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Marathon
Wir sind ein sehr düsteres Marauder Forum mit Fokus auf den Dunklen Krieg 1978. Außerdem wollen wir das HP-Universum nach und nach um weitere phantastische Elemente (vor allem der britischen Mythologie) bereichern.
Du bist bei uns richtig, wenn du düster magst und GB in den 70ern kennenlernen willst.

Gesuche


Fünf Finger einer Hand

Sie sind mit ihm zur Schule gegangen oder haben sich anderweitig als außerordentlich nützlich erwiesen, als er selbst noch Herr seiner Seele war. Voldemorts engster Kreis umfasst Personen, die dem Dunklen Lord näher stehen als jeder Mensch es könnte, der ihm heute zum ersten Mal begegnet.

Puls? Stabil. Laune? Frag nicht.

Das St. Mungo ist in der magischen Welt die erste Adresse, wenn es um Krankheiten, Flüche, Verwandlungsunfälle oder spontane Explosionen geht. Die Heiler hier sind routiniert, oft müde, aber brillant – Menschen, die selbst in Angesicht eines Drachenbisses' noch sachlich bleiben. Zwischen den Etagen für Zauberunfälle, Fluchschäden und Magische Pestillenzen verliert man leicht den Überblick – oder den Appetit. Doch die Heiler des St. Mungo halten den Laden am Laufen.


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  Das Zaubergamot
Geschrieben von: Daily Prophet - 16.05.2022, 05:41 - Forum: Grundzüge - Keine Antworten

Das Zaubergamot
Wer vom Zaubergamot spricht, kann auch die Begriffe Hoher Rat der Zauberer (veraltet), oder Hohes Gericht der Zauberer verwenden. Es handelt sich um eine Art Parlament der Zaubererschaft, wobei hier gleichzeitig Gesetzgebung und Rechtsprechung abgehalten werden. Das Gamot entstand um 1066 aus dem Willen magiebegabter Adeliger heraus, eine eigene Rechtsinstitution unter der britischen Krone zu führen. Die Queen ist damit theoretisch auch Oberhaupt des Zaubergamots, obwohl dieses unabhängig von ihr agiert und von ihr auch nicht aufgelöst werden kann. Ursprünglich konnten Sitze im Gamot nur vererbt werden - immerhin sollte es in adeliger Hand bleiben - im Laufe der Zeit verwässerte dieser Brauch allerdings und neu hinzukommende Gamotmitglieder müssen lediglich von einer einfachen Mehrheit des anwesenden Zaubergamots bestätigt werden. Es gibt aktuell 54 Mitglieder im Zaubergamot - der Zauberereiminister ist dazu befugt die Anzahl der Stellen anzuheben oder einzugrenzen (dies ist jedoch lediglich mit einer ausgesetzten Nachbenennung verbunden). Die Zaubergamot-Mitglieder tragen zu Sitzungen pflaumenblaue Roben mit einem silbernen Z-Abzeichen auf der Brust. Weiterführende Informationen können hier gefunden werden.

  • Für eine Mitgliedschaft braucht es keine spezielle Ausbildung und sie gilt bei Bestellung lebenslang - außer das Amt wird freiwillig zurückgelegt.
  • Leiter der Ministeriumsabteilungen erlangen für gewöhnlich einen Platz im Gamot - sobald der ihres Vorgängers freiwillig oder durch dessen Tod geräumt wird. Es kann deswegen auch passieren, dass sie Jahre darauf warten müssen ins Gamot bestellt zu werden.
  • Familien der Sacred 28 sind überproportional im Zaubergamot vertreten und gerade hier kann man die nach wie vor stattfindende "Vererbung" der Posten beobachten - auch wenn diese nirgendwo gesetzlich festgeschrieben ist. Es ist Tradition. Zum Teil pflegen Familien eigene Vererbungsrituale und übergeben einen Posten damit freiwillig zu Lebzeiten.
  • Daneben gibt es ein paar wenige magische Adelsfamilien, die bereits seit der Gründung des Gamots einen Sitz inne haben.
  • Das Mindestalter für Zaubergamot-Mitglieder beträgt 17 Jahre.
  • Es gibt keine doppelte Stimmvergabe und Belegung von Sitzen. Immerhin existiert auch die Vererbung nicht auf dem Papier.
  • Zusätzlich zu den 'normalen Gamotmitgliedern' besteht eine Zaubergamot-Sitzung aus:
    • Dem Großmeister (aktuell Albus Dumbledore), der die Sitzung leitet.
    • Es gibt außerdem einen britischen Jugendrepräsentanten (maximal 16 Jahre alt), dessen Stimme stellvertretend für die minderjährigen Mitglieder der Zaubereigesellschaft zählt.
    • Der Zaubereiminister (Harold Minchum) nimmt an den Sitzungen teil,
    • und der Unterstaatssekretär (frei).
    • Je nach Art der Sitzung nimmt außerdem ein Stenotypist (frei) oder ein Gerichtsschreiber (frei) teil

    Zusammengefasst lässt sich sagen, dass das Gamot traditionsreich ist, muggelstämmige und halbblütige Magier unterrepräsentiert sind und auch Frauen deutlich in der Unterzahl sind. Ein freier Platz kann theoretisch an jedes Mitglied der magischen Gesellschaft vergeben werden, in der Praxis ist das dem Großteil der Bevölkerung unbekannt, zu präsent sind die Vergabetraditionen der Versammlung.

Vergebene Sitze
Das Zaubergamot besitzt 54 Mitglieder. Ein Großteil der Sitze ist an bestimmte Familien, oder Positionen gebunden

    Außerordentliche Mitglieder des Gamots
  • Albus Dumbledore (Großmeister)
  • Jugendrepräsentant (maximal 16 Jahre alt, frei)
  • Der Zaubereiminister (Harold Minchum)
  • Unterstaatssekretär (frei).
  • Stenotypist (frei)
  • Gerichtsschreiber (Irma Blishning, frei)

    Bespielte:
    Bespielte Gamotmitglieder haben bei den Ingame-Abstimmungen zu Gesetzesänderungen und ähnlichem ein Stimmrecht.

  1. Peregrina McKinnon (Richterin)
  2. Rufus Scrimgeour (Leiter des Aurorenbüros)
  3. Marcus Cross (Leiter der magischen Strafverfolgungspatroullie)
  4. Devlin Whitehorn
  5. Augustus Rookwood (Leiter der Mysteriumsabteilung)
  6. Prometheus Travers
  7. Euklydes Rosier

    Existierende Familien, unbespielte Gamotmitglieder
    Spieler von Charakteren mit enger, unbespielter Verwandtschaft im Gamot dürfen stellvertretend eine Stimme abgeben.

  8. Belby
  9. Black (aktuell vakant)
  10. Blishwick (Familiensitz)
  11. Carrow
  12. Crouch (Bartemius Crouch sr, Leiter der Strafverfolgung, Familiensitz)
  13. Fawley (Paul Fawley, Familiensitz)
  14. Gamp
  15. Lestrange (Rodolphus Lestrange, Familiensitz)
  16. Macmillan
  17. Malfoy
  18. Ollivander
  19. Potter (Charlus Potter, Leiter der Abteilung für magische Sportarten)

    Unbespielte Posten
    Diese Liste wird bei Bedarf angepasst. Erwähnte Charaktere haben unter Umständen in NPC-Form Gastauftritte in Gamotsitzungen. Alle hier gelisteten Charaktere können ohne Einschränkung erstellt werden. Die Stimmabgabe unbespielter Charaktere wird vom Team zugewiesen: bei einer sehr wahrscheinlichen Zugehörigkeit in eine bestimmte Richtung (bspw. Carrow, Weasley) entsprechend dieser, ansonsten durch Würfelwurf (unbenannte Leiterposten).

  20. Leitung des Magischen Unfallumkehr-Kommandos
  21. Leitung der Vergissmich-Zentrale
  22. Leitung der Abteilung zur Führung und Aufsicht Magischer Geschöpfe
  23. Leitung des Ausschuss für die Beseitigung gefährlicher Geschöpfe
  24. Leitung des Seuchenberatungsbüros
  25. Leitung der Abteilung für Internationale Magische Zusammenarbeit
  26. Leitung der Abteilung für magische Unfälle und Katastrophen
  27. Laurentia Fletwock
  28. Lucretia Prewett
  29. Tilly Toke
  30. Diya Wellbeloved
  31. Roland Kegg
  32. Lord Archibald Withers
  33. Lord Byron
  34. Lord Frederik Limbury jr.
  35. Elphias Doge
  36. Abbott
  37. Avery
  38. Bulstrode
  39. Burke
  40. Flint
  41. Greengrass
  42. Longbottom
  43. Nott
  44. Parkinson
  45. Prewett
  46. Prince
  47. Rowle
  48. Shacklebolt
  49. Shafiq
  50. Selwyn
  51. Slughorn
  52. Weasley
  53. Yaxley

  54. vakanter Gamotsitz


Spielregeln für Gamotsitzungen
Das Gamot hat ein eigenes Unterforum im Ministerium. Wir verzichten in diesem Bereich auf klassische Plotszenen und greifen auf kleine Diskussionen zurück, sofern diese für Spieler Sinn ergeben (wenn ein Charakter Fragen hat, oder Einwände,...). Besonderheiten sind immer im jeweiligen Thema direkt erläutert.

Nach dem Startpost des jeweiligen Tagesordnungspunktes dürfen Beiträge geschrieben werden, bei welchen keine Postingreihenfolge zu beachten ist. Die Gamotszenen wandern weder in den Szenentracker, noch muss eine Reihenfolge beim schreiben beachtet werden! Dafür gibt es aber ein eigenes Archiv, in dem alte Sitzungen einfach nachgelesen werden können.

Für den Terminplaner der Charaktere ist der von Irma Blishning versendete Brief mit dem Datum der entsprechenden Sitzung versehen.
Nach 7 Tagen Inaktivität in einem Thema wird dieses beendet und die Abstimmung (sofern notwendig) gestartet. Alle stimmberechtigten Charaktere (siehe Gamotliste oben) haben nun wiederum 7 Tage Zeit, um ihre Wahl mittels Post-Reaktion auszudrücken. Natürlich sagen wir euch auch in den News Bescheid!

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  Walburga Black
Geschrieben von: Walburga Black - 13.12.2021, 17:41 - Forum: Steckbriefe - Keine Antworten

Tabellarischer Lebenslauf
1925
31.10.1925: Geburt Walburga's
9.11. 1925: Einzug von Großtante Elladora in das Familienhaus
1930
Frühjahr 1930: Walburga beginnt Klavierunterricht zu erhalten
1931
1.5. 1931: Walburgas erstes magisches Ereignis (Feuerausbruch)
1.5. 1931: Großtante Elladora verstirbt, durch ein tragisches Missgeschick
1.5. 1931: Köpfung der Hauselfe Poppy durch Walburga
12.7. 1931: ihr Bruder Alphard Black wird geboren
1937
1.9. 1937: Einschulung in Hogwards
31.10. 1937: Vision von einen blonden Jungen
1938
12.11. 1938: ihr Bruder Cygnus wird geboren
1940
Sommerferien 1940: Walburga wird von ihrem Großvater fortan während den Ferien in den schwarzen Künsten unterrichtet
1944
30. 6. 1944: Walburga macht ihren Abschluß
14.8. 1944: Walburga reist für über 1 Jahr nach Ägypten um Nekromantieforschungen zu betreiben
1.12. 1945: Walburga kehrt aus Ägypten zurück nach England
1946
1.1. 1946: Walburga und Orion Black werden öffentlich verlobt, und erhalten den Grimmauldplace No.12 als Geschenk
ab 2.1.1946: Walburga beginnt den Grimmauldplace No. 12 nach ihren Vorstellungen einzurichten.
Juni 1946: Das Haus ist fertig eingerichtet und das Labor im Keller ist fertiggestellt, sie beginnt ernsthaft mit ihren Nekromantieforschungen
1947
13.8.1947: Hochzeit von Walburga und Orion Black
1955
April 1955: erster bedeutender Durchbruch in ihren Nekromantieforschungen; Erschaffung der Inferi-Eule Morpeus
1959
3.11.1959: Geburt ihres erstgeborenen Sohnes Sirius Black
1961
13.2.1961: Geburt ihres geliebten Sohnes Regulus Arcturus Black
1976
Sommer 1976: Verbannung und Enterbung von Sirius (Detailarbeiten am Wandteppich, welcher den Familienstammbaum der Blacks zeigt)


Oh, she got both feet on the ground. And she's burning it down
Ein eiskalter Traum war weißem Dunst gleich durch das Fenster hineingesickert und hatte nach ihrem Herzen gegriffen und es zerquetscht. Schreiend war das kleine Mädchen erwacht. Senkrecht in ihrem Himmelbett sitzend hatten erst ihre Augen und dann ihre Hände versucht die Dunkelheit zu durchdringen. Auf der Suche nach ihrer Hauselfe Poppy, um von ihr wie immer Geborgenheit udn Trost zu erhalten. Doch als Walli sich vorbeugte tasteten ihre Händchen ins Leere, schlief die Freundin doch nicht wie gewohnt am Fußende ihres Bettes. Walli war allein. Ganz schrecklich allein. Wo war Poppy? Kurzerhand schlug die Kleine ihre Bettdecke beiseite und schlüpfte aus ihrem Bett. Sich auf die Suche machend, nach dem einen Wesen, von dem sie sich verstanden und geliebt fühlte.

Lautlos tapste Walli mit nackten Füßen und in ein weißes Nachthemdchen gekleidet durch die Residenz ihrer Familie. Unnatürlich leise war es, so als fräße etwas den Klang ihrer Schrittchen, als schluckten der Boden und die Wände jeden Laut. Wie tot lagen die Gänge vor ihr. Da war niemand, der sah wie das kleine Mädchen dahinwandelte, verträumt mit einer Hand über die mit Mahagoni vertäfelten Wände streichend, und sich schließlich damit abmühte die schwere Tür, welche in die Küche führte zu öffnen. Sie wendete ihre ganze Kraft auf diese aufzustoßen. "Hallo?" Wallis Blick glitt suchend umher. "Poppy?" Stille, dick wie Sirup, hatte von dem Raum Besitz ergriffen, und die Worte des Kindes schienen von ihr abzuprallen, die Mitte des Raumes nicht zu erreichen, wo auf einem Tisch eine einsame flackernde Kerze brannte und gespenstische Schatten an die Wände warf. Walli blinzelte. Einer sah ein bisschen aus wie Poppys Kopf, mit ihren großen weichen Ohren, nur dass diese nicht vergnügt wackelten.
Dann schrie das Mädchen unvermittelt auf und hastete zu dem Tisch, an dem, wie sie eben erkannt hatte, ihre geliebte Elfe zusammengesunken auf einem Stuhl saß."Poppy? Liebe Poppy wach auf?" Die Händchen der Kleinen rüttelten sanft an der Schulter der leblosen Hauselfe. "Nicht tot sein!" Ein Befehl, halb erstickt hervorgewürgt. Bitte, bitte. Wallis Kehle fühlte sich vor Sorge wie zugeschnürt an und Ihr Herz pochte wild in ihrer Brust, als wolle es dieser entfliehen. Eiseskälte kroch durch ihre Adern und sie glaubte, wenn diese erst ihr Herz erreichte, so würde es in Tausendstücke zerspringen. "Nicht tot sein! Bitte!" Da schlug die alte Elfe mühsam ihre Augen auf. "Missus Walli, Poppy sein nicht tot. Nur sehr alt und müde." Erleichtert atmete Walli auf und klatschte in die Hände. "Das ist nicht schlimm, ich trage dich in mein Zimmer, da kannst du im Bett meiner Puppe schlafen, du wirst sehen morgen geht es dir dann schon wieder gut." Die Kleine nickte zuversichtlich. Sie war zwar erst fünf Jahre alt, aber sie wusste schon, dass alte Leuten viel ruhen mussten. "Und ich red mit Mr. Black. Wir sind seeeehr reich, er kann andere Elfen kaufen, du musst dann nicht mehr arbeiten. Du kannst dann in meinem Zimmer wohnen, und ich kümmer mich um dich." Trotz der aufmunternden Worte der Kleinen blickte Poppy ihre junge Herrin sehr traurig an. "Ach Missus Walli...ihr werdet mir fehlen." Das Mädchen hob den schmalen kleinen Körper in ihre Arme. Poppy musste wirklich sehr, sehr müde sein, wenn sie nicht mehr verstanden hatte, was sie zu ihr gesagt hatte. Vielleicht schlief sie schon wieder und träumte bereits.

Mühsam hatte das Mädchen, ihre Freundin aus der Küche bis in ihr Zimmer geschleppt und in ihr Himmelbett gewuchtet. Nun lag sie eng gekuschelt an den kleinen Körper und nuschelte: "Alles wird gut." Leise gewisperte Worte die gleichen die Poppy unzählige Mal zu ihr gesagt hatte.

Alles wird gut. Weit weg waren diese Worte, Lichtjahre entfernt, in einem andern Leben, einem andern Universum ausgesprochen. Großtante Elladoras Hände ruhten schwer auf Wallis Schultern. Noch schwerer aber lastete die Verantwortung auf ihnen, sie herabdrückend. Mit hängenden Schultern stand das Mädchen da, die Axt mit beiden Händen umklammert haltend. Zittrig schwebte das Mordinstument in der Luft, viel zu nah an Poppys Kopf, den die Hauselfe, ruhig vor dem Kind kniend, artig gesenkt hatte. Wartend. Auf den Schlag, der nicht ausgeführt sein wollte. Walli hatte gebettelt und geschrien, hatte geweint und hatte versprochen alles, alles zu tun, wenn sie ihre Elfe nur behalten dürfe. Doch Elladora war unnachgiebig geblieben, hatte geschimpft und gesagt dass es getan werden müsse. Alte Hauselfen köpfte man, ehe sie sich selber und ihren Herren zur Last fielen. Es sei eine Ehre, dass Poppy dem Hause Black so viele Jahre lang habe dienen dürfen Und eine Ehre sei es auch nun von der Hand ihrer kleinen Herrin den Tod zu empfangen. Walli, die bisher mit großer Selbstverständlichkeit an den päparierten Elfenköpfen im Flur vorbeigegangen war ohne sich groß zu fragen warum diese dort die Wand zierten und was das genau bedeutete, hatte schluchzend weiter Einspruch erheben und um das Leben ihrer Freundin betteln wollen. Doch Poppy hatte eifrig genickt.

