ihre Worte jemals zeigen konnten. Er war ein ruhiges, neugieriges Kind, das Bücher lieber hatte als Spielzeug, und das schon früh mehr verstand, als man einem Kind zumuten sollte.Als er fünf war, geschah das, was seine ganze Welt veränderte. Ein Angriff  brutal, sinnlos, eine Strafe für etwas, das sein Vater gesagt hatte. Fenrir Greyback. Ein Name, den Lyall später nicht mehr aussprach, als würde das Schweigen die Schuld vertreiben. Remus überlebte, aber die Wunde blieb, tiefer, als irgendein Heiler sie schließen konnte. Von da an war nichts mehr normal. Seine Eltern hielten ihn fern von anderen Kindern, aus Angst, jemand könnte etwas merken. Und doch war es genau diese Zeit, die ihn lehrte, was Rücksicht ist. Was Liebe bedeutet, wenn sie unter Angst weiterleben muss. Der Brief aus Hogwarts kam, als niemand mehr wirklich damit gerechnet hatte. Seine Eltern dachten, Dumbledore würde sich weigern, einen Jungen wie ihn aufzunehmen. Stattdessen schrieb der Schulleiter persönlich, mit ruhiger Hand, und versprach, alles zu tun, damit Remus dort sicher sein könne. Es war das erste Mal, dass jemand ihm das Gefühl gab, er gehöre irgendwohin. Die ersten Wochen in Hogwarts waren schwer. Er war still, vorsichtig, bemühte sich, unsichtbar zu bleiben. Doch dann kamen James, Sirius und Peter. Und mit ihnen alles, was Leben ausmacht Lachen, Chaos, Nähe. Er konnte lange nicht glauben, dass sie ihn wirklich mochten. Aber sie blieben. Und als sie eines Tages herausfanden, was er war, taten sie nicht, was er befürchtet hatte. Sie liefen nicht weg.Sie blieben. Und das war vielleicht der wichtigste Moment seines Lebens. Aus diesen Jahren wurde mehr als nur Freundschaft. Sie wurden Familie. Die Nächte im Schlafsaal, das Flüstern über den Vollmond, die Streiche, das gemeinsame Lernen. James war der Mut, den Remus nie hatte. Sirius das Feuer, das er oft gebraucht hätte. Peter der Beweis, dass selbst die Stillen wichtig sind. Zusammen gaben sie ihm das Gefühl, nicht „anders“ zu sein, sondern einfach er selbst. Remus war nie laut. Er war der, der den Überblick behielt, der half, der aufpasste, dass niemand sich verrannte. Seine Lehrer mochten ihn nicht, weil er ehrgeizig war, sondern weil er verlässlich war. Doch trotz allem blieb diese kleine Stimme, die ihn nie ganz in Ruhe ließ. Die daran erinnerte, dass es Grenzen gab. Dass er gefährlich sein konnte. Und dass er nicht vergessen durfte, wer er war. Nach Hogwarts kam der Krieg. Viel zu schnell.<br />
Er war gerade achtzehn, kaum fertig mit den Prüfungen, als die Welt draußen sich veränderte. Menschen verschwanden, Angst kroch in die Straßen, und der Name Voldemort war kein Flüstern mehr, sondern ein Echo. Remus hätte fliehen können. Es hätte niemanden überrascht. Aber er blieb. Dumbledore bot ihm einen Platz im Orden des Phönix an, und er sagte Ja ohne zu wissen, was das bedeuten würde. Seitdem lebt er irgendwo zwischen Mut und Vorsicht. Er arbeitet im Hintergrund, als Bote, als Beobachter, als jemand, der da ist, wenn andere nicht können. Er schläft auf der Couch bei Peter , da er gerade erst ein Job bekommen hat und sich dort erst beweisen muss.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Queenie Arwen Kowalski]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2527</link>
			<pubDate>Sun, 05 Oct 2025 16:06:44 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=80">Queenie Arwen Kowalski</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2527</guid>
			<description><![CDATA[<fett>Schlüsselereignisse:</fett><br />
<i>Tabellarischer Lebenslauf</i><br />
1962, 06.05.: Geburt<br />
1963: erstes magisches Ereignis (Baby reagiert auf Gedanken des Vaters)<br />
1965: Geburt ihres Bruders Will Aragon<br />
1965: weiteres zeigen von Magie, eine Schale mit Keksen gleitet zu ihr<br />
1968, Sommer: sieht während ihres Aufenthaltes bei Newt und Tina Scamander einen Drachen <br />
1968, Sommer: Einschulung in eine Muggelschule<br />
1968: Geburt ihres Bruders Jake Sam<br />
1972: Geburt ihrer Schwester Mary Rosie, genannt Merry<br />
1973, 06.05: Brief aus Hogwarts<br />
1973, 01.09.: Einschulung in Hogwarts, Haus Ravenclaw<br />
1978, Sommer: ZAG-Prüfungen<br />
1978, März: Zusammenkommen mit Sean Murphy, erster Kuss<br />
<br />
<b>Hello world I'm your wild girl. I'm your ch-ch-ch-cherry bomb</b> <br />
Rubinrot. War die Sonne über den Horizont gekrochen, höher und höher, bis sie durch das Fester der Bachstube hatte lunzen und einen Bick auf das emsige Treiben darin hatte werfen können. Schon seit über einer Stunde standen die Rührmschinen nicht still, Bleche voller Brote, Brötchen und Teilchen buken im Ofen oder kühlten bereits auf den Gestellen aus. Schon bald würde man sie in den Regalen der Bäckerei wiederfinden, wenn diese in gut zwei Stunden öffnen würde, passend damit die ersten Kunden sich ihre backfrischen Frühstücksbrötchen kaufen konnten. Doch bis dahin wollten noch Kuchen gebacken und Teilchen mit Zuckerguß verziert werden. Backen war nicht nur eine Gabe sondern ein frühes Handwerk! Und auch Säuglinge und Kleinkinder neigten nicht zu morgendlicher Müßigkeit. Die blonde Frau an deren Händen weißes Mehl klebte, hatte schon das ein ums andere Mal gedacht, dass zumindest dies für sie keine Umstellung gewesen war, fiel es ihr doch, durch ihren Beruf, leicht früh mit der Kleinen aufzustehen. Nur mit der Bespaßung des Kindes zu dieser Zeit wurde es langsam schwieriger. Konnte sie Baby früher noch einfach auf einer Spieldecke in die Mitte der Backstube legen, mit einer Rassel und einen Schmusetuch zur Gesellschaft, so waren diese Zeiten spätestens seit das Kind krabbelte vorbei. Und es hatte etwas von einer Sisyphus-Arbeit an sich die Kleine, in dem Bestreben sie von den heißen Backöfen fernzuhalten, immer und immer wieder in der Backstube 'einzufangen' und zurück zu ihrer Spielecke zu tragen. Gab es doch aber auch so viel zu entdecken. So viel tollere Sachen zum Spielen.<br />
Gerade saß Queenie Arwen auf dem Fußboden und schlug einen hölzernen Kochlöffel mit unerschöpflicher Begeisterung auf eine umgedrehte Rührschüssel. <i>Pock, pock, pock.</i> Man sah dem 14 Monate alten Mädchen die Freude darüber, einen Laut erzeugen zu können deutlich in dem, von dunkelbraunem Haar umrahmten, leicht gerötete Gesichtchen an. <i>Pock, pock, pock.</i> Sie konnte Einfluss auf die Welt nehmen! <i>Pock, pock, pock.</i> Ganz versunken in ihr Tun war sie. Bis das Spiel von eben auf jetzt langweilig wurde. Statt noch länger mit dem hölzernen Löffel auf die Schüssel einzuschlagen drehte sie diese nun um, und guckte hinein. Leer. Mit dem Verklingen des steten Pochens richtete sich die Aufmerksamkeit ihrer Mutter augenblicklich auf das Kind. Baby hörte die unausgesprochene Frage, was sie denn jetzt mache, wo sie denn jetzt sei und gab Antwort. "Mama." Es folgte ein kurzes Winken und in die Händchen klatschen (ganz neu entdeckte Fähigkeit!), ehe die Kleine, nun da Alice wieder beruhigt weiterarbeite, sich abermals der leeren Schüssel zu wandte. Mama's Schüsseln waren nie leer. Mama tat da Dinge rein, das sah sie jeden Tag. Und so krabbelte die Kleine auch schon wieselflink über den Boden der Backstube auf der Suche nach Sachen die man in ihre Schüssel würde packen können. Fündig wurde sie auf ihrer Spieldecke, lagen dort doch allerlei Spielsachen von ihr verteilt und mit den bunten und unterschiedlich großen Holzscheiben ihres Stapelturmes ließe sich die Schüssel doch ganz großartig füllen. Nur war diese zusammen mit dem Rührlöffel jetzt ganz weit weg! Baby runzelte die Stirn. Die Scheiben mussten zur Schüssel. Dies wäre weit einfacher wenn sie auf ihren zwei Pummelbeinchen würde laufen können, doch das klappte nur, wenn sie sich an etwas festhalten konnte. Vorzugsweise Mamas Hand. Sonst plumpste sie immer auf ihren Hintern. Doch auf dem konnte man ja auch rutschen! Kurzerhand, nahm sie das rote Scheibchen in die Hand und rutschte auf ihrem Po über den Boden zurück zu ihrer Schüssel. Mit lauten Klack, landete die Holzscheibe daran, was abermals die Aufmerksamkeit der Mutter erregte und dafür sorgte, dass Alice die Spieldecke samt restlichem Stapelturm kurzerhand zu ihre Tochter zog. "Magst du noch mehr in die Schüssel tun?" Ja dachte die Kleine und sagte es auch. "Da." Gesagt getan. Scheibe um Scheibe landeten in der Schüssel, und dann wurde begeistert umgerührt. Auch sie konnte backen. Baby war immer noch mit diesem Spiel beschäftigt, als der Vater in die Backstuben kam und sie hörte wie er sagte: <i>Bei Merlin wie groß unser Baby geworden ist.</i> <i>Das</i> Spiel kannte und liebte sie,spielten sie es doch fast jeden Tag zusammen. Meist abends. Und so riss Baby augenblicklich ihre Ärmchen in die Höhe um ihm anzuzeigen dass sie schon <i>Soooooo groß</i> sei. Doch das schien Daddy zu verwundern, denn er sagte nicht, soooo groß, wie er es hätte tun sollen.Statt dessen sagte er, <i>was</i> und sah sie ganz seltsam an. Sie versuchte es noch mal. "Ja soooo groß ist das Baby." Na bitte ging doch! Newt nickte und sagte nun, <i>Und du weißt, nicht Mamas Ofen anfassen. Denn der Ofen ist...</i> "Hei!", kam es promt von der Kleinen. Eine der wenigen Worte außer Mama, Papa, da (für da und ja), nei und Aha (eigentlich ließ sich dank unzähliger Betonungen mit Aha ja fast alles sagen!), die sie bereits konnte. Die Öfen waren heiß. Das war wichtig! Sonst machte man sich Aua. "Ach herje!" , entfuhr es dem Vater. "Sie hat Mutters Gabe." Baby nickte und rührte eifrig mit ihrem Kochlöffel in der Schüssel. Ja sie konnte was Mama machte. Rühren. Kein bisschen verstehend warum und worüber die Eltern plötzlich so aufgeregt waren.<br />
