Wir sind ein sehr düsteres Marauder Forum mit Fokus auf den Dunklen Krieg 1978. Außerdem wollen wir das HP-Universum nach und nach um weitere phantastische Elemente (vor allem der britischen Mythologie) bereichern. Du bist bei uns richtig, wenn du düster magst und GB in den 70ern kennenlernen willst.
Gesuche
Deal ist Deal Du bist im wahrsten Sinne ein Urgestein des Ministeriums und doch jemand, der dort offensichtlich keinen Einfluss genießt. Egal, denn als Fae verfolgst du ganz andere Ziele!
Die Strafpatrouille hält den Laden am Laufen Im Krieg mögen vielleicht die Auroren die meisten Lorbeeren einheimsen, den Großteil der anstehenden Ermittlungsarbeit sowie der Koordination verschiedener Abteilungen übernimmt jedoch die Strafpatrouille. Mit Abstand die größte Einheit der Strafverfolgung, kümmert sie sich um alles, was keine Schwarzmagier betrifft und nicht gleich nach „Hilfe, der Weltuntergang steht bevor!“ schreit – also um so ziemlich alles.
Fae ist ein Sammelbegriff für Wesen der Anderwelt (die laut einigen Muggelmythen "unter den Hügeln", oder auch am Grund des Meeres liegt). Es handelt sich keinesfalls um vollkommen einheitliche Wesen, denn die einen sehen menschlicher, die anderen anders aus und auch ihr Verhalten kann nicht allgemein erklärt werden. Der magischen Gesellschaft bekannt und definitiv Teil der irdischen Welt sind die niederen Fae, jene Wesen, deren Altersspanne sich nicht allzu sehr von Magiern unterscheidet und die sich ihrerseits großteils gar nicht mehr an ihre Ursprünge in der Anderwelt erinnern.
Niedere Fae können einen Zauberstab benutzen und mit ihm gebündelte Magie wie ein gewöhnlicher Zauberer nutzen. Daher gibt es sogar ein eigenes Gesetz, das es Hauselfen verbietet einen Zauberstab zu nutzen. Auch andere Fae können Zauberstäbe nicht einfach so erwerben. Halb- oder Viertelwesen dieser Art, egal ob nun mit Zauberer- oder Muggelblut vermischt, sind stets magisch begabt.
VEELA
Veelas haben weißblonde Haare und auch Halb- oder Viertelveelas erben diese Eigenschaft, wenn sie über den übernatürlichen Charme ihrer Verwandtschaft verfügen. Ergo darfst du bei uns gern vollwertige Veelas oder ihre Abstufungen spielen, sofern die Avatarperson hellhaarig bleibt (rote oder "erdbeerfarbene" Haare sind in Ordnung).
Wenn sie wollen (bei jungen Veelas auch vollkommen unabsichtlich) ziehen sie Menschen so sehr in ihren Bann, dass sie die absurdesten Anstrengungen unternehmen, um ihnen zu gefallen. Angeblich sind es nur Männer, die dem nicht widerstehen können, aber wer genau hinsieht wird feststellen, dass es einfach etwas mit der sexuellen Ausrichtung zu tun hat. Beispielsweise sind homosexuelle Männer gegen sie ebenso immun wie bisexuelle Menschen oder homosexuelle Frauen es wiederum nicht sind. Die Menschen müssen dazu nicht wissen, wovon sie sich angezogen fühlen.
Vollwertige Veelas sind grundsätzlich weiblich. Sie sind angeblich leibhaftig gewordene Windgeister, die aus den Seelen von Frauen entstehen, die vor ihrer Hochzeit starben. So ganz genau weiß man es aber eigentlich nicht. Fest steht, dass Halbveelas durchaus auch männlich sein können (und dann wiederum angeblich vor allem das weibliche Geschlecht in Beschlag nehmen).
Wütende Veelas verwandeln sich in geierartige Kreaturen, die mit Feuerbällen (eine Art zauberstabloser Magie) um sich werfen. Ihre Abkömmlinge erben diese Eigenschaft mal mehr, mal weniger. Das wird im Punkt ‘Besonderheiten’ bitte genau beschrieben.
Der Anziehungskraft einer Veela kann man sich nur entziehen, wenn man sie weder ansieht noch sie hört. Bespielte Veelas dürfen ihre Fähigkeit im Inplay auch ohne Absprache einsetzen, natürlich darf man sich aber von einem NPC retten lassen! Wie immer gilt: spielt miteinander, nicht gegeneinander!
Die Muggel liegen bei ihren Mythen über Vampire eigentlich ganz richtig: diese Wesen sind ziemlich gefährlich und dennoch werden sie als Zauberwesen geführt, dürfen am politischen Dialog des Ministeriums teilhaben und sind damit Teil der Zauberergesellschaft. Gleichzeitig trinken sie aber Blut (bevorzugt von Menschen, angeblich schmeckt magisches besonders gut) und verfallen in einen Blutrausch, wenn sie zu lange keinen Nachschub bekommen.
Im Schulfach Verteidigung gegen die Dunklen Künste lernt man sich gegen sie zu verteidigen. Knoblauch und Kruzifixe gehören dem Aberglauben an, während Feuer und ein ordentlicher hölzerner Pflock durchs Herz, oder eine Enthauptung echten Schaden, bzw. die Vernichtung herbeiführen können. Auch können Vampire tatsächlich kein Haus ohne Einladung betreten. Auch ein wohlplatzierter Patronus-Zauber erwischt diese Kreaturen am falschen Fuß: diese Form der Weißmagie vertreibt Vampire zuverlässig.
Unterwegs sind diese Wesen in der Nacht und sind für gewöhnlich nicht so einfach von normalen Menschen zu unterscheiden. Selbst ihre Zähne fahren nur zur Nahrunsaufnahme aus. Sie können sich schneller als für das menschliche Auge wahrnehmbar bewegen, sind stärker und ausdauernder. Sie spüren Magie um sich herum, können ähnlich einer Veela betören und Legilimentik zur Manipulation anwenden (allerdings keine Gedanken lesen) - was natürlich von Okklumentikern abgewehrt werden kann. Mit gewöhnlichen Waffen ist ihnen dank ihrer regenerativen Fähigkeiten nicht beizukommen. Und all diese Fähigkeiten werden mit zunehmenden Alter stärker. Auch wenn die Sonne sie nicht umzubringen vermag, ist es ihnen schlicht unmöglich zu dieser Tageszeit unterwegs zu sein - sie fühlen sich dann einfach sehr schwach. Man möchte ihnen auf keinen Fall im Dunkeln begegnen. Ohne ordentliche Bannzauber wird man von ihnen leicht überwältigt.
Werwölfe sind gegen die Gaben und den Biss der Vampire immun - und umgekehrt. Die Beziehung der Wesen hat sich im Lauf der Geschichte immer wieder verändert, aktuell scheinen beide Fraktionen sich auf die Seite Lord Voldemorts zu schlagen.
Der Biss eines Vampirs ist an sich weder tödlich noch verwandelt er das Gegenüber. Für die Wandlung muss der Mensch außerdem auch Blut vom Vampir zu sich nehmen, was unter Vampiren als Geschenk gilt. Dabei wird ein Band zum Schöpfer geschaffen, der seinen Zögling daraufhin in die Vampirgesellschaft einführt. "Wildwüchse" werden von den Vampiren selbst verfolgt und ausgelöscht, da sie das fragile Band zwischen Vampiren und Zauberern gefährden könnten.
Andere würden ja sagen, es ist ein ähnlich grausames Virus wie das der Werwölfe, allerdings eins, das diese Wesen zu halben Inferi macht. Nicht mehr richtig lebendig, aber auch nicht gänzlich tot. Gruselig!
Vampirblut wirkt auf Menschen berauschend und besitzt Heilkräfte, macht den konsumierenden für eine Zeit lang etwas stärker und schneller. Für Zaubertränke hat ihr Blut daher durchaus Bedeutung, was für die Beziehung zwischen Magiern und Vampiren nicht sehr zuträglich ist. Allerdings macht der häufige Konsum auch abhängig
Obwohl Teil der magischen Gesellschaft (und hey, sogar im Honigtopf werden Leckereien extra für die Blutsauger verkauft!), gibt es aber auch ein Büro in der Ministeriumsabteilung zur Führung und Aufsicht magischer Geschöpfe, die sich auf die Vampirjagd spezialisiert hat. Vampire, die Menschen (regelmäßig) töten oder anderweitig als hohes Risiko eingestuft werden, landen auf deren Fahndungsliste. Auch Vampirjagd-Gesellschaften waren vor allem in den frühen Jahrzehnten des Jahrhunderts en vogue und sind nach wie vor nicht verboten.
Der Verein für mehr Toleranz gegenüber Vampiren versucht dem natürlich entgegenzuwirken, aber in der aktuellen Situation (es heißt die Vampire hätten sich mit Voldemort verbündet!) wird doch zumeist erst getötet und dann die ... Fragen gestellt. Zwischen 1300 und 1400 wurde im Rahmen der sogenannten 'Säuberung' sogar nahezu jeder britische Vampir ausgelöscht. Die verbliebenen Blutsauger organisierten sich in einem Ahnenrat, der bis heute besteht und versucht dafür zu sorgen, weitere 'Säuberungen' durch Regulationen zu verhindern.
Du kannst bei uns sehr gern einen Vampir erstellen. Bitte achte dann darauf, dass du Szenen nur in den Nachtstunden erstellen darfst! Zu tun gibt es nach Sonnenuntergang aber auch noch genug. Halbvampire gibt es bei uns nicht.
Allgemeines / Zusammenleben
Selkies - oder in Irland auch Roane genannt - sind Robbenmenschen, die hauptsächlich im Meer um die Orkney- und Shetland-Inseln in Schottland, der schottischen Westküste und an den Küsten Islands und Irlands vorkommen. Sie leben in festen Gemeinschaften, sogenannten Kolonien, die von einer weiblichen Selkie angeführt werden. Vor allen Dingen weibliche Selkies bleiben zeitlebens mit ihren Müttern, Tanten und Schwestern zusammen. Es existieren sehr enge familiäre Bande. Männliche junge Selkies hingegen schließen sich häufig zu sogenannten Junggesellenverbänden zusammen und ziehen umher. Die magischen Wesen leben abgeschieden und suchen keinen Kontakt zu Menschen. Dennoch kam und kommt es, gerade auf Grund von Umweltzerstörung und dem massiven Eindringen der Menschen in ihren Lebensraum, immer wieder zu Begegnungen sowohl mit Hexen und Zauberern als auch mit Muggeln, so dass Selkies selbst in deren Geschichten vorkommen.
Im Gegensatz zu Robben können Selkies unter Wasser auf Meerisch sprechen. Diese Sprache wird von allen unter Wasser lebenden Geschöpfen verstanden - auch wenn die meisten Wesen nicht darauf antworten können.
Manchmal sagt man ihnen ein übernatürliches Sprachtalent nach. Magisch ist an der Mehrsprachigkeit der Selkies gar nichts, aber durch den Austausch der Kolonien untereinander und spätestens mit dem Antritt der Pubertät und nächtlichen Ausflügen an den Strand, spielt Sprache für Selkies eine große Rolle. Für gewöhnlich beherrschen Selkies neben ihrem Heimatdialekt (z.B. Englisch, oder Irisch) auch Sprachen von zumindest angrenzenden Kolonien. Besonders interessierte Selkies können so allein im Umgang mit anderen ihrer Art von den Sprachen der britischen Inseln einmal abgesehen, auch isländisch lernen.
In menschlicher Gestalt haben es Selkies vielleicht auch aufgrund der traditionellen Mehrsprachigkeit einfacher, neue Sprachen zu erlernen.
Verwandlung
Robbenmenschen können ihre Gestalt zwischen Robbe und Mensch wechseln. Der Wechsel geht nicht jederzeit, sondern ist an die Anwesenheit des Mondes gekoppelt. Nur in der Zeit zwischen Mondauf- und Untergang können Selkies, die an Land kommen ihr Fell abstreifen und ihre menschliche Gestalt annehmen. Auch für die Rückverwandlung in ihre Robbengestalt benötigen die Selkies neben ihrem Fell und Meerwasser ebenfalls den Mond. Diese Abhängigkeit vom Mond führt bei den Robbenmenschen zu einer Verehrung des Mondes als eine Art göttlichen Vater, während das Meer als Muttergöttin geehrt wird. Gerade in Vollmondnächten versammeln sich Selkies am Strand, um zu tanzen. Man bezeichnet sie daher oft auch als ‚mondsüchtig‘. Selkies, die im Besitz ihres Felles sind, verwandeln sich zu Mondzeiten automatisch beim Wechsel zwischen Land und Wasser.