Nur genickt. Und dabei hatten ihre Ohren so vergnüglich gewackelt wie eh und je.

"Ich sein so stolz auf euch, Missus Walli. Ihr macht Poppy zu einer sehr glücklichen Elfe, wenn ihr sie köpft." Nocheinmal hob sich das Haupt der kleinen mageren Kreatur und ihre riesigen Augen blickten voll Liebe und Bewunderung zu Walli auf. "Schlag fest zu ohne zu zögern Kind. Sei eine Black." Mit zittrigen Händen hob das Mädchen die Axt, fahles Sonnenlicht fiel zum Fenster hinein und verbrühte dem Saum des rosanen Kleidchens, welches die Kleien trug. "Hab dich lieb, Poppy." "Ich sie auch, Missus." Ein letztes Lächeln, dann senkte sich der Kopf der Elfe wieder.
Und Walli senkte das Beil, ließ es, mit aller Kraft die sie aufzubringen vermochte, niedersausen auf den dünnen Hals, welchen es mühelos durchtrennte. Poppys Kopf kullerte über den Boden und blieb liegen. Ihre Augen starrten leblos an die Wand. Walli aber drehte sich langsam mit ausdruckslosem Blick nach Elladora um. Feuchtes Rot zierte ihre Wangen, dort wo Tränen sein sollten, Spuren auf weißer Haut hinterlassend, hinabrinnend, während die Augen des Mädchens trocken waren. Walburga stand mit beiden Beinen fest nun auf dem Boden, schwankte und zitterte nicht mehr, als sie ihrer Großtante das blutige Beil in die Hand drückte. Deren lobende Wort strichen ungehört über sie hinweg. In des Kindes Ohren rauschte und knisterte es, ein Echo der Flammen, welche plötzlich am Holzstil der Axt empor züngelten, gierig darüber leckend. Elladora schrie auf und ließ das Beil fallen, doch Wallis Hände schlossen sich fest um die Handgelenke der alten Frau, setzten deren Kleid in Brand. Strichen mit Feuerfingern über jede erreichbare Stelle des schweren dicken Stoffes. Bald schon brannte Elladora Black lichterloh. Und Walburga stand da und sah sie brennen.

Die Augen trocken, der Blick starr.

Erst als es im Raum nach verbranntem Fleisch roch und die Großtante zuckend am Boden ihr Leben aushauchte, ein Fraß der hungrigen unersättlichen Flammen, da drehte Walburga sich langsam um begab sich zu Poppys abgetrenntem Kopf, diesen liebevoll in ihren Armen wiegend verließ das Mädchen das Zimmer, es dem Feuer überlassend.

Offiziell verstarb Elladora Black, weil sie ihre Hautcreme mit selbstentzündlicher Paste verwechselt hatte.
Spontane Entzündung.


Oh, she got her head in the clouds. And she's not backing down
Schwebende Lichter erhellten den Raum, in den kein Sonnenlicht je von außen einzudringen vermochte, ohne ein Gefühl von Wärme zu vermitteln. Kaltes Weiß, das nicht bis in die hintersten finsteren Ecken reichte, in denen sich die Käfige mit den Eulen stapelten. Von Zwergkautz bis zum Uhu war alles dabei. Waren Eulen in der Zaubererwelt doch leicht zu beschaffen, ihre Auswahl groß. Und unleugbar hatte diese Tierart eine hohe Affinität zur Magie. Das war es! Nicht umsonst wurde dieses Federvieh von jeher als geflügelte Briefboten genutzt. Nur machten die wenigsten Hexen und Zauberer sich Gedanken darüber warum nicht Falken, oder Raben ihre Briefe zustellten. Sie aber hatte das getan, sie dachte über alles nach. Nichts was sie tat, geschah zufällig, ihre Experimente waren wohl geplant. Und doch war ihr bisher der Erfolg vergönnt geblieben. Heute aber war sie, was das anging, guter Dinge. Die Sterne standen ungemein günstig und auch das allmorgendliche Lesen aus dem Kaffeesatz, war verheißungsvoll gewesen. Sie konnte es spüren, der Triumph war ganz nah. Ein Hauch von Elektrizität lag in der Luft, wie kurz vor einem Gewitter.
Mit weit ausgebreiteten Armen tanzte sie vergnügt zu dem, die ganze rechte Wand einnehmenden, Bücherregal und zog eine alte mit einem blauen Band verschlossene Papyrusrolle hervor, sowie den 3 Band der Nekromantie, `Inferi - Dem Tod Leben einhauchen'. Beide Werke fest in Händen drehte sie sich zurück, wobei bei jeder Drehung der Saum ihres langen nachtschwarzen Kleides über den peinlich sauberen Boden fegte. Das Knistern des schweren teuren Stoffes klang wie hungrig züngelnde Flammen. Vor dem großen, im Boden verankerten Metalltisch kam Walburga zum stehen, bettete die Rolle und das Buch darauf, Letzteres auf der Seite aufschlagend, die sie brauchte, Erstere entrollend. Kurz überflog sie die Passagen, nickte. Ja, das war es. Bisher hatte sie zu lange gewartet, es musste schnell getan werden, der Leichnam frisch sein. Und so holte sie aus einem anderen Regal noch zahlreiche Tränke, den rituelle ägyptische Mesechtiu, ein Harken wie er traditionell beim Mundöffnungsritual benutzt wurde, sowie verschiedene Messer und Gefäßchen aus Ton herbei. Ihr Zauberstab lag bereits bereit. Dann drehte sie sich summend zu den Käfigen im Schatten und betrachtete die dort wartenden Insassen nachdenklich. Viele der Eulen kreischten und versuchten flatternd so weit wie möglich von Walburga zurückzuweichen. "Schsch meine Schätzchen, heute ist ein großer Tag. Wer von euch möchte an meinem Triumph teilhaben, hmmm?" Ihr Blick fiel auf ein Zwergkäutzchen, kaum größer als ein Spatz. Ein kleines Tier für einen großen Erfolg. Das war es! Ihre Hand schloss sich um das Eulchen und während sie es zum Tisch trug, strichen die Fingerspitzen ihrer andern Hand liebevoll über dessen Köpfchen, so dass sich das Tier ein wenig entspannte, sitzen bleibend als sie es auf der kalten Metallfläche des Tisches absetzte und zu ihrem Zauberstab griff. Augenblicklich spürte sie das brennende Kribbeln auf ihrer Haut. Wenn sie fertig wäre, hätte sich dort ein hässlicher roter Ausschlag ausgebreitet, der Tage brauchen würde um abzuheilen. Doch sie benötigte gleich ein hohes Maß an Fingerfertigkeit, Handschuhe waren daher keine Option. Sei's drum also.
"Avada kedavra", liebevoll geflüsterte Worte, ein grüner Schein und schon sank das Käuzchen leblos auf dem Tisch zusammen. Nun hieß es schnell und präzise arbeiten.

In stundenlanger Feinarbeit, hatte sie die Organe des Tierchens herauspräpariert und diese einzeln in kleinen, mit einem persönlich von ihr entwickelten Trank gefüllten, Tongefäßchen eingelegt. Die ganze Zeit über hatte sie eine Vielzahl von Sprüchen rezitiert, die den Körper der Eule konservierten. Nichts war widerlicher als ein langsam vor sich hin verwesender Inferi. Bei Salasar Slytherin! Doch nun war es so weit. Alle Organe bis auf das Herz (Sowie den Magen-Darmtrakt, den hatte sie weggeworfen, würde das Tierchen in seinem neuen untoten Leben ja keine Nahrung brauchen!) befanden sich wieder im gesäuberten Bauchraum. Zärtlich verschloss Walburga den Schnitt in der Brust und zupfte noch ein paar Federchen zurecht. Wie hübsch es aussah das Zwergkäutzchen. Zufrieden ruhte ihr Blick für eins, zwei Wimpernschläge auf dem Tierchen, dann ergriff sie behutsam mit den Fingerspitzen ihrer linken Hand sein Herz, während sie mit der rechten mittels des Mesechtius den Schnabel der Eule öffnete. Rasch war das Herz hineingestopft. Das war es! Der Schlüssel zum ewigen Leben war das Herz, dessen war sie sich sicher. Nun nur noch den einen Zauber gesprochen. Machtvoll und laut. Sie legte all ihren Willen hinein. Und wartet. Mit angehaltenem Atem.

Und tatsächlich! Der Zwergkauz schlug ein Auge auf, sprang auf die Füße und plusterte sein Gefieder, ganz so als sei er eben nur leicht benommen und nicht tot gewesen. Er begann auf dem Tisch umherzuhüpfen und mit einem Flügel zu schlagen. Walburgas Augen glitzerten und ihr Lachen hallte von den kalten düsteren Wänden wider. Es war vollbracht! Mit ihren gerade einmal 23 Jahren, war sie gewiss die jüngste Nekromantin, die je einen Inferi erschaffen hatte. Triumph raste durch ihre Adern bis ihr Hirn erfasste was ihre Augen sahen. Nein! Unmöglich! Das Tier war gespalten. Seine rechte Körperhälte zeigte alle Merkmale von pulsierendem Leben, während die linke tot geblieben war, den Vogel behindernd, der sich nun, seltsame Töne von sich gebend im Kreis drehte, wild mit nur einem Flügel schlagend. Gefangen, In sich selbst. Aufkreischend, fegte Walburga die Tongefäße vom Tisch. Sie zerschellten, so wie ihr Traum wenige Augenblicke zuvor, an der Wand. In 1000 Splitter zerspringend, die darin enthaltenen Tränke durch die Gegend spritzend wie Blut.
Stundenlange Arbeit umsonst. Walburga atmete tief ein und aus, während lodernde Wut ihr Innerstes in Brand setzte. Äußerlich aber war sie plötzlich wieder ruhig. Lächelte sogar, wenn auch ein wenig irre."Schätzchen, Schätzchen was macht du nur? Warum enttäuschst du mich so? Habe ich dir nicht alles gegeben? All mein Wissen und Können." Und nun das. Ihre Hand schloss sich um das kreiselnde Ding auf dem Tisch und mit einer raschen Bewegung der Andern drehte und riss sie dem Tier den leblosen Flügel aus. Dann das Bein. Mit ihrem Zauberstab schließlich pulte sie das nutzlose Auge aus dem Schädel der schrill kreischenden Eule."Schsch, du bist selber Schuld, du hättest leben sollen." Ewig. So aber blieben der bemitleidenswerten Kreatur nur noch Sekunden, in denen Walburga schmerzlich langsam jede einzelne Feder der toten Seite des Vogels herausriß. Nachdem sie so alles schlechte weggerupft, das Tier schier zerfleddert, hatte betrachtete Walburga das, was von dem Käutzchen noch übrig geblieben war und nun zitternd in ihrer Hand saß. Verräter!

Ihr Traum vom Inferi ging wenige Sekunden später in Flammen auf, zusammen mit dem Körper der bedauernswerten Eule, als sich ihre Wut kanalisierte und sich einen Weg aus ihrem Körper herausbahnte, Flammen aus ihrer Hand schlugen. Lichterloh.

Es sollten noch viele, viele Jahre ins Land gehen, bis endlich eine Schleiereule vermochte, was Walburga von ihr verlangte. Nicht leblos sein.
Morpheus. Ihr Baby.
Geliebt.


Looks like a girl, but she's a flame. So bright, she can burn your eyes. Better look the other way
Sonnenlicht durchflutete den Raum, prallte am schwarzen Stoff ihres Kleides ab und ward zurückgeschleudert. Es vermochte nicht anzuhaften, an ihr. Man gewann den Eindruck als flöhen die Sonnenstrahlen vor der Dunkelheit die von der Frau ausging. Ihrem Kleid. Dem Make up ihrer Augen. All das schien das Licht zu krümmen. Eine jener Täuschungen, die das Auge einem vorzugaukeln pflegte. Und doch, Walburga saß wirklich im Schatten, das Licht am Boden reichte gerade bis an den Saum ihres Kleides heran, so als markiere dieser eine Grenze. Unüberwindbar. Unabänderlich.
So wie das, was hatte getan werden müssen. Den bösartigen Trieb vom Ast des Baumes zu kappen, weil seinem Wildwuchs, trotz all ihrer redlicher Bemühungen, kein Einhalt zu gebieten gewesen war. Walburga seufzte, als sie daran dachte. Orion, ihr geliebter Gatte, und sie hatten sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Lange hatten sie beisammen gesessen, das für und wieder abwägend, auch wenn das 'für' allein aus 'er ist unser Sohn, unser Fleisch und Blut' bestanden hatte. Während das 'contra', das was gegen Sirius gesprochen hatte, eine so viel längere Liste war und so viel schwerer wog. Es ging um Ehre. Und um die Zukunft des noblen und altehrwürdigen Hauses Black. Um gesellschaftliches Ansehen und um tiefverankerte Werte und Ideale. Es war um das `Sein' gegangen. Und dies hatte ihr Erstgeborener sich verwirkt. Nicht nur ein Black und ihr Sohn zu sein, sondern, in ihren Augen auch das Recht überhaupt zu existieren. Ach hätte sie ihn sich nur aus dem Leib gerissen, als er noch ein Fötus gewesen war! Bevor das Unheil angerichtet gewesen wäre. Aber das hatte sie nicht. Weil sie die Vorzeichen und bösen Omen nicht hatte wahr haben wollen. Ihre Schuld. Ihr Versagen. Mannigfach, weil auch ihre Erziehung so fehl geschlagen war bei dem Kind. Allein schon bei dem Gedanken fühlte Walburga schon wieder die brodelnde Wut in sich aufsteigen. Mit der gleichen Wut im Bauch hatte sie sich nur wenige Tage zuvor zu dem Wandteppich begeben, auf dem sich der bis zu ihren Urahnen zurückreichende Familienstammbaum befand. Sich weitverzeigende weiße Äste auf dunkelgrünem Grund. Die Gesichter von Generationen glorreicher Blacks! Und ein paar wenige Brandflecke. Fünf an der Zahl. Bald sechs. Einen Moment lang war ihr Blick über die Namen ihrer Ahnen geglitten, ehe er auf dem ihres Sohnes ruhen geblieben war. Dann hatte sie ohne zu zögern ihren Zeigefinger auf das Bildnis von Sirius gepresst und sengende Hitze hatte sein Gesicht und seinen Namen gefressen, als sich ihr Finger in das Gewebe des Teppichs gebrannt hatte.

"Aahhhrr!" Walburga kreischte entnervt auf, als das noch unbeschriebene Blatt Papier welches vor ihr auf dem Schriebtisch lag, an dem sie nun schon seit geraumer Zeit saß, plötzlich Feuer fing. Sie war so in Gedanken gewesen, dass sie gar nicht bemerkt hatte, wie ihre Hand den edlen Briefbogen in Brand gesteckt hatte. Mit einer raschen Handbewegung schleuderte sie die noch glimmenden Überreste vom Tisch, so dass Funken stoben und sterbend durch die Luft tanzten. Hastig eilte Kreacher herbei wischte über den Tisch und platzierte ein neues Blatt des Briefpapieres darauf, eher er sich geduckt daran machte die Asche zu ihren Füßen zu beseitigen.
Walburga rieb sich mit den Fingerspitzen ihre Schläfen. Es war zum Niffler melken. Vor ihr lag die Aufgabe Regulus von der Verbannung und Enterbung seines älteren Bruders in Kenntnis zu setzten. Doch noch hatte sie kein einzg'es Wort zu Papier gebracht. Sie's drum. Entschlossen tauchte sie die Rabenschreibfeder in Gnomblut und begann zu schreiben. Das Kratzen des Federkiels klang laut in der Stille des Raumes.

Mein lieber Sohn,
dein Bruder ist gestorben. Tot. Und wird es bleiben.


Nun es brachte ja wenig um den heißen Brei herumzureden, nicht wahr? Und Regulus war ja auch kein kleines Kind mehr.

Du wirst seinen Namen fortan nicht mehr nennen. Dein Vater und ich haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, doch aufgrund seiner unzähligen Verfehlungen und seiner Unbelehrbarkeit, seinem aufmüpfigen und blutsveräterrischem Verhaltens...

Walburga zwang sich ruhig ein und aus zu atmen. Ein und aus. Die Feder kurz beiseite legend und darauf achtend, dass ihre Hände nicht das Papier berührten, bis sie sich wieder gefasst hatte. Bei Salazar!

...blieb uns nun letztlich keine andere Wahl mehr, als deinen Bruder aus unserer noblen Familie zu verbannen und ihn zu enterben. Was mich betrifft, so hat es ihn fortan niemals gegeben. Dies beinhaltet auch, dass du, nein geliebter Regulus, mein kleiner Prinz, mein einz'ger Sohn nun der Erbe des Hauses bist. Dein Vater und ich sind zuversichtlich, dass du dieser Verantwortung gerecht werden und deine Pflicht als wahrer Black erfüllen wirst.

Gruß und Kuss

Mutter


Na bitte es ging doch. Der rechte Rand des Papiers rauchte zwar und kräuselte sich, doch schlug Walburga rasch die aufkeimenden Flammen mit einem ihrer schwarzen Seidenhandschuhe aus. Ach wenn ihr dies in der Vergangenheit doch auch mit Sirius frevelhaften Gedanken gelungen wäre. Sie im Keim erstickend, so dass nur ein hauchfeiner schwarzer kokeliger Rand zurückblieb. Walburga seufzte abermals leise, als sie schließlich den Briefbogen faltete, sorgsam, schmerzlich langsam, ehe sie ihn in den Umschlag steckte und ihn Morpheus ans Bein band.

