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		<title><![CDATA[Make Me Run - Steckbriefe]]></title>
		<link>https://makemerun.de/</link>
		<description><![CDATA[Make Me Run - https://makemerun.de]]></description>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2026 00:27:10 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Sirius Black]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2671</link>
			<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 16:34:10 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=361">Sirius Black</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2671</guid>
			<description><![CDATA[<b>September 1971 – an Regulus</b><br />
Hey Reggie,<br />
ich bin in Gryffindor.<br />
<s>Sag Mutter nichts.</s><br />
Der Hut hat kaum meinen Kopf berührt, da hat er es schon durch die ganze Halle gebrüllt. Ich glaube, ich wäre am liebsten unter den Tisch gekrochen. Nicht wegen Gryffindor. Nur weil ich genau weiß, was Mutter sagen wird.<br />
<s>Vielleicht sollte ich ihr schreiben, dass es ein Fehler war.</s><br />
<s>Vielleicht sollte ich ihr schreiben, dass es <b>mein</b>Fehler war.</s><br />
War es aber nicht. Der Hut wird schon wissen, was er tut. Und nur weil alle Blacks in Slytherin waren, heißt das nicht, dass ich da auch hinmuss.<br />
Mutter wird bestimmt wieder... naja. Du weißt ja, was sie tut, wenn sie wütend ist. Vater wahrscheinlich... Keine Ahnung, was Vater tun wird.<br />
<s>Ich will nicht mit in den Keller.</s><br />
Aber ich kann jetzt sowieso nichts mehr daran ändern. Und ich werde ganz sicher nicht darum betteln, dass sie mich woanders hinstecken.<br />
<s>Ich habs versucht, aber Professor McGonagall sagt, dass der Hut schon richtig liegen wird.</s><br />
<s>Der Hut irrt sich bestimmt.</s><br />
<s>Ich will eigentlich gar nicht nach Slytherin!</s><br />
Du redest nächstes Jahr aber doch trotzdem mit mir, auch wenn Mutter dir sagt, dass du es nicht sollst, oder? Sonst komme ich zu deinem Tisch und mache es einfach so lange, bis du antwortest.<br />
Und wenn du wieder schlecht träumst, kannst du mir schreiben. Auch nachts. Ich antworte, sobald die Eule hier ist.<br />
<s>Du musst keine Angst haben, nur weil ich nicht mehr da bin.</s><br />
Es ist okay, wenn du mich vermisst. Ich vermisse dich auch und finds auch gruselig ohne dich.<br />
Hab dich lieb<br />
<i>Sirius</i><br />
<br />
<b>Dezember 1972 – an Walburga</b><br />
Mutter,<br />
Professor McGonagall hat verlangt, dass ich Euch wegen des Vorfalls vom Dienstag schreibe.<br />
Es wurde niemand ernsthaft verletzt und der Schaden wurde behoben. Außerdem möchte ich festhalten, dass Mulciber zuerst behauptet hat, Muggelstämmige gehörten nicht nach Hogwarts.<br />
<s>Wenn Ihr erwartet, dass ich mich dafür entschuldige, dass ich ihm eine reingehauen habe, könnt Ihr lange warten.</s><br />
Mein Verhalten war unangemessen.<br />
<i>Seine Aussage war es ebenfalls.</i><br />
Ich weiß, dass Ihr von mir erwartet, solche Dinge zu ignorieren. Ich verstehe nur nicht, warum von mir mehr Selbstbeherrschung verlangt wird als von jemandem, der andere Menschen beleidigt, weil seine Eltern ihm beigebracht haben, dass ihr Blut ihn zu etwas Besonderem macht.<br />
<s>Ihr habt mir dasselbe beigebracht.</s><br />
Mit freundlichen Grüßen <s>Danke für nichts</s><br />
Sirius<br />
<br />
<b>Frühjahr 1974 – Entwurf an Orion</b><br />
Vater,<br />
Du hattest recht.<br />
<s>Schreib dir das Datum auf.</s><br />
Der Zauber funktioniert jetzt.<br />
Ich habe trotzdem nicht vor, Dir recht zu geben, was den Rest betrifft. Nur weil Du wusstest, dass ich nicht aufhören würde, solange ich ihn nicht gebrochen hatte, bedeutet das nicht, dass Du mich dazu gebracht hast, ihn zu lernen.<br />
<s>Genau das bedeutet es wahrscheinlich.</s><br />
Du kannst nicht jedes Mal aus meinem Trotz eine Unterrichtsmethode machen und anschließend behaupten, ich hätte getan, was Du wolltest.<br />
<s>Vor allem nicht, wenn es funktioniert.</s><br />
Ich hasse es, wenn Du das tust.<br />
Mit freundlichen Grüßen<br />
<i>Sirius</i><br />
<br />
<b>Sommer 1976 – an Walburga</b><br />
Mutter,<br />
ich komme nicht zurück.<br />
Nicht morgen. Nicht nächste Woche. Auch nicht, wenn Ihr beschließt, dass Ihr mir verzeiht, was auch immer Ihr glaubt, mir verzeihen zu müssen.<br />
<s>Ich kann nicht mehr.</s><br />
Ich will nicht mehr.<br />
Ihr könnt meinen Namen vom Stammbaum brennen. Ihr könnt erzählen, ich hätte die Familie verraten. Ihr könnt so tun, als wäre alles, was passiert ist, allein meine Entscheidung gewesen.<br />
Aber hört auf, Regulus dafür bezahlen zu lassen.<br />
Er hat mich nicht dazu gebracht zu gehen. Er wusste nicht einmal, dass ich es tun würde.<br />
<s>Ich hätte es ihm sagen sollen.</s><br />
<s>Ich hätte ihn mitnehmen sollen.</s><br />
Lasst ihn aus dem heraus, was Ihr mit mir austragt.<br />
Das ist das Einzige, worum ich Euch bitte.<br />
<s>Fahr zur Hölle</s><br />
Sirius<br />
<br />
<b>Sommer 1976 – an Regulus, nie abgeschickt</b><br />
Reggie,<br />
ich bin bei James.<br />
<s>Es tut mir leid.</s><br />
Mir geht es gut.<br />
<s>Komm her.</s><br />
<s>Bitte komm einfach her.</s><br />
Nein. Vergiss das.<br />
Ich werde dich nicht bitten, dich zwischen mir und ihnen zu entscheiden. Genau das tun sie schließlich die ganze Zeit und ich werde nicht anfangen, dasselbe zu machen.<br />
Aber ich weiß auch, wie es aussehen muss.<br />
Ich bin gegangen und du bist noch dort.<br />
<s>Ich habe dich dort gelassen.</s><br />
Ich bin nicht gegangen, weil James mir wichtiger ist als du. Ich bin auch nicht gegangen, weil ich eine bessere Familie gefunden habe und du plötzlich nicht mehr dazugehört hast.<br />
<s>Vielleicht habe ich genau das getan.</s><br />
Nein.<br />
Das stimmt nicht.<br />
Ich weiß nur gerade nicht, wie ich dir erklären soll, warum es trotzdem genau so aussieht.<br />
Ich hab dich lieb und vermisse dich.<br />
<i>Sirius</i><br />
<br />
<b>Herbst 1976 – Entwurf an Orion</b><br />
Vater,<br />
Fleamont hat mich heute zur Schnecke gemacht.<br />
Ich hatte Mist gebaut. Das ist nicht der interessante Teil.<br />
Der interessante Teil ist, dass er danach gefragt hat, ob ich mitesse.<br />
<s>Ich wusste nicht, dass man auf jemanden wütend sein kann, ohne ihn deshalb weniger haben zu wollen.</s><br />
<s>Ich wusste nicht, dass das geht.</s><br />
Du würdest wahrscheinlich sagen, dass die Potters mich verwöhnen.<br />
Vielleicht tun sie das.<br />
<s>Vielleicht hätte ich gern gehabt, dass du es auch einmal tust.</s><br />
Vergiss es.<br />
Sirius<br />
<br />
<b>Januar 1978 – an Regulus, nicht abgeschickt</b><br />
Reggie,<br />
Dumbledore hat mich gefragt, ob ich bei etwas helfen will.<br />
Mehr kann ich dir dazu nicht schreiben.<br />
<s>Mehr sollte ich dir dazu nicht schreiben.</s><br />
Ich habe zugesagt.<br />
Ich habe erstmal darüber nachgedacht, wie sehr das Mutter aufregen würde.<br />
Aber darum geht es diesmal nicht.<br />
Es geht darum, dass Menschen gerade entscheiden wollen, wer in dieser Welt etwas wert ist und wer nicht. Wer dazugehören darf. Wer sich verstecken soll. Wer besser den Mund hält, wenn er weiterleben will.<br />
Ich kenne diese Art zu denken.<br />
<s>Wir beide kennen sie.</s><br />
Und vielleicht kann ich ausgerechnet deshalb etwas dagegen tun.<br />
Ich weiß nur noch nicht, ob das bedeutet, dass ich endlich etwas Eigenes gefunden habe oder ob ich immer noch mein ganzes Leben damit verbringe, das Gegenteil von dem zu tun, was unsere Eltern von mir wollten.<br />
<s>Manchmal kann ich den Unterschied nicht erkennen.</s><br />
<i>Sirius</i><br />
<br />
<b>Juni 1978 – an Orion</b><br />
Vater,<br />
ich habe Hogwarts abgeschlossen.<br />
Verwandlung und Verteidigung waren meine besten UTZ. Du darfst Dir aussuchen, ob Du darauf stolz sein möchtest oder ob meine Berufswahl Dir die Freude daran verdirbt.<br />
Ich beginne meine Ausbildung zum Auror.<br />
Du hast immer gesagt, ein Black müsse etwas aus seinem Namen machen.<br />
Ich nehme an, ich tue genau das.<br />
Nur vermutlich nicht so, wie Du es gemeint hast.<br />
Vielleicht begegnen wir uns irgendwann beruflich. Du auf der einen Seite eines Verhandlungssaals und ich auf der anderen.<br />
<s>Ich weiß nicht, ob ich hoffe, dass das passiert.</s><br />
Bis dahin kannst Du zumindest niemandem erzählen, Dein ältester Sohn hätte nichts aus sich gemacht.<br />
Falls Du überhaupt noch einen hast.<br />
<i>Sirius Black</i><br />
<br />
<b>Juli 1978 – an Regulus, nicht abgeschickt</b><br />
Reggie,<br />
ich habe jetzt eine eigene Wohnung.<br />
Sie ist klein. Mein Zeug liegt überall herum und ich habe keine Ahnung, warum irgendjemand freiwillig mehr Möbel besitzen sollte, als unbedingt nötig sind.<br />
Mutter würde sie hassen.<br />
<s>Du wahrscheinlich auch.</s><br />
Nein. Das weiß ich eigentlich gar nicht.<br />
Ich weiß inzwischen erschreckend wenig darüber, was du magst.<br />
Ich habe einen zweiten Schlüssel.<br />
<s>Falls du weg willst.</s><br />
<s>Falls sie dir etwas tun.</s><br />
<s>Falls du mich brauchst.</s><br />
<s>Falls ich dich damals wirklich im Stich gelassen habe und du mir trotzdem noch einmal die Gelegenheit gibst, es besser zu machen.</s><br />
Falls du irgendwann vorbeikommen möchtest.<br />
Du musst dafür nichts erklären.<br />
Du musst dich auch nicht entscheiden.<br />
<i>Sirius</i>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>September 1971 – an Regulus</b><br />
Hey Reggie,<br />
ich bin in Gryffindor.<br />
<s>Sag Mutter nichts.</s><br />
Der Hut hat kaum meinen Kopf berührt, da hat er es schon durch die ganze Halle gebrüllt. Ich glaube, ich wäre am liebsten unter den Tisch gekrochen. Nicht wegen Gryffindor. Nur weil ich genau weiß, was Mutter sagen wird.<br />
<s>Vielleicht sollte ich ihr schreiben, dass es ein Fehler war.</s><br />
<s>Vielleicht sollte ich ihr schreiben, dass es <b>mein</b>Fehler war.</s><br />
War es aber nicht. Der Hut wird schon wissen, was er tut. Und nur weil alle Blacks in Slytherin waren, heißt das nicht, dass ich da auch hinmuss.<br />
Mutter wird bestimmt wieder... naja. Du weißt ja, was sie tut, wenn sie wütend ist. Vater wahrscheinlich... Keine Ahnung, was Vater tun wird.<br />
<s>Ich will nicht mit in den Keller.</s><br />
Aber ich kann jetzt sowieso nichts mehr daran ändern. Und ich werde ganz sicher nicht darum betteln, dass sie mich woanders hinstecken.<br />
<s>Ich habs versucht, aber Professor McGonagall sagt, dass der Hut schon richtig liegen wird.</s><br />
<s>Der Hut irrt sich bestimmt.</s><br />
<s>Ich will eigentlich gar nicht nach Slytherin!</s><br />
Du redest nächstes Jahr aber doch trotzdem mit mir, auch wenn Mutter dir sagt, dass du es nicht sollst, oder? Sonst komme ich zu deinem Tisch und mache es einfach so lange, bis du antwortest.<br />
Und wenn du wieder schlecht träumst, kannst du mir schreiben. Auch nachts. Ich antworte, sobald die Eule hier ist.<br />
<s>Du musst keine Angst haben, nur weil ich nicht mehr da bin.</s><br />
Es ist okay, wenn du mich vermisst. Ich vermisse dich auch und finds auch gruselig ohne dich.<br />
Hab dich lieb<br />
<i>Sirius</i><br />
<br />
<b>Dezember 1972 – an Walburga</b><br />
Mutter,<br />
Professor McGonagall hat verlangt, dass ich Euch wegen des Vorfalls vom Dienstag schreibe.<br />
Es wurde niemand ernsthaft verletzt und der Schaden wurde behoben. Außerdem möchte ich festhalten, dass Mulciber zuerst behauptet hat, Muggelstämmige gehörten nicht nach Hogwarts.<br />
<s>Wenn Ihr erwartet, dass ich mich dafür entschuldige, dass ich ihm eine reingehauen habe, könnt Ihr lange warten.</s><br />
Mein Verhalten war unangemessen.<br />
<i>Seine Aussage war es ebenfalls.</i><br />
Ich weiß, dass Ihr von mir erwartet, solche Dinge zu ignorieren. Ich verstehe nur nicht, warum von mir mehr Selbstbeherrschung verlangt wird als von jemandem, der andere Menschen beleidigt, weil seine Eltern ihm beigebracht haben, dass ihr Blut ihn zu etwas Besonderem macht.<br />
<s>Ihr habt mir dasselbe beigebracht.</s><br />
Mit freundlichen Grüßen <s>Danke für nichts</s><br />
Sirius<br />
<br />
<b>Frühjahr 1974 – Entwurf an Orion</b><br />
Vater,<br />
Du hattest recht.<br />
<s>Schreib dir das Datum auf.</s><br />
Der Zauber funktioniert jetzt.<br />
Ich habe trotzdem nicht vor, Dir recht zu geben, was den Rest betrifft. Nur weil Du wusstest, dass ich nicht aufhören würde, solange ich ihn nicht gebrochen hatte, bedeutet das nicht, dass Du mich dazu gebracht hast, ihn zu lernen.<br />
<s>Genau das bedeutet es wahrscheinlich.</s><br />
Du kannst nicht jedes Mal aus meinem Trotz eine Unterrichtsmethode machen und anschließend behaupten, ich hätte getan, was Du wolltest.<br />
<s>Vor allem nicht, wenn es funktioniert.</s><br />
Ich hasse es, wenn Du das tust.<br />
Mit freundlichen Grüßen<br />
<i>Sirius</i><br />
<br />
<b>Sommer 1976 – an Walburga</b><br />
Mutter,<br />
ich komme nicht zurück.<br />
Nicht morgen. Nicht nächste Woche. Auch nicht, wenn Ihr beschließt, dass Ihr mir verzeiht, was auch immer Ihr glaubt, mir verzeihen zu müssen.<br />
<s>Ich kann nicht mehr.</s><br />
Ich will nicht mehr.<br />
Ihr könnt meinen Namen vom Stammbaum brennen. Ihr könnt erzählen, ich hätte die Familie verraten. Ihr könnt so tun, als wäre alles, was passiert ist, allein meine Entscheidung gewesen.<br />
Aber hört auf, Regulus dafür bezahlen zu lassen.<br />
Er hat mich nicht dazu gebracht zu gehen. Er wusste nicht einmal, dass ich es tun würde.<br />
<s>Ich hätte es ihm sagen sollen.</s><br />
<s>Ich hätte ihn mitnehmen sollen.</s><br />
Lasst ihn aus dem heraus, was Ihr mit mir austragt.<br />
Das ist das Einzige, worum ich Euch bitte.<br />
<s>Fahr zur Hölle</s><br />
Sirius<br />
<br />
<b>Sommer 1976 – an Regulus, nie abgeschickt</b><br />
Reggie,<br />
ich bin bei James.<br />
<s>Es tut mir leid.</s><br />
Mir geht es gut.<br />
<s>Komm her.</s><br />
<s>Bitte komm einfach her.</s><br />
Nein. Vergiss das.<br />
Ich werde dich nicht bitten, dich zwischen mir und ihnen zu entscheiden. Genau das tun sie schließlich die ganze Zeit und ich werde nicht anfangen, dasselbe zu machen.<br />
Aber ich weiß auch, wie es aussehen muss.<br />
Ich bin gegangen und du bist noch dort.<br />
<s>Ich habe dich dort gelassen.</s><br />
Ich bin nicht gegangen, weil James mir wichtiger ist als du. Ich bin auch nicht gegangen, weil ich eine bessere Familie gefunden habe und du plötzlich nicht mehr dazugehört hast.<br />
<s>Vielleicht habe ich genau das getan.</s><br />
Nein.<br />
Das stimmt nicht.<br />
Ich weiß nur gerade nicht, wie ich dir erklären soll, warum es trotzdem genau so aussieht.<br />
Ich hab dich lieb und vermisse dich.<br />
<i>Sirius</i><br />
<br />
<b>Herbst 1976 – Entwurf an Orion</b><br />
Vater,<br />
Fleamont hat mich heute zur Schnecke gemacht.<br />
Ich hatte Mist gebaut. Das ist nicht der interessante Teil.<br />
Der interessante Teil ist, dass er danach gefragt hat, ob ich mitesse.<br />
<s>Ich wusste nicht, dass man auf jemanden wütend sein kann, ohne ihn deshalb weniger haben zu wollen.</s><br />
<s>Ich wusste nicht, dass das geht.</s><br />
Du würdest wahrscheinlich sagen, dass die Potters mich verwöhnen.<br />
Vielleicht tun sie das.<br />
<s>Vielleicht hätte ich gern gehabt, dass du es auch einmal tust.</s><br />
Vergiss es.<br />
Sirius<br />
<br />
<b>Januar 1978 – an Regulus, nicht abgeschickt</b><br />
Reggie,<br />
Dumbledore hat mich gefragt, ob ich bei etwas helfen will.<br />
Mehr kann ich dir dazu nicht schreiben.<br />
<s>Mehr sollte ich dir dazu nicht schreiben.</s><br />
Ich habe zugesagt.<br />
Ich habe erstmal darüber nachgedacht, wie sehr das Mutter aufregen würde.<br />
Aber darum geht es diesmal nicht.<br />
Es geht darum, dass Menschen gerade entscheiden wollen, wer in dieser Welt etwas wert ist und wer nicht. Wer dazugehören darf. Wer sich verstecken soll. Wer besser den Mund hält, wenn er weiterleben will.<br />
Ich kenne diese Art zu denken.<br />
<s>Wir beide kennen sie.</s><br />
Und vielleicht kann ich ausgerechnet deshalb etwas dagegen tun.<br />
Ich weiß nur noch nicht, ob das bedeutet, dass ich endlich etwas Eigenes gefunden habe oder ob ich immer noch mein ganzes Leben damit verbringe, das Gegenteil von dem zu tun, was unsere Eltern von mir wollten.<br />
<s>Manchmal kann ich den Unterschied nicht erkennen.</s><br />
<i>Sirius</i><br />
<br />
<b>Juni 1978 – an Orion</b><br />
Vater,<br />
ich habe Hogwarts abgeschlossen.<br />
Verwandlung und Verteidigung waren meine besten UTZ. Du darfst Dir aussuchen, ob Du darauf stolz sein möchtest oder ob meine Berufswahl Dir die Freude daran verdirbt.<br />
Ich beginne meine Ausbildung zum Auror.<br />
Du hast immer gesagt, ein Black müsse etwas aus seinem Namen machen.<br />
Ich nehme an, ich tue genau das.<br />
Nur vermutlich nicht so, wie Du es gemeint hast.<br />
Vielleicht begegnen wir uns irgendwann beruflich. Du auf der einen Seite eines Verhandlungssaals und ich auf der anderen.<br />
<s>Ich weiß nicht, ob ich hoffe, dass das passiert.</s><br />
Bis dahin kannst Du zumindest niemandem erzählen, Dein ältester Sohn hätte nichts aus sich gemacht.<br />
Falls Du überhaupt noch einen hast.<br />
<i>Sirius Black</i><br />
<br />
<b>Juli 1978 – an Regulus, nicht abgeschickt</b><br />
Reggie,<br />
ich habe jetzt eine eigene Wohnung.<br />
Sie ist klein. Mein Zeug liegt überall herum und ich habe keine Ahnung, warum irgendjemand freiwillig mehr Möbel besitzen sollte, als unbedingt nötig sind.<br />
Mutter würde sie hassen.<br />
<s>Du wahrscheinlich auch.</s><br />
Nein. Das weiß ich eigentlich gar nicht.<br />
Ich weiß inzwischen erschreckend wenig darüber, was du magst.<br />
Ich habe einen zweiten Schlüssel.<br />
<s>Falls du weg willst.</s><br />
<s>Falls sie dir etwas tun.</s><br />
<s>Falls du mich brauchst.</s><br />
<s>Falls ich dich damals wirklich im Stich gelassen habe und du mir trotzdem noch einmal die Gelegenheit gibst, es besser zu machen.</s><br />
Falls du irgendwann vorbeikommen möchtest.<br />
Du musst dafür nichts erklären.<br />
Du musst dich auch nicht entscheiden.<br />
<i>Sirius</i>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[James Potter]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2665</link>
			<pubDate>Sun, 13 Sep 2026 00:41:42 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=360">James Potter</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2665</guid>
			<description><![CDATA[<b>1971</b><br />
Der Hogwarts-Express fuhr noch und dieser merkwürdige Junge mit dem kaum geschnittenen Haar und dem abgetragenen Umhang, der dem rothaarigen Mädchen erklärt hatte, sie müsse unbedingt nach Slytherin kommen, war beleidigt abgezogen. War auch gut so, entschied James, der immer noch mächtig beleidigt davon war, dass Schniefelus, wie Sirius ihn getauft hatte, der Ansicht gewesen war, Gryffindors hätten nur Muskeln und kein Gehirn. Das konnte schon ganz allein deswegen nicht sein, weil sein Dad ebenfalls ein Gryffindor gewesen war. Und Fleamont Potter war einer der cleversten Menschen, die James kannte. Ganz eindeutig!<br />
Bis der Hogwarts-Express schließlich in Hogsmeade anhielt, war James sich allerdings bereits sicher, in den übrigen drei Insassen des Abteils definitiv Freunde gefunden zu haben. Jedenfalls dann, wenn der Hut sie nicht in unterschiedliche Häuser einteilt - das ist zum Glück allerdings nicht passiert.<br />
<br />
<br />
<b>1972</b><br />
Der Sprechende Hut hatte sie allerdings sehr wohl ins selbe Haus eingeteilt. Und im Laufe der Monate war aufgefallen, dass Remus in jedem davon einmal für einige Tage aus dem Schlafsaal verschwand und dann auch im Unterricht fehlte.<br />
Sirius, Peter und James hatten eine ganze Weile gebraucht, um dahinterzukommen, dass Remus‘ Erklärungen hierfür sich teilweise widersprachen. Und noch ein bisschen länger, bis sie schließlich den Grund dafür herausgefunden hatten: Remus Lupin war ein Werwolf.<br />
Das allerdings, da waren sie sich schnell einig, war überhaupt kein Grund, Remus nicht mehr als ihren Freund zu behandeln. Und genau das war es auch, was sie einem sehr verschreckten und vom Vollmond noch ausgesprochen blassen Remus im Krankenflügel erklärten, in den sie sich unter James‘ Tarnumhang nach Einbruch der Sperrstunde geschlichen hatten.<br />
Mehr noch: Die drei fassten den Plan, etwas zu unternehmen, um Remus die Verwandlungen leichter zu machen.<br />
<br />
<b>1973</b><br />
Kochlöffel sollten entschieden nur zum Umrühren von Tränken, Suppen und sonstigen Lebensmitteln da sein! Und er entschieden kein Feuerwerk in der Nähe der Küche zünden! Während der Dreizehnjährige noch vor Schreck, Scham und auch ein bisschen, weil es sich anfühlte, als habe seine Mum ihm den Hosenboden angezündet, schniefte, erklärte diese jedenfalls sehr entschieden, dass sie keinerlei Verständnis dafür hatte, wenn James sich oder andere leichtsinnig gefährdete, weil er nicht über die Konsequenzen seines Handelns nachdachte.<br />
Feuerwerk war immerhin kein Spielzeug und nur, weil sich Verletzungen im Zweifel schnell wieder mit Magie in Ordnung bringen ließen, bedeutete das noch lange nicht, dass man sie auch riskieren musste.<br />
Viel mehr, als dass sie schimpfte und den Kochlöffel mittlerweile, sich in Rage redend, ins Herdfeuer geworfen hatte, sah James allerdings, dass Euphemia immer noch der Schreck ins Gesicht geschrieben stand, der sich dort eben schon abgezeichnet hatte, als der Feuerwerkskörper unplanmäßig quer durch die Küche gesaust war, bevor James ihn richtig über der Tür hatte anbringen können.<br />
Das war kein Gesichtsausdruck, den er in seiner Mum hatte auslösen wollen. Wirklich nicht.<br />
<br />
<b>1975</b><br />
Zwei Bücher über Animagi und eine Notiz in der sauberen Handschrift seines Vaters lagen auf dem Bett im Gryffindorgemeinschaftsraum. <i>Wenn etwas schief geht, kontaktiert ihr <u>sofort</u> eure Hauslehrerin und mich. Das ist keine Bitte.</i><br />
James wechselte einen triumphierenden Blick mit Sirius.<br />
„Wir können weitermachen!“<br />
Und sie schafften es tatsächlich.<br />
<br />
<b>1976</b><br />
Tatze, Wurmschwanz und Krone gesellten sich zum ersten Mal zu Moony. Die Nacht war lang und die drei Animagi entsprechend müde, als sie am nächsten Tag in den Unterricht trotteten. Und trotzdem erinnerte James sich noch Jahre später an das Hochgefühl, zu wissen, dass Remus zum ersten Mal keine neuen Bisse und Kratzer hatte.<br />
Dass es tatsächlich funktioniert hatte, ihm zu helfen und der Werwolf nun im Rudel weit friedlicher zu sich selbst war als ohne.<br />
<br />
<b>1977</b><br />
Schulsprecher!<br />
Ausgerechnet er! Vielleicht sollte er Dumbledore fragen, was er ihm eigentlich getan hatte? Das war doch im Grunde genommen ein bisschen so, als würde man den Bock zum Gärtner machen, oder? Und überhaupt wäre die Position bei Remus so viel besser aufgehoben gewesen. Der wusste immerhin, was er da tat. Der war <i>gut</i> in solchen Erwachsenendingen wie dem Übernehmen von Verantwortung.<br />
Und James, noch während er das dachte und das Abzeichen in seiner Hand ansah, sehr klar, dass er diese Sache gut machen musste, wenn er nicht für den Rest des Schuljahres und vermutlich darüber hinaus das Gefühl haben wollte, Remus eine Position abgenommen zu haben, die er dann nicht einmal richtig ausgefüllt hatte.<br />
Lily hatte einem Date zugestimmt.<br />
James hatte schon angesetzt, ihr zu erklären, dass das dieses Mal keine seiner üblichen Scherzfragen gewesen war. Dass er sie nicht hatte necken wollen und mit diesen blöden, kindischen Witzen, die überhaupt nicht lustig gewesen waren, außerdem schon vor Monaten aufgehört hatte. Er hatte sich sogar bereits für diese Unart entschuldigt, als er registrierte, dass sie gar nicht <i>Nein</i> gesagt hatte.<br />
<br />
<b>1978</b><br />
Und dann war da die Einladung gekommen.<br />
Ins Schulleiterbüro, gerade als sie eigentlich ein weiteres Date gehabt hatten.<br />
Halb hatte James darüber nachgedacht, was die Rumtreiber angestellt haben konnten, das auch Lily involvierte. Eine Erklärung gefunden hatte er jedoch nicht.<br />
Die hatte es auch nicht gebraucht, wie sich gezeigt hatte.<br />
Dumbledore hatte sie nicht in seiner Funktion als Schulsprecher sehen wollen, sondern in einer ganz anderen. <br />
Halb sah James das erschrockene Gesicht seiner Mutter vor sich, als die Feuerwerkskörper in der Küche losgegangen waren. Halb versicherte er sich selbst, dass das hier etwas anderes war.<br />
Selbstgefährdung mochte es durchaus sein, sich einem Tyrannen entgegenstellen zu wollen, kaum dass man die Schule fertig hatte. Aber was war denn die Alternative? Danebenstehen und zusehen, wie jemand Angst und Schrecken verbreitete und propagierte, dass es okay war, andere zu unterdrücken, nur weil irgendetwas an ihnen nicht passte?<br />
Ganz bestimmt nicht.<br />
James drückte Lilys Hand, als sie gemeinsam das Schulleiterbüro wieder verließen, und klopfte Sirius, der ebenso wie Remus und auch Peter auch da gewesen war, die Schulter.<br />
Zusammen.<br />
Sie würden das zusammen durchziehen.<br />
Und ganz sicher würden sie den Todessern ordentlich in den Arsch treten.<br />
Auch wenn er tief in seiner Magengrube auch selbst Euphemias Gesichtsausdruck fühlte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>1971</b><br />
Der Hogwarts-Express fuhr noch und dieser merkwürdige Junge mit dem kaum geschnittenen Haar und dem abgetragenen Umhang, der dem rothaarigen Mädchen erklärt hatte, sie müsse unbedingt nach Slytherin kommen, war beleidigt abgezogen. War auch gut so, entschied James, der immer noch mächtig beleidigt davon war, dass Schniefelus, wie Sirius ihn getauft hatte, der Ansicht gewesen war, Gryffindors hätten nur Muskeln und kein Gehirn. Das konnte schon ganz allein deswegen nicht sein, weil sein Dad ebenfalls ein Gryffindor gewesen war. Und Fleamont Potter war einer der cleversten Menschen, die James kannte. Ganz eindeutig!<br />
Bis der Hogwarts-Express schließlich in Hogsmeade anhielt, war James sich allerdings bereits sicher, in den übrigen drei Insassen des Abteils definitiv Freunde gefunden zu haben. Jedenfalls dann, wenn der Hut sie nicht in unterschiedliche Häuser einteilt - das ist zum Glück allerdings nicht passiert.<br />
<br />
<br />
<b>1972</b><br />
Der Sprechende Hut hatte sie allerdings sehr wohl ins selbe Haus eingeteilt. Und im Laufe der Monate war aufgefallen, dass Remus in jedem davon einmal für einige Tage aus dem Schlafsaal verschwand und dann auch im Unterricht fehlte.<br />
Sirius, Peter und James hatten eine ganze Weile gebraucht, um dahinterzukommen, dass Remus‘ Erklärungen hierfür sich teilweise widersprachen. Und noch ein bisschen länger, bis sie schließlich den Grund dafür herausgefunden hatten: Remus Lupin war ein Werwolf.<br />
Das allerdings, da waren sie sich schnell einig, war überhaupt kein Grund, Remus nicht mehr als ihren Freund zu behandeln. Und genau das war es auch, was sie einem sehr verschreckten und vom Vollmond noch ausgesprochen blassen Remus im Krankenflügel erklärten, in den sie sich unter James‘ Tarnumhang nach Einbruch der Sperrstunde geschlichen hatten.<br />
Mehr noch: Die drei fassten den Plan, etwas zu unternehmen, um Remus die Verwandlungen leichter zu machen.<br />
<br />
<b>1973</b><br />
Kochlöffel sollten entschieden nur zum Umrühren von Tränken, Suppen und sonstigen Lebensmitteln da sein! Und er entschieden kein Feuerwerk in der Nähe der Küche zünden! Während der Dreizehnjährige noch vor Schreck, Scham und auch ein bisschen, weil es sich anfühlte, als habe seine Mum ihm den Hosenboden angezündet, schniefte, erklärte diese jedenfalls sehr entschieden, dass sie keinerlei Verständnis dafür hatte, wenn James sich oder andere leichtsinnig gefährdete, weil er nicht über die Konsequenzen seines Handelns nachdachte.<br />
Feuerwerk war immerhin kein Spielzeug und nur, weil sich Verletzungen im Zweifel schnell wieder mit Magie in Ordnung bringen ließen, bedeutete das noch lange nicht, dass man sie auch riskieren musste.<br />
Viel mehr, als dass sie schimpfte und den Kochlöffel mittlerweile, sich in Rage redend, ins Herdfeuer geworfen hatte, sah James allerdings, dass Euphemia immer noch der Schreck ins Gesicht geschrieben stand, der sich dort eben schon abgezeichnet hatte, als der Feuerwerkskörper unplanmäßig quer durch die Küche gesaust war, bevor James ihn richtig über der Tür hatte anbringen können.<br />
Das war kein Gesichtsausdruck, den er in seiner Mum hatte auslösen wollen. Wirklich nicht.<br />
<br />
<b>1975</b><br />
Zwei Bücher über Animagi und eine Notiz in der sauberen Handschrift seines Vaters lagen auf dem Bett im Gryffindorgemeinschaftsraum. <i>Wenn etwas schief geht, kontaktiert ihr <u>sofort</u> eure Hauslehrerin und mich. Das ist keine Bitte.</i><br />
James wechselte einen triumphierenden Blick mit Sirius.<br />
„Wir können weitermachen!“<br />
Und sie schafften es tatsächlich.<br />
<br />
<b>1976</b><br />
Tatze, Wurmschwanz und Krone gesellten sich zum ersten Mal zu Moony. Die Nacht war lang und die drei Animagi entsprechend müde, als sie am nächsten Tag in den Unterricht trotteten. Und trotzdem erinnerte James sich noch Jahre später an das Hochgefühl, zu wissen, dass Remus zum ersten Mal keine neuen Bisse und Kratzer hatte.<br />
Dass es tatsächlich funktioniert hatte, ihm zu helfen und der Werwolf nun im Rudel weit friedlicher zu sich selbst war als ohne.<br />
<br />
<b>1977</b><br />
Schulsprecher!<br />
Ausgerechnet er! Vielleicht sollte er Dumbledore fragen, was er ihm eigentlich getan hatte? Das war doch im Grunde genommen ein bisschen so, als würde man den Bock zum Gärtner machen, oder? Und überhaupt wäre die Position bei Remus so viel besser aufgehoben gewesen. Der wusste immerhin, was er da tat. Der war <i>gut</i> in solchen Erwachsenendingen wie dem Übernehmen von Verantwortung.<br />
Und James, noch während er das dachte und das Abzeichen in seiner Hand ansah, sehr klar, dass er diese Sache gut machen musste, wenn er nicht für den Rest des Schuljahres und vermutlich darüber hinaus das Gefühl haben wollte, Remus eine Position abgenommen zu haben, die er dann nicht einmal richtig ausgefüllt hatte.<br />
Lily hatte einem Date zugestimmt.<br />
James hatte schon angesetzt, ihr zu erklären, dass das dieses Mal keine seiner üblichen Scherzfragen gewesen war. Dass er sie nicht hatte necken wollen und mit diesen blöden, kindischen Witzen, die überhaupt nicht lustig gewesen waren, außerdem schon vor Monaten aufgehört hatte. Er hatte sich sogar bereits für diese Unart entschuldigt, als er registrierte, dass sie gar nicht <i>Nein</i> gesagt hatte.<br />
<br />
<b>1978</b><br />
Und dann war da die Einladung gekommen.<br />
Ins Schulleiterbüro, gerade als sie eigentlich ein weiteres Date gehabt hatten.<br />
Halb hatte James darüber nachgedacht, was die Rumtreiber angestellt haben konnten, das auch Lily involvierte. Eine Erklärung gefunden hatte er jedoch nicht.<br />
Die hatte es auch nicht gebraucht, wie sich gezeigt hatte.<br />
Dumbledore hatte sie nicht in seiner Funktion als Schulsprecher sehen wollen, sondern in einer ganz anderen. <br />
Halb sah James das erschrockene Gesicht seiner Mutter vor sich, als die Feuerwerkskörper in der Küche losgegangen waren. Halb versicherte er sich selbst, dass das hier etwas anderes war.<br />
Selbstgefährdung mochte es durchaus sein, sich einem Tyrannen entgegenstellen zu wollen, kaum dass man die Schule fertig hatte. Aber was war denn die Alternative? Danebenstehen und zusehen, wie jemand Angst und Schrecken verbreitete und propagierte, dass es okay war, andere zu unterdrücken, nur weil irgendetwas an ihnen nicht passte?<br />
Ganz bestimmt nicht.<br />
James drückte Lilys Hand, als sie gemeinsam das Schulleiterbüro wieder verließen, und klopfte Sirius, der ebenso wie Remus und auch Peter auch da gewesen war, die Schulter.<br />
Zusammen.<br />
Sie würden das zusammen durchziehen.<br />
Und ganz sicher würden sie den Todessern ordentlich in den Arsch treten.<br />
Auch wenn er tief in seiner Magengrube auch selbst Euphemias Gesichtsausdruck fühlte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Serpentina Fawley]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2648</link>
			<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 12:06:18 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=358">Serpentina Fawley</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2648</guid>
			<description><![CDATA[Der Konflikt in Serpentinas Leben begann schon vor ihrer Geburt, als ihr Vater, ein verhältnismässig liberal denkender Mensch, mit einer Hexe, welche Reinblütigkeit nur so atmete, verheiratet wurde. Die Hochzeit war politischer Natur, sollte die Fawleys stärken und sie enger in die Gesellschaft binden. Die Eheleute arrangierten sich miteinander, doch obwohl ihnen ihre Diskrepanz bewusst war, dachten sie nicht darüber nach, dass sie beide erwarteten, dass ihre Tochter ihnen auf der Ebene der Denkweise nachfolgen würde. <br />
<br />
Serpentina wuchs also in einer gespaltenen Welt auf. Ihr Vater vermittelte ihr eine liberale, weltoffene Denkweise, während ihre Mutter ihr die Reinblut-Ideologie vorlebte. Sie lernte also beides kennen und auch, sich in beiden Welten zu bewegen. Als Mädchen suchte sie noch die Liebe beider Eltern und wusste sich zu wandeln, je nachdem, mit wem sie gerade zu tun hatte. Doch je mehr sie von der Welt erfuhr, desto deutlicher erkannte sie, dass Reinblütigkeit ein theoretisches Konstrukt war, welches in der Welt keinen Bestand haben konnte, und mehr und mehr spielte sie für ihre Mutter Theater. <br />
<br />