Ein dauerhaftes, komplettes Leben an Land ist Robbenmenschen nicht möglich, da ihre Haut ohne Kontakt zu Meerwasser austrocknet und abblättert, was im extremsten Fall zum Tod eines Selkies führen kann.
Die Haut beginnt sich nach etwa einem Mondzyklus abzublättern, ein unangenehmes Jucken ist aber schon nach einem halben Mondzyklus verspürbar. Eine Selkie braucht Meerwasser für die Erhaltung ihrer Haut, kann einen Besuch des Meeres aber auch umgehen, indem sie Bäder mit (viel) Meersalz nimmt, welches zum Beispiel in Drogeriegeschäften der Muggel zu erstehen ist.
Man sagt über Robbenmenschen, dass sie egal in welchem Element sie sich befinden, sich immer nach dem andern sehnen. Sprich: lebt ein Selkie im Meer, zieht es ihn an Land, lebt er jedoch an Land, verspürt er eine unglaubliche Sehnsucht nach den blauen Tiefen des Ozeans. Gerade bei erzwungenermaßen als Menschen lebenden Selkies kann das zu einer Art Melancholie führen.
Umgang mit Menschen
Selkies, die an Land kommen, pflegen ihre abgestreiften Robbenfelle gut zu verstecken, da Menschen, die in den Besitz eines Felles gelangen, die Kontrolle über die jeweilige Selkie erhalten. Diese muss dem Menschen dann folgen, bei ihm bleiben und tun, was er verlangt. Da Robbenmenschen an sich friedfertig sind, suchen diese dann zwar intensiv nach ihren Fellen, gerade wenn die Sehnsucht nach dem Meer gegen Neumond übermächtig wird, jedoch werden sie gegenüber Menschen nie gewalttätig oder grausam. Bei Menschen entsteht der Wunsch nach dem Besitz eines Selkiefelles, durch das Beobachten der nächtlichen Tänze, da der Tanz der Selkies auf Menschen eine extrem betörende Wirkung hat. Diese Wirkung lässt jedoch mit dem Ende des Tanzes wieder nach und erlischt mit dem Monduntergang völlig. Menschen, die dem Tanz verfallen, aber an kein Fell gelangen können, laufen Gefahr, den ins Meer zurückweichenden Selkies in blinder Liebe zu folgen und zu ertrinken. Da Robbenmenschen nicht gezielt nach dem Tod von Menschen streben, soll es auch schon vorgekommen sein, dass Selkies Menschen zurück an den Strand gebracht haben. Die meisten jedoch kümmern sich nicht um diese Männer, sondern lassen sie aus Gleichgültigkeit heraus ertrinken.
Manche Selkiefrauen, die allgemein als außerordentlich schön beschrieben werden, verlieben sich in einen Menschen, da sie von dem für Selkies unbekannten Modell monogamer Beziehungen und Familie angezogen werden. Auch kann es bei geraubten, durch Fellbesitz in eine Beziehung gezwungenen Selkie zu einer auf dem Stockholmsyndrom beruhenden Liebe zu ihren Partnern kommen. Häufig ist es aber auch so, dass Selkiefrauen als untreu wahrgenommen werden, da sie ihr Selkieverhalten auch in Menschengestalt nicht ablegen und beispielsweiße dem stärkeren einer Kneipenschlägerei folgen.
Menschen, die ein Selkiefell rauben, verfallen oft den Tänzen der Robbenmenschen, entwickeln regelrecht eine Art Sucht und leiden unter Entzugserscheinungen, sobald die Selkie ihr Fell zurückerlangt und ins Meer flüchtet.
Auch wenn Selkies als grundsätzlich sanft und gegenüber ihren Fellbesitzern als folgsam gelten, so fallen sie doch meist durch nicht menschliche Moralvorstellungen auf. Berichtet wird in der Regel nur über den Raub und die Gefangenschaft weiblicher Selkies. Es ist kein Fall dokumentiert, in dem männlichen Selkies das Fell geraubt wurde, die als ungewöhnlich kräftig und furchtlos gelten, außerhalb der Paarungszeit sowie untereinander jedoch nicht gewalttätig. Berichtet wird von Liebesnächten am Strand zwischen Selkiemännern und Menschenfrauen.
Halbselkies werden mit Schwimmhäuten zwischen den Fingern und Zehen geboren, haben aber grundsätzlich eine menschliche Gestalt und können sich nicht in Robben verwandeln. Sie sind jedoch, genau wie ihre Mütter in ihrer Menschengestalt, hervorragende Schwimmer. Sie können bis zu einer halben Stunde unter Wasser die Luft anhalten. Auch scheint ihr Geruchssinn ausgeprägter zu sein als bei einem normalen Menschen und mehr dem eines Selkies in Menschengestalt zu gleichen.
Ernährung
Selkies sind Meeresraubtiere, sie jagen Fische, Krebse und Schalentiere, sowie gelegentlich kleine Meeressäuger. Fisch ist dabei, unabhängig von ihrer aktuellen Gestalt, ihr Hauptnahrungsmittel. Auch in menschlicher Gestalt wird dieser bevorzugt roh, teilweise noch lebend, verzehrt. Unabhängig von den Vorlieben besteht bei Selkies häufig eine Unverträglichkeit gegen Lebensmittel, die nicht aus dem Meer stammen. Wobei Süßwasserfische und Krebse meist vertragen werden. Sie sind laktoseintolerant und sollten Milchprodukte vermeiden, Getreide führt bei häufigem Konsum ebenfalls zu Verdauungsbeschwerden.
Lebensbedingungen
Die Lebenserwartung der Robbenmenschen ist in etwa mit der von Menschen vergleichbar und liegt irgendwo zwischen den für Muggel und Magiern angegebenen Werten. Weibliche Selkies können ca. alle vier Jahre Nachwuchs in Form eines Heulers bekommen. Mehrlingsgeburten sind eine Seltenheit. Die männlichen Selkies kämpfen um die Frauen, da das Recht auf Paarung allein den stärksten Selkiemännern obliegt. Diese paaren sich dann mit allen empfängnisbereiten weiblichen Selkies einer Kolonie. Monogame Beziehungen, bzw. Beziehungen aus Liebe, sind Selkies unbekannt. Die jährliche Paarungszeit liegt im Sommer, die Tragzeit beträgt 10 Monate. Während dieser Zeit versuchen die schwangeren Selkies, den Wechsel ihrer Gestalt zu vermeiden, da dadurch das Ungeborene Schaden nehmen kann. In den ersten Monaten führt dies häufig zu Fehlgeburten, am Ende einer Schwangerschaft besteht die Gefahr, dass das Junge eine Mischung aus menschlicher und Robbengestalt annimmt, was dazu führt, dass es nicht lebensfähig ist und bei der Geburt verstirbt. Zum Gebären gehen Selkies an Land, suchen während der Abwesenheit des Mondes Sandbänke oder flache Küstengebiete auf. Dort verbleiben die Heuler auch die erste Zeit, da ihr juveniles Fell noch nicht wasserdicht ist, sie also noch nicht schwimmen können.
Ihre Wandlungsfähigkeit erlangen junge Selkies übrigens erst mit dem 11. bis 14. Lebensjahr. In den folgenden Jahren betreten sie das Land niemals alleine, sondern stets in Begleitung ihrer Kolonie und erlernen das Gehen auf zwei Beinen, sowie die Tänze. Bis etwa zum 8. Lebensjahr genießen die Heuler ihre Kinderstube. Während dieser Zeit werden sie von ihren Müttern und den anderen Frauen der Kolonie versorgt. Erst nach erfolgreichem Erlernen der Tänze gelten sie als selbstständige Mitglieder der Gesellschaft.
Mit Einsetzen der Geschlechtsreife zwischen 17 und 20 Jahren tragen Selkies oft bereits ihre ersten Kinder aus. Die ersten Schwangerschaften sind meist Fehlgeburten, weil der Drang an Land zu gehen für die jungen Selkies noch besonders mächtig ist.
Viele Kolonien praktizieren eine Tradition, die dem Amishen "Rumspringa" ähnelt: Junge Selkies gehen für eine begrenzte Zeit, die zwischen wenigen Monaten und Jahren liegt an Land, um unter den Menschen zu leben. Die meisten Selkies entscheiden sich danach trotz allem für ein Leben in ihrer Kolonie.
Die Aufzucht der Jungen obliegt allein den Frauen, die diesen auch das Jagen beibringen. Die Säuglingssterblichkeit ist bei Selkies sehr hoch, was zum einen daran liegt, dass Aufzuchtplätze durch den Menschen zunehmend zerstört werden oder gefährdet sind, zum andern fallen viele Junge auch marinen Räubern, allen voran Haien und Orcas, zum Opfer. In den letzten Jahrzehnten ließ sich zunehmend ein weiteres Problem beobachten. Durch die hohe Schadstoffbelastung und die zunehmende Verschmutzung der Meere nimmt die Zeugungsfähigkeit der männlichen Selkies immer weiter ab, da die Spermien an Qualität verlieren. Die Selkiebestände sind daher rückläufig.
Robbenmenschen bestatten ihre Toten in Unterwassergrotten und schmücken diese mit Muscheln. Stirbt ein Selkie in Menschengestalt, kann der Körper der See übergeben werden und er verwandelt sich zurück in eine quicklebendige Robbe, die sich zeitlebens allerdings nicht mehr in einen Menschen verwandeln wird.
Magische Begabung
Selkies sind geringfügig magisch begabt, jedoch wirken sie ihre Magie rein durch Tänze und durch die Selbsttransformation.
Sie können sich bei Mondschein in einen Menschen, oder zurück verwandeln. Je voller der Mond, umso größer der Drang an Land zu sein. Je näher der Neumond rückt, umso mehr zieht es die Selkies ins Meer. Eine Verwandlung ist bei Neumond, oder dem Zeitpunkt einer Mondfinsternis nicht möglich. Ein bewölkter Himmel beeinträchtigt die Wandlungsfähigkeit nicht.
Selkies, die ihr Fell ablegen, verstecken dieses für gewöhnlich am Strand. Da es zwar weich ist, aber optisch perfekt zu kleineren Felsen am Strand passt, werden Felle selten zufällig gefunden.
Neben dem Mondtanz, der eine betörende, suchterzeugende Wirkung auf Menschen hat und eigentlich eine Anbetung des Mondes darstellt, sind noch weitere Tänze beschrieben: Allen voran Heil- und Jagdtänze. Letztere locken Fischschwärme in das Jagdgebiet der Robbenmenschen, erstere beeinflussen das Wetter (Stürme, Nebel, Unterwetter) und reinigen See, beziehungsweiße heilen Lebewesen im Wasser.
Grundsätzlich gilt, dass die Wirkung der Tänze mit der Zahl der gemeinsam tanzenden Selkies steigt. Nur in der Gruppe entfaltet die Selkiemagie ihre ganze Macht.
Stirbt eine Selkie in Menschengestalt, kann der Körper der See zurückgegeben werden. Sie wandelt sich dann in eine quicklebendige Robbe, die sich allerdings niemals wieder in einen Menschen verwandeln wird.
Werwölfe verwandeln sich einmal im Monat - zu Vollmond - in furchterregende Wölfe, die sich auf die Jagd nach allem Lebenden begeben. Die Wandlung ist dabei von starken Schmerzen begleitet, wobei es angeblich nicht so sehr weh tut, wenn man den Wolf in sich umarmt und ihn als Teil seines Wesens annimmt. Werwölfe sind Wölfe, die allerdings etwas größer und kräftiger ausfallen. Bei genauerer Betrachung ist die Schnauze etwas kürzer als bei einem gewöhnlichen Wolf, die Augen haben kleinere Pupillen und die Iris behält die Farbe des menschlichen Ichs. Zudem fällt die Rute etwas buschiger aus. Unumstritten ist jedenfalls, dass ihr Verhalten weitaus aggressiver ist und sie Menschen als ihre bevorzugte Beute betrachten. Genauer gesagt schmecken Muggel sogar am Besten, überleben nichtmagische Menschen Angriffe meistens auch aus diesem Grund nicht. Zauberer und Hexen wiederum sind zwar ebenfalls Beute, wirken aber häufig sogar unbewusst eine magische Abwehr, sodass der Werwolf ablässt und sie - nun ebenfalls infiziert - zurücklässt.
