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Bellatrix Lestrange
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Junior MemberBellatrix Lestrange, geborene Black, stammt aus einer der ältesten Reinblutfamilien Großbritanniens und bewegt sich entsprechend selbstsicher innerhalb konservativer Gesellschaftskreise. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Rodolphus Lestrange führt sie ein Antiquariat für seltene Bücher und Kunstobjekte und gilt innerhalb der Reinblutgesellschaft als ebenso charismatisch wie anstrengend.
Bellatrix ist laut, impulsiv und ausgesprochen präsent, kann sich gesellschaftlich jedoch bemerkenswert gut kontrollieren und anpassen. Besonders auffällig ist ihre intensive Art, ihr nahezu perfektes äußeres Erscheinungsbild und ihre offensichtliche Faszination für schwarze Magie, mit der sie sich bereits seit jungen Jahren intensiv beschäftigt. Innerhalb ihres engeren Umfeldes ist sie für ihre Loyalität, ihre Begeisterungsfähigkeit und ihre oft beinahe überschießende Emotionalität bekannt.
Wusstest du, dass...
Jeder weiß, dass...
Freunde und Familie wissen, dass...
Wusstest du, dass...
Todesser Fraktion Bellatrix gehört den Todessern mit voller Überzeugung an und empfindet ihre Zugehörigkeit weder als Belastung noch als moralischen Konflikt. Im Gegenteil. Innerhalb der Bewegung hat sie zum ersten Mal das Gefühl gefunden wirklich gebraucht zu werden. Während andere Menschen ihre Intensität, ihre Obsessionen oder ihre kompromisslose Art oftmals als anstrengend oder beängstigend wahrnahmen, werden genau diese Eigenschaften innerhalb der Reihen der Todesser plötzlich wertvoll. Bellatrix erlebt die Bewegung nicht als Unterdrückung, sondern beinahe als Befreiung. Regeln werden dort klarer gezogen, Loyalität offen eingefordert und Macht nicht hinter höflichen Fassaden versteckt. Dabei bewegt Bellatrix sich erstaunlich selbstverständlich innerhalb dieser Strukturen. Sie hinterfragt Befehle nicht offen und empfindet Härte oder Gewalt nicht als abschreckend, solange sie einem größeren Ziel dienen. Vieles daran hängt auch mit ihrem eigenen Weltbild zusammen. Bellatrix glaubt fest daran, dass manche Menschen schlicht bedeutender sind als andere und dass Stärke sich letztlich durchsetzen sollte. Die Todesser geben diesen Gedanken eine Struktur und einen Zweck. Dabei erhält Bellatrix innerhalb der Bewegung genau das, wonach sie sich bereits ihr gesamtes Leben gesehnt hat: Aufmerksamkeit, Bedeutung und Anerkennung durch Menschen, die sie selbst als außergewöhnlich betrachtet. Bellatrix weiß, dass Orion Black und Roderick Lestrange Teil der Bewegung sind und innerhalb dieser Kreise offenbar großen Einfluss besitzen. Dass beide Männer ihre Loyalität Lord Voldemort widmen, verstärkt Bellatrix’ Überzeugung zusätzlich. Menschen wie Orion oder Roderick verkörpern für sie Stärke, Kontrolle und gesellschaftliche Macht. Dass ausgerechnet sie hinter Voldemort stehen, bestätigt Bellatrix in ihrem Glauben, auf der richtigen Seite zu stehen. Die genauen Strukturen innerhalb der Todesser interessieren sie dabei erstaunlich wenig. Bellatrix kennt lediglich die Identitäten weniger enger Mitstreiter wie Rodolphus Lestrange oder Antonin Dolohov und hat keinerlei Bedürfnis darüber hinaus mehr zu erfahren. Geheimhaltung empfindet sie nicht als Einschränkung, sondern als Zeichen von Exklusivität und Vertrauen. Zudem steigert es die Sicherheit der einzelnen Personen. Der Krieg selbst bedeutet für Bellatrix entsprechend keine Quelle von Angst, sondern vielmehr eine Entwicklung, die ihrer Ansicht nach längst überfällig war. Die zunehmende Gewalt, die Unsicherheit innerhalb der Gesellschaft und selbst die Berichte über Tote oder Anschläge erschüttern sie deutlich weniger als andere Menschen. Nicht, weil Bellatrix emotionslos wäre, ganz sicher nicht. Sondern weil sie viele dieser Ereignisse innerhalb ihres radikalisierten Weltbildes längst anders bewertet. Gewalt erscheint ihr nicht sinnlos, sondern notwendig. Einschüchterung nicht grausam, sondern effektiv. Gerade dadurch verliert Bellatrix zunehmend die Fähigkeit einzuschätzen, wie extrem ihre eigenen Ansichten inzwischen geworden sind. Sie genießt es, grausam und willkürlich agieren zu dürfen. Und sie genießt es außerdem, dass sie dafür auch noch Aufmerksamkeit bekommt und sich wichtig fühlt. Dass sie für den dunklen Lord im Grunde nur eine hübsche Handpuppe ist, versteht sie nicht. Deshalb kommt hinzu, dass Bellatrix sich innerhalb der Bewegung regelrecht verliert. Sie stürzt sich mit beinahe manischer Begeisterung in Aufträge, beschäftigt sich obsessiv mit schwarzer Magie und sucht ständig nach Möglichkeiten sich weiter zu beweisen. Anerkennung durch den dunklen Lord oder höhergestellte Todesser besitzt für sie einen enormen emotionalen Wert, auch wenn sie das niemals offen formulieren würde. Bellatrix möchte nicht bloß Teil der Bewegung sein. Sie möchte auffallen. Wichtig sein. Unverzichtbar werden.