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<br />
<b>I'll give ya something to live for. Have ya, grab ya til you're sore </b><br />
Dunkel. Vorsichtig beugte sich die Kleine über den offenen Koffer, in dem der Mann so eben verschwunden war, und blickte hinein. Eine Leiter führte hinunter ins Unbekannte und man hatte sie ermahnt, sie solle sich davor hüten mit ihren kleinen Füßen auf den Sprossen abzurutschen. Queenie Arwen Kowalski war nicht nur die Königin des <i>hide and seek</i>, wie sie erst neulich wieder beim Spielen mit ihrem Bruder und den Nachbarskindern ihrer Großeltern unter Beweis gestellt hatte, sondern auch eine Meisterin im Hüten vor Gefahren. Genau wie Ronja Räubertochter. Beherzt schwang die Sechsjährige daher ihr rechtes Bein über den Rand, und taste nach der ersten Sprosse, sich dabei gut mit den Händen am Koffer festhaltend. Kaum, dass sie diese gefunden, folgte auch schon das zweite Bein und <i>husch</i> kletterte das Mädchen behände die Leiter hinab. Dem Mann hinten drein, der ihr Großonkel war. Newton Scamander hatte die Schwester von Granny Queenie geheiratet, nach der die Kleine benannt war. "Ich pass schon auf. Ich kann das. Ich bin eine sehr gute Kletterin. Du musst dir wirklich keine Sorgen machen." Newt hatte kein Wort gesagt. Wohingegen Babys Mund schon seit geraumer Zeit nicht still zustehen schien "Doch ich bin schon groß genug. Und ich werde alles genau so machen wie du sagt. Versprochen. Ich mag unbedingt den Baby Drachen sehen und alles andere auch!" Sie hopste die letzten zwei Sprossen der Leiter hinunter und landete mit einem leisem <i>plumps</i> auf ihren Füßchen. Staunend blickte die Kleine sich um, dabei eine freche dunkelbraune Haarsträhne hinter ihr Ohr schiebend. Zu ihrem Erstaunen fand sie sich in einer Hütte wieder, welche auch ein kleines Laboratorium beinhaltete. Als erstes fielen ihr die vielen Zettel auf. Sie waren mit Pinnnadeln an der Wand befestigt oder legen achtlos überall auf den Tischen. Danach bemerkte Baby die Werkzeuge auf den Regalen manche fremdartig und andere sehr vertraut wirkend. Und dann waren da noch Bücher und noch mehr Bücher und auf dem Boden in der Ecke, sowie wohl auch in einiger der Truhen stapelte sich allerlei Tierfutter. "Wow", entfuhr es dem Mädchen. "Hier arbeitetest du? Das ist ganz schön toll." Sie hüpfte vor Aufregung auf einem Bein. "Doch ich kann still halten sehr gut sogar, ich komm ja auch bald in die Schule. Ich kann stundenlang da sitzen und Schnecken beobachten. Ich liebe Schnecken. Das sind meine Lieblingstiere. Nee die Schleimspur stört mich nicht. Ich bin doch kein so ein Etepetete-Mädchen. Und ich kann auch gleich den Mund halten, keine Sorge. Ich weiß, dass viele Tiere sich sonst erschrecken. Wo sind die denn Alle? Hier seh ich gar kein Tierwesen...nur Kram und Zettel. Gehts da noch..."<br />
Newt Scamander hatte die Tür der Hütte geöffnet und war hinausgetreten. Hinein in einen ganzen Biotop. Kofferkosmos. Und seiner Großnichte verschlug es die Sprache, beim Anblick dessen was sich da vor ihren Augen ausbreitete. Ja. Das war echte Magie. Das war phantastisch. Ihr Großonkel lächelte. "Die sind hier, jedes in seinem Lebensraum. Komm. Und du kannst das hier tragen." Sprachs und drückte ihr einen Eimer in die Hand.<br />
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Und Baby war ihm gefolgt, schweigend. Hinein in das größte aller Wunder. Sie hatte den Futtereimer getragen und die Mondkälber mit dessen Inhalt gefüttert. Sie hatte einen traurig dreinblickenden Augurey in seinem tränenförmigen Nest sitzen sehen und eine kleine Gruppe Graphörner auf einer Ebene erspäht. Kurz um sie war aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Hatte ab und an leise etwas gefragt und die Antwort darauf den Gedanken des Magizoologen entnommen. Und dann endlich, in einem Habitat, dem lichten ozeanischen Regenwaldtal, seiner Heimat Neuseeland nachempfunden, sah Baby was ihr Herz so sehr begehrte, seit sie davon gehört hatte. Das Antipodische Opalaugenbaby. Es lag eingerollt in seinem Nest aus Zweigen und Blättern, schlafend. Seine winzigen Schuppen glänzten als seien sie aus Perlmut und als es sich, ihrer Ankunft gewahr werdend, erwachte, entrollte und Queenie mit seinen Pupillenlosen in allen Regenbogenfarben schillernden Augen ansah, da war es um das Mädchen geschehen. Sie war schockverliebt vom ersten Augenblick an und seit dem gerade zu versessen nach Drachen aller Art, welchen es mit großer Leichtigkeit gelungen war Schnecken den Rang des Lieblingstiere abzulaufen.<br />
"Es ist so süüüüüüß", flüsterte sie leise, sich extrem beherrschen müssend um nicht laut loszuquicken vor unbändigem Entzücken. "Und sooo klein." Baby griff nach Newts Hand. "Darf ich näher ran?" Sie  fischte die Antwort aus seinem Kopf, noch ehe die Worte die Lippen des Magizoologen verlassen konnten und zog den armen Mann mit sich zu dem Nest. <br />
Vor dem sie nun im nassen Gras hockte, mit dem kleinen Drachen auf ihrem Schoß, das junge Wesen liebevoll streichelnd. Bis dieses plötzlich laut nieste und grünen Rotz auf dem Mädchen verteilte. "Uhhh Gesundheit Drachenbaby." Die Sechsjährige wischte sich mit ihrem Handrücken kurzerhand den Rotz vom Gesicht, um diesen dann an ihr Kleid zu schmieren. "Ist er krank?" "Er hat sich erkältet. Deswegen muss er jetzt Medizin bekommen." "Ohhh." Baby streichelte das Tierchen abermals. "Du Armes. Ich kann ihn festhalten, dann kannst du ihm die Medizin geben." <br />
Sie hielt das junge Opalauge genauso wie ihr Großonkel es ihr gezeigt hatte. Beide Flügelchen fest um fassend, während sie hinter ihm auf dem Boden saß, den Körper zwischen ihren Oberschenkeln. So konnte nichts passieren, während der Magizoologe vorsichtig das Maul des Drachen öffnete und ihm die Medizin mit einer großen Pipette eingab. Theoretisch! Praktisch jedoch zappelte das Junges wild bei dem Versuch zu entkommen, wobei seine Hinterkrallen Baby den rechten Oberschenkel aufrissen. Aber sie ließ nicht los, auch dann nicht als der brennende Schmerz durch ihr Bein jagte. Mit fest zusammengepressten Lippen hielt sie mit aller Kraft, die eine Sechsjährige aufzubringen vermochte das Drachenbaby fest bis dieses die ganze Medizin genommen hatte und Newt meinte, sie könne ihn jetzt loslassen ehe sie ihn noch erwürge. <br />
Baby weinte nur ein ganz kleines bisschen, als der Drache sich schüttelte und in sein Nest floh, als das Blut an ihrem Bein hinunterlief und ihr verunsicherter Großonkel die Wunden mit seinem Zauberstab schloss, bis nur noch drei haarfeine weiße Linien zu erahnen waren. Und als der Schmerz nachließ, da versiegten sie auch sofort. Die Tränen. "Nein...," energisch schüttelte sie den Kopf. "...das war kein Fehler mich mitzunehmen. ich habs doch gut gemacht. Habe nicht losgelassen. Und es waren ja nur Kratzer. Mir ist gar nichts passiert." <br />
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Doch so ganz stimmte das nicht. Ihr war schrecklich viel passiert an diesem Nachmittag. Ihr Leben hatte mit einem Mal einen Sinn und ein Ziel bekommen! Sie würde Magizoologin werden und mit Drachen arbeiten!<br />
Alles andere war fortan unvorstellbar. <br />
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<b>Hello world, oh please shut up, I'm your ch-ch-ch-cherry bomb</b><br />
Lärm. In ihrem Kopf. Wie ein Sturm hatte er sich zusammengebraut und fegte nun durch die Windungen ihres Hirn. Bis dort kein Platz mehr schien für eigene Gedanken. Und es war solch ein wildes Durcheinander, ein Potpourri von Wünschen und Hoffnungen, von Sorgen und Ängsten.<i>Was wohl in meiner Schultüte ist das Fräulein scheint nett zu sein wie lange dauert das noch 23 Kinder dieses Jahr ich mag das Mädchen da vorne links nicht und einige wirken sehr lebhaft Mama hat gesagt wir gehen gleich alle zusammen essen und ich darf ein Eis zum Nachtisch was hat die Lehrerin gesagt langweilig was hat die da vorne denn heult die gleich man mein Wachsstift ist abgebrochen hält die sich echt die Ohren zu</i> Ja sie hatte sich gerade die Ohren zu gehalten für einen Augenblick, doch das brachte ja nicht, weil all die durcheinander gewürfelten Worte in ihrem Kopf waren. Gellend laut. Unaussperrbar. Und unmöglich auseinander zu halten. Queenie Arwen Kowalski umklammerte ihren roten Wachsmalstift mit dem sie und die andern Kindern in ihrer Klasse eigentlich so Kringel in das Heft malen sollten, während sie versuchte wenigstens die gesprochenen Worte der Lehrerin aus dem Gedankengebrüll ihrer Mitschüler heraushören zu können. Was hatte sie gerade gesagt, das Fräulein Byler? <i>Als nächstes heute Mittag wollen wir werd ich mich mit Tim hoffentlich ist in der Schultüte verabreden der Stundenplan ein kleines Auto</i> Baby dröhnte der Kopf und sie begann zu zittern. "Queenie Arwen bist du in Ordnung? Geht es dir nicht gut." Das Mädchen starrte ihre Lehrerin, welche vor ihrem Schultisch stehen geblieben war und sie unvermittelt ansprach panisch an. "Ich kann nicht hören was Sie sagen, es ist so laut!" Einige der Jungen lachten. "Spinnt die, hat doch gar keiner was gesagt.", feixte einer von ihnen mit seinem Nachbarn. Auch Miss Byler sah ihre Schülerin verwirrt an. "Laut?" <i>Was ist mit ob das denn die der krank für stimmt ist wer eine ist die doch was ob nicht</i> Protestierend kreischte ihr Holzstuhl auf, als Baby schwungvoll aufstand und ihn über den alten Linoliumboden nach hinten schob. Um im nächsten Moment auch schon weinende aus dem Klassenzimmer zu fliehen, welches sie erst 20 Minuten zuvor zum ersten Mal so hoffnungsvoll betreten hatte. Dahin nun all diese Hoffnungen. Vom Lesen Schreiben und Rechnen lernen, vom Freunde finden. Schule war scheiße! Wie sollte sie das jeden Tag stundenlang aushalten? Mit so vielen lauten chaotischen Kindern in einem Raum. Bisher hatte sie sich bei Familienfeiern oder Festen immer dicht bei Mummy oder Daddy gehalten, sich auf deren ach so vertraute Gedankenmuster konzentrierend, war es möglich gewesen all die andern unausgesprochenen Worte zu einem Hintergrundrauschen verschmelzen zu lassen. Doch in der Klasse eben war dies undenkbar gewesen. Niemand dort stand ihr nahe genug, als dass seine Gedanken ihr ein Anker im tosenden Meer der unausgesprochenen Worte hätte sein können.<br />