"Flieg mein Liebling." Liebevoll steichelte sie die untote Schleiereule. Und noch lange stand sie am offenen Fenster und sah dem Tier nach, während der Wind sanft ihre langen schwarzen Locken bewegte und der Saum ihres Kleides leise bedrohlich knisterte.

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  Rare Played Characters
Geschrieben von: Daily Prophet - 05.11.2021, 10:15 - Forum: Grundzüge - Keine Antworten


Wenig bespielte Charaktere
Das MMR begreift sich als Forum, das eher außergewöhnlichen Charakteren ein zuhause bieten möchte. Außergewöhnlich, im Sinne von Randgruppen wie Muggel, Squibs, ... die oftmals nicht einfach an Szenen herankommen. Wir möchten die Entstehung solcher Charaktere unterstützen und bieten daher die Erstellung sogenannter Rare Played Characters (RPCs) an. Diese Charaktere werden wie ganz normale Charaktere durch die Bewerbung geschickt, aber sie genießen ein paar Vorteile für die Spieler, die sich so vielleicht eher für solch ein Sorgenkind entscheiden:

  • RPCs müssen nur einmal in vier Wochen gepostet werden (statt der sonst geltenden zwei Wochen) - gern dürfen sie natürlich öfter geschrieben werden!
  • Maximal die Hälfte der eigenen Charaktere darf ein RPC sein
  • RPCs besitzen keine leitende Position im Ministerium oder anderen wichtigen Institutionen der Zaubererwelt. Diese Positionen sind Charakteren vorbehalten, die in kürzeren Abständen gepostet werden.
  • Alle "Hauptcharaktere" müssen 14 Ingameposts vorweisen, ehe ein RPC angemeldet werden darf. Allerdings kann ein weiterer RPC oder Hauptcharakter angemeldet werden, auch wenn der RPC noch nicht so viele Posts gesammelt hat. Sie funktionieren was das angeht also ähnlich wie unsere NPCs!
  • Der Unterschied zwischen NPCs und RPCs besteht darin, dass erstere nur szenenbegleitend gespielt werden dürfen und schlicht Support / Unruhestifter für eben jene sind. Sie durchlaufen keinen eigene Charakterentwicklung. RPCs hingegen können ganz normal gespielt werden, knüpfen Beziehungen, haben ein für sie reserviertes Avatar. Sie sind einfach nur... unser "slow mode".
  • Um einen Charakter als RPC zu markieren, gebt bitte einem Admin Bescheid, wir tragen das dann für euch ein.


Bei Bedarf werden diese Regeln und Erklärungen erweitert!

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  Rufus Scrimgeour
Geschrieben von: Rufus Scrimgeour - 14.10.2021, 12:56 - Forum: Steckbriefe - Keine Antworten

Die Sutherlands griffen unerbittlich an, doch die standhaften Krieger der Scrimgeours hielten stand. Mit einer eleganten Drehung fing Rufus das ihm zugeworfene Schwert auf und hieb seinen Gegner ein, kaum hatte er es im festen Griff seiner Hand. Die Konstruktion der Wendeltreppe kam ihm zugute, war diese doch nicht ohne Grund in einen schmalen Turm verbaut. Der Feind konnte gar nicht ordentlich mit der rechten ausholen, während sein Schwertbruder Brutus und er volle Kraft in ihre Hiebe legen konnten. Der fiese braunhaarige Schopf seines Angreifers war mittlerweile von einer blutigen Nase geziert, die Zeichen standen auf Sieg, -
"AONGHUS! RUFUS! BRUTUS! NIEVE! AUSEINANDER!" Keuchend hielten die vier Kinder inne, die mit Schöpfkellen und Topfdeckeln bewaffnet nicht nur eine große Schlacht ausgetragen, sondern außerdem für einen rießigen Radau gesorgt hatten. Aber nur für einen kurzen Augenblick. Dann flogen acht Kinderfüße geradezu die Treppe hinunter, aus dem Turm hinaus in den Innenhof und weiter, immer weiter, während Nieve als älteste (und die mit den längsten Beinen) die Führung übernahm. Aus Attacke und Verteidigung war hiermit die Flucht vor einem wütenden Drachen geworden, das Temperament der vier unzähmbar und vollkommen egal, dass es sich um zwei Muggel, zwei Zauberer handelte. Im Spiel bevölkerte ein Monster den See, hausten Zauberer in verborgenen Einsiedeleien, zog man aus auf Drachenjagd. Oder wie jetzt - floh man vor einem eben solchen (Namens Onkel Edward), um sich unweit des Castles lachend und vollkommen außer Atem ins Gras zu werfen, selbstverständlich vorsorglich hinter einigen Hecken verborgen. "Aber das nächste Mal hab ich meinen Zauberstab mit und im Spiel seid ihr dann gefroren und im Spiel könnt ihr dann nur viel langsamer kämpfen!" Nicht, dass sie sich von dem Ärger beeindrucken ließen, der sie später allesamt mit Sicherheit erwarten würde. Scrimgeours ließen sich nicht unterkriegen.



"Scrimgeour, Rufus!" Mit einem Seufzen stand Rufus auf, der eigentlich gar nicht so wirklich wusste was der Zirkus hier bringen sollte. Berufsbildende Tage. Als ob das so viel wichtiger wäre als das Quidditchtraining, das er hierfür sausen lassen musste. Es war immerhin erst sein zweites in diesem Jahr, nachdem er kurz nach den Aufnahmespielen vom Training gesperrt worden war (er hatte vielleicht gemeinsam mit Brutus die Slytherin-Treiber in den Krankenflügel geprügelt - aber hey, die hatten zuerst komisch geschaut!) und er brannte darauf sich auf das anstehende Spiel gegen die Dachse vorzubereiten.
Der Fragebogen zu seinen Vorlieben und Stärken war Dreck. Er wusste doch selbst auch so gut genug in welchen Fächern er gut war und in welchen nicht - wozu gab es sowas wie Zeugnisse? Seins war so mittelprächtig, so wirklich herausragend halt nicht und er würde sich ins Zeug legen müssen, wenn er mehr als nur in einem Fach die ZAGS machen wollen würde. Aber es gab eben wichtigeres als Schularbeiten? Gemeinsam mit seinem Bruder das Schloß unsicher zu machen - unzertrennlich waren sie eben schon immer gewesen - zählte ganz gewiss dazu. Und auch wenn sie sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornten, so waren diese normalerweise eher weniger der Natur von 'wer macht den Aufsatz am sorgfältigsten', sondern eher 'aber ich polier dem die Rübe so sehr, dass er in zwei Wochen noch winselt wenn er mich sieht'.
Fünf Minuten später lief das Gespräch dann auch erstmal genau so ab, wie er sich das erwartet hatte. Nein, natürlich machte eine Botanikerkarriere eher wenig Sinn für ihn (er hatte jetzt zwar keinen pechschwarzen Daumen aber eben auch einfach keinerlei Leidenschaft für das Fach übrig). Und Tiere waren auch nicht so wirklich seins. Quidditch, ja!!! "Aber Ihr Verhalten gegenüber Gegenspielern abseits des Felds wird Ihnen den Weg dorthin wohl verbauen." Gerade so unterdrückte der 15jährige ein Augenrollen. So wirklich viel tolle Perspektiven gab es für ihn nicht, sagten sie jedenfalls. Vielleicht eine hübsche Stelle im Ministerium? Im Werfangkommando suchte man immer sportliche junge Männer, die gut anpacken könnten. Dafür braucht es noch nicht einmal UTZ! Moment, wollten die ihn los werden? Skeptisch zog er eine Augenbraue nach oben. Erzählten die Brutus den Scheiß auch? Der war im Übrigen nicht vom Training gesperrt gewesen, hatte die Füße schnell genug in die Hand genommen und Rufus hatte ihn selbstredend gedeckt. Arsch. Trotzdem.
"In Verteidigung hat er ein O und er ist ein guter Quidditchspieler-" Jetzt wurde also schon in der dritten Person von ihm geredet, aha! "- vielleicht käme auch die Strafverfolgung oder das Aurorenbüro in Frage, wenn er sich etwas mehr anstrengen würde." Überlegte der externe Gutachter. Seine (also zumindest in Rufus Augen) schon ziemlich tattrige Verwandlungslehrerin kicherte als wäre ein guter Witz gefallen und das war der Moment in dem... "Wissen Sie was? Ich verschwende hier nur meine Zeit während mein Team auf mich wartet." Wirklich ziemlich stinkig ließ Rufus den Stuhl etwas stärker über den Boden kratzen als nötig, als er mit einem Ruck aufstand.

Diese Dreckskerle hatten es aber dann doch geschafft ihn mit ihrer abwertenden Art dazu zu bewegen sich selbst in den Arsch zu treten und tatsächlich zu lernen. Relativ viel zu lernen. So viel, dass es hin und wieder mal vor kam, dass Brutus ihm eins der Bücher an den Kopf warf.



Drei Stunden lagen sie nun schon in der Kälte, warteten ab und hofften, dass die Verdächtigen tatsächlich auftauchen würden. Wie hatte Westcott nochmal gemeint? Die Chancen standen so ungefähr 50/50, als hätte irgend so ein scheiß Kerl beschlossen das hier zu einem Münzwurf zu machen. Der Alte und er, sie waren die einzigen, die zwei der wenigen, die aus ihrem Jahrgang über geblieben waren. Er der Quereinsteiger und Rufus blutjung, eine Menge Flausen im Kopf und ungefähr so viel Disziplin wie ein Haufen Mäuse vor einem Schweizer Käse (wenn es nicht gerade um Quidditch ging).
Viel Zeit war ins Land gegangen, verdammt viel Zeit in Aurorjahren gemessen. Wie lang war er jetzt im Dienst? 11 Jahre? Innerhalb dieser Zeit hatte er sich vom vorlauten Grünschnabel zu einem guten Auror entwickelt, jedenfalls sagten ihm das die letzten Mitarbeitergespräche und die Tatsache, dass er noch immer lebte. Das war natürlich nichts gegen Brutus, der es tatsächlich hinbekommen hatte für die Nationalmannschaft zu spielen (und das war dann auch das Hauptthema Nummer 1, wenn sie mal auf ein Familienessen zusammen kamen und die Muggelverwandtschaft nicht mit dabei war. Toll. Er wurde dann aus der Schublade gezogen wenn eben jene da waren und er den braven Sohn in der Met mimen durfte. Die Met!).
Jedenfalls war er mittlerweile geduldig geworden. Vor ein paar Jahren noch wäre ihm das hier sehr schwer gefallen. Stundenlanges ruhig verhalten, wie die Katze auf die Maus warten. Auch dann nicht reagieren wenn sich etwas tat. Es brachte nichts jemanden festzunehmen, von dem man wusste er hatte Dreck am Stecken. Man brauchte Beweise. Es hatte einige Festnahmen und Freisprüche (wenn es überhaupt so weit gekommen war) gebraucht um ihm das klar zu machen.
Es brachte rein gar nichts wenn man sich sicher war. Oder das Schwein noch aus Hogwarts kannte. Insbesondere wenn es sich um reinblütige Verdächtige handelte brauchte es besser drei Mal so viel Beweise, wenn man auch nur die Chance haben wollte dass derjenige für seine Verbrechen tatsächlich hinter Gittern landete Das Ministerium war eine tolle Institution hinter der Rufus vollkommen stand - aber es war gleichzeitig auch ein Sumpf voller Machtverflechtungen, die um des Selbstschutzes wegen gern über Justitia hinweg sahen.

Eine solche Verflechtung war es auch, die sie an diesem Abend verfolgten. Die Tochter eines Gamot-Mitglieds, die (seiner Meinung nach) etwas größenwahnsinnig gewonnen war und meinte unter der Nase des Ministeriums Leute verschwinden lassen zu können, die ihr nicht passten. Daddy würde es schon richten.
Zu verhindern, dass eine eben solche Person "verschwunden wurde", war der Auftrag. Ein Ansetzen zur Tat aber zwingend nötig, um genug gegen sie in der Hand zu haben. Wenn sie ein Werwolf wäre. Oder ein muggelstämmiger niemand - längst säße sie hinter Gittern.
Dass er dann aber mit einer rostigen Eisenstange am Verschlag des Hinterhof-Schuppens festgenagelt wurde hatte ganz sicher nicht im Drehbuch gestanden. Alles war so schnell gegangen! Manchmal hatte man keine Zeit über die Konsequenzen nachzudenken, manchmal musste man einfach handeln, weil nachdenken diese eine Millisekunde zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte.
Es fühlte sich nicht danach an zu sterben. War es das dann? War das das Ende? Von einem herumliegenden Stück Schrott aufgespießt, weil man verhindern hatte wollen, dass eben dieses durch den Kopf des zu Beschützenden ging? Es hatte sich nicht nach einem Stich angefühlt. Wäre da nicht der Schwung nach hinten gewesen, diese Wucht, dieses auf einmal... fest stecken... er hätte gedacht jemand hätte ihm einen Hieb in die Magengegend verpasst. Obwohl er längst ein erfahrener Auror war, Blut nichts Neues für ihn, hatte er verwundert auf seine blutigen Hände hinab gesehen, während das Chaos um ihn herum tobte. Nicht realisierend, dass er sich in einem Schockzustand befand.

Fünf Wochen hatte man ihn im Mungos behalten. Rost im Körper, eine Stange, die einmal durch den Körper gegangen ist, ist nichts mit dem zu spaßen ist - selbst für einen Zauberer nicht. Und doch hätte er es wieder getan. Alles für das Team. Er war dafür zuständig gewesen einzuschreiten wenn die Zeit gekommen war und er hatte es getan, hatte verhindert, dass der Mord in die Tat umgesetzt wurde. Manchmal musste man für das Team auch sein Leben geben, wenn es das Richtige war.

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  Regulus Black
Geschrieben von: Regulus Black - 14.10.2021, 12:07 - Forum: Steckbriefe - Keine Antworten

DER ANFANG VOM ENDE
Mein Leben begann, wie das eines jeden Menschen wohl damit, dass ich als plärrender kleiner Säugling die Nächte meiner Eltern „versüßte“ - allerdings war ich dabei noch ein weitaus ruhigeres Kind als mein mittlerweile ein Jahr alter Bruder. Geboren wurde ich in London, Grimmauldplace, man kann schließlich nicht erwarten, dass meine Mutter sich in die Obhut von womöglichen unreinen Blutes begeben hätte.
Meine Kleinkindzeit verlief tatsächlich auch recht unspektakulär. Kleine Kinder haben es allgemein sehr einfach, sie kennen nur die kleine Welt, in die sie hineingeboren werden und fragen sich nicht einmal, was sie anders machen könnten. Sie leben schlichtweg ein Leben ohne Sorgen.
Meine ersten richtigen Erinnerungen setzen ungefähr im Alter von fünf Jahren ein. Ich weiß noch, dass mein Lieblingshauself – ich hatte schon immer einen Narren an diesen Geschöpfen gefressen – verschwunden war und ich ihn im ganzen Haus suchte… bis ich seinen Kopf auf der Flurwand aufgenagelt fand. Das war das erste Mal, dass ich mit Tod (und nebenbei fraglichen Beerdigungsmethoden) konfrontiert wurde. Ich begann immer nur möglichst schnell durchs Treppenhaus zu huschen, um nicht mehr mit „Gopher“ konfrontiert zu werden. Meinen Eltern war dieses Verhalten ziemlich egal, Hauptsache Sirius blieb normal, denn immerhin war er der Wichtigere von uns beiden.

So etwas wie Benimmunterricht bekam ich zum ersten Mal, als ich meinen 6. Geburtstag feierte. Brav machte ich mit, diese Prozedur kannte ich auch schon von meinem Bruder. Sirius stand damals schon so ziemlich im Mittelpunkt meines jungen Lebens, denn ich kannte kaum Kinder außer ihm. Mit den Muggeln in der Nachbarschaft hätten wir niemals spielen dürfen und besonders oft kamen keine Besucher mit Familienanhang vorbei, außer natürlich Onkel und Tante, die allerdings nur Mädchen hatten... und Mädchen? Die waren damals doch noch eine ganz andere Welt! Wenn Besuch da war, saß ich meistens doch bei den Erwachsenen und versuchte mir richtiges Verhalten einzuprägen. Meinen Eltern zu gefallen war eine der größten Herausforderungen damals, der ich mich mit Leidenschaft widmete. Ich wollte, dass jemand sagen würde er sei stolz auf mich. Mit sieben begann ich das Violinenspiel auf Bestreben Mutters und auch wenn es mir anfangs keinerlei Freude bereitete, lernte ich es als Ventil für aufgestaute Emotionen zu benutzen. Grundsätzlich fühlte ich immer zu viel.

Das verscherzte ich mir aber sicher wieder damit, dass ich oft mit Sirius Unsinn baute.
Als wir Kinder waren, spielten wir viel zusammen. Und wenn mich des nächtens Albträume plagten, schlich ich mich zu ihm hinüber, um mich mit in sein Bett zu kuscheln. Sirius konnte mich vor all den Schatten beschützen! Damals ahnte ich noch nicht, dass die Schatten tatsächlich... lebendig waren.