Als sie im sechsten Schuljahr bei einer Exkursion in die Muggelwelt Padraig kennenlernte, wurde die Abwendung von der Reinblutideologie dann zementiert. Sie traf ihn wieder, verliebte sich - und in ihrer gemeinsamen Unvernunft wurde Serpentina im Frühsommer 58 schwanger. In Anbetracht dessen, dass sie die Laufbahn als Aurorin plante und vorbereitete, war das eine mehrfache Katastrophe, denn sie konnte diesen Weg nicht gehen und gleichzeitig ein kleines Kind haben - geschweige denn, dass die Familie eines Auroren eine Zielscheibe war. Sie sprach also mit Padraig darüber und holte ihren Vater zur Unterstützung. Gemeinsam vertuschten sie die Sache. Bevor es jemand merkte, trat also Serpentina ein Auslandjahr an, angeblich, um Russisch zu lernen, und brachte das Kind in der Nähe von Moskau auf die Welt. Nach der kurz gehaltenen Stillzeit nahm Padraig das Mädchen zu sich und das Paar trennte sich notgedrungen. Nathaira wuchs bei ihrem Vater auf und ihre Fragen nach der Mutter verliefen ins Leere. Seine Freundin sei bei der Geburt verstorben, behauptete er.<br />
<br />
Serpentina stürzte sich verzögert in ihre Ausbildung, fand schnell ihre Art und ihren Stil, stand aber immer vor Vorurteilen. Ihre Familie wurde eher der Dunklen Magie zugeordnet und so ganz traute man ihr in der Gesellschaft nie - bis zu jenem Tag, als sie ihrem Onkel auf die Spur kam. Der Krieg hatte langsam begonnen, die ersten Todesser tauchten auf, und zu eben jenen gehörte Adrastos Avery. Serpentina brachte ihn zur Strecke und vors Gamot, wo er des mehrfachen Mordes für schuldig befunden und nach Askaban geschickt wurde. Seit diesem Tag hatte Serpentina einen ganz anderen Ruf als zuvor. Eine zuverlässige, mutige Aurorin, sagten die einen. Eine falsche Schlange und Verräterin die anderen. <br />
<br />
Zwei Jahre später, 1973, verstarb Serpentinas Vater bei einem Unfall. In seinem Testament wurde klar, dass er sein Anwesen an seine einzige Tochter vererbte. In ihrer Ehre verletzt zog sich die Mutter endgültig aus dem Leben ihres Kindes zurück und zog zu ihrem Schwager Theodore Fawley. Diese Handlung machte auf dem letzten klar, dass Serpentina in ihrer Familie ziemlich alleine dastand und wie die Loyalitäten lagen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Konflikt in Serpentinas Leben begann schon vor ihrer Geburt, als ihr Vater, ein verhältnismässig liberal denkender Mensch, mit einer Hexe, welche Reinblütigkeit nur so atmete, verheiratet wurde. Die Hochzeit war politischer Natur, sollte die Fawleys stärken und sie enger in die Gesellschaft binden. Die Eheleute arrangierten sich miteinander, doch obwohl ihnen ihre Diskrepanz bewusst war, dachten sie nicht darüber nach, dass sie beide erwarteten, dass ihre Tochter ihnen auf der Ebene der Denkweise nachfolgen würde. <br />
<br />
Serpentina wuchs also in einer gespaltenen Welt auf. Ihr Vater vermittelte ihr eine liberale, weltoffene Denkweise, während ihre Mutter ihr die Reinblut-Ideologie vorlebte. Sie lernte also beides kennen und auch, sich in beiden Welten zu bewegen. Als Mädchen suchte sie noch die Liebe beider Eltern und wusste sich zu wandeln, je nachdem, mit wem sie gerade zu tun hatte. Doch je mehr sie von der Welt erfuhr, desto deutlicher erkannte sie, dass Reinblütigkeit ein theoretisches Konstrukt war, welches in der Welt keinen Bestand haben konnte, und mehr und mehr spielte sie für ihre Mutter Theater. <br />
<br />
Als sie im sechsten Schuljahr bei einer Exkursion in die Muggelwelt Padraig kennenlernte, wurde die Abwendung von der Reinblutideologie dann zementiert. Sie traf ihn wieder, verliebte sich - und in ihrer gemeinsamen Unvernunft wurde Serpentina im Frühsommer 58 schwanger. In Anbetracht dessen, dass sie die Laufbahn als Aurorin plante und vorbereitete, war das eine mehrfache Katastrophe, denn sie konnte diesen Weg nicht gehen und gleichzeitig ein kleines Kind haben - geschweige denn, dass die Familie eines Auroren eine Zielscheibe war. Sie sprach also mit Padraig darüber und holte ihren Vater zur Unterstützung. Gemeinsam vertuschten sie die Sache. Bevor es jemand merkte, trat also Serpentina ein Auslandjahr an, angeblich, um Russisch zu lernen, und brachte das Kind in der Nähe von Moskau auf die Welt. Nach der kurz gehaltenen Stillzeit nahm Padraig das Mädchen zu sich und das Paar trennte sich notgedrungen. Nathaira wuchs bei ihrem Vater auf und ihre Fragen nach der Mutter verliefen ins Leere. Seine Freundin sei bei der Geburt verstorben, behauptete er.<br />
<br />
Serpentina stürzte sich verzögert in ihre Ausbildung, fand schnell ihre Art und ihren Stil, stand aber immer vor Vorurteilen. Ihre Familie wurde eher der Dunklen Magie zugeordnet und so ganz traute man ihr in der Gesellschaft nie - bis zu jenem Tag, als sie ihrem Onkel auf die Spur kam. Der Krieg hatte langsam begonnen, die ersten Todesser tauchten auf, und zu eben jenen gehörte Adrastos Avery. Serpentina brachte ihn zur Strecke und vors Gamot, wo er des mehrfachen Mordes für schuldig befunden und nach Askaban geschickt wurde. Seit diesem Tag hatte Serpentina einen ganz anderen Ruf als zuvor. Eine zuverlässige, mutige Aurorin, sagten die einen. Eine falsche Schlange und Verräterin die anderen. <br />
<br />
Zwei Jahre später, 1973, verstarb Serpentinas Vater bei einem Unfall. In seinem Testament wurde klar, dass er sein Anwesen an seine einzige Tochter vererbte. In ihrer Ehre verletzt zog sich die Mutter endgültig aus dem Leben ihres Kindes zurück und zog zu ihrem Schwager Theodore Fawley. Diese Handlung machte auf dem letzten klar, dass Serpentina in ihrer Familie ziemlich alleine dastand und wie die Loyalitäten lagen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Rodolphus Lestrange]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2643</link>
			<pubDate>Sun, 10 May 2026 18:03:33 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=355">Rodolphus Lestrange</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2643</guid>
			<description><![CDATA[<b><u>15.09.1958</u></b><br />
<br />
Etwas „lag in der Luft“ hätte man wohl gesagt, wäre dieser Tag eine Szene aus einem der Bücher gewesen, die Rodolphus so begierig zu verschlingen begonnen hatte, seit seine Mutter ihm das Lesen beibrachte. Heute war sein Unterricht jedoch ausgefallen. Er hatte keine Erklärung dafür bekommen, während Mutter schon beim Frühstück besorgt gewirkt hatte.<br />
Immer wieder hatte sie Rhouben sanft übers Haar gestrichen, hatte seine Kleidung zurechtgerückt, ihn mit liebevollen, kleinen Gesten so sehr überhäuft, dass der Neunjährige irgendwann die eigene Irritation darüber nicht mehr hatte verbergen können und sich vorschnell und ohne Erlaubnis vom Tisch entfernt hatte. Auch das, hatte Rodolphus bemerkt,  war anders als sonst vollkommen ohne Sanktion geblieben.<br />
Vater hatte mit steinerner Miene auf den leeren Platz geblickt, ehe er sich erhoben und die Frühstückstafel damit aufgelöst hatte. Nach London, hatte er gesagt, würde er reisen. <br />
Mutter hatte einen erstickten Laut von sich gegeben, aber nicht protestiert, auch wenn ihre Augen einen beinahe flehenden Blick gehabt hatten, aus dem Rodolphus sich keinen Reim machen konnte.<br />
Er hatte seinen Weg von allein in die Bibliothek gefunden. Hatte sich das Buch über die Crups genommen, in dem er derzeit las. Sie hatten immerhin selbst zwei davon, Harlow und Hawthorne. Rodolphus mochte die beiden, anders als Rhouben, der sich vor den hundeartigen Wesen mit den gegabelten Ruten fürchtete, weil sie zu knurren und zu bellen begannen, wenn er sich ihnen näherte.<br />
So ganz verstand Rodolphus nicht, weshalb. Eigentlich sollten sie so nur auf Muggel reagieren, stand in dem Buch. Aber Rhouben war sein älterer Bruder, der Erbe der Lestranges und damit ganz bestimmt kein Muggel. Das konnte er immerhin gar nicht sein.<br />
Langsam und noch ein wenig mühselig arbeitete Rodolphus sich Seite für Seite durch das Buch, die Zungenspitze zwischen die Lippen geklemmt und mit einer konzentrierten Falte auf der Stirn.<br />
Die Stunden vergingen. Am Rande nahm er wahr, dass sein Vater aus dem Kamin trat und seine Mutter, die gerade hereingekommen war, einen erstickten Laut von sich gab, kaum dass sie ihn angesehen hatte.<br />
Mutter floh förmlich aus dem Raum, während Vater Rodolphus im Vorbeigehen über den Kopf strich. Das war ungewöhnlich, stellte Rodolphus fest. Für gewöhnlich tat Roderick das nur mit Rhouben.<br />
„In dreißig Minuten fütterst du die Crups“, entschied Vater ruhig. „Komm dann zu mir, ich werde ihr Futter bis dahin vorbereitet haben.“<br />
Später würde Rodolphus sich daran erinnern, dass er sich im Vorbeigehen am Speisezimmer gefragt hatte, wohin Rhoubens Stuhl verschwunden war und warum die Hauselfen nur für vier und nicht für fünf Personen eindeckten.<br />
Er erinnerte sich daran, wie seine Mutter kurz erstarrt inne gehalten und sich dann abgewandt hatte, als Vater mit den beiden Näpfen voll frischem Fleisch zu Rodolphus gekommen und mit ihm die steinernen Stufen zum Hof hinunter gegangen war. <br />
Erst unten, wo Harlow und Hawthorne bereits mit den Ruten wedelnd artig Platz genommen hatten und warteten, reichte er den ersten Napf an Rodolphus weiter. „Stell beide nacheinander ab und warte dann einen Moment, bevor du ihnen erlaubst, zu fressen“, wies Vater ihn an. „Lass nicht zu, dass sie vorher fressen. Du bist der Erbe des Hauses Lestrange. Auch die Crups dürfen dir nicht auf der Nase herumtanzen.“<br />
Rodolphus hielt den Napf fest und sah zu Roderick auf. „Aber Rhouben ist doch der Erbe?“, wunderte er sich, unwillkürlich ein wenig den Kopf einziehend, weil er Vater damit gewissermaßen direkt widersprach.<br />
Vaters Blick ruhte kühl und steinern auf ihm. Oder vielleicht doch auf dem Napf in seinen kleinen Händen? „Nicht mehr. Und jetzt füttere die Crups. Danach wirst du diesen Namen vergessen, Rodolphus.“<br />
<br />
<u><b>Eine harte Lektion</b></u><br />
<br />
Schon, als er gesehen hatte, was Vater in der Hand hielt, war Rodolphus klar gewesen, dass er in Schwierigkeiten steckte. Er vermied es, zu schlucken oder anderweitig ertappt auszusehen. Er hatte damit gerechnet, womöglich eine gehörige Tracht Prügel einzustecken.<br />
Nicht damit gerechnet hatte er, dass sein Vater ihn am Arm packte, mit sich auf den Duellierplatz zerrte und ihn zum Duell forderte.<br />
Dieses war ebenso schnell vorbei gewesen, wie es begonnen hatte. <br />
Rodolphus hatte dem ersten Zauber noch ausweichen können, hatte ein oder zwei sogar abgewehrt, war aber nicht ein einziges Mal dazu gekommen, selbst auch nur zu versuchen, zum Gegenangriff anzusetzen.<br />
Er schmeckte Blut, als er, von einer Druckwelle erwischt, auf den Rücken geschleudert über den Boden schlitterte. Sein Zauberstab fiel einige Meter weiter zu Boden.<br />
„Entscheidungen darüber“, setzte Vater ihn frostig in Kenntnis, „worüber du dich zu informieren hast und worüber nicht, kannst du dann treffen, wenn du in der Lage dazu bist, dich in einem Duell gegen mich durchzusetzen.<br />
Hast du das verstanden?“<br />
Rodolphus hatte widersprechen wollen. Offenkundig deutlich genug, dass Roderick den wütenden Blick und den Widerwillen bemerkte. Er trat dem am Boden Liegenden in die Seite. „Ob du mich verstanden hast, habe ich dich gefragt, Junge!“<br />
Kurz mahlten Kiefer gegeneinander, ehe Rodolphus im Ausatmen ein „Ja, Sir!“, zwischen den Zähnen hindurch presste.<br />
<br />
<b><u>Selbsterkenntnis</u></b><br />
<br />
Locken waren etwas ausgesprochen Schönes.<br />
Sie fühlten sich toll zwischen den Fingern an und insbesondere dann, wenn sie lang genug getragen wurden, um hineingreifen zu können, waren sie fürchterlich praktisch. Dann ließen sie sich benutzen, wie Zügel, um den vornübergebeugten Körper in der gewünschten Position zu halten.<br />
Er mochte auch das sich ausbreitende Rot, dort, wo seine Hand gerade eben getroffen hatte, stellte er fest, den Griff im Haar des anderen noch ein wenig festigend.<br />
Natürlich war das hier nichts, das sie lautstark herumposaunen konnten. <br />
Natürlich wussten sie beide, dass <i>eigentlich</i> etwas anderes von ihnen erwartet wurde.<br />
Aber es war … konsequenzlos nett und auf eine ganz eigene Art und Weise in seiner Skandalhaftigkeit herrlich unskandalös. Dann probierten sie sich eben aus.<br />
Es stand immerhin außer Frage, dass sie wussten, dass in der Zukunft eine standesgemäße Ehe und das Zeugen von Erben auf sie warten würde. Miteinander konnten sie bis dahin zumindest keine Bastarde in die Welt setzen oder eine ehrbare, junge Reinblüterin in Schande stürzen.<br />
Es hätte, wäre der unwahrscheinliche Fall eingetreten, dass sie erwischt würden, ausreichend Erklärungen gegeben, um einen möglichen Skandal im Keim zu ersticken.<br />
Und der Hufflepuff, in den er gerade ein weiteres Mal stieß, während dieser den Rücken unter ihm durchbog, würde gewiss nicht umherziehen und lautstark verkünden, dass Rodolphus Lestrange sich mit ihm in einem der nicht mehr genutzten Klassenzimmer vergnügt hatte. Auch er hatte einen Ruf zu verlieren.<br />
Es gab also keinen Grund, nicht einfach zu genießen. Zu akzeptieren, dass im eigenen Geschlecht ebenfalls eine gewisse Anziehung lag. Und dass sich auf diese Art und Weise Möglichkeiten eröffneten, an die Rodolphus im Umgang mit einer Frau keineswegs zwangsweise gedacht hätte.<br />
Körperliche Lust war nichts Schlechtes. Daran war nichts falsch, solange beide Parteien auf ihre Kosten kamen.<br />
Auch wenn er dem Lockenschopf rasch eine Hand vor den Mund hielt, um dessen Lustschrei zu ersticken, bevor dieser noch den Hausmeister hätte auf den Plan rufen können.<br />
<br />
<b><u>Verbundenheit</u></b><br />
<br />
Er hatte den Raum durch eines der Tagebücher seiner Vorfahren entdeckt. Und er brannte darauf, ihn der Person zu zeigen, die schon seit langem eine der Wichtigsten in seinem Leben war. Eine geradezu ungewohnte Begeisterung ging von Rodolphus aus, auch wenn man ihn sehr gut kennen musste, um den milden Anflug erwartungsvoller Ungeduld zu erkennen, der sich in ihm regte.<br />
Er hatte sie an der Hand genommen und mit sich geführt, bis sie vor dem Wandbehang von Barnabas dem Bekloppten angekommen waren. In den Augen des Lestranges sprühte der Schalk, auch wenn seine Haltung ebenso tadellos war wie sonst auch.<br />
Ein warmes Lächeln zupfte an seinen Lippen. „Du wirst es <i>lieben</i>, Bella“, versicherte er ihr, ehe er ein wenig den Kopf neigte. „Jedenfalls hoffe ich das. Wir müssen nur dreimal vor dieser Wand auf und ab gehen. Ich habe es schon getestet. Es funktioniert. Wünsch dir dabei einfach, mit mir den Raum zu betreten, den ich vorbereitet habe.“<br />
Er hatte bereits Kerzen aufgestellt. Essen aus der Küche geholt und angerichtet. Und dafür gesorgt, dass das Zimmer aussah wie eine kleinere Kopie des Saals in Lestrange Court. Ein Tisch war darin aufgestellt.<br />
Musik spielte.<br />
Rosenblätter lagen dekorativ auf dem Tisch, in dessen Mitte ein Strauß schwarzer und roter Rosen stand, als die Tür aufschwang und Bella den Blick auf das Innere frei gab.<br />
Rodolphus sah sie erwartungsvoll an.<br />
„Ich dachte mir“, erklärte er, „ich kann das Angenehme ja auch mit dem Nützlichen verbinden und dich einfach, während ich dir zeige, was dieser Raum so alles kann, fragen, ob du mit mir ausgehen willst?“<br />
Er behielt sie aus dem Augenwinkel im Blick. Äußerlich wirkte er vollkommen ruhig. Aufmerksam und gefasst, wie immer. Innerlich allerdings war er sich seiner Nervosität durchaus bewusst.<br />
Sie <i>könnte</i> immerhin auch nein sagen. Dafür allerdings hätte er sich schon arg verschätzt haben müssen und dazu neigte er nun keineswegs.<br />
Sie würde nicht nein sagen.<br />
Er hatte gesehen, wie sie ihn anblickte, wenn sie glaubte, dass er es nicht mitbekam.<br />
<br />
<b><u>Der erste Sieg</u></b><br />
<br />
Es kam selten vor, dass er zornig wurde.<br />
Dass Roderick die Entscheidung, ob Rodolphus um Bellatrix‘ Hand anhalten durfte, auf diese Art und Weise treffen lassen wollte, brachte Rodolphus allerdings zum Schäumen. <br />
Bellatrix war ihm wichtig. Er <i>wollte</i> diese Ehe und sie war eine mehr als nur angemessene Gattin. Seine Eltern hatten sie gerne und achteten die Blacks.<br />
Es gab keinerlei rationalen Grund, der gegen eine Verbindung mit ihr gesprochen hätte, sah man einmal davon ab, dass Rodolphus diese Entscheidung selbst getroffen hatte.<br />
Es gab also auch keinerlei Grund, sich zurückzuhalten. Wenn sein Vater wollte, dass er für das kämpfte, was er für richtig hielt, dann würde Rodolphus sich dieses Mal durchsetzen.<br />
Flüche flogen, Blitze zuckten um den Duellierplatz. Die beiden Kontrahenten, Vater und Sohn, schenkten einander nichts. Roderick hatte sich ohnehin nie in Zurückhaltung geübt, wenn er die eigene Überlegenheit demonstriert hatte, anstatt auf Rodolphus‘ Argumente einzugehen.<br />
Heute nicht.<br />
Nicht in dieser einen Sache!<br />
Der Sprengzauber war nur die Ablenkung gewesen, ehe Rodolphus mit einem Stabschlenker die Knochen in Rodericks Stabarm und seinem linken Bein verdrehte. Das würde sich wieder in Ordnung bringen lassen. Es würde nur einige Tage dauern, bis es wieder vollständig abgeheilt war.<br />
Er selbst hatte einen unschönen Kratzer im Gesicht davongetragen, war ansonsten allerdings unverletzt.<br />
„Nächstes Mal“, informierte er unterkühlt, während er den Zauberstab seines Vaters vom Boden aufhob und beiläufig einsteckte, „wirst du mir zuhören, wenn ich ein sachliches Gespräch mit dir führen will. Hast du mich verstanden?“<br />
Der wütende Blick, stellte Rodolphus fest, war keineswegs so beeindruckend, wenn er vom Boden aus auf einen gerichtet wurde.<br />
Er neigte ein wenig den Kopf, gerade als müsse er sein Ohr ein wenig näher an Rodericks Lippen bringen und trat dabei auf Rodericks Finger. „Ich glaube, ich konnte dich noch nicht richtig hören. <i>Hast du mich verstanden</i>?“<br />
Möglich, dass er den Bogen damit ein wenig überspannte. Allerdings hatte sein Vater noch nie viel von Nachsicht gehalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b><u>15.09.1958</u></b><br />
<br />
Etwas „lag in der Luft“ hätte man wohl gesagt, wäre dieser Tag eine Szene aus einem der Bücher gewesen, die Rodolphus so begierig zu verschlingen begonnen hatte, seit seine Mutter ihm das Lesen beibrachte. Heute war sein Unterricht jedoch ausgefallen. Er hatte keine Erklärung dafür bekommen, während Mutter schon beim Frühstück besorgt gewirkt hatte.<br />
Immer wieder hatte sie Rhouben sanft übers Haar gestrichen, hatte seine Kleidung zurechtgerückt, ihn mit liebevollen, kleinen Gesten so sehr überhäuft, dass der Neunjährige irgendwann die eigene Irritation darüber nicht mehr hatte verbergen können und sich vorschnell und ohne Erlaubnis vom Tisch entfernt hatte. Auch das, hatte Rodolphus bemerkt,  war anders als sonst vollkommen ohne Sanktion geblieben.<br />
Vater hatte mit steinerner Miene auf den leeren Platz geblickt, ehe er sich erhoben und die Frühstückstafel damit aufgelöst hatte. Nach London, hatte er gesagt, würde er reisen. <br />
Mutter hatte einen erstickten Laut von sich gegeben, aber nicht protestiert, auch wenn ihre Augen einen beinahe flehenden Blick gehabt hatten, aus dem Rodolphus sich keinen Reim machen konnte.<br />
Er hatte seinen Weg von allein in die Bibliothek gefunden. Hatte sich das Buch über die Crups genommen, in dem er derzeit las. Sie hatten immerhin selbst zwei davon, Harlow und Hawthorne. Rodolphus mochte die beiden, anders als Rhouben, der sich vor den hundeartigen Wesen mit den gegabelten Ruten fürchtete, weil sie zu knurren und zu bellen begannen, wenn er sich ihnen näherte.<br />
So ganz verstand Rodolphus nicht, weshalb. Eigentlich sollten sie so nur auf Muggel reagieren, stand in dem Buch. Aber Rhouben war sein älterer Bruder, der Erbe der Lestranges und damit ganz bestimmt kein Muggel. Das konnte er immerhin gar nicht sein.<br />
Langsam und noch ein wenig mühselig arbeitete Rodolphus sich Seite für Seite durch das Buch, die Zungenspitze zwischen die Lippen geklemmt und mit einer konzentrierten Falte auf der Stirn.<br />
Die Stunden vergingen. Am Rande nahm er wahr, dass sein Vater aus dem Kamin trat und seine Mutter, die gerade hereingekommen war, einen erstickten Laut von sich gab, kaum dass sie ihn angesehen hatte.<br />
Mutter floh förmlich aus dem Raum, während Vater Rodolphus im Vorbeigehen über den Kopf strich. Das war ungewöhnlich, stellte Rodolphus fest. Für gewöhnlich tat Roderick das nur mit Rhouben.<br />
„In dreißig Minuten fütterst du die Crups“, entschied Vater ruhig. „Komm dann zu mir, ich werde ihr Futter bis dahin vorbereitet haben.“<br />
Später würde Rodolphus sich daran erinnern, dass er sich im Vorbeigehen am Speisezimmer gefragt hatte, wohin Rhoubens Stuhl verschwunden war und warum die Hauselfen nur für vier und nicht für fünf Personen eindeckten.<br />
Er erinnerte sich daran, wie seine Mutter kurz erstarrt inne gehalten und sich dann abgewandt hatte, als Vater mit den beiden Näpfen voll frischem Fleisch zu Rodolphus gekommen und mit ihm die steinernen Stufen zum Hof hinunter gegangen war. <br />
Erst unten, wo Harlow und Hawthorne bereits mit den Ruten wedelnd artig Platz genommen hatten und warteten, reichte er den ersten Napf an Rodolphus weiter. „Stell beide nacheinander ab und warte dann einen Moment, bevor du ihnen erlaubst, zu fressen“, wies Vater ihn an. „Lass nicht zu, dass sie vorher fressen. Du bist der Erbe des Hauses Lestrange. Auch die Crups dürfen dir nicht auf der Nase herumtanzen.“<br />
Rodolphus hielt den Napf fest und sah zu Roderick auf. „Aber Rhouben ist doch der Erbe?“, wunderte er sich, unwillkürlich ein wenig den Kopf einziehend, weil er Vater damit gewissermaßen direkt widersprach.<br />
Vaters Blick ruhte kühl und steinern auf ihm. Oder vielleicht doch auf dem Napf in seinen kleinen Händen? „Nicht mehr. Und jetzt füttere die Crups. Danach wirst du diesen Namen vergessen, Rodolphus.“<br />
<br />
<u><b>Eine harte Lektion</b></u><br />
<br />
Schon, als er gesehen hatte, was Vater in der Hand hielt, war Rodolphus klar gewesen, dass er in Schwierigkeiten steckte. Er vermied es, zu schlucken oder anderweitig ertappt auszusehen. Er hatte damit gerechnet, womöglich eine gehörige Tracht Prügel einzustecken.<br />
Nicht damit gerechnet hatte er, dass sein Vater ihn am Arm packte, mit sich auf den Duellierplatz zerrte und ihn zum Duell forderte.<br />
Dieses war ebenso schnell vorbei gewesen, wie es begonnen hatte. <br />
Rodolphus hatte dem ersten Zauber noch ausweichen können, hatte ein oder zwei sogar abgewehrt, war aber nicht ein einziges Mal dazu gekommen, selbst auch nur zu versuchen, zum Gegenangriff anzusetzen.<br />
Er schmeckte Blut, als er, von einer Druckwelle erwischt, auf den Rücken geschleudert über den Boden schlitterte. Sein Zauberstab fiel einige Meter weiter zu Boden.<br />
„Entscheidungen darüber“, setzte Vater ihn frostig in Kenntnis, „worüber du dich zu informieren hast und worüber nicht, kannst du dann treffen, wenn du in der Lage dazu bist, dich in einem Duell gegen mich durchzusetzen.<br />
Hast du das verstanden?“<br />
Rodolphus hatte widersprechen wollen. Offenkundig deutlich genug, dass Roderick den wütenden Blick und den Widerwillen bemerkte. Er trat dem am Boden Liegenden in die Seite. „Ob du mich verstanden hast, habe ich dich gefragt, Junge!“<br />
Kurz mahlten Kiefer gegeneinander, ehe Rodolphus im Ausatmen ein „Ja, Sir!“, zwischen den Zähnen hindurch presste.<br />
<br />
<b><u>Selbsterkenntnis</u></b><br />
<br />
Locken waren etwas ausgesprochen Schönes.<br />
Sie fühlten sich toll zwischen den Fingern an und insbesondere dann, wenn sie lang genug getragen wurden, um hineingreifen zu können, waren sie fürchterlich praktisch. Dann ließen sie sich benutzen, wie Zügel, um den vornübergebeugten Körper in der gewünschten Position zu halten.<br />
Er mochte auch das sich ausbreitende Rot, dort, wo seine Hand gerade eben getroffen hatte, stellte er fest, den Griff im Haar des anderen noch ein wenig festigend.<br />
Natürlich war das hier nichts, das sie lautstark herumposaunen konnten. <br />
Natürlich wussten sie beide, dass <i>eigentlich</i> etwas anderes von ihnen erwartet wurde.<br />
Aber es war … konsequenzlos nett und auf eine ganz eigene Art und Weise in seiner Skandalhaftigkeit herrlich unskandalös. Dann probierten sie sich eben aus.<br />
Es stand immerhin außer Frage, dass sie wussten, dass in der Zukunft eine standesgemäße Ehe und das Zeugen von Erben auf sie warten würde. Miteinander konnten sie bis dahin zumindest keine Bastarde in die Welt setzen oder eine ehrbare, junge Reinblüterin in Schande stürzen.<br />
Es hätte, wäre der unwahrscheinliche Fall eingetreten, dass sie erwischt würden, ausreichend Erklärungen gegeben, um einen möglichen Skandal im Keim zu ersticken.<br />
Und der Hufflepuff, in den er gerade ein weiteres Mal stieß, während dieser den Rücken unter ihm durchbog, würde gewiss nicht umherziehen und lautstark verkünden, dass Rodolphus Lestrange sich mit ihm in einem der nicht mehr genutzten Klassenzimmer vergnügt hatte. Auch er hatte einen Ruf zu verlieren.<br />
Es gab also keinen Grund, nicht einfach zu genießen. Zu akzeptieren, dass im eigenen Geschlecht ebenfalls eine gewisse Anziehung lag. Und dass sich auf diese Art und Weise Möglichkeiten eröffneten, an die Rodolphus im Umgang mit einer Frau keineswegs zwangsweise gedacht hätte.<br />
Körperliche Lust war nichts Schlechtes. Daran war nichts falsch, solange beide Parteien auf ihre Kosten kamen.<br />
Auch wenn er dem Lockenschopf rasch eine Hand vor den Mund hielt, um dessen Lustschrei zu ersticken, bevor dieser noch den Hausmeister hätte auf den Plan rufen können.<br />
<br />
<b><u>Verbundenheit</u></b><br />
<br />
Er hatte den Raum durch eines der Tagebücher seiner Vorfahren entdeckt. Und er brannte darauf, ihn der Person zu zeigen, die schon seit langem eine der Wichtigsten in seinem Leben war. Eine geradezu ungewohnte Begeisterung ging von Rodolphus aus, auch wenn man ihn sehr gut kennen musste, um den milden Anflug erwartungsvoller Ungeduld zu erkennen, der sich in ihm regte.<br />
Er hatte sie an der Hand genommen und mit sich geführt, bis sie vor dem Wandbehang von Barnabas dem Bekloppten angekommen waren. In den Augen des Lestranges sprühte der Schalk, auch wenn seine Haltung ebenso tadellos war wie sonst auch.<br />
Ein warmes Lächeln zupfte an seinen Lippen. „Du wirst es <i>lieben</i>, Bella“, versicherte er ihr, ehe er ein wenig den Kopf neigte. „Jedenfalls hoffe ich das. Wir müssen nur dreimal vor dieser Wand auf und ab gehen. Ich habe es schon getestet. Es funktioniert. Wünsch dir dabei einfach, mit mir den Raum zu betreten, den ich vorbereitet habe.“<br />
Er hatte bereits Kerzen aufgestellt. Essen aus der Küche geholt und angerichtet. Und dafür gesorgt, dass das Zimmer aussah wie eine kleinere Kopie des Saals in Lestrange Court. Ein Tisch war darin aufgestellt.<br />
Musik spielte.<br />
Rosenblätter lagen dekorativ auf dem Tisch, in dessen Mitte ein Strauß schwarzer und roter Rosen stand, als die Tür aufschwang und Bella den Blick auf das Innere frei gab.<br />
Rodolphus sah sie erwartungsvoll an.<br />
„Ich dachte mir“, erklärte er, „ich kann das Angenehme ja auch mit dem Nützlichen verbinden und dich einfach, während ich dir zeige, was dieser Raum so alles kann, fragen, ob du mit mir ausgehen willst?“<br />
Er behielt sie aus dem Augenwinkel im Blick. Äußerlich wirkte er vollkommen ruhig. Aufmerksam und gefasst, wie immer. Innerlich allerdings war er sich seiner Nervosität durchaus bewusst.<br />
Sie <i>könnte</i> immerhin auch nein sagen. Dafür allerdings hätte er sich schon arg verschätzt haben müssen und dazu neigte er nun keineswegs.<br />
Sie würde nicht nein sagen.<br />
Er hatte gesehen, wie sie ihn anblickte, wenn sie glaubte, dass er es nicht mitbekam.<br />
<br />
<b><u>Der erste Sieg</u></b><br />
<br />
Es kam selten vor, dass er zornig wurde.<br />
Dass Roderick die Entscheidung, ob Rodolphus um Bellatrix‘ Hand anhalten durfte, auf diese Art und Weise treffen lassen wollte, brachte Rodolphus allerdings zum Schäumen. <br />
Bellatrix war ihm wichtig. Er <i>wollte</i> diese Ehe und sie war eine mehr als nur angemessene Gattin. Seine Eltern hatten sie gerne und achteten die Blacks.<br />
Es gab keinerlei rationalen Grund, der gegen eine Verbindung mit ihr gesprochen hätte, sah man einmal davon ab, dass Rodolphus diese Entscheidung selbst getroffen hatte.<br />
Es gab also auch keinerlei Grund, sich zurückzuhalten. Wenn sein Vater wollte, dass er für das kämpfte, was er für richtig hielt, dann würde Rodolphus sich dieses Mal durchsetzen.<br />
Flüche flogen, Blitze zuckten um den Duellierplatz. Die beiden Kontrahenten, Vater und Sohn, schenkten einander nichts. Roderick hatte sich ohnehin nie in Zurückhaltung geübt, wenn er die eigene Überlegenheit demonstriert hatte, anstatt auf Rodolphus‘ Argumente einzugehen.<br />
Heute nicht.<br />
Nicht in dieser einen Sache!<br />
Der Sprengzauber war nur die Ablenkung gewesen, ehe Rodolphus mit einem Stabschlenker die Knochen in Rodericks Stabarm und seinem linken Bein verdrehte. Das würde sich wieder in Ordnung bringen lassen. Es würde nur einige Tage dauern, bis es wieder vollständig abgeheilt war.<br />
Er selbst hatte einen unschönen Kratzer im Gesicht davongetragen, war ansonsten allerdings unverletzt.<br />
„Nächstes Mal“, informierte er unterkühlt, während er den Zauberstab seines Vaters vom Boden aufhob und beiläufig einsteckte, „wirst du mir zuhören, wenn ich ein sachliches Gespräch mit dir führen will. Hast du mich verstanden?“<br />
Der wütende Blick, stellte Rodolphus fest, war keineswegs so beeindruckend, wenn er vom Boden aus auf einen gerichtet wurde.<br />
Er neigte ein wenig den Kopf, gerade als müsse er sein Ohr ein wenig näher an Rodericks Lippen bringen und trat dabei auf Rodericks Finger. „Ich glaube, ich konnte dich noch nicht richtig hören. <i>Hast du mich verstanden</i>?“<br />
Möglich, dass er den Bogen damit ein wenig überspannte. Allerdings hatte sein Vater noch nie viel von Nachsicht gehalten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Bellatrix Lestrange]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2642</link>
			<pubDate>Sun, 10 May 2026 16:36:30 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=354">Bellatrix Lestrange</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2642</guid>
			<description><![CDATA[<b>30.04.1957 - Der fünfte Geburtstag</b><br />
Heute. Heute war der Tag. Heute war ihr Geburtstag.<br />
Ein sehr sehr wichtiger Tag. Sie war jetzt fünf. Und fünf war größer als vier!<br />
Mit entsprechend wichtiger Miene marschierte Bellatrix durch den Salon, das dunkle Kleid bereits leicht schief gezogen, weil sie seit mindestens zehn Minuten nicht mehr stillgestanden hatte. Dieses Warten war aaaaanstrengend! Ihre Mummy hatte ihr die Schleife im Haar inzwischen zweimal neu binden müssen. <br />
Um die wilden Locken ihrer Tochter zu bändigen hätte Druella allerdings vermutlich einen Dompteur gebraucht. Oder Magie. Aber ihr Mann hatte ihr ja verboten, an dem Kind herumzuhexen.<br />
Mittlerweile wirkte Druella Black auch wirklich sehr verzweifelt und als würde sie ihre gesamte Existenz bereuen. Und da huschte das Kind schon wieder los. Denn Bella steckte ja nicht im Kopf ihrer Mutter und empfand diese ganze Situation als maximal anstrengend. Außerdem war sie gerne hier! Da konnte man sich schon auch mal ein bisschen beeilen!<br />
„Bellatrix, wir rennen nicht.“<br />
„Du nicht, Mummy. Ich schon!“, beschied die fünfjährige Hexe ihre Mutter mit gereckter Nase, blieb allerdings abrupt stehen. Denn auf einer hohen Rückenlehne saß… eine Eule! Aber nicht einfach nur eine Eule! Vielleicht war dieses Tier irgendwann mal am Leben gewesen. Jetzt war es das allerdings nicht mehr. Das Tier sah schon tot aus. Aber es kippte den Kopf zur Seite und ein Auge rutschte aus der Augenhöhle, um jetzt wie an einem dünnen Faden herumzubaumeln.<br />
Das war die absolut schönste Eule der Welt! Die beste tollste die sie jemals gesehen hatte.<br />
Bella starrte sie mit offenem Mund an, dann holte sie tief Luft.<br />
<br />
„MAMA!“<br />
Druella schloss für einige Sekunden die Augen, weil die durchdringende Stimme ihrer Tochter vermutlich noch drei Straßen weiter zu hören war. Und diese Art des Ausrufs bedeutete nie was Gutes.<br />
„Mama, schau mal!“<br />
Mit ausgestrecktem Arm deutete das Kind auf die Eule. Ihre Begeisterung war so überbordend, dass sie von einem Bein auf’s andere hüpfte.<br />
„Das ist meine!“<br />
„Nein“, sagte Druelle sofort.<br />
„Aber die ist hier!“, beschwerte sich das Kind recht irritiert darüber, dass ein so offenkundiges Geschenk offenbar nicht für sie war. „Wegen meinem Geburtstag.“<br />
„Nein“, wiederholte Druella.<br />
Bella dachte ungefähr drei Sekunden lang nach. Dann zeichnete sich eine tiefe Falte auf ihre Stirn.<br />
„Tante Walburga hat die Eule bestimmt für mich hier her gesetzt.“<br />
„Nein Bellatrix. Die Eule gehört deiner Tante.“<br />
„Aber die mag mich!“<br />
Das Tier hatte nicht einmal zu ihr herübergesehen sondern starrte teilnahmslos ins Leere, während das heraushängende Auge sanft hin und her schaukelte. Dennoch marschierte Bella schnurstracks auf den Vogel zu, um ihn zu streicheln.<br />
Druella erschauderte, als sie sah, wie ihre fünfjährige Tochter das Tote Vieh anfasste, als wäre es das Normalste auf der Welt.<br />
„Bellatrix!“, herrschte Druella ihre Tochter an, während sie nervös durch den Raum sah. „Komm sofort wieder her!“<br />
„Ich will die haben!“<br />
„Du bekommst sie aber nicht!“<br />
„Warum?“<br />
„Weil sie Walburga gehört.“<br />
„Aber Tante Walburga hat bestimmt noch mehr.“<br />
„Bellatrix.“<br />
„Oder ich nehm sie nur manchmal?“<br />
„Nein.“<br />
„Aber sie liebt mich schon!“<br />
Die Eule machte ein leises, raschelndes Geräusch, dass ziemlich sicher keine Zustimmung war, aber von dem Kind als genau das gewertet wurde. Sie wandte sich zu ihrer Mutter um, ihre Unterlippe begann zu zittern. Die hübschen blauen Augen glänzten bereits verdächtig und nun schob Bellatrix die Unterlippe langsam nach vorne.<br />
„Bellatrix. Du hörst jetzt augenblicklich auf damit und benimmst dich einer jungen Dame angemessen!“<br />
„Aber ich will die Eule!“<br />
„Du bekommst sie nicht.“<br />
„Warum denn nicht?!“<br />