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Draußen vor dem Schulgebäude umschlang sie schluchzend mit ihren Ärmchen die Hüfte ihrer verdutzen Mutter. "Baby was ist denn passiert?" "Ich geh da nicht mehr rein! Nie wieder! Ich will nach Hause. Ich halte das nicht aus. So viele Kinder. So laut! Bitte können wir nach Hause?" Nicht einmal ihre wunderschöne Schultüte wollte sie noch <i>da raus</i> holen. Die rot-weiß Karrierte, auf der ihr Name stand und die ihre Mutter selber für sie gebastelt hatte. Auf dem Tisch lag diese nun, zurückgelassen von Baby auf ihrer Flucht vor dem Lärm, den niemand außer ihr und Granny Queenie hören konnte. "Ich red rasch mit der Lehrerin Alice und hol Babys Schultüte.", hörte sie ihren Vater sagen, während die Mutter sich zu ihr auf den Boden hockte und sie in den Arm nahm. Etwas das Angesichts des Umstandes, dass in Alice Bauch ein neues Geschwisterchen war, sich als gar nicht so einfach herausstellte. Doch das machte nichts. Eigentlich war es schön. Auch dann noch als ihr kleiner Bruder Will sich auch noch dazu quetschte. "Sule von Baby son aus?" Queenie Arwen zog schniefend ihre Nase hoch. "Ja. Aus, Willi. Ich geh da nie wieder hin."<br />
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Doch natürlich musste sie am nächsten Tag bereits wieder hingehen. Und am darauf folgenden auch. Ganz gleich wie oft sie schreiend und sich die Ohren zu haltend aus dem Unterricht rannte. <br />
Newt Kowalski hatte Miss Byler erzählt, Queenie Arwen habe eine leichte Form des Asbergerautismus, Menschenmengen überforderten sie, und hatte um Verständnis gebeten. Mit der Zeit, so hatte er versichert, werde es für seine Tochter leichter werden sich in der Schule zurecht zu finden, am Unterricht teil zu nehmen.<br />
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Und damit sollte er recht behalten. Doch es dauert. Und Babys Noten blieben ihre ganze Grundschulzeit über eher dürftig.<br />
Etwas das sich dann in Hogwarts ins Gegenteil kehren sollte, weil ihr die Magie schier zuflog und sie sich die Theorie notfalls allein mit Hilfe ihrer Freundin im Stillen nach erarbeitete.<br />
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<b>Hey street boy, what's your style, Your dead end dreams don't make you smile</b><br />
"Nicht mich ansehen, Babe bitte. Du lenkst mich ab." Seufzend drehte Sean den Kopf und blickte wieder nach vorn auf das dunkle Wasser des Sees, ganz wie geheißen. "Ich seh dich aber viel lieber an, als das Wasser in dem man sowieso nix sieht, Queenie Arwen Kowalski." Im Licht der untergehenden Sonne wirkten ihre braunen Haare rötlich und ob seiner Worte, der ausgesprochenen ebenso wie der unausgesprochenen färbten sich ihre Wangen rot und sie verspürte mit einem Mal eine extreme Hitze. Bei Merlins Bart, er lenkte sie so unglaublich ab. Kein Wunder, dass sie sich hier andauernd verspielte und ihre Gitarre fast schon schmerzlich kreischende Töne von sich gab. Es war eine blöde Idee gewesen ihm etwas vorspielen zu wollen, war sie doch einfach noch nicht gut genug. "Und nenn mich nicht so! Queenie ist meine Großmutter und über Arwen reden wir besser erst gar nicht." Mit gespielter Ärgernis riss sie ein Büschel Gras heraus und warf es auf Sean, der sich daraufhin einzelne Halme aus seinen dunklen Locken wuscheln musste.<br />
"Zu Befehl, Miss. Und du bist noch hübscher, wenn sich deine Wangen röten, Baby." Er blickte natürlich längst schon wieder die ganze Zeit zu ihr, und hatte dabei, wie selbstverständlich, auch ihr Erröten bemerkt. Natürlich. Eigentlich konnte sie es für heute aufgeben ihm etwas vorzuspielen. Ein leises Seufzen entglitt ihrer Kehle, als ihre Finger auf den Saiten verharrten und sie die Gitarre in ihren Schoß sinken ließ. "Warum hörst du auf?" Baby lachte kopfschüttelnd. "Das fragst du noch? Du lenkst mich ständig ab, so kann ich mich einfach nicht konzentrieren." Vielleicht war es auch besser so! Wurde sie doch, wenn sie ehrlich zu sich selber war, unglaublich gern von ihm abgelenkt. Unendlich verliebt war sie in den ein Jahr älteren ernsten Jungen, den sie so faszinierend fand.<br />
"Als würdest du nicht wollen, dass ich dich ansehe, dass ich dich ablenke." Und der sie nach so kurzer Zeit bereits so verdammt gut kannte. Baby fühlte sich ein klitzekleines bisschen ertappt, war es doch so, als hätte <i>er</i> gerade <i>ihre</i> Gedanken gelesen. "Zugegeben da könnte etwas dran sein." Sie schürzte die Lippen und tat als müsse über seine Behauptung erst einmal gründlich nachdenken. "Vielleicht möchte ich sogar noch mehr abgelenkt werden, möchte hier und jetzt alles vergessen, Sean Murphy. Kannst du das?" Sie alles vergessen lassen, außer ihn. Seine grünen Augen, in dem blassen von dunklen Locken umrahmten Gesicht. Die Konturen seines Kinns, und seine Hände, stark und doch unendlich sanft. Er war so unglaublich schön, genau jetzt wo das Licht der schwindenden Sonne ihn in Schweigen hüllte. Allein die weicher werdenden Schatten des Baumes unter dem sie saßen, tauchten einen Teil seines Gesichts in tiefe Dunkelheit. Eine Düsternis aus der seine grünen Augen schier heraus strahlten. Die Liebe in ihnen. Ja er war wunderschön. Äußerlich wie innerlich, was noch viel wichtiger war. Denn Baby liebte seine Gedanken, auch die dunklen und düsteren, welche immer dann, wenn sie zusammen waren in weite Ferne rückten, Platz schaffend für buntere Bilder, so wie jetzt, als Sean den Grashalm, auf dem er bis eben herum gekaut hatte, ausspuckte und dicht, so dicht an sie heran rückte. Sie konnte seinen Atem auf ihrem Gesicht fühlen, konnte sein Aftershave reichen, ein herber moschusartiger Duft, und sehen wie er sie sich nackt vorstelle, in seinen Armen liegend. Ja.<br />
Als sich seine Lippen ganz sachte auf die ihren legten schauderte sie und schlang ihre Arme um seinen Nacken. Ihr erster Kuss! Am schwarzen See unter einem alten Baume, während die Sonne leuchtend rot am Horizont unterging. Perfekter hätte es nicht sein können! Ihr Herz pochte so wild in ihrer Brust, dass sie dachte es wolle ihr herausspringen. "Und kann ich es, dich alles vergessen lassen?" Sie nickte nur, kein Wort herausbringend und ihre Gitarre so weit wie ihre Arme reichten von sich ins Gras legend. Ehe sie sich auf seinen Schoß setzte, ihre Hände in seinem Haar vergrabend, und in ihrerseits küsste. Zufrieden registrierend, dass auch er alles außer ihr vergaß. <br />
<br />
Es folgten noch unzählige weitere Küsse. Längere, innigere , begierigere, auf jene ersten unschuldigen. Einmal spürte sie seine Zunge in ihrem Mund und keuchte leise, was sie beide lachen ließ. "Nicht schön?" Seine Frage ließ sie den Kopf schütteln. "Doch!" Doch es war schön gewesen,nur überraschend und so viele Gefühle und ein Verlangen in ihr auslösend. Sie würde es stillen, eines Tages. Mit ihm. Dessen war sich Baby sicher. Sean und sie würden immer zusammen bleiben. Nichts und niemand würde sie je trennen können. Nichteinmal ein neuer Krieg! <br />
Er war so viel unbeschwerter, wenn er mit ihr zusammen war. Und sie selbst noch viel verwegener. Sie waren für einander bestimmt!<br />
Ganz sicher!<br />
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Das zumindest hatten sie geglaubt, an diesem frühen Abend. Als sie unzählige Küsse getauscht und nebeneinander im Gras liegend sich eine Zigarette geteilt hatten, ihre Gitarre ganz vergessen neben ihnen unter dem Baum. Hoch hinauf in den Himmel hatten sie geblickt, wo sich die ersten Sterne zeigten, und sich eine gemeinsame Zukunft ausgemalt. Während die Finger ihrer Hände miteinander verwoben waren. <br />
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Doch wie so oft im Leben trog der Schein. Und es kam schon bald gänzlich anders.<br />
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<b>Bad nights cause'n teenage blues. Get down ladies you've got nothing to lose</b> <br />