Werwölfe jagen mitunter auch durchaus im Rudel. Treffen sie allerdings auf Werwölfe, die nicht zum eigenen Rudel gehören, richtet sich die Aggression auch durchaus gegeneinander und kann in blutigen und mitunter tödlichen Kämpfen enden. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert gab es aus diesem Grund gar einen Verein, der Käfigkämpfe von gefangen gehaltenen Wölfen organisierte - ganz zur Unterhaltung der magischen Gesellschaft.
Bis heute besteht zu diesem Zweck eine Arena für Werwolf-Kämpfe, die im Besitz der Familie Rowle ist und sich in Corris (Wales) befindet. Sie wird vom Ministerium nicht nur offiziell geduldet, sondern auch genutzt, denn die unterirdischen Zellen bieten eine Möglichkeit zur dauerhaften Verwahrung auffällig gewordener Werwölfe.
Werwolf zu sein, bedeutet in der magischen Gesellschaft zu den absoluten Außenseitern ohne großartige Jobchancen zu gehören, misstrauisch beäugt zu werden und als Sündenbock herhalten zu müssen, wenn irgendwo etwas schief läuft. Neben einem Büro zur Unterstützung von Werwölfen gibt es im Ministerium gleich mehrere Abteilungen, die sich mit der Registrierung, Kontrolle und dem Einfangen der Kreaturen beschäftigen.
Schon immer hatten es Werwölfe nicht leicht. Seit sich Fenrir Greyback mit seinem Rudel ganz offiziell dem dunklen Lord angeschlossen hat, wird man besser nicht als Werwolf erkannt. Kann gut sein, dass man dann auf mysteriöse Art auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Die Ausgrenzung und systematische Benachteiligung von Werwölfen drängt viele Betroffene allerdings in die ihnen nachgesagte Kriminalität - was bleibt ihnen auch anderes übrig?
Damocles Belby forscht an einem Werheiltrank, der angeblich ordentliche Fortschritte macht. Über die Situation in seinen Laboratorien ist nicht viel bekannt. Viele eigentlich friedliche Werwölfe hoffen darauf, dass in den nächsten Jahren ein Heilmittel entwickelt sein wird.
Wird ein Mitglied einer reinblütigen Familie gebissen, wird das entweder vertuscht (in der Hoffnung auf baldige Heilung) oder derjenige aus dem Familienstammbaum entfernt und verbannt.
Die Wunden eines Werwolfs sind verflucht und werden niemals gänzlich verheilen. Spätestens an der Bisswunde sind Werwölfe also recht einfach zu erkennen.
Beißt oder kratzt ein Werwolf außerhalb des Vollmonds, wird das Opfer nicht infiziert. Dennoch handelt es sich um eine verfluchte Wunde, die trotz magischer Behandlung niemals vollständig verheilen wird. Zur Heilung verwendet man eine Diptam-Mischung mit pulverisiertem Silber - dieses hat auf Werwölfe keine Schadenswirkung.
Wie stark sichtbar die Wunde bleibt und ob das Opfer danach teils wölfische Avancen entwickelt, wie der Genuss von möglichst rohem Fleisch, oder Aggressivität rund um den Vollmond, hängt vom verantwortlichen Werwolf ab. Je mehr ein Werwolf sich als solcher identifiziert, umso stärker sind auch diese übertragenen Nebenwirkungen. Verantwortliche Werwölfe, die ihre wölfische Seite eher ablehnen, übertragen entsprechend wenig dieser Nebenwirkungen abseits des Vollmondes.
Die Verwandlung in einen Werwolf führt bei Schwangeren immer zu einer Fehlgeburt - das Wissen darüber ist aber nicht sonderlich verbreitet und schon gar nicht klar erforscht. Meist werden Schwangerschaften kaum bemerkt, da der Zeitraum zwischen den Verwandlungen zu kurz ist.
Werwölfe genießen gegenüber ihren Mitmenschen aber auch ein paar Vorteile. Sie haben geschärfte Sinne, nehmen Mimik, Gestik und Gerüche viel intensiver wahr, besonders dann, wenn es auf Vollmond zugeht. Rund um den Vollmond erkennen sie einander gegenseitig daher selbst in menschlicher Gestalt Sie sind zäh - heilen schneller als normale Menschen, spüren die Kälte nicht so sehr und sind quasi unmöglich betrunken zu bekommen. Dafür strengt sie die Verwandlung in einen Wolf so sehr an, dass sie auch zwei bis drei Tage nach dem vollen Mond grippeähnliche Symptome aufweisen. Wie stark sie davon beeinträchtigt werden, ist sehr individuell.
Möchtest du einen Werwolf spielen, sei dir bewusst, dass du im Ingame extrem diskriminiert werden wirst. Werwölfe haben sich momentan einmal im Monat im Ministerium zu melden. Jeder der fern bleibt, landet auf der Fahndungsliste und wird automatisch zu Voldemorts Schergen gezählt. Dass das Büro nur am Vormittag wochentags offen hat und damit die Ausübung eines Berufs noch komplizierter macht, ist der Bürokratiemaschine des Ministeriums egal. Es geht schließlich darum, für die Sicherheit der breiten Bevölkerung zu garantieren.
Bitte erzähle uns unter ‘Besonderheiten’, wie dein Charakter die Ausgrenzung erlebt, wie er mit seinem inneren Wolf klar kommt und wann und unter welchen Umständen er gebissen wurde - was das mit seiner Familie gemacht hat.
Also, wo fange ich an. Ich bin Mairead und 15 Jahre alt. Aber je nachdem wie ich mich anziehe, und so kann ich auch jünger oder älter ausschauen. Kommt ganz darauf an, was ich vorhabe. Wenn ich zuhause bin, liebe ich es lange Kleider die wie aus einem anderen Jahrhundert kommend aussehen anzuziehen, irgendwo bin ich halt doch eine Hexe. Aber ich kann mich auch wunderbar in der Muggelwelt anpassen, ich bin ja oft genug da. Oh, und mein Spitzname ist Mae, oder auch manchmal Re. Aber vielleicht sollte ich einfach mal am Anfang anfangen.
Ich bin die Tochter unseres Sippenführers. Eigentlich wurde ich wie viele meiner Geschwister kein leibliches Kind, aber das ist ein Geheimnis. Wir sind trotzdem eine Familie und ich liebe sie alle. Ich weiß nicht wer meine wahren Eltern sind und ich weiß auch nicht, ob ich das wirklich wissen will. Sie würden mir doch sicher lauter Regeln vorschreiben und mich in eine Schule schicken, oder? Und das will ich ganz bestimmt nicht. Nur nachts denke ich manchmal darüber nach, wer sie sind. Aber das weiß niemand! Ich will Vater nicht enttäuschen.
Einige meiner Geschwister nennen mich liebevoll kleine, diebische Elster. Das hat alles mit einer ungerechten Beschuldigung begonnen. Irgend so ein Mann dachte, dass ich ihn beklaut habe, als ich mich an ihn vorbeidrückte (er stand im Weg) und hat mich einfach gepackt, festgehalten und angeschrien. Dabei war ich das doch gar nicht! Also habe ich versehentlich seine Jacke angezündet. Selbst schuld. Aber irgendwie hat mich dieser Vorfall inspiriert. Jemand aus der Familie lernte mir dann, wie man stiehlt, das ist gar nicht so schwer. Gut, inzwischen weiß ich, dass ich dabei vermutlich oft unbewusst gezaubert habe, damit die Menschen mich nicht bemerken, aber was solls.
Die meisten meiner magischen Ausrutscher hatten eigentlich immer mit Feuer zu tun. Ich glaube eine Zeit lang war mit mir Fangen spielen wirklich nicht lustig. Oder generell mit mir zusammen zu sein, wenn ich aufgeregt war. Und welches Kind, dass bei einem Zirkus aufwächst und in einer großen Familie aufwächst, ist nicht die halbe Zeit aufgeregt und überdreht? Gut, ich kann jetzt nur von mir sprechen, aber ich bin mir sicher ich bin damit nicht allein! Irgendwann hatte irgendwer die Idee, mir Instrumente für eine Feuershow in die Hand zu drücken. Eigentlich sollte man das ja erst einmal ohne Feuer übern, aber immer sobald ich damit anfing, fingen die Feuer-Pois Feuer. Naja, das machen sie eigentlich immer noch. Vor allem bei Feuer-Fächern sieht das richtig cool aus. Das Publikum liebt diesen Trick! Aber zurück zum Thema. Seitdem sind meine ungeplanten Magieausbrüche rapide zurückgegangen. Außer ich bin richtig überdreht. Oder ich will es, aber dann funktionieren nur Kleinigkeiten. Ich habe so einmal die Hose von meinem großen Bruder angezündet, als er meinte ich sei zu klein für irgendetwas. Ich bin zwar klein, aber nicht so klein!
Eigentlich ist meine Familie wirklich in Ordnung. Wir haben nicht unbedingt einen geregelten Alltag, ziehen regelmäßig durch die Gegend und machen eventuell ein paar illegale Sachen, aber ich würde sie trotzdem niemals eintauschen. Einmal bin ich im Wald von einem Erkling angegriffen worden. Zum Glück (und ich werde Leugnen das jemals gesagt zu haben) ist mir einer meiner Brüder gefolgt und konnte ihn verjagen. Danach wurde mir Verteidigung gelernt. Und zwar nicht nur mit Magie. Auf einem Jahrmarkt brauchte mit ein Muggel aus einem der Clans sogar Bogenschießen bei! Messerkampf und Verteidigung ohne Waffen lernte ich von meiner Familie. Ich bin zwar nicht allzu gut und vor allem trainieren wir nicht unbedingt oft, aber für einen Überraschungsangriff reicht es. Trotzdem habe ich oft das Gefühl, dass mir nicht allzu viel zugetraut wird. Dabei heißt es doch immer, dass man an seinen Erwartungen wächst, oder? Aber dann sammle ich halt meine Erfahrungen auf meine Weise. Sagen wir es so, in der Muggelwelt falle ich überhaupt nicht auf, außer, wenn ich mal etwas stehle und mir deshalb alle hinter Rennen. Erwähnte ich schon, dass ich richtig gut im Wegrennen bin? Ich weiß nicht mehr, wie oft mich der Fahrende Ritter schon aus solchen Situationen gebraucht hat.
Ansonsten war meine Kindheit geprägt von den Geschichten und Legenden. Ich habe alles von meiner eigenen Familie gelernt. Vor ein paar Jahren habe ich mit einem Muggelkind über seine Schule gesprochen. Davon habe ich eigentlich fast nur die Grundzüge gelernt, also Rechnen, Lesen und Schreiben und ein bisschen über die allgemeine Geschichte in der Magischen- und der Muggelwelt (Gamont, Parlament, Auroren…). Aber vor allem lernten wir alles für die Zirkusshows. Und die verschiedenen Magiearten. ich weiß, dass einige der Zauber und Rituale in der magischen Welt nicht unbedingt gerne gesehen werden und zum Teil verboten sind. Ich verstehe das nicht, wir schaden doch niemanden? Generell lerne ich, was auch immer meiner Familie gerade einfällt.
Was ich überhaupt nicht kann, ist das Apparieren. Die anderen Kinder machen sich deshalb manchmal über mich lustig, zumindest, bis ich sie mit einem Pegasus umrenne. Mein Vater erlaubt nämlich nicht allen, die Pegasis auszuleihen, aber er weiß, dass ich gerne meine Ruhe habe und zu abgelegenen Orten fliege, um Kräuter zu sammeln. Ansonsten bin ich wie erwähnt oft mit dem Fahrenden Ritter unterwegs, aber damit kommt man auch nicht überall hin, vor allem nicht, wenn man auf der Suche nach einer bestimmten pflanze ist. Ich liebe es allein irgendwohin zu reisen. Und wofür hat man Magie? Ich bin doch am Abend wieder zurück. Manchmal gehe ich auch in Theateraufführungen in London oder in Lichtspielhäuser.
Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist das Einbrechen. Ich liebe es irgendwo einzubrechen. Das ist gar nicht so scher. Ich suche mir passendes Haus aus. Dann Klingel ich. Wenn jemand aufmacht, sage ich immer, dass ich mich verlaufen habe und wo die nächste Busstation sei. Wenn niemand aufmacht, sperre ich die Tür auf. Das geht ja immer ganz schnell, und Muggel würden denken, dass ich einen Schlüssel habe. Oder ich tu so, als ob jemand aufgemacht hätte. Und dann suche ich ein paar geeignete Sachen für den Schwarzmarkt, suche nach Schmuck und Bargeld, verkleinere die Sachen und gehe wieder. Selbstverständlich mache ich das nie in der Stadt, in der wir gerade sind. Wofür hat man denn den Fahrenden Ritter und einen Pegasus? Alles ganz einfach und schnell.