Familie Hauptwohnsitz der Lestranges: Lestrange Court, Kent Hauptwohnsitz der Blacks: Grimmauldplace, London Stammbaum:
Bellatrix stammt ursprünglich aus dem Hause Black und wuchs entsprechend innerhalb alter britischer Reinblutkreise auf. Hauptsächlich befand sie sich als Kind bei ihrer Tante und ihrem Onkel, da ihre Eltern stark mit ihr überfordert und somit froh waren, wenn das Kind ihre Nerven nicht übermäßig strapazierte. Mittlerweile lebt sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Rodolphus Lestrange auf dem Anwesen der Familie Lestrange, einem weitläufigen Landsitz, dessen Geschichte sich über mehrere Generationen erstreckt. Das Anwesen selbst wirkt ebenso imposant wie abgeschieden. Hohe Decken, dunkles Holz, schwere Vorhänge und alte Familienportraits prägen große Teile des Hauses. Vieles dort wirkt bewusst traditionsbewusst und beinahe aus der Zeit gefallen. Gleichzeitig besitzen Rodolphus und Bellatrix innerhalb des Hauses einen eigenen Flügel, den sie weitgehend unabhängig vom restlichen Familienanwesen nutzen können. Gerade Bellatrix genießt diese Freiheit sehr, da sie dort deutlich weniger Rücksicht auf gesellschaftliche Erwartungen nehmen muss als innerhalb offizieller Reinblutveranstaltungen. Insbesondere wegen des fast schon dauerhaften Quasi-Mitbewohners in Form von Antonin Dolohov empfindet sie es als sehr praktisch, nicht permanent auf irgendwen Rücksicht nehmen zu müssen. Den Duellplatz im Keller des Hauses nutzt sie ausgesprochen gerne, um ihre Fähigkeiten weiterauszubilden. Egal ob mit ihrem Mann oder Antonin, beides ist vollkommen in Ordnung für sie. Der Wohnbereich des jungen Paares wirkt deutlich lebendiger als viele andere Teile des Hauses. Zwischen teuren Möbeln, alten Büchern und Familienerbstücken finden sich dort oftmals obskure magische Artefakte, halb geöffnete Bücherstapel, ungewöhnliche Sammlerstücke oder Dinge, bei denen Außenstehende vermutlich lieber nicht genauer nachfragen würden. Trotz aller Eleganz besitzt der Bereich dadurch stellenweise beinahe etwas leicht chaotisches. Allerdings auf die Art von Chaos, die nur Menschen mit sehr viel Geld überzeugend erzeugen können. Bellatrix empfindet das Anwesen der Lestranges dabei auch nicht nur als bloßen Wohnort, sondern vielmehr als ihr tatsächliches Zuhause. Während sie sich bei ihren Eltern oftmals wie „zu viel“ fühlte, besitzt sie dort erstmals einen Ort, an dem sie sich vergleichsweise frei entfalten kann, ohne permanent gebremst oder korrigiert zu werden. ![]() Namensbedeutung Der Name Bellatrix stammt aus dem Lateinischen und bedeutet frei übersetzt „Kriegerin“. Gleichzeitig handelt es sich bei Bellatrix auch um den dritthellsten Stern im Sternbild Orion, womit ihr Name perfekt in die Tradition der Familie Black passt, ihre Kinder nach Sternen, Sternbildern oder Himmelskörpern zu benennen. Innerhalb der Familie Black wurde großer Wert auf die Bedeutung und Wirkung von Namen gelegt. Bellatrix’ Name sollte Stärke, Präsenz und Bedeutung vermitteln. Das sind übrigens Eigenschaften, mit denen sie sich selbst sehr stark identifiziert. Tatsächlich liebt Bellatrix ihren Vornamen ausgesprochen, auch wenn sie die Kurzform ein bisschen lieber hört. Er klingt in ihren Augen dramatisch, elegant und wichtig genug für jemanden wie sie. Den Familiennamen Black trägt sie trotz ihrer Ehe mit Stolz weiter. Auch wenn sie gesellschaftlich längst Teil der Familie Lestrange geworden ist, betrachtet Bellatrix sich emotional und ideologisch nach wie vor in erster Linie als Black. Der Name steht für sie nicht nur für Abstammung, sondern