Entsetzen und Angst schlugen ihr entgegen, kaum dass sie den Eulenturm betreten hatte. Am Fuß der Wendeltreppe stand sie, als panische wirre Gedanken sich von oben auf sie herab ergossen, wie ein Waserfall. Durchzogen von einzelnen immer wiederkehrenden Worten. Lauten und Leisen. Sie unterschieden sich nicht, als sei auch im Denken kein Raum für mehr. <i>Nicht!</i> und <i>Bitte.</i>, bettelte Jemand, vermutlich ein Mädchen, und kombinierte beides abwechselnd zu <i> Bitte nicht</i> und </Nicht bitte</i>. Immer und immer wieder, obwohl es nichts nützte. So als poche man darauf, dass ein Schlüssel funktionierte obwohl er das nicht tat. Als dann auch noch die entsetzten Schmerzensschreie einer Eule an ihr Ohr drang wurde der bis dahin sorgsam in der Hand getragene versiegelte Umschlag mit dem Brief an ihre Granny hastig geknäult und in ihre Manteltasche geschoben. Statt seiner hielt sie nun ihren Zauberstab in der Hand und rannte die Treppen nach oben, immer zwei Stufen auf einmal nehmend. Am Ende der Wendeltreppe aber verlangsamte Baby ihren Lauf und spähte vorsichtig ins Innere der Eulerei um sich einen Überblick zu verschaffen. Da lag eine Erstklässlerin am Boden, bewegungslos, vermutlich von einem Ganzkörperklammerfluch in Schach gehalten. Tränen liefen ihr über die Wange, während sie immer weiter „Bitte. Bitte nicht. Nicht bitte.“ sagte. Immer noch ohne jeden Erfolg, denn der ältere Junge ließ nicht ab von dem kleinen Kauz in seiner Hand, riss dem Tierchen lachend weiter Feder um Feder aus. Blutig segelnden diese zu Boden. Babys freie linke Hand ballte sich zur Faust, als sie den runden Turmraum betrat. „Hey! Lass die Eule in Ruhe!“ Ihre Stimme überschlug sich fast vor Aufregung und zweifelsohne klang sie gerade weder beeindruckend noch sah sie so aus. Eine schlanke, nicht besonders große, brünette Sechszehnjährige war sie, aber auch er war Allein. Das zumindest redete sich Baby in Gedanken immer wieder ein, als der Junge sich hämisch grinsend zu ihr umdrehte. „Sonst was?“ Er richtete drohend seinen Zauberstab auf sie. In seinen Gedanken ging er bereits Möglichkeiten durch wie er sie ausschalten würde und wie er sie dann dafür bestrafen würde für ihre dumme Einmischerei. Sie sollte besser die Klappe halten und verschwinden, war ja auch nur ein dreckiges Halbblut Nicht besser als der Schlammblutabschaum da auf dem Boden. „Dachte ichs mir.“, höhnte er, als Baby zögerte, eins zwei Wimpernschläge lang. Eine weitere blutige Feder segelte zu Boden, landete zwischen unzähligen Anderen ihrer Art. War doch der ganze Boden der Eulerei mit Federn und Eulendung bedeckt. Sie sah sie fallen. Landen. „WINGARDIUM LEVIOSA!“ Babys Stimme hallte laut und bestimmt von den Wänden wieder. Ihr Hutscheln und Wedeln war ausladend und fast schon schneidend. Keine Zurückhaltung auf ihrer Seite. Seine Überraschung spülte wie eine welle über sie hinweg. Ihr folgte Spott. „Uh jetzt habe ich aber Angst.“ Ja. Ja, dachte sie, das solltest du auch, als nicht nur eine einzelne kleine Feder in die Luft schwebte, sondern Abertausende. Mehr und mehr und mehr, bis keine eine mehr auf dem Boden zu finden war. Und der Eulenkot tat es ihnen gleich. Eine ganze Armee aus Eulenfedern und Dung erhob sich und tanzte zwischen ihnen in der Luft. Was bei Salazar, dachte der Junge und es war das Letzte was er dachte bevor Baby ihm ihre Armee auf den Hals hetzte. „OPPUGNO!“. Die kleinen Kiele voran schossen die Federn nach vorn und stürzten sich auf ihren Gegner, versuchten diesem die Augen auszustechen. Piksten in jede Stelle freier Haut, die sie finden konnten. Während trockener Eulendung mit großer Mühelosigkeit in Atemwege drang. Den Mund vor Entsetzten weit aufzureißen war keine gute Idee, das merkte der Junge selbst. Hustend und würgend spuckte er Eulenscheiße aus. Doch atmen musste er und so wurde der zur Staub zerfallene Kot durch die Nasenlöcher zusammen mit der lebenswichtigen Luft eingesaugt. Frischer Eulendung hingegen klebte schon bald an Haaren und im Gesicht. Und blieb haften an der auch so feinen bis da dahin sauberen Kleidung. Federn blieben wiederrum blieben an ihm kleben. Geteert und gefedert. Fast. Panisch wurden Flüche blindlings abgeschossen, ehe Hände schützend vor Nase und Augen gehalten wurden. Keiner davon traf Baby.schließlich tat der Junge das einzig kluge. Er floh Hals über Kopf, stürzte sich förmlich die Wendel Treppe hinab. <i>Nicht. Und nein und bitte.</i> durchzog nun seine sich überschlagenden Gedanken. Baby sah noch durch das Fenster wie er aus dem Turm rannte, über die Ländereien, Federn und Dung hinter sich herziehend, wie ein Komet seinen Schweif. „Wer ist jetzt dreckig?“, brüllte sie, während sie sich mit zittrigen Knien an die Wand der Eulerei lehnte. Ja verdammt noch mal! Keuchend atmete sie aus. Luft aus ihren Lungen, ihre Anspannung und Angst. Dann stieß sie sich von der Wand ab und eilte zu dem Mädchen am Boden und zu dem kleinen halb kahl gerupften Kauz, der sich bereits in dem ganzen Durcheinander zu seiner Besitzerin geflüchtet hatte. Losgelassen, als Federn und Dung zum Angriff über gegangen waren. „Finite.“ Baby hob den Fluch auf, der die Erstklässlerin am Boden hielt. „Ist gut. Alles ist gut.“ Unwahr. Das wusste sie selbst. „Er blutet so...er hat kaum noch Federn. Ich, ich…“,brachte das Mädchen hervor. „Das wird wieder. Wir bringen den Kleinen zur Krankenstation. Da wird man ihm helfen. Ganz bestimmt.“ Und wenn sie die junge Krankenschwester dort damit erpressen musste, dass sie sich heimlich mit einem Schüler hinter den Gewächshäusern traf. „Komm, ich helf Dir, kannst du gehen?“. Baby half der Jüngeren hoch, stützte sie, begleitete sie. <br />
Und sie stellte sicher, dass die kleine Eule versorgt wurde damit diese überlebte. Ganz ohne Erpressung sogar.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<fett>Schlüsselereignisse:</fett><br />
<i>Tabellarischer Lebenslauf</i><br />
1962, 06.05.: Geburt<br />
1963: erstes magisches Ereignis (Baby reagiert auf Gedanken des Vaters)<br />
1965: Geburt ihres Bruders Will Aragon<br />
1965: weiteres zeigen von Magie, eine Schale mit Keksen gleitet zu ihr<br />
1968, Sommer: sieht während ihres Aufenthaltes bei Newt und Tina Scamander einen Drachen <br />
1968, Sommer: Einschulung in eine Muggelschule<br />
1968: Geburt ihres Bruders Jake Sam<br />
1972: Geburt ihrer Schwester Mary Rosie, genannt Merry<br />
1973, 06.05: Brief aus Hogwarts<br />
1973, 01.09.: Einschulung in Hogwarts, Haus Ravenclaw<br />
1978, Sommer: ZAG-Prüfungen<br />
1978, März: Zusammenkommen mit Sean Murphy, erster Kuss<br />
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<b>Hello world I'm your wild girl. I'm your ch-ch-ch-cherry bomb</b> <br />
Rubinrot. War die Sonne über den Horizont gekrochen, höher und höher, bis sie durch das Fester der Bachstube hatte lunzen und einen Bick auf das emsige Treiben darin hatte werfen können. Schon seit über einer Stunde standen die Rührmschinen nicht still, Bleche voller Brote, Brötchen und Teilchen buken im Ofen oder kühlten bereits auf den Gestellen aus. Schon bald würde man sie in den Regalen der Bäckerei wiederfinden, wenn diese in gut zwei Stunden öffnen würde, passend damit die ersten Kunden sich ihre backfrischen Frühstücksbrötchen kaufen konnten. Doch bis dahin wollten noch Kuchen gebacken und Teilchen mit Zuckerguß verziert werden. Backen war nicht nur eine Gabe sondern ein frühes Handwerk! Und auch Säuglinge und Kleinkinder neigten nicht zu morgendlicher Müßigkeit. Die blonde Frau an deren Händen weißes Mehl klebte, hatte schon das ein ums andere Mal gedacht, dass zumindest dies für sie keine Umstellung gewesen war, fiel es ihr doch, durch ihren Beruf, leicht früh mit der Kleinen aufzustehen. Nur mit der Bespaßung des Kindes zu dieser Zeit wurde es langsam schwieriger. Konnte sie Baby früher noch einfach auf einer Spieldecke in die Mitte der Backstube legen, mit einer Rassel und einen Schmusetuch zur Gesellschaft, so waren diese Zeiten spätestens seit das Kind krabbelte vorbei. Und es hatte etwas von einer Sisyphus-Arbeit an sich die Kleine, in dem Bestreben sie von den heißen Backöfen fernzuhalten, immer und immer wieder in der Backstube 'einzufangen' und zurück zu ihrer Spielecke zu tragen. Gab es doch aber auch so viel zu entdecken. So viel tollere Sachen zum Spielen.<br />
Gerade saß Queenie Arwen auf dem Fußboden und schlug einen hölzernen Kochlöffel mit unerschöpflicher Begeisterung auf eine umgedrehte Rührschüssel. <i>Pock, pock, pock.</i> Man sah dem 14 Monate alten Mädchen die Freude darüber, einen Laut erzeugen zu können deutlich in dem, von dunkelbraunem Haar umrahmten, leicht gerötete Gesichtchen an. <i>Pock, pock, pock.</i> Sie konnte Einfluss auf die Welt nehmen! <i>Pock, pock, pock.</i> Ganz versunken in ihr Tun war sie. Bis das Spiel von eben auf jetzt langweilig wurde. Statt noch länger mit dem hölzernen Löffel auf die Schüssel einzuschlagen drehte sie diese nun um, und guckte hinein. Leer. Mit dem Verklingen des steten Pochens richtete sich die Aufmerksamkeit ihrer Mutter augenblicklich auf das Kind. Baby hörte die unausgesprochene Frage, was sie denn jetzt mache, wo sie denn jetzt sei und gab Antwort. "Mama." Es folgte ein kurzes Winken und in die Händchen klatschen (ganz neu entdeckte Fähigkeit!), ehe die Kleine, nun da Alice wieder beruhigt weiterarbeite, sich abermals der leeren Schüssel zu wandte. Mama's Schüsseln waren nie leer. Mama tat da Dinge rein, das sah sie jeden Tag. Und so krabbelte die Kleine auch schon wieselflink über den Boden der Backstube auf der Suche nach Sachen die man in ihre Schüssel würde packen können. Fündig wurde sie auf ihrer Spieldecke, lagen dort doch allerlei Spielsachen von ihr verteilt und mit den bunten und unterschiedlich großen Holzscheiben ihres Stapelturmes ließe sich die Schüssel doch ganz großartig füllen. Nur war diese zusammen mit dem Rührlöffel jetzt ganz weit weg! Baby runzelte die Stirn. Die Scheiben mussten zur Schüssel. Dies wäre weit einfacher wenn sie auf ihren zwei Pummelbeinchen würde laufen können, doch das klappte nur, wenn sie sich an etwas festhalten konnte. Vorzugsweise Mamas Hand. Sonst plumpste sie immer auf ihren Hintern. Doch auf dem konnte man ja auch rutschen! Kurzerhand, nahm sie das rote Scheibchen in die Hand und rutschte auf ihrem Po über den Boden zurück zu ihrer Schüssel. Mit lauten Klack, landete die Holzscheibe daran, was abermals die Aufmerksamkeit der Mutter erregte und dafür sorgte, dass Alice die Spieldecke samt restlichem Stapelturm kurzerhand zu ihre Tochter zog. "Magst du noch mehr in die Schüssel tun?" Ja dachte die Kleine und sagte es auch. "Da." Gesagt getan. Scheibe um Scheibe landeten in der Schüssel, und dann wurde begeistert umgerührt. Auch sie konnte backen. Baby war immer noch mit diesem Spiel beschäftigt, als der Vater in die Backstuben kam und sie hörte wie er sagte: <i>Bei Merlin wie groß unser Baby geworden ist.