Es dauerte bei mir viel länger als bei meinem älteren Bruder, bis ich irgendein Anzeichen von Magie zeigte. So lange, dass unsere Eltern mich schon beinah argwöhnisch beäugten, wenn wir gemeinsam am Tisch saßen. Sie fürchteten ziemlich offensichtlich, dass ich mich als Squib entpuppen könnte. Ich war 9 Jahre alt, als es endlich passierte und es hatte, sehr zum Missfallen Vaters, mit einem Hauselfen zu tun. Dabei hatte ich doch einfach nicht auf meine Füße geachtet, war zu sehr von meinen Tagträumereien abgelenkt gewesen und hatte den armen Kerl dabei die Treppe hinuntergestoßen! Dass er dann aber nicht unsanft aufprallte lag daran, dass er sanft zu Boden schwebte. Ich - die Hand noch immer vor Schreck erhoben - bemerkte erstmal gar nicht was ich da getan hatte. Bis mir so unsanft, aber stolz, auf den Rücken geklopft wurde, dass mir die Luft weg blieb.
Weitere magische Ausbrüche ließen nicht lange auf sich warten, die einprägsamste Erinnerung meiner Mutter dürfte aber jener Abend sein, an dem sie eine Gesellschaft eingeladen hatte und ihre Freundinnen sich spaßeshalber im Wahrsagen übten. Wie putzig es doch war den kleinen Jungen die Hände "lesen" zu lassen! Karten austeilen zu lassen! Nunja, jedenfalls bis zu dem Augenblick in dem ich mit bestimmter Stimme erklärte, dass Miss Cassiopeia der Grimm erwarten würde. War klar, dass ich daraufhin ins Bett geschickt wurde, ohne Abendessen. War auch klar, dass Mutter leichenblass war, als ihre Freundin Tage später an den Drachenpocken erkrankte und starb. Ich verstand damals noch nicht so ganz was es bedeutete, diese Gabe. Heute ist sie mir eher Fluch als Segen.

Richtige Trauer erfuhr ich zum ersten Mal in meinem 10. Lebensjahr. Damals wurde Sirius eingeschult und ich blieb alleine zurück. Am Bahnsteig hatte ich ihn nochmal umarmt, ihm das Versprechen abgerungen mir zu schreiben. Täglich! Es waren wohl auch ein paar Tränen geflossen, jedenfalls gab es kein Mittagessen für mich, weil ich eine Schande für die Familie dargestellt hatte.
Die einsamen Tage nach seiner Abreise waren so ziemlich das Schlimmste, das mir passieren sollte (dachte ich damals)… aber da war noch nicht die Nachricht von Sirius Hauseinteilung angekommen.

Die lange Zeit, die mir zwischen Benimmunterricht, Essen und Schlafen gehen blieb, nutzte ich jedoch damals schon zum Lesen. Vater hatte eine beachtliche Büchersammlung, die ich nun Buch für Buch verschlang. Selbstverständlich waren diese Bücher ziemlich einschlägig, was die Auffassung der Magierwelt betraf und ich entwickelte selbstredend den Standpunkt, den Vater und Mutter so schätzten. Es gab nichts, was „Schlammblüter“ hier in der Zauberergesellschaft zu suchen hatten. Zudem begann ich eine Sammlung anzulegen. Ich sammelte Zeitungsausschnitte, die mir verdächtig nach schwarzer Magie aussahen, denn ich wollte mich auskennen, um an Tischgesprächen teilhaben können. Nachdem mein Bruder nicht da war, heftete ich mich mehr an meine Eltern, was mich nachhaltig beeinflusste. Ich erschrak, als ich aus nächster Nähe mitbekam, wie sehr sie sich über Sirius‘ Einteilung ärgerten – vor allem vor Mutter bekam ich damals einen gehörigen Respekt, wenn nicht zu sagen Angst... es wirkte ja fast, als würde sie ihren Ältesten umbringen wollen! Was würde geschehen, wenn auch ich nicht nach Slytherin eingeteilt werden würde? Wenn ich nach Hufflepuff… nein, viel schlimmer noch, Gryffindor eingeteilt werden würde? Ich hatte die Blacks zwar nicht zu repräsentieren – aber würde man eine zweite Schmach einfach so hinnehmen? Ich begann mich noch intensiver mit den Gesprächsthemen meiner Eltern auseinanderzusetzen und mir möglichst viel ihrer Einstellungen einzuprägen.
Nicht, dass mir das viel brachte. Ich lernte, dass unsere Eltern ganz speziell reagierten, wenn sie Angst hatten. Sie stellte alles in Frage. Natürlich auch sich selbst, was sie falsch gemacht hatten mit Sirius. Sie waren wohl zu weich gewesen, zu nachgiebig. Sie würden es nun besser machen.
Ich erinnere mich an viele Abende im dunklen, nasskalten Keller - wenn ich etwas getan hatte, das nicht ganz ihren Vorstellungen entsprochen hatte. Ich erinnerte mich daran wie ich weinte, schrie, mit den Fäusten gegen die Tür hämmerte und schließlich einfach in mich zusammensank und mich meinem Schicksal ergab. Ich erinnere mich daran, dass Vater zum ersten Mal damit begann, mit Magie zu strafen. Keine verbotenen Flüche, natürlich nicht, aber man kann sich gar nicht vorstellen was man alles mit nicht verbotenenen Flüchen anstellen kann. Ich war zu weich. Weichheit musste therapiert werden. Ich war nicht genug und musste härter an mir arbeiten und Salazar - ich verinnerliche diese Lektion.

Als Sirius in den Weihnachtsferien nach Hause kam, hatte sich einiges geändert.
Zum einen war er nun nicht mehr unbedingt der Lieblingssohn… wenn es so was überhaupt gab. Unsere Eltern glaubten Hopfen und Malz wohl noch nicht verloren, denn so hart wie sie mit ihm ins Gericht gingen, konnte es doch nur sein, wenn sie an eine Besserung glaubten? Wobei man einen Häuserwechsel ja schon mal ausschließen konnte. Ich traute mich gar nicht, bei Tisch mit ihm zu reden.
Erst am Abend, als Ruhe ins Haus eingekehrt war, klopfte ich zögerlich an seine Zimmertür, die doch eigentlich so nah an meiner war. Ich weiß nicht, was er damals von mir hielt, aber zumindest ich wollte noch gern mit ihm reden, wenn wir nicht gerade zusammen gesehen wurden. Ich befürchtete, unsere Eltern könnten ansonsten annehmen, dass wir uns gegen sie verbündeten. Das hätte mehr als bloß ein blaues Auge gegeben, mehr Abende im Keller, mehr Flüche. Nicht, dass ich ihm davon erzählt hätte. Ich erzählte ihm davon, dass ich zu malen begonnen hatte. Wie es meinem Violinenspiel erging. Aber eigentlich wollte ich, dass er redete. Die Sachen die ich von ihm über die Zauberschule erfuhr, beeindruckten mich. Es war ganz anders, als die Dinge, die ich bereits gelesen hatte, oder über die Vater und Mutter geredet hatten. Am liebsten wäre ich sofort mit ihm in den Hogwartsexpress gestiegen, um all die Gänge zu erkunden, um neue Menschen kennenzulernen. Andererseits hatte ich natürlich auch Angst davor. Was, wenn ich die falschen Entscheidungen treffen würde? Falsche Entscheidungen bedeuteten in diesem Falle natürlich, Dinge zu machen, die unseren Eltern nicht gefielen. Ich behielt meine Begeisterung also für mich. Damals habe ich angefangen, meine Gefühle aus Selbstschutz vor anderen zu verbergen.
Wenn es nicht gerade Abend war, muss es für meinen Bruder eine ziemlich bedrückende Zeit gewesen sein. Während unsere Cousinen ab und an versuchten ein Gespräch mit mir zu beginnen - ich dann höflich abblockte und mich hinter meinen Büchern verschanzte, lag doch das Hauptaugenmerk unserer Eltern auf ihm. Dennoch verstrichen vor allem für mich die zwei Wochen rasant schnell, wohl weil ich wieder etwas Gesellschaft hatte. Viel zu bald wurde das Haus wieder still und leer. Und ich war mit meinen Büchern alleine, in die ich mich hineinvertiefte. Bücher waren wir meine besten Freunde geworden. Sie verurteilen mich nicht (oder zumindest nur ein bisschen), sie taten mir nicht weh, sie ließen mich nicht alleine.

Mein Geburtstag im Februar war ein ganz besonderer. Es war mein elfter. Gerade an diesem Tag fiel mir wieder auf, wie demonstrativ wir uns als Slytherins präsentierten. Meine Geburtstagsgeschenke waren nämlich ein Slytherinschal, ein dunkel geölter Besen mich silberner Gravur und ein silbernes Medaillon mit meinen eingravierten Initialen (hinten drauf war das Wappen unserer Familie, wohl damit ich mich erinnere, wohin ich gehöre). Das Innere des Schmuckstücks war leer, Vater erklärte mir, dass ich darin Gedanken aufbewahren konnte, wenn ich vor einem Test mal einen leeren Kopf brauchte. Natürlich hatte er bemerkt, wie fleißig ich schon jetzt lernte.
Am Nachmittag kam eine Eule von Sirius an, die mich persönlich eigentlich noch mehr freute, als die restlichen Geschenke. Es signalisierte so etwas wie „Ich denk an dich“ und brachte mir auch in den nächsten Monaten wieder genug Antrieb, wenn ich mich einsam und verlassen vorkam. Mutter kommentierte seinen kleinen Gruß mit einem abschätzigen „Etwas Besseres ist ihm also nicht eingefallen, aber was soll man auch erwarten.“, was mich dazu veranlasste, mein Geschenk sorgfältig zu verstecken.

Kreacher half mir dabei, einer unserer jüngeren Hauselfen. Und er versprach niemandem etwas davon zu sagen. Es war gar nicht so verwunderlich, dass ich mich mit Hauselfen einließ, immerhin hatte ich sie schon als kleines Kind geliebt und sie immer gut behandelt. Befehle kamen von mir immer in einem netten Ton, nicht mit dieser Schimpferei, die Mutter bevorzugte. Ich bekam oft den besten Teil eines Bratens serviert, den saftigsten Apfel, meine Kleidung war im Winter vorsichtig vor dem Kamin vorgewärmt, ehe ich aufwachte und nicht zuletzt erfuhr ich von den Elfen mehr über das Leben außerhalb des Hauses, als meine Eltern mir je erzählt hätten.
Mein neues Geheimversteck befand sich hinter meinem Bett. Rückte man es etwas vor, konnte man nun einen kleinen Riss in der Wand sehen, genau dort ließ sich eines der Bretter zur Seite schieben. Niemand kam je darauf! Hier bunkerte ich alles, was ich von Sirius hatte, um nichts anderes im Zimmer an meine Sympathie für ihn erinnern zu lassen. Während an diesem 11. Geburtstag nur die Glückwunschkarte, sowie ein paar Bertie Botts Bohnen gebunkert wurden, sollte sich das Fach in den nächsten Jahren noch weiter füllen und mich an schöne Zeit erinnern, in der noch alles in Ordnung war.
Als Sirius am Ende des Jahres zu uns zurückkam, hatte ich mich noch mehr von der Außenwelt abgekapselt, als in den Weihnachtsferien der Fall gewesen war. Es kam nur noch selten vor, dass ich abends bei ihm anklopfte. Stattdessen las ich in meinen Büchern, die nun schon eingekauft waren und lernte für die Schule. Ich wollte meine Eltern auf keinen Fall enttäuschen, dafür hatte ich viel zu viel Angst vor den Konsequenzen. Viel zu schnell waren diese letzten Wochen vor der Schule vorbei und ich hatte das Gefühl, bisher viel zu wenig Wissen in mich aufgenommen zu haben. Nicht genug zu sein.

GANZ AUFGEHEN IN DER FAMILIE HEISST GANZ UNTERZUGEHE
Die Überraschung des Tages war es, dass Mutter und Vater mir kurz vor der Abfahrt noch einen kleinen Eulenkäfig mit einem jungen Sperlingskauz darin überreichten. Ansonsten war mein erster Schultag vor allem mit dem Gefühl der Angst belegt. Blass und nervös, sogar ein wenig zittrig fuhr ich unaufhaltsam auf die Entscheidung zu, die mein ganzes Leben beeinflussen würde. Slytherin, oder nicht Slytherin? Sirius hatte sich sofort nach der Verabschiedung mit Freunden davon gemacht und ich teilte mir ein Abteil mit einigen Mädchen, die schon eifrig über den neuesten Tratsch debattierten. Es hätte genauso gut niemand bei mir im Abteil sitzen können, ich starrte ohnehin einfach aus dem Fenster. Es war meine erste Reise. Das erste Mal war ich außerhalb des Grimmauldplaces, ohne dass meine Eltern mich begleiteten. Ein ganz neuer Lebensabschnitt begann in eben diesem Augenblick! Ein Lebensabschnitt voller Stolperfallen. Ich musste wohl einige Zeit lang völlig verunsichert ein eindeutig Muggelstämmiges Mädchen im Abteil beobachtet haben, denn schließlich wurde ich von einer älteren Slytherin angesprochen, ob alles mit mir okay sei. Nach einem stummen Nicken wandte ich mich wieder der Aussicht zu.
In Zweierreihen wurden wir nach einer nasskalten Fahrt über den großen See in die Große Halle geführt. Wie jede meiner Emotionen sah man mir meine Verwunderung und Überraschung ob der Größe vermutlich nicht an, stattdessen legte sich ein ausdrucksloser Blick auf den Hut, der alles entscheiden würde. Dass das wenige Frühstück, das ich zu mir genommen hatte beinah nach den Worten „Black, Regulus!“ wieder hochkam, war Nebensache. Nach außen hin ging ein ruhiger gefasster, wenn auch blasser Junge auf den zeremoniellen Stuhl zu und setzte sich, als sei das alles hier das Verständlichste der Welt. Kleine Dinge, wie meine etwas zittrigen Hände, hatte ich damals noch nicht unter Kontrolle. Bitte, bitte Slytherin... Dieser stumme Wunsch nach stressfreien Ferien wurde mir erst nach etwas über einer halben Minute erfüllt. Der sprechende Hut schwankte nämlich stark zwischen dem Schlangenhaus und Ravenclaw hin und her. Hätte mich eigentlich gern in das andere Haus geschickt. Sicher, ich beschäftigte mich viel mit Büchern und so ganz auf den Kopf gefallen war ich auch nicht. Dagegen fehlte es mir etwas an Ehrgeiz etwas Größeres zu werden, aber ich konnte durchaus listig sein… was wieder zu meinem etwas nachdenklichen Sein passte. Zu meiner Erleichterung wurde mit einem lauten „SLYTHERIN!“ verkündet, dass ich in mein Wunschhaus durfte. Ich wagte es noch nicht einmal, meinen Blick gen Gryffindortisch zu richten, wo sicherlich Sirius mit seinen Freunden saß. Stattdessen wahrte ich meine äußerliche Gelassenheit und schritt ruhig auf den Slytherintisch zu, der mich mit begeisterten Klatschen in Empfang nahm. Wohin hätte ich denn auch sonst eingeteilt werden sollen?

Meine kleine Eule, die ich liebevoll „Siri“ getauft hatte, machte sich noch an diesem Abend auf den Weg nach Hause, die frohe Botschaft ans Bein gebunden. Natürlich verriet ich niemanden den Namen des kleinen Tieres, sondern nannte den Vogel einfach „Kauz“ wenn andere in der Nähe waren. Ich hatte das ungute Gefühl, dass es nicht so gut für mich wäre, würde irgendjemand meine stille Bewunderung für meinen Bruder mitbekommen. Dieser scherte sich nämlich nicht um die Meinung unserer Eltern, sondern hatte einfach seinen Spaß und genoss seine Zeit an Hogwarts, zumindest stellte ich mir das so einfach vor! Ab und an sah ich ihn draußen auf den Ländereien, wo auch ich mich gerne herumtrieb, allerdings wahrte ich immer Abstand und kam ihm damit nicht in die Quere. Ich wollte dieses Glück nicht stören, denn in Slytherin gab es keine rebellische Ablenkung und das war wohl auch gut so. So konnte ich mich auf mein Studium konzentrieren und ich gab mir größte Mühe, meinen Eltern zu gefallen, auch wenn ich der Jüngere war. Ich war ein sehr strebsamer Schüler, lernte viel suchte dafür keine Freunde und galt schon relativ bald als Einzelgänger, auch wenn ich nie richtig ein Außenseiter war. Wenn es etwas zu feiern gab, akzeptierte man mich in der Runde, auch wenn ich meistens nur still beobachtete. Manche hielten mich dabei vermutlich für geheimnisvoll, dabei wollte ich einfach nichts Falsches sagen. Hatte zu viel Angst davor alles zu ruinieren, schlechte Nachrichten nach Hause zu tragen. Dabei durfte ich nicht in Ungnade fallen und bei Salazar... ich würde so viel aus Hogwarts zu berichten haben, dass sie einfach keine Zeit haben würden wütend auf Sirius zu sein?

Wenn ich nicht gerade lernte, im Unterricht saß, oder im Slug Club verweilte, in den ich schon bald eingeladen worden war, trieb ich mich sehr viel draußen herum, testete ab und an die Grenzen meines Besens aus, den ich zum Geburtstag bekommen hatte. Einsam in der Luft zu fliegen war wirklich das Schönste, das ich in dieser Zeit genoss. Vor allem tat die Kulisse des Sees und des Schlosses ihr Übriges dazu. Das Fliegen hatte ich schon zuhause gelernt, es lag mir im Blut, wie Vater verkündet hatte. Ziemlich selten konnte es auch passieren, dass ich Sirius traf. Unter vier Augen. Es war mir unangenehm mit ihm gesehen zu werden und so war es wohl auch umgekehrt der Fall. In diesen kleinen Momenten platzte ich innerlich fast vor Glück, dass mein großer Bruder sich trotz allem mit mir abgab und noch immer mit mir redete. Diese Begeisterung drang wohl immer seltener nach außen durch, meine selbstauferlegte Gefühlssperre verselbstständigte sich. Ich glaube, dass Sirius denkt ich würde ihn hassen. Weil es mir nicht mehr möglich ist meine Deckung fallen zu lassen, mich ihm zu öffnen. Dabei... dabei hatte ich damit doch überhaupt nur angefangen, damit sie nicht dachten er würde mich verziehen! Damit sie jemand anderen hatten, der ihnen Ablenkung sein konnte.