auch für Tradition, Einfluss und ein Erbe, dem sie gerecht werden möchte. Wirkung auf andere Bellatrix ist ein für gewöhnlich lauter und impulsiver Mensch, zumindest, wenn sie sich im Umfeld ihrer Liebsten befindet. Dort wirkt sie oft beinahe übersteuert, also sprunghaft, emotional, schnell begeistert und voller Energie. Sie redet viel, denkt schnell und springt mit ihren Gedanken nicht selten von einem Thema zum nächsten, bevor andere überhaupt hinterhergekommen sind. Gerade wenn sie sich für etwas interessiert, kann sie sich regelrecht darin verlieren und entwickelt dabei eine Intensität, die auf manche Menschen anstrengend wirkt. Nicht zuletzt deshalb empfanden ihre Eltern genau diese Eigenschaften schon früh als schwierig und waren mit Bellatrix’ Temperament oft überfordert. Freunde und enge Vertraute hingegen lieben sie gerade dafür. Bellatrix bringt Leben, Chaos und Dynamik mit sich und besitzt eine Begeisterungsfähigkeit, die trotz all ihrer problematischen Seiten erstaunlich ansteckend sein kann. Gleichzeitig ist sie allerdings deutlich kontrollierter, als viele zunächst vermuten würden. Bellatrix versteht gesellschaftliche Erwartungen hervorragend und weiß sehr genau, wie sie sich in bestimmten Situationen zu verhalten hat. Vor Fremden oder innerhalb offizieller gesellschaftlicher Anlässe wirkt sie oft ruhig, höflich und beinahe vorbildlich. Dort zeigt sie sich als elegante Reinbluterbin, die gelernt hat, ihren Familiennamen mit Würde zu tragen. Dann kann Bella charmant, aufmerksam und sehr besonnen auftreten, wenn sie das für notwendig hält. Gerade innerhalb konservativer Reinblutkreise unterschätzen viele deshalb zunächst, wie emotional oder impulsiv sie tatsächlich ist. Allerdings kostet sie diese Kontrolle viel Kraft. Je länger sie sich gesellschaftlich zusammenreißen oder bewusst anpassen muss, desto erschöpfter wird sie im Anschluss. Menschen, die ihr wirklich nahestehen, kennen deshalb durchaus die Momente, in denen sie nach größeren Veranstaltungen plötzlich vollkommen reizüberflutet wirkt, sich zurückzieht oder auf einmal ungewöhnlich gereizt reagiert. Bellatrix ist sozial deutlich anpassungsfähiger, als man ihr auf den ersten Blick zutrauen würde, ihre Energie ist allerdings keineswegs grenzenlos. Sie braucht Rückzugsorte, vertraute Menschen und Situationen, in denen sie aufhören kann, permanent darauf zu achten, wie sie wahrgenommen wird. Gerade dadurch entsteht oft ein widersprüchlicher Eindruck. Manche Menschen erleben Bellatrix als laute, beinahe chaotische Persönlichkeit voller überschießender Emotionen. Andere kennen nur die kontrollierte, elegante und auffallend gut erzogene Reinbluthexe. Beides ist echt. Bellatrix entscheidet lediglich sehr bewusst, welchen Teil von sich andere Menschen sehen dürfen. Persönliche Geschichte 30.04.1957 - Der fünfte Geburtstag Heute. Heute war der Tag. Heute war ihr Geburtstag. Ein sehr sehr wichtiger Tag. Sie war jetzt fünf. Und fünf war größer als vier! Mit entsprechend wichtiger Miene marschierte Bellatrix durch den Salon, das dunkle Kleid bereits leicht schief gezogen, weil sie seit mindestens zehn Minuten nicht mehr stillgestanden hatte. Dieses Warten war aaaaanstrengend! Ihre Mummy hatte ihr die Schleife im Haar inzwischen zweimal neu binden müssen. Um die wilden Locken ihrer Tochter zu bändigen hätte Druella allerdings vermutlich einen Dompteur gebraucht. Oder Magie. Aber ihr Mann hatte ihr ja verboten, an dem Kind herumzuhexen. Mittlerweile wirkte Druella Black auch wirklich sehr verzweifelt und als würde sie ihre gesamte Existenz bereuen. Und da huschte das Kind schon wieder los. Denn Bella steckte ja nicht im Kopf ihrer Mutter und empfand diese ganze Situation als maximal anstrengend. Außerdem war sie gerne hier! Da konnte man sich schon auch mal ein bisschen beeilen! „Bellatrix, wir rennen nicht.