Die Lautstärke schnellte innerhalb eines Satzes nach oben. Die Fünfjährige rutschte vom Sofa, trat hibbelig von einem Fuß auf den anderen, die Hände zu Fäusten geballt, während Druella sich verzweifelt davon abhielt, diesem toten verhexten Vieh keinen angewiderten Blick zuzuwerfen und gleichzeitig ruhig auf ihre Tochter einzugehen, bevor sie das ganze Haus zusammenbrüllte.<br />
„Das ist keine normale Eule. Und sie gehört Tante Walburga.“<br />
„Das weiß ich. Deshalb will ich sie ja. Sie ist tot, oder? Tante Walburga hat sie verhext. Ich will auch so eine. Es kann auch eine andere sein. Aber. Ich. Will. Eine. Tote. EULE!“ Sie stampfte in ihrem Frust sogar mit dem Fuß auf und sah ihre Mutter wütend an, damit die begriff, wie ernst es war.<br />
„Es reicht jetzt!“, zischte Druella, die langsam aber sicher die Geduld verlor.<br />
„Aber ich hab Geburtstag!“<br />
„Und trotzdem gehört dir nicht alles, was du siehst!“ herrschte sie ihre Tochter harsch an. „Hör jetzt auf. Oder wir gehen nach Hause und dann kannst du auf deinem Zimmer über dein Benehmen nachdenken!“<br />
<br />
Bellatrix‘ Brust hob und senkte sich viel zu schnell. Sie wollte ja aufhören. Wirklich. Aber jetzt fühlte sich plötzlich alles ganz falsch an. Irgendwie, als wär alles zu eng und total… komisch. Ihr Kleid juckte plötzlich am Hals, ihre Füße waren ganz nervös und obwohl sie wirklich sehr aufhören wollte zu weinen, kullerten ihr dicke Tränen übers Gesicht. Ihre Augen brannten schon richtig, ihr Kopf wummerte ganz komisch und das unangenehme enge Ziehen im Hals wurde immer schlimmer.<br />
„Aber ich will sie doch nur manchmal“, presste sie hervor und ihre Stimme überschlug sich bereits ein wenig, unterbrochen von einem harten Schluchchzen.<br />
„Nein.“<br />
„Aber warum denn nicht?“<br />
„Weil ich es gesagt habe“, gab Druella scharf zurück.<br />
Bella sah sie empört und gekränkt an. Das war ja gar keine richtige Antwort! Da hatte ihre Mummy gar nicht drüber nachgedacht! Sie spürte, wie immer mehr Tränen über ihr Gesicht kullerten und wusste schon, dass Druella das gar nicht mochte. Und sie wollte das auch nicht. Sie hatte doch Geburtstag. Aber ihr Kopf schien das ganz von alleine zu machen und natürlich verlor die Fünfjährige die Kontrolle über ihren eigenen Körper. So ganz ohne Hilfe konnte sie das auch gar nicht schaffen.<br />
„Bellatrix“, wiederholte Druella scharf, „Wenn du nicht augenblicklich damit aufhörst, bekommst du heute gar kein Geschenk mehr!“<br />
Das war richtig unfair. So unfair, dass die Fünfjährige für einen Moment lang nur da stand und ihre Mutter anstarrte. Dann explodierte sie.<br />
<br />
„DU BIST GEMEIN!“<br />
Ein paar der Fenster klirrten unter dem emotionsgeladenen Ausbruch der Fünfjährigen, das Feuer im Kamin erlosch und die kleine Schockwelle, die von dem Kind ausging, fegte ein paar Sachen von den Tischen. Es war nicht der erste Magieausbruch. Und Druella wusste, wie das enden würde.<br />
Nur Morpheus… Morpheus saß immer noch auf seiner Sofalehne und wippte ein wenig hin und her. Das Auge wippte mit. In entgegengesetzter Richtung. Druella unterdrückte ein Würgen und packte ihre Tochter am Arm.<br />
„Jetzt reicht es endgültig. Wir gehen jetzt. Das hast du dir selbst zuzuschreiben. Wie kann man sich nur so unglaublich daneben benehmen? Ich bin sehr enttäuscht von dir. Zu Hause gehst du auf dein Zimmer. Und dann denkst du über dein Benehmen nach und darüber, wie peinlich du gerade für mich warst.“<br />
Bella bekam hingegen kaum noch Luft. Die Gedanken überschlugen sich heftig in dem Kinderkopf, ihre Mutter wirkte auf sie mehr wie eine Bedrohung denn ein sicherer Halt und sie wusste mittlerweile selbst nicht mehr, warum sie die Eule so unbedingt hatte haben wollen. Sie verstand auch nicht, was genau sie falsch gemacht hatte. Oder warum sie ihrer Mutter peinlich war.<br />
Auch Jahre später sollte Bella sich an den Moment erinnern, in dem sie begriffen hatte, dass ihre Mutter sie gar nicht liebte. Sie nicht lieben konnte. Sie war eben falsch. Und zu viel. Sie konnte es gar nicht richtig machen. Und es würde noch viele einsame Stunden in ihrem Kinderzimmer geben.<br />
<br />
<b>Januar 1969 - Brief an Orion</b><br />
Von: Bellatrix Black<br />
An: Den besten Onkel der Welt<br />
<br />
Lieber Onkel,<br />
<br />
ich hoffe, du verzeihst mir die direkte Art dieses Briefes, allerdings erschien es mir wenig sinnvoll um etwas herumzureden, das früher oder später ohnehin ein Thema wird.<br />
<br />
Ich möchte Rodolphus Lestrange heiraten. Und er möchte mich auch heiraten.<br />
<br />
Und bevor Mutter jetzt wieder anfängt dramatisch zu werden oder Vater sich wochenlang in Schweigen übt, wollte ich mich zuerst an dich wenden. Du bist immerhin einer wenigen Menschen innerhalb dieser Familie, die mir tatsächlich erstmal zuhören, bevor sie urteilen oder mich belächeln.<br />
Die Verbindung selbst dürfte kaum Anlass für ernsthafte Kritik bieten. Rodolphus entstammt einer alten und angesehenen Familie, bewegt sich gesellschaftlich sicher, besitzt ein gutes Verständnis für Verantwortung und ist intelligent genug um nicht bei jedem zweiten Satz das Bedürfnis in mir auszulösen, ihn zu vergiften. Ehrlich gesagt halte ich das für deutlich ausreichend und für mehr, als man über einen Großteil unserer Gesellschaft behaupten kann.<br />
<br />
Darüber hinaus arbeiten wir sehr gut zusammen und ich glaube, dass er der perfekte Mann für mich ist. Und er glaubt, dass ich die perfekte Frau für ihn bin. Wir ergänzen uns so gut. Und ich weiß, dass Vater sich bereits am umschauen ist und möchte nicht, dass mir diese eine Sache weggenommen wird, die mir wirklich wichtig ist.<br />
<br />
Und vielleicht klingt das jetzt ein wenig zu nüchtern, aber er respektiert mich. Und das ist mir sehr wichtig. Er versucht nicht, mich kleiner zu machen, korrigiert mich nicht ständig oder behandelt mich wie ein hübsches Möbelstück. Ich glaube, dass ich mit ihm das bekomme, was du mit Tante Walburga hast, Onkel Orion. Und allein das ist macht ihn zur besten Wahl, wie ich finde.<br />
Ich mag ihn wirklich sehr sehr gerne.<br />
<br />
Ich bin mir außerdem sehr bewusst, welche Erwartungen an mich gestellt werden. Ich weiß, was mein Name bedeutet und ich habe keineswegs vor, der Familie Schande zu bereiten. Aber so habe ich dann wenigstens einen Mann an meiner Seite, der mich gewählt hat. Und den ich gewählt habe.<br />
Mir ist bewusst, dass Vater jetzt vermutlich behaupten wird, dass ich noch zu jung sei und zu impulsiv. Und deshalb gar nicht in der Lage dazu bin, derartige Entscheidungen zu treffen. Allerdings hält man mich innerhalb dieser Familie ohnehin immer für zu laut, zu schwierig oder für zu emotional. Deshalb finde ich es nur fair, ihn zu übergehen und meine Entscheidung wenigstens einmal in meinem Leben selbst treffen zu dürfen. Oder dich darum zu bitten, sie für mich zu treffen.<br />
<br />
Bitte grüß Tante Walburga von mir. Ich hab sie wahnsinnig lieb. Und grüß auch Morpheus! Ich vermisse euch alle sehr.<br />
<br />
Ich hab dich lieb,<br />
<br />
deine Bella<br />
<br />
<b>1971 - Andromedas  Verrat</b><br />
Der Schock hing schwer in der Luft, während Bellatrix auf dem Bett saß und sich noch nicht einmal für das heutige Abendessen mit ihren Schwiegereltern und deren Besuch fertig gemacht hatte. <br />
Andromeda war fort. Sie war nicht tot. Oder verschwunden. Sie hatte sich einfach nur entschieden, zu gehen. Völlig freiwillig und ohne, dass sie jemand dazu gezwungen hätte. Das war schlimm. Sehr schlimm.<br />
Bellatrix steckte immer noch in den Reitklamotten, während ihre Gedanken sich immer weiter ineinander verhakten wie Dornenranken.<br />
Ein Schlammblut.<br />
Andromeda hatte die Familie, ihren Namen und alles, was sie besaßen, tatsächlich für ein verdammtes Schlammblut weggeworfen. Bella versuchte sich einzureden, dass sie einfach nur wütend war. Das Andromeda eben schwach gewesen war. Peinlich. Verräterisch. Aber unter der Wut saß etwas hässliches und reckte seine Fratze neugierig in die Höhe. Die Erkenntnis, dass ihre Schwester sich die Freiheit genommen hatte, einfach zu gehen. Während Bella stumm jede Schikane ihrer Persönlichkeit ertrug und sich nicht beschwerte.<br />
Es machte sie krank. Körperlich krank. Ihr Brustkorb fühlte sich eng an, ihre Gedanken waren viel zu schnell und trotzdem kreisten sie immer wieder um dieselben Fragen herum.<br />
Wie konnte man einfach so gehen?<br />
Wie konnte man sich gegen die eigenen Schwestern entscheiden?<br />
Bellatrix dachte an Narcissa und plötzlich wurde der Gedanke unerträglich, dass auch sie eines Tages verschwinden könnte. Dass Menschen das offenbar allgemein konnten. Liebe hielt sie nicht. Familie auch nicht. Und das Pflichtbewusstsein offenbar ebenfalls nicht.<br />
All diese Dinge, an die Bella glaubte und die ihr die Kraft gegeben hatte, diese Hölle durchzustehen, hatten am Ende nicht ausgereicht, um jemanden zum Bleiben zu bringen. Irgendetwas in ihr begann sich in diesem Moment zu verhärten. <br />
Wenn Menschen so freiwillig gingen, dann musste man in Zukunft eben dafür sorgen, dass sie gar nicht erst die Möglichkeit bekamen. Loyalität bedeutete nichts, wenn sie nicht absolut war. Also würde sie dafür sorgen, dass wenigstens Cissy blieb. Dass sie sich nahe waren. Näher als je zuvor.<br />
Und doch tat es weh. So weh, dass sie sich kaum noch denken hörte, so schlimm war es. Es fühlte sich an wie dieser Moment, in dem ihr bewusst geworden war, dass Druella sie nicht liebte. Es war schlimmer als jede Demütigung, die sie in ihrem Leben durch ihre Eltern erfahren hatte. Gesammelt und um ein vielfaches multipliziert.<br />
Es war Demütigung. Trauer. Frustration. Zorn. Enttäuschung darüber, dass Andromeda sich lieber für irgendein Schlammblut entschieden hatte, statt für ihre Familie. Das sie nicht stark geblieben war. Und Bella hasste sie dafür.<br />
Aber viel schlimmer war diese eine bohrende Frage in ihrem Kopf: Was genau war so schlimm an ihr als Schwester, dass nicht einmal sie ausgereicht hatte, um die jüngere Schwester zum Bleiben zu bewegen.<br />
<br />
<b>1977 - Narcissas Hochzeit</b><br />
Narcissa saß bereits vorm Spiegel, als Bellatrix das Brautzimmer betrat. Das helle Kleid ihrer jüngeren Schwester floss über den Stuhl hinweg wie flüssiges Licht, während Bellas schlichtes dunkelgrünes Kleid mit den silbernen Stickereien deutlich gesetzter war. Die Stickereien fanden sich auch in Narcissas Kleid und das Oberteil hatte Elemente im selben grün. Blütenblätter, die sich wie angemalt um ihre schlanke Statur wanden.<br />
Für einen Moment blieb Bella einfach in der Tür stehen. Nicht, weil sie so gerührt gewesen wäre. Sie war nun wirklich nicht der Typ für sentimentale Tränen oder zittrige Hände. Aber Cissy sah einfach wunderschön aus.<br />
Bella schloss die Tür hinter sich und trat näher heran, während Narcissa nervös an ihrem Verlobungsring drehte und immer wieder an ihren Fingernägeln herumfummelte.<br />
„Wenn du noch ein bisschen mehr an deinen Händen herummachst, ruinierst du dir nur die Nägel“, stellte Bella ruhig fest und griff sofort nach den Fingern ihrer Schwester, um sie davon abzuhalten. Entgegen der Hände Narcissas waren ihren vollkommen ruhig. Sie waren auch nicht kalt, sondern warm.<br />
Narcissa atmete hörbar aus.<br />
„Ich bin so nervös“, gestand sie.<br />
„Das hoffe ich doch. Es wäre ziemlich beleidigend für Lucius, wenn du heute völlig emotionslos wärst.“<br />
Ihre Schwester schnaubte leise und Bella war sich nicht sicher, ob das nun ein Lachen war oder Cissy sie einfach nicht ernst nehmen wollte. Ohnehin wanderte ihr Blick schon wieder zum Spiegel. Bellas folgte ihrem, sodass sie sich nun im Spiegel ansahen.<br />
„Warst du damals auch so aufgeregt?“<br />
Bella zog leicht die Augenbrauen zusammen und dachte einen Moment nach, dann schob sie eine Haarsträhne hinter Narcissas Ohr, obwohl sie dort eigentlich ganz ordentlich gelegen hatte.<br />
„Nein“, log sie ohne jedes schlechte Gewissen.<br />
Sofort verdrehte Narcissa die Augen. „Ach Bella…“<br />
„Na schön“, schmunzelte sie belustigt. „Vielleicht ein kleines bisschen. Ich glaube, ich habe Rodolphus kurz vorher noch erklärt, dass ich notfalls auch allein nach Frankreich auswandern könnte. Ich hatte schon Notfallpläne.“<br />
Das schlimmste daran war eigentlich, dass Rodolphus ihr schlichtweg Hilfe beim Packen zugesagt und entschieden hatte, dass er dann eben mitkommen musste.<br />
Für einen kurzen Moment wurde Bella ungewohnt stille. Ihre Finger glitten langsam über den Stoff über Narcissas Schulter, fast schon gedankenverloren.<br />
„Aber du musst nicht nervös sein. Hätte ich auch nicht gemusst“, informierte sie ihre Schwester dann sanft. „Lucius sieht dich an, als hätte irgendwer ihm den Mond vom Himmel geholt, Cissy. Du könntest vermutlich den gesamten Mittelgang entlangfallen und er würde dich trotzdem ansehen, als wärst du die eleganteste Frau im ganzen Raum.“<br />
Immerhin entrang sie ihrer Schwester doch ein kleines Lachen damit. <br />
„Und wenn irgendwer heute dir den Tag vermiesen will, dann kommst du zu mir. Und dann kümmern Rod und ich uns um das Problem.“<br />
Das immerhin war keine leere Floskel. Und das wusste Narcissa.<br />
<br />
<b>1973 - Das dunkle Mal</b><br />
Die schweren Vorhänge bewegten sich leicht im Luftzug des offenstehenden Fensters. Kühle Nachtluft strich durch das Zimmer und vermischte sich mit dem dumpfen Geruch zerwühlter Laken, heißer Haut und dem süßlichen Rest des teuren Weins, der noch irgendwo auf dem Nachttisch stand. Das Bett war ein einziges Chaos aus Decken, halb heruntergezogenen Laken und nackten Körpern. Zwei davon waren bereits eingeschlafen. Nur sie lag noch wach. Viel zu aufgedreht, um jetzt zu schlafen.<br />
Sie lag halb zwischen Rodolphus und Antonin, die dunklen Locken wirr über das Kissen verteilt, während ihre Gedanken sich immer weiter überschlugen. Ihr ganzer Körper summte noch angenehm nach. Von der Nacht. Von dem Abend. Von allem. Sie hatte das Gefühl, kaum stillhalten zu können, obwohl sie sich seit mehreren Minuten überhaupt nicht mehr bewegt hatte.<br />
Langsam hob sie den linken Arm ins fahle Mondlicht. Dort schimmerte es schwarz auf ihrer Haut. <br />
Sofort breitete sich dieses warme, beinahe fiebrige Gefühl in ihrer Brust aus und Bella konnte nicht verhindern, dass ihre Lippen sich zu einem langsamen Grinsen verzogen. Sie strich mit den Fingerspitzen darüber, vorsichtig. Fast, als könnte das Zeichen wieder verschwinden, wenn sie es zu sehr berührte. Noch immer fühlte es sich so unwirklich an.<br />
Bella glaubte nicht, jemals in ihrem Leben so vollkommen erfüllt gewesen zu sein. Nicht einmal als sie sich mit Rodolphus das Ja-Wort hatte geben dürfen. Jetzt fühlte sich alles gut an. Als hätten sich all die rastlosen Gedanken in ihrem Kopf endlich an einem Ort sammeln dürfen. Der dunkle Lord hatte sie angesehen und entschieden, dass sie würdig war. <br />
Neben ihr bewegte sich ihr Mann leicht im Schlaf und sofort fand ihre rechte Hand sein Haar, während Antonins Atem ruhig durch die Dunkelheit strich. Bella sank ein wenig tiefer ins Kissen zurück, das Herz pochte schnell gegen ihre Brust. Der Blick war noch immer auf das dunkle Mal auf ihrem Unterarm gerichtet.<br />
Sie wollte mehr davon. Mehr Magie. Mehr Nähe zum Dunklen Lord. Mehr Bedeutung. Mehr von diesem berauschenden Gefühl, endlich genau dort zu sein, wo sie hingehörte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>30.04.1957 - Der fünfte Geburtstag</b><br />
Heute. Heute war der Tag. Heute war ihr Geburtstag.<br />
Ein sehr sehr wichtiger Tag. Sie war jetzt fünf. Und fünf war größer als vier!<br />
Mit entsprechend wichtiger Miene marschierte Bellatrix durch den Salon, das dunkle Kleid bereits leicht schief gezogen, weil sie seit mindestens zehn Minuten nicht mehr stillgestanden hatte. Dieses Warten war aaaaanstrengend! Ihre Mummy hatte ihr die Schleife im Haar inzwischen zweimal neu binden müssen. <br />
Um die wilden Locken ihrer Tochter zu bändigen hätte Druella allerdings vermutlich einen Dompteur gebraucht. Oder Magie. Aber ihr Mann hatte ihr ja verboten, an dem Kind herumzuhexen.<br />
Mittlerweile wirkte Druella Black auch wirklich sehr verzweifelt und als würde sie ihre gesamte Existenz bereuen. Und da huschte das Kind schon wieder los. Denn Bella steckte ja nicht im Kopf ihrer Mutter und empfand diese ganze Situation als maximal anstrengend. Außerdem war sie gerne hier! Da konnte man sich schon auch mal ein bisschen beeilen!<br />
„Bellatrix, wir rennen nicht.“<br />
„Du nicht, Mummy. Ich schon!“, beschied die fünfjährige Hexe ihre Mutter mit gereckter Nase, blieb allerdings abrupt stehen. Denn auf einer hohen Rückenlehne saß… eine Eule! Aber nicht einfach nur eine Eule! Vielleicht war dieses Tier irgendwann mal am Leben gewesen. Jetzt war es das allerdings nicht mehr. Das Tier sah schon tot aus. Aber es kippte den Kopf zur Seite und ein Auge rutschte aus der Augenhöhle, um jetzt wie an einem dünnen Faden herumzubaumeln.<br />
Das war die absolut schönste Eule der Welt! Die beste tollste die sie jemals gesehen hatte.<br />
Bella starrte sie mit offenem Mund an, dann holte sie tief Luft.<br />
<br />
„MAMA!“<br />
Druella schloss für einige Sekunden die Augen, weil die durchdringende Stimme ihrer Tochter vermutlich noch drei Straßen weiter zu hören war. Und diese Art des Ausrufs bedeutete nie was Gutes.<br />
„Mama, schau mal!“<br />
Mit ausgestrecktem Arm deutete das Kind auf die Eule. Ihre Begeisterung war so überbordend, dass sie von einem Bein auf’s andere hüpfte.<br />
„Das ist meine!“<br />
„Nein“, sagte Druelle sofort.<br />
„Aber die ist hier!“, beschwerte sich das Kind recht irritiert darüber, dass ein so offenkundiges Geschenk offenbar nicht für sie war. „Wegen meinem Geburtstag.“<br />
„Nein“, wiederholte Druella.<br />
Bella dachte ungefähr drei Sekunden lang nach. Dann zeichnete sich eine tiefe Falte auf ihre Stirn.<br />
„Tante Walburga hat die Eule bestimmt für mich hier her gesetzt.“<br />
„Nein Bellatrix. Die Eule gehört deiner Tante.“<br />
„Aber die mag mich!“<br />
Das Tier hatte nicht einmal zu ihr herübergesehen sondern starrte teilnahmslos ins Leere, während das heraushängende Auge sanft hin und her schaukelte. Dennoch marschierte Bella schnurstracks auf den Vogel zu, um ihn zu streicheln.<br />
Druella erschauderte, als sie sah, wie ihre fünfjährige Tochter das Tote Vieh anfasste, als wäre es das Normalste auf der Welt.<br />
„Bellatrix!“, herrschte Druella ihre Tochter an, während sie nervös durch den Raum sah. „Komm sofort wieder her!“<br />
„Ich will die haben!“<br />
„Du bekommst sie aber nicht!“<br />
„Warum?“<br />
„Weil sie Walburga gehört.“<br />
„Aber Tante Walburga hat bestimmt noch mehr.“<br />
„Bellatrix.“<br />
„Oder ich nehm sie nur manchmal?“<br />
„Nein.“<br />
„Aber sie liebt mich schon!“<br />
Die Eule machte ein leises, raschelndes Geräusch, dass ziemlich sicher keine Zustimmung war, aber von dem Kind als genau das gewertet wurde. Sie wandte sich zu ihrer Mutter um, ihre Unterlippe begann zu zittern. Die hübschen blauen Augen glänzten bereits verdächtig und nun schob Bellatrix die Unterlippe langsam nach vorne.<br />
„Bellatrix. Du hörst jetzt augenblicklich auf damit und benimmst dich einer jungen Dame angemessen!“<br />
„Aber ich will die Eule!“<br />
„Du bekommst sie nicht.“<br />
„Warum denn nicht?!“<br />
Die Lautstärke schnellte innerhalb eines Satzes nach oben. Die Fünfjährige rutschte vom Sofa, trat hibbelig von einem Fuß auf den anderen, die Hände zu Fäusten geballt, während Druella sich verzweifelt davon abhielt, diesem toten verhexten Vieh keinen angewiderten Blick zuzuwerfen und gleichzeitig ruhig auf ihre Tochter einzugehen, bevor sie das ganze Haus zusammenbrüllte.<br />
„Das ist keine normale Eule. Und sie gehört Tante Walburga.“<br />
„Das weiß ich. Deshalb will ich sie ja. Sie ist tot, oder? Tante Walburga hat sie verhext. Ich will auch so eine. Es kann auch eine andere sein. Aber. Ich. Will. Eine. Tote. EULE!“ Sie stampfte in ihrem Frust sogar mit dem Fuß auf und sah ihre Mutter wütend an, damit die begriff, wie ernst es war.<br />
„Es reicht jetzt!“, zischte Druella, die langsam aber sicher die Geduld verlor.<br />
„Aber ich hab Geburtstag!“<br />
„Und trotzdem gehört dir nicht alles, was du siehst!“ herrschte sie ihre Tochter harsch an. „Hör jetzt auf. Oder wir gehen nach Hause und dann kannst du auf deinem Zimmer über dein Benehmen nachdenken!“<br />
<br />
Bellatrix‘ Brust hob und senkte sich viel zu schnell. Sie wollte ja aufhören. Wirklich. Aber jetzt fühlte sich plötzlich alles ganz falsch an. Irgendwie, als wär alles zu eng und total… komisch. Ihr Kleid juckte plötzlich am Hals, ihre Füße waren ganz nervös und obwohl sie wirklich sehr aufhören wollte zu weinen, kullerten ihr dicke Tränen übers Gesicht. Ihre Augen brannten schon richtig, ihr Kopf wummerte ganz komisch und das unangenehme enge Ziehen im Hals wurde immer schlimmer.<br />
„Aber ich will sie doch nur manchmal“, presste sie hervor und ihre Stimme überschlug sich bereits ein wenig, unterbrochen von einem harten Schluchchzen.<br />
„Nein.“<br />
„Aber warum denn nicht?“<br />
„Weil ich es gesagt habe“, gab Druella scharf zurück.<br />
Bella sah sie empört und gekränkt an. Das war ja gar keine richtige Antwort! Da hatte ihre Mummy gar nicht drüber nachgedacht! Sie spürte, wie immer mehr Tränen über ihr Gesicht kullerten und wusste schon, dass Druella das gar nicht mochte. Und sie wollte das auch nicht. Sie hatte doch Geburtstag. Aber ihr Kopf schien das ganz von alleine zu machen und natürlich verlor die Fünfjährige die Kontrolle über ihren eigenen Körper. So ganz ohne Hilfe konnte sie das auch gar nicht schaffen.<br />
„Bellatrix“, wiederholte Druella scharf, „Wenn du nicht augenblicklich damit aufhörst, bekommst du heute gar kein Geschenk mehr!“<br />
Das war richtig unfair. So unfair, dass die Fünfjährige für einen Moment lang nur da stand und ihre Mutter anstarrte. Dann explodierte sie.<br />
<br />
„DU BIST GEMEIN!“<br />
Ein paar der Fenster klirrten unter dem emotionsgeladenen Ausbruch der Fünfjährigen, das Feuer im Kamin erlosch und die kleine Schockwelle, die von dem Kind ausging, fegte ein paar Sachen von den Tischen. Es war nicht der erste Magieausbruch. Und Druella wusste, wie das enden würde.<br />
Nur Morpheus… Morpheus saß immer noch auf seiner Sofalehne und wippte ein wenig hin und her. Das Auge wippte mit. In entgegengesetzter Richtung. Druella unterdrückte ein Würgen und packte ihre Tochter am Arm.<br />
„Jetzt reicht es endgültig. Wir gehen jetzt. Das hast du dir selbst zuzuschreiben. Wie kann man sich nur so unglaublich daneben benehmen? Ich bin sehr enttäuscht von dir. Zu Hause gehst du auf dein Zimmer. Und dann denkst du über dein Benehmen nach und darüber, wie peinlich du gerade für mich warst.“<br />
Bella bekam hingegen kaum noch Luft. Die Gedanken überschlugen sich heftig in dem Kinderkopf, ihre Mutter wirkte auf sie mehr wie eine Bedrohung denn ein sicherer Halt und sie wusste mittlerweile selbst nicht mehr, warum sie die Eule so unbedingt hatte haben wollen. Sie verstand auch nicht, was genau sie falsch gemacht hatte. Oder warum sie ihrer Mutter peinlich war.<br />
Auch Jahre später sollte Bella sich an den Moment erinnern, in dem sie begriffen hatte, dass ihre Mutter sie gar nicht liebte. Sie nicht lieben konnte. Sie war eben falsch. Und zu viel. Sie konnte es gar nicht richtig machen. Und es würde noch viele einsame Stunden in ihrem Kinderzimmer geben.<br />
<br />
<b>Januar 1969 - Brief an Orion</b><br />
Von: Bellatrix Black<br />
An: Den besten Onkel der Welt<br />
<br />
Lieber Onkel,<br />
<br />
ich hoffe, du verzeihst mir die direkte Art dieses Briefes, allerdings erschien es mir wenig sinnvoll um etwas herumzureden, das früher oder später ohnehin ein Thema wird.<br />
<br />
Ich möchte Rodolphus Lestrange heiraten. Und er möchte mich auch heiraten.<br />
<br />
Und bevor Mutter jetzt wieder anfängt dramatisch zu werden oder Vater sich wochenlang in Schweigen übt, wollte ich mich zuerst an dich wenden. Du bist immerhin einer wenigen Menschen innerhalb dieser Familie, die mir tatsächlich erstmal zuhören, bevor sie urteilen oder mich belächeln.<br />
Die Verbindung selbst dürfte kaum Anlass für ernsthafte Kritik bieten. Rodolphus entstammt einer alten und angesehenen Familie, bewegt sich gesellschaftlich sicher, besitzt ein gutes Verständnis für Verantwortung und ist intelligent genug um nicht bei jedem zweiten Satz das Bedürfnis in mir auszulösen, ihn zu vergiften. Ehrlich gesagt halte ich das für deutlich ausreichend und für mehr, als man über einen Großteil unserer Gesellschaft behaupten kann.<br />
<br />
Darüber hinaus arbeiten wir sehr gut zusammen und ich glaube, dass er der perfekte Mann für mich ist. Und er glaubt, dass ich die perfekte Frau für ihn bin. Wir ergänzen uns so gut. Und ich weiß, dass Vater sich bereits am umschauen ist und möchte nicht, dass mir diese eine Sache weggenommen wird, die mir wirklich wichtig ist.<br />
<br />
Und vielleicht klingt das jetzt ein wenig zu nüchtern, aber er respektiert mich. Und das ist mir sehr wichtig. Er versucht nicht, mich kleiner zu machen, korrigiert mich nicht ständig oder behandelt mich wie ein hübsches Möbelstück. Ich glaube, dass ich mit ihm das bekomme, was du mit Tante Walburga hast, Onkel Orion. Und allein das ist macht ihn zur besten Wahl, wie ich finde.<br />
Ich mag ihn wirklich sehr sehr gerne.<br />
<br />
Ich bin mir außerdem sehr bewusst, welche Erwartungen an mich gestellt werden. Ich weiß, was mein Name bedeutet und ich habe keineswegs vor, der Familie Schande zu bereiten. Aber so habe ich dann wenigstens einen Mann an meiner Seite, der mich gewählt hat. Und den ich gewählt habe.<br />
Mir ist bewusst, dass Vater jetzt vermutlich behaupten wird, dass ich noch zu jung sei und zu impulsiv. Und deshalb gar nicht in der Lage dazu bin, derartige Entscheidungen zu treffen. Allerdings hält man mich innerhalb dieser Familie ohnehin immer für zu laut, zu schwierig oder für zu emotional. Deshalb finde ich es nur fair, ihn zu übergehen und meine Entscheidung wenigstens einmal in meinem Leben selbst treffen zu dürfen. Oder dich darum zu bitten, sie für mich zu treffen.<br />
<br />
Bitte grüß Tante Walburga von mir. Ich hab sie wahnsinnig lieb. Und grüß auch Morpheus! Ich vermisse euch alle sehr.<br />
<br />
Ich hab dich lieb,<br />
<br />
deine Bella<br />
<br />
<b>1971 - Andromedas  Verrat</b><br />
Der Schock hing schwer in der Luft, während Bellatrix auf dem Bett saß und sich noch nicht einmal für das heutige Abendessen mit ihren Schwiegereltern und deren Besuch fertig gemacht hatte. <br />
Andromeda war fort. Sie war nicht tot. Oder verschwunden. Sie hatte sich einfach nur entschieden, zu gehen. Völlig freiwillig und ohne, dass sie jemand dazu gezwungen hätte. Das war schlimm. Sehr schlimm.<br />
Bellatrix steckte immer noch in den Reitklamotten, während ihre Gedanken sich immer weiter ineinander verhakten wie Dornenranken.<br />
Ein Schlammblut.<br />
Andromeda hatte die Familie, ihren Namen und alles, was sie besaßen, tatsächlich für ein verdammtes Schlammblut weggeworfen. Bella versuchte sich einzureden, dass sie einfach nur wütend war. Das Andromeda eben schwach gewesen war. Peinlich. Verräterisch. Aber unter der Wut saß etwas hässliches und reckte seine Fratze neugierig in die Höhe. Die Erkenntnis, dass ihre Schwester sich die Freiheit genommen hatte, einfach zu gehen. Während Bella stumm jede Schikane ihrer Persönlichkeit ertrug und sich nicht beschwerte.<br />
Es machte sie krank. Körperlich krank. Ihr Brustkorb fühlte sich eng an, ihre Gedanken waren viel zu schnell und trotzdem kreisten sie immer wieder um dieselben Fragen herum.<br />
Wie konnte man einfach so gehen?<br />
Wie konnte man sich gegen die eigenen Schwestern entscheiden?<br />
Bellatrix dachte an Narcissa und plötzlich wurde der Gedanke unerträglich, dass auch sie eines Tages verschwinden könnte. Dass Menschen das offenbar allgemein konnten. Liebe hielt sie nicht. Familie auch nicht. Und das Pflichtbewusstsein offenbar ebenfalls nicht.<br />
All diese Dinge, an die Bella glaubte und die ihr die Kraft gegeben hatte, diese Hölle durchzustehen, hatten am Ende nicht ausgereicht, um jemanden zum Bleiben zu bringen. Irgendetwas in ihr begann sich in diesem Moment zu verhärten. <br />
Wenn Menschen so freiwillig gingen, dann musste man in Zukunft eben dafür sorgen, dass sie gar nicht erst die Möglichkeit bekamen. Loyalität bedeutete nichts, wenn sie nicht absolut war. Also würde sie dafür sorgen, dass wenigstens Cissy blieb. Dass sie sich nahe waren. Näher als je zuvor.<br />
Und doch tat es weh. So weh, dass sie sich kaum noch denken hörte, so schlimm war es. Es fühlte sich an wie dieser Moment, in dem ihr bewusst geworden war, dass Druella sie nicht liebte. Es war schlimmer als jede Demütigung, die sie in ihrem Leben durch ihre Eltern erfahren hatte. Gesammelt und um ein vielfaches multipliziert.<br />
Es war Demütigung. Trauer. Frustration. Zorn. Enttäuschung darüber, dass Andromeda sich lieber für irgendein Schlammblut entschieden hatte, statt für ihre Familie. Das sie nicht stark geblieben war. Und Bella hasste sie dafür.<br />
Aber viel schlimmer war diese eine bohrende Frage in ihrem Kopf: Was genau war so schlimm an ihr als Schwester, dass nicht einmal sie ausgereicht hatte, um die jüngere Schwester zum Bleiben zu bewegen.<br />
<br />
<b>1977 - Narcissas Hochzeit</b><br />
Narcissa saß bereits vorm Spiegel, als Bellatrix das Brautzimmer betrat. Das helle Kleid ihrer jüngeren Schwester floss über den Stuhl hinweg wie flüssiges Licht, während Bellas schlichtes dunkelgrünes Kleid mit den silbernen Stickereien deutlich gesetzter war. Die Stickereien fanden sich auch in Narcissas Kleid und das Oberteil hatte Elemente im selben grün. Blütenblätter, die sich wie angemalt um ihre schlanke Statur wanden.<br />
Für einen Moment blieb Bella einfach in der Tür stehen. Nicht, weil sie so gerührt gewesen wäre. Sie war nun wirklich nicht der Typ für sentimentale Tränen oder zittrige Hände. Aber Cissy sah einfach wunderschön aus.<br />
Bella schloss die Tür hinter sich und trat näher heran, während Narcissa nervös an ihrem Verlobungsring drehte und immer wieder an ihren Fingernägeln herumfummelte.<br />
„Wenn du noch ein bisschen mehr an deinen Händen herummachst, ruinierst du dir nur die Nägel“, stellte Bella ruhig fest und griff sofort nach den Fingern ihrer Schwester, um sie davon abzuhalten. Entgegen der Hände Narcissas waren ihren vollkommen ruhig. Sie waren auch nicht kalt, sondern warm.<br />
Narcissa atmete hörbar aus.<br />
„Ich bin so nervös“, gestand sie.<br />
„Das hoffe ich doch. Es wäre ziemlich beleidigend für Lucius, wenn du heute völlig emotionslos wärst.“<br />
Ihre Schwester schnaubte leise und Bella war sich nicht sicher, ob das nun ein Lachen war oder Cissy sie einfach nicht ernst nehmen wollte. Ohnehin wanderte ihr Blick schon wieder zum Spiegel. Bellas folgte ihrem, sodass sie sich nun im Spiegel ansahen.<br />
„Warst du damals auch so aufgeregt?“<br />
Bella zog leicht die Augenbrauen zusammen und dachte einen Moment nach, dann schob sie eine Haarsträhne hinter Narcissas Ohr, obwohl sie dort eigentlich ganz ordentlich gelegen hatte.<br />
„Nein“, log sie ohne jedes schlechte Gewissen.<br />
Sofort verdrehte Narcissa die Augen. „Ach Bella…“<br />
„Na schön“, schmunzelte sie belustigt. „Vielleicht ein kleines bisschen. Ich glaube, ich habe Rodolphus kurz vorher noch erklärt, dass ich notfalls auch allein nach Frankreich auswandern könnte. Ich hatte schon Notfallpläne.“<br />
Das schlimmste daran war eigentlich, dass Rodolphus ihr schlichtweg Hilfe beim Packen zugesagt und entschieden hatte, dass er dann eben mitkommen musste.<br />
Für einen kurzen Moment wurde Bella ungewohnt stille. Ihre Finger glitten langsam über den Stoff über Narcissas Schulter, fast schon gedankenverloren.<br />
„Aber du musst nicht nervös sein. Hätte ich auch nicht gemusst“, informierte sie ihre Schwester dann sanft. „Lucius sieht dich an, als hätte irgendwer ihm den Mond vom Himmel geholt, Cissy. Du könntest vermutlich den gesamten Mittelgang entlangfallen und er würde dich trotzdem ansehen, als wärst du die eleganteste Frau im ganzen Raum.“<br />
Immerhin entrang sie ihrer Schwester doch ein kleines Lachen damit. <br />
„Und wenn irgendwer heute dir den Tag vermiesen will, dann kommst du zu mir. Und dann kümmern Rod und ich uns um das Problem.“<br />
Das immerhin war keine leere Floskel. Und das wusste Narcissa.<br />
<br />
<b>1973 - Das dunkle Mal</b><br />
Die schweren Vorhänge bewegten sich leicht im Luftzug des offenstehenden Fensters. Kühle Nachtluft strich durch das Zimmer und vermischte sich mit dem dumpfen Geruch zerwühlter Laken, heißer Haut und dem süßlichen Rest des teuren Weins, der noch irgendwo auf dem Nachttisch stand. Das Bett war ein einziges Chaos aus Decken, halb heruntergezogenen Laken und nackten Körpern. Zwei davon waren bereits eingeschlafen. Nur sie lag noch wach. Viel zu aufgedreht, um jetzt zu schlafen.<br />
Sie lag halb zwischen Rodolphus und Antonin, die dunklen Locken wirr über das Kissen verteilt, während ihre Gedanken sich immer weiter überschlugen. Ihr ganzer Körper summte noch angenehm nach. Von der Nacht. Von dem Abend. Von allem. Sie hatte das Gefühl, kaum stillhalten zu können, obwohl sie sich seit mehreren Minuten überhaupt nicht mehr bewegt hatte.<br />
Langsam hob sie den linken Arm ins fahle Mondlicht. Dort schimmerte es schwarz auf ihrer Haut. <br />
Sofort breitete sich dieses warme, beinahe fiebrige Gefühl in ihrer Brust aus und Bella konnte nicht verhindern, dass ihre Lippen sich zu einem langsamen Grinsen verzogen. Sie strich mit den Fingerspitzen darüber, vorsichtig. Fast, als könnte das Zeichen wieder verschwinden, wenn sie es zu sehr berührte. Noch immer fühlte es sich so unwirklich an.<br />
Bella glaubte nicht, jemals in ihrem Leben so vollkommen erfüllt gewesen zu sein. Nicht einmal als sie sich mit Rodolphus das Ja-Wort hatte geben dürfen. Jetzt fühlte sich alles gut an. Als hätten sich all die rastlosen Gedanken in ihrem Kopf endlich an einem Ort sammeln dürfen. Der dunkle Lord hatte sie angesehen und entschieden, dass sie würdig war. <br />