Der Schwarzmarkt. Ich liebe ihn. Am liebsten habe ich den in der South Bridge Vaults in Edinburgh. Wie konnten die Muggel diesen Diamanten nur vergessen? Ein paar Trockenzauber und alles ist gut. Aber noch besser für uns. Vor ein paar Jahren habe ich Dad überreden können mich mitzunehmen. Seitdem bin ich nach meinen Einbrüchen da regelmäßig. Ein paar Zauber, um die Sachen zu verändern, und keiner würde die gestohlenen Sachen wiedererkennen. Und abgesehen davon kenne ich mich sehr gut mit Kräutern aus. Ich kann doch nicht zulassen, dass sie unter Wert verkauft werden. Ich glaube viele von denen können mich nicht leiden. Aber egal, warum sollte mich das interessieren. Ich bin immerhin eine Dawnsey.
Schlüsselereignis 1 If I could turn the page
In time then I'd rearrange just a day or two
Ganze 9 Jahre trennen Gideon und seine kleine Schwester Charlotte. Doch ein Ereignis verbindet die beiden stark: Der Tag an dem Charlotte im halb-gefrorenen Gewässer ganz in der Nähe ihrer Heimatstadt Portree einbrach.
Gideon war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 13 Jahre alt und hatte in den Weihnachtsferien den Auftrag seiner Eltern erhalten, sich mit einem Korb auf den Weg zu seiner mittlerweile verstorbenen Tante zu machen, die allerlei Gebäck für sie zum Feste vorbereitet hatte. Da Gideon an stressigen Tagen zu seinem Leidwesen auch ganz gerne mal als Babysitter seiner Schwester genutzt wurde, hatte er sie auch aufgeschwatzt bekommen und machte sich also mit einer Vierjährigen auf den relativ eisigen Weg ins benachbarte Örtchen. Der Weg zu Fuß gestaltete sich mit einem so jungen Kind dann jedoch schwieriger als gedacht, da die Kleine sich ständig über die eisigen Temperaturen beschwerte und bereits nach wenigen Metern außerhalb des Ortes überhaupt keine Lust mehr hatte. Trotzend ließ sie sich nach einer hitzigen Diskussion mitten auf dem Weg zu Boden fallen und Gideon hatte kurzerhand die Nase gestrichen voll. "Dann bleib halt hier sitzen bis ich wieder da bin", hatte er sie angefaucht und war wütend weitergestapft. Charlotte hatte er heulend auf dem gefrorenen Boden zurückgelassen.
Tatsächlich war er wirklich in Windeseile zu seiner Tante weitergelaufen, froh endlich voranzukommen, hatte das Gebäck abgeholt und sich dann trotzdem ziemlich schnell wieder auf den Heimweg gemacht. Irgendwie war es ihm dann noch nicht so geheuer, dass er Charlotte zurückgelassen hatte. Gute zehn Minuten mussten vergangen sein als er rennend den Weg zurückspurtete.
Und sie war weg.
Die Stelle, an der seine Schwester so nervig herumgetrotzt hatte, war immer noch wild aufgewühlt, doch von ihr keine Spur. Minutenlang rief er nach ihr, doch eine Antwort blieb vorerst aus. Gideon wurde irgendwann panisch und eilte querfeldein, um sie wieder zu finden. Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis er ein erschöpftes Kreischen von Seiten des kleinen Gewässers hören konnte. Der kleine See, mehr ein Teich, war zu diesem Zeitpunkt natürlich gefroren gewesen. Was Charlotte nicht hatte wissen können, war, dass es nur die Oberfläche des Wasser gewesen war, über der sich ein Film aus Eis gezogen hatte. Die Kleine war auf ihrem unkontrollierten Weg darüber gelaufen und nach wenigen Zentimetern sofort ins für sie schulterhohe Wasser eingebrochen. Ihre Hände wirbelten auf der Wasseroberfläche als Gideon sie fand und völlig unterkühlt aus dem Teich zog. Charlotte erholte sich in den folgenden Tagen schnell, während er Hausarrest absaß und sämtliche Geschenke in diesem Jahr für ihn gestrichen waren. Und trotzdem wurde dieses Ereignis zu einem zusammenschweißenden Erlebnis für die beiden. Gideon war sich plötzlich über seine Verantwortung und seine Aufgabe als großer Bruder bewusst geworden, während Charlotte in ihrem jungen Alter den Schock durch das kalte Wasser nur durch ihren Bruder aufgelöst gesehen hatte.
Schlüsselereignis 2 Spotlight, put the lights out, happy hour
Als gerade frischer Hogwarts-Abbrecher, suchte Gideon erst einmal in seinem Elternhaus vorübergehend Unterschlupf, bevor er - so schnell wie möglich - lieber auf eigenen Beinen stehen wollte. Nur wie sollte das schon so schnell gehen, wenn es am Geld an allen Ecken und Enden fehlte? Also zog sich recht schnell eine leichte Depression über sein sonst ziemlich unerschütterliches Gemüt. Nicht gerade unschuldig war daran auch sein Vater, der keine Situation ausließ, um seinen Sohn zu erklären, dass ein Schulabbruch mit Sicherheit nicht in seinem Lebenslauf vorgesehen war. Auch wenn er seine Leidenschaft für die Musik nicht verkennen konnte.
Und so kam Gideon als junger zielloser Erwachsener schnell auf sehr dumme Gedanken. Gideon hatte leichte Drogen schon öfter mal hier und da konsumiert - er war auch in Hogsmeade bereits unter der Hand daran gekommen. Mehr aus Frust als aus Suchtverhalten, entwendete er eines Abends dann also den Schlüssel zur Apotheke, in der seine Mutter bereits seit einigen Jahren arbeitete, aus ihrer Handtasche und machte sich im Schutz der Dunkelheit auf den Weg zu dem kleinen Geschäft, das nicht gerade mit seiner Größe protzen konnte. Er hatte ihr schon als Jugendlicher oft dort ausgeholfen und wusste deshalb sehr zielstrebig, wo er nach den gesuchten verschreibungspflichtigen Substanzen suchen musste. Am Ende fand er sogar mehr als er erwartet hätte. Gerade so viele Packungen, dass es nicht auf den ersten Blick auffiel, nahm er mit wenigen flinken Handgriffen mit. Ganz ordentlich schloss Gideon dann nach seinem nächtlichen Ausflug wieder ab, legte den Schlüssel an Ort und Stelle zurück, und ließ die mitgenommenen Arzneimittel in seinem Zimmer verschwinden. Tatsächlich kam ihm nie jemand auf die Schliche. Er nutzte noch nicht einmal alles, was er entwendet hatte selbst, sondern verkaufte es nach einiger Zeit schwarz, um sich ein kleines Budget aufzubauen.
Schlüsselereignis 3 Changing who I am
Zu Schulzeiten war Gideon optisch kein sonderlich auffälliger Junge in Hogwarts. Eher ein durchschnittlicher Jugendlicher, der sich der Masse recht gut anpasste. Obwohl er natürlich von Geburt an schon ein Metamorphmagus war, hatte er diese Fähigkeit meist nur für minimale Veränderungen, wie einem nickellosen Gesicht, athletischem Kreuz und spontaner Frisuränderung genutzt .... oder auch mal zur Belustigung seines Umfeldes. Selten kam es vor, dass er sich komplett "bearbeitete".
Nach seinen ZAGs und dem abrupten Ende seiner Schulzeit hatte er viele langweilige Stunden in seinem Elternhaus verbracht, bevor er sich ein eigenes Zimmer in einer größeren Wohngemeinschaft leisten konnte. Damals jobbte er vor allem als Barkeeper in einem angesagten Club. Erst dort sah er wirklich markante Gesichter, verzierte Körper und einfallsreiche Outfits. Das hatte Gideon in Hogwarts ziemlich versäumt und maximal in seinen Ferien in Muggelmagazinen gesehen. Da bemerkte er eigentlich erst, dass es genau das war, was er wollte: Aufmerksamkeit, das Rampenlicht!
Als Dudelsackspieler hatte er sich bislang nicht gerade wie eine begehrte Rampensau gefühlt, obwohl er seine Musik natürlich absolut liebte. Aber alles in allem machte ein Schlagzeug oder eine Gitarre im Showbiz meistens ja doch mehr her.
Es dauerte also nichtmal ein ganzes Wochenende bis er seine bevorzugte Modifikation seines Aussehens gefunden hatte. Es war eine stark-veränderte Mischung aus seinen eigenen Genen, den markanten Gesichtern aus Friseurzeitschriften und den Körpern derer Leute, die Tag ein Tag aus am Abend Unsummen an seiner Bar ausgaben.
Rapunzel ward das schönste Kind unter der Sonne. Als es elf Jahre alt war, schloss es die Zauberin in einen Turm, der in einem Walde lag, und weder Treppe noch Türe hatte, nur ganz oben war ein kleines Fensterchen.
Kälte umfing sie und Dunkelheit. Längst schon hatte sie es aufgeben sich die Nase an der Fensterscheibe platt zu drücken und hinaus in den Himmel zu starren, in der irren Hoffnung, es würde doch noch eine Eule am Horizont auftauchen. Mit einem Brief. Für sie. Arabella Edwina Figg. „Sie kommt schon.“, hatte sie am Morgen voller Zuversicht gesagt, als sie jeweils zwei Stufen auf einmal nehmend ganz undamenhaft die Treppe hinuntergeeilt war, um an den Frühstückstisch zu stürzen in der Annahme der Brief läge dort schon. Zwischen dem Blumenkranz um ihrem Teller herum und dem Geburtstagskuchen. Schokoladentorte! Vielleicht auch zwischen den Geschenken und der Kanne mit heißer dampfender Schokolade. Doch da war kein Brief. Und es hockte auch keine Eule am Fenster. Belle hatte sich gezwungen zu frühstücken und Zuversicht zu verbreiten. Vielleicht hatte sich das Tierchen ja verflogen? Oder ein Fuchs hatte sie? Das Mädchen hatte gemerkt wie die Eltern Blicke tauschten, hatte sie leise sprechen hören. Über sie statt mit ihr, die ihre Geschenke nicht ausgepackt, sondern sich auf das Fenstersims gehockt und hinaus gestarrt hatte, ihre Nasenspitze dabei gegen die kühle glatte Scheibe pressend. Die Schokotorte lag ihr wie Wackersteine im Magen. Belle war richtig übel gewesen. Und doch hatte sie nicht geweint. Noch nicht. Auch dann nicht, als der Vater das Offensichtliche aussprach, als die Mutter verzweifelt sagte, es könne doch gar nicht sein. Damals als das Buch aus dem Regal gefallen wäre, einfach so ohne jedes Zutun, das sei doch Magie gewesen. Arabellas erstes magisches Ereignis. Und als die Blätter im Herbst vor zwei Jahren um sie herum getanzt wären? Nur Zufall. Nur Wind. Da hatte die Mutter hemmungslos geweint und der Vater hatte sie in den Arm genommen, während Belle immer noch still und starr am Fenster gehockt hatte.
So wie jetzt. Unverändert. Obwohl die Sonne längst am Horizont untergegangen war, es nichts mehr zu sehen und nichts mehr zu hoffen gab. Irgendwann hatte Vater versucht mit ihr zu reden, versucht sie zu trösten. Doch sie hatte nicht reden wollen, nicht darüber! Hatte nicht hören wollen, was die Mutter nun seit stunden so zum Schluchzen brachte. „Sie kommt schon.“, immer nur der gleiche Satz. Von ihr. Rettungsring in Mitten einer tosenden See. Dumme, dumme Hoffnung, weil nicht sein konnte, was war. Als aber mehr und mehr und mehr Stunden zerronnen waren, wie Sand in der Hand, und es Nachmittag geworden war, hatte Belle doch auch angefangen zu weinen, Tränen waren in Strömen ihre Wangen hinabgekullert und wilde Schluchzer hatten ihre Schultern geschüttelt. Sie hatte sich doch schon alles so schön ausgemalt, in den buntesten Farben. Erst neulich hatte sie Mr. Olivander erzählt, dass sie bald kommen und sich einen Zauberstab bei ihm kaufen würde! Und wie sie mit ihren Freundinnen, wie bei einem vornehmen Damenteekränzchen, da gesessen hatte und sie gerätselt hatten in welches Haus sie Alle wohl kämen. In keines, lautete jetzt die Antwort für sie. Sie würde nicht mit dem Hogwartsexpress in die Schule fahren. Weil sie keine Hexe war! Sie war ein Squib! Was taten Squibs denn? Was konnte sie denn überhaupt tun? Belle wusste es nicht, weil über Menschen wie sie nicht wirklich gesprochen wurde.“Die armen Kinder., hatte sie ihre Mutter einmal sagen hören. Die armen Kinder. Damals hatte sie nicht begriffen warum diese Kinder arm waren. Und niemand hatte es ihr erklären wollen. Doch vorhin hatte sie die Eltern streiten hören. „Ich will nicht, dass man Belle das antut! Sie wird leiden. Sie wird immer wie eine Aussätzige behandelt werden, Arthur! Und wie soll sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen?“ Vater hatte erwidert sie könne immer noch unter Muggeln leben. Als gäbe es hier keinen Platz mehr. Für sie. In ihrer Welt. Einer Welt voller Zauber und Magie. Und mitten drin. Sie selbst. Ganz ohne alles.