“ „Du nicht, Mummy. Ich schon!“, beschied die fünfjährige Hexe ihre Mutter mit gereckter Nase, blieb allerdings abrupt stehen. Denn auf einer hohen Rückenlehne saß… eine Eule! Aber nicht einfach nur eine Eule! Vielleicht war dieses Tier irgendwann mal am Leben gewesen. Jetzt war es das allerdings nicht mehr. Das Tier sah schon tot aus. Aber es kippte den Kopf zur Seite und ein Auge rutschte aus der Augenhöhle, um jetzt wie an einem dünnen Faden herumzubaumeln. Das war die absolut schönste Eule der Welt! Die beste tollste die sie jemals gesehen hatte. Bella starrte sie mit offenem Mund an, dann holte sie tief Luft. „MAMA!“ Druella schloss für einige Sekunden die Augen, weil die durchdringende Stimme ihrer Tochter vermutlich noch drei Straßen weiter zu hören war. Und diese Art des Ausrufs bedeutete nie was Gutes. „Mama, schau mal!“ Mit ausgestrecktem Arm deutete das Kind auf die Eule. Ihre Begeisterung war so überbordend, dass sie von einem Bein auf’s andere hüpfte. „Das ist meine!“ „Nein“, sagte Druelle sofort. „Aber die ist hier!“, beschwerte sich das Kind recht irritiert darüber, dass ein so offenkundiges Geschenk offenbar nicht für sie war. „Wegen meinem Geburtstag.“ „Nein“, wiederholte Druella. Bella dachte ungefähr drei Sekunden lang nach. Dann zeichnete sich eine tiefe Falte auf ihre Stirn. „Tante Walburga hat die Eule bestimmt für mich hier her gesetzt.“ „Nein Bellatrix. Die Eule gehört deiner Tante.“ „Aber die mag mich!“ Das Tier hatte nicht einmal zu ihr herübergesehen sondern starrte teilnahmslos ins Leere, während das heraushängende Auge sanft hin und her schaukelte. Dennoch marschierte Bella schnurstracks auf den Vogel zu, um ihn zu streicheln. Druella erschauderte, als sie sah, wie ihre fünfjährige Tochter das Tote Vieh anfasste, als wäre es das Normalste auf der Welt. „Bellatrix!“, herrschte Druella ihre Tochter an, während sie nervös durch den Raum sah. „Komm sofort wieder her!“ „Ich will die haben!“ „Du bekommst sie aber nicht!“ „Warum?“ „Weil sie Walburga gehört.“ „Aber Tante Walburga hat bestimmt noch mehr.“ „Bellatrix.“ „Oder ich nehm sie nur manchmal?“ „Nein.“ „Aber sie liebt mich schon!“ Die Eule machte ein leises, raschelndes Geräusch, dass ziemlich sicher keine Zustimmung war, aber von dem Kind als genau das gewertet wurde. Sie wandte sich zu ihrer Mutter um, ihre Unterlippe begann zu zittern. Die hübschen blauen Augen glänzten bereits verdächtig und nun schob Bellatrix die Unterlippe langsam nach vorne. „Bellatrix. Du hörst jetzt augenblicklich auf damit und benimmst dich einer jungen Dame angemessen!“ „Aber ich will die Eule!“ „Du bekommst sie nicht.“ „Warum denn nicht?!“ Die Lautstärke schnellte innerhalb eines Satzes nach oben. Die Fünfjährige rutschte vom Sofa, trat hibbelig von einem Fuß auf den anderen, die Hände zu Fäusten geballt, während Druella sich verzweifelt davon abhielt, diesem toten verhexten Vieh keinen angewiderten Blick zuzuwerfen und gleichzeitig ruhig auf ihre Tochter einzugehen, bevor sie das ganze Haus zusammenbrüllte. „Das ist keine normale Eule. Und sie gehört Tante Walburga.“ „Das weiß ich. Deshalb will ich sie ja. Sie ist tot, oder? Tante Walburga hat sie verhext. Ich will auch so eine. Es kann auch eine andere sein. Aber. Ich. Will. Eine. Tote. EULE!