</i> <i>Das</i> Spiel kannte und liebte sie,spielten sie es doch fast jeden Tag zusammen. Meist abends. Und so riss Baby augenblicklich ihre Ärmchen in die Höhe um ihm anzuzeigen dass sie schon <i>Soooooo groß</i> sei. Doch das schien Daddy zu verwundern, denn er sagte nicht, soooo groß, wie er es hätte tun sollen.Statt dessen sagte er, <i>was</i> und sah sie ganz seltsam an. Sie versuchte es noch mal. "Ja soooo groß ist das Baby." Na bitte ging doch! Newt nickte und sagte nun, <i>Und du weißt, nicht Mamas Ofen anfassen. Denn der Ofen ist...</i> "Hei!", kam es promt von der Kleinen. Eine der wenigen Worte außer Mama, Papa, da (für da und ja), nei und Aha (eigentlich ließ sich dank unzähliger Betonungen mit Aha ja fast alles sagen!), die sie bereits konnte. Die Öfen waren heiß. Das war wichtig! Sonst machte man sich Aua. "Ach herje!" , entfuhr es dem Vater. "Sie hat Mutters Gabe." Baby nickte und rührte eifrig mit ihrem Kochlöffel in der Schüssel. Ja sie konnte was Mama machte. Rühren. Kein bisschen verstehend warum und worüber die Eltern plötzlich so aufgeregt waren.<br />
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<b>I'll give ya something to live for. Have ya, grab ya til you're sore </b><br />
Dunkel. Vorsichtig beugte sich die Kleine über den offenen Koffer, in dem der Mann so eben verschwunden war, und blickte hinein. Eine Leiter führte hinunter ins Unbekannte und man hatte sie ermahnt, sie solle sich davor hüten mit ihren kleinen Füßen auf den Sprossen abzurutschen. Queenie Arwen Kowalski war nicht nur die Königin des <i>hide and seek</i>, wie sie erst neulich wieder beim Spielen mit ihrem Bruder und den Nachbarskindern ihrer Großeltern unter Beweis gestellt hatte, sondern auch eine Meisterin im Hüten vor Gefahren. Genau wie Ronja Räubertochter. Beherzt schwang die Sechsjährige daher ihr rechtes Bein über den Rand, und taste nach der ersten Sprosse, sich dabei gut mit den Händen am Koffer festhaltend. Kaum, dass sie diese gefunden, folgte auch schon das zweite Bein und <i>husch</i> kletterte das Mädchen behände die Leiter hinab. Dem Mann hinten drein, der ihr Großonkel war. Newton Scamander hatte die Schwester von Granny Queenie geheiratet, nach der die Kleine benannt war. "Ich pass schon auf. Ich kann das. Ich bin eine sehr gute Kletterin. Du musst dir wirklich keine Sorgen machen." Newt hatte kein Wort gesagt. Wohingegen Babys Mund schon seit geraumer Zeit nicht still zustehen schien "Doch ich bin schon groß genug. Und ich werde alles genau so machen wie du sagt. Versprochen. Ich mag unbedingt den Baby Drachen sehen und alles andere auch!" Sie hopste die letzten zwei Sprossen der Leiter hinunter und landete mit einem leisem <i>plumps</i> auf ihren Füßchen. Staunend blickte die Kleine sich um, dabei eine freche dunkelbraune Haarsträhne hinter ihr Ohr schiebend. Zu ihrem Erstaunen fand sie sich in einer Hütte wieder, welche auch ein kleines Laboratorium beinhaltete. Als erstes fielen ihr die vielen Zettel auf. Sie waren mit Pinnnadeln an der Wand befestigt oder legen achtlos überall auf den Tischen. Danach bemerkte Baby die Werkzeuge auf den Regalen manche fremdartig und andere sehr vertraut wirkend. Und dann waren da noch Bücher und noch mehr Bücher und auf dem Boden in der Ecke, sowie wohl auch in einiger der Truhen stapelte sich allerlei Tierfutter. "Wow", entfuhr es dem Mädchen. "Hier arbeitetest du? Das ist ganz schön toll." Sie hüpfte vor Aufregung auf einem Bein. "Doch ich kann still halten sehr gut sogar, ich komm ja auch bald in die Schule. Ich kann stundenlang da sitzen und Schnecken beobachten. Ich liebe Schnecken. Das sind meine Lieblingstiere. Nee die Schleimspur stört mich nicht. Ich bin doch kein so ein Etepetete-Mädchen. Und ich kann auch gleich den Mund halten, keine Sorge. Ich weiß, dass viele Tiere sich sonst erschrecken. Wo sind die denn Alle? Hier seh ich gar kein Tierwesen...nur Kram und Zettel. Gehts da noch..."<br />
Newt Scamander hatte die Tür der Hütte geöffnet und war hinausgetreten. Hinein in einen ganzen Biotop. Kofferkosmos. Und seiner Großnichte verschlug es die Sprache, beim Anblick dessen was sich da vor ihren Augen ausbreitete. Ja. Das war echte Magie. Das war phantastisch. Ihr Großonkel lächelte. "Die sind hier, jedes in seinem Lebensraum. Komm. Und du kannst das hier tragen." Sprachs und drückte ihr einen Eimer in die Hand.<br />
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Und Baby war ihm gefolgt, schweigend. Hinein in das größte aller Wunder. Sie hatte den Futtereimer getragen und die Mondkälber mit dessen Inhalt gefüttert. Sie hatte einen traurig dreinblickenden Augurey in seinem tränenförmigen Nest sitzen sehen und eine kleine Gruppe Graphörner auf einer Ebene erspäht. Kurz um sie war aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Hatte ab und an leise etwas gefragt und die Antwort darauf den Gedanken des Magizoologen entnommen. Und dann endlich, in einem Habitat, dem lichten ozeanischen Regenwaldtal, seiner Heimat Neuseeland nachempfunden, sah Baby was ihr Herz so sehr begehrte, seit sie davon gehört hatte. Das Antipodische Opalaugenbaby. Es lag eingerollt in seinem Nest aus Zweigen und Blättern, schlafend. Seine winzigen Schuppen glänzten als seien sie aus Perlmut und als es sich, ihrer Ankunft gewahr werdend, erwachte, entrollte und Queenie mit seinen Pupillenlosen in allen Regenbogenfarben schillernden Augen ansah, da war es um das Mädchen geschehen. Sie war schockverliebt vom ersten Augenblick an und seit dem gerade zu versessen nach Drachen aller Art, welchen es mit großer Leichtigkeit gelungen war Schnecken den Rang des Lieblingstiere abzulaufen.<br />
"Es ist so süüüüüüß", flüsterte sie leise, sich extrem beherrschen müssend um nicht laut loszuquicken vor unbändigem Entzücken. "Und sooo klein." Baby griff nach Newts Hand. "Darf ich näher ran?" Sie  fischte die Antwort aus seinem Kopf, noch ehe die Worte die Lippen des Magizoologen verlassen konnten und zog den armen Mann mit sich zu dem Nest. <br />
Vor dem sie nun im nassen Gras hockte, mit dem kleinen Drachen auf ihrem Schoß, das junge Wesen liebevoll streichelnd. Bis dieses plötzlich laut nieste und grünen Rotz auf dem Mädchen verteilte. "Uhhh Gesundheit Drachenbaby." Die Sechsjährige wischte sich mit ihrem Handrücken kurzerhand den Rotz vom Gesicht, um diesen dann an ihr Kleid zu schmieren. "Ist er krank?" "Er hat sich erkältet. Deswegen muss er jetzt Medizin bekommen." "Ohhh." Baby streichelte das Tierchen abermals. "Du Armes. Ich kann ihn festhalten, dann kannst du ihm die Medizin geben." <br />
Sie hielt das junge Opalauge genauso wie ihr Großonkel es ihr gezeigt hatte. Beide Flügelchen fest um fassend, während sie hinter ihm auf dem Boden saß, den Körper zwischen ihren Oberschenkeln. So konnte nichts passieren, während der Magizoologe vorsichtig das Maul des Drachen öffnete und ihm die Medizin mit einer großen Pipette eingab. Theoretisch! Praktisch jedoch zappelte das Junges wild bei dem Versuch zu entkommen, wobei seine Hinterkrallen Baby den rechten Oberschenkel aufrissen. Aber sie ließ nicht los, auch dann nicht als der brennende Schmerz durch ihr Bein jagte. Mit fest zusammengepressten Lippen hielt sie mit aller Kraft, die eine Sechsjährige aufzubringen vermochte das Drachenbaby fest bis dieses die ganze Medizin genommen hatte und Newt meinte, sie könne ihn jetzt loslassen ehe sie ihn noch erwürge. <br />
Baby weinte nur ein ganz kleines bisschen, als der Drache sich schüttelte und in sein Nest floh, als das Blut an ihrem Bein hinunterlief und ihr verunsicherter Großonkel die Wunden mit seinem Zauberstab schloss, bis nur noch drei haarfeine weiße Linien zu erahnen waren. Und als der Schmerz nachließ, da versiegten sie auch sofort. Die Tränen. "Nein...," energisch schüttelte sie den Kopf. "...das war kein Fehler mich mitzunehmen. ich habs doch gut gemacht. Habe nicht losgelassen. Und es waren ja nur Kratzer. Mir ist gar nichts passiert." <br />
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Doch so ganz stimmte das nicht. Ihr war schrecklich viel passiert an diesem Nachmittag. Ihr Leben hatte mit einem Mal einen Sinn und ein Ziel bekommen! Sie würde Magizoologin werden und mit Drachen arbeiten!<br />
Alles andere war fortan unvorstellbar. <br />
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<b>Hello world, oh please shut up, I'm your ch-ch-ch-cherry bomb</b><br />