Belle schnäuzte sich die Nase mit dem weißen Spitzentaschentuch, als der Vater zu ihr ans Fenster trat. Hinein in die Dunkelheit. „Du hast deine Geschenke noch gar nicht ausgepackt, Prinzessin.“ Sie zuckte mit den Schultern. “Ich mag keine Geschenke.“ Nein. Mochte sie nicht. “Ich dachte sie kommt noch.“ Die Eule. “Ich weiß. Aber ein Geschenk solltest du dir vielleicht ansehen. Es ist auch gar nicht eingepackt.“ Und mit diesen Worten setzte der Vater Belle ein wildfarbengetigertes Knieselkitten in den Schoß. Ein winziges flauschigen Fellknäul. “Ohhhh...“ Ihre kleinen Hände streichelten im Dunkeln über das Kätzchen, welches ganz unvermittelt und flink von Arabellas Schoß hinauf bis auf ihre Schulter kletterte und dort maunzend thronte. Ganz wie es einem reinrassigen Kniesel mit ellenlangem Stammbaum entsprach. Belle lächelte. Das erste Mal seit dem Ausbleiben der Eule.
Sie würde noch unzählige Male lächeln, weil Sir Francis Drake, wie das Mädchen den Knieselkater nennen sollte, sie dazu brachte. Mit Haaren und Liebe.
Er der fortan ihr einziges Spielgefährte war, nun da sie zu ihrem eigenen Schutz nicht mehr hinaus durfte, ihr nichts anderes blieb als dem Leben vom Fenster aus zu zu sehen. Oder sich beim lesen in fremde Länder und Abenteuer zu träumen. Ihr war wenig geblieben. An Freiheiten. Und an sozialen Kontakten. Doch von Haare und Liebe, da hatte sie im Übermaß!
Die Prinzessin verlangte aber nichts als ein Kleid von Mausehaut, und als er ihr das geholt, wickelte sie sich hinein und ging fort. “Komm, Francis.“, sprach sie. “Kein ungehöriges Maunzen, bitte. Wir wollen Vater und Mutter doch nicht wecken.“ Das würde nur Tränen geben! Und womöglich geriete dann ihre Entschlossenheit ins Wanken! Und so schlich sich Arabella leis, ganz leis auf Zehenspitzen hinaus in die kühle Morgenluft! An ihrer Seite der treue Sir Francis Drake auf leisen Pfoten dahinschleichend und noch weniger Lärm machend als die junge Frau, welche äußerst bedachtsam die Haustür hinter sich ins Schloss zog. Tief sog sie die salzige Luft in ihre Lungen, einen Moment lang noch, nur wenig Schritte hinter der Schwelle, verharrend. War sie doch bisher nie wirklich alleine weg gegangen! Allenfalls ein wenig in der Umgebung spazieren war sie gewesen, doch jetzt wollte sie nicht nur nach Tintagle, sondern bis London! In die Winkelgasse. Sie hatte sich das alles genau überlegt und diese Gedanken ihren Eltern in einem Brief dargelegt. Es wurde Zeit, dass sie auf eigenen Füßen stand, dass sie ihren Betrag für die Gesellschaft leistete. Belle zweifelte nicht daran, dass ihr dies auch ohne Magie gelänge, hatte doch vor allen dingen der Vater sie immer wieder ermutigt an sich zu glauben! Außerdem hatte sie unzählige Bücher gelesen! Eins zwei Wimpernschläge noch, in denen sie still und starr vor der Tür des Anwesens stand, welches in den letzten Jahren ihr Zu Hause und auch ihr Gefängnis gewesen war, denn lief sie entschlossen los. Immer ihrer Nase nach, die Straße entlang und ihr Kniesel marschierte neben ihr. So ließen sie den goldenen Käfig hinter sich, in dem sie all die Jahre weggesperrt gewesen war, vor den kritischen Augen der Welt. Um sie sicher zu wissen. Mutig schritt sie aus, weil eine Welt randvoll mit Wundern und außergewöhnlichster Magie, mehr nicht besonders besondere Menschen brauchte. Ihrer Meinung nach. Damit auch die Dinge getan werden konnten, welche die Fähigkeiten mächtiger Hexen und Zauberer überstiegen.
Manch einer würde sie ob dieser Überzeugung herzlich auslachen.
Nun es konnte eben nicht Jeder über so untadeliges Benehmen verfügen, wie ihr Knieselkater Francis! Doch Belle konnte nachsichtig sein.
Und sie sah nicht zurück.
Da tat sich der Pelzmantel von Allerleirauh ein wenig auf, und das Sternenkleid schimmerte hervor. Der König faßte den Mantel und riß ihn ab. Da kamen die goldenen Haare hervor, und sie stand da in voller Pracht und konnte sich nicht länger verbergen.
Die Treppe ergoss sich aus einer Öffnung in der Decke des Schankraumes, welche zuvor noch nicht da gewesen war. Kaum dass sie den Boden berührte kamen zwei Kniesel, ein schneeweißer und ein roter Kater lautlos auf weichen Pfoten hinabgesprungen. Dicht gefolgt von einer junge brünette Frau, in einem graumellierten Mantel, der sich bei genauerem Hinsehen als einheitlich steingrau entpuppte, entstand der Eindruck von Mellierung doch allein durch die an dem dicken Wollstoff anhaftenden Knieselhaare. Über und über war Arabellas Wintermantel mit diesen bedeckt, ein Umstand, der die junge Frau nicht weiter störte. Hatte sie es doch aufgegeben bei den Kleidungsstücken, welche sie im Alltag trug, die Haare zu entfernen. Was ein weit mühsameres Unterfangen darstellte, als bei Katzenhaaren! Wer sich seine Wohnung mit 15 Knieseln teilte, der verzweifelte entweder an den Haaren, oder aber er gewöhnte sich daran. Denn wenn diese magische Katzenrasse irgendetwas im Überfluss zu geben hatte, so waren es Liebe und Haare. Und beides haftete an.
Bella ließ ihren Blick durch den leeren Schankraum der Drei Besen gleiten und stellte zufrieden fest, dass sie und ihre Kniesel die ersten waren. Albus, benannt nach dem Ordensleiter, und Bert strichen ihr ein paar mal emsig um die Beine, als sie sich den Tischen in der Mitte des Schankraums näherte, ehe die beiden jungen Tiere dann begannen auf lautlosen Pfoten den ganzen Raum zu erkunden, für sich in Besitz zu nehmen, während ein dritter Kniesel, ihr fast 16 Jahre alte wildfarbene Kater, Sir Francis Drake, wie eine Stola um ihren Hals lag und schlief.
Bella beschloss sich schon einmal nützlich zu machen und schob zwei der Tische zusammen, damit alle an einer großen Tafel würden Platz nehmen können. "Jungs, eins noch. Wir wollen heute einen guten Eindruck hinterlassen. Tadelloses Benehmen. Keine ungewollten Schmuseannäherungen." Ermahnende Worte an die beiden jungen Knieselkater, bevor die ersten Ordensmitglieder eintreffen und sie kennen lernen würden. War dies doch das erste Treffen an dem sie offiziell teilnahm! Sie und die Kniesel!
Und fast, ja fast wäre es ein Disaster geworden, kaum dass Alle Ordensmitglieder eingetroffen waren. Hatte doch ein junger Mann behauptet sein Freund sei allergisch gegen Knieselhaare. Allergisch! Und augenblicklich hatte sich das Gesicht besagten Jungs begonnen rot zu verfärben und da hatte Bella, die sich nur schwer fürchtet, es doch mit der Angst bekommen!
Doch...
Albus war ihre Rettung! Der auftauchende Mann, nicht der Kniesel. Obwohl es ihr sicherlich auch half das schneeweiße Tier an sich zu drücken. Denn obwohl der Kater sich in ihren Armen sträubte und fauchte, so war seine Nähe doch tröstlich. Für sie. Bella fühlte sich nie geborgener, als wenn sie zu Hause auf ihrem Sofa saß und ein Kniesel nach dem andern lautlos zu ihr kam um sich an sie zu kuscheln. Bis sie schließlich von 15 der Tiere umringt, ja schier unter ihnen begraben schien. Zwei Kiesel auf ihrem Schoß und einer auf ihren Beinen liegend. Ein Kniesel im Nacken und die Restlichen möglichst dicht bei ihr auf dem Sofa. Sitzend. Liegend. Ein Meer aus Haaren und Liebe bildend, in dem man sich treiben lassen konnte. Behütet und gewärmt war man, abgeschirmt von allen Unbillen der Welt. Für Arabella unverständlich wie man Kniesel nicht mögen konnte. Oder gar Angst vor ihnen hatte! Seit ihrem elften Lebensjahr spendete diese Katzenart, in Form von Sir Francis Drake, ihr Liebe, Trost und Geborgenheit. Kniesel waren Bellas Familie!
Doch hier im Orden schien es einige Skeptiker zu geben. Mrs. Kean jedenfalls sah aus, als sei ihr wohler, wenn keiner der Kniesel sie um Streicheleinheiten böte. Und schlimmer noch einer der jungen Männer war gar allergisch!! Sein Gesicht, schon ganz rot, drohte jeden Augenblick anzuschwellen, sich blau zu verfärben. Oder doch nicht? Erste Zweifel kamen ihr recht rasch nach Albus Erscheinen. Natürlich war der Mann nicht von überbrodelndem Temperament, ganz ähnlich wie sie selbst, und er neigte auch nicht panischem Verhalten (anders als sie gerade), doch blieb Dumbledore wirklich auffallend ruhig. Bot ihr einen Tee an. Bella nickte matt. Tee, war eines der Dinge, die neben Knieseln, immer halfen. Wenn die Welt in Chaos versank, wenn alle durchdrehten, dann kochte man Tee und streichelte einen Kniesel. "Gut, dass du da bist Albus. Ja. Ein Tee wäre fein, und ich fürchte der junge Mann hier..." ...brauch Hilfe., hatte sie sagen wollen, doch da meinte Albus gerade schon, dass Peter, so hieß der vermeintliche Allergiker, wohl etwas zu sagen habe. Hoppla! "Ahhhh...", entfuhr es ihr leise, als der Groschen fiel. Zumindest teilweise. Allergisch schien hier keiner zu sein. Doch warum um alles in der Welt hatte der junge Mann mit den verstrubbelten schwarzen Haaren, der Lilys Freund war, das denn dann behauptet? Die Erklärung kam prompt von ihm selbst. Es sei seine Schuld gewesen. Nicht Peters. Bella nickte. Nur um dann bei seinen nächsten Worten auch schon ihren Kopf zu schütteln. "Aber warum haben Sie das denn dann nicht genau so gesagt? Angst ist doch nichts wofür man sich schämen müsste. Und meine Jungs sind artig. Sie können von ihm weg bleiben." Demonstrativ setzte sie den weißen Kater auf dem Boden ab, schnalzte dann mit ihrer Zunge und sprach ruhig aber bestimmt: "Bert, Albus...Treppe!" Um ihre Worte zu verdeutlichen zeigte sie noch mit ihrem Finger in die entsprechende Richtung, als ihr etwas aufging und sie rasch noch an Dumbledore gewandt hinzufügte. "Nicht du natürlich, ich mein meinen weißen Kater. Ich hab ihn nach dir benannt." Nicht dass der Ordensleiter noch dachte, sie habe ihn auf die Treppe geschickt. Ihr Kater wusste allerdings genau, dass er gemeint war und marschierte brav zur Treppe um sich dann auf der untersten Stufe niederzulassen und Bella einen sichtlich beleidigten Blick zu zuwerfen. "T'schuldige Albus." Auch die Kniesel, welche aus der Wohnung hinuntergeschlichen gekommen waren setzten sich bei Bellas Worten alle auf den Stufen ab. Blieben auf der Treppe. Allein Bert, der rote Kater, musste einen Umweg machen, erkundete das Tier doch gerade die Höhle unter der dunklen Robe des Ordensleiters und entlockte diesem so ein Glucksen! "Bert! Er ist in der Tat sehr gründlich." Deswegen hatte sie ihn mitgebracht, auch wenn er einer der frechsten ihrer Kniesel war! "Meine Brünhilde bekommt die nächsten Tage ihren zweiten Wurf. Der erste war sehr vielversprechend. Aus ihm habe ich Bert hier behalten. Allerdings wird es diesmal ein Wurf Halbkniesel sein. Sie war so angetan von dem Katzenkater, der uns zugelaufen ist, dass ich es einen Versuch wert fand." Halbkniesel zu züchten. "Argus kann sich den Wurf aber gern ansehen. Vielleicht sagt ihm eines der Kätzchen zu." Und er einem der Kätzchen. Es musste ja immer passen, nicht wahr? Für Beide.