“ Sie stampfte in ihrem Frust sogar mit dem Fuß auf und sah ihre Mutter wütend an, damit die begriff, wie ernst es war. „Es reicht jetzt!“, zischte Druella, die langsam aber sicher die Geduld verlor. „Aber ich hab Geburtstag!“ „Und trotzdem gehört dir nicht alles, was du siehst!“ herrschte sie ihre Tochter harsch an. „Hör jetzt auf. Oder wir gehen nach Hause und dann kannst du auf deinem Zimmer über dein Benehmen nachdenken!“ Bellatrix‘ Brust hob und senkte sich viel zu schnell. Sie wollte ja aufhören. Wirklich. Aber jetzt fühlte sich plötzlich alles ganz falsch an. Irgendwie, als wär alles zu eng und total… komisch. Ihr Kleid juckte plötzlich am Hals, ihre Füße waren ganz nervös und obwohl sie wirklich sehr aufhören wollte zu weinen, kullerten ihr dicke Tränen übers Gesicht. Ihre Augen brannten schon richtig, ihr Kopf wummerte ganz komisch und das unangenehme enge Ziehen im Hals wurde immer schlimmer. „Aber ich will sie doch nur manchmal“, presste sie hervor und ihre Stimme überschlug sich bereits ein wenig, unterbrochen von einem harten Schluchchzen. „Nein.“ „Aber warum denn nicht?“ „Weil ich es gesagt habe“, gab Druella scharf zurück. Bella sah sie empört und gekränkt an. Das war ja gar keine richtige Antwort! Da hatte ihre Mummy gar nicht drüber nachgedacht! Sie spürte, wie immer mehr Tränen über ihr Gesicht kullerten und wusste schon, dass Druella das gar nicht mochte. Und sie wollte das auch nicht. Sie hatte doch Geburtstag. Aber ihr Kopf schien das ganz von alleine zu machen und natürlich verlor die Fünfjährige die Kontrolle über ihren eigenen Körper. So ganz ohne Hilfe konnte sie das auch gar nicht schaffen. „Bellatrix“, wiederholte Druella scharf, „Wenn du nicht augenblicklich damit aufhörst, bekommst du heute gar kein Geschenk mehr!“ Das war richtig unfair. So unfair, dass die Fünfjährige für einen Moment lang nur da stand und ihre Mutter anstarrte. Dann explodierte sie. „DU BIST GEMEIN!“ Ein paar der Fenster klirrten unter dem emotionsgeladenen Ausbruch der Fünfjährigen, das Feuer im Kamin erlosch und die kleine Schockwelle, die von dem Kind ausging, fegte ein paar Sachen von den Tischen. Es war nicht der erste Magieausbruch. Und Druella wusste, wie das enden würde. Nur Morpheus… Morpheus saß immer noch auf seiner Sofalehne und wippte ein wenig hin und her. Das Auge wippte mit. In entgegengesetzter Richtung. Druella unterdrückte ein Würgen und packte ihre Tochter am Arm. „Jetzt reicht es endgültig. Wir gehen jetzt. Das hast du dir selbst zuzuschreiben. Wie kann man sich nur so unglaublich daneben benehmen? Ich bin sehr enttäuscht von dir. Zu Hause gehst du auf dein Zimmer. Und dann denkst du über dein Benehmen nach und darüber, wie peinlich du gerade für mich warst.“ Bella bekam hingegen kaum noch Luft. Die Gedanken überschlugen sich heftig in dem Kinderkopf, ihre Mutter wirkte auf sie mehr wie eine Bedrohung denn ein sicherer Halt und sie wusste mittlerweile selbst nicht mehr, warum sie die Eule so unbedingt hatte haben wollen. Sie verstand auch nicht, was genau sie falsch gemacht hatte. Oder warum sie ihrer Mutter peinlich war. Auch Jahre später sollte Bella sich an den Moment erinnern, in dem sie begriffen hatte, dass ihre Mutter sie gar nicht liebte. Sie nicht lieben konnte. Sie war eben falsch. Und zu viel. Sie konnte es gar nicht richtig machen. Und es würde noch viele einsame Stunden in ihrem Kinderzimmer geben. Januar 1969 - Brief an Orion Von: Bellatrix Black An: Den besten Onkel der Welt Lieber Onkel, ich hoffe, du verzeihst mir die direkte Art dieses Briefes, allerdings erschien es mir wenig sinnvoll um etwas herumzureden, das früher oder später