In den Weihnachtsferien ging es wieder nach Hause. Heuer fiel es mir sehr auf, dass vor allem ich mit Geschenken bedacht wurde. Ich hatte nun eindeutig den Platz des kleinen Lieblings eingenommen, doch irgendwie stimmte mich das nicht wirklich glücklich, eher ein wenig traurig. Ich persönlich fand Sirius toll. Bewundernswert. Er traute sich so viel mehr als ich und ich hätte gerne so viel Mut gehabt wie er. Gern hätte ich mich gegen alle Grenzen gestemmt und ich hätte gern einfach so mit jedem geredet, der mir über den Weg lief. Aber ich war nun mal nicht sonderlich mutig und musste das so hinnehmen. Ich war nicht so gut wie er. Auch wenn ich nun in der Gunst unserer Eltern vor Sirius lag, so wurde mir doch klar gemacht, dass er am Ende doch der qualitativ bessere war. Stärker. Dominanter. Durchsetzungsfähig. Ich verstand nicht, dass wir gegeneinander ausgespielt wurden. Indem man mich ihm vorhielt, das gehorsame Vorbild und ihn gleichsam zu meinem machte. Eigentlich wollten sie nicht mich. Sie wollten ihn, nur in gezähmt.

Während Sirius möglichst schnell wieder in Richtung Zug abgeschoben wurde, behielt Vater mich noch kurz zurück und drückte mir ein Buch in die Hand mit dem vielsagendem Titel Aufstieg und Untergang der magischen Mächte des römischen Reiches in die Hand. Dazu gab er mir den ausdrücklichen Befehl, mich damit bis zu den Sommerferien zu beschäftigen. Als ich den gar nicht mal so dicken Schinken im Zug öffnete bemerkte ich, dass es ein falscher Einband war. Vater hatte mir ein Buch über schwarzmagische Duellierzauber mitgegeben. Erwartete er, dass ich mich mit anderen raufte?
Allerdings tat ich das, was ich immer tat. Ich beugte mich dem Willen meiner Eltern und lernte nun neben meinen Schulsachen auch noch Zauber, die ich eigentlich gar nicht können sollte. Praktisch austesten tat ich sie viel, allerdings nicht an lebenden Dingen. Ich war Tierlieb, mochte Hauselfen und wollte mir keinen Stress mit Mitschülern aufhalsen. Am Ende des ersten Schuljahres gehörte ich zu den Jahrgangsbesten, hatte jede Menge dunkle Zauber gelernt und hatte haargenau 0 Freunde, mit denen ich mich in den Sommerferien treffen wollte. Die Bekanntschaften, die ich zwangsläufig geschlossen hatte, sah ich nicht als Freundschaften an. Dafür hatte ich meinen Bruder zu viel beobachtet, zu viel gesehen was Freundschaft für ihn bedeutete. Das war nicht das Gleiche wie jene Verbindungen, die sich mir öffneten. Es würde also ein langer Sommer werden, in dem ich viel lernen würde. Aus etwas anderem bestand mein Leben eigentlich nicht mehr, wobei ich mich selbstverständlich absolut zuverlässig um „Siri“ kümmerte, welcher sich zu einem kräftigen, aber auch durchaus frechen Kauz entwickelt hatte.
Neu für mich in diesen Ferien war, dass Vater mich oft unvermittelt nach Zaubersprüchen aus seinem Buch fragte, die ich ihm sofort nennen musste, mitsamt ihrer Wirkung und Anwendungsweise.. wusste ich einmal nicht weiter, erntete ich einen bösen Blick und er wandte sich schon fast so etwas wie enttäuscht von mir ab. Immerhin verfluchte er mich nicht dafür.

Es ist unglaublich, wie eintönig die Jahre an einem vorbeiziehen können. Bis zu meinem fünften Schuljahr war es so. Im Grunde war es immer das Gleiche wie im ersten Schuljahr, mit leichten Abwandlungen des Lernstoffes, des Wetters... ich ließ es einfach an mir vorübergehen, ohne wirklich Notiz von den Menschen rund um mich herum zu nehmen. Die einzige Abwandlung meines Lebens war nun das Quidditchtraining. Am Anfang meines vierten Schuljahres bewarb ich mich zu den jährlichen Auswahlspielen, nachdem Vater angemerkt hatte, dass das Schlammblutpack auch davon noch Besitz ergreifen würde und ich merkte, dass er gerade äußerst schlecht auf Sirius zu sprechen war. Es lenkte ihn ab. Es klappte!
Und ich war tatsächlich wohl einigermaßen talentiert, denn ich wurde in diesem Schuljahr 1975 ins Team aufgenommen. Man konnte sich darauf verlassen, dass ich auf die Minute pünktlich zum Training erschien, meine Aufgaben ernst nahm und mir taktische Spielzüge gut einprägen konnte. Allerdings haperte es ein wenig mit der Teamarbeit... aber auf meiner Position war das eher zweitrangig.


AM ABGRUND
Bis zu meinem fünften Schuljahr lief alles nach dem gleichen Schema ab. Ich lernte, übte, bekam dafür gute Noten und verschaffte mir damit angenehme Ferien, in denen ich nicht allzu viel gerügt wurde und das Recht erwirkte Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, was ich geschickt einsetzte wenn es eng für meinen Bruder wurde. Doch von Ferien zu Ferien wurden unsere Eltern strenger, vor allem Sirius betreffend. Ich vermute, dass sie sein Verhalten als eine Phase angesehen hatten, die er hinter sich zu lassen hatte. Aber es war keine Phase, das wusste ich. Sirius war ein Rebell und lebte das voll aus, schämte sich nicht so zu sein wie er war. Unsere Eltern erniedrigten ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Ich traute mich nicht irgendetwas dazu zu sagen, sondern zog mich noch mehr zurück… wie hätte ich auch gegen sie ankommen sollen? Meinen Frust, meine Trauer ließ ich statt in Streitgespräche ins Violinenspiel und auf meinen Zeichenblock aus. Ich überlegte zwar, ob ich Sirius nachts besuchen sollte, um ihn zu trösten – aber wie sollte man bitte seinen großen Bruder trösten? Nicht zu schweigen davon, dass er das vermutlich noch nicht einmal wollte! Ich verbrachte also die meiste Zeit in meinem Zimmer, las, schrieb Tagebuch, betrachtete nachdenklich die Glückwunschkarte zu meinem elften Geburtstag. Draußen das Geschrei meiner Mutter. Wenn sie eines hatte, dann ein lautes Stimmorgan. Und die Wörter Blutsverräter und Schlammblutsympathisant hallten auch noch in der Nacht in meinem Kopf wieder.
Diesmal war ich wirklich froh, wieder zurück in die Schule zu können. Meine Hoffnungen, alte Gespräche mit Sirius wieder aufnehmen zu können, erwiesen sich aber als vergeblich. So richtig wütend hatte er am Morgen den Grimmauldplace verlassen und mich keines Blickes gewürdigt. Still war ich ihm zusammen mit Siri gefolgt, der sich auf meiner Schulter drapiert hatte. Den Service, das Gepäck optimal gepackt bekommen zu haben, zusammen mit etwas Verpflegung für die Fahrt, genoss mal wieder nur ich, Kreacher sei dank.
Dass Sirius tatsächlich weg weg war - so richtig - realisierte ich erst ein paar Wochen später. Da hatte ich aber schon den Grimm in meiner morgendlichen Teetasse gesehen und eine Mitschülerin quer über den Haustisch mit dem Inhalt meines Mundes bespuckt. Ich entschuldigte mich zwar gefühlt tausendmal dafür, aber den Grimm wurde ich nicht mehr los.

Er wurde mein täglicher Begleiter. Ich konnte keinen Tee mehr trinken ohne ihn zu sehen. Mein persönliches Tarot-Set, das mit Sternzeichen und ja, auch dem Grimm, ausgestattet war zeigte mir vor allem... den Grimm. Ich sah ihn Kristallkugeln, ich konnte der Lebenslinie meiner Hand quasi beim schrumpfen zusehen!
Und Weihnachten... an Weihnachten starb Siri.
Wo unser Training in den Ferien bisher stets aus theoretischen Abfragen bestanden hatte, bestand Vater nun auf die Praxis. Die ich nicht beherrschte. Ich hatte noch nie, noch NIE jemanden ein Leid zugefügt und in diesen Ferien lernte ich kennen was Leid tatsächlich bedeutete. Ich lernte es kennen, bis irgendetwas in mir brach und ich diese verdammten Flüche auf Kreacher los ließ. Keine dunklen. Aber es braucht keine schwarze Magie, um jemanden leiden zu lassen. Salazar... ich hatte gelernt nicht zu weinen, aber in dieser Nacht heulte ich mir die Augen aus, während ich Kreacher im Arm wiegte und ihm immer wieder versprach, dass ich das nie, nie nie wieder tun würde. Ich würde nie wieder dafür verantwortlich sein, dass er Schmerzen litt.
Ich war noch nie gut genug gewesen. Nun war ich der Erbe des Hauses Black und als dieser ... war ich ein Versager. Vater wollte mich schleifen wie einen rohen Diamanten, mit mehr Druck in die Form pressen, in der er mich haben wollte. Aber ich hielt mein Versprechen. Keine Flüche mehr.

Sirius.
Ich vermisse dich. Ich vermisse dich jeden Tag mehr und ich weiß, dass ich als Bruder auf ganzer Linie versagt habe. Bitte komm zurück. Bitte komm und steh mir bei - oder nimm mich mit. Bitte mach, dass es aufhört. Ich entschuldige mich für all die kühlen Blicke, für all das Nicht für dich da sein, für alle Fehler, die ich dir gegenüber begangen habe.

Ich liebe dich. Bitte komm zurück.

Regulus


Ich hatte damit begonnen Briefe zu schreiben. Nicht, dass ich auch nur einen von ihnen abschickte... aber ich fühlte mich meinem Bruder näher und wünschte mir ich hätte den Mut gehabt sie zu versenden. Oder eine Eule. Siri... er war zwei Tage nach dem Kreacher-Vorfall einem Fluch Vaters zum Opfer gefallen.
Man kann sich nicht vorstellen wie froh ich war als die Ferien schließlich vorbei waren.

Sirius.
Jedes Mal wenn ich dich auf den Ländereien erblicke, ist es als würde sich ein scharfes Messer in meine Brust bohren. Ich muss zugeben, dass ich deinen Freund James dafür hasse dich mir geraubt zu haben. Gleichzeitig bin ich ihm dankbar dafür, dass er dich besser beschützt als ich es je gekonnt habe.
Du bist mein Vorbild, weißt du das? Eines, dem ich niemals entsprechen werde und dennoch erinnerst du mich an das Licht. Daran, dass wir Sterne sind. Dass wir, auch wenn es vollkommen dunkel ist, strahlen können.

Sie wollen, dass ich das Dunkle Mal nehme. Ich habe solche Angst.

Regulus


Ich war stets ein braver Schüler gewesen, immer folgsam, immer den Regeln folgend. Dass ich Wahrsagen hinschmiss, einfach nicht mehr in den Unterricht ging, war entsprechend ein großes Ding für mich, aber ich brachte die Kraft dafür nicht mehr auf. Der Grimm war überall. Und die Angst lähmte mich, lähmte mich immer, außer ich saß auf meinem Besen und konnte mich ganz und gar auf die Spielbälle konzentrieren. Ich redete mir ein, dass ich verschont bleiben würde wenn ich nur ... gut genug war. Wenn ich mich im Quidditch so sehr anstrengte, dass es für eine Profikarriere reichte?
Pustekuchen.

Sirius

Du bist der einzige Mensch auf dieser Welt, der mir etwas bedeutet, ich möchte, dass du das weißt.
Wenn ich diesen Sommer die Schule verlasse, werde ich dem dunklen Lord dienen und bald mein feuchtes Grab finden. Ich weiß es, ich habe es gesehen, der Grimm hat es mir gezeigt.
Ich will das nicht. Das alles.
Wieso können magiebegabte Menschen nicht einfach friedlich zusammen leben? Wieso müssen wir Krieg führen?
Am Ende gewinnt doch nur der Tod.

Ich habe keine Angst zu sterben. In Wahrheit ist der Tod eine Erlösung, denke ich. Es gibt so viel schlimmere Dinge.
Ich habe so furchtbare Angst.
Ich habe so Angst davor, dass sie mich Dinge tun lassen. Ich habe Angst, dir etwas zu tun.
Ich liebe dich, großer Bruder und sie dürfen niemals erfahren, dass mein Herz an dir hängt. Nur dir treu ergeben ist.

Regulus.


Ich wurde ihnen im Sommer vorgestellt, einen Tag nach den ZAGS erhielt ich das dunkle Mal und hatte fortan dem dunklen Lord zu dienen. Es würde mich vielleicht härter machen, es würde auf jeden Fall das Ansehen der Familie in unseren Kreisen wieder steigern. Nachdem Sirius uns mit seiner Flucht zum Gespött gemacht hatte.
Ist es verwunderlich, dass ich der reinste Versager war? Eher nicht, oder? Sie versuchten vieles, um mir die Scheu zu nehmen und trieben mich damit doch nur umso mehr in eine selbst erwählte innere Isolation. Sterben. So fühlte es sich an.
Ich weiß nicht wie ich ein Jahr lang überlebte, es hatte auf jeden Fall mehr mit Glück als irgendetwas anderem zu tun. Es war dann wohl auch Glück, dass der Dunkle Lord von meinem Talent als Seher erfuhr und ich bei ihm persönlich vorstellig wurde. Von ihm persönlich übernommen wurde.
Nicht, dass das irgendetwas besser gemacht hätte. Er bildete mich nicht zu einem Kämpfer aus, er hatte lediglich Interesse daran diese eine Fähigkeit meiner selbst zu perfektionieren und seine Trainingsmethoden bescherten meinem ohnehin kaum vorhandenen Schlaf weitere Abgründe des keine Ruhe finden. Wer wird schon gern auf einem Schlachtfeld ausgesetzt, nur um zu trainieren, Vorhersagen rasch und genau durchzuführen - um leben herauszukommen?

Der Dunkle Lord schert sich nicht um das Leben seiner Anhänger.
Der Dunkle Lord schert sich um niemanden als sich selbst.
Nicht, dass mir das nicht ohnehin schon lange klar gewesen wäre.
Er hatte sich meine Loyalität erzwungen, aber mit jeder verstreichenden Woche, mit jeder weiteren grauenhaften Vorhersage, die ich für ihn traf, festigte sich mein Entschluss einst der zu sein, der ihm einen empfindlichen Schlag versetzt. Das wie erschloss ich mir aus zahlreichen Gesprächen, die er mit seinen engsten Vertrauten führte. Mutters Ausführungen zu Tom Riddles großartiger Schulkarriere, seinem Intellekt, seinem Wissen über solch finstere Dinge wie Horcruxe.

Dass es mich das Leben kosten würde - brackiges Wasser in einer finsteren Grotte - würde ich liebend gern in Kauf nehmen. Der Tod - er ist kein Feind. Er ist ein Begleiter und früher oder später nimmt er uns alle an die Hand.
Zumindest über das wann die Kontrolle zu haben ist Luxus, nicht wahr? Ich musste nur noch herausfinden wo mein nasses Grab lag.

An den Dunklen Lord

Ich weiß, ich werde tot sein, lange bevor du dies liest
aber ich will, dass du weißt, dass ich es war,
der dein Geheimnis entdeckt hat.
Ich habe den echten Horkrux gestohlen und ich will
ihn zerstören, sobald ich kann.
Ich sehe dem Tod entgegen in der Hoffnung,
dass du, wenn du deinen Meister findest,
erneut sterblich sein wirst.

R. A. B.

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  Peter Pettigrew
Geschrieben von: Peter Pettigrew - 14.10.2021, 10:45 - Forum: Steckbriefe - Keine Antworten

Die Unruhen in Irland waren für Peter immer normal, war er doch mit ihnen aufgewachsen. Seine Sichtweise auf "die Scheiß Engländer" und die Situation im Allgemeinen änderte sich, als er zum ersten Mal hautnah miterlebte, was es bedeutete als Ire unter Engländern zu leben. Als sie im Frühsommer 1970 Tante Enid in Belfast besuchten und bei ihr übernachteten, wurde die Wohnung im natürlich katholischen Viertel der Stadt vom britischen Militär gestürmt und nach Waffen durchsucht. Ein wirklich traumatisches Erlebnis für den Jungen, der seine Tante noch sie so hatte weinen sehen. Die Arschlöcher hatten ihr den Arm so brutal verdreht, dass sie einen Oberarmbruch erlitt. Peters Abneigung gegenüber den Engländern nahm erst im Lauf der Jahre wieder ab, was vor allem seinen Schulfreunden zu verdanken war. Noch heute empfindet er die Situation in Irland aber unerträglich und tritt nicht umsonst die Flucht ins 'Feindesland' an. Krieg herrscht überall, aber in Irland schlägt sein Herz.

Einsam war Peter nie. Es gibt immer einen Jungen, der gern im Mittelpunkt steht und sich über einen anderen Jungen freut, der ihn bewundert. So fing auch seine Freundschaft zu James und Sirius an: in der Rolle als Bewunderer, der die Taten der beiden glorifizierte. Das ist es wohl auch, was Lehrer noch heute in Erinnerung behalten haben: der pummelige kleine Pettigrew, der hinter seinen Freunden herdackelte.
Dass seine Beziehung zu Remus ohnehin schon immer überhaupt nicht in dieses Raster fiel und er auch gar nicht so ein Hasenfuß ist wie man meinen könnte, bewies er dann in seinem zweiten Schuljahr, als er Remus trotz seines felligen Problems die Treue hielt und genau wie die andern beiden auch zu ihm stand. Remus war nett und lieb! Ganz anders als normale Werwölfe. Zumindest abseits vom Vollmond.
Nein, was Peter in besonderer Erinnerung hält ist die Verbundenheit, die sich zwischen den Rumtreibern entwickelte, als sie daraufhin begonnen den Animaguszauber zu erlernen. Peter brauchte am längsten dafür - hatte niemand anders erwartet - aber er packte ihn mit der beständigen Unterstützung seiner besten Freunde. Dafür waren es seine animierten Zeichnungen, die den Zauber der Karte des Rumtreibers ausmachen. Remus hatte sich um das Tracking gekümmert, aber im Großen und Ganzen ist die gesamte Optik aus seiner Zeichenfeder geflossen. Krass, oder? Was man gemeinsam bewerkstelligen kann.