Was für eine Aufregung! Nur gut, dass keiner hier starb, wegen Haaren und Liebe. Nun da das geklärt war, würden sie anfangen können. Bella jedenfalls setzte sich nun sichtlich erleichtert an einer der Tische. Sir Francis Drake, den nichts mehr aus der Ruhe brachte, lag ihr immer noch wie eine Fellstola um den Nacken. Auf der Treppe saßen der immer noch beleidigte Albus und ihre andern Kniesel.
Alle, bis auf Bert. Der still und leise einfach unter Albus Dumbledores Robe geblieben war.
Wer vom Zaubergamot spricht, kann auch die Begriffe Hoher Rat der Zauberer (veraltet), oder Hohes Gericht der Zauberer verwenden. Es handelt sich um eine Art Parlament der Zaubererschaft, wobei hier gleichzeitig Gesetzgebung und Rechtsprechung abgehalten werden. Das Gamot entstand um 1066 aus dem Willen magiebegabter Adeliger heraus, eine eigene Rechtsinstitution unter der britischen Krone zu führen. Die Queen ist damit theoretisch auch Oberhaupt des Zaubergamots, obwohl dieses unabhängig von ihr agiert und von ihr auch nicht aufgelöst werden kann. Ursprünglich konnten Sitze im Gamot nur vererbt werden - immerhin sollte es in adeliger Hand bleiben - im Laufe der Zeit verwässerte dieser Brauch allerdings und neu hinzukommende Gamotmitglieder müssen lediglich von einer einfachen Mehrheit des anwesenden Zaubergamots bestätigt werden. Es gibt aktuell 54 Mitglieder im Zaubergamot - der Zauberereiminister ist dazu befugt die Anzahl der Stellen anzuheben oder einzugrenzen (dies ist jedoch lediglich mit einer ausgesetzten Nachbenennung verbunden). Die Zaubergamot-Mitglieder tragen zu Sitzungen pflaumenblaue Roben mit einem silbernen Z-Abzeichen auf der Brust. Weiterführende Informationen können hier gefunden werden.
Für eine Mitgliedschaft braucht es keine spezielle Ausbildung und sie gilt bei Bestellung lebenslang - außer das Amt wird freiwillig zurückgelegt.
Leiter der Ministeriumsabteilungen erlangen für gewöhnlich einen Platz im Gamot - sobald der ihres Vorgängers freiwillig oder durch dessen Tod geräumt wird. Es kann deswegen auch passieren, dass sie Jahre darauf warten müssen ins Gamot bestellt zu werden.
Familien der Sacred 28 sind überproportional im Zaubergamot vertreten und gerade hier kann man die nach wie vor stattfindende "Vererbung" der Posten beobachten - auch wenn diese nirgendwo gesetzlich festgeschrieben ist. Es ist Tradition. Zum Teil pflegen Familien eigene Vererbungsrituale und übergeben einen Posten damit freiwillig zu Lebzeiten.
Daneben gibt es ein paar wenige magische Adelsfamilien, die bereits seit der Gründung des Gamots einen Sitz inne haben.
Das Mindestalter für Zaubergamot-Mitglieder beträgt 17 Jahre.
Es gibt keine doppelte Stimmvergabe und Belegung von Sitzen. Immerhin existiert auch die Vererbung nicht auf dem Papier.
Zusätzlich zu den 'normalen Gamotmitgliedern' besteht eine Zaubergamot-Sitzung aus:
Dem Großmeister (aktuell Albus Dumbledore), der die Sitzung leitet.
Es gibt außerdem einen britischen Jugendrepräsentanten (maximal 16 Jahre alt), dessen Stimme stellvertretend für die minderjährigen Mitglieder der Zaubereigesellschaft zählt.
Der Zaubereiminister (Harold Minchum) nimmt an den Sitzungen teil,
und der Unterstaatssekretär (frei).
Je nach Art der Sitzung nimmt außerdem ein Stenotypist (frei) oder ein Gerichtsschreiber (frei) teil
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass das Gamot traditionsreich ist, muggelstämmige und halbblütige Magier unterrepräsentiert sind und auch Frauen deutlich in der Unterzahl sind. Ein freier Platz kann theoretisch an jedes Mitglied der magischen Gesellschaft vergeben werden, in der Praxis ist das dem Großteil der Bevölkerung unbekannt, zu präsent sind die Vergabetraditionen der Versammlung.
Vergebene Sitze
Das Zaubergamot besitzt 54 Mitglieder. Ein Großteil der Sitze ist an bestimmte Familien, oder Positionen gebunden
Außerordentliche Mitglieder des Gamots
Albus Dumbledore (Großmeister)
Jugendrepräsentant (maximal 16 Jahre alt, frei)
Der Zaubereiminister (Harold Minchum)
Unterstaatssekretär (frei).
Stenotypist (frei)
Gerichtsschreiber (Irma Blishning, frei)
Bespielte:
Bespielte Gamotmitglieder haben bei den Ingame-Abstimmungen zu Gesetzesänderungen und ähnlichem ein Stimmrecht.
Peregrina McKinnon (Richterin)
Rufus Scrimgeour (Leiter des Aurorenbüros)
Marcus Cross (Leiter der magischen Strafverfolgungspatroullie)
Devlin Whitehorn
Augustus Rookwood (Leiter der Mysteriumsabteilung)
Prometheus Travers
Euklydes Rosier
Existierende Familien, unbespielte Gamotmitglieder
Spieler von Charakteren mit enger, unbespielter Verwandtschaft im Gamot dürfen stellvertretend eine Stimme abgeben.
Belby
Black (aktuell vakant)
Blishwick (Familiensitz)
Carrow
Crouch (Bartemius Crouch sr, Leiter der Strafverfolgung, Familiensitz)
Fawley (Paul Fawley, Familiensitz)
Gamp
Lestrange (Rodolphus Lestrange, Familiensitz)
Macmillan
Malfoy
Ollivander
Potter (Charlus Potter, Leiter der Abteilung für magische Sportarten)
Unbespielte Posten
Diese Liste wird bei Bedarf angepasst. Erwähnte Charaktere haben unter Umständen in NPC-Form Gastauftritte in Gamotsitzungen. Alle hier gelisteten Charaktere können ohne Einschränkung erstellt werden. Die Stimmabgabe unbespielter Charaktere wird vom Team zugewiesen: bei einer sehr wahrscheinlichen Zugehörigkeit in eine bestimmte Richtung (bspw. Carrow, Weasley) entsprechend dieser, ansonsten durch Würfelwurf (unbenannte Leiterposten).
Leitung des Magischen Unfallumkehr-Kommandos
Leitung der Vergissmich-Zentrale
Leitung der Abteilung zur Führung und Aufsicht Magischer Geschöpfe
Leitung des Ausschuss für die Beseitigung gefährlicher Geschöpfe
Leitung des Seuchenberatungsbüros
Leitung der Abteilung für Internationale Magische Zusammenarbeit
Leitung der Abteilung für magische Unfälle und Katastrophen
Laurentia Fletwock
Lucretia Prewett
Tilly Toke
Diya Wellbeloved
Roland Kegg
Lord Archibald Withers
Lord Byron
Lord Frederik Limbury jr.
Elphias Doge
Abbott
Avery
Bulstrode
Burke
Flint
Greengrass
Longbottom
Nott
Parkinson
Prewett
Prince
Rowle
Shacklebolt
Shafiq
Selwyn
Slughorn
Weasley
Yaxley
vakanter Gamotsitz
Spielregeln für Gamotsitzungen
Das Gamot hat ein eigenes Unterforum im Ministerium. Wir verzichten in diesem Bereich auf klassische Plotszenen und greifen auf kleine Diskussionen zurück, sofern diese für Spieler Sinn ergeben (wenn ein Charakter Fragen hat, oder Einwände,...). Besonderheiten sind immer im jeweiligen Thema direkt erläutert.
Nach dem Startpost des jeweiligen Tagesordnungspunktes dürfen Beiträge geschrieben werden, bei welchen keine Postingreihenfolge zu beachten ist. Die Gamotszenen wandern weder in den Szenentracker, noch muss eine Reihenfolge beim schreiben beachtet werden! Dafür gibt es aber ein eigenes Archiv, in dem alte Sitzungen einfach nachgelesen werden können.
Für den Terminplaner der Charaktere ist der von Irma Blishning versendete Brief mit dem Datum der entsprechenden Sitzung versehen.
Nach 7 Tagen Inaktivität in einem Thema wird dieses beendet und die Abstimmung (sofern notwendig) gestartet. Alle stimmberechtigten Charaktere (siehe Gamotliste oben) haben nun wiederum 7 Tage Zeit, um ihre Wahl mittels Post-Reaktion auszudrücken. Natürlich sagen wir euch auch in den News Bescheid!
Tabellarischer Lebenslauf 1925
31.10.1925: Geburt Walburga's
9.11. 1925: Einzug von Großtante Elladora in das Familienhaus 1930
Frühjahr 1930: Walburga beginnt Klavierunterricht zu erhalten 1931
1.5. 1931: Walburgas erstes magisches Ereignis (Feuerausbruch)
1.5. 1931: Großtante Elladora verstirbt, durch ein tragisches Missgeschick
1.5. 1931: Köpfung der Hauselfe Poppy durch Walburga
12.7. 1931: ihr Bruder Alphard Black wird geboren 1937
1.9. 1937: Einschulung in Hogwards
31.10. 1937: Vision von einen blonden Jungen 1938
12.11. 1938: ihr Bruder Cygnus wird geboren 1940
Sommerferien 1940: Walburga wird von ihrem Großvater fortan während den Ferien in den schwarzen Künsten unterrichtet 1944
30. 6. 1944: Walburga macht ihren Abschluß
14.8. 1944: Walburga reist für über 1 Jahr nach Ägypten um Nekromantieforschungen zu betreiben
1.12. 1945: Walburga kehrt aus Ägypten zurück nach England 1946
1.1. 1946: Walburga und Orion Black werden öffentlich verlobt, und erhalten den Grimmauldplace No.12 als Geschenk
ab 2.1.1946: Walburga beginnt den Grimmauldplace No. 12 nach ihren Vorstellungen einzurichten.
Juni 1946: Das Haus ist fertig eingerichtet und das Labor im Keller ist fertiggestellt, sie beginnt ernsthaft mit ihren Nekromantieforschungen 1947
13.8.1947: Hochzeit von Walburga und Orion Black 1955
April 1955: erster bedeutender Durchbruch in ihren Nekromantieforschungen; Erschaffung der Inferi-Eule Morpeus 1959
3.11.1959: Geburt ihres erstgeborenen Sohnes Sirius Black 1961
13.2.1961: Geburt ihres geliebten Sohnes Regulus Arcturus Black 1976
Sommer 1976: Verbannung und Enterbung von Sirius (Detailarbeiten am Wandteppich, welcher den Familienstammbaum der Blacks zeigt)
Oh, she got both feet on the ground. And she's burning it down
Ein eiskalter Traum war weißem Dunst gleich durch das Fenster hineingesickert und hatte nach ihrem Herzen gegriffen und es zerquetscht. Schreiend war das kleine Mädchen erwacht. Senkrecht in ihrem Himmelbett sitzend hatten erst ihre Augen und dann ihre Hände versucht die Dunkelheit zu durchdringen. Auf der Suche nach ihrer Hauselfe Poppy, um von ihr wie immer Geborgenheit udn Trost zu erhalten. Doch als Walli sich vorbeugte tasteten ihre Händchen ins Leere, schlief die Freundin doch nicht wie gewohnt am Fußende ihres Bettes. Walli war allein. Ganz schrecklich allein. Wo war Poppy? Kurzerhand schlug die Kleine ihre Bettdecke beiseite und schlüpfte aus ihrem Bett. Sich auf die Suche machend, nach dem einen Wesen, von dem sie sich verstanden und geliebt fühlte.