ohnehin ein Thema wird. Ich möchte Rodolphus Lestrange heiraten. Und er möchte mich auch heiraten. Und bevor Mutter jetzt wieder anfängt dramatisch zu werden oder Vater sich wochenlang in Schweigen übt, wollte ich mich zuerst an dich wenden. Du bist immerhin einer wenigen Menschen innerhalb dieser Familie, die mir tatsächlich erstmal zuhören, bevor sie urteilen oder mich belächeln. Die Verbindung selbst dürfte kaum Anlass für ernsthafte Kritik bieten. Rodolphus entstammt einer alten und angesehenen Familie, bewegt sich gesellschaftlich sicher, besitzt ein gutes Verständnis für Verantwortung und ist intelligent genug um nicht bei jedem zweiten Satz das Bedürfnis in mir auszulösen, ihn zu vergiften. Ehrlich gesagt halte ich das für deutlich ausreichend und für mehr, als man über einen Großteil unserer Gesellschaft behaupten kann. Darüber hinaus arbeiten wir sehr gut zusammen und ich glaube, dass er der perfekte Mann für mich ist. Und er glaubt, dass ich die perfekte Frau für ihn bin. Wir ergänzen uns so gut. Und ich weiß, dass Vater sich bereits am umschauen ist und möchte nicht, dass mir diese eine Sache weggenommen wird, die mir wirklich wichtig ist. Und vielleicht klingt das jetzt ein wenig zu nüchtern, aber er respektiert mich. Und das ist mir sehr wichtig. Er versucht nicht, mich kleiner zu machen, korrigiert mich nicht ständig oder behandelt mich wie ein hübsches Möbelstück. Ich glaube, dass ich mit ihm das bekomme, was du mit Tante Walburga hast, Onkel Orion. Und allein das ist macht ihn zur besten Wahl, wie ich finde. Ich mag ihn wirklich sehr sehr gerne. Ich bin mir außerdem sehr bewusst, welche Erwartungen an mich gestellt werden. Ich weiß, was mein Name bedeutet und ich habe keineswegs vor, der Familie Schande zu bereiten. Aber so habe ich dann wenigstens einen Mann an meiner Seite, der mich gewählt hat. Und den ich gewählt habe. Mir ist bewusst, dass Vater jetzt vermutlich behaupten wird, dass ich noch zu jung sei und zu impulsiv. Und deshalb gar nicht in der Lage dazu bin, derartige Entscheidungen zu treffen. Allerdings hält man mich innerhalb dieser Familie ohnehin immer für zu laut, zu schwierig oder für zu emotional. Deshalb finde ich es nur fair, ihn zu übergehen und meine Entscheidung wenigstens einmal in meinem Leben selbst treffen zu dürfen. Oder dich darum zu bitten, sie für mich zu treffen. Bitte grüß Tante Walburga von mir. Ich hab sie wahnsinnig lieb. Und grüß auch Morpheus! Ich vermisse euch alle sehr. Ich hab dich lieb, deine Bella 1971 - Andromedas Verrat Der Schock hing schwer in der Luft, während Bellatrix auf dem Bett saß und sich noch nicht einmal für das heutige Abendessen mit ihren Schwiegereltern und deren Besuch fertig gemacht hatte. Andromeda war fort. Sie war nicht tot. Oder verschwunden. Sie hatte sich einfach nur entschieden, zu gehen. Völlig freiwillig und ohne, dass sie jemand dazu gezwungen hätte. Das war schlimm. Sehr schlimm. Bellatrix steckte immer noch in den Reitklamotten, während ihre Gedanken sich immer weiter ineinander verhakten wie Dornenranken. Ein Schlammblut. Andromeda hatte die Familie, ihren Namen und alles, was sie besaßen, tatsächlich für ein verdammtes Schlammblut weggeworfen. Bella versuchte sich einzureden, dass sie einfach nur wütend war. Das Andromeda eben schwach gewesen war. Peinlich. Verräterisch. Aber unter der Wut saß etwas hässliches und reckte seine Fratze neugierig in die Höhe. Die Erkenntnis, dass ihre Schwester sich die Freiheit genommen hatte, einfach zu gehen. Während Bella stumm jede Schikane ihrer Persönlichkeit ertrug und sich nicht