Lärm. In ihrem Kopf. Wie ein Sturm hatte er sich zusammengebraut und fegte nun durch die Windungen ihres Hirn. Bis dort kein Platz mehr schien für eigene Gedanken. Und es war solch ein wildes Durcheinander, ein Potpourri von Wünschen und Hoffnungen, von Sorgen und Ängsten.<i>Was wohl in meiner Schultüte ist das Fräulein scheint nett zu sein wie lange dauert das noch 23 Kinder dieses Jahr ich mag das Mädchen da vorne links nicht und einige wirken sehr lebhaft Mama hat gesagt wir gehen gleich alle zusammen essen und ich darf ein Eis zum Nachtisch was hat die Lehrerin gesagt langweilig was hat die da vorne denn heult die gleich man mein Wachsstift ist abgebrochen hält die sich echt die Ohren zu</i> Ja sie hatte sich gerade die Ohren zu gehalten für einen Augenblick, doch das brachte ja nicht, weil all die durcheinander gewürfelten Worte in ihrem Kopf waren. Gellend laut. Unaussperrbar. Und unmöglich auseinander zu halten. Queenie Arwen Kowalski umklammerte ihren roten Wachsmalstift mit dem sie und die andern Kindern in ihrer Klasse eigentlich so Kringel in das Heft malen sollten, während sie versuchte wenigstens die gesprochenen Worte der Lehrerin aus dem Gedankengebrüll ihrer Mitschüler heraushören zu können. Was hatte sie gerade gesagt, das Fräulein Byler? <i>Als nächstes heute Mittag wollen wir werd ich mich mit Tim hoffentlich ist in der Schultüte verabreden der Stundenplan ein kleines Auto</i> Baby dröhnte der Kopf und sie begann zu zittern. "Queenie Arwen bist du in Ordnung? Geht es dir nicht gut." Das Mädchen starrte ihre Lehrerin, welche vor ihrem Schultisch stehen geblieben war und sie unvermittelt ansprach panisch an. "Ich kann nicht hören was Sie sagen, es ist so laut!" Einige der Jungen lachten. "Spinnt die, hat doch gar keiner was gesagt.", feixte einer von ihnen mit seinem Nachbarn. Auch Miss Byler sah ihre Schülerin verwirrt an. "Laut?" <i>Was ist mit ob das denn die der krank für stimmt ist wer eine ist die doch was ob nicht</i> Protestierend kreischte ihr Holzstuhl auf, als Baby schwungvoll aufstand und ihn über den alten Linoliumboden nach hinten schob. Um im nächsten Moment auch schon weinende aus dem Klassenzimmer zu fliehen, welches sie erst 20 Minuten zuvor zum ersten Mal so hoffnungsvoll betreten hatte. Dahin nun all diese Hoffnungen. Vom Lesen Schreiben und Rechnen lernen, vom Freunde finden. Schule war scheiße! Wie sollte sie das jeden Tag stundenlang aushalten? Mit so vielen lauten chaotischen Kindern in einem Raum. Bisher hatte sie sich bei Familienfeiern oder Festen immer dicht bei Mummy oder Daddy gehalten, sich auf deren ach so vertraute Gedankenmuster konzentrierend, war es möglich gewesen all die andern unausgesprochenen Worte zu einem Hintergrundrauschen verschmelzen zu lassen. Doch in der Klasse eben war dies undenkbar gewesen. Niemand dort stand ihr nahe genug, als dass seine Gedanken ihr ein Anker im tosenden Meer der unausgesprochenen Worte hätte sein können.<br />
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Draußen vor dem Schulgebäude umschlang sie schluchzend mit ihren Ärmchen die Hüfte ihrer verdutzen Mutter. "Baby was ist denn passiert?" "Ich geh da nicht mehr rein! Nie wieder! Ich will nach Hause. Ich halte das nicht aus. So viele Kinder. So laut! Bitte können wir nach Hause?" Nicht einmal ihre wunderschöne Schultüte wollte sie noch <i>da raus</i> holen. Die rot-weiß Karrierte, auf der ihr Name stand und die ihre Mutter selber für sie gebastelt hatte. Auf dem Tisch lag diese nun, zurückgelassen von Baby auf ihrer Flucht vor dem Lärm, den niemand außer ihr und Granny Queenie hören konnte. "Ich red rasch mit der Lehrerin Alice und hol Babys Schultüte.", hörte sie ihren Vater sagen, während die Mutter sich zu ihr auf den Boden hockte und sie in den Arm nahm. Etwas das Angesichts des Umstandes, dass in Alice Bauch ein neues Geschwisterchen war, sich als gar nicht so einfach herausstellte. Doch das machte nichts. Eigentlich war es schön. Auch dann noch als ihr kleiner Bruder Will sich auch noch dazu quetschte. "Sule von Baby son aus?" Queenie Arwen zog schniefend ihre Nase hoch. "Ja. Aus, Willi. Ich geh da nie wieder hin."<br />
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Doch natürlich musste sie am nächsten Tag bereits wieder hingehen. Und am darauf folgenden auch. Ganz gleich wie oft sie schreiend und sich die Ohren zu haltend aus dem Unterricht rannte. <br />
Newt Kowalski hatte Miss Byler erzählt, Queenie Arwen habe eine leichte Form des Asbergerautismus, Menschenmengen überforderten sie, und hatte um Verständnis gebeten. Mit der Zeit, so hatte er versichert, werde es für seine Tochter leichter werden sich in der Schule zurecht zu finden, am Unterricht teil zu nehmen.<br />
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Und damit sollte er recht behalten. Doch es dauert. Und Babys Noten blieben ihre ganze Grundschulzeit über eher dürftig.<br />
Etwas das sich dann in Hogwarts ins Gegenteil kehren sollte, weil ihr die Magie schier zuflog und sie sich die Theorie notfalls allein mit Hilfe ihrer Freundin im Stillen nach erarbeitete.<br />
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<b>Hey street boy, what's your style, Your dead end dreams don't make you smile</b><br />
"Nicht mich ansehen, Babe bitte. Du lenkst mich ab." Seufzend drehte Sean den Kopf und blickte wieder nach vorn auf das dunkle Wasser des Sees, ganz wie geheißen. "Ich seh dich aber viel lieber an, als das Wasser in dem man sowieso nix sieht, Queenie Arwen Kowalski." Im Licht der untergehenden Sonne wirkten ihre braunen Haare rötlich und ob seiner Worte, der ausgesprochenen ebenso wie der unausgesprochenen färbten sich ihre Wangen rot und sie verspürte mit einem Mal eine extreme Hitze. Bei Merlins Bart, er lenkte sie so unglaublich ab. Kein Wunder, dass sie sich hier andauernd verspielte und ihre Gitarre fast schon schmerzlich kreischende Töne von sich gab. Es war eine blöde Idee gewesen ihm etwas vorspielen zu wollen, war sie doch einfach noch nicht gut genug. "Und nenn mich nicht so! Queenie ist meine Großmutter und über Arwen reden wir besser erst gar nicht." Mit gespielter Ärgernis riss sie ein Büschel Gras heraus und warf es auf Sean, der sich daraufhin einzelne Halme aus seinen dunklen Locken wuscheln musste.<br />
"Zu Befehl, Miss. Und du bist noch hübscher, wenn sich deine Wangen röten, Baby." Er blickte natürlich längst schon wieder die ganze Zeit zu ihr, und hatte dabei, wie selbstverständlich, auch ihr Erröten bemerkt. Natürlich. Eigentlich konnte sie es für heute aufgeben ihm etwas vorzuspielen. Ein leises Seufzen entglitt ihrer Kehle, als ihre Finger auf den Saiten verharrten und sie die Gitarre in ihren Schoß sinken ließ. "Warum hörst du auf?" Baby lachte kopfschüttelnd. "Das fragst du noch? Du lenkst mich ständig ab, so kann ich mich einfach nicht konzentrieren." Vielleicht war es auch besser so! Wurde sie doch, wenn sie ehrlich zu sich selber war, unglaublich gern von ihm abgelenkt. Unendlich verliebt war sie in den ein Jahr älteren ernsten Jungen, den sie so faszinierend fand.<br />
"Als würdest du nicht wollen, dass ich dich ansehe, dass ich dich ablenke." Und der sie nach so kurzer Zeit bereits so verdammt gut kannte. Baby fühlte sich ein klitzekleines bisschen ertappt, war es doch so, als hätte <i>er</i> gerade <i>ihre</i> Gedanken gelesen. "Zugegeben da könnte etwas dran sein." Sie schürzte die Lippen und tat als müsse über seine Behauptung erst einmal gründlich nachdenken. "Vielleicht möchte ich sogar noch mehr abgelenkt werden, möchte hier und jetzt alles vergessen, Sean Murphy. Kannst du das?" Sie alles vergessen lassen, außer ihn. Seine grünen Augen, in dem blassen von dunklen Locken umrahmten Gesicht. Die Konturen seines Kinns, und seine Hände, stark und doch unendlich sanft. Er war so unglaublich schön, genau jetzt wo das Licht der schwindenden Sonne ihn in Schweigen hüllte. Allein die weicher werdenden Schatten des Baumes unter dem sie saßen, tauchten einen Teil seines Gesichts in tiefe Dunkelheit. Eine Düsternis aus der seine grünen Augen schier heraus strahlten. Die Liebe in ihnen. Ja er war wunderschön. Äußerlich wie innerlich, was noch viel wichtiger war. Denn Baby liebte seine Gedanken, auch die dunklen und düsteren, welche immer dann, wenn sie zusammen waren in weite Ferne rückten, Platz schaffend für buntere Bilder, so wie jetzt, als Sean den Grashalm, auf dem er bis eben herum gekaut hatte, ausspuckte und dicht, so dicht an sie heran rückte. Sie konnte seinen Atem auf ihrem Gesicht fühlen, konnte sein Aftershave reichen, ein herber moschusartiger Duft, und sehen wie er sie sich nackt vorstelle, in seinen Armen liegend. Ja.<br />
Als sich seine Lippen ganz sachte auf die ihren legten schauderte sie und schlang ihre Arme um seinen Nacken. Ihr erster Kuss! Am schwarzen See unter einem alten Baume, während die Sonne leuchtend rot am Horizont unterging. Perfekter hätte es nicht sein können! Ihr Herz pochte so wild in ihrer Brust, dass sie dachte es wolle ihr herausspringen. "Und kann ich es, dich alles vergessen lassen?" Sie nickte nur, kein Wort herausbringend und ihre Gitarre so weit wie ihre Arme reichten von sich ins Gras legend. Ehe sie sich auf seinen Schoß setzte, ihre Hände in seinem Haar vergrabend, und in ihrerseits küsste. Zufrieden registrierend, dass auch er alles außer ihr vergaß. <br />
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Es folgten noch unzählige weitere Küsse. Längere, innigere , begierigere, auf jene ersten unschuldigen. Einmal spürte sie seine Zunge in ihrem Mund und keuchte leise, was sie beide lachen ließ. "Nicht schön?" Seine Frage ließ sie den Kopf schütteln. "Doch!" Doch es war schön gewesen,nur überraschend und so viele Gefühle und ein Verlangen in ihr auslösend. Sie würde es stillen, eines Tages. Mit ihm. Dessen war sich Baby sicher. Sean und sie würden immer zusammen bleiben. Nichts und niemand würde sie je trennen können. Nichteinmal ein neuer Krieg! <br />