Lautlos tapste Walli mit nackten Füßen und in ein weißes Nachthemdchen gekleidet durch die Residenz ihrer Familie. Unnatürlich leise war es, so als fräße etwas den Klang ihrer Schrittchen, als schluckten der Boden und die Wände jeden Laut. Wie tot lagen die Gänge vor ihr. Da war niemand, der sah wie das kleine Mädchen dahinwandelte, verträumt mit einer Hand über die mit Mahagoni vertäfelten Wände streichend, und sich schließlich damit abmühte die schwere Tür, welche in die Küche führte zu öffnen. Sie wendete ihre ganze Kraft auf diese aufzustoßen. "Hallo?" Wallis Blick glitt suchend umher. "Poppy?" Stille, dick wie Sirup, hatte von dem Raum Besitz ergriffen, und die Worte des Kindes schienen von ihr abzuprallen, die Mitte des Raumes nicht zu erreichen, wo auf einem Tisch eine einsame flackernde Kerze brannte und gespenstische Schatten an die Wände warf. Walli blinzelte. Einer sah ein bisschen aus wie Poppys Kopf, mit ihren großen weichen Ohren, nur dass diese nicht vergnügt wackelten.
Dann schrie das Mädchen unvermittelt auf und hastete zu dem Tisch, an dem, wie sie eben erkannt hatte, ihre geliebte Elfe zusammengesunken auf einem Stuhl saß."Poppy? Liebe Poppy wach auf?" Die Händchen der Kleinen rüttelten sanft an der Schulter der leblosen Hauselfe. "Nicht tot sein!" Ein Befehl, halb erstickt hervorgewürgt. Bitte, bitte. Wallis Kehle fühlte sich vor Sorge wie zugeschnürt an und Ihr Herz pochte wild in ihrer Brust, als wolle es dieser entfliehen. Eiseskälte kroch durch ihre Adern und sie glaubte, wenn diese erst ihr Herz erreichte, so würde es in Tausendstücke zerspringen. "Nicht tot sein! Bitte!" Da schlug die alte Elfe mühsam ihre Augen auf. "Missus Walli, Poppy sein nicht tot. Nur sehr alt und müde." Erleichtert atmete Walli auf und klatschte in die Hände. "Das ist nicht schlimm, ich trage dich in mein Zimmer, da kannst du im Bett meiner Puppe schlafen, du wirst sehen morgen geht es dir dann schon wieder gut." Die Kleine nickte zuversichtlich. Sie war zwar erst fünf Jahre alt, aber sie wusste schon, dass alte Leuten viel ruhen mussten. "Und ich red mit Mr. Black. Wir sind seeeehr reich, er kann andere Elfen kaufen, du musst dann nicht mehr arbeiten. Du kannst dann in meinem Zimmer wohnen, und ich kümmer mich um dich." Trotz der aufmunternden Worte der Kleinen blickte Poppy ihre junge Herrin sehr traurig an. "Ach Missus Walli...ihr werdet mir fehlen." Das Mädchen hob den schmalen kleinen Körper in ihre Arme. Poppy musste wirklich sehr, sehr müde sein, wenn sie nicht mehr verstanden hatte, was sie zu ihr gesagt hatte. Vielleicht schlief sie schon wieder und träumte bereits.
Mühsam hatte das Mädchen, ihre Freundin aus der Küche bis in ihr Zimmer geschleppt und in ihr Himmelbett gewuchtet. Nun lag sie eng gekuschelt an den kleinen Körper und nuschelte: "Alles wird gut." Leise gewisperte Worte die gleichen die Poppy unzählige Mal zu ihr gesagt hatte.
Alles wird gut. Weit weg waren diese Worte, Lichtjahre entfernt, in einem andern Leben, einem andern Universum ausgesprochen. Großtante Elladoras Hände ruhten schwer auf Wallis Schultern. Noch schwerer aber lastete die Verantwortung auf ihnen, sie herabdrückend. Mit hängenden Schultern stand das Mädchen da, die Axt mit beiden Händen umklammert haltend. Zittrig schwebte das Mordinstument in der Luft, viel zu nah an Poppys Kopf, den die Hauselfe, ruhig vor dem Kind kniend, artig gesenkt hatte. Wartend. Auf den Schlag, der nicht ausgeführt sein wollte. Walli hatte gebettelt und geschrien, hatte geweint und hatte versprochen alles, alles zu tun, wenn sie ihre Elfe nur behalten dürfe. Doch Elladora war unnachgiebig geblieben, hatte geschimpft und gesagt dass es getan werden müsse. Alte Hauselfen köpfte man, ehe sie sich selber und ihren Herren zur Last fielen. Es sei eine Ehre, dass Poppy dem Hause Black so viele Jahre lang habe dienen dürfen Und eine Ehre sei es auch nun von der Hand ihrer kleinen Herrin den Tod zu empfangen. Walli, die bisher mit großer Selbstverständlichkeit an den päparierten Elfenköpfen im Flur vorbeigegangen war ohne sich groß zu fragen warum diese dort die Wand zierten und was das genau bedeutete, hatte schluchzend weiter Einspruch erheben und um das Leben ihrer Freundin betteln wollen. Doch Poppy hatte eifrig genickt.
Nur genickt. Und dabei hatten ihre Ohren so vergnüglich gewackelt wie eh und je.
"Ich sein so stolz auf euch, Missus Walli. Ihr macht Poppy zu einer sehr glücklichen Elfe, wenn ihr sie köpft." Nocheinmal hob sich das Haupt der kleinen mageren Kreatur und ihre riesigen Augen blickten voll Liebe und Bewunderung zu Walli auf. "Schlag fest zu ohne zu zögern Kind. Sei eine Black." Mit zittrigen Händen hob das Mädchen die Axt, fahles Sonnenlicht fiel zum Fenster hinein und verbrühte dem Saum des rosanen Kleidchens, welches die Kleien trug. "Hab dich lieb, Poppy." "Ich sie auch, Missus." Ein letztes Lächeln, dann senkte sich der Kopf der Elfe wieder.
Und Walli senkte das Beil, ließ es, mit aller Kraft die sie aufzubringen vermochte, niedersausen auf den dünnen Hals, welchen es mühelos durchtrennte. Poppys Kopf kullerte über den Boden und blieb liegen. Ihre Augen starrten leblos an die Wand. Walli aber drehte sich langsam mit ausdruckslosem Blick nach Elladora um. Feuchtes Rot zierte ihre Wangen, dort wo Tränen sein sollten, Spuren auf weißer Haut hinterlassend, hinabrinnend, während die Augen des Mädchens trocken waren. Walburga stand mit beiden Beinen fest nun auf dem Boden, schwankte und zitterte nicht mehr, als sie ihrer Großtante das blutige Beil in die Hand drückte. Deren lobende Wort strichen ungehört über sie hinweg. In des Kindes Ohren rauschte und knisterte es, ein Echo der Flammen, welche plötzlich am Holzstil der Axt empor züngelten, gierig darüber leckend. Elladora schrie auf und ließ das Beil fallen, doch Wallis Hände schlossen sich fest um die Handgelenke der alten Frau, setzten deren Kleid in Brand. Strichen mit Feuerfingern über jede erreichbare Stelle des schweren dicken Stoffes. Bald schon brannte Elladora Black lichterloh. Und Walburga stand da und sah sie brennen.
Die Augen trocken, der Blick starr.
Erst als es im Raum nach verbranntem Fleisch roch und die Großtante zuckend am Boden ihr Leben aushauchte, ein Fraß der hungrigen unersättlichen Flammen, da drehte Walburga sich langsam um begab sich zu Poppys abgetrenntem Kopf, diesen liebevoll in ihren Armen wiegend verließ das Mädchen das Zimmer, es dem Feuer überlassend.
Offiziell verstarb Elladora Black, weil sie ihre Hautcreme mit selbstentzündlicher Paste verwechselt hatte.
Spontane Entzündung.
Oh, she got her head in the clouds. And she's not backing down
Schwebende Lichter erhellten den Raum, in den kein Sonnenlicht je von außen einzudringen vermochte, ohne ein Gefühl von Wärme zu vermitteln. Kaltes Weiß, das nicht bis in die hintersten finsteren Ecken reichte, in denen sich die Käfige mit den Eulen stapelten. Von Zwergkautz bis zum Uhu war alles dabei. Waren Eulen in der Zaubererwelt doch leicht zu beschaffen, ihre Auswahl groß. Und unleugbar hatte diese Tierart eine hohe Affinität zur Magie. Das war es! Nicht umsonst wurde dieses Federvieh von jeher als geflügelte Briefboten genutzt. Nur machten die wenigsten Hexen und Zauberer sich Gedanken darüber warum nicht Falken, oder Raben ihre Briefe zustellten. Sie aber hatte das getan, sie dachte über alles nach. Nichts was sie tat, geschah zufällig, ihre Experimente waren wohl geplant. Und doch war ihr bisher der Erfolg vergönnt geblieben. Heute aber war sie, was das anging, guter Dinge. Die Sterne standen ungemein günstig und auch das allmorgendliche Lesen aus dem Kaffeesatz, war verheißungsvoll gewesen. Sie konnte es spüren, der Triumph war ganz nah. Ein Hauch von Elektrizität lag in der Luft, wie kurz vor einem Gewitter.
Mit weit ausgebreiteten Armen tanzte sie vergnügt zu dem, die ganze rechte Wand einnehmenden, Bücherregal und zog eine alte mit einem blauen Band verschlossene Papyrusrolle hervor, sowie den 3 Band der Nekromantie, `Inferi - Dem Tod Leben einhauchen'. Beide Werke fest in Händen drehte sie sich zurück, wobei bei jeder Drehung der Saum ihres langen nachtschwarzen Kleides über den peinlich sauberen Boden fegte. Das Knistern des schweren teuren Stoffes klang wie hungrig züngelnde Flammen. Vor dem großen, im Boden verankerten Metalltisch kam Walburga zum stehen, bettete die Rolle und das Buch darauf, Letzteres auf der Seite aufschlagend, die sie brauchte, Erstere entrollend. Kurz überflog sie die Passagen, nickte. Ja, das war es. Bisher hatte sie zu lange gewartet, es musste schnell getan werden, der Leichnam frisch sein. Und so holte sie aus einem anderen Regal noch zahlreiche Tränke, den rituelle ägyptische Mesechtiu, ein Harken wie er traditionell beim Mundöffnungsritual benutzt wurde, sowie verschiedene Messer und Gefäßchen aus Ton herbei. Ihr Zauberstab lag bereits bereit. Dann drehte sie sich summend zu den Käfigen im Schatten und betrachtete die dort wartenden Insassen nachdenklich. Viele der Eulen kreischten und versuchten flatternd so weit wie möglich von Walburga zurückzuweichen. "Schsch meine Schätzchen, heute ist ein großer Tag. Wer von euch möchte an meinem Triumph teilhaben, hmmm?" Ihr Blick fiel auf ein Zwergkäutzchen, kaum größer als ein Spatz. Ein kleines Tier für einen großen Erfolg. Das war es! Ihre Hand schloss sich um das Eulchen und während sie es zum Tisch trug, strichen die Fingerspitzen ihrer andern Hand liebevoll über dessen Köpfchen, so dass sich das Tier ein wenig entspannte, sitzen bleibend als sie es auf der kalten Metallfläche des Tisches absetzte und zu ihrem Zauberstab griff. Augenblicklich spürte sie das brennende Kribbeln auf ihrer Haut. Wenn sie fertig wäre, hätte sich dort ein hässlicher roter Ausschlag ausgebreitet, der Tage brauchen würde um abzuheilen. Doch sie benötigte gleich ein hohes Maß an Fingerfertigkeit, Handschuhe waren daher keine Option. Sei's drum also.
"Avada kedavra", liebevoll geflüsterte Worte, ein grüner Schein und schon sank das Käuzchen leblos auf dem Tisch zusammen. Nun hieß es schnell und präzise arbeiten.