beschwerte. Es machte sie krank. Körperlich krank. Ihr Brustkorb fühlte sich eng an, ihre Gedanken waren viel zu schnell und trotzdem kreisten sie immer wieder um dieselben Fragen herum. Wie konnte man einfach so gehen? Wie konnte man sich gegen die eigenen Schwestern entscheiden? Bellatrix dachte an Narcissa und plötzlich wurde der Gedanke unerträglich, dass auch sie eines Tages verschwinden könnte. Dass Menschen das offenbar allgemein konnten. Liebe hielt sie nicht. Familie auch nicht. Und das Pflichtbewusstsein offenbar ebenfalls nicht. All diese Dinge, an die Bella glaubte und die ihr die Kraft gegeben hatte, diese Hölle durchzustehen, hatten am Ende nicht ausgereicht, um jemanden zum Bleiben zu bringen. Irgendetwas in ihr begann sich in diesem Moment zu verhärten. Wenn Menschen so freiwillig gingen, dann musste man in Zukunft eben dafür sorgen, dass sie gar nicht erst die Möglichkeit bekamen. Loyalität bedeutete nichts, wenn sie nicht absolut war. Also würde sie dafür sorgen, dass wenigstens Cissy blieb. Dass sie sich nahe waren. Näher als je zuvor. Und doch tat es weh. So weh, dass sie sich kaum noch denken hörte, so schlimm war es. Es fühlte sich an wie dieser Moment, in dem ihr bewusst geworden war, dass Druella sie nicht liebte. Es war schlimmer als jede Demütigung, die sie in ihrem Leben durch ihre Eltern erfahren hatte. Gesammelt und um ein vielfaches multipliziert. Es war Demütigung. Trauer. Frustration. Zorn. Enttäuschung darüber, dass Andromeda sich lieber für irgendein Schlammblut entschieden hatte, statt für ihre Familie. Das sie nicht stark geblieben war. Und Bella hasste sie dafür. Aber viel schlimmer war diese eine bohrende Frage in ihrem Kopf: Was genau war so schlimm an ihr als Schwester, dass nicht einmal sie ausgereicht hatte, um die jüngere Schwester zum Bleiben zu bewegen. 1977 - Narcissas Hochzeit Narcissa saß bereits vorm Spiegel, als Bellatrix das Brautzimmer betrat. Das helle Kleid ihrer jüngeren Schwester floss über den Stuhl hinweg wie flüssiges Licht, während Bellas schlichtes dunkelgrünes Kleid mit den silbernen Stickereien deutlich gesetzter war. Die Stickereien fanden sich auch in Narcissas Kleid und das Oberteil hatte Elemente im selben grün. Blütenblätter, die sich wie angemalt um ihre schlanke Statur wanden. Für einen Moment blieb Bella einfach in der Tür stehen. Nicht, weil sie so gerührt gewesen wäre. Sie war nun wirklich nicht der Typ für sentimentale Tränen oder zittrige Hände. Aber Cissy sah einfach wunderschön aus. Bella schloss die Tür hinter sich und trat näher heran, während Narcissa nervös an ihrem Verlobungsring drehte und immer wieder an ihren Fingernägeln herumfummelte. „Wenn du noch ein bisschen mehr an deinen Händen herummachst, ruinierst du dir nur die Nägel“, stellte Bella ruhig fest und griff sofort nach den Fingern ihrer Schwester, um sie davon abzuhalten. Entgegen der Hände Narcissas waren ihren vollkommen ruhig. Sie waren auch nicht kalt, sondern warm. Narcissa atmete hörbar aus. „Ich bin so nervös“, gestand sie. „Das hoffe ich doch. Es wäre ziemlich beleidigend für Lucius, wenn du heute völlig emotionslos wärst.“ Ihre Schwester schnaubte leise und Bella war sich nicht sicher, ob das nun ein Lachen war oder Cissy sie einfach nicht ernst nehmen wollte. Ohnehin wanderte ihr Blick schon wieder zum Spiegel. Bellas folgte ihrem, sodass sie sich nun im Spiegel ansahen. „Warst du damals auch so aufgeregt?