Er war so viel unbeschwerter, wenn er mit ihr zusammen war. Und sie selbst noch viel verwegener. Sie waren für einander bestimmt!<br />
Ganz sicher!<br />
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Das zumindest hatten sie geglaubt, an diesem frühen Abend. Als sie unzählige Küsse getauscht und nebeneinander im Gras liegend sich eine Zigarette geteilt hatten, ihre Gitarre ganz vergessen neben ihnen unter dem Baum. Hoch hinauf in den Himmel hatten sie geblickt, wo sich die ersten Sterne zeigten, und sich eine gemeinsame Zukunft ausgemalt. Während die Finger ihrer Hände miteinander verwoben waren. <br />
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Doch wie so oft im Leben trog der Schein. Und es kam schon bald gänzlich anders.<br />
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<b>Bad nights cause'n teenage blues. Get down ladies you've got nothing to lose</b> <br />
Entsetzen und Angst schlugen ihr entgegen, kaum dass sie den Eulenturm betreten hatte. Am Fuß der Wendeltreppe stand sie, als panische wirre Gedanken sich von oben auf sie herab ergossen, wie ein Waserfall. Durchzogen von einzelnen immer wiederkehrenden Worten. Lauten und Leisen. Sie unterschieden sich nicht, als sei auch im Denken kein Raum für mehr. <i>Nicht!</i> und <i>Bitte.</i>, bettelte Jemand, vermutlich ein Mädchen, und kombinierte beides abwechselnd zu <i> Bitte nicht</i> und </Nicht bitte</i>. Immer und immer wieder, obwohl es nichts nützte. So als poche man darauf, dass ein Schlüssel funktionierte obwohl er das nicht tat. Als dann auch noch die entsetzten Schmerzensschreie einer Eule an ihr Ohr drang wurde der bis dahin sorgsam in der Hand getragene versiegelte Umschlag mit dem Brief an ihre Granny hastig geknäult und in ihre Manteltasche geschoben. Statt seiner hielt sie nun ihren Zauberstab in der Hand und rannte die Treppen nach oben, immer zwei Stufen auf einmal nehmend. Am Ende der Wendeltreppe aber verlangsamte Baby ihren Lauf und spähte vorsichtig ins Innere der Eulerei um sich einen Überblick zu verschaffen. Da lag eine Erstklässlerin am Boden, bewegungslos, vermutlich von einem Ganzkörperklammerfluch in Schach gehalten. Tränen liefen ihr über die Wange, während sie immer weiter „Bitte. Bitte nicht. Nicht bitte.“ sagte. Immer noch ohne jeden Erfolg, denn der ältere Junge ließ nicht ab von dem kleinen Kauz in seiner Hand, riss dem Tierchen lachend weiter Feder um Feder aus. Blutig segelnden diese zu Boden. Babys freie linke Hand ballte sich zur Faust, als sie den runden Turmraum betrat. „Hey! Lass die Eule in Ruhe!“ Ihre Stimme überschlug sich fast vor Aufregung und zweifelsohne klang sie gerade weder beeindruckend noch sah sie so aus. Eine schlanke, nicht besonders große, brünette Sechszehnjährige war sie, aber auch er war Allein. Das zumindest redete sich Baby in Gedanken immer wieder ein, als der Junge sich hämisch grinsend zu ihr umdrehte. „Sonst was?“ Er richtete drohend seinen Zauberstab auf sie. In seinen Gedanken ging er bereits Möglichkeiten durch wie er sie ausschalten würde und wie er sie dann dafür bestrafen würde für ihre dumme Einmischerei. Sie sollte besser die Klappe halten und verschwinden, war ja auch nur ein dreckiges Halbblut Nicht besser als der Schlammblutabschaum da auf dem Boden. „Dachte ichs mir.“, höhnte er, als Baby zögerte, eins zwei Wimpernschläge lang. Eine weitere blutige Feder segelte zu Boden, landete zwischen unzähligen Anderen ihrer Art. War doch der ganze Boden der Eulerei mit Federn und Eulendung bedeckt. Sie sah sie fallen. Landen. „WINGARDIUM LEVIOSA!“ Babys Stimme hallte laut und bestimmt von den Wänden wieder. Ihr Hutscheln und Wedeln war ausladend und fast schon schneidend. Keine Zurückhaltung auf ihrer Seite. Seine Überraschung spülte wie eine welle über sie hinweg. Ihr folgte Spott. „Uh jetzt habe ich aber Angst.“ Ja. Ja, dachte sie, das solltest du auch, als nicht nur eine einzelne kleine Feder in die Luft schwebte, sondern Abertausende. Mehr und mehr und mehr, bis keine eine mehr auf dem Boden zu finden war. Und der Eulenkot tat es ihnen gleich. Eine ganze Armee aus Eulenfedern und Dung erhob sich und tanzte zwischen ihnen in der Luft. Was bei Salazar, dachte der Junge und es war das Letzte was er dachte bevor Baby ihm ihre Armee auf den Hals hetzte. „OPPUGNO!“. Die kleinen Kiele voran schossen die Federn nach vorn und stürzten sich auf ihren Gegner, versuchten diesem die Augen auszustechen. Piksten in jede Stelle freier Haut, die sie finden konnten. Während trockener Eulendung mit großer Mühelosigkeit in Atemwege drang. Den Mund vor Entsetzten weit aufzureißen war keine gute Idee, das merkte der Junge selbst. Hustend und würgend spuckte er Eulenscheiße aus. Doch atmen musste er und so wurde der zur Staub zerfallene Kot durch die Nasenlöcher zusammen mit der lebenswichtigen Luft eingesaugt. Frischer Eulendung hingegen klebte schon bald an Haaren und im Gesicht. Und blieb haften an der auch so feinen bis da dahin sauberen Kleidung. Federn blieben wiederrum blieben an ihm kleben. Geteert und gefedert. Fast. Panisch wurden Flüche blindlings abgeschossen, ehe Hände schützend vor Nase und Augen gehalten wurden. Keiner davon traf Baby.schließlich tat der Junge das einzig kluge. Er floh Hals über Kopf, stürzte sich förmlich die Wendel Treppe hinab. <i>Nicht. Und nein und bitte.</i> durchzog nun seine sich überschlagenden Gedanken. Baby sah noch durch das Fenster wie er aus dem Turm rannte, über die Ländereien, Federn und Dung hinter sich herziehend, wie ein Komet seinen Schweif. „Wer ist jetzt dreckig?“, brüllte sie, während sie sich mit zittrigen Knien an die Wand der Eulerei lehnte. Ja verdammt noch mal! Keuchend atmete sie aus. Luft aus ihren Lungen, ihre Anspannung und Angst. Dann stieß sie sich von der Wand ab und eilte zu dem Mädchen am Boden und zu dem kleinen halb kahl gerupften Kauz, der sich bereits in dem ganzen Durcheinander zu seiner Besitzerin geflüchtet hatte. Losgelassen, als Federn und Dung zum Angriff über gegangen waren. „Finite.“ Baby hob den Fluch auf, der die Erstklässlerin am Boden hielt. „Ist gut. Alles ist gut.“ Unwahr. Das wusste sie selbst. „Er blutet so...er hat kaum noch Federn. Ich, ich…“,brachte das Mädchen hervor. „Das wird wieder. Wir bringen den Kleinen zur Krankenstation. Da wird man ihm helfen. Ganz bestimmt.“ Und wenn sie die junge Krankenschwester dort damit erpressen musste, dass sie sich heimlich mit einem Schüler hinter den Gewächshäusern traf. „Komm, ich helf Dir, kannst du gehen?“. Baby half der Jüngeren hoch, stützte sie, begleitete sie. <br />
Und sie stellte sicher, dass die kleine Eule versorgt wurde damit diese überlebte. Ganz ohne Erpressung sogar.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Primula Meliflua]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2484</link>
			<pubDate>Mon, 24 Feb 2025 12:17:58 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=323">Primula Meliflua</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2484</guid>
			<description><![CDATA[Primula Meliflua – Ein Leben im goldenen Käfig<br />
<br />
Familie Meliflua Die Familie Meliflua gehört zu den alteingesessenen, traditionsbewussten Reinblutfamilien der Zaubererwelt und ist bekannt für ihre strenge Erziehung, ihren ausgeprägten Sinn für Etikette und ihren hohen gesellschaftlichen Status. Die Matrone der Familie, Primulas Mutter, führt das Haus mit eiserner Disziplin und verfolgt stets das Ziel, den Namen Meliflua weiter zu stärken. Primula ist die älteste Tochter und damit das Aushängeschild der Familie, während ihre Cousinen und Verwandten vergleichsweise mehr Freiheiten genießen. Hauptwohnsitz der Familie Der Hauptwohnsitz der Familie Meliflua liegt in einem prachtvollen Herrenhaus in einem abgeschiedenen Teil der englischen Landschaft, verborgen durch mächtige Schutzzauber, um neugierige Blicke von Muggeln und unerwünschten Zauberern fernzuhalten. Das Anwesen ist von ausgedehnten Gärten und magisch gepflegten Ländereien umgeben, die eine Atmosphäre von Eleganz und Perfektion schaffen. Im Inneren des Hauses herrscht eine kühle, aber beeindruckende Opulenz, mit antiken Möbeln, schimmernden Kronleuchtern und einer Sammlung seltener magischer Artefakte, die den hohen Stand der Familie unterstreichen. Primula Meliflua wurde in eine der ehrwürdigen und traditionsreichen Reinblutfamilien der Zaubererwelt hineingeboren. Von dem Moment an, in dem sie zum ersten Mal das Licht der Welt erblickte, stand fest, dass sie nicht einfach ein Kind sein durfte, sondern eine Erbin, ein Versprechen, eine Investition in die Zukunft der Familie. Als älteste Tochter der Matrone war sie von Geburt an ein Symbol für das Ansehen der Melifluas und wurde mit höchster Strenge, aber auch mit äußerster Sorgfalt erzogen. Ihre Kindheit war geprägt von wohlkalkulierter Strenge und luxuriösem Komfort. In den ersten Jahren wurde sie von strengen Gouvernanten unterrichtet, die darauf achteten, dass Primula niemals auch nur einen falschen Ton sprach oder eine unpassende Geste machte. Man lehrte sie Etikette, Familientraditionen und das richtige Maß an Stolz und Zurückhaltung, das eine junge Dame ihres Standes zu zeigen hatte. Während andere Kinder in der Winkelgasse Schabernack trieben, wurde Primula beigebracht, wie man eine Teekanne in genau dem richtigen Winkel hält und Gäste mit der richtigen Mischung aus Charme und Respekt empfängt. Mit acht Jahren begann Primula, ihrer Mutter bei gesellschaftlichen Anlässen beizuwohnen – nicht als