Neben ihr bewegte sich ihr Mann leicht im Schlaf und sofort fand ihre rechte Hand sein Haar, während Antonins Atem ruhig durch die Dunkelheit strich. Bella sank ein wenig tiefer ins Kissen zurück, das Herz pochte schnell gegen ihre Brust. Der Blick war noch immer auf das dunkle Mal auf ihrem Unterarm gerichtet.<br />
Sie wollte mehr davon. Mehr Magie. Mehr Nähe zum Dunklen Lord. Mehr Bedeutung. Mehr von diesem berauschenden Gefühl, endlich genau dort zu sein, wo sie hingehörte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Megaera Avery]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2635</link>
			<pubDate>Tue, 28 Apr 2026 21:41:36 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=353">Megaera Avery</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2635</guid>
			<description><![CDATA[Das Leben hätte so normal sein können. Nicht einfach, nein. Als Avery kann man es sich nicht leicht machen, darf man es sich nicht leicht machen, denn Blut ist Verpflichtung. Aber ganz sicher hätte Megaera jede noch so harte Arbeit bereitwillig in Kauf genommen, wäre ihr Schicksal ein anderes gewesen. <br />
<br />
Das erste, was ihr Leben aussergewöhnlich gemacht hatte, war das sichere Wissen gewesen, dass der Zauberstab ihrer Urgrossmutter, Talia, ihrer sein würde. Meg hatte es ihrem Vater gesagt, ihrer Mutter, ihrer älteren Schwester, aber sie hatten ihr nicht geglaubt. Sie hatten ihr so sehr nicht geglaubt, dass sie zeitweilen Angst gehabt hatten, dass die zweitälteste Tochter ein Squib sein könnte, bis sie schliessliich mit acht Jahren bei einem Wutanfall den Wintergarten gesprengt hatte. Damit hatte sich die Angst in Luft aufgelöst und den Eltern und auch dem Grossvater war klar geworden, dass Meg ein aussergewöhnliches Potenzial hatte. Noch besser hatten sie das verstanden, als bei den Vorbereitungen auf Hogwarts kein einziger von Ollivanders Zauberstäben auf das Mädchen reagiert hatten und sie sich an die energischen Worte der Tochter erinnerten: Der Zauberstab der Urgrossmutter, Talia Avery... <br />
<br />
Sie waren also nach Hause gereist und noch während Meg das Vitrinenzimmer, das sonst immer verboten gewesen war, betreten hatte, war deutlich geworden, dass es stimmte. Es stimmte, dass es ihr Zauberstab sein würde. Und es stimmte wohl auch, dass das Mädchen das im Alter von sechs Jahren schon gewusst hatte. Perfekt. Eine Hexe mit grossen Veranlagungen UND möglicherweise der Fähigkeit der Vorhersehung. Fleissig obendrein, wie sich bald herausstellte, und motiviert zu grosser Magie. <br />
<br />
Zugegeben, als nach den ZAGS der Notenbrief nach Hause geflattert war, hatte die Note in Kräuterkunde (Troll!) einiges an Ernüchterung mit sich gebracht, aber abgesehen davon hatte es keine Gründe gegeben, sich zu beschweren, ganz im Gegenteil. Ja, alles sah grossartig aus. Bis zu jenem Tag. <br />
<br />
Es war im August gewesen, als Megaeras Bauchgefühl sie in den Garten gelenkt hatte, wo sie ihren Bruder, Aristide, vorgefunden hatte. Er hatte ihr bewusst den Rücken zugewandt, als er sie hatte kommen sehen, aber trotzdem hatte sie noch einen Blick auf den Gegenstand auf dem kleinen Gartentisch erhaschen können. Ihr Zauberstab war geradezu in ihre Hand gesprungen und hatte, ganz seiner Natur gemäss, den Zauber schon gewirkt, bevor sie selbst hatte darüber nachdenken können. Sie hatte ihren Bruder weggerissen, dann noch versucht, mit einem Schlenker einen Schildzauber zu sprechen, doch dafür war es zu spät gewesen. Das Artefakt, mit welchem Ari so hirnlos (wie Meg findet) gespielt hatte, hatte sich bereits auf das neue Ziel eingerichtet und die schreckliche Wirkung ausgelöst gehabt. <br />
<br />
Aufgewacht war Meg im St. Mungos, wo ihr Vater gerade mit einer Heilerin gesprochen hatte. Ihr ganzes Bein war von einem Fluch befallen gewesen, schwarze Adern hatten sich darüber gezogen, und die Heiler hatten alles in ihrer Macht stehende getan. Und tatsächlich, es war ihnen gelungen, das Bein an sich zu retten, aber das Knie nicht. Es blieb instabil und beim kleinsten Bisschen Überlastung schmerzte es in einer Art, welche Meg schreien liess. Als sie mit drei Wochen Verspätung in Hogwarts auftauchte, war nichts mehr übrig geblieben von der lebensfrohen, jungen Hexe. Am Stock gehend verkroch sie sich im Gemeinschaftsraum und in der Bibliothek, vertiefte sich in ihren Lernstoff und versuchte, sich mit ihrem Schicksal abzufinden. Nie gab sie ihrem Bruder die Schuld. Nicht ausgesprochen. Er war zu klein, um Verantwortung zu übernehmen, und doch konnte sich Meg nie von dem Wissen lösen, dass ohne seinen Ungehorsam ihr Schicksal ein anderes gewesen wäre.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Das Leben hätte so normal sein können. Nicht einfach, nein. Als Avery kann man es sich nicht leicht machen, darf man es sich nicht leicht machen, denn Blut ist Verpflichtung. Aber ganz sicher hätte Megaera jede noch so harte Arbeit bereitwillig in Kauf genommen, wäre ihr Schicksal ein anderes gewesen. <br />
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Das erste, was ihr Leben aussergewöhnlich gemacht hatte, war das sichere Wissen gewesen, dass der Zauberstab ihrer Urgrossmutter, Talia, ihrer sein würde. Meg hatte es ihrem Vater gesagt, ihrer Mutter, ihrer älteren Schwester, aber sie hatten ihr nicht geglaubt. Sie hatten ihr so sehr nicht geglaubt, dass sie zeitweilen Angst gehabt hatten, dass die zweitälteste Tochter ein Squib sein könnte, bis sie schliessliich mit acht Jahren bei einem Wutanfall den Wintergarten gesprengt hatte. Damit hatte sich die Angst in Luft aufgelöst und den Eltern und auch dem Grossvater war klar geworden, dass Meg ein aussergewöhnliches Potenzial hatte. Noch besser hatten sie das verstanden, als bei den Vorbereitungen auf Hogwarts kein einziger von Ollivanders Zauberstäben auf das Mädchen reagiert hatten und sie sich an die energischen Worte der Tochter erinnerten: Der Zauberstab der Urgrossmutter, Talia Avery... <br />
<br />
Sie waren also nach Hause gereist und noch während Meg das Vitrinenzimmer, das sonst immer verboten gewesen war, betreten hatte, war deutlich geworden, dass es stimmte. Es stimmte, dass es ihr Zauberstab sein würde. Und es stimmte wohl auch, dass das Mädchen das im Alter von sechs Jahren schon gewusst hatte. Perfekt. Eine Hexe mit grossen Veranlagungen UND möglicherweise der Fähigkeit der Vorhersehung. Fleissig obendrein, wie sich bald herausstellte, und motiviert zu grosser Magie. <br />
<br />
Zugegeben, als nach den ZAGS der Notenbrief nach Hause geflattert war, hatte die Note in Kräuterkunde (Troll!) einiges an Ernüchterung mit sich gebracht, aber abgesehen davon hatte es keine Gründe gegeben, sich zu beschweren, ganz im Gegenteil. Ja, alles sah grossartig aus. Bis zu jenem Tag. <br />
<br />
Es war im August gewesen, als Megaeras Bauchgefühl sie in den Garten gelenkt hatte, wo sie ihren Bruder, Aristide, vorgefunden hatte. Er hatte ihr bewusst den Rücken zugewandt, als er sie hatte kommen sehen, aber trotzdem hatte sie noch einen Blick auf den Gegenstand auf dem kleinen Gartentisch erhaschen können. Ihr Zauberstab war geradezu in ihre Hand gesprungen und hatte, ganz seiner Natur gemäss, den Zauber schon gewirkt, bevor sie selbst hatte darüber nachdenken können. Sie hatte ihren Bruder weggerissen, dann noch versucht, mit einem Schlenker einen Schildzauber zu sprechen, doch dafür war es zu spät gewesen. Das Artefakt, mit welchem Ari so hirnlos (wie Meg findet) gespielt hatte, hatte sich bereits auf das neue Ziel eingerichtet und die schreckliche Wirkung ausgelöst gehabt. <br />
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Aufgewacht war Meg im St. Mungos, wo ihr Vater gerade mit einer Heilerin gesprochen hatte. Ihr ganzes Bein war von einem Fluch befallen gewesen, schwarze Adern hatten sich darüber gezogen, und die Heiler hatten alles in ihrer Macht stehende getan. Und tatsächlich, es war ihnen gelungen, das Bein an sich zu retten, aber das Knie nicht. Es blieb instabil und beim kleinsten Bisschen Überlastung schmerzte es in einer Art, welche Meg schreien liess. Als sie mit drei Wochen Verspätung in Hogwarts auftauchte, war nichts mehr übrig geblieben von der lebensfrohen, jungen Hexe. Am Stock gehend verkroch sie sich im Gemeinschaftsraum und in der Bibliothek, vertiefte sich in ihren Lernstoff und versuchte, sich mit ihrem Schicksal abzufinden. Nie gab sie ihrem Bruder die Schuld. Nicht ausgesprochen. Er war zu klein, um Verantwortung zu übernehmen, und doch konnte sich Meg nie von dem Wissen lösen, dass ohne seinen Ungehorsam ihr Schicksal ein anderes gewesen wäre.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Abraxas Malfoy]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2625</link>
			<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 11:44:07 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=351">Abraxas Malfoy</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2625</guid>
			<description><![CDATA[Du kannst dich noch gut daran erinnern, als dein Vater dir mitgeteilt hat, dass du nach Hogwarts gehen solltest. Dein Gesicht hatte sich kurz verzogen gehabt, allerdings hast du auch nicht wirklich widersprochen. Auch wenn Hogwarts als Schule näher dran war, hattest du als Kind immer gehofft auf Durmstrang zu dürfen. Ein Wunsch, der für dich leider nicht in Erfüllung ging, als die Eule aus Hogwarts zu dir nach Hause kam und dir den Brief überreichte. Du hattest im Grunde nichts gegen Hogwarts, doch für dich hatte Durmstrang schon immer einen besseren Ruf gehabt. Schade, dass es dazu nie gekommen ist. <br />
Der sprechende Hut hat dich in das Haus der Schlangen einsortiert und natürlich waren deine Eltern darüber sehr stolz. Und du dementsprechend auch. Ein Haus, welches deinem Namen gerecht wird, so hatte es dein Vater immer gesagt. Und am Ende hatte er sogar recht, warst du unter Deinesgleichen und hast bekannte Namen getroffen und dich letzten Endes mit ihnen angefreundet und die Zeit mit ihnen verbracht. Schule war für dich ein Mittel zum Zweck. Nichts, was dir großartig Spaß gemacht hat, was du alleridngs trotz allem in den Vordergrund gestwllt hast, um am Ende einen guten Abschlss zu erzielen, womit du später im Leben weiterkommen würdest. Dein Vater hatte viel von dir erwartet, wollte, dass du die besten Noten schreibst und wenn das nicht immer funktioniert hat, so konntest du ihn mit deinem Abschluss am Ende stolz machen. Und natürlich hast du nach deiner Schulzeit im Ministerium angefangen zu arbeiten. Man könnte deinen Weg bis zum jetzigen Abteilungsleiter als ein wenig unsicher und holprig bezeichnen und vielleicht bist du nicht gänzlich glücklich wo du nun bist, aber immerhin hast du etwas zu sagen und kannst das auch oft Nutzen, um Dinge in die richtige Richtung zu lenken. Vor allem für deine Arbeit als Todesser und das Vorankommen jener Pläne kann das von Bedeutung sein.<br />
Tom hast du in der Schulzeit kennengelernt und dich recht schnell mit ihm angefreundet. Ihr habt viel Zeit miteinander verbracht und in der Zeit hast du den Mann auch schätzen gelernt. Aus der Freundschaft entwickelte sich in deinen Augen etwas, was tiefgründiger war, immerhin gehörst du nun zum inneren Kreis der Todesser und darfst deine Gedanken äußern, wenn es von deiner Seite aus Bedenken gibt. Etwas, was nicht alle von sich aus behaupten können und dürfen. Tom, oder viel mehr Voldemort ist dir wichtig in deinem Leben und gehört wie deine Familie dazu. Für dich stehen diese zwei Dinge auf gleicher Ebene, was für dich vertretbar ist. Es war für dich auch keine Frage, ob du den Todessern beitreten möchtest, als Tom die Idee hatte und diese letztendlich auch in die Tat umgesetzt hat. Für dich war es selbstverständlich deinen Freund in seinem Tun und Handeln zu unterstützten. Gerade die Ansätze und der geplante Weg waren für dich grundlegend, um ein Ja zu äußern, auch wenn du mit der Oraginastion natürlich auch deine eigenen Wünsche und Ziele verfolgen kannst. Du weißt, dass du die Unterstützen bekommen würdest, wenn du danach fragst und gleichzeitig nutzt du deine Stimme im Ministerium, um die Todesser zu unterstützen. Auch wenn du im inneren kreis sitzt, bist du niemand, der schnell handgreiflich wird oder Gewalt in die tat umsetzt. Du bist eher der Mann, der für das Reden und für die Kontakte zuständig ist, was du auch sehr begrüßt.<br />
Und mittlerweile hast du sogar eine Familie gegründet und einen erwachsenen Sohn an deiner Seite, der hoffentlich den gleichen Weg einschlagen wird, wie du ihn gewählt hast, um dich stolz zu machen. Doch daran hast du keine Zweifel.<br />
<br />
Zu guter Letzt sind da noch deine Studien rund um die stablose Magie. Etwas, was als Interesse angefangen hat, hat sich schnell zu einer gewissen Leidenschaft entwickelt, wodurch du sogar durch Europa gereist bist, um dir verstecktes WIssen anzueignen, welches du erst in den unzähligen Bibliotheken der Zauberwelt finden musstest. Keine leichte Aufgabe und noch schwieriger ist es für dich diee Kunst zu erlernen, doch du warst schon damals ein sehr ehrgeiziger Mann. Du setzt Dinge um, die du dir in den Kopf gesetzt hast und hörst auch erst auf, wenn du mit dem Endergebnis zufrieden bist. Dein Ziel ist der stablose Kampf und bis dahin ist es für dich noch ein weiter weg, doch du freust dich über jeden Fortschritt den du machst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Du kannst dich noch gut daran erinnern, als dein Vater dir mitgeteilt hat, dass du nach Hogwarts gehen solltest. Dein Gesicht hatte sich kurz verzogen gehabt, allerdings hast du auch nicht wirklich widersprochen. Auch wenn Hogwarts als Schule näher dran war, hattest du als Kind immer gehofft auf Durmstrang zu dürfen. Ein Wunsch, der für dich leider nicht in Erfüllung ging, als die Eule aus Hogwarts zu dir nach Hause kam und dir den Brief überreichte. Du hattest im Grunde nichts gegen Hogwarts, doch für dich hatte Durmstrang schon immer einen besseren Ruf gehabt. Schade, dass es dazu nie gekommen ist. <br />
Der sprechende Hut hat dich in das Haus der Schlangen einsortiert und natürlich waren deine Eltern darüber sehr stolz. Und du dementsprechend auch. Ein Haus, welches deinem Namen gerecht wird, so hatte es dein Vater immer gesagt. Und am Ende hatte er sogar recht, warst du unter Deinesgleichen und hast bekannte Namen getroffen und dich letzten Endes mit ihnen angefreundet und die Zeit mit ihnen verbracht. Schule war für dich ein Mittel zum Zweck. Nichts, was dir großartig Spaß gemacht hat, was du alleridngs trotz allem in den Vordergrund gestwllt hast, um am Ende einen guten Abschlss zu erzielen, womit du später im Leben weiterkommen würdest. Dein Vater hatte viel von dir erwartet, wollte, dass du die besten Noten schreibst und wenn das nicht immer funktioniert hat, so konntest du ihn mit deinem Abschluss am Ende stolz machen. Und natürlich hast du nach deiner Schulzeit im Ministerium angefangen zu arbeiten. Man könnte deinen Weg bis zum jetzigen Abteilungsleiter als ein wenig unsicher und holprig bezeichnen und vielleicht bist du nicht gänzlich glücklich wo du nun bist, aber immerhin hast du etwas zu sagen und kannst das auch oft Nutzen, um Dinge in die richtige Richtung zu lenken. Vor allem für deine Arbeit als Todesser und das Vorankommen jener Pläne kann das von Bedeutung sein.<br />
Tom hast du in der Schulzeit kennengelernt und dich recht schnell mit ihm angefreundet. Ihr habt viel Zeit miteinander verbracht und in der Zeit hast du den Mann auch schätzen gelernt. Aus der Freundschaft entwickelte sich in deinen Augen etwas, was tiefgründiger war, immerhin gehörst du nun zum inneren Kreis der Todesser und darfst deine Gedanken äußern, wenn es von deiner Seite aus Bedenken gibt. Etwas, was nicht alle von sich aus behaupten können und dürfen. Tom, oder viel mehr Voldemort ist dir wichtig in deinem Leben und gehört wie deine Familie dazu. Für dich stehen diese zwei Dinge auf gleicher Ebene, was für dich vertretbar ist. Es war für dich auch keine Frage, ob du den Todessern beitreten möchtest, als Tom die Idee hatte und diese letztendlich auch in die Tat umgesetzt hat. Für dich war es selbstverständlich deinen Freund in seinem Tun und Handeln zu unterstützten. Gerade die Ansätze und der geplante Weg waren für dich grundlegend, um ein Ja zu äußern, auch wenn du mit der Oraginastion natürlich auch deine eigenen Wünsche und Ziele verfolgen kannst. Du weißt, dass du die Unterstützen bekommen würdest, wenn du danach fragst und gleichzeitig nutzt du deine Stimme im Ministerium, um die Todesser zu unterstützen. Auch wenn du im inneren kreis sitzt, bist du niemand, der schnell handgreiflich wird oder Gewalt in die tat umsetzt. Du bist eher der Mann, der für das Reden und für die Kontakte zuständig ist, was du auch sehr begrüßt.<br />
Und mittlerweile hast du sogar eine Familie gegründet und einen erwachsenen Sohn an deiner Seite, der hoffentlich den gleichen Weg einschlagen wird, wie du ihn gewählt hast, um dich stolz zu machen. Doch daran hast du keine Zweifel.<br />
<br />
Zu guter Letzt sind da noch deine Studien rund um die stablose Magie. Etwas, was als Interesse angefangen hat, hat sich schnell zu einer gewissen Leidenschaft entwickelt, wodurch du sogar durch Europa gereist bist, um dir verstecktes WIssen anzueignen, welches du erst in den unzähligen Bibliotheken der Zauberwelt finden musstest. Keine leichte Aufgabe und noch schwieriger ist es für dich diee Kunst zu erlernen, doch du warst schon damals ein sehr ehrgeiziger Mann. Du setzt Dinge um, die du dir in den Kopf gesetzt hast und hörst auch erst auf, wenn du mit dem Endergebnis zufrieden bist. Dein Ziel ist der stablose Kampf und bis dahin ist es für dich noch ein weiter weg, doch du freust dich über jeden Fortschritt den du machst.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Marlene Mckinnon]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2592</link>
			<pubDate>Tue, 16 Dec 2025 21:10:34 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=344">Marlene Mckinnon</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2592</guid>
			<description><![CDATA[Marlene Aidene McKinnon wurde am 24. Dezember 1959 geboren, als jüngstes Kind einer Familie, die nach außen hin geordnet, erfolgreich und kontrolliert wirkte. Schon früh war klar, dass sie „die Kleine“ war  nicht im Sinne von Schwäche, sondern im Sinne von Schutz. Ihre beiden älteren Brüder hatten stets einen gewissen Vorsprung: an Größe, an Selbstverständlichkeit, an Freiheit. Marlene wuchs mit dem Gefühl auf, hinterherzulaufen  und gleichzeitig genau zu beobachten. Zu ihren Brüdern hatte sie eine enge, aber nicht immer einfache Beziehung. Sie liebte sie, wollte dazugehören, ernst genommen werden, nicht nur „die Schwester“ sein. Anfangs war sie oft das Anhängsel, das hinterhertrabte, das mitspielen wollte, auch wenn die Spiele eigentlich nicht für sie gedacht waren. Doch Marlene lernte schnell, sich durchzusetzen. Sie wurde lauter, direkter, unbequemer  und irgendwann hörten die Brüder auf, sie wegzuschicken. Nicht, weil sie klein war, sondern weil sie blieb. Die Bindung war geprägt von Neckereien, Streit und Loyalität. Sie wusste, dass sie sich auf sie verlassen konnte  auch wenn man das nicht ständig sagte.<br />
Die prägendste Beziehung ihrer Kindheit war jedoch die zu ihrer Mutter Peregrina. Peregrina war keine Mutter, die viel erklärte oder tröstete, aber sie war verlässlich. Klar. Anwesend auf ihre eigene Art. Marlene wuchs mit dem Bild einer Frau auf, die Verantwortung trug, Entscheidungen traf und sich ihren Platz nicht erbat, sondern einnahm. Sie bewunderte ihre Mutter früh  nicht kindlich verklärt, sondern mit einem wachsamen Blick. Gleichzeitig spürte sie auch die Distanz. Peregrina liebte ihre Kinder, zweifellos, aber sie liebte ebenso ihre Arbeit, ihre Haltung, ihre Überzeugungen. Nähe musste man sich bei ihr verdienen durch Ehrlichkeit, nicht durch Tränen.Marlene wollte gesehen werden. Nicht bemitleidet, nicht geschont. Sie wollte, dass ihre Mutter sie ernst nahm. Und so entwickelte sie früh eine Art, stark zu wirken, selbst wenn sie es nicht immer war. Peregrina wiederum erkannte diese Stärke  vielleicht früher, als Marlene dachte  und ließ sie gewähren. Sie schützte ihre Tochter nicht vor allem. Sie traute ihr etwas zu. Das war Liebe, auch wenn sie sich nicht immer so anfühlte.<br />
Ihr Vater war das Gegenstück dazu. Warmherziger, offener, manchmal lauter. Er liebte das Leben, den Sport, den Applaus  und liebte seine Tochter ehrlich, wenn auch auf eine Weise, die Marlene nicht immer erreichte. Quidditch spielte in seiner Welt eine große Rolle, ebenso öffentliche Aufmerksamkeit, und Marlene spürte früh, dass sie darin keinen Platz für sich fand. Er versuchte, sie mitzunehmen, sie zu begeistern, sie teilhaben zu lassen  und verstand nicht ganz, warum sie sich dem entzog. Das Verhältnis blieb liebevoll, aber leicht verschoben. Sie redeten oft aneinander vorbei. Wo er Leichtigkeit suchte, suchte Marlene Sinn.<br />
Als Kind war Marlene lebendig, neugierig und schnell empört. Sie hatte eine ausgeprägte Antenne für Stimmungen. Wenn etwas nicht stimmte, merkte sie es. Wenn jemand unfair behandelt wurde, konnte sie das kaum ertragen. Schon früh stellte sie sich schützend vor andere Kinder  nicht geplant, nicht heldenhaft, sondern instinktiv. Ihre Magie zeigte sich ähnlich: nicht spektakulär, sondern emotional. Dinge bewegten sich, wenn sie wütend war. Schutz entstand, wenn sie Angst um jemanden hatte.<br />
Der Hogwartsbrief kam nicht überraschend, aber er markierte dennoch einen Wendepunkt. Hogwarts war für Marlene McKinnon kein Neuanfang im Sinne von Flucht, sondern eher ein Prüfstein. Sie kam mit einem klaren Gefühl dafür an, wer sie nicht sein wollte und nur einer vagen Ahnung davon, wer sie einmal werden könnte. Gryffindor fühlte sich richtig an, auch wenn sie das nicht sofort in Worte fassen konnte. Mut war ihr nie fremd gewesen, aber hier lernte sie, was es bedeutete, ihn zu zeigen, ohne dabei allein zu sein.Die ersten Schuljahre waren geprägt von Orientierung. Marlene war keine Außenseiterin, aber auch kein Mittelpunkt. Sie beobachtete viel, hörte zu, sortierte. Ihre Freundschaft zu Lily Evans und Mary McDonald vertiefte sich in dieser Zeit  sie lernten gemeinsam, stritten sich über Hausaufgaben, über Zauber, über Prinzipien. Lily war strukturierter, bedachter, manchmal strenger mit sich selbst. Marlene war impulsiver, schneller mit dem Herzen. Sie ergänzten sich, gaben einander Halt, ohne sich zu verlieren. Für Marlene war Lily früh mehr als nur eine Freundin  sie war ein Maßstab. So wie Mary auch.<br />
Mit den Jungs aus Gryffindor war es zunächst komplizierter. James Potter und Sirius Black waren präsent, selbstsicher manchmal bis zur Selbstüberschätzung. Marlene mochte das nicht auf Anhieb. Sie mochte kein unnötiges Getöse und schon gar nicht das Gefühl, übersehen zu werden. Doch sie ließ sich nicht abschrecken. Sie konterte, widersprach, blieb. Und genau das brachte ihr Respekt ein. Aus Skepsis wurde Nähe, aus Nähe Zugehörigkeit. Remus Lupin wurde für sie schnell ein stiller Fixpunkt jemand, der zuhörte, ohne zu drängen. Peter Pettigrew wirkte oft verloren in der Gruppe, und Marlene war eine derjenigen, die ihn nie bewusst zurückließen, auch wenn sie ihn nicht immer verstand.<br />
Die Schulzeit brachte Konflikte. Nicht jeder mochte Marlenes Haltung. Sie mischte sich ein, stellte sich vor andere, widersprach offen, wenn sie Ungerechtigkeit wahrnahm. Besonders angriffe gegen Muggelstämmige brachte sie auf. Sie konnte das nicht stehen lassen  egal, wer der Absender war. Das brachte ihr Ärger ein, Nachsitzen, mahnende Gespräche. Doch Marlene bereute nichts davon. Sie lernte früh, dass es Konsequenzen gibt  und dass man mit ihnen leben kann. Akademisch war Marlene solide bis gut. Besonders in Verteidigung gegen die Dunklen Künste zeigte sich ihr Talent. Nicht elegant, nicht immer sauber, aber effektiv. Sie lernte schnell, reagierte instinktiv, blieb auch unter Druck handlungsfähig. Theorie langweilte sie schneller als andere, doch sobald es praktisch wurde, war sie da. Mit den Jahren veränderte sich der Ton in Hogwarts. Gerüchte wurden konkreter. Namen wurden geflüstert. Verschwundene tauchten nicht mehr auf. Marlene spürte, wie sich etwas verschob  in Gesprächen, in Blicken, in dem, was man sagte und dem, was man verschwieg. Für sie war das kein abstrakter Konflikt. Es ging um Menschen, um Freunde, um die Frage, ob man sich wegduckte oder Haltung zeigte. In den späteren Schuljahren begann Marlene, sich selbst kritischer zu sehen. Sie zweifelte öfter, hinterfragte Entscheidungen, fragte sich, ob ihr Impuls, immer einzugreifen, wirklich half oder ob er manchmal mehr kaputt machte. Doch diese Zweifel machten sie nicht leiser. Sie machten sie bewusster. Sie lernte, zuzuhören, abzuwägen  ohne ihre Grundsätze aufzugeben.Der Gedanke an die Zeit nach Hogwarts ließ sie nicht los. Quidditch war nie eine Option gewesen. Ruhm ebenso wenig. Was blieb, war das Bedürfnis, etwas zu tun. Etwas, das über Worte hinausging. Die Entscheidung für die magische Strafverfolgung fiel nicht an einem bestimmten Tag  sie wuchs. Mit jeder Ungerechtigkeit, die sie sah. Mit jedem Moment, in dem sie sich wünschte, mehr tun zu können als nur dazwischenzugehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Marlene Aidene McKinnon wurde am 24. Dezember 1959 geboren, als jüngstes Kind einer Familie, die nach außen hin geordnet, erfolgreich und kontrolliert wirkte. Schon früh war klar, dass sie „die Kleine“ war  nicht im Sinne von Schwäche, sondern im Sinne von Schutz. Ihre beiden älteren Brüder hatten stets einen gewissen Vorsprung: an Größe, an Selbstverständlichkeit, an Freiheit. Marlene wuchs mit dem Gefühl auf, hinterherzulaufen  und gleichzeitig genau zu beobachten. Zu ihren Brüdern hatte sie eine enge, aber nicht immer einfache Beziehung. Sie liebte sie, wollte dazugehören, ernst genommen werden, nicht nur „die Schwester“ sein. Anfangs war sie oft das Anhängsel, das hinterhertrabte, das mitspielen wollte, auch wenn die Spiele eigentlich nicht für sie gedacht waren. Doch Marlene lernte schnell, sich durchzusetzen. Sie wurde lauter, direkter, unbequemer  und irgendwann hörten die Brüder auf, sie wegzuschicken. Nicht, weil sie klein war, sondern weil sie blieb. Die Bindung war geprägt von Neckereien, Streit und Loyalität. Sie wusste, dass sie sich auf sie verlassen konnte  auch wenn man das nicht ständig sagte.<br />
Die prägendste Beziehung ihrer Kindheit war jedoch die zu ihrer Mutter Peregrina. Peregrina war keine Mutter, die viel erklärte oder tröstete, aber sie war verlässlich. Klar. Anwesend auf ihre eigene Art. Marlene wuchs mit dem Bild einer Frau auf, die Verantwortung trug, Entscheidungen traf und sich ihren Platz nicht erbat, sondern einnahm. Sie bewunderte ihre Mutter früh  nicht kindlich verklärt, sondern mit einem wachsamen Blick. Gleichzeitig spürte sie auch die Distanz. Peregrina liebte ihre Kinder, zweifellos, aber sie liebte ebenso ihre Arbeit, ihre Haltung, ihre Überzeugungen. Nähe musste man sich bei ihr verdienen durch Ehrlichkeit, nicht durch Tränen.Marlene wollte gesehen werden. Nicht bemitleidet, nicht geschont. Sie wollte, dass ihre Mutter sie ernst nahm. Und so entwickelte sie früh eine Art, stark zu wirken, selbst wenn sie es nicht immer war. Peregrina wiederum erkannte diese Stärke  vielleicht früher, als Marlene dachte  und ließ sie gewähren. Sie schützte ihre Tochter nicht vor allem. Sie traute ihr etwas zu. Das war Liebe, auch wenn sie sich nicht immer so anfühlte.<br />
Ihr Vater war das Gegenstück dazu. Warmherziger, offener, manchmal lauter. Er liebte das Leben, den Sport, den Applaus  und liebte seine Tochter ehrlich, wenn auch auf eine Weise, die Marlene nicht immer erreichte. Quidditch spielte in seiner Welt eine große Rolle, ebenso öffentliche Aufmerksamkeit, und Marlene spürte früh, dass sie darin keinen Platz für sich fand. Er versuchte, sie mitzunehmen, sie zu begeistern, sie teilhaben zu lassen  und verstand nicht ganz, warum sie sich dem entzog. Das Verhältnis blieb liebevoll, aber leicht verschoben. Sie redeten oft aneinander vorbei. Wo er Leichtigkeit suchte, suchte Marlene Sinn.<br />
Als Kind war Marlene lebendig, neugierig und schnell empört. Sie hatte eine ausgeprägte Antenne für Stimmungen. Wenn etwas nicht stimmte, merkte sie es. Wenn jemand unfair behandelt wurde, konnte sie das kaum ertragen. Schon früh stellte sie sich schützend vor andere Kinder  nicht geplant, nicht heldenhaft, sondern instinktiv. Ihre Magie zeigte sich ähnlich: nicht spektakulär, sondern emotional. Dinge bewegten sich, wenn sie wütend war. Schutz entstand, wenn sie Angst um jemanden hatte.<br />
Der Hogwartsbrief kam nicht überraschend, aber er markierte dennoch einen Wendepunkt. Hogwarts war für Marlene McKinnon kein Neuanfang im Sinne von Flucht, sondern eher ein Prüfstein. Sie kam mit einem klaren Gefühl dafür an, wer sie nicht sein wollte und nur einer vagen Ahnung davon, wer sie einmal werden könnte. Gryffindor fühlte sich richtig an, auch wenn sie das nicht sofort in Worte fassen konnte. Mut war ihr nie fremd gewesen, aber hier lernte sie, was es bedeutete, ihn zu zeigen, ohne dabei allein zu sein.Die ersten Schuljahre waren geprägt von Orientierung. Marlene war keine Außenseiterin, aber auch kein Mittelpunkt. Sie beobachtete viel, hörte zu, sortierte. Ihre Freundschaft zu Lily Evans und Mary McDonald vertiefte sich in dieser Zeit  sie lernten gemeinsam, stritten sich über Hausaufgaben, über Zauber, über Prinzipien. Lily war strukturierter, bedachter, manchmal strenger mit sich selbst. Marlene war impulsiver, schneller mit dem Herzen. Sie ergänzten sich, gaben einander Halt, ohne sich zu verlieren. Für Marlene war Lily früh mehr als nur eine Freundin  sie war ein Maßstab. So wie Mary auch.<br />
Mit den Jungs aus Gryffindor war es zunächst komplizierter. James Potter und Sirius Black waren präsent, selbstsicher manchmal bis zur Selbstüberschätzung. Marlene mochte das nicht auf Anhieb. Sie mochte kein unnötiges Getöse und schon gar nicht das Gefühl, übersehen zu werden. Doch sie ließ sich nicht abschrecken. Sie konterte, widersprach, blieb. Und genau das brachte ihr Respekt ein. Aus Skepsis wurde Nähe, aus Nähe Zugehörigkeit. Remus Lupin wurde für sie schnell ein stiller Fixpunkt jemand, der zuhörte, ohne zu drängen. Peter Pettigrew wirkte oft verloren in der Gruppe, und Marlene war eine derjenigen, die ihn nie bewusst zurückließen, auch wenn sie ihn nicht immer verstand.<br />
Die Schulzeit brachte Konflikte. Nicht jeder mochte Marlenes Haltung. Sie mischte sich ein, stellte sich vor andere, widersprach offen, wenn sie Ungerechtigkeit wahrnahm. Besonders angriffe gegen Muggelstämmige brachte sie auf. Sie konnte das nicht stehen lassen  egal, wer der Absender war. Das brachte ihr Ärger ein, Nachsitzen, mahnende Gespräche. Doch Marlene bereute nichts davon. Sie lernte früh, dass es Konsequenzen gibt  und dass man mit ihnen leben kann. Akademisch war Marlene solide bis gut. Besonders in Verteidigung gegen die Dunklen Künste zeigte sich ihr Talent. Nicht elegant, nicht immer sauber, aber effektiv. Sie lernte schnell, reagierte instinktiv, blieb auch unter Druck handlungsfähig. Theorie langweilte sie schneller als andere, doch sobald es praktisch wurde, war sie da. Mit den Jahren veränderte sich der Ton in Hogwarts. Gerüchte wurden konkreter. Namen wurden geflüstert. Verschwundene tauchten nicht mehr auf. Marlene spürte, wie sich etwas verschob  in Gesprächen, in Blicken, in dem, was man sagte und dem, was man verschwieg. Für sie war das kein abstrakter Konflikt. Es ging um Menschen, um Freunde, um die Frage, ob man sich wegduckte oder Haltung zeigte. In den späteren Schuljahren begann Marlene, sich selbst kritischer zu sehen. Sie zweifelte öfter, hinterfragte Entscheidungen, fragte sich, ob ihr Impuls, immer einzugreifen, wirklich half oder ob er manchmal mehr kaputt machte. Doch diese Zweifel machten sie nicht leiser. Sie machten sie bewusster. Sie lernte, zuzuhören, abzuwägen  ohne ihre Grundsätze aufzugeben.Der Gedanke an die Zeit nach Hogwarts ließ sie nicht los. Quidditch war nie eine Option gewesen. Ruhm ebenso wenig. Was blieb, war das Bedürfnis, etwas zu tun. Etwas, das über Worte hinausging. Die Entscheidung für die magische Strafverfolgung fiel nicht an einem bestimmten Tag  sie wuchs. Mit jeder Ungerechtigkeit, die sie sah. Mit jedem Moment, in dem sie sich wünschte, mehr tun zu können als nur dazwischenzugehen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sergej Koroljow]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2586</link>
			<pubDate>Sat, 13 Dec 2025 14:28:05 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=342">Sergej Koroljow</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2586</guid>
			<description><![CDATA[Sergej-Michail Aleksandrowitsch Koroljow wuchs als einziges Kind einer einflussreichen Reinblutfamilie auf. Geboren in England, mit britischer wie russischer Staatsbürgerschaft, war seine Kindheit von Bewegung und Übergängen geprägt  zwischen London und Moskau, zwischen öffentlicher Präsenz und abgeschirmtem Familienleben, zwischen Nähe und emotionaler Distanz. Das Umfeld, in dem er aufwuchs, war geprägt von Bildung, Kontrolle und unausgesprochenen Erwartungen.<br />
<br />
Die prägendste Konstante in Sergejs Leben war stets sein Vater Aleksander. Zwischen den beiden entwickelte sich früh eine enge, vertrauensvolle Beziehung, die Sergej Halt, Orientierung und Anerkennung bot. Aleksander war nicht nur Vorbild, sondern auch Bezugspunkt, an dessen Haltung, Einfluss und Selbstkontrolle Sergej sich maß. Diese Nähe zeigte sich auch ganz konkret: Sergejs Zauberstab wurde von seinem Vater eigens für ihn angefertigt  ein Zeichen von Vertrauen, Erwartung und Bindung, das für Sergej bis heute weit über seinen praktischen Nutzen hinaus Bedeutung hat.<br />
<br />