Ein drittes wichtiges Ereignis ist wieder in der Muggelwelt zu verorten. Wieder Irland. Diesmal Seitens der IRA. In Peters viertem Schuljahr wurde durch eine Autobombe eine Straße seiner Heimatstadt in die Luft gejagt. Unter den Opfern befanden sich auch Freunde der Familie, insgesamt 33 Menschen verloren an diesem Tag an drei verschiedenen Orten ihr Leben. Obwohl er nicht anwesend gewesen war - das Ganze spielte sich immerhin im Mai ab - trug Peter bleibende Eindrücke davon und es ist Remus zu verdanken, dass nicht auch noch ein Flur von Hogwarts in die Luft flog, als Pete zwei Wochen nach dem Anschlag ausversehen einen Irrwicht aus einem Schrank befreite. Der hatte sich schnurstracks in ein Auto verwandelt, das in die Luft zu fliegen drohte. Es brauchte viel Ablenkung, Kekse und sogar etwas von Moonys Schokovorrat, um Peter wieder auf andere Gedanken zu bringen. Severus quälen wurde in der Folgezeit sein Lieblingssport (aber niemals allein!).
Diese Eindrücke von Krieg und Verderben sind es auch, die ihm heute zu schaffen machen. Krieg ist nicht lustig. Er bekommt es jeden Tag auf der Arbeit mit, wenn wieder jemand vermisst gemeldet wird. Wenn wieder jemand gestorben ist, der eigentlich noch viele Jahre zu leben gehabt hätte. All diese Dinge nagen an Peter, graben alte Ängste aus. Ob ihn seine Freunde wieder herausholen können werden?

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  Lord Voldemort
Geschrieben von: Lord Voldemort - 14.10.2021, 08:56 - Forum: Steckbriefe - Keine Antworten

KINDHEIT & JUGEND
Du wurdest im Wool's Waisenhaus in London geboren, deine Mutter starb kurz nach der Geburt. Dein einziges Erbe war dein Name, den sie dir noch mit ihren letzten Atemzügen gegeben hat. Vielleicht hätte man damals noch einen netten jungen Mann aus dir machen können, doch bist du in eben jenem Waisenhaus aufgewachsen, in dem du auch geboren wurdest. Während andere Kinder adoptiert wurden, warst du immer der Außenseiter. Weil du anders warst, komisch! Sie haben dich getriezt, ausgeschlossen und dir klar gemacht, dass du unter all dem Abschaum noch das niederste Wesen bist.
Du warst fünf, da hast du Alice die Treppe hinuntergeschubbst und sie hat sich beide Beine gebrochen. Du hast sie nicht angefasst, aber du wusstest, dass du es geschehen hast lassen. Du musstest es dir nur vorstellen. Du konntest schlimme Dinge geschehen lassen, du konntest alleine Kraft deiner Gedanken die anderen Kinder lenken und Tieren Befehle erteilen, ohne sie dafür zu dressieren. Dass du Dinge, ohne sie zu berühren, bewegen konntest und mit Schlangen sprechen waren da nur noch Nebensächlichkeiten, nicht? Weil du es konntest hast du den anderen ihre liebsten Spielsachen weggenommen, sie in einem Schuhkarton gehortet. Du hast es genossen, anderen das Liebste das sie hatten zu nehmen. Sie hatten es verdient. Denn du hattest ja auch nichts.
Einmal alle paar Monate habt ihr einen Ausflug ans Meer gemacht. Euch in den Zug gesetzt und dann gespielt. Die anderen zumindest, du hast lieber die Gegend erkundet und hast dabei eine Felsengrotte entdeckt, die selbst den Anwohnern des kleinen Küstenorts unbekannt war. Kein Wunder, du hast schließlich auch hinüberfliegen müssen. Hast statt eines Gegenstandes dich in die Lüfte gehoben. Deine Entdeckung hast du beim nächsten Mal mit zwei Kindern geteilt, Dickon und Holly, die dich beim Heimleiter angeschwärzt hatten. Du hast sie einfach mitgehen lassen, ihre Körper wie Marionetten geführt und sie schließlich ebenfalls in die Höhle geflogen. Hast ihnen eingeredet sie würden ihr restliches Leben auf der kleinen Felseninsel verbringen, die es inmitten dieses Sees darin gab. Aber nicht alleine. Die Grindelohs, die du schon das letzte Mal entdeckt hattest, zogen beide zu sich ins Wasser, hätten sie fast ertränkt. Du hättest es interessant gefunden dabei zuzusehen, warst dir aber auch bewusst, dass es nicht zu beantwortende Fragen aufwerfen würde. Also hast du sie gerettet, wieder mit hinaus genommen. Dass sie sich nie von dem Schrecken dieses Tages erholt haben fandest du damals amüsant.

Als du 11 Jahre alt wurdest kam ein alter Mann ins Heim und eröffnete dir, dass du ein Zauberer bist. Das hat dich nicht gewundert. Gewundert hat dich allerdings, dass du nicht einzigartig warst. Und irgendwo in dir drin glomm ein Funken Hoffnung auf. Dass es nun vorbei wäre. Du ebenbürtige Freunde finden würdest. Albus Dumbledore sollte deine gewünschte Vaterfigur werden. Hast ihn bewundert, hast ihn für seine Macht und Stärke irgendwo vergöttert - aber er hat sein Misstrauen dir gegenüber nie abgelegt, dich am Ende verstoßen. Ahnt er, dass dich das endgültig zu dem gemacht hat wer du bist?
Du wurdest in Hogwarts ins Hause Slytherin eingeteilt und alle Welt dachte du wärst ein Schlammblut. Sie haben dich wie Dreck behandelt, dir gezeigt, dass du das niederste Wesen von Abschaum bist, das existiert. Schon wieder. Es gab nur wenige, die deinen Wert bereits damals erkannten und denen du deswegen bis heute tief verbunden bist.

Als du in deinem zweiten Schuljahr herausgefunden hast wer deine Eltern sind, dass du ein Halbblut und vor allen Dingen Erbe Slytherins bist, hat sich das geändert. Plötzlich sind sie angekrochen gekommen, haben sich dir angebiedert. Auch weil du brilliant warst. Den Schulstoff mühelos bewältigt hast, schon jetzt als einer der brilliantesten Schüler gehandelt wurdest, die Hogwarts je hatte. Erst wurdest du seelisch geprügelt, nun gebauchpinselt. Und du hast gelernt. Gelernt deinen Charme gegen sie einzusetzen. Wärst du doch von der Schule geflogen, wenn du deinen Gefühlen freien Lauf gelassen hättest. Nein. Du fandest Gefallen daran Everybodys Darling zu sein. Nur deinen Namen, den kannst du nicht mehr leiden. Tom... was für ein gewöhnlicher Muggelname!
Hast dich auf deine Schulkarriere konzentriert und ganz nebenbei eine Möglichkeit gefunden den Tod zu überlisten. Als Mitglied des Slugclubs standest du Horace Slughorn besonders nah und hast ihm Infos zu den Horcruxen entlockt. Von ihm erfahren, dass man rein theoretisch seine Seele auch sechsfach spalten könnte. Dieser Gedanke lässt dich nicht mehr los. Denn es gibt da eine Sache, vor der du mehr Angst als alles andere hast: den Tod. Der Gedanke zu sterben jagt dir solche Angst ein, dass du alles daran setzen möchtest ihn - den Tod - zu überwinden. Du bist der mächtigste Magier aller Zeiten - das sollte für dich doch kein Problem sein!

In all den Jahren hast du auch geduldig Spuren deines Ahnen, nach Salazar Slytherins Vermächtnis gesucht. Es gefunden! In der sechsten Klasse hast du die Kammer des Schreckens zum ersten Mal betreten und warst dir spätestens ab diesem Moment sicher, dass du tatsächlich der begnadetste, beste Zauberer aller Zeiten seist. Dein Umfeld hat dich darin nur bestätigt.
Du hast dich dazu berufen gefühlt, Salazars Erbe anzutreten. Das zu vollführen, was ihm verwehrt geblieben war. Schlammblüter sollten aus Hogwarts vertrieben werden? So sollte es sein! Der Basilisk der Kammer war viel zu lange allein gewesen, einsam. Du und er, ihr wurdet tatsächlich so etwas wie Freunde.
Nach Weihnachten hast du die Kammer schließlich geöffnet, hast tatsächlich so etwas wie Glück empfunden, als es diese nervige Myrtle Elizabeth Warren erwischt hat. Dein Problelauf. Und doch musstest du feststellen, dass Albus Dumbledore einen Verdacht hegte. Ausgerechnet er. Bei einem anderen Lehrer hättest du wenig Skrupel empfunden ihn mit deinem Basilisken zu beseitigen, doch Albus Dumbledore war in diesem Moment noch eine Art Idol für dich. Der Bezwinger Grindelwalds, größter Magier aller Zeiten. Mit dir auf einer Stufe. Vielleicht. Die Welt wäre ohne ihn langweilig gewesen. Also hast du einen Sündenbock gesucht und ihn in Rubeus Hagrid, einen plumpen Gryffindor, gefunden. Hat geglaubt er könne heimlich eine Acromantula in Hogwarts halten. Bis heute ist nicht aufgeflogen, dass der Junge unschuldig war. Er ist von der Schule geworfen worden, aber du hast dich dennoch nicht getraut die Kammer ein weiteres Mal zu öffnen. Dumbledores Augen immer auf dir.

TAGEBUCH-HORCRUX: 1943

Myrtles Tod hat dir noch etwas anderes gebracht. Du hast es ausprobiert, das Erschaffen eines Horcruxes und es hat tatsächlich funktioniert. Hast damit zwar deine Fähigkeit jemals zu lieben endgültig verwirkt - umso besser schien dein anderes Ich in dem Tagebuch damit zu sein, sich in fremde Herzen einzuschmeicheln. Es war egal. Du hattest immerhin deinen Ruf, nahezu ganz Slytherin lag dir zu Füßen und niemandem fiel auf, dass sich etwas an der gravierend geändert hat. Im Spiegel hast du immer öfter einen roten Glanz in deinen Augen wahrgenommen. Ein weiterer Beweis für deine Andersartigkeit, deine Großartigkeit. Du hast das Tagebuch im Raum der Wünsche versteckt, es würde dort bis zu deinem Schulabschluss ruhen.

SLYTHERIN-RING: 1944

Du warst berauscht von deinem Erfolg. Hast weiter Ahnenforschung betrieben und im Sommer 1944 bewiesen, dass du tatsächlich in der Lage warst deine Seele mehr als einmal zu spalten, deine Unsterblichkeit abzusichern. Ein Horcrux allein konnte abhanden kommen, zerstört werden. Aber was, wenn man seine Seele in 7 Gefäße aufteilte? Diese magische Zahl musste den Zauber verfielfachen, du warst dir so sicher.
Du hast also deinen Onkel Morfin Gaunt gefunden, ihn damit überrascht, dass du auf sein Parsel antworten konntest und hast ihn danach unter den Imperio gesetzt. Der Familienring der Slytherins war dein und deine Rache nahm ihren Lauf. Du bist ins benachbarte Little Hangleton, hast dort deinen Vater mitsamt seiner lächerlichen Muggelfamilie ermordet und die Schuld Morfin in die Schuhe geschoben. Er hat gestanden, sich deinem Zauber gefügt und verbrachte sein restliches Leben in Askaban. Du hättest ihn als weiteren Erben Slytherins vermutlich nicht direkt umgebracht, diese Form der Strafe, sich nicht um den Verbleib seiner Schwester - DICH - gekümmert zu haben, erschien dir geeigneter. Du hast mithilfe der Seele deines Vaters Slytherins Ring zu deinem Horcrux gemacht, sämtliche zwischenmenschliche Bindungen für dich verunmöglicht, aber es hat dich nicht gestört. Wer braucht schon echte Freunde, wenn er Macht hat? Unsterblich ist?

KELCH & MEDAILLON: 1946

Es hat niemanden so wirklich gewundert, dass du Hogwarts als einer der besten Studenten der Schulgeschichte verlassen hast. Eigentlich hätten dir damit alle Türen offen gestanden und doch hast du dich entschieden für Borgin & Burke's zu arbeiten. Ganz zufällig war das nicht, denn du wolltest ein Auge auf die dort gehandelten magischen Artefakte behalten. Salazars Ring hatte in dir den Drang geweckt, weitere besondere Gegenstände zu deinen Seelenbehältern zu machen. Deine Seele verdient es ein würdiges Zuhause zu bekommen.
Es hat etwas über ein Jahr gedauert, bis du etwas wirklich Einzigartiges zu Gesicht bekommen hast. Die Hexe Hepzibah Smith zeigte dir ein Medaillon von Salazar Slytherin, das du unbedingt haben musstest. Hast dich bei ihr eingeschmeichelt, ihr schöne Augen gemacht. Wie blind Menschen vertrauen, wenn Augen und Ohren nur genug geschmeichelt wird.
Die angebliche Erbin Helga Hufflepuffs - verifizieren hast du das nie können - hast du jedenfalls ganz galant in ihrem eigenen Zuhause vergiftet und den Mord ihrer Hauselfe in die Schuhe geschoben. Statt nur mit dem Medaillon bist du aber auch mit einem Kelch nach Hause gegangen, den du bereits vor Ort in ein Horcrux gewandelt hast. Es war doch eine hübsche Idee, Hufflepuffs Kelch mit der Erbin Hufflepuffs zu veredeln, richtig? Dass du dafür jegliches Mitgefühl und die Vorstellung davon verloren hast, fiel dir nicht weiter auf.

Das Medaillon hast du dir quasi zum Geburtstag geschenkt. Du hast lange überlegt, was ein passendes Opfer für das Erbstück Slytherins wäre - Schlammblut oder Muggel - und hast am Ende deinen alten Heimleiter ums Leben gebracht. Die Muggel sind davon ausgegangen, dass er unglücklich die Treppe hinuntergestürzt ist, aber das tat dem Horcrux ja keinen Abbruch. Dass du seitdem keine Sekunde lang mehr wirkliche Zufriedenheit gespürt hast? Kann passieren. Ist auch eher das Problem deiner Anhänger als das deine - oder?

STUDIENREISE: 1947

A propos Zufriedenheit. Du warst höchst unzufrieden mit deiner Stellung. Wolltest eigenen Wissen, wolltest mehr. Mehr! Du hast nochmal einen letzten ernsthaften Versuch unternommen Albus Dumbledore nahe zu kommen - doch er hat dich abgewiesen, dir die offene Stelle des Lehrers für Verteidigung gegen die dunklen Künste verwehrt. Voller Zorn hast du die Stelle verflucht. Und es doch selbst nicht mehr mitbekommen, wie erfolgreich dein Fluch wirken sollte. Hast immerhin Großbritannien hinter dir gelassen, bist auf Wanderschaft gegangen. Bist auf Nagini gestoßen. Einer Schlangenfrau, die sich an dich band. Weil du der einzige Mensch auf Erden warst, der sie verstand. Du bist unfähig echte Beziehungen zu Menschen zu führen, doch diese Schlange macht dich auf eine seltsame andere Art und Weise besessen. Sie weicht dir nicht mehr von der Seite, ist deine Leibwächterin, das einzige Wesen auf der Welt, dem du über den Weg traust. Trauen kannst. Denn würde sie dich verlieren - würde sie alles verlieren. Ihre letzte Verbindung in die menschliche Welt. Du bist das Wertvollste auf der Welt für sie. Legt man sich mit dir an, legt man sich mit Nagini an. Und umgekehrt. Wie könntest du es zulassen, dass deine einzige vertrauenswürdige Wache getötet wird?

RAVENCLAWS DIADEM: 1954

Erst deine Studienreise nach Albanien und andere südosteuropäische Länder hat dir Ravenclaws Diadem und dein heutiges schwarzmagisches Wissen eingebracht. Hast die Information über den Standort der grauen Lady entlockt und versprochen es zu zerstören. Was natürlich nie deine Absicht war. Du hast jenen Menschen dafür getötet, der dir den Weg zu jenem abgelegenen Wäldchen gewiesen hat. Nicht aus irgendeinem bestimmten Grund, sondern einfach weil er verfügbar war. Genuss in jeglicher Form ist dir seither verwehrt. Du kannst nichts mehr genießen und das ist vielleicht das Einzige, das dich wirklich getroffen hat.

ZAUBEREIMINISTER? 1956

1955 bist du nach Großbritannien zurückgekehrt, hast dich nochmals auf die Stelle als Lehrer beworben. Immerhin musste Dumbledore doch feststellen, dass ihm kein Bewerber blieb? Aber eigentlich war es dir gar nicht ernst damit. Du hast nur eine Ausrede gebraucht, um dein Horcrux, das Diadem, im Raum der Wünsche zu verstecken. Dieses geniale Versteck würde niemals gefunden werden! Immerhin hast du dir einen Ort gewunschen, den niemand finden möge. Du bist einfach genial. Aber das stellt ohnehin niemand außer Dumbledore mehr in Frage, nicht?
Du hältst Vorträge über deine Reisen und gewährst den Menschen doch nur einen Blick auf die schillernde Oberfläche. Sie liegen dir zu Füßen. 1956 bietet man dir zum ersten Mal den Posten als Zaubereiminister an - aber du lehnst ab. Du hast nicht vor, dich in ministerielle Abhängigkeit zu begeben. Du hast doch schon längst andere Pläne, die es auszuarbeiten gilt. Noch bist du dir nicht sicher, wie du deine gewonnene Unsterblichkeit konkret ausleben willst.