Teilnehmerin, sondern als stille Beobachterin, die lernte, welche Nuancen in Konversationen entscheidend sein konnten. Die Sommer verbrachte sie oft in der feinen Teestube der Familie, wo sie die Stammgäste mit geschultem Lächeln bediente und sich bereits einen Namen als junge, aber vielversprechende Gastgeberin machte. Während Gleichaltrige noch unbeschwert Kind sein durften, lernte sie früh, dass jeder Blick, jede Geste und jedes Wort in ihrer Familie von Bedeutung war. Als sie elf Jahre alt wurde, kam endlich der ersehnte Brief aus Hogwarts. Doch während andere Schüler aufgeregt ihre Zauberstäbe schwangen und ihre neuen Abenteuer erwarteten, wusste Primula, dass Hogwarts für sie nicht nur eine Schule war, sondern eine weitere Bühne, auf der sie sich beweisen musste. Ihre Familie erwartete Bestnoten, unfehlbares Benehmen und strategische Freundschaften – vor allem mit jenen, die den Namen der Unantastbaren Hogwarts war für Primula eine Herausforderung – nicht wegen der akademischen Anforderungen, sondern wegen der unausgesprochenen Verpflichtungen, die auf ihr lasteten. Sie wusste, dass jede Freundschaft, die sie schloss, jeder Lehrer, den sie beeindruckte, und jeder Tanz, den sie auf einem Ball absolvierte, über ihre Zukunft entscheiden konnte. Ihre Mutter führte bereits während ihrer Schulzeit Gespräche über potenzielle Ehepartner, und auch wenn Primula sich nicht gegen eine arrangierte Ehe wehrte, so fürchtete sie doch, dass sie am Ende an einen Greis verschachert werden könnte – nur um das Ansehen der Familie weiter zu steigern. Dennoch schaffte sie es, ihre Unsicherheiten hinter einer perfekten Maske zu verbergen. Sie wurde zur perfekten jungen Dame, die wusste, wann sie lachen, wann sie schweigen und wann sie schmeicheln musste. In den Sommerferien kehrte sie stets in die feine Teestube zurück, um dort weiter an ihrem Ansehen zu arbeiten. Stammgäste lernten sie als charmante, kompetente Gastgeberin kennen, während ihre Mutter im Hintergrund Verhandlungen führte, die Primulas Schicksal bestimmen sollten. 17  Jahren, ist Primula an dem Punkt angekommen, an dem ihre Familie erwartet, dass sie ihr Elternhaus verlässt – aber nicht aus freiem Willen, sondern um eine möglichst vorteilhafte Ehe zu schließen. Während ältere Cousinen noch ungebunden sind, hat sie das zweifelhafte Privileg, als Erste in eine arrangierte Verbindung gedrängt zu werden. Ihre Tage in der feinen Teestube sind gezählt, und ihre Abende verbringt sie damit, höfliche Gespräche mit potenziellen Ehemännern zu führen, von denen sie insgeheim hofft, dass sie wenigstens ansatzweise annehmbar sind. Obwohl Primula sich nach Sicherheit sehnt, nach einer Zukunft, in der sie eine gute Ehefrau und Gastgeberin sein kann, hat die Unsicherheit sie längst ergriffen. Was, wenn ihre Eltern ihr tatsächlich einen viel älteren Mann an die Seite stellen? Was, wenn sie nie mehr eigene Entscheidungen treffen darf? Und was, wenn der Krieg, der draußen tobt, am Ende alles zunichtemacht? Doch Primula ist Meisterin darin, ihre Ängste zu verbergen. Solange sie noch in der Teestube steht, lächelt sie, schenkt Tee aus und gibt sich als perfekte Tochter, perfekte Gastgeberin, perfekte junge Dame. Nur in stillen Momenten, wenn sie ihre Cousine Joan beobachtet, die mehr Freiheiten genießt als sie selbst, spürt sie einen Hauch von Neid – und die verzweifelte Hoffnung, dass sie doch noch selbst über ihr Schicksal bestimmen kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Primula Meliflua – Ein Leben im goldenen Käfig<br />
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Familie Meliflua Die Familie Meliflua gehört zu den alteingesessenen, traditionsbewussten Reinblutfamilien der Zaubererwelt und ist bekannt für ihre strenge Erziehung, ihren ausgeprägten Sinn für Etikette und ihren hohen gesellschaftlichen Status. Die Matrone der Familie, Primulas Mutter, führt das Haus mit eiserner Disziplin und verfolgt stets das Ziel, den Namen Meliflua weiter zu stärken. Primula ist die älteste Tochter und damit das Aushängeschild der Familie, während ihre Cousinen und Verwandten vergleichsweise mehr Freiheiten genießen. Hauptwohnsitz der Familie Der Hauptwohnsitz der Familie Meliflua liegt in einem prachtvollen Herrenhaus in einem abgeschiedenen Teil der englischen Landschaft, verborgen durch mächtige Schutzzauber, um neugierige Blicke von Muggeln und unerwünschten Zauberern fernzuhalten. Das Anwesen ist von ausgedehnten Gärten und magisch gepflegten Ländereien umgeben, die eine Atmosphäre von Eleganz und Perfektion schaffen. Im Inneren des Hauses herrscht eine kühle, aber beeindruckende Opulenz, mit antiken Möbeln, schimmernden Kronleuchtern und einer Sammlung seltener magischer Artefakte, die den hohen Stand der Familie unterstreichen. Primula Meliflua wurde in eine der ehrwürdigen und traditionsreichen Reinblutfamilien der Zaubererwelt hineingeboren. Von dem Moment an, in dem sie zum ersten Mal das Licht der Welt erblickte, stand fest, dass sie nicht einfach ein Kind sein durfte, sondern eine Erbin, ein Versprechen, eine Investition in die Zukunft der Familie. Als älteste Tochter der Matrone war sie von Geburt an ein Symbol für das Ansehen der Melifluas und wurde mit höchster Strenge, aber auch mit äußerster Sorgfalt erzogen. Ihre Kindheit war geprägt von wohlkalkulierter Strenge und luxuriösem Komfort. In den ersten Jahren wurde sie von strengen Gouvernanten unterrichtet, die darauf achteten, dass Primula niemals auch nur einen falschen Ton sprach oder eine unpassende Geste machte. Man lehrte sie Etikette, Familientraditionen und das richtige Maß an Stolz und Zurückhaltung, das eine junge Dame ihres Standes zu zeigen hatte. Während andere Kinder in der Winkelgasse Schabernack trieben, wurde Primula beigebracht, wie man eine Teekanne in genau dem richtigen Winkel hält und Gäste mit der richtigen Mischung aus Charme und Respekt empfängt. Mit acht Jahren begann Primula, ihrer Mutter bei gesellschaftlichen Anlässen beizuwohnen – nicht als Teilnehmerin, sondern als stille Beobachterin, die lernte, welche Nuancen in Konversationen entscheidend sein konnten. Die Sommer verbrachte sie oft in der feinen Teestube der Familie, wo sie die Stammgäste mit geschultem Lächeln bediente und sich bereits einen Namen als junge, aber vielversprechende Gastgeberin machte. Während Gleichaltrige noch unbeschwert Kind sein durften, lernte sie früh, dass jeder Blick, jede Geste und jedes Wort in ihrer Familie von Bedeutung war. Als sie elf Jahre alt wurde, kam endlich der ersehnte Brief aus Hogwarts. Doch während andere Schüler aufgeregt ihre Zauberstäbe schwangen und ihre neuen Abenteuer erwarteten, wusste Primula, dass Hogwarts für sie nicht nur eine Schule war, sondern eine weitere Bühne, auf der sie sich beweisen musste. Ihre Familie erwartete Bestnoten, unfehlbares Benehmen und strategische Freundschaften – vor allem mit jenen, die den Namen der Unantastbaren Hogwarts war für Primula eine Herausforderung – nicht wegen der akademischen Anforderungen, sondern wegen der unausgesprochenen Verpflichtungen, die auf ihr lasteten. Sie wusste, dass jede Freundschaft, die sie schloss, jeder Lehrer, den sie beeindruckte, und jeder Tanz, den sie auf einem Ball absolvierte, über ihre Zukunft entscheiden konnte. Ihre Mutter führte bereits während ihrer Schulzeit Gespräche über potenzielle Ehepartner, und auch wenn Primula sich nicht gegen eine arrangierte Ehe wehrte, so fürchtete sie doch, dass sie am Ende an einen Greis verschachert werden könnte – nur um das Ansehen der Familie weiter zu steigern. Dennoch schaffte sie es, ihre Unsicherheiten hinter einer perfekten Maske zu verbergen. Sie wurde zur perfekten jungen Dame, die wusste, wann sie lachen, wann sie schweigen und wann sie schmeicheln musste. In den Sommerferien kehrte sie stets in die feine Teestube zurück, um dort weiter an ihrem Ansehen zu arbeiten. Stammgäste lernten sie als charmante, kompetente Gastgeberin kennen, während ihre Mutter im Hintergrund Verhandlungen führte, die Primulas Schicksal bestimmen sollten. 17  Jahren, ist Primula an dem Punkt angekommen, an dem ihre Familie erwartet, dass sie ihr Elternhaus verlässt – aber nicht aus freiem Willen, sondern um eine möglichst vorteilhafte Ehe zu schließen. Während ältere Cousinen noch ungebunden sind, hat sie das zweifelhafte Privileg, als Erste in eine arrangierte Verbindung gedrängt zu werden. Ihre Tage in der feinen Teestube sind gezählt, und ihre Abende verbringt sie damit, höfliche Gespräche mit potenziellen Ehemännern zu führen, von denen sie insgeheim hofft, dass sie wenigstens ansatzweise annehmbar sind. Obwohl Primula sich nach Sicherheit sehnt, nach einer Zukunft, in der sie eine gute Ehefrau und Gastgeberin sein kann, hat die Unsicherheit sie längst ergriffen. Was, wenn ihre Eltern ihr tatsächlich einen viel älteren Mann an die Seite stellen? Was, wenn sie nie mehr eigene Entscheidungen treffen darf? Und was, wenn der Krieg, der draußen tobt, am Ende alles zunichtemacht? Doch Primula ist Meisterin darin, ihre Ängste zu verbergen. Solange sie noch in der Teestube steht, lächelt sie, schenkt Tee aus und gibt sich als perfekte Tochter, perfekte Gastgeberin, perfekte junge Dame. Nur in stillen Momenten, wenn sie ihre Cousine Joan beobachtet, die mehr Freiheiten genießt als sie selbst, spürt sie einen Hauch von Neid – und die verzweifelte Hoffnung, dass sie doch noch selbst über ihr Schicksal bestimmen kann.]]></content:encoded>
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