Das Verhältnis zu seiner Mutter Eileen hingegen blieb distanziert. Sie hatte nie den Wunsch nach Mutterschaft und investierte wenig emotionale Nähe in die Beziehung zu ihrem Sohn. Zeitweise versuchte sie, Sergej unterschwellig gegen seinen Vater zu positionieren, vor allem über Schuldzuweisungen und emotionale Vorwürfe. Diese Versuche scheiterten, verstärkten jedoch ihre Frustration über die enge Vater-Sohn-Bindung. Sergej wuchs mit dem Bewusstsein auf, von seiner Mutter wenig Zuwendung zu erwarten  verteidigt sie jedoch entschieden, wenn andere schlecht über sie sprechen.<br />
<br />
Die Schulzeit in Hogwarts bedeutete für Sergej keinen Bruch, sondern eine Bestätigung. Als Slytherin fand er sich rasch zurecht und entwickelte früh ein Gespür dafür, wie man Wirkung erzielt, ohne sich festzulegen. Er lernte, Menschen zu lesen, Situationen einzuschätzen und Charme als Werkzeug einzusetzen. Freundschaften und Beziehungen waren zahlreich, aber selten dauerhaft  Nähe war ihm wichtig, doch er hielt sich stets eine Hintertür offen. Nach dem Schulabschluss entschied sich Sergej bewusst für den Weg ins Ministerium und begann die Ausbildung zum Auror. Nicht aus Idealismus, sondern aus dem Wunsch heraus, Strukturen zu verstehen, Machtmechanismen zu durchdringen und Teil der gestaltenden Ebene der magischen Gesellschaft zu werden. Die Ausbildung konfrontierte ihn erstmals ernsthaft mit Gewalt, Verantwortung und den Schwächen eines Systems, das in seinen Augen zu zögerlich und zu kompromissbereit agierte.<br />
<br />
In dieser Phase begann Sergej, sich intensiver mit der Ideologie des Dunklen Lords auseinanderzusetzen. Was ihn anzog, war weniger offener Terror als die Klarheit der Ziele, die Konsequenz im Handeln und das Versprechen von Führung statt Stillstand. Die zunehmenden Spannungen der 1970er-Jahre bestärkten ihn in der Überzeugung, dass die bestehende Ordnung nicht stark genug sei, um die magische Welt dauerhaft zu sichern. Nach Abschluss der Ausbildung wurde Sergej als Auror übernommen und sammelte rasch praktische Einsatzerfahrung. Nach außen blieb er der charmante, scheinbar unbeschwerte junge Mann; intern jedoch begann er, Informationen zu ordnen, Menschen einzuordnen und seine Loyalitäten neu zu definieren. Sein Wunsch, eines Tages so einflussreich zu sein wie sein Vater, wuchs  ebenso wie die leise Ahnung, dass Aleksander möglicherweise mehr wisse und tiefer verstrickt sei, als er offen zugab. Heute steht Sergej an der Schwelle zwischen Pflicht und Überzeugung. Er ist Teil des Systems, das er zunehmend kritisch betrachtet, und zugleich bereit, sich einer Bewegung anzuschließen, die ihm Sinn, Zugehörigkeit und Perspektive verspricht. Seine Entscheidungen sind nicht impulsiv, sondern das Ergebnis eines langen, stillen Reifungsprozesses  und sie führen ihn Schritt für Schritt näher an einen Punkt, von dem es kein Zurück mehr geben wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Sergej-Michail Aleksandrowitsch Koroljow wuchs als einziges Kind einer einflussreichen Reinblutfamilie auf. Geboren in England, mit britischer wie russischer Staatsbürgerschaft, war seine Kindheit von Bewegung und Übergängen geprägt  zwischen London und Moskau, zwischen öffentlicher Präsenz und abgeschirmtem Familienleben, zwischen Nähe und emotionaler Distanz. Das Umfeld, in dem er aufwuchs, war geprägt von Bildung, Kontrolle und unausgesprochenen Erwartungen.<br />
<br />
Die prägendste Konstante in Sergejs Leben war stets sein Vater Aleksander. Zwischen den beiden entwickelte sich früh eine enge, vertrauensvolle Beziehung, die Sergej Halt, Orientierung und Anerkennung bot. Aleksander war nicht nur Vorbild, sondern auch Bezugspunkt, an dessen Haltung, Einfluss und Selbstkontrolle Sergej sich maß. Diese Nähe zeigte sich auch ganz konkret: Sergejs Zauberstab wurde von seinem Vater eigens für ihn angefertigt  ein Zeichen von Vertrauen, Erwartung und Bindung, das für Sergej bis heute weit über seinen praktischen Nutzen hinaus Bedeutung hat.<br />
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Das Verhältnis zu seiner Mutter Eileen hingegen blieb distanziert. Sie hatte nie den Wunsch nach Mutterschaft und investierte wenig emotionale Nähe in die Beziehung zu ihrem Sohn. Zeitweise versuchte sie, Sergej unterschwellig gegen seinen Vater zu positionieren, vor allem über Schuldzuweisungen und emotionale Vorwürfe. Diese Versuche scheiterten, verstärkten jedoch ihre Frustration über die enge Vater-Sohn-Bindung. Sergej wuchs mit dem Bewusstsein auf, von seiner Mutter wenig Zuwendung zu erwarten  verteidigt sie jedoch entschieden, wenn andere schlecht über sie sprechen.<br />
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Die Schulzeit in Hogwarts bedeutete für Sergej keinen Bruch, sondern eine Bestätigung. Als Slytherin fand er sich rasch zurecht und entwickelte früh ein Gespür dafür, wie man Wirkung erzielt, ohne sich festzulegen. Er lernte, Menschen zu lesen, Situationen einzuschätzen und Charme als Werkzeug einzusetzen. Freundschaften und Beziehungen waren zahlreich, aber selten dauerhaft  Nähe war ihm wichtig, doch er hielt sich stets eine Hintertür offen. Nach dem Schulabschluss entschied sich Sergej bewusst für den Weg ins Ministerium und begann die Ausbildung zum Auror. Nicht aus Idealismus, sondern aus dem Wunsch heraus, Strukturen zu verstehen, Machtmechanismen zu durchdringen und Teil der gestaltenden Ebene der magischen Gesellschaft zu werden. Die Ausbildung konfrontierte ihn erstmals ernsthaft mit Gewalt, Verantwortung und den Schwächen eines Systems, das in seinen Augen zu zögerlich und zu kompromissbereit agierte.<br />
<br />
In dieser Phase begann Sergej, sich intensiver mit der Ideologie des Dunklen Lords auseinanderzusetzen. Was ihn anzog, war weniger offener Terror als die Klarheit der Ziele, die Konsequenz im Handeln und das Versprechen von Führung statt Stillstand. Die zunehmenden Spannungen der 1970er-Jahre bestärkten ihn in der Überzeugung, dass die bestehende Ordnung nicht stark genug sei, um die magische Welt dauerhaft zu sichern. Nach Abschluss der Ausbildung wurde Sergej als Auror übernommen und sammelte rasch praktische Einsatzerfahrung. Nach außen blieb er der charmante, scheinbar unbeschwerte junge Mann; intern jedoch begann er, Informationen zu ordnen, Menschen einzuordnen und seine Loyalitäten neu zu definieren. Sein Wunsch, eines Tages so einflussreich zu sein wie sein Vater, wuchs  ebenso wie die leise Ahnung, dass Aleksander möglicherweise mehr wisse und tiefer verstrickt sei, als er offen zugab. Heute steht Sergej an der Schwelle zwischen Pflicht und Überzeugung. Er ist Teil des Systems, das er zunehmend kritisch betrachtet, und zugleich bereit, sich einer Bewegung anzuschließen, die ihm Sinn, Zugehörigkeit und Perspektive verspricht. Seine Entscheidungen sind nicht impulsiv, sondern das Ergebnis eines langen, stillen Reifungsprozesses  und sie führen ihn Schritt für Schritt näher an einen Punkt, von dem es kein Zurück mehr geben wird.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Lily Evans]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2581</link>
			<pubDate>Mon, 08 Dec 2025 14:17:26 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=341">Lily Evans</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2581</guid>
			<description><![CDATA[<b>» Kindheit in einem normalen Dorf, mit normalen Freunden und ein bisschen Magie.</b> (1960-1969)<br />
<br />
Lily erinnert sich gerne an die Zeit zurück, in der sie mit Petunia draußen nach der Schule gespielt hat, während ihre Eltern noch arbeiten waren - das taten Eltern in den 60er Jahren oft so, wenn das Einkommen des Mannes nicht ausreichte, um die Haushaltskosten zu decken. In Cokesworth gab es nicht viel für Kinder zutun, außer draußen auf der Straße mit Kreide zu malen, über Seile zu hüpfen und auf dem rostigen Spielplatz zu schaukeln. Machte aber nichts, denn alles, was Petunia mit ihren Freunden gemacht hat, fand Lily cool. <br />
Vermutlich hing sie ihrer großen Schwester ein wenig zu sehr am Rockzipfel und wollte ihr zu sehr gefallen, plapperte ihr zu oft nach und nahm sie als Vorbild für viele soziale Interaktionen. Sie weinte, wenn Petunia bei Kartenspielen schummelte, und hörte auf sie, wenn sie ihr anwies, nicht über den Nachbarszaun zu klettern.<br />
Eine Weile jedenfalls. Lily begriff damals schon mit ihrem kleinen Köpfchen, dass ihre Eltern sie immer belächelten, wenn sie mal wieder über die Möbelstücke sprang und behauptete, der Boden wäre Lava, während Petunia nur einen strengen Blick von ihrem Vater erntete mit einem schroffen <i>Setz deiner Schwester nicht solche Flausen in den Kopf.</i> Denn sie war ja die Ältere. Sie hatte mit Lily ja zu teilen - ihre Zeit, die sie lieber mit ihren eigenen Freunden verbringen wollte, ihre Spielsachen, sogar ihre Kleidung. Lily selbst hielt sich nur zurück, weil sie sich nicht schon wieder mit Petunia streiten, sondern ihr gefallen wollte; von ganzem Herzen. Es schien ihr nur von Jahr zu Jahr schwerer zu fallen.<br />
<br />
Irgendwie hatte sie schon immer gewusst, dass etwas mit ihr nicht stimmte, dass da etwas war, das sie nicht fassen konnte. Es fing tatsächlich bereits vor ihrem 10. Lebensjahr an, immer wieder in kleinen, spontanen <i>Wundern</i>, wie ihre Eltern es betitelten, wenn das Licht im Wohnzimmer doch wieder anging, obwohl der Strom eigentlich ausgefallen war, das Radio auf einmal mitten in den Nachrichten Lilys Lieblingslied spielte oder Blumen sich nach ihr ausstreckten. Mit <u>frischen 9 Jahren</u> wusste sie bereits, dass sie sicher landen würde, auch wenn sie sich von der Schaukel in die Luft katapultierte und im Freifall lachend ihre Arme ausstreckte - sie hatte sich schließlich schon oft genug dabei die Knie aufgeschürft. Die Blumen taten mittlerweile oft das, was sie wollte, und sie verstand nicht, warum <i>Tuny</i> nicht genauso fasziniert von den Blüten sein konnte, die in Lilys kleiner Hand auf und zuklappten wie eine atmende Muschel, sondern sie nur schroff anwies, sowas nicht draußen zu machen, wo man sie sehen konnte.<br />
<br />
<b>» Türen zu einer neuen Welt</b> (1969-1971)<br />
<br />
Dass die beiden Schwestern schon über längere Zeit aus sicherer Entfernung heraus beobachtet wurden, wurde ihnen erst bewusst, als <u>der Junge aus Spinner's End</u> auf sie zukam und Lily darauf ansprach, was sie demonstrierte. Es war kindliche Neugierde, die sie an seine Lippen band, da er Antworten auf ihre Fragen hatte. Was andere Kinder an ihm störten, seine unpassenden Kleidungsstücke und ungewaschenen Haare, war für Lily kaum von Bedeutung, wenn er ihr die Welt erklärte; eine Welt, die auf einmal einen Platz für sie hatte. Eine Welt, zu der Petunia keinen Zutritt hatte; etwas, das Lily schon länger bewusst gewesen war, sie aber nie so recht begreifen wollte. <br />
In der magischen Welt, wie <u>Severus Snape</u> ihr erklärte, hatten Muggel wie ihre Schwester keinen Platz. Lily und er waren für Großes bestimmt, würden an eine magische Schule gehen und Fantastisches erleben. Petunia verstehe nichts, weil sie ein Muggel war, und sie wäre eifersüchtig, also nenne sie Lily gemeinerweise eine Hexe.<br />
<br />
<b>» Zwischen Magie und Realität</b> (1971-1975)<br />
<br />
Und Petunia behielt Recht, ihre Schwester <i>war</i> eine Hexe. Das erklärte Minerva McGonagall der kleinen Familie persönlich, während Lily mit einem Strahlen in den Augen ihren Hogwartsbrief in den Händen hielt. Für Bonnie und George fügte sich nur ein Puzzlestück in das andere, da sie schon immer davon überzeugt gewesen waren, dass ihre Tochter sich von anderen abhebe, etwas Besonderes wäre - der Beweis dafür, dass man nicht in der gleichen Klasse enden musste, in die man geboren worden war. <br />
Und vielleicht war Lily froh, aus ihrem Umfeld rauszukommen. Ein kleiner, selbstsüchtiger, ekliger Teil in ihr wollte das Leben beanspruchen, das ihre Schwester nicht haben konnte. Sie wollte sich abheben. Wollte sich selbst behaupten und über ihre Herkunft hinauswachsen. Sie wollte etwas bewegen in einer Welt, die vom Rebellionsgeist der Zeit gezeichnet war.<br />
Dieser kleine, selbstsüchtige Teil war auch froh, dass sie nicht mit Petunia im Zug nach Hogwarts saß, sondern mit ihrem besten Freund Severus, auch wenn die letzten Worte ihrer Schwester am Gleis - "Du Freak!" - sie tiefer trafen, als sie zugeben wollte.<br />
<br />
Vielleicht war es jener bittere Abschied, der sie unempfänglich für die neuen Gesichter machte, denen sie genau die gleiche Abscheu gegenüber Severus ansah, wie den anderen Kindern in ihrem Dorf auch. Sicher würde sie ihre Schulzeit nicht mit so Kindereien anfangen, wo sie dachte, sie hätten das hinter sich gelassen. Aber nein, wie sie schnell merkte, wiesen Muggel- und magische Welt mehr Parallelen auf, als ihr lieb war, und die zwei Naseweiße, die sich schon vor der richtigen Einschulung hoch profilierten, waren nur der Anfang von dem, was sie noch erwartete.<br />
<br />
In Cokeworth hatte sie mitbekommen, wie eine Nachbarsfamilie diskriminiert wurde, nur weil sie nicht den gleichen hellen Hautton wie die anderen aufwiesen und die Worte ein wenig anders aussprachen. <i>Anders sein</i> schien in jeder Gesellschaft negativ zu sein, selbst in einer, die davon lebte, dass ihre Bevölkerung <i>anders</i> war. <br />
Auf Lily selbst traf das erst nicht so ganz zu, obwohl sie wider ihrer Hoffnung in ein anderes Haus als Severus eingeteilt wurde. Sie verstand das Schulsystem und stieg schnell dort auf, obwohl ihr die Erfahrung vieler Schüler mit magischen Eltern fehlte, knüpfte Kontakte und passte sich an. Ihr Freund hingegen hatte schon immer Schwierigkeiten gehabt, sich neben anderen Kindern einzugliedern; er schien immer noch <i>der Andere</i> zu sein, auch in einer magischen Gesellschaft. <br />
In Lilys Augen hingegen trug Severus keine Schuld an den Schikanen, die er von den Würmern Potter und Black über sich ergehen lassen musste. Und sie war es leid, ständig nur zuzusehen, wie er von anderen zum Außenseiter gemacht wurde. Vielleicht hätte sie fragen sollen, ob er wollte, dass sie ihn verteidigte. Tat sie aber nicht. Diskriminierung war in <i>ihrer</i> Welt Gang und Gebe, sie würde es hier nicht auch noch zur Routine machen, wegzusehen. Auch wenn sie dafür Blicke kassierte und potentielle Freundschaften einbüßte, weil sie einen Slytherin verteidigte. Auch wenn sie sich dafür immer und immer wieder gegen Jungs aus ihrem Haus behaupten musste und die Aufmerksamkeit von Potter auf sich zog, ohne jemals nach ihr verlangt zu haben.<br />
<br />
Lily lernte, Menschen, die ihr nahe standen, zu verteidigen, und für ihre Werte von Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Individualität einzustehen. Sie war auch nur ein Bild ihrer Welt, die von Jugendrebellion geprägt war, von David Bowie und der Auflehnung gegen die konservativen Eltern, von Identitätskonflikten und Identitätssuchen. In den Ferien kehrte sie nach Cokeworth zurück und begann, länger mit ihren Freunden draußen zu bleiben, die Severus allerdings nicht mit einschlossen. Sie nahm ihren ersten kleinen Ferienjob mit 13 Jahren (1973) an, um sich eine Schallplatte kaufen zu können, die sie so lange rauf und runter hörte, bis sie einen Sprung bekam. Irgendwann lieh sie sich Petunias Eyeliner und schlüpfte in ihre Ausgehkleider. Sie las die Zeitung und begann, mit ihren Eltern die Nachrichten zu gucken.<br />
Lily lernte auch, wie man das Verbot umging, außerhalb der Schule zu zaubern. Der Aufspürzauber war, wie Severus ihr erzählte, regionsbedingt, weshalb sie sich gerne in der Nähe seines Hauses aufhielt, wo seine Mutter residierte. Nur ein schlauer Geist, der wusste, wie man überlebte? Oder die Anfänge einer raffinierten Hexe, welche die Grenzen ihrer eigenen Welt austestete?<br />
<br />
<b>» Bruch einer Freundschaft</b> (1975)<br />
<br />
In Wahrheit guckte sich Lily einiges von den Rumtreibern ab, auch wenn sie über Jahre hinweg vehement jeden Kontakt zu ihnen abwehrte und nicht mehr für sie übrig hatte als für Bullies einer Muggelschule. Sie verstand ihr protziges Verhalten schnell und nahm sich einfach vor, besser als sie zu sein. Das hieß nicht, dass sie jedem Ärger fernblieb - nein, sie stellte das Regelbrechen nur <i>intelligenter</i> an als ihre Hauskollegen. Subtiler, wenn man es so wollte, und bei weitem nicht so häufig.<br />
Und wenn niemand hinguckte, dann erlaubte sich Lily einen Blick in Potters, Blacks, Lupins und Pettigrews Richtung, und sie fragte sich: Wie konnte man durch die Welt schreiten und so tun, als könnte niemand einem etwas anhaben? Lilys Stärke war eine Fassade, die sie selbst aufgebaut hatte, nicht mehr als eine dünne Hülle, weil das Mädchen darunter langsam verstand, wie die Welt funktionierte. Sie war nicht blind gegenüber den Berichten aus den Zeitungen und den Vorfällen an der Schule, in der stets Muggelstämmige die Opfer waren, und... sie hatte Angst. Denn im Gegensatz zu den Rumtreibern stand sie zunehmend alleine da.<br />
<br />
Denn Severus bewegte sich in eine Richtung, die sich gegen alles strebte, wofür Lily stand. Sie hatte es schon früher bemerkt, in den Ferien, wo sie nicht mehr so eng Schulter an Schulter im Gras lagen. In seinem Blick, der manches Mal flackerte zwischen Ablehnung und Unsicherheit, warum? Weil sie eine muggelstämmige Hexe war? Weil sie unreines Blut hatte, wie seine Freunde Mulciber und Avery behaupteten? Wenn sie gemeinsam lernten und diskutierten, merkte sie, wie sie die Rumtreiber immer öfter in Schutz nahm und Potter sogar verteidigte, weil er Severus das Leben gerettet hatte. Sie wollte begreifen, was er so an seinen neuen Freunden fand, die sich doch so offensichtlich nicht um ihn scherten. Was bedeutete das auch für ihre Freundschaft, wenn er Nähe zu jenen suchte, die Menschen wie sie für Magiestehler hielten - und was sagte das über sie selbst aus, die sie doch mit denen sympathisierte, die sein Schulleben zur Hölle gemacht hatten?<br />
<br />
Der Konflikt gipfelte in einem Tag am See, wo Potter wieder einmal beweisen musste, was er doch für ein unreifer, arroganter Vollpfosten war, aber Severus ihm leider in nichts mehr nachstand. Vielleicht hätte sie sich nicht in das Spektakel einmischen sollen, das man so offensichtlich vor ihren Augen abzog, vielleicht wäre es nicht so eskaliert, wenn sie einfach weggegangen wäre. Im Nachhinein war es vermutlich eine Abmahnung vom Leben, wie sich eine Freundschaft auseinander entwickeln konnte, wenn man nicht genug für sie kämpfte.<br />
Severus Fluch ließ Potter bluten, dessen Konter hob ihren Freund in die Luft und entblößte ihn auf höchst unangenehme Weise, die Lily auch heute noch nicht verzeihen kann. Aber wie gerne behauptet wird, tritt die wahre Überzeugung eines Menschen ans Licht, wenn er an seine Grenzen gepusht wird. In Lilys Ohren verletzte sie die Beleidigung <i>"Schlammblut"</i> aus Severus Mund schlimmer als das Wort "Freak" von ihrer Schwester. Denn sie hatte lange daran festgehalten, dass er sie nicht für anders empfand. Sie hatte lange hoffen wollen, dass sie beide für dieselbe Seite kämpfen könnten. Doch scheinbar hatte sich Severus bereits für eine Welt entschieden, die Lily als Schlammblut nicht mehr beinhaltete.<br />
<br />
Lilys ZAGs litten in diesem Jahr, obwohl sie unter anderen Umständen dem Jahresbesten den Platz hätte streitig machen können. Das lag mitunter auch daran, dass ihr Vater kurz vor den ZAGs tragisch verstarb und sie ohne Severus in ein Loch riss, aus dem sie sich nicht mehr alleine graben konnte. <br />
Trost fand sie in ihren Freundinnen, die ihr in dieser Zeit enger ans Herz wuchsen: Marlene McKinnon und Mary Macdonald. Auch Remus Lupin wurde zu einer immer häufigeren Präsenz neben ihr in der Bibliothek, während sie über einem Buch mit den Tränen kämpfte und er ihr heimlich seine Schokolade anbot. In diesem Jahr fand sie die Rumtreiber gar nicht mehr so schlimm, wie die Jahre davor.<br />
<br />
<b>» Gleichstellung</b> (1976-1978)<br />
<br />
Beide Welten veränderten sich. Ihre Muggelfreunde, darunter die indische Immigrantin aus ihrer Nachbarschaft, wurden erwachsen und zeigten ihr, was Punk Rock war. Nahmen sie mit in eine Garage, die zu einem Jugendtreff umgebaut war und ließen sie an einer Zigarette ziehen. Sie war das erste Mal betrunken, weil man das bei ihr im Dorf nunmal so machte; die Rebellion gegen Eltern, die ihren Kindern nicht mehr Strafe aufzwingen konnten als eine Hand voll Hausarrest.<br />
Aber Lily entfernte sich zunehmend von ihnen. Nach Hause kommen fühlte sich an wie Ferien, etwas, das sie hin und wieder tat, ohne noch so richtig in der Welt zu leben. Es war das Leiden des Erwachsenwerdens, wenn man realisierte, dass man sich auseinanderlebte.<br />
<br />
Mit zunehmendem Alter identifizierte sich Lily mit den Problemen der magischen Welt, in der sie sich ausgesucht hatte, zu leben, und sie lernte, was es hieß, sich in ihr zu behaupten. Slughorn lud sie in seinen Club ein, aus dem sie sich Beziehungen, gute Noten und auch ein wenig Genugtuung gegenüber den Reinblütern versprach. Der Rückhalt ihres Hauses, den sie nach dem Bruch mit Severus uneingeschränkt zu verzeichnen hatte, verlieh ihr Mut und Kraft, sich gegen die Reinblüter zu wehren, die auch ihr das Leben schwer machen wollten. Im Grunde hatte sie ihr Leben lang nichts anderes getan, als sich in Welten zu behaupten, die sie nicht haben wollten.<br />
Aber vielleicht stimmte das gar nicht so. Gryffindor wollte sie. Marlene und Mary wollten sie. James wollte sie - mit all dem, wofür sie stand und was sie fühlte.<br />
Potter war ein frustrierender Zeitgenosse, ein Mobber und der größte aufgeblasene Hahn, den die Schule zu bieten hatte. Aber er war auch ein unglaublich loyaler Freund und stand für die Schwächeren ein, die sich Slytherin zur Zielscheibe gemacht hatte. Wenn er sie ansah, dann nicht für das, was sie war - eine muggelstämmige Hexe - sondern <i>wer</i> sie war; Lily Evans. Eine temperamentvolle Hexe, die hin und wieder zu viel fühlte. Ein Mädchen, das sich aus einer normalen Familie an die Spitze ihrer magischen Schule gekämpft hatte. Lily, die offen für Elfenrechte und gegen Diskriminierung einstand. Die längst nicht perfekt war und manisch an dem Besten in Menschen festhielt, nur um immer wieder enttäuscht zu werden. Und auch wenn sie es lange, lange nicht zugeben wollte, verstand sie, warum andere sich sicher in seiner Nähe fühlten. In seinen Augen sah sie eine Zukunft so greifbar nahe, weil er so überzeugt davon war, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.<br />
Er gab ihr Flügel, von denen sie nicht wusste, dass sie welche besaß. <br />
<br />
Im siebten Jahr, nachdem sie beide zu Schulsprechern gewählt wurden, gab sie ihm also seine Chance - mit einer langen Liste an Punkten, die sie von ihm hochheilig unterschrieben haben wollte. Doch im Grunde erwartete sie nichts anderes von ihm als das eine: Ihm gleichgestellt zu sein. Als Lily respektiert zu werden. Herausforderung und die Sicherheit, anzukommen. Nicht auf Eierschalen zu laufen, wie sie es bei Severus getan hatte, sondern sie selbst sein zu können. <br />
So erlebte er ihre Familie in dem Scherbenhaufen, die sie war, und Lily bezweifelt heute, dass es eine gute Idee gewesen war, ihn Petunia und ihren Verlobten vorgestellt zu haben. Das Treffen endete in einem verletzten Potter-Ego, einem wütenden Muggel, einer schreienden Petunia und einer weinenden, überforderten Lily, die trotz aller Rückschläge irgendwie noch Hoffnungen hegt, die Beziehung zu ihrer Schwester wieder aufzubauen. Die Hochzeit von Petunia verlief ähnlich schmerzhaft, auf der Lily nicht einmal als Brautjungfer, geschweige denn als Trauzeugin auflaufen durfte. Immerhin Bonnie, ihre Mutter, schien Gefallen an James zu finden, der dem langweiligen Vernon doch in so vielen Punkten überlegen sei.<br />
<br />
<b>» Hoffnung</b> (1978)<br />
<br />
Lily führte James langsam in ihre Welt, die alte Muggelgegenstände wie ein Auto oder eine Schallplatte beinhaltete. Im Gegenzug ließ sie sich in seine Welt entführen und von seinen Lobesreden über Quidditch mitreißen. Warum? Weil sie fasziniert davon war, wie viel Lebendigkeit aus seinen Augen sprühen konnte, wenn er über etwas redete, was ihm am Herzen lag. Gleiches sah sie im Umgang mit seinen Freunden, die auch zunehmend Nähe zu ihr aufbauten. Am letzten Wochenendtag vor den UTZ war sie diejenige, die als erste zu der Flasche Feuerwhiskey griff, die Sirius in den Gemeinschaftsraum geschmuggelt hatte; mit einem Schulterzucken und der Überzeugung, dass es sich besser lernte, wenn man ein wenig getrunken hatte.<br />
<br />
Und das Pauken zahlte sich aus. Lily glänzte mit Bestnoten, die ihr Ausbildungsplätze in jede Richtung ermöglichten. Ihre Wahl hingegen fiel schnell auf das St. Mungos, nachdem sie durch Petunia erfuhr, dass ihre Mutter krank war. Sie braucht das Geld, und außerdem verlangen beide Welten von ihr ab, dass sie diejenigen schützt, die ihr am Herzen liegen. Ihre Mutter auf der einen Seite, für die das kleine Mädchen in ihr noch irgendwie hofft, ein Heilmittel zu finden. James und ihre Freunde auf der anderen Seite, die mit ihr gemeinsam Dumbledores Ruf in den Orden des Phönix gefolgt sind. Was das aus ihr macht? <br />
<br />
Eine Hexe, die scheinbar nicht weiß, wann sie aufgeben soll. <br />
<br />
Oder eine junge Frau, die Hoffnungen auf eine Zukunft hegt, während andere bereits aufgegeben haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>» Kindheit in einem normalen Dorf, mit normalen Freunden und ein bisschen Magie.</b> (1960-1969)<br />
<br />
Lily erinnert sich gerne an die Zeit zurück, in der sie mit Petunia draußen nach der Schule gespielt hat, während ihre Eltern noch arbeiten waren - das taten Eltern in den 60er Jahren oft so, wenn das Einkommen des Mannes nicht ausreichte, um die Haushaltskosten zu decken. In Cokesworth gab es nicht viel für Kinder zutun, außer draußen auf der Straße mit Kreide zu malen, über Seile zu hüpfen und auf dem rostigen Spielplatz zu schaukeln. Machte aber nichts, denn alles, was Petunia mit ihren Freunden gemacht hat, fand Lily cool. <br />
Vermutlich hing sie ihrer großen Schwester ein wenig zu sehr am Rockzipfel und wollte ihr zu sehr gefallen, plapperte ihr zu oft nach und nahm sie als Vorbild für viele soziale Interaktionen. Sie weinte, wenn Petunia bei Kartenspielen schummelte, und hörte auf sie, wenn sie ihr anwies, nicht über den Nachbarszaun zu klettern.<br />
Eine Weile jedenfalls. Lily begriff damals schon mit ihrem kleinen Köpfchen, dass ihre Eltern sie immer belächelten, wenn sie mal wieder über die Möbelstücke sprang und behauptete, der Boden wäre Lava, während Petunia nur einen strengen Blick von ihrem Vater erntete mit einem schroffen <i>Setz deiner Schwester nicht solche Flausen in den Kopf.</i> Denn sie war ja die Ältere. Sie hatte mit Lily ja zu teilen - ihre Zeit, die sie lieber mit ihren eigenen Freunden verbringen wollte, ihre Spielsachen, sogar ihre Kleidung. Lily selbst hielt sich nur zurück, weil sie sich nicht schon wieder mit Petunia streiten, sondern ihr gefallen wollte; von ganzem Herzen. Es schien ihr nur von Jahr zu Jahr schwerer zu fallen.<br />
<br />
Irgendwie hatte sie schon immer gewusst, dass etwas mit ihr nicht stimmte, dass da etwas war, das sie nicht fassen konnte. Es fing tatsächlich bereits vor ihrem 10. Lebensjahr an, immer wieder in kleinen, spontanen <i>Wundern</i>, wie ihre Eltern es betitelten, wenn das Licht im Wohnzimmer doch wieder anging, obwohl der Strom eigentlich ausgefallen war, das Radio auf einmal mitten in den Nachrichten Lilys Lieblingslied spielte oder Blumen sich nach ihr ausstreckten. Mit <u>frischen 9 Jahren</u> wusste sie bereits, dass sie sicher landen würde, auch wenn sie sich von der Schaukel in die Luft katapultierte und im Freifall lachend ihre Arme ausstreckte - sie hatte sich schließlich schon oft genug dabei die Knie aufgeschürft. Die Blumen taten mittlerweile oft das, was sie wollte, und sie verstand nicht, warum <i>Tuny</i> nicht genauso fasziniert von den Blüten sein konnte, die in Lilys kleiner Hand auf und zuklappten wie eine atmende Muschel, sondern sie nur schroff anwies, sowas nicht draußen zu machen, wo man sie sehen konnte.<br />
<br />
<b>» Türen zu einer neuen Welt</b> (1969-1971)<br />
<br />
Dass die beiden Schwestern schon über längere Zeit aus sicherer Entfernung heraus beobachtet wurden, wurde ihnen erst bewusst, als <u>der Junge aus Spinner's End</u> auf sie zukam und Lily darauf ansprach, was sie demonstrierte. Es war kindliche Neugierde, die sie an seine Lippen band, da er Antworten auf ihre Fragen hatte. Was andere Kinder an ihm störten, seine unpassenden Kleidungsstücke und ungewaschenen Haare, war für Lily kaum von Bedeutung, wenn er ihr die Welt erklärte; eine Welt, die auf einmal einen Platz für sie hatte. Eine Welt, zu der Petunia keinen Zutritt hatte; etwas, das Lily schon länger bewusst gewesen war, sie aber nie so recht begreifen wollte. <br />
In der magischen Welt, wie <u>Severus Snape</u> ihr erklärte, hatten Muggel wie ihre Schwester keinen Platz. Lily und er waren für Großes bestimmt, würden an eine magische Schule gehen und Fantastisches erleben. Petunia verstehe nichts, weil sie ein Muggel war, und sie wäre eifersüchtig, also nenne sie Lily gemeinerweise eine Hexe.<br />
<br />
<b>» Zwischen Magie und Realität</b> (1971-1975)<br />
<br />
Und Petunia behielt Recht, ihre Schwester <i>war</i> eine Hexe. Das erklärte Minerva McGonagall der kleinen Familie persönlich, während Lily mit einem Strahlen in den Augen ihren Hogwartsbrief in den Händen hielt. Für Bonnie und George fügte sich nur ein Puzzlestück in das andere, da sie schon immer davon überzeugt gewesen waren, dass ihre Tochter sich von anderen abhebe, etwas Besonderes wäre - der Beweis dafür, dass man nicht in der gleichen Klasse enden musste, in die man geboren worden war. <br />
Und vielleicht war Lily froh, aus ihrem Umfeld rauszukommen. Ein kleiner, selbstsüchtiger, ekliger Teil in ihr wollte das Leben beanspruchen, das ihre Schwester nicht haben konnte. Sie wollte sich abheben. Wollte sich selbst behaupten und über ihre Herkunft hinauswachsen. Sie wollte etwas bewegen in einer Welt, die vom Rebellionsgeist der Zeit gezeichnet war.<br />
Dieser kleine, selbstsüchtige Teil war auch froh, dass sie nicht mit Petunia im Zug nach Hogwarts saß, sondern mit ihrem besten Freund Severus, auch wenn die letzten Worte ihrer Schwester am Gleis - "Du Freak!" - sie tiefer trafen, als sie zugeben wollte.<br />
<br />
Vielleicht war es jener bittere Abschied, der sie unempfänglich für die neuen Gesichter machte, denen sie genau die gleiche Abscheu gegenüber Severus ansah, wie den anderen Kindern in ihrem Dorf auch. Sicher würde sie ihre Schulzeit nicht mit so Kindereien anfangen, wo sie dachte, sie hätten das hinter sich gelassen. Aber nein, wie sie schnell merkte, wiesen Muggel- und magische Welt mehr Parallelen auf, als ihr lieb war, und die zwei Naseweiße, die sich schon vor der richtigen Einschulung hoch profilierten, waren nur der Anfang von dem, was sie noch erwartete.<br />
<br />
In Cokeworth hatte sie mitbekommen, wie eine Nachbarsfamilie diskriminiert wurde, nur weil sie nicht den gleichen hellen Hautton wie die anderen aufwiesen und die Worte ein wenig anders aussprachen. <i>Anders sein</i> schien in jeder Gesellschaft negativ zu sein, selbst in einer, die davon lebte, dass ihre Bevölkerung <i>anders</i> war. <br />
Auf Lily selbst traf das erst nicht so ganz zu, obwohl sie wider ihrer Hoffnung in ein anderes Haus als Severus eingeteilt wurde. Sie verstand das Schulsystem und stieg schnell dort auf, obwohl ihr die Erfahrung vieler Schüler mit magischen Eltern fehlte, knüpfte Kontakte und passte sich an. Ihr Freund hingegen hatte schon immer Schwierigkeiten gehabt, sich neben anderen Kindern einzugliedern; er schien immer noch <i>der Andere</i> zu sein, auch in einer magischen Gesellschaft. <br />
In Lilys Augen hingegen trug Severus keine Schuld an den Schikanen, die er von den Würmern Potter und Black über sich ergehen lassen musste. Und sie war es leid, ständig nur zuzusehen, wie er von anderen zum Außenseiter gemacht wurde. Vielleicht hätte sie fragen sollen, ob er wollte, dass sie ihn verteidigte. Tat sie aber nicht. Diskriminierung war in <i>ihrer</i> Welt Gang und Gebe, sie würde es hier nicht auch noch zur Routine machen, wegzusehen. Auch wenn sie dafür Blicke kassierte und potentielle Freundschaften einbüßte, weil sie einen Slytherin verteidigte. Auch wenn sie sich dafür immer und immer wieder gegen Jungs aus ihrem Haus behaupten musste und die Aufmerksamkeit von Potter auf sich zog, ohne jemals nach ihr verlangt zu haben.<br />
<br />
Lily lernte, Menschen, die ihr nahe standen, zu verteidigen, und für ihre Werte von Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Individualität einzustehen. Sie war auch nur ein Bild ihrer Welt, die von Jugendrebellion geprägt war, von David Bowie und der Auflehnung gegen die konservativen Eltern, von Identitätskonflikten und Identitätssuchen. In den Ferien kehrte sie nach Cokeworth zurück und begann, länger mit ihren Freunden draußen zu bleiben, die Severus allerdings nicht mit einschlossen. Sie nahm ihren ersten kleinen Ferienjob mit 13 Jahren (1973) an, um sich eine Schallplatte kaufen zu können, die sie so lange rauf und runter hörte, bis sie einen Sprung bekam. Irgendwann lieh sie sich Petunias Eyeliner und schlüpfte in ihre Ausgehkleider. Sie las die Zeitung und begann, mit ihren Eltern die Nachrichten zu gucken.<br />
Lily lernte auch, wie man das Verbot umging, außerhalb der Schule zu zaubern. Der Aufspürzauber war, wie Severus ihr erzählte, regionsbedingt, weshalb sie sich gerne in der Nähe seines Hauses aufhielt, wo seine Mutter residierte. Nur ein schlauer Geist, der wusste, wie man überlebte? Oder die Anfänge einer raffinierten Hexe, welche die Grenzen ihrer eigenen Welt austestete?<br />
<br />
<b>» Bruch einer Freundschaft</b> (1975)<br />
<br />