TODESSER: 1970

Zaubereiminister wäre vielleicht wirklich nicht schlecht gewesen. 1969 ist das letzte Mal, dass man dir den Posten anbietet. Die älteren Schüler in Hogwarts erinnern sich vielleicht noch daran, an den Glanz, der deinen Namen umgab. Tom Riddle - der logische Nachfolger eines alternden Dumledores. Klug, so mächtig, schillernd. Dieses umwerfende Lachen! Die Hexenwoche hat dich vier Mal hintereinander zum Mann mit dem strahlendsten Lächeln gekürt. Alles nur Maskerade. Taktik. Du machst dich mit den mächtigsten Zauberern in Großbritannien bekannt. Reaktivierst auch alte Schulfreundschaften.

1970 setzt Phase 2 deines glorreichen Planes ein. Todesser. So sollen sie heißen. Die ersten ihrer Art sind deine alten "Schulfreunde". ZUMINDEST DENKEN SIE, SIE SEIEN DEINE FREUNDE, SIE DIR WICHTIG. Avery sr., Lestrange sr., Mulciber sr., Nott sr., Rosier sr. und Augustus Rookwood heißen sie, haben längst eigene Familien. Und Einfluss, den sie für dich geltend machen.
Die Todesser sind zu Anfang ein elitärer Club. Mitgliedschaft? Nur, wenn man sich ordentlich beweisen kann. Und natürlich die Familienmitglieder deiner Vasallen. Am Anfang ist es wichtig komplett im Verborgenen zu handeln. Sich nicht die Blöße zu geben, enttarnt zu werden. Erst musst du Personen auf den richtigen Posten haben.

1972 öffnest du die Todesser schließlich für "jedermann". Jeder, der sich dir anschließen will, kann das tun. Muss sich beweisen, braucht einen Bürgen, der für ihn den Kopf riskiert. Das ist dir wichtig, du brauchst keine Maulwürfe. Deine Anhänger, die darauf hoffen, dass die Zaubererschaft aus dem Schatten tritt, Bildung exklusiv Reinblütern zur Verfügung steht, sowie auserwählten Halbblütern, müssen aber auch erkennen, dass du gnadenlos bist. Wer nicht pariert - büst. Das kann durch einen üblen Fluch sein, vielleicht sogar dem Cruciatus. Oder sie verlieren etwas oder jemanden, der ihnen lieb und teuer ist. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass man bei dir besser liefert. Nicht widerspricht. Denn du bist der Einzige, der hier die Befehle erteilt, Genie ist.

DER LETZTE SCHRITT: 1976

Phase 3 eröffnest du im Herbst 1976. Sie soll nur von kurzer Dauer sein. Die heiße Phase. Längst bist du im ganzen Land gefürchtet. Es gibt natürlich einen internationalen Haftbefehl gegen dich, aber niemand außer vielleicht Dumbledore wäre dir gewachsen. Deine Todesser toben sich bereits ab und an in kleinen Dörfern aus, aber noch haben sie die Füße relativ still zu halten. Nicht zu zeigen, was ihr leisten könntet. Du hast deine Diener überall: Richter, Auroren, Unsägliche, Heiler,... wenn du erst einmal zuschlagen wirst, dann wird es hart und schmerzvoll sein.
Längst hast du die Dementoren Askabans auf deiner Seite. Noch halten sie ihre Position. Dass du dich mit den Werwölfen verbündet hast ist kein Geheimnis und sogar die Vampire befinden sich in finalen Verhandlungen mit dir. Einzig die Riesen und Kobolde brauchst du noch, hast doch wundervolle Argumente für sie alle in der Hand! Versprichst ihnen das blaue vom Himmel, nur um sie, ihr Opfer, auf später zu verschieben. Schritt für Schritt.

Phase 3 beinhaltet nun auch jene zu deinen Anhängern zu machen, die sich dir bisher widersetzt haben. Du möchtest Mitglieder aller reinblütigen Familien unter deinem Banner vereinen. Du möchtest ihre Stammhalter, Erben. Sie vollends an dich binden. Du möchtest talentierte Zauberer und Hexen, auch gegen ihren Willen.

Jeder weiß es doch:
Man kann dich einmal abweisen.
Man kann dich vielleicht auch ein zweites Mal ablehnen.
Zu einem dritten wird es nicht kommen.

Da müssen sie kriechen.
Nachdem du ihnen Stück für Stück das Wertvollste in ihrem Leben nimmst.
Alles.

Phase 4? Silvester 1976 hast du deinen 50. Geburtstag gefeiert.
ZEIT FÜR EINE GROSSE FEIER.
Seit 1977 zittern sie vor dir und du arbeitest hart an deinem Ziel, sie alle in ihrer Angst Untertan zu machen - oder von der Erde zu tilgen, wenn sie ihrer nicht würdig sind.

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  Kitty Murray
Geschrieben von: Kitty Murray - 13.10.2021, 15:08 - Forum: Steckbriefe - Keine Antworten

Tabellarischer Lebenslauf

  • 21.07.1957: Geburt, Geburt ihres Zwillingsbruders Caleb Ogden
  • 05.07.1960: Geburt ihrer Schwester Aura Faith
  • 28.09.1961: Geburt ihrer Schwester Elektra
  • Frühling 1965: Tod ihrer Katze, erstes magisches Erlebnis
  • 15.07.1972: Tod der Großmutter
  • 16.10.1972:Nervenzusammenbruch der Mutter, Einweisung in die Psychiatrische Abteilung des St. Mungos Hospitals, infolgedessen Inobhutnahme der Schwestern, Unterbringung in einem Waisenhaus
  • 01.09.1973: Ausbildungsbeginn als Hebamme im St. Mungos
  • 12.07.1974: Heirat mit Duncan Murray
  • 01.08.1974 Kitty stellt einen Antrag auf die Sorgerechtsübernahme von ihren Schwestern und erhält das Sorgerecht
  • 30.06.1976: Einzug ihrer Schwester Aura Faith bei Kitty und ihrem Mann
  • 28.08.1976: Geburt ihrer Zwilling Cherrie und Buck Murray
  • 01.10.1976: Abschluss ihrer Hebammen Ausbildung
  • 01.01.1977: Beginn ihrer freiberuflichen Tätigkeit


    Numeri
    "BEI SALAZAR DAS KIND SOLL AUFHÖREN ZU KREISCHEN WEIB!" Jacomus wuchtete sich bei diesen Worten vom Sofa hoch und versetzte seiner Frau einen heftigen Schlag ins Gesicht. Felicitas stürzte, rappelte sich auf und taumelte zur Wiege in der ihre neugeborenen Tochter lag und greinte. Mit zittrigen Fingern holte sie die Kleine heraus. Vor drei Tagen erst hatte Mrs. Ogdens das Kind entbunden, es war eine lange und anstrengende Geburt gewesen und Felicitas fühlte sich dementsprechend immer noch wackelig auf den Beinen. Der Umstand, dass es seiner Frau nicht gut ging, hielt einen Jacomus Ogdens jedoch nicht davon ab sie zu schlagen. Warum auch? Sie war ein nutzloses Weibsbild. "EINE SCHANDE, DASS DU SCHON WIEDER EIN MÄDCHEN HERVORGEBRACHT HAST!", brüllte er weiter. Als ob dies allein die Schuld seiner Ehefrau wäre. "DAS SOLL SEIN MAUL HALTEN, SONST STOPF ICH'S IHM!" Felicitas liefen stumm Tränen über ihre geröteten und geschwollenen Wangen, als sie mit der immer noch weinenden Elektra aus dem Wohnzimmer Richtung Küche floh. "UND MACH WAS ZU ESSEN, VERDAMMT!" Die gebrüllten Worte ihres Mannes gemahnten Felicitas zur Eile. Nach drei vier Schritten jedoch stolperte die Frau und hätte um ein Haar ihr Neugeborenes fallen lassen. Da zupfte ein kleines blondes Mädchen, vielleicht grade mal 4 Jahre alt ihre Mutter am Rockzipfel. "Gib Lektra mir Mummy. Ich trag sie." Und Felicitas, die ihre älteste Tochter vor lauter Tränen kaum sehen konnte, reichte ihr das Baby.


    Leviticus
    Bemüht nicht auch nur das leiseste Geräusch zu machen, öffnete das Mädchen die Schranktür einen Spalt weit und schlüpfte hinein. "Caleb? Caleb ich bin hier. Ist schon gut, ist schon gut." Die Worte der Kleinen waren nicht mehr wie ein Wispern im Winde. Dunkelheit umfing sie, als sie die Türe wieder hinter sich zu zog, sie einhüllend wie in einem kuscheligen warmen Mantel. Sie konnte nichts sehen, doch das musste sie auch nicht um ihren Bruder zu finden. Er war da, im Schrank, zusammengekauert in der Ecke und still weinend. Sie wusste es. Einen Wimpernschlag lang hielt sie ihren Atem an, lauschend ob das Monster sie gehört hätte, ob sich nun schwere Schritte näherten. Doch es blieb still, totstill. Sie schob ein paar muffig riechende Wollumhänge beiseite, kroch auf allen Vieren über den Boden des großen alten Holzschrankes, bis ihre kleine Hand das Knie des Bruders fand. "Ich bin ja da.", sagte sie nocheinmal mit leiser tröstender Stimme. Und dann hatten die Zwillinge im nächsten Moment auch schon ihre Ärmchen fest, so fest umeinander geschlungen. Caleb presste sich an sie und sie wiegte sich mit ihm leicht hin und her. Hin und her. Hielt ihn. "Hey ney nah, hey schöch wah, hey schöch wäy hey schöch wäy schöch wah..." Ihr Singsang, nicht mehr wie aneinander gereihte bedeutungslose Silben, webte einen Schutzkreis um die beiden Kinder. Es war keine echte Magie, nichts was das Monster oder sonst wen daran hätte hindern können sie herauszuzerren Vielmehr bestand dies feine unsichtbare Gespinst aus Glauben, Hoffnungen und Träumen. Aus dem beseelten Wunsch nach Sicherheit und Überleben. Normalerweise hätte das Mädchen nun noch Brotkrümel um sich und den Bruder gestreut, als sichtbare Barriere. Doch sie hatten kein Brot mehr. Gestern hatte sie die letzten schimmeligen Reste ihren Geschwistern gegeben. Es musste also diesmal ohne Krumen gehen.
    Die Zeit zerrann wie Sand in der Hand, und keines der beiden Kinder hätte zu sagen vermocht wie lange sie schon so da im Schrank kauerten, aneinander geklammert, wie zwei Äffchen. Schließlich war es das Mädchen, dass sich vorsichtig, zögerlich ein wenig vom Bruder löste. Ihr Singsang verstummt nun, nachhallend in der Enge des staubigen, stickigen Schrankes. Schweigend ergriff sie den Zipfel ihres Rockes und begann stoisch damit Caleb den Rotz und das Blut aus dem Gesicht zu wischen. Doch der Dreck und der gerinnende Lebenssaft hafteten hartnäckig an des Bruders Haut. Sie spuckte mehrfach auf den Stoffzipfel, bis dieser feucht genug war, bis das Wischen damit besser ging. "Halt still, ich mach das wieder gut." Als ob sich alles mit Spucke wieder gut machen ließe.

    Ließ es sich aber nicht.


    Genesis
    "Was bist du ein elender Squib?" Die Stimme des Monsters durchschnitt die Luft, kalt und messerscharf. Er war beängstigend nüchtern, der Vater. Lallte kaum. Und er war schnell. Mit einem energischen Griff packte er ihre Katze am Nackenfell und riss das Tier in die Höhe. "Wollen doch mal sehen. Wollen doch mal sehen." Das Mädchen, alarmiert vom Fauchen des Tieres, begann augenblicklich zu betteln und zu bitten. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass er ihrem Liebling etwas antun würde, hatte nur sich selber in Gefahr gewähnt. "Nein,nein, lass Lucy, bitte, lass sie runter." Das Monster lachte nur, dachte nicht daran von dem armen Geschöpf abzulassen. Stattdessen schüttelte Jacomus Ogden nun die Katze seiner Tochter, deren Fauchen sich zu einem schrillen Kreischen steigerte. "Du tust ihr weh, du tust ihr weh. Bitte lass sie doch, lass sie doch!" Von Panik durchsetztes, sich überschlagendes Stimmchen. Der Neunjährigen liefen die Tränen längst in Sturzbächen über die Wange, als sie angsterfüllt versuchte ihre Katze zu erreichen, sie dem Vater zu entreißen. Irgendwie. Vergebens. "Na los Kitty tu was. Hinder mich!", forderte dieser spottend, während er das keifenden fauchenden Fellknäuel immer grade so außerhalb der Reichweite seiner Tochter hielt und es unaufhörlich schüttelte. Als sei die Katze ein Staublappen, den man ausschütteln müsse. Kittys Weinen und Flehen wurde herzzerreißend. Sie konnte ihn nicht hindern, konnte nur immer und immer wieder 'nein, nein' schreien. Nur 'nein.'Aber alles Jammern und Betteln der Welt vermochte das Monster nicht zu erweichen. Er war halbwegs nüchtern und wild entschlossen die magischen Fähigkeiten aus dem Mädchen herauszukitzeln. Rausprügeln hatte sie sich ja nicht lassen, die Magie. Aber das Kind hing an diesem nutzlosen Katzenvieh, so viel war klar. Also würde sie zaubern. Spätestens wenn das räudige Mistding sein Leben aushauchte.

    Sie sah es wie in Zeitlupe. Plötzlich packte das Monster mit der andern Hand den Schwanz der Katze und ließ dann ihr Nackenfell los, so dass das Tier kopfüber in der Luft baumelte. Eins, zwei Wimpernschläge lang nur. Sie sollte diesen winz'gen Anblick, ihr Leben lang nicht mehr vergessen. Lucy hilflos mit dem Kopf nach unten vor ihr in der Luft hängend. Und wie die Katze knatternd fauchte und knurrte. Ein unwirkliches stetes Geräusch, dass sich zu einem schrillen Kleinkindkreischen steigerte, als Jacomus die Katze schließlich kraftvoll gegen die Wand schlug. Einmal, zweimal, blutrote Blumen an die triste dreckiggraue Wand malend. BAM, BAM, BAM. Beim dritten Mal verstummten die Schreie der Katze jäh. Sie würde niemals wieder fauchen, niemals wieder schnurren oder miaun. Still für immer war sie. Tot. Das Mädchen aber schrie und schrie. Aus ihrer Kehle entrangen sich Laute, die so ganz und gar nicht menschlich klingen wollten. BAM BAM BAM. Noch mehr feuchtes nasses Rot. An der Wand und Spritzer davon auf ihrem Gesicht. Blutrote Flecken tanzten vor ihren Augen und ihre gellenden Schreie blieben ihr im Hals stecken. Wie es sich verteilt hatte an der Wand, all das Blut. Wie immer feinere Spritzer nach außen gestrebt waren. Wie wilde Blumen, oder wie ein großer brennender Planet. Seltsam distanzierter Gedanke in den Tiefen ihrer Hirnwindungen. Und der letzte, ehe sie fiel. Wie eine Marionette, der man die Fäden durchtrennt hatte. schnipp schnapp, sank Kitty zu Boden. Und tief, so tief in ihrer Seele schlug etwas die Augen auf. Eine schlafende Prinzessin. Endlich erwacht! Und mit ihr erwachte der Sturm. Ein wütender schwarzer Wind. Er fegte durch die Bodendielen, aus namenloser Tiefe kommend und es war als hebe er das leblose Mädchen mit sich in die Höhe. Sie stand. Sturm umtost. Für den Bruchteil eines Augenblickes starrte sie den Vater mit ausdruckslosem Blick an, ganz so als betrachte sie eine der Kakerlake, welche träge an der Küchenwand hingen. Dann riss die Kleine ihre Hände nach vorn und ließ den Sturm auf das Monster los. Es taumelte zurück, mit einem entsetzten Ausdruck im Gesicht, Lucys Kadaver immer noch in der Hand haltend. Doch was half das schon? Der Wind erreichte alles und jeden, konnte in jede noch so kleine Fuge eindringen. Er erfasste den Vater, hob ihn in die Höhe und schleuderte ihn mit aller Wucht an die gegenüberliegende Wand. `Kitty hör sofort auf damit!' Da lächelte das Mädchen selig und sprach nur ein einz'ges Wort. "Nein.", sagte sie. Das gleiche kleine Wort, das auch Kitty unzählige Male wimmernd ausgestoßen hatte und das nun aus dem Mund der Andern so ganz und gar verändert klang. Nein. Sie würde nicht aufhören. Er sollte das gleiche Ende finden wie Lucy. Feuchtrote Blüten an dreckig grauer Wand. Er hatte es verdient, verdient, verdient. Und als der Körper des Vaters wieder und wieder gegen den rauen Putz der Wand knallte als er schrie, da bekam ihr Lächeln etwas ganz und gar verzücktes. "Ich bin nicht Kitty." Nein. Sie war anders. Die Andere.
    Und vielleicht hätte sie das Monster an diesem Tag getötet, hätte seinen nutzlosen Körper zerschmettert, wenn die Großmutter des Mädchens nicht so geistesgegenwärtig gewesen wäre, das Kind mit einer eisernen Bratpfanne niederzuschlagen.

    Als Kitty später aus ihrer Ohnmacht erwachte, war die Andere fort, ebenso wie die tote Katze. Nur die Tränen, die waren geblieben. Die Tränen und der Schmerz.