“ Bella zog leicht die Augenbrauen zusammen und dachte einen Moment nach, dann schob sie eine Haarsträhne hinter Narcissas Ohr, obwohl sie dort eigentlich ganz ordentlich gelegen hatte. „Nein“, log sie ohne jedes schlechte Gewissen. Sofort verdrehte Narcissa die Augen. „Ach Bella…“ „Na schön“, schmunzelte sie belustigt. „Vielleicht ein kleines bisschen. Ich glaube, ich habe Rodolphus kurz vorher noch erklärt, dass ich notfalls auch allein nach Frankreich auswandern könnte. Ich hatte schon Notfallpläne.“ Das schlimmste daran war eigentlich, dass Rodolphus ihr schlichtweg Hilfe beim Packen zugesagt und entschieden hatte, dass er dann eben mitkommen musste. Für einen kurzen Moment wurde Bella ungewohnt stille. Ihre Finger glitten langsam über den Stoff über Narcissas Schulter, fast schon gedankenverloren. „Aber du musst nicht nervös sein. Hätte ich auch nicht gemusst“, informierte sie ihre Schwester dann sanft. „Lucius sieht dich an, als hätte irgendwer ihm den Mond vom Himmel geholt, Cissy. Du könntest vermutlich den gesamten Mittelgang entlangfallen und er würde dich trotzdem ansehen, als wärst du die eleganteste Frau im ganzen Raum.“ Immerhin entrang sie ihrer Schwester doch ein kleines Lachen damit. „Und wenn irgendwer heute dir den Tag vermiesen will, dann kommst du zu mir. Und dann kümmern Rod und ich uns um das Problem.“ Das immerhin war keine leere Floskel. Und das wusste Narcissa. 1973 - Das dunkle Mal Die schweren Vorhänge bewegten sich leicht im Luftzug des offenstehenden Fensters. Kühle Nachtluft strich durch das Zimmer und vermischte sich mit dem dumpfen Geruch zerwühlter Laken, heißer Haut und dem süßlichen Rest des teuren Weins, der noch irgendwo auf dem Nachttisch stand. Das Bett war ein einziges Chaos aus Decken, halb heruntergezogenen Laken und nackten Körpern. Zwei davon waren bereits eingeschlafen. Nur sie lag noch wach. Viel zu aufgedreht, um jetzt zu schlafen. Sie lag halb zwischen Rodolphus und Antonin, die dunklen Locken wirr über das Kissen verteilt, während ihre Gedanken sich immer weiter überschlugen. Ihr ganzer Körper summte noch angenehm nach. Von der Nacht. Von dem Abend. Von allem. Sie hatte das Gefühl, kaum stillhalten zu können, obwohl sie sich seit mehreren Minuten überhaupt nicht mehr bewegt hatte. Langsam hob sie den linken Arm ins fahle Mondlicht. Dort schimmerte es schwarz auf ihrer Haut. Sofort breitete sich dieses warme, beinahe fiebrige Gefühl in ihrer Brust aus und Bella konnte nicht verhindern, dass ihre Lippen sich zu einem langsamen Grinsen verzogen. Sie strich mit den Fingerspitzen darüber, vorsichtig. Fast, als könnte das Zeichen wieder verschwinden, wenn sie es zu sehr berührte. Noch immer fühlte es sich so unwirklich an. Bella glaubte nicht, jemals in ihrem Leben so vollkommen erfüllt gewesen zu sein. Nicht einmal als sie sich mit Rodolphus das Ja-Wort hatte geben dürfen. Jetzt fühlte sich alles gut an. Als hätten sich all die rastlosen Gedanken in ihrem Kopf endlich an einem Ort sammeln dürfen. Der dunkle Lord hatte sie angesehen und entschieden, dass sie würdig war. Neben ihr bewegte sich ihr Mann leicht im Schlaf und sofort fand ihre rechte Hand sein Haar, während Antonins Atem ruhig durch die Dunkelheit strich. Bella sank ein wenig tiefer ins Kissen zurück, das Herz pochte schnell gegen ihre Brust. Der Blick war noch immer auf das dunkle Mal auf ihrem Unterarm gerichtet. Sie wollte mehr davon. Mehr Magie. Mehr Nähe zum Dunklen Lord. Mehr Bedeutung. Mehr von diesem berauschenden Gefühl, endlich genau dort zu sein, wo sie hingehörte. | |||||||||||||
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Bellatrix Lestrange - von Bellatrix Lestrange - 10.05.2026, 15:36
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