In Wahrheit guckte sich Lily einiges von den Rumtreibern ab, auch wenn sie über Jahre hinweg vehement jeden Kontakt zu ihnen abwehrte und nicht mehr für sie übrig hatte als für Bullies einer Muggelschule. Sie verstand ihr protziges Verhalten schnell und nahm sich einfach vor, besser als sie zu sein. Das hieß nicht, dass sie jedem Ärger fernblieb - nein, sie stellte das Regelbrechen nur <i>intelligenter</i> an als ihre Hauskollegen. Subtiler, wenn man es so wollte, und bei weitem nicht so häufig.<br />
Und wenn niemand hinguckte, dann erlaubte sich Lily einen Blick in Potters, Blacks, Lupins und Pettigrews Richtung, und sie fragte sich: Wie konnte man durch die Welt schreiten und so tun, als könnte niemand einem etwas anhaben? Lilys Stärke war eine Fassade, die sie selbst aufgebaut hatte, nicht mehr als eine dünne Hülle, weil das Mädchen darunter langsam verstand, wie die Welt funktionierte. Sie war nicht blind gegenüber den Berichten aus den Zeitungen und den Vorfällen an der Schule, in der stets Muggelstämmige die Opfer waren, und... sie hatte Angst. Denn im Gegensatz zu den Rumtreibern stand sie zunehmend alleine da.<br />
<br />
Denn Severus bewegte sich in eine Richtung, die sich gegen alles strebte, wofür Lily stand. Sie hatte es schon früher bemerkt, in den Ferien, wo sie nicht mehr so eng Schulter an Schulter im Gras lagen. In seinem Blick, der manches Mal flackerte zwischen Ablehnung und Unsicherheit, warum? Weil sie eine muggelstämmige Hexe war? Weil sie unreines Blut hatte, wie seine Freunde Mulciber und Avery behaupteten? Wenn sie gemeinsam lernten und diskutierten, merkte sie, wie sie die Rumtreiber immer öfter in Schutz nahm und Potter sogar verteidigte, weil er Severus das Leben gerettet hatte. Sie wollte begreifen, was er so an seinen neuen Freunden fand, die sich doch so offensichtlich nicht um ihn scherten. Was bedeutete das auch für ihre Freundschaft, wenn er Nähe zu jenen suchte, die Menschen wie sie für Magiestehler hielten - und was sagte das über sie selbst aus, die sie doch mit denen sympathisierte, die sein Schulleben zur Hölle gemacht hatten?<br />
<br />
Der Konflikt gipfelte in einem Tag am See, wo Potter wieder einmal beweisen musste, was er doch für ein unreifer, arroganter Vollpfosten war, aber Severus ihm leider in nichts mehr nachstand. Vielleicht hätte sie sich nicht in das Spektakel einmischen sollen, das man so offensichtlich vor ihren Augen abzog, vielleicht wäre es nicht so eskaliert, wenn sie einfach weggegangen wäre. Im Nachhinein war es vermutlich eine Abmahnung vom Leben, wie sich eine Freundschaft auseinander entwickeln konnte, wenn man nicht genug für sie kämpfte.<br />
Severus Fluch ließ Potter bluten, dessen Konter hob ihren Freund in die Luft und entblößte ihn auf höchst unangenehme Weise, die Lily auch heute noch nicht verzeihen kann. Aber wie gerne behauptet wird, tritt die wahre Überzeugung eines Menschen ans Licht, wenn er an seine Grenzen gepusht wird. In Lilys Ohren verletzte sie die Beleidigung <i>"Schlammblut"</i> aus Severus Mund schlimmer als das Wort "Freak" von ihrer Schwester. Denn sie hatte lange daran festgehalten, dass er sie nicht für anders empfand. Sie hatte lange hoffen wollen, dass sie beide für dieselbe Seite kämpfen könnten. Doch scheinbar hatte sich Severus bereits für eine Welt entschieden, die Lily als Schlammblut nicht mehr beinhaltete.<br />
<br />
Lilys ZAGs litten in diesem Jahr, obwohl sie unter anderen Umständen dem Jahresbesten den Platz hätte streitig machen können. Das lag mitunter auch daran, dass ihr Vater kurz vor den ZAGs tragisch verstarb und sie ohne Severus in ein Loch riss, aus dem sie sich nicht mehr alleine graben konnte. <br />
Trost fand sie in ihren Freundinnen, die ihr in dieser Zeit enger ans Herz wuchsen: Marlene McKinnon und Mary Macdonald. Auch Remus Lupin wurde zu einer immer häufigeren Präsenz neben ihr in der Bibliothek, während sie über einem Buch mit den Tränen kämpfte und er ihr heimlich seine Schokolade anbot. In diesem Jahr fand sie die Rumtreiber gar nicht mehr so schlimm, wie die Jahre davor.<br />
<br />
<b>» Gleichstellung</b> (1976-1978)<br />
<br />
Beide Welten veränderten sich. Ihre Muggelfreunde, darunter die indische Immigrantin aus ihrer Nachbarschaft, wurden erwachsen und zeigten ihr, was Punk Rock war. Nahmen sie mit in eine Garage, die zu einem Jugendtreff umgebaut war und ließen sie an einer Zigarette ziehen. Sie war das erste Mal betrunken, weil man das bei ihr im Dorf nunmal so machte; die Rebellion gegen Eltern, die ihren Kindern nicht mehr Strafe aufzwingen konnten als eine Hand voll Hausarrest.<br />
Aber Lily entfernte sich zunehmend von ihnen. Nach Hause kommen fühlte sich an wie Ferien, etwas, das sie hin und wieder tat, ohne noch so richtig in der Welt zu leben. Es war das Leiden des Erwachsenwerdens, wenn man realisierte, dass man sich auseinanderlebte.<br />
<br />
Mit zunehmendem Alter identifizierte sich Lily mit den Problemen der magischen Welt, in der sie sich ausgesucht hatte, zu leben, und sie lernte, was es hieß, sich in ihr zu behaupten. Slughorn lud sie in seinen Club ein, aus dem sie sich Beziehungen, gute Noten und auch ein wenig Genugtuung gegenüber den Reinblütern versprach. Der Rückhalt ihres Hauses, den sie nach dem Bruch mit Severus uneingeschränkt zu verzeichnen hatte, verlieh ihr Mut und Kraft, sich gegen die Reinblüter zu wehren, die auch ihr das Leben schwer machen wollten. Im Grunde hatte sie ihr Leben lang nichts anderes getan, als sich in Welten zu behaupten, die sie nicht haben wollten.<br />
Aber vielleicht stimmte das gar nicht so. Gryffindor wollte sie. Marlene und Mary wollten sie. James wollte sie - mit all dem, wofür sie stand und was sie fühlte.<br />
Potter war ein frustrierender Zeitgenosse, ein Mobber und der größte aufgeblasene Hahn, den die Schule zu bieten hatte. Aber er war auch ein unglaublich loyaler Freund und stand für die Schwächeren ein, die sich Slytherin zur Zielscheibe gemacht hatte. Wenn er sie ansah, dann nicht für das, was sie war - eine muggelstämmige Hexe - sondern <i>wer</i> sie war; Lily Evans. Eine temperamentvolle Hexe, die hin und wieder zu viel fühlte. Ein Mädchen, das sich aus einer normalen Familie an die Spitze ihrer magischen Schule gekämpft hatte. Lily, die offen für Elfenrechte und gegen Diskriminierung einstand. Die längst nicht perfekt war und manisch an dem Besten in Menschen festhielt, nur um immer wieder enttäuscht zu werden. Und auch wenn sie es lange, lange nicht zugeben wollte, verstand sie, warum andere sich sicher in seiner Nähe fühlten. In seinen Augen sah sie eine Zukunft so greifbar nahe, weil er so überzeugt davon war, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.<br />
Er gab ihr Flügel, von denen sie nicht wusste, dass sie welche besaß. <br />
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Im siebten Jahr, nachdem sie beide zu Schulsprechern gewählt wurden, gab sie ihm also seine Chance - mit einer langen Liste an Punkten, die sie von ihm hochheilig unterschrieben haben wollte. Doch im Grunde erwartete sie nichts anderes von ihm als das eine: Ihm gleichgestellt zu sein. Als Lily respektiert zu werden. Herausforderung und die Sicherheit, anzukommen. Nicht auf Eierschalen zu laufen, wie sie es bei Severus getan hatte, sondern sie selbst sein zu können. <br />
So erlebte er ihre Familie in dem Scherbenhaufen, die sie war, und Lily bezweifelt heute, dass es eine gute Idee gewesen war, ihn Petunia und ihren Verlobten vorgestellt zu haben. Das Treffen endete in einem verletzten Potter-Ego, einem wütenden Muggel, einer schreienden Petunia und einer weinenden, überforderten Lily, die trotz aller Rückschläge irgendwie noch Hoffnungen hegt, die Beziehung zu ihrer Schwester wieder aufzubauen. Die Hochzeit von Petunia verlief ähnlich schmerzhaft, auf der Lily nicht einmal als Brautjungfer, geschweige denn als Trauzeugin auflaufen durfte. Immerhin Bonnie, ihre Mutter, schien Gefallen an James zu finden, der dem langweiligen Vernon doch in so vielen Punkten überlegen sei.<br />
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<b>» Hoffnung</b> (1978)<br />
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Lily führte James langsam in ihre Welt, die alte Muggelgegenstände wie ein Auto oder eine Schallplatte beinhaltete. Im Gegenzug ließ sie sich in seine Welt entführen und von seinen Lobesreden über Quidditch mitreißen. Warum? Weil sie fasziniert davon war, wie viel Lebendigkeit aus seinen Augen sprühen konnte, wenn er über etwas redete, was ihm am Herzen lag. Gleiches sah sie im Umgang mit seinen Freunden, die auch zunehmend Nähe zu ihr aufbauten. Am letzten Wochenendtag vor den UTZ war sie diejenige, die als erste zu der Flasche Feuerwhiskey griff, die Sirius in den Gemeinschaftsraum geschmuggelt hatte; mit einem Schulterzucken und der Überzeugung, dass es sich besser lernte, wenn man ein wenig getrunken hatte.<br />
<br />
Und das Pauken zahlte sich aus. Lily glänzte mit Bestnoten, die ihr Ausbildungsplätze in jede Richtung ermöglichten. Ihre Wahl hingegen fiel schnell auf das St. Mungos, nachdem sie durch Petunia erfuhr, dass ihre Mutter krank war. Sie braucht das Geld, und außerdem verlangen beide Welten von ihr ab, dass sie diejenigen schützt, die ihr am Herzen liegen. Ihre Mutter auf der einen Seite, für die das kleine Mädchen in ihr noch irgendwie hofft, ein Heilmittel zu finden. James und ihre Freunde auf der anderen Seite, die mit ihr gemeinsam Dumbledores Ruf in den Orden des Phönix gefolgt sind. Was das aus ihr macht? <br />
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Eine Hexe, die scheinbar nicht weiß, wann sie aufgeben soll. <br />
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Oder eine junge Frau, die Hoffnungen auf eine Zukunft hegt, während andere bereits aufgegeben haben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Midas Meliflua (Aristide Avery)]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2576</link>
			<pubDate>Sun, 30 Nov 2025 10:34:52 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=331">Midas Meliflua</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2576</guid>
			<description><![CDATA[<b>Einschulung von Ari - September 1970 - Aristide</b><br />
Ari hatt eine Abstufung von Momenten, die an diesem Tag schlimm gewesen waren. Der Hogwartsexpress, der auf dem Gleis einfuhr und die Hand seines Vaters, die in dem Moment nicht mehr auf seiner Schulter war. Die unglaublich vielen Menschen auf dem Gleis, im Zug. Ari bei dem Versuch sein Gepäck zu tragen und die (vermutlich enttäuschten) Blicke in seinem Rücken, als er es nicht sofort schaffte (er traute sich nicht umzudrehen und nachzusehen). Der Moment, als er Prim und Midas im Zug nicht sofort fand. Leute, die nach Aris Namen fragten oder von ihren Eulen redeten oder von ihren Eltern oder ihren Zauberstäben und in welches Haus sie wollten.<br />
Und dann der schlimmste Moment, als der Sprechende Hut auf Aristides Kopf gesetzt wurde und gefühlt ganz Hogwarts in anstarrte. Da hatte Ari sich schon entschieden - nicht für ein Haus (Slytherin war immer noch eine Option, weil Primula dort war und Ravenclaw, weil Midas dort war) sondern dafür unsichtbar zu sein. Er wollte, dass niemand ihn sehen konnte. Er wollte niemand sein. Und weil der Wunsch alle anderen übertönte brauchte der Sprechende Hut eine Weile mit ihm. Und als Aristide Avery schließlich Ravenclaw zugeteilt wurde, war er niemand, der besonders eindrucksvoll gewirkt hatte. Noch ein Erstklässler. Eher klein? Hatten die Haare nicht im Gesicht gehangen? Sah er jemandem ähnlich? Vielleicht nicht.<br />
Midas hatte ihm einen Platz freigehalten und Leute applaudierten und erkundigten sich nach Dingen, Ari stolperte durch die Antworten wie vorher mit seinen Koffern und war dankbar, als Midas einen Witz machte, noch ein neuer Erstklässler sich zu ihnen und niemand mehr Aufmerksamkeit für ihn übrig hatte. Er hatte sich auf Hogwarts gefreut und eigentlich war er es gewohnt viele Menschen um sich herum zu haben. Aber seine Geschwister und Cousins kannte Midas, wusste worin sie gut oder schlecht waren und wo sie ihre Schokofroschkarten voreinander versteckten. Hogwarts war voller neuer Leute und niemanden davon konnte Ari einschätzen, vor allem aber war es ihm lieber, wenn niemand ihn einschätzen konnte. Er würde sich noch bei Primula entschuldigen müssen, dass er nicht zu den Slyhterins gekommen war, aber er glaubte es war eine gute Wahl bei Midas zu sein. Midas konnte so viel Platz einnehmen, dass Aristide das nicht musste.<br />
<br />
<b>Auswechslung von Midas - Juni 1977 - echter Midas</b><br />
Midas hatte sich irgendwie vorgestellt, dass es feierlicher sein würde. Aber es war ungefähr so feierlich wie Suppe aus schlecht gewordenen Kürbissen (keine Ahnung, warum er daran dachte, mitten im Sommer - er hatte nicht einmal Hunger). Die letzte Woche hatte an Midas Nerven genagt, aber er stand in dem kleinen Raum mit der Ansammlung seiner Verwandten so vorgeblich selbstbewusst wie immer. Er hatte zu wenig geschlafen, aber das Lächeln konnte er auch im Schlaf. Der Rest war eine andere Sache, Midas als Konzept drohte wie ein Bild aus seinem Rahmen zu fallen. Er war zu nah von absoluter Panik entfernt und die meisten hier im Raum wussten das inzwischen, was erniedrigend war. Sein Spiegelbild strahlte nicht die gleiche, mühsam beherrschte Nervosität aus. Was vor allem daran lag, dass es nicht sein Spiegelbild war sondern Ari.<br />
Aristide trug seine Kleidung, seine Nase, sein Augenbrauen, das Grün seiner Augen. Es war nicht das erste Mal, dass Midas Ari sah, wie er jemand anderen nachahmte (ihre Mitschüler, Lehrer, Aris Geschwister), aber es war seltsamer, wenn man selbst es war. Die Bewegungen waren vertraut und trotzdem noch falsch. Midas kannte Aristide so gut wie der Avery ihn - er erkannte die kleinen Anzeichen von Ari. Das lange Starren, das zu intensive Grün in den Augen wenn Ari aufgeregt war, ein kurzes Lächeln, Ari, der viel zu sanft war und (wenn man Midas fragte) vielleicht sogar zu einfältig. Glaubten sie wirklich Aristide von allen Menschen konnte alle täuschen? Aber dann nickte Ari und es sah wirklich aus wie Midas. Aris Haltung kam Midas immer weniger vor, wie Aris übliches Verschmelzen mit dem Hintergrund und immer mehr, wie er selbst sein sollte und gerade nicht mehr war. Verdammt gruselige Sache, sich selbst so zu sehen.<br />
Aristide sah ihn an und sein Lächeln war komplett Ari, verschmitzt, aber viel zu offen. Sie würden ihn als Auroren Novizen Püree wieder nach Hause bringen, passend zu der Suppe, die Midas auch erst im Herbst bekommen würde. Nicht, dass das wirklich relevant war. Sein Verhältnis zur Zeit hatte gelitten (zu sehr, hatte ihm jemand ernsthaft versichert). Midas war ohnehin nur noch halb da, ohne dass er sich ernsthaft verstecken müssten. Aristide jedoch gewann mehr an Substanz, es war unfair wie einfach er es aussehen ließ, Midas zu sein. Aber niemand interessierte das, in dem Raum wurde anderes diskutiert. Der echte Midas hatte aufgehört zuzuhören. Und Aristide leistete ihm noch aus Gewohnheit dabei Gesellschaft, aber sein Sommer würde ganz anders werden.<br />
<br />
<b>Der falsche Zauberstab - Oktober 1977 - Midas</b><br />
Der Zauber ging daneben und produzierte eine Kiste voller Akten und Schleim statt eine Kiste voller sortierter Akten. Wie viele Zauber, die in den letzten Monaten schief gelaufen waren, inklusive dem Zauber, der Midas diese Strafarbeit im Archiv eingebrockt hatte. Die Zeit mit Henry.<br />
"Du wirst dich entscheiden müssen ob ich zu viel oder zu wenig mache.", knurrte Midas beinahe und er realisierte, dass es fast so wirkte als habe er den Zauber aus Absicht verpatzt. Aber er hatte nicht die Energie das klar zu stellen. Er hielt den Zauberstab des echten Midas voller Frust umklammert, eine Emotion, die Henry im Moment perfekt spiegelte, nein, eigentlich noch übertraf.<br />
Henrys Zorn war nicht ganz neu, hatte bis jetzt aber nur Unterschwellig seinen Ausdruck gefunden, er hatte Midas zu verstehen gegeben, dass er ihn nicht schätzte  (als Person und vermutlich als Kollegen) - aber er hatte ihn noch nie weggeschickt. Vor allem nicht, nachdem sie fast so etwas wie eine normale Unterhaltung geführt hatten. Der Zorn in Henrys Augen traf erneut auf etwas, das sich tief in Ari verknotet zu haben schien - er ließ sich nicht die Zeit durchzuatmen und zu erkunden was es war. Er starrte wütend zurück, das Grün seiner Augen mit Sicherheit um eine Schattierung dunkler. Nicht, dass es den meisten Leuten wirklich auffiel.<br />
"Du kannst mich nicht einfach wegschicken.", er klang kleinlich, wie ein beleidigtes Kind. "Wir haben drei Jahre gemeinsame Ausbildung vor uns und ich versuche einen Weg zu finden wie das funktionieren kann." Er starrte zurück und behielt seinen Zauberstab absichtlich in der Hand, was etwas albern war - eigentlich hätte er das Ding am liebsten von sich geworfen. Zauberstäbe trugen Erinnerungen an alle ausgeführten Zauberer in sich - oder so ähnlich, Ari war kein Experte in der Materie. Aber wenn nur einer dieser Zauber zu Schulzeiten gegen Henry gerichtet worden war, dann wollte Ari nichts mehr damit zu tun haben. Was eine späte, viel zu späte Einsicht war.<br />
Er hielt den Zauberstab zwischen beiden Händen vor Henrys Gesicht, holte tief Luft und brach ihn durch. <br />
Das Geräusch vermischte sich mit dem schleimigen Tropfen, das der missratene Zauber immer noch verursachte, und war so unangenehm, dass Midas das Gesicht verzog. "Hier.", er ließ die Stücke seines Zauberstabes fallen und bevor er die Zeit hatte den Ausdruck in Henrys Augen zu interpretieren, machte Ari einfach weiter.<br />
Seine Schritte in Richtung des Regals mit der Kiste waren beinahe beschwingt, diesen dummen Zauberstab los zu werden fühlte sich irgendwie befreiend an. Richtiger, als Ari geahnt hatte. Seine Schultern fanden ein wenig leichter in die aufrechte, stolze Haltung, die Midas so ausmachte.<br />
Er hatte Henry den Rücken zugekehrt und erst bei Henrys Nachfrage, warum er das getan hatte, drehte er sich um, halb damit rechnend mit der gleichen Wut der Gerechtigkeit konfrontiert zu sein wie zuvor. Etwas in seinem Gesichtsausdruck änderte sich, als sein Blick Henry erfasste. Zu viele Sekunden verstrichen bevor er antwortete.<br />
"Du musstest wissen, dass es mir ernst ist, oder nicht?", seine Stimme klang zu ernst, zu final. Er schüttelte es ab, fand einen schnippischen Tonfall wieder. "Davon abgesehen, das Ding war eine Katastrophe. Jeder zweite Zauber ließ irgendetwas explodieren." Nicht dass er Henry dabei ansah als wolle er wissen was passierte, wenn Henry keine andere Wahl mehr hatte als in die Luft zu gehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Einschulung von Ari - September 1970 - Aristide</b><br />
Ari hatt eine Abstufung von Momenten, die an diesem Tag schlimm gewesen waren. Der Hogwartsexpress, der auf dem Gleis einfuhr und die Hand seines Vaters, die in dem Moment nicht mehr auf seiner Schulter war. Die unglaublich vielen Menschen auf dem Gleis, im Zug. Ari bei dem Versuch sein Gepäck zu tragen und die (vermutlich enttäuschten) Blicke in seinem Rücken, als er es nicht sofort schaffte (er traute sich nicht umzudrehen und nachzusehen). Der Moment, als er Prim und Midas im Zug nicht sofort fand. Leute, die nach Aris Namen fragten oder von ihren Eulen redeten oder von ihren Eltern oder ihren Zauberstäben und in welches Haus sie wollten.<br />
Und dann der schlimmste Moment, als der Sprechende Hut auf Aristides Kopf gesetzt wurde und gefühlt ganz Hogwarts in anstarrte. Da hatte Ari sich schon entschieden - nicht für ein Haus (Slytherin war immer noch eine Option, weil Primula dort war und Ravenclaw, weil Midas dort war) sondern dafür unsichtbar zu sein. Er wollte, dass niemand ihn sehen konnte. Er wollte niemand sein. Und weil der Wunsch alle anderen übertönte brauchte der Sprechende Hut eine Weile mit ihm. Und als Aristide Avery schließlich Ravenclaw zugeteilt wurde, war er niemand, der besonders eindrucksvoll gewirkt hatte. Noch ein Erstklässler. Eher klein? Hatten die Haare nicht im Gesicht gehangen? Sah er jemandem ähnlich? Vielleicht nicht.<br />
Midas hatte ihm einen Platz freigehalten und Leute applaudierten und erkundigten sich nach Dingen, Ari stolperte durch die Antworten wie vorher mit seinen Koffern und war dankbar, als Midas einen Witz machte, noch ein neuer Erstklässler sich zu ihnen und niemand mehr Aufmerksamkeit für ihn übrig hatte. Er hatte sich auf Hogwarts gefreut und eigentlich war er es gewohnt viele Menschen um sich herum zu haben. Aber seine Geschwister und Cousins kannte Midas, wusste worin sie gut oder schlecht waren und wo sie ihre Schokofroschkarten voreinander versteckten. Hogwarts war voller neuer Leute und niemanden davon konnte Ari einschätzen, vor allem aber war es ihm lieber, wenn niemand ihn einschätzen konnte. Er würde sich noch bei Primula entschuldigen müssen, dass er nicht zu den Slyhterins gekommen war, aber er glaubte es war eine gute Wahl bei Midas zu sein. Midas konnte so viel Platz einnehmen, dass Aristide das nicht musste.<br />
<br />
<b>Auswechslung von Midas - Juni 1977 - echter Midas</b><br />
Midas hatte sich irgendwie vorgestellt, dass es feierlicher sein würde. Aber es war ungefähr so feierlich wie Suppe aus schlecht gewordenen Kürbissen (keine Ahnung, warum er daran dachte, mitten im Sommer - er hatte nicht einmal Hunger). Die letzte Woche hatte an Midas Nerven genagt, aber er stand in dem kleinen Raum mit der Ansammlung seiner Verwandten so vorgeblich selbstbewusst wie immer. Er hatte zu wenig geschlafen, aber das Lächeln konnte er auch im Schlaf. Der Rest war eine andere Sache, Midas als Konzept drohte wie ein Bild aus seinem Rahmen zu fallen. Er war zu nah von absoluter Panik entfernt und die meisten hier im Raum wussten das inzwischen, was erniedrigend war. Sein Spiegelbild strahlte nicht die gleiche, mühsam beherrschte Nervosität aus. Was vor allem daran lag, dass es nicht sein Spiegelbild war sondern Ari.<br />
Aristide trug seine Kleidung, seine Nase, sein Augenbrauen, das Grün seiner Augen. Es war nicht das erste Mal, dass Midas Ari sah, wie er jemand anderen nachahmte (ihre Mitschüler, Lehrer, Aris Geschwister), aber es war seltsamer, wenn man selbst es war. Die Bewegungen waren vertraut und trotzdem noch falsch. Midas kannte Aristide so gut wie der Avery ihn - er erkannte die kleinen Anzeichen von Ari. Das lange Starren, das zu intensive Grün in den Augen wenn Ari aufgeregt war, ein kurzes Lächeln, Ari, der viel zu sanft war und (wenn man Midas fragte) vielleicht sogar zu einfältig. Glaubten sie wirklich Aristide von allen Menschen konnte alle täuschen? Aber dann nickte Ari und es sah wirklich aus wie Midas. Aris Haltung kam Midas immer weniger vor, wie Aris übliches Verschmelzen mit dem Hintergrund und immer mehr, wie er selbst sein sollte und gerade nicht mehr war. Verdammt gruselige Sache, sich selbst so zu sehen.<br />
Aristide sah ihn an und sein Lächeln war komplett Ari, verschmitzt, aber viel zu offen. Sie würden ihn als Auroren Novizen Püree wieder nach Hause bringen, passend zu der Suppe, die Midas auch erst im Herbst bekommen würde. Nicht, dass das wirklich relevant war. Sein Verhältnis zur Zeit hatte gelitten (zu sehr, hatte ihm jemand ernsthaft versichert). Midas war ohnehin nur noch halb da, ohne dass er sich ernsthaft verstecken müssten. Aristide jedoch gewann mehr an Substanz, es war unfair wie einfach er es aussehen ließ, Midas zu sein. Aber niemand interessierte das, in dem Raum wurde anderes diskutiert. Der echte Midas hatte aufgehört zuzuhören. Und Aristide leistete ihm noch aus Gewohnheit dabei Gesellschaft, aber sein Sommer würde ganz anders werden.<br />
<br />
<b>Der falsche Zauberstab - Oktober 1977 - Midas</b><br />
Der Zauber ging daneben und produzierte eine Kiste voller Akten und Schleim statt eine Kiste voller sortierter Akten. Wie viele Zauber, die in den letzten Monaten schief gelaufen waren, inklusive dem Zauber, der Midas diese Strafarbeit im Archiv eingebrockt hatte. Die Zeit mit Henry.<br />
"Du wirst dich entscheiden müssen ob ich zu viel oder zu wenig mache.", knurrte Midas beinahe und er realisierte, dass es fast so wirkte als habe er den Zauber aus Absicht verpatzt. Aber er hatte nicht die Energie das klar zu stellen. Er hielt den Zauberstab des echten Midas voller Frust umklammert, eine Emotion, die Henry im Moment perfekt spiegelte, nein, eigentlich noch übertraf.<br />
Henrys Zorn war nicht ganz neu, hatte bis jetzt aber nur Unterschwellig seinen Ausdruck gefunden, er hatte Midas zu verstehen gegeben, dass er ihn nicht schätzte  (als Person und vermutlich als Kollegen) - aber er hatte ihn noch nie weggeschickt. Vor allem nicht, nachdem sie fast so etwas wie eine normale Unterhaltung geführt hatten. Der Zorn in Henrys Augen traf erneut auf etwas, das sich tief in Ari verknotet zu haben schien - er ließ sich nicht die Zeit durchzuatmen und zu erkunden was es war. Er starrte wütend zurück, das Grün seiner Augen mit Sicherheit um eine Schattierung dunkler. Nicht, dass es den meisten Leuten wirklich auffiel.<br />
"Du kannst mich nicht einfach wegschicken.", er klang kleinlich, wie ein beleidigtes Kind. "Wir haben drei Jahre gemeinsame Ausbildung vor uns und ich versuche einen Weg zu finden wie das funktionieren kann." Er starrte zurück und behielt seinen Zauberstab absichtlich in der Hand, was etwas albern war - eigentlich hätte er das Ding am liebsten von sich geworfen. Zauberstäbe trugen Erinnerungen an alle ausgeführten Zauberer in sich - oder so ähnlich, Ari war kein Experte in der Materie. Aber wenn nur einer dieser Zauber zu Schulzeiten gegen Henry gerichtet worden war, dann wollte Ari nichts mehr damit zu tun haben. Was eine späte, viel zu späte Einsicht war.<br />
Er hielt den Zauberstab zwischen beiden Händen vor Henrys Gesicht, holte tief Luft und brach ihn durch. <br />
Das Geräusch vermischte sich mit dem schleimigen Tropfen, das der missratene Zauber immer noch verursachte, und war so unangenehm, dass Midas das Gesicht verzog. "Hier.", er ließ die Stücke seines Zauberstabes fallen und bevor er die Zeit hatte den Ausdruck in Henrys Augen zu interpretieren, machte Ari einfach weiter.<br />
Seine Schritte in Richtung des Regals mit der Kiste waren beinahe beschwingt, diesen dummen Zauberstab los zu werden fühlte sich irgendwie befreiend an. Richtiger, als Ari geahnt hatte. Seine Schultern fanden ein wenig leichter in die aufrechte, stolze Haltung, die Midas so ausmachte.<br />
Er hatte Henry den Rücken zugekehrt und erst bei Henrys Nachfrage, warum er das getan hatte, drehte er sich um, halb damit rechnend mit der gleichen Wut der Gerechtigkeit konfrontiert zu sein wie zuvor. Etwas in seinem Gesichtsausdruck änderte sich, als sein Blick Henry erfasste. Zu viele Sekunden verstrichen bevor er antwortete.<br />
"Du musstest wissen, dass es mir ernst ist, oder nicht?", seine Stimme klang zu ernst, zu final. Er schüttelte es ab, fand einen schnippischen Tonfall wieder. "Davon abgesehen, das Ding war eine Katastrophe. Jeder zweite Zauber ließ irgendetwas explodieren." Nicht dass er Henry dabei ansah als wolle er wissen was passierte, wenn Henry keine andere Wahl mehr hatte als in die Luft zu gehen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hailie Yaxley]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2566</link>
			<pubDate>Tue, 11 Nov 2025 18:59:05 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=335">Hailie Yaxley</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2566</guid>
			<description><![CDATA[<i>magical event, january 1965</i><br />
Das erste magische Ereignis ist für jedes Kind etwas Besonderes. Auf den Rücken der reinblütigen Kinder liegt dabei ein enormer Druck, die eigene Familie nicht zu enttäuschen und sich als Squib herauszustellen. Das erste magische Ereignis war für Hailie ein prägendes Ereignis, da es ihr für den Moment den Stolz ihrer Eltern einbrachte, aber auch den offiziellen Einzug in die magische Welt bereitet. Es war nichts Besonderes, keine explodierenden Gegenstände oder brennenden Vorhänge. Hailie hatte lediglich eine Kerze entzündet, als sie im Dunkeln Angst bekam. Zufällig war ihre Mutter gerade ins Zimmer gekommen und hatte das Ereignis miterlebt, denn andernfalls hätte man sich dies damit erklärt, dass eine der Hauselfen eine Kerze entzündet hatte. <br />
<br />
<i>the clown story, september 1965</i><br />
Hailie hatte bis zu jenem Tag keine Probleme damit, wenn sie in Kontakt mit einem Clown kam. Dies war noch nicht oft der Fall gewesen, aber vor allem in magischen Kinderbüchern bekam sie diese zu sehen. Es war bereits spät an diesem Tag gewesen, Hailie hatte bereits in ihrem Bett gelegen und gerade die Augen geschlossen um einzuschlafen, als sie angetippt wurde. Hailie öffnete die Augen und blickte in das fratzenartige Gesicht eines Clowns. Sie schrie, begann zu weinen und auch wenn ihr Bruder sie nur ärgern wollte, konnte sie nicht mehr einschlafen ohne von diesem schrecklichen Clownsgesicht zu träumen. Seither hat Hailie panische Angst vor Clowns, hat regelmäßige Albträume in denen Clowns vorkommen. <br />
<br />
<i>potions and transfiguration, september 1971</i><br />
Das erste Schuljahr ist voller neuer Eindrücke, welche Einfluss auf einen ausüben können, aber sie können auch Leidenschaften aufdecken. So war es auch bei Hailie, denn diese entdeckte nicht nur ihr Interesse an der Braukunst, sondern auch für die Kunst der Verwandlung. Die Braukunst interessierte sie, weil man damit so viele unterschiedliche Dinge hervorbringen konnte. Liebe vortäuschen, Ansehen und Ruhm zusammen mischen, den Tod brauen oder Heilung bringen. Diese unglaubliche Vielfalt faszinierte Hailie, aber sie brachte auch ein Talent dafür mit. In Verwandlung sah es ähnlich aus, denn Hailie entwickelte auch hierfür ein besonderes Talent und ein großes Interesse. Die Fähigkeiten zu haben z.B. Tiere in Gegenstände zu verwandeln, weckte dieses besonders. Hailie machte auch Eindruck auf ihre Professoren, da sie noch so jung war. <br />
<br />
<i>first love and broken heart, march 1977</i> <br />
Sich das erste Mal verlieben, das erste Mal Schmetterlinge im Bauch spüren… lange hatte Hailie darauf gewartet, denn sie verliebte sich zum ersten Mal recht spät. Ihre Hauskameraden waren darin viel weiter und eher mit beschäftigt als Hailie. Im Alter von siebzehn Jahren und kurz vor Ende des sechsten Schuljahres geschah es auch bei der blonden Hexe. Hailie verliebte sich in einen etwas jüngeren Mitschüler, aber auch wenn die Verliebtheit auf Gegenseitigkeit beruhte, wusste Hailie bereits in dem Moment als sie sich auf eine Beziehung mit ihm einließ, dass diese keine Zukunft haben würde. Er entsprach nicht den Vorgaben, welche ihre Familie akzeptieren würde, was es für Hailie nicht einfacher machte. Innerhalb der Schlossmauern konnte sie sich mit ihm treffen, heimlich, aber es war möglich und doch mit ihrem Abschluss endete ihre erste Beziehung. Die junge Hexe erfuhr das erste Mal, was es bedeutete Liebeskummer zu haben. Sie lernte Gefühle wie Schmerz und Trauer kennen und beschloss, ihr Herz zu verschließen, um einen solchen Schmerz nicht erneut spüren zu müssen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<i>magical event, january 1965</i><br />
Das erste magische Ereignis ist für jedes Kind etwas Besonderes. Auf den Rücken der reinblütigen Kinder liegt dabei ein enormer Druck, die eigene Familie nicht zu enttäuschen und sich als Squib herauszustellen. Das erste magische Ereignis war für Hailie ein prägendes Ereignis, da es ihr für den Moment den Stolz ihrer Eltern einbrachte, aber auch den offiziellen Einzug in die magische Welt bereitet. Es war nichts Besonderes, keine explodierenden Gegenstände oder brennenden Vorhänge. Hailie hatte lediglich eine Kerze entzündet, als sie im Dunkeln Angst bekam. Zufällig war ihre Mutter gerade ins Zimmer gekommen und hatte das Ereignis miterlebt, denn andernfalls hätte man sich dies damit erklärt, dass eine der Hauselfen eine Kerze entzündet hatte. <br />
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<i>the clown story, september 1965</i><br />
Hailie hatte bis zu jenem Tag keine Probleme damit, wenn sie in Kontakt mit einem Clown kam. Dies war noch nicht oft der Fall gewesen, aber vor allem in magischen Kinderbüchern bekam sie diese zu sehen. Es war bereits spät an diesem Tag gewesen, Hailie hatte bereits in ihrem Bett gelegen und gerade die Augen geschlossen um einzuschlafen, als sie angetippt wurde. Hailie öffnete die Augen und blickte in das fratzenartige Gesicht eines Clowns. Sie schrie, begann zu weinen und auch wenn ihr Bruder sie nur ärgern wollte, konnte sie nicht mehr einschlafen ohne von diesem schrecklichen Clownsgesicht zu träumen. Seither hat Hailie panische Angst vor Clowns, hat regelmäßige Albträume in denen Clowns vorkommen. <br />
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<i>potions and transfiguration, september 1971</i><br />
Das erste Schuljahr ist voller neuer Eindrücke, welche Einfluss auf einen ausüben können, aber sie können auch Leidenschaften aufdecken. So war es auch bei Hailie, denn diese entdeckte nicht nur ihr Interesse an der Braukunst, sondern auch für die Kunst der Verwandlung. Die Braukunst interessierte sie, weil man damit so viele unterschiedliche Dinge hervorbringen konnte. Liebe vortäuschen, Ansehen und Ruhm zusammen mischen, den Tod brauen oder Heilung bringen. Diese unglaubliche Vielfalt faszinierte Hailie, aber sie brachte auch ein Talent dafür mit. In Verwandlung sah es ähnlich aus, denn Hailie entwickelte auch hierfür ein besonderes Talent und ein großes Interesse. Die Fähigkeiten zu haben z.B. Tiere in Gegenstände zu verwandeln, weckte dieses besonders. Hailie machte auch Eindruck auf ihre Professoren, da sie noch so jung war. <br />
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<i>first love and broken heart, march 1977</i> <br />