    Exodus
    "Mrs. Kitty Murray." Die Art wie er ihren neuen Namen aussprach jagten ihr wohlige Schauder über den Rücken. Ja, dachte sie. Ja Mrs. Kitty Murray. Von jetzt an würde sich alles ändern. Für sie. Für ihre Geschwister. Alles. Ein Lächeln lugte an ihren Mundwinkeln hervor, vorsichtig, witternd, ehe es über ihr Gesichtchen huschte, dieses erhellend. Mäuselächeln nannte Duncan es. Und als er ihr eine blonde Haarsträhne liebevoll hinter ihr rechtes Ohr schob, da kehrte es zurück dies Lächeln, verweilte. Sie waren allein nun, in seinem winz'gen Dachzimmer, in dem nicht mal Platz für ein zweites Bett war. Doch es würde genügen und schon bald würden sie sich eine größere Wohnung suchen, als Mann und Frau. Lichtdurchflutet und sauber sollte sie sein. Ein wunderschöner Traum, welchen sie schon ach so lange hegte. Und Duncan hatte es versprochen. Er hatte ihr so viel versprochen. Bald schon würde er sehr viel Geld verdienen. So viel, dass sie nach ihrer Ausbildung gar nicht als Hebamme würde arbeiten müssen. Ein Häuschen würden sie haben am Stadtrand. Ganz schick. Und einen Haufen Kinder, wenn sie es wollte. Sie hatte dann immer gelacht, glockenhell und froh. Beteuernd, dass sie schon mit so viel weniger zufrieden wäre. Wenn wir nur ein Heim haben, groß genug für Kinder, ein Heim in dem wir lachen und tanzen können.. Das wäre genug. Für immer.

    Tanzen.

    Niemals nicht hätte sie gedacht, dass ihr dies so endlos viel Freude bereitete. Dabei hatte sie beim ersten Mal und auch bei den drei folgenden Malen immer wieder beharrlich den Kopf geschüttelt, als Duncan sie dazu eingeladen hatte. Doch irgendwann hatte sie nachgegeben, hatte sich mit ihm zum Tanz verabredet. Obwohl sie es doch gar nicht konnte. Kein winz'ges bischen. Ständig war sie ihm auf die Füße getreten. Doch er hatte nur gelacht und sie einfach irgendwann hochgehoben, als wiege sie gar nichts, und auf seine Füße gestellt. Und so hatten sie getanzt, an diesem ersten Abend, dem noch weitere folgten. Inzwischen musste sie nicht mehr auf seinen Füßen stehen um mit ihm über das Parkett zu schweben. "Tanz mit mir." Gehauchte Worte, kaum mehr denn ein Wispern im Wind. "Jeder Zeit, Mrs. Murray." Sie nahm es als Versprechen. Ihr Kopf ruhte an seiner Brust während sie sich langsam im Zimmerchen im Kreis drehten. Zur Musik in ihrem Kopf. Rund herum und rund herum, bis sie sich nur noch wiegten. Bis er ihren Kopf anhob, sich zu ihr hinabbeugte und sie küsste. Leidenschaftlich. Begehrlich, voller Verlangen. Waren sie doch nun Mann und Frau.
    Und als Duncan seine Hände über ihren Rücken gleiten ließ, dabei den Reißverschluß ihres schlichten weißen Kleides öffnend, da setzte Kittys Denken aus. Die Zukunft schillernd bunt gemalt, spielte plötzlich keine Rolle mehr. Was zählte war nur das hier und jetzt. Schmerzlich langsam glitt der weiche Stoff von ihren Schultern, zu Boden fallend und dort liegen bleibend.

    Weiß. Mit Spritzern feuchten Rots und rötlichbraunen Schlieren am Saum, dort wo sie mit dem Stoff Caleb das Blut aus dem Gesicht gewischt hatte. Dunkle Muster hatte es auf ihr, zuvor rein weißes, Hochzeitkleid gezaubert. Spritzend, als das Monster, trunken und rasend, den Bruder geschlagen, ihn von ihr fortgezerrt hatte. Und wischend, als sie ohne nachzudenken tat, was sie immer getan hatte. Von jeher.

    Am nächsten Morgen lag ihr Kleid immer noch am Boden, just dort wo es am Abend zuvor zu Boden gefallen war.

    Inzwischen hing es in ihrem Schrank, ganz rechts. Und aus feuchten Rot war trockenes Braun geworden. Schillernd bunte Träume waren längst zerplatz nun, doch das Blut des Bruders war immer noch da.
    Weil Blut anhaftete.

    Für immer und ewig.

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      Harold Minchum
    Geschrieben von: Harold Minchum - 13.10.2021, 14:14 - Forum: Steckbriefe - Keine Antworten

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      Albus Dumbledore
    Geschrieben von: Albus Dumbledore - 13.10.2021, 08:53 - Forum: Steckbriefe - Keine Antworten

    Auch wenn die Lebensgeschichte dieses inzwischen fast 100 Jahre alten Herrn Band um Band füllen könnte, wollen wir Mäßigung üben, zum Wohle aller. Eines steht aber bereits fest: Eine Vielzahl an Geheimnissen wird er einst mit in sein Grab nehmen.

    Kindheit
    Am 23. August 1881 wird Albus als erstes von drei Geschwistern im ländlichen Mould-on-the-Wold geboren, einer kleinen, gemischten Siedlung im Südwesten Englands. Albus stellt sich als ein aufgeweckter, artiger und wissbegieriger Junge heraus. Seinen Eltern bereitet er keinen Kummer, sondern macht sie stolz und jagt ihnen höchstens mit dem einen oder anderen kurzen Schreckmoment - nichts passiert! - Angst ein. Wichtig ist: Er weiß auch ohne Trotzanfälle seinen Willen durchzusetzen.
    Albus lernt schnell und nimmt seine Rolle als ältester Sohn so ernst, wie sie ein Kind eben nehmen kann. Kurzum: Es fehlt ihnen an nichts, also kommt er in den Genuss einer glücklichen Kindheit.
    Wenn Albus seine Nase nicht gerade in ein Buch steckt, ist er mit Nachbarskindern unterwegs, unterhält seine Geschwister mit magischen Kunststücken (Aris Lieblingstrick sind die ‘Glühwürmchen’, Abby mag die ‘Schattenspiele’ am meisten), begleitet seinen Vater bei Erledigungen in die Winkelgasse oder wird von ihm zusammen mit Abby auf andere Ausflüge und zu Besuchen mitgenommen, während Mutter und Ari zuhause bleiben und das Haus hüten. So sind die ‘Männer’ auch an dem Nachmittag außer Haus, als sich diese widerwärtigen Jungen im Garten auf seine Schwester stürzen. Als sie zurückkehren und erfahren, was vorgefallen ist, sind sie alle bestürzt, aber Vater ist völlig außer sich.

    Albus müsste nicht einmal auf der Treppe stehen, um mitzubekommen, was im Erdgeschoss vor sich geht. Sie streiten, etwas, das sie zuvor noch nie getan haben, nicht in dieser Lautstärke, nicht in diesem Tonfall. Vater wird sonst nie laut. Mutter fleht ihn an, nicht zu gehen, es zu lassen, aber er lässt nicht mit sich reden. Schließlich schlägt die Haustür hinter ihm zu, Stille folgt, durchsetzt von Mutters leisem Schluchzen. Ein Seufzen, Schritte und dann blickt Albus in ihre geröteten Augen.

    Seine Kindheit endet, als sein Vater abgeführt wird. Während der Vorfall von der Presse zum Skandal um grausamen Muggelhass aufgebauscht wird, zieht die nun vierköpfige Familie von Mould-on-the-Wold nach Godric’s Hollow. Wenige Wochen später tritt Albus seine Reise nach Hogwarts an, fest entschlossen, nicht nur als der Sohn eines Muggelhassers gesehen zu werden. Er würde seine Familie mit Stolz erfüllen und wenn man den Namen “Dumbledore” nannte, dann seinetwegen.


    Jugend und Schulzeit
    So sei es. Noch bevor sie zur Einteilungszeremonie schreiten, unternimmt Albus einen ersten Schritt gegen den Ruf, der ihm als Kind eines angeblich rassistischen Verbrechers vorauseilt. Er lautet: Zeige Mitgefühl und freunde dich mit dem einsamen und eingeschüchterten Jungen an, der von allen anderen wegen seines pockennarbigen Aussehens wie die Pest gemieden wird.
    Nebenbei lernt er eine wichtige Lektion: Nimm dich der Außenseiter an und du findest Freunde fürs Leben. So zum Beispiel Elphias Doge, mit dem er nach Gryffindor sortiert wird.
    Albus lebt sich schnell ein, knüpft Freundschaften und stürzt sich in seine Studien. Hogwarts mit seiner atemberaubenden Bibliothek und seinen kenntnisreichen Lehrern ist ein Traum und auch wenn Albus seine Familie liebt, sie alle, ist er Jahr für Jahr dankbar, wenn die Sommerferien auf ihr Ende zugehen.
    Als er älter wird, beginnen dem charismatischen, brillanten Löwen Mädchenherzen zuzufliegen wie Spitzennoten, doch nur für eines davon kann er sich begeistern. Sein Fokus gilt in erster Linie seinen akademischen Bestrebungen und seiner Vorbildrolle als Vertrauensschüler und schließlich Schulsprecher.
    Da er merkt, dass er seinen Altersgenossen einiges voraus hat und meint, selbst von seinen Lehrern nur noch wenig lernen zu können, beginnt er auswärts nach Anerkennung zu suchen. In Briefen wendet er sich ohne Scheu an Geistesgrößen wie Bathilda Bagshot und Nicolas Flamel, um seiner Bewunderung für ihre Werke Ausdruck zu verleihen, Fragen zu stellen, die sich durch seine eigenen Amateurversuche in ihren Fachgebieten ergeben haben und ihnen in aller Bescheidenheit seine Überlegungen zu den jeweiligen Themen zu unterbreiten.
    Weder die ZAGs noch die UTZ stellen eine sonderliche Herausforderung für Albus dar und so schließt er 1899 seine Ausbildung in Hogwarts mit “Ohnegleichen” in gleich elf Fächern ab. Die große weite Welt wartet auf ihn, die Koffer sind gepackt und sein guter Freund Elphias und er mehr als bereit, ihre grandiose Studienreise anzutreten. Aber es kommt anders. Nicht nur fallen diese Pläne ins Wasser, ein als magischer Unfall verschleierter Anfall von Ariana kostet ihre Mutter das Leben. Albus muss der Tatsache ins Auge blicken, dass er keine andere Wahl hat, als zähneknirschend die Verantwortung für seine Geschwister zu übernehmen - mit allem, was damit verbunden ist.
    Zwischen Trauer, Wut und Enttäuschung ist jedoch ein Lichtblick erkennbar: Gellert Grindelwald, der zu seiner Großtante Bathilda Bagshot in Godric’s Hollow zieht und damit sein Nachbar wird. Sie werden auf Anhieb Freunde und dann mehr als das. Es fühlt sich an wie Seelenverwandtschaft.
    Auch wenn ihnen im Endeffekt nur ein gemeinsamer Sommer gehörte, nimmt Gellert ein Kapitel für sich ein. Machen wir's kurz: Zwei junge, idealistische Männer verstehen sich als Visionäre, verlieben sich ineinander und in Folge dessen steckt der eine den anderen mit seinen fanatischen Plänen an und bekommt von diesem wiederum seine berühmte Parole “For the Greater Good” geliefert.
    Als Gellert jedoch im Zorn Aberforth - dem es gelungen ist, bei Albus Zweifel an der Sinnhaftigkeit ihrer Pläne zu säen - zu magisch foltern anfängt, fällt es Albus wie Schuppen von den Augen: Gellert ist ein anderer als der, den er zu lieben meint. Um seinen Bruder vor weiterem Schaden zu bewahren, muss Albus sich gegen ihn stellen. Das damalige Duell könnte vielleicht dem ein oder anderen aus Godric’s Hollow im Gedächtnis geblieben sein. In Albus’ Erinnerungen hat es sich gebrannt, weil er an diesem Tag nicht nur eine, sondern zwei Personen verlor, die er in sein Herz geschlossen hatte: Gellert flieht und Ariana liegt leblos am Boden. Den Tod der einen kann er nicht rückgängig machen, den anderen kann er nicht von seiner Flucht abhalten. Albus hat versagt.

    “Ein Unglück? Ein Unglück?!,” zetert Aberforth. Nachdem er vorgetreten ist, um ein paar Worte zu äußern, kommt er kaum über das händeringende Räuspern hinaus, bis sich Aberforth wutentbrannt auf ihn stürzt und mit seinen Fäusten zu bearbeiten beginnt. Albus wehrt sich nicht. Er ist schuld, er verdient es, er verdient allen Schmerz der Welt. Als sein Bruder von ihm gezogen wird, bleibt Albus liegen. Ihm stehen nicht nur wegen seiner gebrochenen Nase Tränen in den Augen.

    Mit gebrochenem Herzen beschließt er, der Einladung der Flamels nach Paris zu folgen, um Aberforth Raum zu geben und andernorts Abstand zu den Geschehnissen zu gewinnen. Auf die tragischen Ereignisse im Jahr 1899 folgend widmete sich Albus ab September 1900 unter den Fittichen des berühmten Nicolas Flamel alchemistischen Studien in Paris, wo er unter anderem die 12 Verwendungszwecke für Drachenblut entdeckte, für die er sich als junger Mann einiges an Bekanntheit sicherte.
    Seine Zukunft sah er jedoch nicht in der Forschung, sondern in der Lehre und so führte ihn sein Weg wieder nach Hogwarts.

    Hogwarts, hoggy, hoggy Hogwarts
    Es verstreichen ein paar Jahre, in denen Albus versucht, mit seiner Trauer produktiv umzugehen. In diesem selbst gewählten Exil wird ihm klar, dass er, um der Versuchung der Macht zu widerstehen und auch, um seinem Gewissen zu genügen, sich eine andere Aufgabe suchen muss.
    Im Alter von 26 Jahren kehrt er mit Fawkes an seiner Seite nach Großbritannien zurück, um in Hogwarts zu unterrichten. Nicht zuletzt durch seinen kürzlich geernteten Ruhm hat er den damaligen Schulleiter Phineas Nigellus Black davon überzeugen können, ihn trotz seiner Jugend als Professor für Verteidigung gegen die Dunklen Künste einzustellen. Ein Posten, den er bis 1927 innehat, ehe er Kopf der Fakultät für Verwandlung wird.
    Während Grindelwald an seinem Aufstieg als dunkler Lord arbeitet, setzt sich Dumbledore damit auseinander, Kinder und Jugendliche auf die Zukunft vorzubereiten und ihnen Werkzeuge und Strategien an die Hand zu geben, die ihnen dabei helfen werden, trotz etwaiger Gefahren ihren Weg zu finden. Professor Dumbledore geht in seinem Beruf als Lehrer auf. Denn auch wenn er es will, so kann er nicht gegen Gellert agieren - bis es sich 1945 nicht mehr vermeiden lässt und er ihn eigenhändig in einem als spektakulär gefeierten Jahrhundertduell zu Fall bringt. Dafür verleiht ihm das Zaubereiministerium den Orden des Merlin, 1. Klasse - der Ritterschlag der magischen Welt.
    Bis dahin plagen ihn noch andere Sorgen. So etwa die Tatsache, dass im Schuljahr 1942/43 die Kammer des Schreckens geöffnet wird und ein Todesopfer fordert. Schulleiter Armando Dippet, dem Albus stets mit Rat und Tat zur Seite steht, genügt das Wort von Tom Riddle - Parselmund mit manipulativer, grausamer Ader - um den Halbriesen Rubeus Hagrid als Verursacher dieses Albtraums festzunageln. Nach seinem Schulverweis mögen die Angriffe aufhören, aber Albus hat seinen eigenen Verdacht. Mangels Beweisen zieht er es jedoch vor, ihn für sich zu behalten, zumal ihm bewusst ist, wie sehr der Vertrauensschüler Armando für sich einnehmen konnte. Immerhin kann er Dippet davon überzeugen, den Sündenbock als Wildhüter anzustellen, indem er an sein Mitgefühl appelliert. Wenige Jahre später hat er ebenfalls einen weiteren kleinen Erfolg zu verzeichnen: Er kann Dippet davon abhalten, Riddle eine Stelle als VgdDk-Lehrer zu überlassen. Albus weiß: Ein solcher Charakter in dieser Position würde nur Übles anrichten. Nach 1945 muss sich die magische Welt von den Schrecken und der Zerstörung erholen, den Grindelwald mit seinen Anhängern über sie gebracht hat und auch wenn Albus wegen seiner Lehrtätigkeit in Hogwarts nicht an vorderster Front dabei ist, um die Scherben aufzusammeln und zusammensetzen, so bringt er sich ein, indem er sich der Internationalen Vereinigung der Zauberer als Advokat für Toleranz, Nächstenliebe und Zusammenhalt anschließt und innerhalb des Zaubergamot als Großmeister eine kontrollierende und leitende Funktion einnimmt. An mehr hat er kein Interesse, so auch nicht am Amt des Zaubereiministers, das ihm nun schon mehrmals angeboten wurde.
    1966 folgt Albus ins das Amt des Schulleiters. An Dippet konnte er jahrzehntelang beobachten, wie man in dieser Rolle gute Arbeit leistet, nun ist er an der Reihe, sein Werk fortzusetzen. Zu einer seiner ersten Amtshandlungen gehört es etwa, körperliche Züchtigungen abzuschaffen und den Squib Argus Filch als neuen Hausmeister einzustellen.
    Kein Jahr später sucht Tom Riddle, inzwischen in einem wesentlich reiferen Alter und etwas blass um die Nase, Hogwarts auf, um sich erneut auf eine Stelle als VgdDK-Lehrers zu bewerben. Doch machen uns nichts vor. Inzwischen hat sich Tom nicht nur einen neuen Namen zugelegt, er hat auch weitaus ambitioniertere Pläne als Lehrer zu spielen. Weil ihm schon damals Böses schwante, hat Albus sein Schaffen und Wirken seit seinem Schulabschluss weiterhin beobachtet. Was uns zum nächsten Punkt bringt.

    Seit Anfang der 1970er hat er hinter den Kulissen sein eigenes Projekt, dem Orden des Phönix, ins Leben gerufen, mit dem er Voldemort und seinen Lakaien die Stirn bietet.

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