In stundenlanger Feinarbeit, hatte sie die Organe des Tierchens herauspräpariert und diese einzeln in kleinen, mit einem persönlich von ihr entwickelten Trank gefüllten, Tongefäßchen eingelegt. Die ganze Zeit über hatte sie eine Vielzahl von Sprüchen rezitiert, die den Körper der Eule konservierten. Nichts war widerlicher als ein langsam vor sich hin verwesender Inferi. Bei Salasar Slytherin! Doch nun war es so weit. Alle Organe bis auf das Herz (Sowie den Magen-Darmtrakt, den hatte sie weggeworfen, würde das Tierchen in seinem neuen untoten Leben ja keine Nahrung brauchen!) befanden sich wieder im gesäuberten Bauchraum. Zärtlich verschloss Walburga den Schnitt in der Brust und zupfte noch ein paar Federchen zurecht. Wie hübsch es aussah das Zwergkäutzchen. Zufrieden ruhte ihr Blick für eins, zwei Wimpernschläge auf dem Tierchen, dann ergriff sie behutsam mit den Fingerspitzen ihrer linken Hand sein Herz, während sie mit der rechten mittels des Mesechtius den Schnabel der Eule öffnete. Rasch war das Herz hineingestopft. Das war es! Der Schlüssel zum ewigen Leben war das Herz, dessen war sie sich sicher. Nun nur noch den einen Zauber gesprochen. Machtvoll und laut. Sie legte all ihren Willen hinein. Und wartet. Mit angehaltenem Atem.
Und tatsächlich! Der Zwergkauz schlug ein Auge auf, sprang auf die Füße und plusterte sein Gefieder, ganz so als sei er eben nur leicht benommen und nicht tot gewesen. Er begann auf dem Tisch umherzuhüpfen und mit einem Flügel zu schlagen. Walburgas Augen glitzerten und ihr Lachen hallte von den kalten düsteren Wänden wider. Es war vollbracht! Mit ihren gerade einmal 23 Jahren, war sie gewiss die jüngste Nekromantin, die je einen Inferi erschaffen hatte. Triumph raste durch ihre Adern bis ihr Hirn erfasste was ihre Augen sahen. Nein! Unmöglich! Das Tier war gespalten. Seine rechte Körperhälte zeigte alle Merkmale von pulsierendem Leben, während die linke tot geblieben war, den Vogel behindernd, der sich nun, seltsame Töne von sich gebend im Kreis drehte, wild mit nur einem Flügel schlagend. Gefangen, In sich selbst. Aufkreischend, fegte Walburga die Tongefäße vom Tisch. Sie zerschellten, so wie ihr Traum wenige Augenblicke zuvor, an der Wand. In 1000 Splitter zerspringend, die darin enthaltenen Tränke durch die Gegend spritzend wie Blut.
Stundenlange Arbeit umsonst. Walburga atmete tief ein und aus, während lodernde Wut ihr Innerstes in Brand setzte. Äußerlich aber war sie plötzlich wieder ruhig. Lächelte sogar, wenn auch ein wenig irre."Schätzchen, Schätzchen was macht du nur? Warum enttäuschst du mich so? Habe ich dir nicht alles gegeben? All mein Wissen und Können." Und nun das. Ihre Hand schloss sich um das kreiselnde Ding auf dem Tisch und mit einer raschen Bewegung der Andern drehte und riss sie dem Tier den leblosen Flügel aus. Dann das Bein. Mit ihrem Zauberstab schließlich pulte sie das nutzlose Auge aus dem Schädel der schrill kreischenden Eule."Schsch, du bist selber Schuld, du hättest leben sollen." Ewig. So aber blieben der bemitleidenswerten Kreatur nur noch Sekunden, in denen Walburga schmerzlich langsam jede einzelne Feder der toten Seite des Vogels herausriß. Nachdem sie so alles schlechte weggerupft, das Tier schier zerfleddert, hatte betrachtete Walburga das, was von dem Käutzchen noch übrig geblieben war und nun zitternd in ihrer Hand saß. Verräter!
Ihr Traum vom Inferi ging wenige Sekunden später in Flammen auf, zusammen mit dem Körper der bedauernswerten Eule, als sich ihre Wut kanalisierte und sich einen Weg aus ihrem Körper herausbahnte, Flammen aus ihrer Hand schlugen. Lichterloh.
Es sollten noch viele, viele Jahre ins Land gehen, bis endlich eine Schleiereule vermochte, was Walburga von ihr verlangte. Nicht leblos sein.
Morpheus. Ihr Baby.
Geliebt.
Looks like a girl, but she's a flame. So bright, she can burn your eyes. Better look the other way
Sonnenlicht durchflutete den Raum, prallte am schwarzen Stoff ihres Kleides ab und ward zurückgeschleudert. Es vermochte nicht anzuhaften, an ihr. Man gewann den Eindruck als flöhen die Sonnenstrahlen vor der Dunkelheit die von der Frau ausging. Ihrem Kleid. Dem Make up ihrer Augen. All das schien das Licht zu krümmen. Eine jener Täuschungen, die das Auge einem vorzugaukeln pflegte. Und doch, Walburga saß wirklich im Schatten, das Licht am Boden reichte gerade bis an den Saum ihres Kleides heran, so als markiere dieser eine Grenze. Unüberwindbar. Unabänderlich.
So wie das, was hatte getan werden müssen. Den bösartigen Trieb vom Ast des Baumes zu kappen, weil seinem Wildwuchs, trotz all ihrer redlicher Bemühungen, kein Einhalt zu gebieten gewesen war. Walburga seufzte, als sie daran dachte. Orion, ihr geliebter Gatte, und sie hatten sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Lange hatten sie beisammen gesessen, das für und wieder abwägend, auch wenn das 'für' allein aus 'er ist unser Sohn, unser Fleisch und Blut' bestanden hatte. Während das 'contra', das was gegen Sirius gesprochen hatte, eine so viel längere Liste war und so viel schwerer wog. Es ging um Ehre. Und um die Zukunft des noblen und altehrwürdigen Hauses Black. Um gesellschaftliches Ansehen und um tiefverankerte Werte und Ideale. Es war um das `Sein' gegangen. Und dies hatte ihr Erstgeborener sich verwirkt. Nicht nur ein Black und ihr Sohn zu sein, sondern, in ihren Augen auch das Recht überhaupt zu existieren. Ach hätte sie ihn sich nur aus dem Leib gerissen, als er noch ein Fötus gewesen war! Bevor das Unheil angerichtet gewesen wäre. Aber das hatte sie nicht. Weil sie die Vorzeichen und bösen Omen nicht hatte wahr haben wollen. Ihre Schuld. Ihr Versagen. Mannigfach, weil auch ihre Erziehung so fehl geschlagen war bei dem Kind. Allein schon bei dem Gedanken fühlte Walburga schon wieder die brodelnde Wut in sich aufsteigen. Mit der gleichen Wut im Bauch hatte sie sich nur wenige Tage zuvor zu dem Wandteppich begeben, auf dem sich der bis zu ihren Urahnen zurückreichende Familienstammbaum befand. Sich weitverzeigende weiße Äste auf dunkelgrünem Grund. Die Gesichter von Generationen glorreicher Blacks! Und ein paar wenige Brandflecke. Fünf an der Zahl. Bald sechs. Einen Moment lang war ihr Blick über die Namen ihrer Ahnen geglitten, ehe er auf dem ihres Sohnes ruhen geblieben war. Dann hatte sie ohne zu zögern ihren Zeigefinger auf das Bildnis von Sirius gepresst und sengende Hitze hatte sein Gesicht und seinen Namen gefressen, als sich ihr Finger in das Gewebe des Teppichs gebrannt hatte.
"Aahhhrr!" Walburga kreischte entnervt auf, als das noch unbeschriebene Blatt Papier welches vor ihr auf dem Schriebtisch lag, an dem sie nun schon seit geraumer Zeit saß, plötzlich Feuer fing. Sie war so in Gedanken gewesen, dass sie gar nicht bemerkt hatte, wie ihre Hand den edlen Briefbogen in Brand gesteckt hatte. Mit einer raschen Handbewegung schleuderte sie die noch glimmenden Überreste vom Tisch, so dass Funken stoben und sterbend durch die Luft tanzten. Hastig eilte Kreacher herbei wischte über den Tisch und platzierte ein neues Blatt des Briefpapieres darauf, eher er sich geduckt daran machte die Asche zu ihren Füßen zu beseitigen.
Walburga rieb sich mit den Fingerspitzen ihre Schläfen. Es war zum Niffler melken. Vor ihr lag die Aufgabe Regulus von der Verbannung und Enterbung seines älteren Bruders in Kenntnis zu setzten. Doch noch hatte sie kein einzg'es Wort zu Papier gebracht. Sie's drum. Entschlossen tauchte sie die Rabenschreibfeder in Gnomblut und begann zu schreiben. Das Kratzen des Federkiels klang laut in der Stille des Raumes.
Mein lieber Sohn,
dein Bruder ist gestorben. Tot. Und wird es bleiben.
Nun es brachte ja wenig um den heißen Brei herumzureden, nicht wahr? Und Regulus war ja auch kein kleines Kind mehr.
Du wirst seinen Namen fortan nicht mehr nennen. Dein Vater und ich haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, doch aufgrund seiner unzähligen Verfehlungen und seiner Unbelehrbarkeit, seinem aufmüpfigen und blutsveräterrischem Verhaltens...
Walburga zwang sich ruhig ein und aus zu atmen. Ein und aus. Die Feder kurz beiseite legend und darauf achtend, dass ihre Hände nicht das Papier berührten, bis sie sich wieder gefasst hatte. Bei Salazar!
...blieb uns nun letztlich keine andere Wahl mehr, als deinen Bruder aus unserer noblen Familie zu verbannen und ihn zu enterben. Was mich betrifft, so hat es ihn fortan niemals gegeben. Dies beinhaltet auch, dass du, nein geliebter Regulus, mein kleiner Prinz, mein einz'ger Sohn nun der Erbe des Hauses bist. Dein Vater und ich sind zuversichtlich, dass du dieser Verantwortung gerecht werden und deine Pflicht als wahrer Black erfüllen wirst.
Gruß und Kuss
Mutter
Na bitte es ging doch. Der rechte Rand des Papiers rauchte zwar und kräuselte sich, doch schlug Walburga rasch die aufkeimenden Flammen mit einem ihrer schwarzen Seidenhandschuhe aus. Ach wenn ihr dies in der Vergangenheit doch auch mit Sirius frevelhaften Gedanken gelungen wäre. Sie im Keim erstickend, so dass nur ein hauchfeiner schwarzer kokeliger Rand zurückblieb. Walburga seufzte abermals leise, als sie schließlich den Briefbogen faltete, sorgsam, schmerzlich langsam, ehe sie ihn in den Umschlag steckte und ihn Morpheus ans Bein band.
"Flieg mein Liebling." Liebevoll steichelte sie die untote Schleiereule. Und noch lange stand sie am offenen Fenster und sah dem Tier nach, während der Wind sanft ihre langen schwarzen Locken bewegte und der Saum ihres Kleides leise bedrohlich knisterte.
Das MMR begreift sich als Forum, das eher außergewöhnlichen Charakteren ein zuhause bieten möchte. Außergewöhnlich, im Sinne von Randgruppen wie Muggel, Squibs, ... die oftmals nicht einfach an Szenen herankommen. Wir möchten die Entstehung solcher Charaktere unterstützen und bieten daher die Erstellung sogenannter Rare Played Characters (RPCs) an. Diese Charaktere werden wie ganz normale Charaktere durch die Bewerbung geschickt, aber sie genießen ein paar Vorteile für die Spieler, die sich so vielleicht eher für solch ein Sorgenkind entscheiden:
RPCs müssen nur einmal in vier Wochen gepostet werden (statt der sonst geltenden zwei Wochen) - gern dürfen sie natürlich öfter geschrieben werden!
Maximal die Hälfte der eigenen Charaktere darf ein RPC sein
RPCs besitzen keine leitende Position im Ministerium oder anderen wichtigen Institutionen der Zaubererwelt. Diese Positionen sind Charakteren vorbehalten, die in kürzeren Abständen gepostet werden.
Alle "Hauptcharaktere" müssen 14 Ingameposts vorweisen, ehe ein RPC angemeldet werden darf. Allerdings kann ein weiterer RPC oder Hauptcharakter angemeldet werden, auch wenn der RPC noch nicht so viele Posts gesammelt hat. Sie funktionieren was das angeht also ähnlich wie unsere NPCs!
Der Unterschied zwischen NPCs und RPCs besteht darin, dass erstere nur szenenbegleitend gespielt werden dürfen und schlicht Support / Unruhestifter für eben jene sind. Sie durchlaufen keinen eigene Charakterentwicklung. RPCs hingegen können ganz normal gespielt werden, knüpfen Beziehungen, haben ein für sie reserviertes Avatar. Sie sind einfach nur... unser "slow mode".
Um einen Charakter als RPC zu markieren, gebt bitte einem Admin Bescheid, wir tragen das dann für euch ein.
Bei Bedarf werden diese Regeln und Erklärungen erweitert!