Sich das erste Mal verlieben, das erste Mal Schmetterlinge im Bauch spüren… lange hatte Hailie darauf gewartet, denn sie verliebte sich zum ersten Mal recht spät. Ihre Hauskameraden waren darin viel weiter und eher mit beschäftigt als Hailie. Im Alter von siebzehn Jahren und kurz vor Ende des sechsten Schuljahres geschah es auch bei der blonden Hexe. Hailie verliebte sich in einen etwas jüngeren Mitschüler, aber auch wenn die Verliebtheit auf Gegenseitigkeit beruhte, wusste Hailie bereits in dem Moment als sie sich auf eine Beziehung mit ihm einließ, dass diese keine Zukunft haben würde. Er entsprach nicht den Vorgaben, welche ihre Familie akzeptieren würde, was es für Hailie nicht einfacher machte. Innerhalb der Schlossmauern konnte sie sich mit ihm treffen, heimlich, aber es war möglich und doch mit ihrem Abschluss endete ihre erste Beziehung. Die junge Hexe erfuhr das erste Mal, was es bedeutete Liebeskummer zu haben. Sie lernte Gefühle wie Schmerz und Trauer kennen und beschloss, ihr Herz zu verschließen, um einen solchen Schmerz nicht erneut spüren zu müssen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Orion Black]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2565</link>
			<pubDate>Sat, 08 Nov 2025 21:57:02 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=337">Orion Black</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2565</guid>
			<description><![CDATA[<u><b>Dead Harts</b></u><br />
<br />
Als Kind war Orion lieber jemand der beobachtete als jemand, der selbst in Aktion trat. Eine stille Neugierde wohnte ihm inne, die durchaus dazu führte, dass er jedes Buch verschlang, das er in die Finger bekam, sobald er lesen konnte. Anderen Menschen gegenüber agierte er allerdings eher scheu und zurückhaltend – sehr zum Missfallen seines Vaters, für den dieses Verhalten von einer Schwäche zeugte, die eines Blacks schlicht und ergreifend nicht zu Gesicht stand.<br />
Einen Schwächling als Sohn gezeugt zu haben, war ein Gedanke, den Arcturus Black keineswegs ertragen konnte. Also setzte er bereits früh alles daran, Orion abzuhärten und ihm die stille, zurückhaltende Art geradezu abzuerziehen.<br />
Natürlich förderte er den Umstand, dass sein Sohn nicht nur wusste, wie man ein Buch richtig herum hielt, sondern auch noch gerne darin las. Gleichzeitig zwang er ihn allerdings auch weg von seinen Büchern und hinein in soziale Interaktionen mit anderen. Alles in einem engen Korsett aus Erwartungen und Vorgaben, wie Orion sich als Erbe der Blacks im sozialen Gefüge zu verhalten hatte.<br />
Tränen – ob sie nun aus Überforderung, Trotz oder Angst flossen – wurden hierbei ebenso hart geahndet wie Versagen in der Etikette oder hinter Arcturus‘ Erwartungen allgemein.<br />
Orions Mutter hatte in dieser Hinsicht, das machte ihr Mann ausgesprochen deutlich, kein Mitspracherecht. Allerdings ist Orion ihr bis heute dankbar dafür, dass sie sich des Nachts sehr wohl zu ihrem Sohn stahl und mit ihm darüber sprach, wie er sich fühlte und was ihn bewegte. Orion ist sich keineswegs sicher, ob Arcturus‘ Drill andernfalls den gewünschten Effekt gehabt hätte oder ob er ohne den Rückhalt seiner Mutter nicht möglicherweise vielmehr daran zerbrochen wäre.<br />
Morgens mit einem Spritzer eiskalten Wassers aus Arcturus‘ Zauberstab geweckt zu werden, ist ihm ebenso in unschöner Erinnerung geblieben, wie die Flüche und die Prügel, die es setzte, wenn er sich in Arcturus‘ Augen nicht eines Black-Erben angemessen verhielt.<br />
Damit, dass Orion zunächst also aus Angst alles versuchte, um den Anforderungen seines Vaters gerecht zu werden und nicht weil er selbst ihnen gerecht werden wollte, schien Arcturus sich jedoch ebenso wenig zufrieden geben zu wollen.<br />
An das Gefühl, für seinen Vater in jeder Hinsicht eine Enttäuschung zu sein, erinnert er sich allerdings noch sehr gut. Ebenso an die brennende Scham, als sein Vater im Sommer bevor Orion nach Hogwarts gehen sollte, verlauten ließ, dass er damit rechne, dass Orion der erste Black in Hufflepuff werden würde, so sehr wie er noch immer lieber im Hintergrund verschwände.<br />
Orion wusste natürlich, dass von ihm ebenso wie von jedem anderen Black erwartet würde, dass er nach Slytherin käme. Und er selbst war sich außerdem auch sicher, dass das sehr wohl der Fall sein würde.<br />
Das ausgesprochene Misstrauensvotum seines Vaters, der in den letzten drei Jahren bevorzugt zum Zauberstab gegriffen hatte, um den vermeintlich zu sanft geratenen Sohn abzuhärten, stach umso mehr. Allerdings hatte Orion die Werte eines Blacks eben sehr wohl verinnerlicht.<br />
Also schwieg er dazu, schluckte jede Erwiderung, die ihm eingefallen wäre und entschied sich schlicht und ergreifend dafür, dass Arcturus seine Worte schon früh genug würde schlucken müssen.<br />
<br />
Tatsächlich landete Orion wirklich in Slytherin – der Sprechende Hut hatte dafür auch gar nicht lange überlegen müssen. Und das Erste, was er in den Weihnachtsferien zu Arcturus sagte, auch wenn er fest damit rechnete, ordentlich verhext zu werden, war „Ich hoffe, du hast nicht zu viele Weihnachtsgeschenke mit Dachs-Motiv gekauft, Vater“.<br />
Arcturus reagierte jedoch vollkommen anders, als Orion erwartete und begann herzlich zu lachen. Er wuschelte ihm durchs Haar und verkündete stolz, dass Orion auf Hogwarts dann ja offenkundig sein Rückgrat gefunden habe.<br />
Mit den Jahren lernte Orion verstehen, dass sein Vater von einem echten Black scheinbare Gefühlskälte und bedingungsloses Einstehen für die eigenen Überzeugungen verlangte.<br />
<br />
<b><u>The once and future Secret </u></b><br />
<br />
Obschon einige Jahre jünger als Tom Riddle und der größte Teil seines innersten Kreises, geriet Orion – mithin durch seine Cousine zweiten Grades, Walburga – recht schnell mit hinein in den Freundeskreis um den jungen, geheimnisvollen Slytherin mit dem zweifelhaften Nachnamen.<br />
Orion begriff recht früh, dass der Nachname allein keineswegs ein Grund sein durfte, die offensichtlich von einer überaus magischen Abstammung zeugenden Fähigkeiten Riddles zu ignorieren. Und er hatte längst gelernt, sich in derlei Belangen auf das Bauchgefühl und die Visionen Walburgas zu verlassen.<br />
Genau dies tat er also auch hier.<br />
Schön während seiner Schulzeit entstanden also die Kontakte, dank denen er heute ein Teil von Lord Voldemorts rechter Hand ist. Auch wenn diese Kontakte etwas waren, das er so lange wie möglich sorgsam vor seinem Vater Arcturus geheim gehalten hat.<br />
Erst, als Tom und Aleksander selbst die Schule bereits beendet hatten und Orion selbst bereits seine ZAGs in der Tasche hatte, erfuhr Arcturus davon. Der Versuch, diese Assoziation abzustrafen, weil er von Orion selbstredend forderte, dass dieser sich in den Kreisen seinesgleichens bewegte, endete im ersten und einzigen, ernsthaften Duell zwischen den beiden – einem, das Orion tatsächlich auch gewann und das sein Ende mit Orions Zauberstab unter Arcturus‘ Kinn fand.<br />
Der damals Sechzehnjährige versprach seinem Vater in diesem Moment, dass, sollte er den Zauberstab noch einmal gegen ihn heben – er jeden Fluch zu spüren bekäme, den er jemals an Orion gewirkt hatte. <br />
Es war das letzte Mal, dass Arcturus versuchte, den Zauberstab gegen ihn zu erheben.<br />
Auch, wenn er nach diesem Duell – nach dem übrigens sein Arbeitszimmer renoviert werden musste – bis zum Beginn des nächsten Schuljahres nicht mehr mit Orion sprach. <br />
Orion ist sich bis heute nicht sicher, ob das eine Strafe hatte sein sollen oder nicht. Er erinnert sich allerdings sehr wohl daran, dass er diese Sommerferien als überaus entspannend empfand.<br />
<br />
<b><u>What’s Love got to do with it?</u></b><br />
<br />
Orion hatte Walburga schon als Kind von all seinen Cousins und Cousinen zweiten Grades am liebsten. Dass er sie also außerordentlich vermisst hatte, während sie in Ägypten gewesen war, hatte sowohl bei ihren als auch bei seinen Eltern für überaus große Belustigung gesorgt. Umso mehr, als er, kaum dass sie wieder zurück war, unbedingt der Erste hatte sein wollen, der sie begrüßte.<br />
Natürlich ist Orion bewusst, dass ihre Ehe zwischen ihren Eltern längst verabredet gewesen war. Er allerdings ist sich sicher, dass die Liebe, die sie sehr wohl zueinander fühlen, schon damals durchaus vorhanden war und sieht die gemeinsame Ehe keineswegs als etwas, das sich nur aufgrund eines Entschlusses ihrer Eltern ergeben hat.<br />
Dass seine Gefühle für sie nach der Verlobung nur wuchsen, erachtet er als selbstverständlich und als Zeichen einer gesunden Beziehung.<br />
Er ist ausgesprochen froh darum, sie an seiner Seite zu haben und unterstützte ihre eigenen, schwarzmagischen Studien – insbesondere jene in der Nekromantie – wo und wie er nur konnte.<br />
Umgekehrt weiß er, dass auch er sich der Unterstützung seiner Frau jederzeit sicher sein kann.<br />
Mit ihr an seiner Seite verloren auch die Geburten ihrer gemeinsamer Söhne an Schrecken. Insbesondere in ihren ersten Jahren hatte Orion nämlich durchaus mit erheblichen Zweifeln zu kämpfen, ob er sich der Rolle als Vater gewachsen sehen würde.<br />
Sie war es auch, die ihn bei seiner Ernennung als Richter und selbstverständlich ebenfalls als er sich aktiv den Todessern anschloss, unterstützte.<br />
<br />
<b><u>No Son of mine</b></u><br />
<br />
Die Sache mit der Vaterschaft gestaltete sich, anders als das Richteramt, in das Orion sich schnell einfügte, deutlich schwieriger. Orion kann zumindest vor sich selbst durchaus zugeben, dass seine Vaterrolle ihn oft genug, deutlich überforderte.<br />
In Sirius sah er früh, dass dieser einen nahezu unbrechbaren, eigenen Willen zu haben schien. Im Grunde genommen war das eine Eigenschaft, die man sich in einem Erben genau so nur wünschen konnte, und doch erfüllte sie Orion auch mit einer gewissen Sorge.<br />
Umso mehr war er darauf bedacht, dass Regulus den ungestümen, älteren Bruder auszugleichen und zu unterstützen wusste.<br />
Heute fragt er sich zuweilen, ob er Regulus damit zu sehr an die Seite gedrängt hat und ob er ihn mehr hätte fördern sollen.<br />
Teilweise flüchtete er sich in der Kindererziehung lieber hinter seine berufliche Professionalität. Behandelte seine Söhne, wenn sie sich daneben benommen hatten, lieber wie Angeklagte und führte geradezu Verhandlungen mit ihnen, weil er nicht wollte, dass sie ihn als ebenso willkürlich empfanden, wie er seinen eigenen Vater empfunden hatte.<br />
Sirius allerdings rettete er damit keineswegs.<br />
Dass der Junge, nachdem er ausgerechnet in Gryffindor hatte landen müssen, war der erste Schritt darin gewesen, dass er der Familie mehr und mehr entglitt. Heute fragt Orion sich, ob es nicht klüger gewesen wäre, Sirius in diesem Moment direkt von der Schule zu nehmen und ihn von diesen schädlichen Einflüssen, denen er letztendlich erlegen sein muss, fern zu halten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<u><b>Dead Harts</b></u><br />
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Als Kind war Orion lieber jemand der beobachtete als jemand, der selbst in Aktion trat. Eine stille Neugierde wohnte ihm inne, die durchaus dazu führte, dass er jedes Buch verschlang, das er in die Finger bekam, sobald er lesen konnte. Anderen Menschen gegenüber agierte er allerdings eher scheu und zurückhaltend – sehr zum Missfallen seines Vaters, für den dieses Verhalten von einer Schwäche zeugte, die eines Blacks schlicht und ergreifend nicht zu Gesicht stand.<br />
Einen Schwächling als Sohn gezeugt zu haben, war ein Gedanke, den Arcturus Black keineswegs ertragen konnte. Also setzte er bereits früh alles daran, Orion abzuhärten und ihm die stille, zurückhaltende Art geradezu abzuerziehen.<br />
Natürlich förderte er den Umstand, dass sein Sohn nicht nur wusste, wie man ein Buch richtig herum hielt, sondern auch noch gerne darin las. Gleichzeitig zwang er ihn allerdings auch weg von seinen Büchern und hinein in soziale Interaktionen mit anderen. Alles in einem engen Korsett aus Erwartungen und Vorgaben, wie Orion sich als Erbe der Blacks im sozialen Gefüge zu verhalten hatte.<br />
Tränen – ob sie nun aus Überforderung, Trotz oder Angst flossen – wurden hierbei ebenso hart geahndet wie Versagen in der Etikette oder hinter Arcturus‘ Erwartungen allgemein.<br />
Orions Mutter hatte in dieser Hinsicht, das machte ihr Mann ausgesprochen deutlich, kein Mitspracherecht. Allerdings ist Orion ihr bis heute dankbar dafür, dass sie sich des Nachts sehr wohl zu ihrem Sohn stahl und mit ihm darüber sprach, wie er sich fühlte und was ihn bewegte. Orion ist sich keineswegs sicher, ob Arcturus‘ Drill andernfalls den gewünschten Effekt gehabt hätte oder ob er ohne den Rückhalt seiner Mutter nicht möglicherweise vielmehr daran zerbrochen wäre.<br />
Morgens mit einem Spritzer eiskalten Wassers aus Arcturus‘ Zauberstab geweckt zu werden, ist ihm ebenso in unschöner Erinnerung geblieben, wie die Flüche und die Prügel, die es setzte, wenn er sich in Arcturus‘ Augen nicht eines Black-Erben angemessen verhielt.<br />
Damit, dass Orion zunächst also aus Angst alles versuchte, um den Anforderungen seines Vaters gerecht zu werden und nicht weil er selbst ihnen gerecht werden wollte, schien Arcturus sich jedoch ebenso wenig zufrieden geben zu wollen.<br />
An das Gefühl, für seinen Vater in jeder Hinsicht eine Enttäuschung zu sein, erinnert er sich allerdings noch sehr gut. Ebenso an die brennende Scham, als sein Vater im Sommer bevor Orion nach Hogwarts gehen sollte, verlauten ließ, dass er damit rechne, dass Orion der erste Black in Hufflepuff werden würde, so sehr wie er noch immer lieber im Hintergrund verschwände.<br />
Orion wusste natürlich, dass von ihm ebenso wie von jedem anderen Black erwartet würde, dass er nach Slytherin käme. Und er selbst war sich außerdem auch sicher, dass das sehr wohl der Fall sein würde.<br />
Das ausgesprochene Misstrauensvotum seines Vaters, der in den letzten drei Jahren bevorzugt zum Zauberstab gegriffen hatte, um den vermeintlich zu sanft geratenen Sohn abzuhärten, stach umso mehr. Allerdings hatte Orion die Werte eines Blacks eben sehr wohl verinnerlicht.<br />
Also schwieg er dazu, schluckte jede Erwiderung, die ihm eingefallen wäre und entschied sich schlicht und ergreifend dafür, dass Arcturus seine Worte schon früh genug würde schlucken müssen.<br />
<br />
Tatsächlich landete Orion wirklich in Slytherin – der Sprechende Hut hatte dafür auch gar nicht lange überlegen müssen. Und das Erste, was er in den Weihnachtsferien zu Arcturus sagte, auch wenn er fest damit rechnete, ordentlich verhext zu werden, war „Ich hoffe, du hast nicht zu viele Weihnachtsgeschenke mit Dachs-Motiv gekauft, Vater“.<br />
Arcturus reagierte jedoch vollkommen anders, als Orion erwartete und begann herzlich zu lachen. Er wuschelte ihm durchs Haar und verkündete stolz, dass Orion auf Hogwarts dann ja offenkundig sein Rückgrat gefunden habe.<br />
Mit den Jahren lernte Orion verstehen, dass sein Vater von einem echten Black scheinbare Gefühlskälte und bedingungsloses Einstehen für die eigenen Überzeugungen verlangte.<br />
<br />
<b><u>The once and future Secret </u></b><br />
<br />
Obschon einige Jahre jünger als Tom Riddle und der größte Teil seines innersten Kreises, geriet Orion – mithin durch seine Cousine zweiten Grades, Walburga – recht schnell mit hinein in den Freundeskreis um den jungen, geheimnisvollen Slytherin mit dem zweifelhaften Nachnamen.<br />
Orion begriff recht früh, dass der Nachname allein keineswegs ein Grund sein durfte, die offensichtlich von einer überaus magischen Abstammung zeugenden Fähigkeiten Riddles zu ignorieren. Und er hatte längst gelernt, sich in derlei Belangen auf das Bauchgefühl und die Visionen Walburgas zu verlassen.<br />
Genau dies tat er also auch hier.<br />
Schön während seiner Schulzeit entstanden also die Kontakte, dank denen er heute ein Teil von Lord Voldemorts rechter Hand ist. Auch wenn diese Kontakte etwas waren, das er so lange wie möglich sorgsam vor seinem Vater Arcturus geheim gehalten hat.<br />
Erst, als Tom und Aleksander selbst die Schule bereits beendet hatten und Orion selbst bereits seine ZAGs in der Tasche hatte, erfuhr Arcturus davon. Der Versuch, diese Assoziation abzustrafen, weil er von Orion selbstredend forderte, dass dieser sich in den Kreisen seinesgleichens bewegte, endete im ersten und einzigen, ernsthaften Duell zwischen den beiden – einem, das Orion tatsächlich auch gewann und das sein Ende mit Orions Zauberstab unter Arcturus‘ Kinn fand.<br />
Der damals Sechzehnjährige versprach seinem Vater in diesem Moment, dass, sollte er den Zauberstab noch einmal gegen ihn heben – er jeden Fluch zu spüren bekäme, den er jemals an Orion gewirkt hatte. <br />
Es war das letzte Mal, dass Arcturus versuchte, den Zauberstab gegen ihn zu erheben.<br />
Auch, wenn er nach diesem Duell – nach dem übrigens sein Arbeitszimmer renoviert werden musste – bis zum Beginn des nächsten Schuljahres nicht mehr mit Orion sprach. <br />
Orion ist sich bis heute nicht sicher, ob das eine Strafe hatte sein sollen oder nicht. Er erinnert sich allerdings sehr wohl daran, dass er diese Sommerferien als überaus entspannend empfand.<br />
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<b><u>What’s Love got to do with it?</u></b><br />
<br />
Orion hatte Walburga schon als Kind von all seinen Cousins und Cousinen zweiten Grades am liebsten. Dass er sie also außerordentlich vermisst hatte, während sie in Ägypten gewesen war, hatte sowohl bei ihren als auch bei seinen Eltern für überaus große Belustigung gesorgt. Umso mehr, als er, kaum dass sie wieder zurück war, unbedingt der Erste hatte sein wollen, der sie begrüßte.<br />
Natürlich ist Orion bewusst, dass ihre Ehe zwischen ihren Eltern längst verabredet gewesen war. Er allerdings ist sich sicher, dass die Liebe, die sie sehr wohl zueinander fühlen, schon damals durchaus vorhanden war und sieht die gemeinsame Ehe keineswegs als etwas, das sich nur aufgrund eines Entschlusses ihrer Eltern ergeben hat.<br />
Dass seine Gefühle für sie nach der Verlobung nur wuchsen, erachtet er als selbstverständlich und als Zeichen einer gesunden Beziehung.<br />
Er ist ausgesprochen froh darum, sie an seiner Seite zu haben und unterstützte ihre eigenen, schwarzmagischen Studien – insbesondere jene in der Nekromantie – wo und wie er nur konnte.<br />
Umgekehrt weiß er, dass auch er sich der Unterstützung seiner Frau jederzeit sicher sein kann.<br />
Mit ihr an seiner Seite verloren auch die Geburten ihrer gemeinsamer Söhne an Schrecken. Insbesondere in ihren ersten Jahren hatte Orion nämlich durchaus mit erheblichen Zweifeln zu kämpfen, ob er sich der Rolle als Vater gewachsen sehen würde.<br />
Sie war es auch, die ihn bei seiner Ernennung als Richter und selbstverständlich ebenfalls als er sich aktiv den Todessern anschloss, unterstützte.<br />
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<b><u>No Son of mine</b></u><br />
<br />
Die Sache mit der Vaterschaft gestaltete sich, anders als das Richteramt, in das Orion sich schnell einfügte, deutlich schwieriger. Orion kann zumindest vor sich selbst durchaus zugeben, dass seine Vaterrolle ihn oft genug, deutlich überforderte.<br />
In Sirius sah er früh, dass dieser einen nahezu unbrechbaren, eigenen Willen zu haben schien. Im Grunde genommen war das eine Eigenschaft, die man sich in einem Erben genau so nur wünschen konnte, und doch erfüllte sie Orion auch mit einer gewissen Sorge.<br />
Umso mehr war er darauf bedacht, dass Regulus den ungestümen, älteren Bruder auszugleichen und zu unterstützen wusste.<br />
Heute fragt er sich zuweilen, ob er Regulus damit zu sehr an die Seite gedrängt hat und ob er ihn mehr hätte fördern sollen.<br />
Teilweise flüchtete er sich in der Kindererziehung lieber hinter seine berufliche Professionalität. Behandelte seine Söhne, wenn sie sich daneben benommen hatten, lieber wie Angeklagte und führte geradezu Verhandlungen mit ihnen, weil er nicht wollte, dass sie ihn als ebenso willkürlich empfanden, wie er seinen eigenen Vater empfunden hatte.<br />
Sirius allerdings rettete er damit keineswegs.<br />
Dass der Junge, nachdem er ausgerechnet in Gryffindor hatte landen müssen, war der erste Schritt darin gewesen, dass er der Familie mehr und mehr entglitt. Heute fragt Orion sich, ob es nicht klüger gewesen wäre, Sirius in diesem Moment direkt von der Schule zu nehmen und ihn von diesen schädlichen Einflüssen, denen er letztendlich erlegen sein muss, fern zu halten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Aodhagán O'Suibhne]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2560</link>
			<pubDate>Fri, 31 Oct 2025 19:44:46 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=336">Aodhagán O'Suibhne</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2560</guid>
			<description><![CDATA[<u><b>Trigger-Warnung:</u> Tod eines Elternteils</b><br />
<br />
<b>26. Juli 1972, St. Mungos</b><br />
“Dad? Warum war ich bei der Beerdigung nicht dabei, aber die Mädchen schon?” Caoimhin O’Suibhne trank einen Schluck von seinem Kaffee, während sein Blick langsam über den Jungen glitt, der sich gleich nach der Frage einen zu großen Bissen Apfelstrudel in den Mund geschoben hatte. “Weil es zu gefährlich gewesen wäre”, erklärte er dann.<br />
“Warum war es für die Mädchen nicht gefährlich?”, verlangte er zu wissen. “Weil es um dich ging”, erwiderte der Vater. Aodhagán aß schweigend den süßen Strudel, grübelnd, bis er die Gabel neben den Teller legte und aufmerksam zu dem Vater hoch schaute. “Bin ich gefährlich für andere? Ist Mum wegen mir gestorben?”<br />
Caoimhin schaute den Jungen für einen Moment erschrocken an, ehe er den Kopf schüttelte. “Aber nein, Aodhagán. Du bist keine Gefahr, hörst du? Für niemanden. Und sie ist auch nicht wegen dir gestorben.” Wie kam der Junge nur auf solche Gedanken? Caoimhin legte seine Hand unter das schmale Kinn, als der Aodhagán den Kopf senken wollte, suchte seinen Blick. “Du hattest Anfälle, ein paar sogar, und ich war besorgt, dass du bei der Beerdigung einen haben könntest.” Der Junge nickte langsam. “Bin ich krank, Dad?”<br />
Caoimhin machte eine unbestimmte Bewegung mit dem Kopf, weder ein Nicken, noch ein Kopfschütteln, und griff erneut nach seinem Kaffee. “Das versuchen die Heiler herauszufinden”, erklärte er, ehe er einen Schluck trank. “Und du hilfst ihnen dabei, ja?” Aodhagán nickte erneut langsam, starrte dann auf die Krümel auf seinem Teller. “Ich will nach Hause”, erklärte er.<br />
“Ich weiß.” Caoimhin legte eine Hand auf die des Kindes. “Du kannst nach Hause, wenn es dir besser geht.”<br />
“Aber es geht mir gut”, widersprach der Junge. Er ballte die Hände zu Fäusten und spürte, wie ihm Tränen in die Augen stiegen. “Ich will zu dir, und Niamh und Oonagh und Brighid und… Mum…”<br />
“Mum ist tot, Aodhagán”, erinnerte Caoimhin, wobei seine eigene Stimme schwer klang.<br />
Der Junge hielt den Blick gesenkt. Tränen rannen ihm über die Wangen, aber er sollte nicht weinen. Er sollte stark sein. “Ich vermisse sie.” Unglaublich schwer waren die Worte. So schwer, dass er es regelrecht im Herzen spürte. So scharf, dass es weh tat. Überall.<br />
“Ich weiß. Wir vermissen sie alle”, klang die Stimme des Vaters dumpf, wie aus weiter Ferne. “Aodhagán?” Der Vater ließ die Tasse fallen, als sein Sohn zitternd vom Stuhl glitt. Das Schluchzen wurde zu einem Wimmern, dann zu einem Schrei. “Hilfe! Ich brauche Hilfe!”, rief Caoimhin und sah sich nach den Schwestern um.<br />
<br />
<b>29. Juli 1972, St. Mungos</b><br />
“Sind Sie sicher, dass das funktioniert?”, wollte Caoimhin wissen, während sein Blick abwägend über die junge Brünette und den kleinen Kniesel auf ihrem Arm glitt. “Eine absolute Sicherheit gibt es nie”, antwortete Arabella und setzte das Kitten auf der Bettdecke auf. “Haben Sie Geduld und beobachten Sie”, riet sie noch.<br />
Es war schon ein Akt gewesen, die Heiler der Station davon zu überzeugen, einen Kniesel hereinzulassen. Doch am Ende hofften alle, dass es funktionierte. Seit dem Tod der Mutter hatte Aodhagán einen Anfall nach dem anderen. Manchmal lagen ein paar Stunden dazwischen, manchmal nur ein paar Minuten. Noch nicht einen Tag hatte es ganz ohne Anfall gegeben und ein Ende war nicht abzusehen. Immerhin trauerte der Junge. Inzwischen waren sich die Heiler einig, dass es unverantwortlich wäre, einen Neunjährigen über einen längeren Zeitraum mit Tränken zu betäuben. Es war eine Sache, nachts für erholsamen Schlaf zu sorgen, doch ein Kind auch tagsüber immer zu den Tränken auszusetzen - und damit auch den natürlichen Prozess der Trauer zu unterbinden - konnte einfach nicht gesund sein.<br />
Caoimhin war verzweifelt gewesen, hatte Rat an den ungewöhnlichsten Stellen gesucht - auch in der <i>Augurey Apotheke</i>, wo Arabella arbeitete und ihre Kniesel ein- und ausgingen. Sie war auf die Idee gekommen, dass eines ihrer Tiere helfen könnte. Und so saßen sie nun beide am Krankenbett und beobachteten, wie Aodhagán wach wurde, wie sich seine Augen erst weiteten und dann strahlten. Geradezu zögernd strich er mit den Fingern durch das flauschige Fell, während der kleine Kater über den Körper des Jungen schritt und seinen Kopf schnurrend an dessen Kinn rieb.<br />
“Sehen Sie?”, sprach sie leise zum Vater. “Haare und Liebe vertreiben Trauer und Kummer.” Lächelnd wandte sie sich dann an den Patienten: “Er heißt Sir Galahad." Allerdings nenne ich fast immer Cinnamon. Kaum dass er laufen konnte, hat er eine Dose mit Zimt hinuntergeworfen und sich darin gewälzt. Mehr als eine Woche hat er überall den Duft von Zimt verbreitet. Darum nenne ich ihn so.”<br />
“Hallo Cinnamon”, begrüßte Aodhagán den Kater leise, ehe er den Blick auf den Vater richtete und fragte: “Darf ich ihn behalten?” Caoimhin nickte langsam, lächelnd und voller Hoffnung.<br />
<br />
<b>1. September 1973, Kings Cross</b><br />
Aodhagán atmete tief durch. Das hier war etwas, das er immer gewollt hatte! Er stand auf dem Bahnsteig 9 ¾. Hunderte andere Schüler und Schülerinnen, zum Teil schon in schwarzen Roben und zum Teil noch in ihrer Alltagskleidung, liefen umher. Freunde begrüßten einander. Eltern verabschiedeten ihre Kinder. Die Rauchwolke der magischen Lock zog gen Himmel. Frösche quakten, Eulen schrien, Katzen fauchten und Cinnamon kratzte an seinem Korb. Er mochte es nicht, eingesperrt zu sein. Caoimhin meinte allerdings, es wäre sicherer.<br />
Aodhagán spürte seinen Herzschlag überdeutlich in seiner Brust und die Hand des Vaters schwer auf seiner Schulter. “Ist alles in Ordnung, Junge?” Aodhagán nickte mechanisch. Er hatte das hier immer gewollt. Wie jeder junge Zauberer. Er wollte nach Hogwarts, freute sich auf das Schloss, auf neue Freunde und darauf, endlich richtig zaubern zu lernen. Es <u>sollte</u> alles in Ordnung sein.<br />
Die Frage war, was machten diese Zauberer dann hier? Sie ragten in der Schülerschar auf, wie zwei Leuchttürme und trugen silberne Masken. Sie zogen ihre Zauberstäbe. Aodhagán wollte rufen, wollte sie warnen, doch er bekam keine Luft, brachte keinen Ton heraus. Grüne Lichtblitze zischten mitten in eine Schülergruppe, Körper fielen - und Aodhagán spürte weiches Fell zwischen seinen Fingern. Er spürte regelrecht das Vibrieren des warmen Körpers, der sich gegen seine Brust und seinen Hals schmiegte. Der Junge schnappte nach Luft, als wäre er bei einem Tauchgang zu lange unter Wasser gewesen.<br />
“Du solltest lieber zuhause bleiben”, hörte er die Stimme des Vaters wie durch eine dicke Schicht Watte. Aodhagán schüttelte den Kopf und realisierte erst bei dieser Bewegung, dass er auf dem kalten Boden lag.<br />
“Nein”, keuchte er, atmete tief durch und stemmte sich mit purer Willenskraft in eine sitzende Position. “Ich will nach Hogwarts, Dad. Ich… ich schaff das schon.” Er drückte Cinnamon an sich und griff nach dem Stück Schokolade, das mit einem Mal vor seinem Gesicht schwebte. “Ich will nach Hogwarts, Dad.” Betonte er, schob sich die Schokolade in den Mund und kam wieder auf die Beine.<br />
Caoimhin beobachtete den Jungen skeptisch und deutete schließlich auf den Zug. “Dann solltest du dich beeilen. Es sieht nicht so aus, als wollten sie noch lange warten.”<br />
Aodhagán sah sich um und realisierte, dass der Bahnsteig inzwischen so gut wie leer war. Dafür klebten Dutzende Gesichter an den Fenstern der Waggons. Er spürte, wie ihm das Blut ins Gesicht schoss, umfasste den schnurrenden Kniesel noch etwas fester und konzentrierte sich auf den süßen Geschmack in seinem Mund. Jetzt bloß kein weiterer Anfall!, schoss es ihm durch den Kopf.<br />
“Wir… wir sehen uns Weihnachten, Dad”, entschied er, ließ gerade noch zu, dass Caoimhin ihm ein weiteres Mal die Schulter drückte und beeilte sich dann, in den Zug zu steigen.<br />
<br />
<b>28. Juni 1978, Hogwarts</b><br />
<i>“Gealaí! Gealaí!”</i> Aodhagán hörte seine Schwester deutlich aus dem Gemurmel und Geraune der übrigen Schüler heraus. Niemand sonst rief ihn mit seinem zweiten Vornamen. “Ich komm gleich nach”, meinte er zu den Freunden und drehte sich mit einem leisen Seufzer um, um gegen den Strom der Schüler die Treppe wieder hinunter zu gehen, Brighid entgegen. <i> “Gealaí!”</i>, rief sie noch einmal und blieb regelrecht atemlos bei ihm stehen, zwei Stufen unter ihm, so dass sie kleiner wirkte, als sie eigentlich war. “Was ist denn?”, fragte er und rieb sich den Oberarm, nachdem er von einem älteren Schüler im Vorbeigehen angerempelt wurde. <i> “Miss Bletchley hat geschrieben. Sie holt uns am Bahnhof ab.”</i> Brighid hatte rote Wangen und hielt einen Brief in der Hand. Offenbar freute sie sich über die Nachricht und Aodhagán konnte es ihr nicht verübeln. Bei ihrer ersten Begegnung mit der Leiterin des Waisenhauses war Miss Bletchley freundlich und verständnisvoll gewesen.<br />
“Hm, komm mal mit.” Aodhagán umfasste das Handgelenk der kleinen Schwester und zog sie von der Treppe runter in den Gang, der zum Klassenzimmer für Verwandlung führte. Schon nach wenigen Schritten war es erheblich ruhiger. Die letzten Prüfungen waren in allen Klassen geschrieben und die letzten Tage des Schuljahres hatten sie frei. Kaum jemand hatte einen Grund noch die Klassenräume aufzusuchen. Die meisten Jugendlichen zog es nach dem Frühstück hinaus in die warme Juni-Sonne. Eben dahin wollte Aodhagán auch, nachdem er seinen Besen aus dem Ravenclaw-Turm geholt hatte. Auf die Wiesen und hinüber zum Stadion, wo er mit dem Rest des Teams noch ein paar Runden fliegen und ein paar Bälle werfen würde. Ein letztes, lockeres Training vor den Sommerferien. Das hatte nun zu warten.<br />
“Zeig mal her”, sagte Aodhagán und zog Brighid den Brief aus der Hand. Rasch überflog er die schwungvollen Zeilen, blieb an ein paar Worten hängen und nickte langsam. “Sie wird dich abholen”, betonte er, drehte das Pergament so, dass das Mädchen es lesen konnte und deutete auf die passenden Zeilen. <i> “Na und?”</i> Verständnislos zog sie ihm den Brief wieder aus den Fingern. <i> “Du hast doch auch einen bekommen, oder?”</i><br />
Aodhagán seufzte leise. Er hätte diesen Moment gerne noch ein paar Stunden hinaus gezögert, bis er wenigstens selbst verdaut hatte, was er eben beim Frühstück gelesen hatte. Genau deswegen wollte er auf das Quidditchfeld. “Nicht direkt”, erwiderte er und zog einen ganz ähnlichen Brief aus der Hosentasche. Langsam faltete er das Pergament auseinander, als könnte er damit das Unvermeidliche hinauszögern, und reichte ihn Brighid zum Lesen. “Mr. Black wird mich abholen.”<br />
<i> “Mr. Black?”</i>, echote sie regelrecht schrill, so dass Aodhagán unruhig den Gang entlang schaute. Das brauchte auch nicht direkt die ganze Schule wissen. <i> “Welcher? Der Vater von unseren Blacks?”</i> Ein schiefes Grinsen huschte über die Lippen des Ravenclaw. Es war ja nicht so, als wären sie enge Freunde von Sirius oder Regulus. Sie gingen nur einfach zufällig auf dieselbe Schule und hatten ab und zu mal mehr und mal weniger miteinander zu tun. Meistens eher weniger. Aber Blacks waren bekannt - ganz besonders für ihren Status in der gehobenen Welt der Reinblüter und für  ihren Hang zu schwarzer Magie. <i> “Was will der denn von dir?”</i>, fragte Brighid weiter. Aodhagán hob leicht die Schultern. “Ich weiß nicht genau”, erwiderte er, obwohl das nicht so ganz stimmte. Es war kein Geheimnis, dass er Dinge sah. Möglicherweise hatte Regulus davon zuhause erzählt. Vielleicht wusste es Mr. Black auch aus ganz anderen Quellen. Jedenfalls konnte er sich vorstellen, dass eine solche Gabe - selbst wenn Aodhagán sie allzu gerne als Fluch bezeichnete - für so eine alte, ambitionierte Familie interessant sein könnte.<br />
<i> “Moment, heißt das, du wirst bei denen wohnen?”</i> Offenbar hatte Brighid die entscheidenden Zeilen des Briefes gefunden und sah ihren Bruder nun bestürzt an. <i> “Heißt das, wir werden uns gar nicht sehen?”</i><br />
“Doch, natürlich!”, erklärte Aodhagán mit Nachdruck. Er legte die Hände an Brighids Schultern. Sie war zwar ein Jahr jünger als er, doch sie waren beinahe gleich groß. “Ich verspreche dir, ich werde alles versuchen, damit ich dich besuchen kann.” Er legte seine Arme um sie, als sie sich an ihn lehnte. “Sie können uns nicht einfach so trennen, okay?”]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<u><b>Trigger-Warnung:</u> Tod eines Elternteils</b><br />
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<b>26. Juli 1972, St. Mungos</b><br />
“Dad? Warum war ich bei der Beerdigung nicht dabei, aber die Mädchen schon?” Caoimhin O’Suibhne trank einen Schluck von seinem Kaffee, während sein Blick langsam über den Jungen glitt, der sich gleich nach der Frage einen zu großen Bissen Apfelstrudel in den Mund geschoben hatte. “Weil es zu gefährlich gewesen wäre”, erklärte er dann.<br />
“Warum war es für die Mädchen nicht gefährlich?”, verlangte er zu wissen. “Weil es um dich ging”, erwiderte der Vater. Aodhagán aß schweigend den süßen Strudel, grübelnd, bis er die Gabel neben den Teller legte und aufmerksam zu dem Vater hoch schaute. “Bin ich gefährlich für andere? Ist Mum wegen mir gestorben?”<br />
Caoimhin schaute den Jungen für einen Moment erschrocken an, ehe er den Kopf schüttelte. “Aber nein, Aodhagán. Du bist keine Gefahr, hörst du? Für niemanden. Und sie ist auch nicht wegen dir gestorben.” Wie kam der Junge nur auf solche Gedanken? Caoimhin legte seine Hand unter das schmale Kinn, als der Aodhagán den Kopf senken wollte, suchte seinen Blick. “Du hattest Anfälle, ein paar sogar, und ich war besorgt, dass du bei der Beerdigung einen haben könntest.” Der Junge nickte langsam. “Bin ich krank, Dad?”<br />
Caoimhin machte eine unbestimmte Bewegung mit dem Kopf, weder ein Nicken, noch ein Kopfschütteln, und griff erneut nach seinem Kaffee. “Das versuchen die Heiler herauszufinden”, erklärte er, ehe er einen Schluck trank. “Und du hilfst ihnen dabei, ja?” Aodhagán nickte erneut langsam, starrte dann auf die Krümel auf seinem Teller. “Ich will nach Hause”, erklärte er.<br />
“Ich weiß.” Caoimhin legte eine Hand auf die des Kindes. “Du kannst nach Hause, wenn es dir besser geht.”<br />
“Aber es geht mir gut”, widersprach der Junge. Er ballte die Hände zu Fäusten und spürte, wie ihm Tränen in die Augen stiegen. “Ich will zu dir, und Niamh und Oonagh und Brighid und… Mum…”<br />
“Mum ist tot, Aodhagán”, erinnerte Caoimhin, wobei seine eigene Stimme schwer klang.<br />
Der Junge hielt den Blick gesenkt. Tränen rannen ihm über die Wangen, aber er sollte nicht weinen. Er sollte stark sein. “Ich vermisse sie.” Unglaublich schwer waren die Worte. So schwer, dass er es regelrecht im Herzen spürte. So scharf, dass es weh tat. Überall.<br />
“Ich weiß. Wir vermissen sie alle”, klang die Stimme des Vaters dumpf, wie aus weiter Ferne. “Aodhagán?” Der Vater ließ die Tasse fallen, als sein Sohn zitternd vom Stuhl glitt. Das Schluchzen wurde zu einem Wimmern, dann zu einem Schrei. “Hilfe! Ich brauche Hilfe!”, rief Caoimhin und sah sich nach den Schwestern um.<br />
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<b>29. Juli 1972, St. Mungos</b><br />
“Sind Sie sicher, dass das funktioniert?”, wollte Caoimhin wissen, während sein Blick abwägend über die junge Brünette und den kleinen Kniesel auf ihrem Arm glitt. “Eine absolute Sicherheit gibt es nie”, antwortete Arabella und setzte das Kitten auf der Bettdecke auf. “Haben Sie Geduld und beobachten Sie”, riet sie noch.<br />
Es war schon ein Akt gewesen, die Heiler der Station davon zu überzeugen, einen Kniesel hereinzulassen. Doch am Ende hofften alle, dass es funktionierte. Seit dem Tod der Mutter hatte Aodhagán einen Anfall nach dem anderen. Manchmal lagen ein paar Stunden dazwischen, manchmal nur ein paar Minuten. Noch nicht einen Tag hatte es ganz ohne Anfall gegeben und ein Ende war nicht abzusehen. Immerhin trauerte der Junge. Inzwischen waren sich die Heiler einig, dass es unverantwortlich wäre, einen Neunjährigen über einen längeren Zeitraum mit Tränken zu betäuben. Es war eine Sache, nachts für erholsamen Schlaf zu sorgen, doch ein Kind auch tagsüber immer zu den Tränken auszusetzen - und damit auch den natürlichen Prozess der Trauer zu unterbinden - konnte einfach nicht gesund sein.<br />
Caoimhin war verzweifelt gewesen, hatte Rat an den ungewöhnlichsten Stellen gesucht - auch in der <i>Augurey Apotheke</i>, wo Arabella arbeitete und ihre Kniesel ein- und ausgingen. Sie war auf die Idee gekommen, dass eines ihrer Tiere helfen könnte. Und so saßen sie nun beide am Krankenbett und beobachteten, wie Aodhagán wach wurde, wie sich seine Augen erst weiteten und dann strahlten. Geradezu zögernd strich er mit den Fingern durch das flauschige Fell, während der kleine Kater über den Körper des Jungen schritt und seinen Kopf schnurrend an dessen Kinn rieb.<br />
“Sehen Sie?”, sprach sie leise zum Vater. “Haare und Liebe vertreiben Trauer und Kummer.” Lächelnd wandte sie sich dann an den Patienten: “Er heißt Sir Galahad." Allerdings nenne ich fast immer Cinnamon. Kaum dass er laufen konnte, hat er eine Dose mit Zimt hinuntergeworfen und sich darin gewälzt. Mehr als eine Woche hat er überall den Duft von Zimt verbreitet. Darum nenne ich ihn so.”<br />
“Hallo Cinnamon”, begrüßte Aodhagán den Kater leise, ehe er den Blick auf den Vater richtete und fragte: “Darf ich ihn behalten?” Caoimhin nickte langsam, lächelnd und voller Hoffnung.<br />
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<b>1. September 1973, Kings Cross</b><br />
Aodhagán atmete tief durch. Das hier war etwas, das er immer gewollt hatte! Er stand auf dem Bahnsteig 9 ¾. Hunderte andere Schüler und Schülerinnen, zum Teil schon in schwarzen Roben und zum Teil noch in ihrer Alltagskleidung, liefen umher. Freunde begrüßten einander. Eltern verabschiedeten ihre Kinder. Die Rauchwolke der magischen Lock zog gen Himmel. Frösche quakten, Eulen schrien, Katzen fauchten und Cinnamon kratzte an seinem Korb. Er mochte es nicht, eingesperrt zu sein. Caoimhin meinte allerdings, es wäre sicherer.<br />
Aodhagán spürte seinen Herzschlag überdeutlich in seiner Brust und die Hand des Vaters schwer auf seiner Schulter. “Ist alles in Ordnung, Junge?” Aodhagán nickte mechanisch. Er hatte das hier immer gewollt. Wie jeder junge Zauberer. Er wollte nach Hogwarts, freute sich auf das Schloss, auf neue Freunde und darauf, endlich richtig zaubern zu lernen. Es <u>sollte</u> alles in Ordnung sein.<br />
Die Frage war, was machten diese Zauberer dann hier? Sie ragten in der Schülerschar auf, wie zwei Leuchttürme und trugen silberne Masken. Sie zogen ihre Zauberstäbe. Aodhagán wollte rufen, wollte sie warnen, doch er bekam keine Luft, brachte keinen Ton heraus. Grüne Lichtblitze zischten mitten in eine Schülergruppe, Körper fielen - und Aodhagán spürte weiches Fell zwischen seinen Fingern. Er spürte regelrecht das Vibrieren des warmen Körpers, der sich gegen seine Brust und seinen Hals schmiegte. Der Junge schnappte nach Luft, als wäre er bei einem Tauchgang zu lange unter Wasser gewesen.<br />
“Du solltest lieber zuhause bleiben”, hörte er die Stimme des Vaters wie durch eine dicke Schicht Watte. Aodhagán schüttelte den Kopf und realisierte erst bei dieser Bewegung, dass er auf dem kalten Boden lag.<br />
“Nein”, keuchte er, atmete tief durch und stemmte sich mit purer Willenskraft in eine sitzende Position. “Ich will nach Hogwarts, Dad. Ich… ich schaff das schon.” Er drückte Cinnamon an sich und griff nach dem Stück Schokolade, das mit einem Mal vor seinem Gesicht schwebte. “Ich will nach Hogwarts, Dad.” Betonte er, schob sich die Schokolade in den Mund und kam wieder auf die Beine.<br />
Caoimhin beobachtete den Jungen skeptisch und deutete schließlich auf den Zug. “Dann solltest du dich beeilen. Es sieht nicht so aus, als wollten sie noch lange warten.”<br />
Aodhagán sah sich um und realisierte, dass der Bahnsteig inzwischen so gut wie leer war. Dafür klebten Dutzende Gesichter an den Fenstern der Waggons. Er spürte, wie ihm das Blut ins Gesicht schoss, umfasste den schnurrenden Kniesel noch etwas fester und konzentrierte sich auf den süßen Geschmack in seinem Mund. Jetzt bloß kein weiterer Anfall!, schoss es ihm durch den Kopf.<br />
“Wir… wir sehen uns Weihnachten, Dad”, entschied er, ließ gerade noch zu, dass Caoimhin ihm ein weiteres Mal die Schulter drückte und beeilte sich dann, in den Zug zu steigen.<br />
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<b>28. Juni 1978, Hogwarts</b><br />
<i>“Gealaí! Gealaí!”</i> Aodhagán hörte seine Schwester deutlich aus dem Gemurmel und Geraune der übrigen Schüler heraus. Niemand sonst rief ihn mit seinem zweiten Vornamen. “Ich komm gleich nach”, meinte er zu den Freunden und drehte sich mit einem leisen Seufzer um, um gegen den Strom der Schüler die Treppe wieder hinunter zu gehen, Brighid entgegen. <i> “Gealaí!”</i>, rief sie noch einmal und blieb regelrecht atemlos bei ihm stehen, zwei Stufen unter ihm, so dass sie kleiner wirkte, als sie eigentlich war. “Was ist denn?”, fragte er und rieb sich den Oberarm, nachdem er von einem älteren Schüler im Vorbeigehen angerempelt wurde. <i> “Miss Bletchley hat geschrieben. Sie holt uns am Bahnhof ab.”</i> Brighid hatte rote Wangen und hielt einen Brief in der Hand. Offenbar freute sie sich über die Nachricht und Aodhagán konnte es ihr nicht verübeln. Bei ihrer ersten Begegnung mit der Leiterin des Waisenhauses war Miss Bletchley freundlich und verständnisvoll gewesen.<br />
“Hm, komm mal mit.” Aodhagán umfasste das Handgelenk der kleinen Schwester und zog sie von der Treppe runter in den Gang, der zum Klassenzimmer für Verwandlung führte. Schon nach wenigen Schritten war es erheblich ruhiger. Die letzten Prüfungen waren in allen Klassen geschrieben und die letzten Tage des Schuljahres hatten sie frei. Kaum jemand hatte einen Grund noch die Klassenräume aufzusuchen. Die meisten Jugendlichen zog es nach dem Frühstück hinaus in die warme Juni-Sonne. Eben dahin wollte Aodhagán auch, nachdem er seinen Besen aus dem Ravenclaw-Turm geholt hatte. Auf die Wiesen und hinüber zum Stadion, wo er mit dem Rest des Teams noch ein paar Runden fliegen und ein paar Bälle werfen würde. Ein letztes, lockeres Training vor den Sommerferien. Das hatte nun zu warten.<br />
“Zeig mal her”, sagte Aodhagán und zog Brighid den Brief aus der Hand. Rasch überflog er die schwungvollen Zeilen, blieb an ein paar Worten hängen und nickte langsam. “Sie wird dich abholen”, betonte er, drehte das Pergament so, dass das Mädchen es lesen konnte und deutete auf die passenden Zeilen. <i> “Na und?”</i> Verständnislos zog sie ihm den Brief wieder aus den Fingern. <i> “Du hast doch auch einen bekommen, oder?”</i><br />
Aodhagán seufzte leise. Er hätte diesen Moment gerne noch ein paar Stunden hinaus gezögert, bis er wenigstens selbst verdaut hatte, was er eben beim Frühstück gelesen hatte. Genau deswegen wollte er auf das Quidditchfeld. “Nicht direkt”, erwiderte er und zog einen ganz ähnlichen Brief aus der Hosentasche. Langsam faltete er das Pergament auseinander, als könnte er damit das Unvermeidliche hinauszögern, und reichte ihn Brighid zum Lesen. “Mr. Black wird mich abholen.”<br />
<i> “Mr. Black?”</i>, echote sie regelrecht schrill, so dass Aodhagán unruhig den Gang entlang schaute. Das brauchte auch nicht direkt die ganze Schule wissen. <i> “Welcher? Der Vater von unseren Blacks?”</i> Ein schiefes Grinsen huschte über die Lippen des Ravenclaw. Es war ja nicht so, als wären sie enge Freunde von Sirius oder Regulus. Sie gingen nur einfach zufällig auf dieselbe Schule und hatten ab und zu mal mehr und mal weniger miteinander zu tun. Meistens eher weniger. Aber Blacks waren bekannt - ganz besonders für ihren Status in der gehobenen Welt der Reinblüter und für  ihren Hang zu schwarzer Magie. <i> “Was will der denn von dir?”</i>, fragte Brighid weiter. Aodhagán hob leicht die Schultern. “Ich weiß nicht genau”, erwiderte er, obwohl das nicht so ganz stimmte. Es war kein Geheimnis, dass er Dinge sah. Möglicherweise hatte Regulus davon zuhause erzählt. Vielleicht wusste es Mr. Black auch aus ganz anderen Quellen. Jedenfalls konnte er sich vorstellen, dass eine solche Gabe - selbst wenn Aodhagán sie allzu gerne als Fluch bezeichnete - für so eine alte, ambitionierte Familie interessant sein könnte.<br />
<i> “Moment, heißt das, du wirst bei denen wohnen?”</i> Offenbar hatte Brighid die entscheidenden Zeilen des Briefes gefunden und sah ihren Bruder nun bestürzt an. <i> “Heißt das, wir werden uns gar nicht sehen?”</i><br />
“Doch, natürlich!”, erklärte Aodhagán mit Nachdruck. Er legte die Hände an Brighids Schultern. Sie war zwar ein Jahr jünger als er, doch sie waren beinahe gleich groß. “Ich verspreche dir, ich werde alles versuchen, damit ich dich besuchen kann.” Er legte seine Arme um sie, als sie sich an ihn lehnte. “Sie können uns nicht einfach so trennen, okay?”]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Henry Morganach]]></title>
			<link>https://makemerun.de/showthread.php?tid=2544</link>
			<pubDate>Sun, 26 Oct 2025 12:03:45 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://makemerun.de/member.php?action=profile&uid=330">Henry Morganach</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://makemerun.de/showthread.php?tid=2544</guid>
			<description><![CDATA[<h1>A Childhood Between Two Worlds</h1><br />
Henry wurde am 17. März 1958 geboren und damit ausgerechnet an einem irischen Nationalfeiertag, dem St. Patrick’s Day – ein Umstand, der im später im Leben noch ziemlich zu schaffen machen sollte. Er wuchs als Kind eines Runenschmieds und einer Goldschmiedin im Stadtteil Howth an der Küste von Dublin auf. Touristik bestimmte das Leben der Familie, da seine Mutter den Schmuck bis heute im eigenen Laden ausstellt und hauptsächlich davon lebt, weshalb sie vor allem in den Sommermonaten weniger Zeit für die Familie hatte. Sein Vater arbeitete sehr zurückgezogen in seiner kleinen schmiede, war wenig präsent und wenn dann erzählte er kaum von dem, was er da tat. So verbrachte er als Kind viel Zeit im Laden und der Goldschmiede seiner Mutter, wo er sich viel mit sich selbst beschäftigen musste.<br />
Als er älter wurde und nicht mehr alles an nette Kund:innen ausplauderte, durfte Henry ab und zu mit seinem Vater in die Winkelgasse, aber dafür musste er immer ziemlich viel betteln. Nach dem Besuchen erzählte er wochenlang von nichts anderem und malte die fantasievollsten Bilder über all die Dinge, die er entdeckt hatte.<br />
<br />
Mit 5 Jahren kam Henry an die Grundschule im Dorf, die eine reine Jungenschule war. Trotz der Uniform merkte man schnell, welche Kinder aus wohlhabenden Familien stammten und welche eher nicht und schnell wurde der Morganach wegen seiner etwas spitzen Ohren zur Zielscheibe. Er schloss ein paar lockere Freundschaften, kam aber irgendwie nie so richtig in der Gruppe an, das es einfach zu viele gab, die sich über ihn lustig machten. Im Unterricht wurde Henry oft mit dem Bild des Leprechauns und des Topfs voll Gold konfrontiert: Beides war präsent in Schulbüchern und Bastelarbeiten, sowie in vielen der Folklore. Lieder über Kobolde, die sie einüben mussten, wurden von seinen Klassenkammeraden heimlich umgedichtet und verfolgten ihn durch seine gesamte Schulzeit hindurch. Bei Theateraufführungen zum St. Patricksday und Projekten, wurde er stets von seinen Mitschülern als Leprechaun vorgeschlagen - seiner Körpergröße und der Ohren sei Dank. <br />
<br />
In seiner Freizeit - besonders wenn er wieder einen harten Tag in der Schule hinter sich hatte - machte Henry einsame Streifzüge über die Klippenpfade des Howth Head bis zum Leuchtturm, auf den weiten Highlands und den Wäldern, wo er schon früh eine Vorliebe für besondere Stöcke entwickelte und sich vorstellte wie es sein würde, endlich einen eigenen Zauberstab zu besitzen.<br />
Als Henry an einem verregneten Schultag in der 3. Klasse mal wieder eine Abreibung bekam explodierte er - beziehungsweise das Waschbecken gegen das er sich lehnte, während er von 3 anderen Jungs bedrängt wurde und begoss alle Anwesenden mit einer riesigen Wasserfontäne: Sein erster Magieausbruch. Er erleichterte ihn, machte ihm aber gleichzeitig Angst - und rief eine Ministeriumsarbeiterin auf den Plan, die Erinnerungen anpassen musste.<br />
Als ähnliche Vorfälle sich wiederholten, begannen viele Mitschüler einen Bogen um den Morganach zu machen und wenige wollten noch etwas mit ihm zu tun haben, denn bald schon schworen seine Mitschüler, gesehen zu haben, wie Henry Dinge mit bloßen Händen zerstörte. Das gute an Muggeln war, dass sie bereit waren, sich Dinge logisch zu erklären und Henry selten selbst eine gute Erklärung finden musste - nur die Klappe halten, nicken und nachsitzen musste er.<br />
2 Jahre wartete er sehnsüchtig auf den Hogwartsbrief und darauf, dass an der Schule für Hexerei und Zauberei endlich bessere Tage auf ihn warten würden.<br />
<br />
<br />
<h1>Lessons Written in Ink and Ash</h1><br />
Voller Vorfreude aber auch voller Angst stieg Henry am 1. September in den Zug nach Hogwarts, wo er zwischen Staunen und Unsicherheit den Tag verbrachte, ohne jemanden zu kennen. Er fühlte sich nicht sehr wohl, als er vor aller Augen den sprechenden Hut aufsetzte und nach Ravenclaw eingeteilt wurde und der Applaus hörte sich in seinen Ohren an wie blanker Hohn. Auch die ersten Wochen waren für den Morganach herausfordernd, ohne Freude in einer fremden Umgebung zu sein machte ihm sehr zu schaffen und er hatte den Eindruck, dass es niemandem sonst so ging.<br />
Wenigstens der Unterricht machte ihm Spaß und vermochte ihn abzulenken, wenngleich er Geschichte der Zauberei furchtbar fand. Es war nicht nur langweilig, die Tatsache, dass sie mit den Koboldkriegen begannen verunsicherte ihn so sehr, dass er jedes Mal nervöse Flecken im Gesicht bekam, sobald er das Fach auf seinem Tagesplan las.<br />
Nach einigen Wochen freundete er sich mit Elaine Beaufort an und die beiden wurden Freude, bald sogar beste Freunde. Er öffnete sich nicht vielen, denn seine Erfahrungen in der Muggelwelt hatten ihn zu sehr geprägt, als dass er nochmal leichtfertig vertrauen könnte und so wuchs sein Freundeskreis nur sehr langsam an.<br />
Henry entwickelte sich gut, er hatte sogar den Eindruck, sein Vater sei das erste mal Stolz auf ihn, doch es machte ihm gleichzeitig Probleme - und er verheimlichte das - sein magisches Potenzial nicht im Griff zu haben. Henry bevorzugte die Fächer, in denen er seinen Zauberstab wenig nutzen musste, denn immer wieder floss zu viel Magie und seine Zauber wurden zu heftig, schossen deutlich übers Ziel hinaus und wurden manchmal sogar gefährlich. Es dauerte mehrere Jahre, bis Henry es schaffte, seine Magie richtig zu dosieren und noch heute muss er immer ein bisschen <i>zurückhalten</i>.<br />
In seiner Freizeit machte Henry Sport - hauptsächlich kletterte er heimlich und joggte oder lief - , las Abenteuerromane und zeichnete. Langsam kam er an und gewöhnte sich an das neue Leben, in dem er nicht der Außenseiter, Freak oder das Maskotchen war. Nach und nach konnte er sogar zulassen, dass er mehr Menschen in sein Herz schloss, ohne Angst zurückgestoßen zu werden.<br />
Eines Abends gegen Anfang des 5. Schuljahres - Ravenclaw hatte gerade ein Quidditch-Match gewonnen und das wurde im Gemeinschaftsraum gebührend gefeiert - bekam Henry mit, wie ein Mitschüler aus seinem Schlafsaal - Aristide - von ein paar anderen aufs Korn genommen wurde. Henry kannte das Gefühl, diesen Gesichtsausdruck nur zu gut - packte Aris Hand, schleuderte den Jungs einen bissigen Spruch an den Kopf und nahm Ari mit sich zu seinen Freunden. Sie unterhielten sich - nach fast 5 Jahren gefühlt zum ersten mal so richtig - über alles mögliche und am Ende des Abends schlug der Morganach sogar vor, dass er ihn Mal in den Ferien in Howth besuchen kommen konnte, wenn er den Stadtteil mit einem Local erkunden wollte.<br />
So weit kam es allerdings nie, denn Ari's Cousin Midas bekam irgendwie Wind von der Sache und aus einem harmlosen Scherz über Henrys Ohren wurde ein monatelanges Martyrium aus Anfeindungen und Mobbing, was darin gipfelte, dass Midas als Konsequenz für sein Fehlverhalten seinen Posten als Teamkapitän von Ravenclaw verlor, was dessen Wut leider weiter anfachte.<br />
Leider endete die Geschichte damit nicht, sondern setzte sich nach den Sommerferien weiter fort; nach den Sommerferien von Henrys erstem Kuss. Bis dahin war Henry sich nicht sicher gewesen, ob er überhaupt auf Mädchen steht, doch  als er Niamh kennenlernte, ein Muggelmädchen, das Urlaub in seinem Küstenort machte, änderte sich das. Man konnte sagen sie hatte eine beinahe magische Anziehung auf ihn. Mit ihrer etwas unbeholfene Art und den so vertrauten und doch fremden Augen zogen sie ihn in ihren Bann und nachdem sie ihm seinen ersten Kuss schenkte war es um Henry geschehen. Doch nach diesem Kuss verschwand Niamh, so plötzlich wie sie gekommen war und ging ihm doch lange Zeit nicht mehr aus dem Kopf.<br />
Zurück in Hogwarts ging der Midas-Alptraum weiter und Henry fasste den Entschluss, dass er kein weiteres Jahr so leben konnte. Auch wenn es ihn viel Überwindung kostete, begann er sich zu wehren und zwischen den beiden entstand eine regelrechte Fehde, bei der Henry meist den Kürzeren zog und die erst endete, als Midas die Schule endlich verließ. Es dauerte ein Bisschen, bis Henry das realisierte, doch er schöpfte Halt aus seiner ersten Beziehung, die sie allerdings geheim hielten, denn in den Sommerferien vor seinem letzten Jahr verliebte er sich in Elaines Cousin. Dorcas trennte sich kurz vor Weihnachten jedoch wieder von Henry, welcher versuchte sich mit Büchern und Quidditch abzulenken, was immerhin ein etwas half. Er schaffte einen guten Abschluss und hatte damit alle Voraussetzungen für die Aurorenausbildung, für die er die Aufnahmeprüfung bereits im Frühjahr bestanden hatte.<br />
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<h1>Roots in Shadow, Heart in Light</h1><br />
Henry zog mit einigen anderen Rookies in eine WG, eine für Muggel baufällig wirkende Villa und schon in seiner ersten Woche als Rookie wurde Henry wieder mit Midas konfrontiert. Dieser war ihm gegenüber zum Glück deutlich zurückhaltender und schwor auch sonst, sich geändert zu haben. Nach einem Streit im Archiv bat Midas um Henrys Segen für seinen Einzug in die WG - und bot ihm im Gegenzug einen Offenbarungsschwur an, der aktiv wurde, sollte er Henry je wieder angreifen. Es war wohl seiner Schwäche für 2. Chancen geschuldet, dass der Ire einwilligte und so fanden sie sich einige Tage später in seinem Zimmer wieder, wo Midas ihm eine Perle überreichte, die (s)ein Geheimnis verbarg. Midas aktivierte die Prägung auf Henry mit dessen Speichel und einem Zauber, sodass sein Geheimnis offenbart werden würde, sollte er dem Morganach willentlich Schaden zufügen. Da Henry sich nicht sicher war, ob der Zauber wirklich funktionierte, suchte er seinen Vater auf um sich durch dessen Expertise bestätigen zu lassen, dass der Zauber tatsächlich funktionsfähig war.<br />
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Henry leistete sein erstes Jahr als Novize mit Frank Longbottom als Ausbilder und merkte schnell, dass der Job Herausforderungen beinhaltete, die er nicht erwartet hätte. Er hatte es sich spannend vorgestellt, Auror zu werden und natürlich war ihm klar gewesen, dass der Job anspruchsvoll und gefährlich war; das Maß an Verantwortungsbewusstsein, das man von ihm verlangte war jedoch unerwartet und der Morganach hatte nicht geahnt, dass ihm Folgsamkeit so schwer fallen würde - wobei es da andere gab, die sich sichtlich schwerer taten. Doch Franks Methoden machten es ihm manchmal wirklich nicht einfach, forderten ihn immer wieder heraus. Henry biss sich jedoch durch, stets das Ziel vor Augen, nie mehr das Opfer zu sein sondern jemand, den man schätzt und respektiert.<br />
Im Mai ließ Frank ihn und seine anderen Erstsemester prüfen und Henry war so stolz darauf, wie gut er die Prüfung meisterte. Bei der anschließenden Party in der Beaufort-Villa schlugen alle etwas über die Strenge, doch Henry ist sie vor allem deshalb im Gedächtnis geblieben, weil er bei einem Trinkspiel in kleiner Runde seine noch immer nicht ganz erloschenen Gefühle für Dorcas offenbart hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>A Childhood Between Two Worlds</h1><br />
Henry wurde am 17. März 1958 geboren und damit ausgerechnet an einem irischen Nationalfeiertag, dem St. Patrick’s Day – ein Umstand, der im später im Leben noch ziemlich zu schaffen machen sollte. Er wuchs als Kind eines Runenschmieds und einer Goldschmiedin im Stadtteil Howth an der Küste von Dublin auf. Touristik bestimmte das Leben der Familie, da seine Mutter den Schmuck bis heute im eigenen Laden ausstellt und hauptsächlich davon lebt, weshalb sie vor allem in den Sommermonaten weniger Zeit für die Familie hatte. Sein Vater arbeitete sehr zurückgezogen in seiner kleinen schmiede, war wenig präsent und wenn dann erzählte er kaum von dem, was er da tat. So verbrachte er als Kind viel Zeit im Laden und der Goldschmiede seiner Mutter, wo er sich viel mit sich selbst beschäftigen musste.<br />
Als er älter wurde und nicht mehr alles an nette Kund:innen ausplauderte, durfte Henry ab und zu mit seinem Vater in die Winkelgasse, aber dafür musste er immer ziemlich viel betteln. Nach dem Besuchen erzählte er wochenlang von nichts anderem und malte die fantasievollsten Bilder über all die Dinge, die er entdeckt hatte.<br />
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Mit 5 Jahren kam Henry an die Grundschule im Dorf, die eine reine Jungenschule war. Trotz der Uniform merkte man schnell, welche Kinder aus wohlhabenden Familien stammten und welche eher nicht und schnell wurde der Morganach wegen seiner etwas spitzen Ohren zur Zielscheibe. Er schloss ein paar lockere Freundschaften, kam aber irgendwie nie so richtig in der Gruppe an, das es einfach zu viele gab, die sich über ihn lustig machten. Im Unterricht wurde Henry oft mit dem Bild des Leprechauns und des Topfs voll Gold konfrontiert: Beides war präsent in Schulbüchern und Bastelarbeiten, sowie in vielen der Folklore. Lieder über Kobolde, die sie einüben mussten, wurden von seinen Klassenkammeraden heimlich umgedichtet und verfolgten ihn durch seine gesamte Schulzeit hindurch. Bei Theateraufführungen zum St. Patricksday und Projekten, wurde er stets von seinen Mitschülern als Leprechaun vorgeschlagen - seiner Körpergröße und der Ohren sei Dank. <br />
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In seiner Freizeit - besonders wenn er wieder einen harten Tag in der Schule hinter sich hatte - machte Henry einsame Streifzüge über die Klippenpfade des Howth Head bis zum Leuchtturm, auf den weiten Highlands und den Wäldern, wo er schon früh eine Vorliebe für besondere Stöcke entwickelte und sich vorstellte wie es sein würde, endlich einen eigenen Zauberstab zu besitzen.<br />
Als Henry an einem verregneten Schultag in der 3. Klasse mal wieder eine Abreibung bekam explodierte er - beziehungsweise das Waschbecken gegen das er sich lehnte, während er von 3 anderen Jungs bedrängt wurde und begoss alle Anwesenden mit einer riesigen Wasserfontäne: Sein erster Magieausbruch. Er erleichterte ihn, machte ihm aber gleichzeitig Angst - und rief eine Ministeriumsarbeiterin auf den Plan, die Erinnerungen anpassen musste.<br />
Als ähnliche Vorfälle sich wiederholten, begannen viele Mitschüler einen Bogen um den Morganach zu machen und wenige wollten noch etwas mit ihm zu tun haben, denn bald schon schworen seine Mitschüler, gesehen zu haben, wie Henry Dinge mit bloßen Händen zerstörte. Das gute an Muggeln war, dass sie bereit waren, sich Dinge logisch zu erklären und Henry selten selbst eine gute Erklärung finden musste - nur die Klappe halten, nicken und nachsitzen musste er.<br />
2 Jahre wartete er sehnsüchtig auf den Hogwartsbrief und darauf, dass an der Schule für Hexerei und Zauberei endlich bessere Tage auf ihn warten würden.<br />
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<h1>Lessons Written in Ink and Ash</h1><br />
Voller Vorfreude aber auch voller Angst stieg Henry am 1. September in den Zug nach Hogwarts, wo er zwischen Staunen und Unsicherheit den Tag verbrachte, ohne jemanden zu kennen. Er fühlte sich nicht sehr wohl, als er vor aller Augen den sprechenden Hut aufsetzte und nach Ravenclaw eingeteilt wurde und der Applaus hörte sich in seinen Ohren an wie blanker Hohn. Auch die ersten Wochen waren für den Morganach herausfordernd, ohne Freude in einer fremden Umgebung zu sein machte ihm sehr zu schaffen und er hatte den Eindruck, dass es niemandem sonst so ging.<br />
Wenigstens der Unterricht machte ihm Spaß und vermochte ihn abzulenken, wenngleich er Geschichte der Zauberei furchtbar fand. Es war nicht nur langweilig, die Tatsache, dass sie mit den Koboldkriegen begannen verunsicherte ihn so sehr, dass er jedes Mal nervöse Flecken im Gesicht bekam, sobald er das Fach auf seinem Tagesplan las.<br />
Nach einigen Wochen freundete er sich mit Elaine Beaufort an und die beiden wurden Freude, bald sogar beste Freunde. Er öffnete sich nicht vielen, denn seine Erfahrungen in der Muggelwelt hatten ihn zu sehr geprägt, als dass er nochmal leichtfertig vertrauen könnte und so wuchs sein Freundeskreis nur sehr langsam an.<br />
Henry entwickelte sich gut, er hatte sogar den Eindruck, sein Vater sei das erste mal Stolz auf ihn, doch es machte ihm gleichzeitig Probleme - und er verheimlichte das - sein magisches Potenzial nicht im Griff zu haben. Henry bevorzugte die Fächer, in denen er seinen Zauberstab wenig nutzen musste, denn immer wieder floss zu viel Magie und seine Zauber wurden zu heftig, schossen deutlich übers Ziel hinaus und wurden manchmal sogar gefährlich. Es dauerte mehrere Jahre, bis Henry es schaffte, seine Magie richtig zu dosieren und noch heute muss er immer ein bisschen <i>zurückhalten</i>.<br />
In seiner Freizeit machte Henry Sport - hauptsächlich kletterte er heimlich und joggte oder lief - , las Abenteuerromane und zeichnete. Langsam kam er an und gewöhnte sich an das neue Leben, in dem er nicht der Außenseiter, Freak oder das Maskotchen war. Nach und nach konnte er sogar zulassen, dass er mehr Menschen in sein Herz schloss, ohne Angst zurückgestoßen zu werden.<br />
Eines Abends gegen Anfang des 5. Schuljahres - Ravenclaw hatte gerade ein Quidditch-Match gewonnen und das wurde im Gemeinschaftsraum gebührend gefeiert - bekam Henry mit, wie ein Mitschüler aus seinem Schlafsaal - Aristide - von ein paar anderen aufs Korn genommen wurde. Henry kannte das Gefühl, diesen Gesichtsausdruck nur zu gut - packte Aris Hand, schleuderte den Jungs einen bissigen Spruch an den Kopf und nahm Ari mit sich zu seinen Freunden. Sie unterhielten sich - nach fast 5 Jahren gefühlt zum ersten mal so richtig - über alles mögliche und am Ende des Abends schlug der Morganach sogar vor, dass er ihn Mal in den Ferien in Howth besuchen kommen konnte, wenn er den Stadtteil mit einem Local erkunden wollte.<br />
So weit kam es allerdings nie, denn Ari's Cousin Midas bekam irgendwie Wind von der Sache und aus einem harmlosen Scherz über Henrys Ohren wurde ein monatelanges Martyrium aus Anfeindungen und Mobbing, was darin gipfelte, dass Midas als Konsequenz für sein Fehlverhalten seinen Posten als Teamkapitän von Ravenclaw verlor, was dessen Wut leider weiter anfachte.<br />
Leider endete die Geschichte damit nicht, sondern setzte sich nach den Sommerferien weiter fort; nach den Sommerferien von Henrys erstem Kuss. Bis dahin war Henry sich nicht sicher gewesen, ob er überhaupt auf Mädchen steht, doch  als er Niamh kennenlernte, ein Muggelmädchen, das Urlaub in seinem Küstenort machte, änderte sich das. Man konnte sagen sie hatte eine beinahe magische Anziehung auf ihn. Mit ihrer etwas unbeholfene Art und den so vertrauten und doch fremden Augen zogen sie ihn in ihren Bann und nachdem sie ihm seinen ersten Kuss schenkte war es um Henry geschehen. Doch nach diesem Kuss verschwand Niamh, so plötzlich wie sie gekommen war und ging ihm doch lange Zeit nicht mehr aus dem Kopf.<br />
Zurück in Hogwarts ging der Midas-Alptraum weiter und Henry fasste den Entschluss, dass er kein weiteres Jahr so leben konnte. Auch wenn es ihn viel Überwindung kostete, begann er sich zu wehren und zwischen den beiden entstand eine regelrechte Fehde, bei der Henry meist den Kürzeren zog und die erst endete, als Midas die Schule endlich verließ. Es dauerte ein Bisschen, bis Henry das realisierte, doch er schöpfte Halt aus seiner ersten Beziehung, die sie allerdings geheim hielten, denn in den Sommerferien vor seinem letzten Jahr verliebte er sich in Elaines Cousin. Dorcas trennte sich kurz vor Weihnachten jedoch wieder von Henry, welcher versuchte sich mit Büchern und Quidditch abzulenken, was immerhin ein etwas half. Er schaffte einen guten Abschluss und hatte damit alle Voraussetzungen für die Aurorenausbildung, für die er die Aufnahmeprüfung bereits im Frühjahr bestanden hatte.<br />
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<h1>Roots in Shadow, Heart in Light</h1><br />
Henry zog mit einigen anderen Rookies in eine WG, eine für Muggel baufällig wirkende Villa und schon in seiner ersten Woche als Rookie wurde Henry wieder mit Midas konfrontiert. Dieser war ihm gegenüber zum Glück deutlich zurückhaltender und schwor auch sonst, sich geändert zu haben. Nach einem Streit im Archiv bat Midas um Henrys Segen für seinen Einzug in die WG - und bot ihm im Gegenzug einen Offenbarungsschwur an, der aktiv wurde, sollte er Henry je wieder angreifen. Es war wohl seiner Schwäche für 2. Chancen geschuldet, dass der Ire einwilligte und so fanden sie sich einige Tage später in seinem Zimmer wieder, wo Midas ihm eine Perle überreichte, die (s)ein Geheimnis verbarg. Midas aktivierte die Prägung auf Henry mit dessen Speichel und einem Zauber, sodass sein Geheimnis offenbart werden würde, sollte er dem Morganach willentlich Schaden zufügen. Da Henry sich nicht sicher war, ob der Zauber wirklich funktionierte, suchte er seinen Vater auf um sich durch dessen Expertise bestätigen zu lassen, dass der Zauber tatsächlich funktionsfähig war.<br />
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Henry leistete sein erstes Jahr als Novize mit Frank Longbottom als Ausbilder und merkte schnell, dass der Job Herausforderungen beinhaltete, die er nicht erwartet hätte. Er hatte es sich spannend vorgestellt, Auror zu werden und natürlich war ihm klar gewesen, dass der Job anspruchsvoll und gefährlich war; das Maß an Verantwortungsbewusstsein, das man von ihm verlangte war jedoch unerwartet und der Morganach hatte nicht geahnt, dass ihm Folgsamkeit so schwer fallen würde - wobei es da andere gab, die sich sichtlich schwerer taten. Doch Franks Methoden machten es ihm manchmal wirklich nicht einfach, forderten ihn immer wieder heraus. Henry biss sich jedoch durch, stets das Ziel vor Augen, nie mehr das Opfer zu sein sondern jemand, den man schätzt und respektiert.<br />
Im Mai ließ Frank ihn und seine anderen Erstsemester prüfen und Henry war so stolz darauf, wie gut er die Prüfung meisterte. Bei der anschließenden Party in der Beaufort-Villa schlugen alle etwas über die Strenge, doch Henry ist sie vor allem deshalb im Gedächtnis geblieben, weil er bei einem Trinkspiel in kleiner Runde seine noch immer nicht ganz erloschenen Gefühle für Dorcas offenbart hat.]]></content:encoded>
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